Einzelbild herunterladen
 

13. Jahrgang. Nr. zl5.

staffelet Neueste Nachrichten

Neues aus Mel

St'ptembcr 1923, vormittags 8 Uhr, im eigenen

September 1923 anmeldepflichtig sind. Ter An­meldepflicht unterliegen alle Edelmetalle (Golo, Silber, Plattn und Platinmetalle) und deren Legierungen in Form von Röhmctallcn, Halb­fabrikaten (Drähte, Bleche, Stangen, Röhrens, Münzen, ferner Bruch und Abfälle. Gegenstände aus Gold- und Silberdouble sind nicht annielde-

Abgabe von Edelmetall und Münzen.

Sofortige Anmeldung bei den Handelskammern.

Der Kommissar für Dsvisenerfafsung hat Dienstag eine Verordnung erlassen, wonach alle Eigentümer natürliche und juristische Perso­nen ohne Rüsicht darauf, ob es sick um Privat­personen oder Geschäftsleute handelt von Edelmetallen und deren Legierungen, die am 12.

Geringe Hoffnung in Lnginnv.

London, 14. September, lieber den Eindruck der Rede Stresemanns liegen nur kurze Angaben vor. Die bis fetzt bekannt gewordenen smd einer Meinung. Sie sagen, es sei dis Rede eines Mannes in der Verzweiflung, der keinen anderen Ausweg mehr sehe. Es sei cm etwas verblümter Appell an die Gnade des Feindes, ohne die geringste Aussicht, daß er Erfolg haben könne. Man habe den Eindruck gewonnen, daß Stresemann zunächst alles gesagt habe, was gesagt werden könne. Die Rede sei einfach und gerade, freilich ohnediegeriug- ste Hoffnung auf Rettung. Auf die Frage des deutschen Kanzlers, was Großbritannien ge­tan habe, um das Unheil abzuwenden, antworte man, es habe getan, was in seinen Kräften stand, mehr sei nicht möglich gewesen. (?) Weite Kreise meinen, daß jetzt noch etwas geschehen könne. Diese beschweren sich darüber, daß Baldwin sich solange in Frankreich aufhält.

Rechnung uno damit die M i l l i o n e n m a r k durchg-tsetzt. Die eigentliche Entwertung ist ja nicht die einmillionenfache. so,Wern schon die zchnmillionensache. Bei einen: Tollarslaud zwi­schen 40 und 50 Millionen Mark ist die Friedens­mark aleich 10 Millionen Papiermark, ein Pfen­nig gilt gleich 100 000 Mark, und ein alter Gro­schen gleich eine Million und darüber! Eine Währung, die so weit herabgesunken ist, kann un­möglich mehr ihre ihr zugedachten Funktionen erfüllen.

Auch die neue Währung muß das Papiergeld noch neben sich dulden. Aber schon vurch die Exi­stenz des neuen Geldes wird das alte immer noch mehr entwertet. Um so notwendiger ist cs, sie so rasch als möglich aus dem Verkehr zu ziehen und an feine Stelle das neue Geld der Wirtschaft in all ihren Teilen, also vor allem auch dem Kleinverkehr, den Lohn- und Ge­haltsempfängern, dem Mittelstand und den klsi- nen Wirtschaftskreisen zuzuleiten. In dem Maße der Verstärkung des Sachwerte- oder des Münz-Fonds der neuen Wäbrungsbank wird die Verstärkung der Umlaufsmittel möglich sein. Um das Vertrauen des In- und Auslandes in die neue Währung zu verstärken, ist es freilich not­wendig, daß die Deckung eine ganz außer­ordentliche und um vieles größere ist. als sie selbst im Frieden gegenüber dem Notenumlauf dsr Banken und ihrer Deckung war.

Was aber jetzt geschehen müßte, wäre eine so­fortige Abstreichung von mindestens sechs Nullen aus allen Berechnungen. Tic Hem­mungen und Hindernisse, die durch die wertlos gewordenen Nullen in unserer gesamten Wirt­schaft und in allem Rcihmingsverkehr immer wieder bereitet iverden, sind so außerordcuttich und so störend, daß mit ibnen tunlichst rasch auf­geräumt werden sollte. Damit würde nicht nur der erste Schritt zur Erhöhung der Prodnttivitäi im Zahlungsverkehr, sondern mich zur Ucberlei- tung der Papier- in die neue Währung getan.

Fort mit den vielen Nullen.

Die Rechnung in Millionen.

Von unserem wirtschaftspolitischen Mitar­beiter wird uns geschrieben: Ta die Papiermark­währung immer mehr verdrängt wird, sollte man nun ohne Zögern darangehen, mit dem Bal­last der vielen Nullen aufzuräumen. Heute hat sich schon ganz glatt die Mllionen-Mark-

Die Wirkung der hohen Vostgebühren.

Eine Unterredung mit Dr. Höfte.

Test Reichspostminister Dr. Höfle hat einem Pressevertreter eine Unterredung gewährt, in der er sich über die Wirkung der fortgesetzten G e- bührenerhöhungcn wie folgt äußerte: Eine Besorgnis, daß die steigenden Erhöhun­gen den Verkehr zu sehr verringern könnten, ist

EM Zahlung, dann Räumung!"

Pariser Antworten an Stresemann.

Paris, 14. September.

' Die Rede des Reichskanzlers Stresemann vor dön Pressevertretern wird in Paris verschieden beurteilt Allgemein anerkannt wird aber, daß das Angebot einen Schritt vorwärts be­deute. Ein Watt bezeichnet sie sogar als »ge­radezu verführerisch". Vielfach sind die Aus­führungen des Kanzlers über diezur Ver­fügungstellung des Ruhrgebietes" wohl auf Grund der nicht immer sehr geschickten UebOrsetzung des Textes ziemlich m i ß v e r st a n- d e n worden, so daß in zahlreichen Blättern die Strcscmannsche Rede so ausgelegt wird, als ob Deutschland mit feinen Zahlungen und Leistun­gen erst beginnen wolle, nachdem Frankreich das Ruhrgebiet geräumt hat. DerMalin" meint, der Kanzler böte reale Garantien an in der Form von Hppoheken auf den deutschen Be­sitz, die von deutschen, aber auch von alliierten Treuhändern verwaltet werden sollen; der Er­trag solle für die Reparationen bestimmt fein. Aber, so schreibt das Blatt, die französische Regierung halte an ihrem unanfechtbaren Standpunkt fest, sie könne natürlich das Konttolft system im Ruhrgebiet ändern. Wenn Deutsch­land feine Zahlungspflicht anerkenne, so werde das Ruhrgebiet

nach Maßgabe der erfolgten Zahlungen geräumt werden. DerPetit Paristeu" be­gnügt sich damit, als Kommentar einige Worte seines Berichterstatters wiederzugeben. Er meint, cs fei vorläufig fahr schwierig, die Ausführungen Strcfemanns klar zu beurteilen. Immerhin könne man sagen, daß die Rede einen bemerkbaren Fortschritt gegenüber seiner Stuttgarter Rede darstelle. Ter .Figaro" verfällt in den oben be­reits erwähnten Auslegungsfehler. Man sehe den Unterschied zwischen der deutschen rind der französischen Stellungnahme. Po- tncare sage: Zahlt, und wir werden das Ruhr­gebiet räumen, Stresemann aber sage: Räumt das Ruhrgebiet, damit wir euch bezahlen kön­nen. DerGaulois" meint, es fei vielleicht möglich, daß die finanziellen Kombinationen, die die Grundlage der Stresemannschen Vorschläge darstellen, von Interesse seien. Aber, um sie ein­wandfrei feststellen zu können, feien weitere Angabe.n nötig. Man müsse wiflcn, durch welche Mittel das Deutsche Relch in der Lage sei, die Mitarbeit der Besitzer des privaten Eigen- mms zu garantieren.

Oberbürgermeister von der finanziellen Notlage der Stadt Mitteilungen und bemerke, daß die Stadt heute nicht mehr in der Lage ist, den städi fd'-cn Beam en, Angestellten und Arbeitern ihre vollen Bezüge auszuzahlen. Es wurde die Absendung einer Deputation zur Reichsregierung beschlossen, um dieser den Ernst der Finanzlage der Staot Leip­zig vorzutragen und die Genehmigung zur Aus. gäbe von Notgeld sowie die umgehende Zahlung von Vorschüssen auf die Reichszuschüfle und Steuerauteile zu verlangen.

China lehnt europäische Forderungen ab. Wie dieTimes" sich aus Peking melden läßt, wird die chinesische Regierung voraussichtlich die von den Mächten wegen der U eb erfülle auf die Fremden gcsttllten Forderungen ab- lehnen. Die Wiedergutmachungen werden als übertrieben angesehen, während die Einttchtung Aner Polizcittuppc unter ausländischer Füh­rung als Eingriff in die Souveränitätsrechte Chinas betrachtet wird, ebenso das Verlangen nach Bestrafung der in Frage kommenden höhe­ren Beamten.

Wie Frankreichabrüstct". TasPetit Ionr- na(" meldet: Zum 1. Oktober werden drei neue T a n kw a g en re-gi m c n 1 c r geschossen.

läge für eine Währungsreform. Voraussetzung jeder Besserung sei aber, daß Friedens­löhne nur für Friedensarbcit gegeben werden. (Beifall rechts.) Abg. Graef-An- tlam (Teuffchnatl.) bcanttagt, die nächste Sitzung am Freitag abzuhalten, um über

die politisck>e Lage

und den Termin für die K om munalwatz- len zu beraten. Tic Gemeindevertretungen bö­ten nicht mehr ein Bild der wirklichen Partei- cinstellung. und lediglich aus Parteiintereffen sollen die Gcmeindewahlcn hinausgeschoben wer­den. Es sei auch dringend notwendig, daß die Preußische Regierung ihre Stellung in der Ruhrfrage hier im Parlament zum Ausdruck bringt. Abg. Sabottka (Komm.) beantragt Wiederum, die kommunistischen Anträge am Frci- lag zu verhandeln und ertlärt daß die Arbeiter­schaft des Ruhrgebiets mit allen Mitteln die Auslieferung des Ruhrgebiets an die vereinig­ten französischen und deutschen Kapitalisten ver­hindern werde. Abg. Tr. Kall «D. Vpt.) er­klärt das Verhalten und die Ausführungen der Tcutschnationalen für nichts anderes als Par­te i p o l i t i k. (Große Unruhe rechts.) Redner bcdauette, diese Feststellung machen zu müssen und ertlärt, daß seine Partei in heißem Ringen für das Vaterland einttcten werde, wenn die Stunde der Befreiung geschlagen habe. Tic nächste Sitzung wird auf S o n n a b e n d 11 Ubr anberanmt Ucbcrtragung staatlicher Elektrizitäts­arbeiten an eine Aktiengesellschaft, kl. Vorlagen.i

tum, mein Herr, nachher können wir weiter ver­handeln. Jetzt muß ich fort."

.Gehen Sje ruhig," sagte Lothar,eilen Sic, Mister Knox, sonst versäumen Sie die Hälfte. Den Vertrag gebe ich Ihnen nachher, sobald ich ihn durchgelesen habe."

Sie maßen sich mit den Blicken wie zwei Todfeinde. Der Amerikaner sah ein, daß hier nur mit Gewalt etwas zu erreichen fein toürbt, daß dieser erregte und leidenschaftliche Mann in Güte nicht von seiner Absicht abzubringen war. Ihm wurde in diesem Augenblick klar, daß c. sich doch Wohl zu Aenderungen des gedachte:! Abkommens würde bequemen müssen. Sei cs darum, die Hauptsache war. Rottraut Welshau­sens gottbegnadete Stimme sich nur erst einmal zu sichern. Vielleicht war es klüger, sich mit die­sem plötzlich aufgetauchtcn Verwandten freund- schaftlich zu stellen. Dazu rief und lockte dtc Frauenstimme da vorn auf dem Podium, u mußte sie hören.

Er stürzte hinaus, um nicht zu viel "nr. der großen Arie zu versäumen. Lothar aber sank vor dem kleinen Schreibtisch auf den Stuhl, hielt beide Hände gegen die Ohren, um durch den Sirenengesang, der gebrochen und gedämpft, aber dennoch unsagbar wundervoll zu ihm drang, nicht abgelenft zu werden von dem, roa- ihm jetzt das Wichtigste schien, und begann zu lesen.

Er quälte sich durch die vielen Paragraphen hindurch. Je länger er las, desto finsterer wurde sein Antlitz. Dieser Kontraft enthielt Spitzfin­digkeiten. Unklarheiten, die Slottraut in ihrer Unerfahrenheit überhaupt nicht zum Bewußt­sein gekommen fein mochten, über die sie sicher­lich hinweggelefen hatte die ihr aber einst später verhängnisvoll werden konnten. Die Unterneh­mer waren immer und in jedem Falle gedeckt, die Künstlerin war ihnen durch dieses Dokument vollkommen ausgeliefert. Welche Verpflichtung hatte Rottraut eingehen wollen! Zn jederlei Art des Singens in der OÖffentlichkeit konnte sie nach diesen Paragraphen gezwungen werden. Und sie batte sich für zehn lange Jahre binnen wollen. Eine Ewigkeit! Das Unerhörteste von allem aber fchien Lothar die Konventionalstrafe zu sein, die mit 500000 Mark festgesetzt war für dev Fall, daß Rottraut sich ihren Verpflichtung

det geregelten Abwicklung der allgemeinen wirt­schaftlichen Ausgabe etwas eingedämmt sehen möchten, sind bisher alle Gebühreiierhöhungen wirkungslos vorübergegangen. Im Postvcr- k c h r nehmen wir allerdings mit Bedauern wahr, wie die verminderte Kaufkraft breiter Schichten des Volkes zu einer Selbst- beschränkung im Verfendungsvcrkehr ge­führt hat.

lieber die Personalverbältnifsc machte der Minister folgende Angaben: Der Pest- fonalkörper der Postverwaltung ist in letzter Zeit durch die Abgabe von etwa 93000 Beamten an andere Verwaltungen, sowie durch die Ent­lassung von Hilfskräften und durch Pensionie­rung älterer Beamten stark vermindert wor­den. Augenblicklich zeigt sich in einzelnen Ver­kehrszweigen, wie beim Telegraphen und Fern­sprecher, im Postschalterdicnst nsw., ein Perso­nalmangel, dem durch Verschiebung des Perso­nals nach Möglichkeit abgeholfen wird. Tic Ver­hältnisse sind in den einzelnen Orten ganz verschieden. Tckls fehlt cs an Personal, teils ist noch zu viel vorhanden. Zunächst wird einAuSgleich vorzunehmen sein, soweit nicht die Wohnungsschwierigkcitcn dies unmöglich ma­chen. Dann wird man, ehe ein weiterer allgemei­ner Personalabbau eingrteitet wird, durch Fest­stellung bei den Dienststellen Klarheit darüber schaffen müssen, wieviel Personal nach den heuti­gen Bchriebsvcrhältnisscn zur geordneten Ab- vicklung de? Verkehrs notwendig ist, und wie ich der tatsächliche Pcrsonalstand dazu verhält. Die Einleitungen hierzu sind getroffen.

Au« yollffl und Wirtschaft.

Belgischer Besuch in Italien. Das bel­gische Königspaar ist in Genua eingc- troffön und wird in Racanigi mit dem italieni- chen Köngspaar Zusammentreffen, Man svricht »on einer Verlobung des belgischen Kron­prinzen mit einer italienischen Königstochter.

Dic finanzielle Notlage Leipzigs. In der

gen in irgendeiner Weise vor Ablauf bie'ier zehn Jahre entziehen wollte.

Heiß und zornig warf er schließlich das Schriftstück von sich. Im letzten, im allerletzten Augenblick hatte sein Schicksal ihn wieder mit Rottraut zusammcngeführt. Gott sei gedankt!

Der langanhaltend? Beifall des Parketts drang zu dem Manne, er lauschte, ein Schimmer höchsten Glücks breitete sich nun wieder über seine Züge, verdrängte den zornigen Ausdruck. Jetzt war der Augenblick gekommen, der ihm dic Geliebte bringen sollte.

Er eilte zur Tür, öffnete sie, hörte draußen die Stimme des Mister Knox, dic verwandelt Uang, liebenswürdig, beschwörend, und blieb lauschend stehen.

Run darf ich Sie wohl bitten, vor allen Dingen unseren Vertrag zu zeichnen, Miß Wels. Hausen, damit das Geschäftliche erledigt ist uuo wir den Erfolg des Abends zusammen feiern können. Die letzte von Ihnen gewünschte Frist ist verstrichen. Sie haben nun selbst^ ertanut, wie mühelos Sic in einem großen Saal, vor einem erwählten Publikum auftreten können, alle Furcht dürfte jetzt überwunden sein. Haben Sie die Güte, die letzte Heine Form zu erfüllen."

Dann vernahm er die Stimme der Gelieb­ten. Er verstand ihre Worte nicht, schwindelns heiß flog ihm alles Blut zum Herzen, ein Sin­gen und Jauchzen war in seinem Blut. Uno nun noch eine fremde Männerstimme da draußen, sie schien Rottraut zu beglückwünschen.

Er wollte zu ihr. Jetzt kein Zögern mehr. Als er wiederum die Tür weit öffnete, prallte er in ihr mit Mister Knox zusammen.

Darf ich um den Vertrag bitten, mein Herr?"

Hier haben Sie Ihren Vertrag. Da er mir start gegen di- guten Sitten zu verstoßen scheint, wird Fräulein Welsbausen ibn nie unterzeich­nen. Hier haben Sie meine Antwort aus Ibrc Paragraphen!"

Und er ergriff noch einmal den Kontrakt, riß ihn mitten durch und warf die zwei verstümmel­ten Hülsten auf den Schreibttsch zurück.

Das iverden Sie mir büßen." knischte der Amerikaner. Sie werden mir Rechenschaft ge­ben für Ihr unqttalifizierbarcs Benehmen, ment Herr!" (Schluß folgt/'

VreuHischer Landtag.

Um dic Reichs-, Staats- und Gemeindefinanzen.

Berlin, 14. September.

Der Aeltcstenrat lehnte vor Beginn der Sit­zung einen dcutschnationalen Antrag ab, wonach am Freitag eine große politische Ansprache statt- finden sollte. Nunmehr wird der Freitag sitzungsfrei bleiben und die Arbeiten des Par­laments füllen am Dienstag nächster Woche ab- gefchlossen werden; der Landtag will sich sodann bis zum 16. Oktober vertagen. Bei der Wie­derholung der Abstimmung über das Gesetz bett, staatliche Verwaltungs-Gebühren, gegen das her Staatsrat Einspruch erhoben hat, wird der das Gesetz annehmende Beschluß im Hammelsprung mit 200 gegen 88 Stimmen, also mit der erforderlichen Zweidrittelmehrheit, er­neuert. Das Haus tritt sodann in dic erste Beratung des Entwurfs eines Preußischen Ans- sührungsgesetzes zum

Finanzausgleichsgefetz

ein. Der Entwurf ist veranlaßt durch das im Reich ergangene Finanzausgleichsgefetz vom Juni 1923, das eine endgültige Lösung für den Ausgleich zwischen Reich, St a a t und Ge­meinde nicht gebracht hat, sondern sich neben ormellen und technischen Perbesserungen auf Er- iffnung einiger neuer und auf Verstärkung be­sehe über Einnahmequellen für Länder und Gc- neinden beschränkt hat. Abg. Katz (Komm.) erklärt, der Entwurf könne den Gemeinden nicht helfen; sie seien bereits bankerott. Rettung könne nut der Kommunismus bringen. Abg. Dr.

pflichtig.

In der Anmeldung muß von jedem Edelme­tall getrennt Gesamtgewicht und Dnrchschnitts- feingehalt angegeben werden. Falls der Feinge­halt nicht genau bekannt ist, muß er geschätzt wer­den. Die Anmeldung muß ferner Namen, Beruf oder Gewerbe und Wohnung des Meldenden und in den entsprechenden Fällen des Gcwahr- samhalters dör gemeldeten Gegenstände ent­halten.

Die Meldungen sind bis spätestens den 21. September 1923 an die örtlich zuständigen Han­delskammern zu richten. Die Handelskammer Kassel ist zuständig für die Kreise Kassel Stadt und Land, Eschwcgc, Frankenbcrg, Fritzlar, Hersfeld, Hofgeismar, Hombftrg, Kirchhain, Marburg, Melsungen, Rotenburg. Herrschaft Schmalkalden, Witzenhaufen, Wolfhagen, Zie­genhain.

Untere rheinischen (Säfte.

Neues von der Mohohu.

Der letzte Mittwochabend der Landsmann« schäft ausgewanderter und ausgewiesener Süd- rheinländcr (Mohohu) im Bayerischen Hose, war sehr gut besucht. Nach Wahl eines Aus­schusses zur Versorgung mit Lebens­mitteln und anderen Bedarfsartikeln, be­richtete Herr Lang aus Wiesbaden über eine gemeinsame Wanderung durch den Reinhards- ivald, geplant für nächsten Sonntag ab Haupt- bahnhos Kassel, morgens 6,35. Weiter wurden Mitteilungen gemacht über die Hauptversamm­lung der Landsmannschaft und die mit berjetben verbundene Reichstagung der Ausge­wi e f e n c n und Ausgewanderten von Rhein und Ruhr zu Weimar am 22. und 23. September. Die Einladung der Landsmann­schaft zu dieser Tagung haben sich auch die mci-

MM WS.

B0) Roman von Lola Stein.

Die Herren drückten sich dic Hände.Herzli­chen Dank stammelte Lothar, der völlig geistesab­wesend schien. .

Er eilte hinter dem Dirigenten her, in das Zimmer, aus dem vorhin dieser Mister Knv> getreten war, dem sich Rottraut in ihrer Uner­fahrenheit verschrieen hatte. Wer weiß, für welche Zeit?

Ter Amerikaner erhob sich bei feinem Ein­tritt, sah dem lästigen Fremden, der ichon wie­der erschien, unfreundlich entgegen. Lothar er» blickte auf dem Schreibtisch etwas Weißes. Das tonnte der Kontrakt sein, von dem der Meister gesprochen. Er trat hinzu, griff plötzlich danach, hielt es in den Händen. Es war der Kontrakt. Und wie Lothar durch einen schnellen Blick auf die letzte Seite feftfteKte, nur von Mister Knox unterschrieben. RottrautS Name fehlte noch un­ter dem Dokument.

Eine Last fiel von seiner Seele, so war er noch zur rechten Zeit gekommen. Er wurde nun wieder ein wenig ruhiger, konnte dem auf5 höchste entrüsteten, vollständig verduftten Ame­rikaner ganz kühl entgegenschauen, als er ans ihn zutrat und wutschnaubend rief:

Wessen erfrechen Sie sich, mein f»err? Sic kommen in dies Zimmer Hinein, in dem Sic nichts zu suchen haben, Sie vergreisen sich an dem Eigentum ftemdcr Leute. Sie scheinen Ihrer Sinne nicht ganz mächttg zu sein."

Ich war nie klarer, als in dieser Stunde," sagte Lothar sehr ruhig.

Geben Sie mir das Papier, das Sie in der Hand haben!"

Nachdem ich es durchgelesen habe, sehr gern. Vorerst werde ich mir gestatten, daß ick es einige Augenblicke behalte, Einsicht in diesen Kontrakt nehme. Ich irre doch nicht, daß er für Fräulein Welshaufen bestimmt ist? Ich lese hier ihren Namen, ich bin schon im Bilde. Und nun ge­statten Sie, daß ich mich Ihnen nenne: Dr. Lothar Laubinger."

Der Amerikaner zuckte verständnislos und

immer erstaunter durch die Ruhe des andern die Achseln.

Sie sagen mir nicht das Geringste mit die­sem Namen, mein Herr!"

Nicht? Nun dann muß ich hinzufügen, daß ich Fräulein Welshausens Schwager bin, ihr Berater, ihr nächster Verwandter, ohne den sie diesen Vertrag gar nicht unterzeichnen kann."

Das ist mir neu," sagte Mister Knox, noch immer zweifelnd, ob er es mit einem Verrückten .zu tun hatte, oder ob wirtlich im letzten Augen- blich Schwierigkeiten für ihn entstehen sollten. Er hatte sich seiner Sache so sicher gefühlt. Mit solchen jungen Mädchen, die, wie Rottraut Welshausen, allein und ahne männliche Bera­tung durchs Leben gingen, kam man am leichte­sten zu dem gewünschten Ziel.

Miß Wclshansen hat mir gesagt, daß sie ganz allein stände und keinerlei Angehörige besitze."

Sie war die Braut meines verstorbenen Bru­ders. Das mag Ihnen neben meinem Namen zu meiner Legitimation genügen. Und nun ge­statten Sie wohl, daß ich diesen Kontraft mir einmal ansehe, den Fräulein Welshausen ohne mich auf keinen Fall unterschreiben wird."

Die absolute Bestimmtheit, mit der Lothar sprach, verfehlte ihre Wirkung auf den Amerika­ner nicht. Aber noch lenfte er nicht ein.

Wenn dies auch Miß Welshausens Wille ist, so mag sie Ihnen ihren Kontrast zeigen. Ich fühle hierzu durchaus keine Veranlassung, mein Herr. Vorläufig gehört dieses Schriftstück mir, und ich bitte dringend, es mir zurückzugeben."

Tas sieht so mis, als ob Sic sich scheuten, einen anderen Menschen Einsicht in die Vertrag« nehmen zu lassen, die Sie auffetzen," spotte-e Lothar und hielt den Konttatt nur fester in sei­nen Händen.Ob jetzt oder in einer Stunde, bleibt sich gleich, Mister Knor. lesen werde «6 diese Abmachung doch, ehe Fräulein Welshausrn unterzeichnet."

Plötzlich schwiegen sie beide. Der süße und zugleich machtvolle Ton einer singenden Frauen­stimme drang zu den streitenden Männern hin.

Ihre Nummer" rief in höchster Aufregung Mister Knor.Sie ftngt. Ich muß nach vorn, muß Die hören. Sehen Die mir mein Eigen-

Preyer (Teutschnatl.) hält eine Vereinfachung der Vorlage für unbedingt erforderlich, lieber den Verteilungsschlüssel für die Steuern müsse sich die deutschnationale Partei ihre Stellnng- .ahme Vorbehalten. Die Dotationen für die Provinzen seien zu gering bemessen. Bei der Un­terverteilung der einzelnen Steuerauflommen müsse noch ein besserer Lastenausgleich gefunden werden. Jede Besserung der Finanzlage hänge aber von unserer Währung ab, und in die- cr Frage ist von der Regierung Stresemann- Hilferding bisher so gut wie nichts geschehen. Das Scheitern des Hclfserichschen Planes sei be­dauerlich; das Projekt der Goldnotenbank fei ....... .......

vollkommen verfehlt. Roggen fei die beste Grund- Städioerordiieiensitzung machte der Leipziger

im allgemeinen nicht begründet. Tics ^i*ptemb:r 19Li, vonmttags 8 uqr, nn eigenen zeigt die bisherige Entwilung des T e leq r a - oder sremden Gewahrsam «auch ans dem 2tat-- phcn und Fernsprechers. In beiden Port» solche Edelmetalle besaßen, kus zum 21. Zweigen, die wir gegenwärtig gern im Interesse «***** ""*'**" finh ^er «n>

Sonnabcnd, 15. September 1923.

gehen, möglichst viele Personen als Angehörige der Bcsatzungsrruppen zu bezeichnen, müssen die von den Franzosen verlangten Mengen gewisser­maßen als requiriert ab geliefert werden.