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Nummer 211. Einzelnummer 80000 Ml. (Sonntags 100 000). Dienstag, 11. September 1923. Einzelnummer 80 000 Mk. (Sonntags 100 000). 13. Jahrgang.

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Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

Die Sumpfen hindern die Mbeffetnng.

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Gebiete. Bisher stellten wir nicht fest, daß Deutschland seine Absicht in fühlbarer Weise ge­ändert habe, nur der Ton hat sich geändert, und das ist allerdings schon ein Fortschritt. Deutsch­land steht am Kreuzwege. Wenn es sich retten will, so ist dazu jetzt die letzte Zeit, wenn es nicht weitere schwerste Katastrophen auf sich herabziehen will, für die Frankreich dann nicht verantwortlich gemacht werden kann."

gültiger Währungsverhältnisse ist aber unbedingt nötig, wenn nicht die jetzt dem Reiche zu befchaf- schendea Devisen ebenfalls denselben irdischen Weg, nämlich verloren gehen sollen, bei all den Versuchen zur .Rettung" einer Währung, die schon längst zufammengebrochen ist.

ährungs- und finanzpolitischer Art in den be- tzten Gebieten nicht haben zur Auswirkung

Wir ziehen die positiven Pfänder vor, die wir in der Hand haben und werden fit nicht gegen die allgemeinen Pfänder preisgeben, (!) von denen der deutsche ^steichskanzler gefprochen hat. Wir behalten die Realitäten und werden crstabzirhen, wenn wirbezahltwor- d e n s i n d. (!) Die Frage, die alle beherrscht, ist die Frage des Wiederaufbaues unserer zerstörten

«ine zweite yrtzreve.

Paris, 10. September. (Eigene Drahtnufi- dung.) Der Biclrcdner Poincar/l hat am gc;>*- gen Sonntag noch eine Denkmals-Einweihungs- rede in Haudainville gehalten, wobei er ebsnso wie in Tamviller alle Schuld auf Deutsch­land wälzt. Ucber etwaige Verhandlungen äußerte er:Deutschland gibt sich anschei­nend heute noch einigen Illusionen hin. Die B e d i n g u n g e n, die wir öffentlich gestellt haben, an denen nicht zu rühren ist. können nichtumgestürzt werden. Sie sind wie­derholt von den französischen Kammern gebilligt worden. Es hängt woder von der gegenwärti­gen, noch von einer anderen Regierung ab, sie selbst zu ändern. Die Deutschen, die glauben, daß der französische Ministerpräsident anspruchs­voller ist, als sein Land und die feinen Sturz wünschen, machen sich eine falsche Rechnung auf, die ihnen zweifellos durch die Ideen eingegeben worden ist, wie sic unter dem Kaiserreich üblich waren (!). Bei unS gibt eS keinen Herrn und keine Knechte. Wir find eine freie Demokratie (?) Bei uns ist eine Regierung, wie sie auch immer sein möge, nur der Dolmetscher des souveräne^ Volkes. Es hat aber das Volk niemals ent­schiedener seinen Willen gehabt. Ich habe das föndnfee Echo des Willens all die Tage hören können, und nickt nur in den zerstörten Gebie­ten, sondern auch gestern am anderen Ende Frankreichs in der treuen und patriotischen Bre tagne, die mir auf meiner Durchreise überall einen so eindrucksvollen Empfang bereitet hat. Was Frankreich will, das ist, bezahlt zu werden. (!) Es hat nach dem Mittel ge­griffen, um seine Bezahlung zn erhalten. Frank­reich erwai tc, daß man ihm Genugtuung gibt, das Frankreich, das nicht weichen wird."

kommen lasten, so werden sie auch diese neue De­visenverordnung nicht zur Geltung bringen las­sen. Damit ist dem Zufluß der Devisen in das besetzte Gebiet Freiheit gegeben. Solange das Reich seine Währungshoheit in den be­setzten Gebieten nicht wieder erlangt hat, werden alle noch so drakonischen Bestimmungen schweren Mängeln und Beeinträchtigungen von dieser Seite her ausgesetzt sein, darüber müssen

Großalmerode.

Große Sanitätsiibung in der Tongrube.

Kassel. 9. September.

Um 8,30 Uhr vormittags fährt das große Auto der Schutzpolizei vor der Sanitätswache Otte- anKstraße vor. Ein Dtertelhundert Sanitäter der Freiwilligen Kolonne, darunter drei der neu ausgebildeten Damen nimmt cs auf. Die Rote Kreuz-Flagge wird angebracht und dann gebt es ab nach Großalmerode zu der angelnn- digten großen Sanitätsübung des Kreisverban­des der Sanitätskolonnen und Genossenschaften freiwilliger Krankenf^leger von Kastel und Um­gegend in einer der Tongruben von Großalme­rode Am Unterneustädter Kirchplatz wird Halt gemacht. Es gilt eine Anzahl Mitglieder der Sanitätstoacke Fuldabrücke aufzunehmen Und weiter gebt die Fahrt bis Möllers Muhle, von wo ans der Vorsitzende des Kreisverbandes der Sanitätskolonnen vom Roten Kreuz, Kaufmann Lecke und der Provinzialinspekteur der Sant- tätskolonnen, Oberstabsarzt a. D. Dr. Rewnann in ein von Direktor Möller gesteuertesStabs-

ren Währung als in der gesetzlichen Reichsmari verbieten.

Der Balkanstrett.

Ausschreitungen der Italiener und Griechen.

(Eigene Drabtinelduna.)

Voincareö alte Weisen.

Wieder eine Rede mit den üblichen Verdrehungen.

ErstvollstandigeBezahlzm-^annvieLeichtRünmung.

auto" übersiedeln.

Die heben Kanfungen und Helm, genannt Letoaltr.shensen, fliegen vorüber der Berg von Wickenrode, wird genommen unb_ 'ort Gents durch den unverhofft schönen Sonntagnoch herein, h>o bor bent . ui-sTcut schon die Sanitäterumform dem sonntäglichen B'ld von Großalemrode eine besondere Rote chbt Kassel mit seinem Aufgebot imponiert. Das siebt außer Zweifel. Von der Kolonne des Ortes der einstmals so berühmt war, daß vor gar nidrt zu langer Zeit Briefe aus Amerika nachKassel bei Großalmerode" adressiert wa­ren. entpsangest uns Kolonnenarzt Dr. Freitag und KolonneNjüyrer Wiedersteu.t

Dann melden sich teils mehr, Wils weniger stark vertreten die Kolonnen von Kirchditmold, Ochshansen. Heikigenrode. Bergshausen. Wald­kappel, Witzenhausen und Oberkaufungen. Das Kommando wird Kolonnenführer Gauler-Kassel übertragen und die Uebnng beginnt.

Oberstabsarzt Dr. Reymann begrüßt in fer­ner Kritik, daß in einem Betrieb rechtzeitig an Maßnahmen gedacht wird, die bei einem Um glück das jeden Tag eintteten kann, erforderlich sind Abgesehen von guter Ausbildung der einzelnen Mannsckafren ist es nötig, daß bi-

l a r m e i n r i ch t u n g en der Kolonnen nin

wir uns Rechenschaft geben. Es liegt die Be­fürchtung nahe, daß die anständigen und ehr­lichen Besitzer von Devisen und ausländischen Werten ihrer Bestände sich entäußern, nnd daß diese dann nach allen betrüblichen Erfahrnngen in unreelle Hände überkommen, und daß letzten Endes das Reich doch wieder das Nachsehen hat.

Damm kann die jetzt geplante Devisenerfas­sung solange nicht zu einem vollen Erfolg führen, als nicht derartige Maßreac' wirksame außenpolitisch. ...... tüt unterstützt sind. Die Finanzierung des Ruhrkampfes beginnt nachgerade dem Reiche töd­liche Wunden zu schlagen, während andererseits

Devism-Erfaffung.

Der neue Stabilisierungs-Versuch.

Die Verordnung des Reichspräsidenten über Sie Devisenerfassung stellt den schwersten und »mpfindlichsten Eingriff gegenüber den Tevisen- sesitzern dar, der bisher je gewagt worden ist. Denn ein Wagnis, um es gleich zu sagen, be­deutet diese Verordnung, die selbst dazu über- 1 geht, bestimmte verfassungsmäßige Rechte der Staatsbürger aufzuheben. Es wird nicht nur die Verfassungsbestimmung über die Unverletzlichkeit der Wohnung, sondern auch über die Unverletzlichkeit des Brief- wie über­haupt Postgeheimnisses aufgehoben, und es wird überdies dem Reiche das Recht zur Enteignung ; des Devisenbesitzes gegeben. Es ist ein betrü­bendes Dokument, das wir da vor uns sehen. Und es ist kein rühmliches Zeugnis für die heu­tigen Zustände, wenn mit solchen, unter norma­len Verhältnissen geradezu unglaublichen Mtt- teln eingegrisfen werden muß. Die Aufgaben des Devisenkommissars sind dahin umschrieben, dem Reiche die für nicht produktive Zwecke hisher durch Zurückhaltung vorenihaltenen Devisen zu verschaffen. Der legitime Handel asto wird unberührt bleiben. Jedenfalls haben die Tevisenbesitzer aus Erfordern den Nachweis zu liefern, daß die Devisen, zu denen auch Bank­noten, ausländische Wertpapiere und Edelmetalle gehören, für die Produktionssicherung notwen­dig sind. Diese Aufgabe kann der Devifenkom- missar nur lösen, wenn er unerbittlich, und dort, wo es sein nmß, mit Rücksichtslosigkeit vorgeht. Zn diesem Zweck kann er eidesstattliche Versicherung verlangen, aber auch durch die ihm zur Verfügung gestellten polizeilichen und Sicher­heitsorgane direkte Haussuchungen, Be­schlagnahmungen und dergleichen vorneh­me« lasten. Verschwiegene Devisen können für verfallen erklärt und Devisen, bei denen der Ver­dacht vorherrscht, daß sie unrechtmäßig erworben sind, können vorläufig sichergestellt werden. Ord- i'ungsstrafen für jeden einzelnen Fall in Höhe bis zu zehntausend Goldmark, und Zuchhaus- strafeu für unrichtige Angaben sind vorgesehen.

Das alles sind gewiß notwendige Vorkebrun- pen, um die dem Reiche gebührenden und heute zum Schaden der Gesamtheit zurückgehaltenen Devisen aus den Verstecken herauszubringen. Und doch wird man den Erfolg dieser neuen drakonischen Maßregeln nur skeptisch beurteilen können. Es gibt Devisenbesitzer, die immer Aus­wege finden. Ihre Devisen werden plötzlich vom Erdboden verschwunden fein, denn diese Ele­mente wissen sich genau der Kanäle zu bedienen, in die sie solche Werte mit Nutzen leiten können. Und da bildet das große LochimWesten eine verhängnisvolle Lücke. Wie die Besatzungs- Mächte alle bisherigen Maßnahmen des Reiches

Berliner Auffassung.

B e r l i n. 10. September. (Privattelegramm.) Die heutigen Zeitungen nehmen bereits Stellung zu der Poinearöschen Rede und heben den Satz hervor, daß die Franzosen erst abziehen würden, wenn sie bezahlt seien. Alles komme auf die Aus­legung an. Jedenfalls sei der Weg zu Verhand­lungen nicht gesperrt. Auch der Lokalanzeiger gesteht zu, Stresemann habe das Feld frei für Verhandlungen, aber Eile, höchste Eile sei ge­boten. Die vierwöchige Passivität des neuen Ka­binetts überschreite die Passivität der Cuno- Regierung. (Die Berliner Blätter scheinen sehr optimistisch. Gerade der Satz, daß die Fran­zosen erst abziehen wollen, nachdem sie bezahlt sind, zeigt die französische Unnachgiebigkeit. Red.)

Italienische StrletWfd&ifft.

Genf, 10. September. (Eigene Drahtmel­dung.) Wie der Corrirre della Sera berichtet, sind zum Schutz der italienischen Kolonien in Ba- lona und Durazzo zwei italienische Kriegsschiffe ans Brindisi ausgelaufen.

Bergan geht's zu der Tongrube Faulbach der Vereinigten Grotzalmeroder Tontoerke A.-G. Dort so lautet die Annahme, ist ein Katastrophe in der Grube entstanden. .Böse Wetter« traten Cllt In mehreren Arbeiten erfolgten Einstürze. Eine Anzahl Arbeiter sind verletzt oder tarn Gasen betäubt. Was im Ernstfälle sicher nicht verlangt wurde, heute ist's erforderlich: Ein Revers wird unterschrieben, daß die Einfahrt auf eigene Gefahr geschieht. Dann gibt's Kar- bidlampen und . . . hinab in die Tiefe. Dreißig Meter, von einer Leiter zur anderen überge gehend, klettern wir in den Schacht hinab. Die Leitern sind naß und tonig. Wasser sickert herab, mit Ton vermengt und beklext die Kleidung. Die Hände werden schmierig. Sie sehen aus wie damals, als wir uns mit K. A.=©etfe wuschen.

Langausholende Treppen führen in langen, mit Ziegelsteinen ausgebauten Stollen wettere fünfzehn Meter in die Tiefe. Dann sind wir auf der Sohle: Fünfundvierzig Meter unter der Erdoberfläche! Die Lampen verbreiten einen dünnen Schein. Seitenstollen zweigen ab. Ta und dorthin werden Santtätergruppen beordert. Der Ton will die Schuhe fefthalten. Er ist zäh und klebrig. Die .Demnglückten" sitzen dort, wo die giefleiftemernen Stollen aushören und ge­arbeitet wird. Dicke Grubenhölzer haben die jüngste Abbaustelle abgeMtzt. Erst wenn der Druck von oben aufhört unablässig knackt es im Holze und mächttge Stämme find zersplittert wird der Stollen weiter vermauert. Eine Unmenge Ziegelsteine sind hier unter der Erde festgelegt. Wenn heute die Großalmreoder Tom röhren imb Schmelztiegel teuer sind . . . «uh dem. was wir hier unten in der Grübe sahen, wundert es nicht mehr. Doch es ist notwendig, um solche Unglücksfälle zu verhüten, die heute nur angenommen sind!

Wir haben uns die ©ntfoe genau betrachtet und gewalttgen Respekt bekommen vor der Ar» beit des Bergmannes. Dann Nettem wir die Lettern empor, grüßen das Sonnenlicht und den blauen Himmel und eilen seitwärt, am Tagebau vorüber, dorthin, wo die gewalttge Rote Kreuz- Fahne weht, die wir von der Orleansstraße mitgeberacht haben. Gerade kniet Kolonnen- schver Gauler über einem .Besinnungslosen"' ein Schildchen an seiner Brust belehrt, daß er Gasvergiftung haben soll und zeigt, tote hier dasaLeben zurückgernfen wird. .-Verletzte mit ObMchenkel- und anderen Brüchen lmd verbunden. .Dann wird zurStritil" angetreten.

Paris, 10. September. (Eigener Drabtbe- < richt.) PoincarS hat gestern bei der Einweihung ' des Kriegerdenkmals in Damvillers eine Rede i gehalten, die man als Antwort an Strese- 1 mann auslegen kann. Havas zufolge sagte Poin- 1 care unter anderem, was er schon so oft gesagt i hat:Wir würden sicherlich Verrat üben an dem 1 letzten Willen unserer Gefallenen, wenn wir l nicht von Deutschland die vollständige Re- i paration der Schäden verlangen würden, die es hier und in so vielen anderen Gemeinden Frankreichs angerichtet hat. Es sind mehr als vier Jahre her, daß der Friede» unterzeichnet worden ist, und wir warten immer noch darauf, < daß Deutschland das leistet, wozu es uns gegen­über verpflichtet ist. Es hat uns nicht nur mit seinen Ausflüchten als schleckster Schuldner ge­zwungen, (?) Pfänder zu ergreifen, sondern es ist auch die Haltung, die es nach der Besetzung des Ruhrgebietes eingenommen hat und die es selbst empfindlich schädigt, und die für seine eige­nen Interessen verhängnisvoll werden mutz. Der Dollarkurs ist nach unserem Einrücken in das Ruhrgebiet von 20 000 auf fast sechzig Millionen Mark gestiegen. Dafür soll das deutsche Volk seine Regierung verantwortlich machen." (Das deutsche Volk steht aber auf dem Standpunkt, daß die französische Regierung verantwort­lich ist. Die Red.) Poincarö fuhr fort:Statt datz Deutschland in loyaler Weife nach nuferem Einmarsch über die Lieferungen, zu denen es verpflichtet ist, mit uns verhandelt hätte, gibt ?8 unsinnige Summen aus um einen Widerstand zu organisieren, macht seine Beamten und Arbei­ter zu reichen (?) Millionären und Milliardären und alles dies, weil es glaubt, uns zu entmutigen und zu einer Niederlage zu zwingen, Deutschland braucht nur die Sacklache richtig zu bewerten. Wenn der deutsche Reichswirtschaftsminister oder der deutsche Finanzministcr versichern, datz es für Deutschland eine finanzielle Heilung nur nach dem Ende des Ruhrlampfes

gebe, so darf man ihnen a-lso die Antwort geben, datz sie die Heilung in der Hand haben. Deutfch- land braucht nur anfzuhörcn, ständig Milliarden über Milliarden zu drucken und mit den wahn­sinnigsten Summen die Beamten zum Streik zu ermutigen. Jeder nette Notendruck vermehrt in Deutschland die Teuerung und vermehrt im Ruhrgebiet die Not. Wenn Deutschland nicht selbst zur Vernunft kommt, fo ist ihm nicht zu helfen. Deutschland braucht seiner Bevölkerung nur die Freiheit zu geben, seine eigene Ansicht über feine Wünsche zn äußern. Die deutsche Be­völkerung wünscht zu essen nnd zu arbeiten (aber : nicht unter französischer Gewalt. D. Red.), und . sich mit uns über die Wege zn verständigen, die ; einzuschlagen sind, um den deutschen Verpflich- ; hingen gegen die Alliierten nachzukommen.

Wien, 10. September.

Aus Palermo wird gemeldet: Italienische Demonstranten griffen das jugoflavische Konfulat an und warfen die Fensterfcheiben ein. Mehrere Beamte des Konsulats, die aber Italiener find, wurden tätlich angegriffen. Die Polizei zerstreute die Demonstranten und nahm einige Verhaftungen vor. Im Auftrage der Regierung in R rum stattete der Präfekt dem Kon­sul einen offiziellen Entschuldigungsbesuch ab. Die italienischen Abendblätter melden aus Korfu: Seeleute aus Patras berichten, datz während einer italienfeindlichen Kund­gebung das Gebäude des dortigen italienischen Konsulats von Griechen in Brand gesteckt worden wäre. Die ttalienische Kolonie habe sich zur Wehr gesetzt, wobei es auf beiden Seiten Opfer gegeben habe. Das italienifche Viertel wird von der griechischen Polizei bewacht.

in den besetzten Gebieten, wie die riesenhaften Ansprüche aus dem Westen an den Devisen- und Effektenmarkt zeigen, eine i mrnnige Furcht vor der Mark, eine vollständige Aufgabe der Mark­währung eingesetzt hat. Dir Währungsvorgänge im Rheinland bilden eine ernste Gefahr, gerade auch im Hinblick auf die gegnerischen Be­strebungen zur Schaffung eines eigenen Rhein- und RuhrglMdetz als Etappe für eine Rheinrepu- bfik Da-u kommt, daß die Notgeldverhältnisse nirgends verworrener als rm besetzten Gebiete sind. Wenn hier nicht rasch eingegriffen wird, dann sieht man unmittelbar vor einer Entwick­lung, die dadurch gekennzeichnet wird, daß die Mark als Zahlungsmittel überhaupt nicht mehr angenommen wird, daß die Bevölkerung sich nichts mehr kaufen kann, und der dann einsetzende Hunger mit der bevorstehenden Kälte wird dann der Verzweiflung freie Bahn schaffen. Darum kann die fetzige Devisenerfassung nur als V o r - ufe zur Herbeiführung endgültiger Währungs

Verhältnisse angesehen werden. Haben wir er ein wertbeständiges und sicheres Zahlungsmittel, renn bat die Hamsterung fremder Zahlungsmit­tel gar keinen Sinn mehr. Diese Schaffung end-

Gchwierigkeiten von außen.

Hintertreibung der deutschen Währnngsverfuche.

(Eigene Drahtmeldung.)

London, 10. September.

In Kreisen, die der Regierung nahesteheu, verlautet, datz die alliierten Finanz-Sachverstän­digen sich für eine teilweife Annahme der freu-- zöfisch-belgifchen Vorschläge ausgesprochen ha­ben- Im Uebrigen wird an der englischen Be­dingung der Einführung einer strengsten Fi­nanzkontrolle über Deutschland festgehalten. Die in Deutschland seit vier Wochen herrschende Papiergeldflut übersteige alles bis­her dagewesene. DasEcho de Paris" meldet: Aus Ersuchen der Rheinlandkommission ist eine Anfrage nach Berlin gegangen über die von der deutschen Regierung beabsichtigte Einfüh­rung einer neuen Währung (Goldmark). Soweit das besetztcGebietin Frage kommt, wird die Rheinlandkomisfion die Einführung von Goldkonten und Bankkonten in einer anbe