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Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

13. Jahrgang

Nummer 218

Mittwoch, IP. September 1923

Einzelnummer 400 000 Mark.

Einzelnummer 400 000 Mark.

Finanzielle Lasten der Wcabwehr

müssen wir teuer bezahlens

K.F. D.

Lulgorisch-serbistyer Streit.

täten begonnen. Soweit bis jetzt Ergebnisse eine Nebcslwirkung hat.

Wie«,. September. (Eigene Drahtmrl- dung.) Das Wiener Reue Tageblatt meldet aus Belgrad, daß der bulgarisch-serbische Konflikt zu einer äußersten Spannung zwischen beiden Län­dern gediehen ist. Wan hält es für möglich Vas Bulgarien aus eigene Faust gegen Iug »- slavie« »orgeht, daß also der noch nicht bei- gelcgte italienisch- jugoslavische Konflikt bereits

Forderung derKommunisten.

Hinweis auf Teuerung und Ruhrabwehrkosten.

Wieder Mangel an Zahlungsmitteln.

Berlin, 18. September. (Privattelegramm.) Vor der Reichsbank und vor sonstigen Reichsbank­kassenstellen stehen seit gestern wieder Schlangen von vielen Hunderten. Die Gekdabgabe geht un­ter dem Mangel an Zahlungsmitteln nur zögernd vor sich. Vielfach werden nur Teilbeträge gezahlt.

menhang damit auf die letzte Rede des ReichS- finanzministers Dr. Hilserding hingewiesen.

sondern europäische Politik machen möchte, aber seine napoleonischen Neigungen find allzu durch­sichtig. Betrachten wir Poincarös Reden von diesem Gesichtspunkte, so wird uns klar, weshalb die großen Angebote der deutschen Reichs- regiorung in Frankreich keine Beachtung finden. Seltsam ist nur, daß die Welt sich die politischen Unitriebe dieses gewissenlosen, ehr­geizigen Abenteurers, der die ganze Welt­wirtschaft stört, so lange gefallen läßt. Sicher wird der französische Größenwahn einmal ein böses Ende nehmen, aber wann? Die Er­kenntnis, daß es sehr falsch war, uns 1918 und in den solgenden Jahren selbst zu entwaffnen,

Da« Drüngen tiatö Entscheidung.

Berlin, 18. September. (Privattelegramm.) Der Reichsminister für die besetzten Gebiete hat am Sonntag zu Abgeordneten der besetzten Ge­biete erklärt: Wir sind auf dem WeM, den Rnhr- konflikt zu lösen, um die bedrohten Ge­biete für Deutschland zu erhalten und die Wirtschaft Europas zu retten. Wir sind entschlos­sen, bis an die Grenze des Möglichen mj gehen. Wenn auf der anderen Seile nur ein leiser Wille besteht, sich zu ionigen, so m u ß eine Verständigung bald kommen.

Einschränkung der UnttrfiC&unßen.

Berlin, 18. September. (Privattelegramm.) Zum Zwecke des Abbaues der finanzier, len U n t e r st ü h u ng e n des passiven Wider­standes int Ruhrgebiet ist vom Finanzminister die Einreichung aller Listen über Unterstützun­gen aus Reichsmitteln anaefordert worden. Rene Unterstützungon aus Reichsmitteln werden nur auf Anordnungen des Finanzministers geleistet.

Verständigung mit Belgien.

Berlin, 18. September. (Privattelegramm.) Mit dem belgischen Botschafter stehen die Verhandlungen betreffs Unterbreitung eines di­rekten deutschen Verständigungs-An­gebots derart günstig, daß auch über die Zugeständnisse Deutschlands hinsichtlich des pas­siven Widerstandes eine Einigung zlvischen Belgien und Deutschland so gut wie erzielt ist. Hinsichtlich der kommenden Verhandlungen mit Frankreich ist es aber zurzeit unmöglich, irgend eine Voraussage zu machen.

Wer es ist ja auch kein Geheimnis, daß die französischen Rüstungen nicht so sehr gegen -eensschland gerichtet sind als vielmebr aegen England, wozu das .gefährliche" Deutsch­land nur voraeschoben wird, uw den wahren qweck »u maskieren. Poinear- hält sich eben für einen großen Politiker, der nicht nur französische.

des Reichs- und des Landtages wird die sofor­tige Einstellung des passiven Widerstan.

Vorbereitung einer Revolution r

Berlin, 18. September. (Privattelegramm.) Entgegen dem Verbot der preußischen Regierung hoben gestern in den Berliner Fabriken Wahlen zu politischen Arbeiter-

Essen, 18. September

Die Ankündigung des ReichsfinanMinisters, daß die Zuschüsse an das Ruhrgebiet, die täglich vier Billionen Mark erreicht hätten, schurkftens zum Abbau kommen müßten, um die deutsche Finanzsanientnq einzuleiten, hat nach allen aus dem Ruhrrevier vorliegenden Berichten, auster- ordentlich erregend nnd enttäuschend ge- wirtt. Es herrscht nach diesen RegierungSereklS. rnngen ein» nahezu hoffnungslose Stim­mung hinsichtlich der Fortsetzung des passiven Widerstandes. Das Sensationelle der Hilferd-ng- schen (kstkle-rungcn liegt darin, daß sie im jetzi­gen Augenblick abgegeben werden mußten, wo bin alliierte Reg e ohnehin alles versucht, um die finanzielle Durchführung des passiven Widerstan­des unmöglich zu machen. DasEcho du Rhin" überschreibt die Wiedergabe der Hilferdingfchrn AnSlassungen in Sperrdrnck mit den Worten: Einstelluna der deutschen Zahlungen für den passiven Widerstand "

(Prrvat-Telearamm J

Berlin, 18. September.

Die Kommunisten haben gestern einen dringlichen Antrag auf sofortige Einberufung des Reichstages beim Reichstagspräsidenten Löwe eingebracht. Begründet wird der Anttag mit der Notwendigkeit, eine Aussprache über die während der Wirksamkeit des Kabinetts Strese- mann-Hilferding ins Ungeheuerlick)e gesteigerte Teuerung herbeizuführcn. Weiter halten die Kommunisten eine parlamentarische Aussprache über die Berhandlungsmöglichkeiten mit F ra n k. reich für erforderlich. Bon den Kommunisten

Das Lohnprovlem.

Berlin, 18. September. (Privattelearamm.) Tie neue Versechsfachung der Bahn­tarife hat gestern abend zum Beschluß der Betriebsräte geführt, eine Vervierfachung der L ö h n e in der Berliner Industrie zum 25. September zu fordern, da die neue Tariferhöhung auch die Lebensmittel weiter steigern würde.

Kasseler Rathaus. Verschobene Röhren",verschobenes" Komma; Eine Dreihundert Milliardcn-Anleihe der Stadt.

Kassel, 18. September.

Der Nordlandsahrcr und Oberbürgermeister Scheidemann war wieder da. Hell leuchtete sein gebräuntes Antlitz. Beste Laune ging von ihm aus. Auch Albert Grezesinski, Oberregicrungsrat, Wucherbesehder, Chef der preußischen Landes­polizei und unser Stadtvcrordnetcn-Vorsteher war anfangs vorneweg. Im Saale selbst gab cs so gut wie keine Lücke zu sehen und auf den Tri- bünen drängte sich viel Volks. Man glaubte was zu erleben und ... sah durchs Röhrchen, denn ... die Röhren der Kaiserstratze wurden erneut vcr- schoben, das heiht dieUntersuchungskommissioa" hatte ihren Bericht noch nicht fertig, und so trat Verschiebung der ErörteruM dieser scheinbar Nicht ganz ohne-Angelegenheit" in die Er­scheinung!

Zur Ehre des Stadtparlaments sei festgefiellt: Ganzohne" ließ es das geduldig ausharrende Tribünenvolk nicht von dannen gehen ... als Ersatz für dieverschobenen" Röhren bot es in seiner kaum dreiviertelstündigen Sitzung viel Heiteres, denn schon die zweite Angcle^uheit des Abends, die Beantwortung der demokrati­schen Anfrage über die falsche Kasseler T e u e r u n g s z a h l, war die Aufdeckung einer Verschiebung", der eines... Kommas. Das Wort hatte Bürgermeister Brunner, der inzwischen scstftellte, tote die Teuerungsziffcr für Kassel zu- standekommt. Zufällig war ein Beamter beur­laubt, ein Hilfsarbeiter trat an feine Stelle, und er sowohl als einer der gewohnten Bearbeiter der Teuerungszifser machten ein und denselben Fehler ... ein markenfreies Brot war mit 21316 790 Mark statt mit 2131579 Mark einge- scjjt, also ein Komma verschoben! Das große Verbrechen ist gottlob gesühnt: Die betreffenden Beamten erhielten eine ernste Rüge, und dem verantwortlichen Oberbeamten wurde laut Ma­gistratsbeschluß vom gestrigen Tage die Miß­billigung des Magistrats ausgesprochen! Stadtverordneter Meister Zimmermann, der eben Siebzigjährige, war mit der Brunnerfchen Antwort er hatte vor vierzehn Tagen die de­mokratische Anfrage gestellt vollauf zufrieden und tot nur ironisch dieSchiebung mit einem Komma" ab, zugleich dem Erstaunen darüber Ausdruck gebend, daß ein Brot von zwei Beam­ten mit 21,3 Millionen eingesetzt werden konnte ... solchen Preis habe er denn doch nicht für möglich gehalten! DieChose" war erledigt!

Die italienische Stott# vor Achen.

Zürich, 18. September. (Eigene Drahtmel­dung.) Die Neue Züricher Zeitung meldet aus Rom: Die italienische Flotte ist zu einer Demon­stration nach dem Piräus ausgelaufen. Das Geschnuwer, das heute vor dem Athener Hafen erwartet wird, besteht aus zwei Schla-^ttchiffon und einer Flottille von 18 Torpedobooten.

Die Erledigungsmaschincrie.

für die in den verschiedenen Kommissionen bereits geklärten Vorlagen und Nachbewilligungen klappte ausgezeichnet. Ueber zwanzig Punkte der Tagesordnung wurden schematisch, eintönig, die Tribüne unzweifelhaft langweilend, unter Dach und Fach gebracht. Bei der Zustimmung zur Erhöhung der Baupolizeigebühren benterkte Stadw. Zimmermann: Niemals ist so viel gebaut worden, als seit der letzten Erhöhung! Dazu bemerkte Bürgermeister Brunner in­offiziell: O, die werden wir noch weiter erhöhen! Als eineinhalb Milliarden für die Beheizung der Bürgerschulen nnd Vorklassen nachbewilligt wur­den, befürchtete Stadw. H e r b o l d, die Summe der jetzigen Nachbewilligung könnte bereits über­schritten sein, und prompt bemcrtte der weitere Bettchterstatter, Stadtv. Waldschmidt: Was mein Vorredner befürchtet, ist bereits eingctreten! Wiederholt mußte die Klingel des stellvcrttetcn- den Vorstehers Geck, der» Grzesinski die wei­tere Arbeit überlassen hatte,störend" in die Privatunterhaltungen im Saale hineinrasseln. Etwas Leben kam nur in die Gesellschaft, als die Stadtverordneten H c r b o ld u:-t> Bohr Arbei­ten im Fuldabad bis zum nächsten Jahre ver- schoben wissen wollten. Die Badesaison sei doch vorüber. Sie beanttagtcn Ablehnung, während Bürgermeister Brunner Absetzung wünschte, und schließlich kam der Leiter des Bades, Stadw. Coll et, zum SB orte, worauf es die Mitteilung gab, daß die Arbeiten längst geliefert und längst in Benutzung sind. Es flogen dann ein paar spitze Zwischenrufe. Um Zwei Millionen, be- mertte dabei Bohr, macht man heute kein Ge­summs, aber ... ich halte mich an meine Atten., da steht es ufw. SehWeßlich vertrug man sich wieder und ging zu einer ganz großen Sache über: Man ftimmte einer Anleihe von dreihundert Milliarden M2v> bei einer Hypotheken-Vereinigung zu unter

Bcrpfändung städttscher Siedelungen,

so des Fasanenhofs und des Philippinenhofs. Der Not gehorchend, nicht dem eigenen Trieb, sagte dazu Stadw. Kreiß, stimmen wir zu, nur ersuchte er den Magistrat, die Zahl der Ver­pfändungen herabzudrücken. Bürgermeister Brunner versprach, den Versuch zu unterneh- men und tröstete damit, daß die Stadt infolge der Verpfändung diese Grundstücke nicht so schnell verkaufen und den Grundbesitz verringern kann. Als gefragt wurde, ob die angefanoener^

Sperling und Taube.

Poincars behält, was er hat.

Poincars hat in seinen letzten Sonntagsreden keinen Zweifel darüber gelassen, daß er nichts von Verhandlungen mit Deutschland wissen will Er hebt immer wieder dieRechte" hervor, die Frankreich durch den Versailler und sonstige Ver­träge erlangt habe und die von Deutschland und den Alliierten unterzeichnet seien. Diese Rechte verteidige er. Daß die Unterschriften von Deutsch­land erpreßt worden sind, weiß er ebenso gut wie wir, aber der für Frankreich erzwun- g e n e V o r t e i l ist ihmh e i l i g". Mag Lloyd George der Meinung sein, daß der Versailler Vertrag nicht auf Recht begründet ist, weil er auf der Kriegsschuldlüge aufgebaut ist, mag auch Herr Scheidemann gegen diese Schuldlüge zu Felde ziehen, Poincars kümmert sich weder um englische Memoiren, noch um deutsche verdortte Hände, er besieht auf seinem Schein. Deshalb bekämpft er die Einsetzung eines neutralen Aus- wwsses und spricht in dieser Frage selbst dem Völkerbund die Befugnis ab, sich einzumischen. Rur die Reparationskommission, in der Frank­reich die unbestrittene Führung hat, habe Deutschlands Zahlungen zu bestimmen, und sie mache keine Konzessionen.Wir haben Pfänder in der Hand, diewirbehalten werden, bis wir Befriedigung erlangt haben," rief er der beifallsfreudigen Menge zu. Um sei­nem alten Lied eine neue Tönung zu geben, spielt er sich als Volkererzieher auf. Er will das heu­tige Deutschland strafen, als warnendes Beispiel für die kommende Generation, damit sie nicht übermütig werde und etwa gar an einen Krieg gegen Frankreich denke.

De-Sperling in der Hand sei ihm lie­ber als die Taube auf dem Dache, sagte Poincarö, und er werde den Sperling nicht flie­gen lassen. Also das Ruhrgebiet wird er nicht raunten, weil ihm die deutschen Ga­rantien angeblich nicht genügen. Demgegenüber muß betont werden, daß die neuen deutschen weitgehend sind, daß sie selbst bte Forderungen des Versailler Vertrags überbieten. Nicht nur die Einkünfte des Reiches werden verpfändet, scndern auch Reichs- uns Privatbesitz, also sehr reale Pfänder werden zur Verfügung gestellt. Es liegt dem Reichskanzler Stresemann daran, koste es was es wolle, den Franzosen schnell und reichlich Geldmittel und Sachlieferungen zuzuführen, nicht nm als Ver­sprechungen. sondern als wirkliche Leistungen. Und doch kommt auf dieses nicht mehr zu Über­treffende Angebot eine ablehnende Ant­wort. Poincars ersinnt immer neue Ausflüchte, um etwaigen Verhandlungen auszuweichen. Er will keine Verständigung. Der unflare Zustand soll bleiben, daß Deutschland nie weiß, wie hoch sich dre Reparationsleistungen belaufen sollen, terner ob das Ruhrgebiet geräumt wird ober Acht. Die Dehnbarkeit der französischen Will- kur und die Ungewißheit für Deutschland sollen die Widerstandskraft zermürben, bis Frankreich °ie schrankenlose Herrschaft hat und deutsches Land und deutsche Arbeitskraft unterm Zwang der Bajonette ausbeuten kann. Das ist Poin- carös Ziel.

.. hält es Poincars noch für geraten,

Freses Ziel zu verschleiern. Deshalb malt er den einfältigen Leuten von Brieulles an der Maas und der stumpfsinnig gewordenen Welt wieder ein G e f p e n st an die Wand: den deutschen M i - litarismus. Deutschland,das heute in Massen Kanonen, Flugzeuge und Munition bei sich oder in anderen Ländern Herstellen könne, (?) das in einigen Fahren zur Rache bereit fein tonne, das die tapferen und treuen schwarzen Truvpen (!) zu diskreditieren versuche, gebe nur Versprechungen. Es fei demgegenüber notwen- dsg, daß Frankreich die Herrschaft über das Rheinland bebalte, um sich gegen einen Angriff zu sichern". Es ist anwddernd, auf eine solche Hetze immer noch eingehen zu müssen. Es gehört schon eine ansaekochte Verbrecherseele dazu, wie sie Poincars besitzt, um so p l u m p c n S ch w i n- del erneut aufzutischen. Jeder Mensch, sofern er die letzten vier Jahre nicht verschlafen bat, weiß, daß Deutschland unter her Wachsamkeit bet Ententekommissionen und unter der Ver-

Anzetgenpreise: S r u n n p t e i 3 für bie Zeile 50 M ort, für Reklamen 200 Mart mal Schlüs­selzahl süc da« deutsch- Settungigero rbe lzur Zelt 12000), aus Famtlienan,eigen und Meine Anzeigen 31/. Nachlab. Auf all- nicht bU ,um Ab.-ns des auf den Ausgabetag solgenden Tages bezahlten Anzeigen erfolgt ein Rechnungsau schlag von 10»/,! Bet dieser Rechnungs. erleilun . ist b r Betrag .nnerfralb > Tagen zu zahlen. Nach Ablauf dieser Frist ist 0er Anzeigen- gruitopret mitd m am Zahlungstage gültige.: Anzeigenschlüsse!zuve.vielfachen. Lansenb- An­zeigen werden mit dun LageSzeit.iipreis berechnet. Für die Nichtigkeit aller durch Fernsprecher abgegebenen Anzeigen, :orote für Aufnahmedaten und Plätze kann nicht garantiert werden.

Die Spannung am Balkan.

Italienische Herrschaft in Fiume.

(Eigene Drahtmeldung.)

ff?. 18. September.

Ans Rom wird berichtet: Die Regierung von Fiume ist zurückgetreten. Der Minister­rat in Rom hat folgenden Beschluß gefaßt Nachdem der Ministerrat von dem Briefe Kennt­nis genommen hat, worin Depoli seinen Rück­tritt von der Regierung Fiumes erklätt, entemn er in Erwägung der anormalen Vcrhälttriffe in Fiume und in Erwartung einer Regelung der Lage der Stadt den General der Armee und königlichen Senator Giardina zum Mili- tärgouverneur der Stadt. Der Gorriere meldet aus Belgrad: Die serbische Regierung hat den Kommerausschuß für auswärtige Angclegcu- heiten für Tonnorstag einbcrufen zur Besprech­ung der Fiumefrage.' Die offiziösen Blätter setzen die Angriffe gegen Italien fort. Odjek fordert eineletzte Warnung an Italien", die Flottenbewegung an der jugaslovisiben Küste mit größter Beschleunigung einzuftrllen.

vorliegen, siegten in fast allen Großbetrieben die kommunistischen Listen. Auch aus Hamburg, Magdeburg, Leipzig und Hannover werden Wahlen von politischen Arbeiterräten ge­meldet, die der kommunistische Reichstagsabge­ordnete Körnen in der Berliner Kommu­nistentagung als die unmittelbare Vorberei­tung der Revolution bezeichnete, (!) nach deren Gelingen die politischen Arbeiterräte die Regierungsgewalten zu übernehmen hätten.

räterluft gewisser Volksgenossen nicht in der Lage ist. Kriegsmaterial im Geheimen herzustellen, "i'ch nicht in anderen Ländern herstellen zu las­sen. zumal schon die Valittaschwierigkeiten es nicht zulassen würden. Dieser Poincars scheut sich auch nicht, wieder von einer Entwaff­nungsaktion zu reden, während man in Frankreich allmählich wissen dürfte, daß Deutsch- ____________________________________

land bis zur militärischen Karikatur entwaff-deS im Ruhrgebiet verlangt und im Zusam n et ist, wogegen Frankreich mehr in ' " " ' '' --

Waffen starrt als je zuvor, sodaß sogar den Ari en Angst und Bange wird.

Beratung zur Währung.

Das Schwinden der Markt tPrivat-Telegramm.)

Berlin, 18. September.

Der Kabinettsrat hat die bisherigen Beschlüsse i« der Währungsfrage umgeworfen. Aber auch über das neue Projett der Schaffung einer Üebcr- gangswähruna besteht noch keine volle Ueberem- stimmung im Kabinett. Bekanntlich haben sich die Banksachverständigen dem Fina.uz- minister gegenüber Regen eine Uebergangswäh- rung ausgesprochen, da sie den Sturz der Mark ins Bodenlose sortsetzm würde. Jedenfalls ist für die nächste Zeit mit einem Fortbestand der FinanzerperimeNte" Tr. Hilferdings zu rechnen, dessen Amtsführung derDollarbewegiing Herr« werden wollte und der in knapp 4 Wochen dre Mark von einem 6 Millionendollarstand auf hun- dettsürfzig Million-m herabflnken sah. Die amtliche Markparität in Newport betrug gestern 151610000 für den Dollar. Nachbörslich ging der Kurs aus 150 Millionen zurück. In Ber­lin wurde der Dollar gestern abend mit 210 bis 212 Millionen genannt.

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Die Kosten der Rmhmdwchr

Enttäuschung der Ruhrbevölkerung.

(Privat-Telesramm.)