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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

_;e Lancier «.eueren Sladirtditen erfäetnen wöchentlich iechsmal und »war nachm ttag». Der ÄdonnemenlSvreis beträgt für bte etile $ä(<te September 1 000 000 IHZart bei freier cutieCung ins HE, in der Geschäftsstelle abgebott 950000 Mark. Bestellungen werden jederzeit entgegen» genommen. Verlag und Redaltion: EchlachthoMratze 28/30, Fernsprecher Nummer 951 und 952. Für unverlangt eingesandte Beiträge kann die Redaktion eine Verant­wortung oder Gewähr in keinem Falle übernehmen. Rückzahlung des Bezugsgeldes oder Lnsprüche wegen etwaiger nicht ordnungsmäßiger Lieferung ausgeschlossen.

Hessische Abendzeitung

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Nummer 209. Einzelnummer 80000 Mk. (Sonntags 100 000). Sonnabend, 8. September 1923. Einzelnummer 80 000 Mk. (Sonntags 100 000). 13. Jahrgang.

Sie wirtschaftliche und finanzielle Verwirrung.

Der Markfchwund.

Wirkung auf dem Ruhrkampf.

Mit der fortwährenden Tevisensteigerung tritt eine tägliche Umwertung aller Preise ein, ein auf die Dauer für das Wln- schaftsleben unhaltbarer Zustand. Als tätliche Wunde erweist sich immer mehr die Süde im Westen. Die größte Nachfrage wird vom Rheinland aus an den Devisenmarkt gestellt. Rasch wirkende Mittel zur Beseitigung dieser Bewegung hat die Regierung nicht. Die Täng- keit der Relchsbank auf dem Devisenmarkt ist auch noch viel zu starr, und es sind gerade markt- technische Besonderheiten, namentlich die neuer­dings wieder sehr starke beschränkte Zuteilung und absichtliche Niedrighaltung des Kurses, ote das Dövisen-Niveau immer mehr in die Höhe treiben. Dabei gibt es manche üble Nebener­scheinung, denn die Elemente, die früher in Oesterreich die Geldentwertung ausnutzten, sind setzt in Berlin tätig. Auch ist festgestellt, daß manche Kommissionäre die ihnen erteilten Ver­kaufsaufträge für Devisen nicht zur amtlichen Notierung, sondern erst int darauffolgenden und stets die Devisenkurse hochtreibenden Krei­de rk ehr ausgeführt tverden. Und weiter hatte sich herausgestellt, daß zu der amtlichen Notie­rung nur die pflichtgemäß abzugebenden Devr- sen bereitgestellt werden, daß aber alle anderen im Freiverkehr umgesetzt werden. Das sind un­geheure Schädigungen, über die die wirtschastli» chen Kreise unterrichtet sein müssen. Die Reichs­regierung ist nicht imstande, dieser Bewegung Einhalt zu gebieten, da sie noch nicht über einen eigenen genügenden Devisen-Frmd verfügt. Sie kann daher auch Interventionen mit Aussicht auf Erfolg noch gar nicht vornehmen. Die schon früher spielenden Verhandlungen zwischen Re- gierung und Industrie zur Bereitstellung eines Fonds von mindestens 200 Millionen-Goldmark in Devisen sind noch nicht vorwärts gekommen. Ob au § der am 18. September fälligen Pflicht­ablieferung von Devisen soviel herauskomm., daß die Regierung nachdrücklicher intervenieren könnte, siebt heute noch dahin. Die Entwicklung nimmt, Wie man leider befürchten muß, unter- dessen einen derartigen Verlauf, daß die geplan­ten Maßnahmen durch die inzwischen eingetre- tene Hausse wieder fast unwirksam sein werden.

Sehr bedenklich ist dabei die Wirkung auf den Ruhrkampf, der der Regierung ungeheure Aufgaben stellt. Wie verlautet, werden in den nächsten Tagen wieder Vertreter der Organisa­tionen des besetzten Gebietes in Berlin erwar­tet, wo sie mit der Regierung eingehende Ver­handlungen pflegen werden. Diese sollen sich aber nicht um eine Einschränkung oder gar Auf­gabe des passiven Widerstandes drehen, sonder.--, um die Frage, wie es möglich fei, den passiven Widerstand umzustellen, um dadurch das Reich von den großen Zuschüssen, die heute ge­leistet werden, zu befreien. Man will den Widerstand nach anderen M et Hoden ducchMren und versuchen, auf die Zahlungen des Reiches, oder doch auf einen erheblichen Teil zu verzichten, nut die Inflation nicht weiter zu vermehren. In welcher Weise diese Aenderung denkbar sein könnte, ist noch nicht bekannt. Das sollen eben diese Verhandlungen ergeben. Gleich­zeitig wird, wie man von zuständiger Seite hört, von der Negierung erklärt, daß die Annahme falsch sei, sie würde sich im Falle einer Verstän­digung mit Frankreich mit der unsichtbaren Be­setzung, die nach Maßgabe der Zahlungen zu­rückgezogen werden könnte, einverstanden erklä­ren. Im Gegenteil vertritt auch diese Regie­rung den alten Standpunkt, daß eine Aufgabe des passiven Widerstandes nur denkbar wäre, wenn die Besetzung völlig aufhörte. Nur bann wäre es Deutschland möglich, über­haupt wieder produzieren und aufbauen zu kön­nen, um seine Zahlungen wieder auszunehme«.

Mittlerweile versucht die Reichsregierung alle Mittel aufzuwenden. Augenblicklich sind Verhandlungen im Gange, die zwischen Berun und Newyork geführt werden, aber auch in Ber­lin und Newyork allein schon verschiedene Aus­sprachen bedingten, nämlich um die Versorg­ung des Ruhrgebietes durch Amerika nut Lebens Mitteln. Die deutsche Regierung har den Anstoß gegeben und hat in den Ver­einigten Staaten einen auffallend guten Wider­hall gefunden. Sie hat auf die Schwierigkeiten '.r Lebensmittelversorgung durch Deutsckland .ngewiesen, was in Amerika völlig unbekannt war. Die Amerikaner sind infolgedessen bereit, dem Ruhrgebiet die nötigen Lebensmittel zur Verfügung zu stellen. Sie werden zuvor aoer mit Frankreich Unterhandlungen aufnehmen müssen, unter welchen Bedingungen Frankreich die Belieferung des besetzten Gebietes mit Le­bensmittel durch Amerika gestattet. Mit Deutsch­land werden Verhandlung en geführt, wie die Lebensmittel-Lieferungen bezahlt wer­den sollen. Tie deutsche Regierung strebt einen Kredit an, sodaß sie nicht nötig hat, Devisen im Deckung der Kosten zu beschaffen. Man nimmt

in maßgebenden Kreisen an, daß Amerika u«) diese Anregung eingehen wird. Diese Lebens­mittel-Lieferungen würden das Reich bedeutend entlasten und dazu beitragen, die In f l a t i o n e t n z u d ä m m e n, beim gerave für bas besetzte Gebiet müssen aus bcnt Auslände, vor allem ans Hollanb Lebensmittel eingeführt werben. Unb es bürste bekannt sein, baß bie Nachfrage nach D e v i s en namentlich vom Lebensmittel- großhandel, der das Ruhrgebiet versorgte, stets außerordentlich groß war. Sollte der Abschluß zustanbe kommen unb es ist nicht daran zu zivci- selu, so wird die Lebensmittel-Lieferung von Seiten Amerikas sofort angenommen werden.

Die Währungö'Versuche.

Um die neuen Zwangsmaßnahmen.

LVrivat-Telearmnm t

Berlin, 7. September.

DaS Reichskabinett hat gestern abend feine Beratungen über die wirtschaftlichen und finanziellen Zwangsmaßnahmen fortgesetzt. Die Besprechungen stnd, soweit die Schaffung einer Goldnotenbank in Bettacht kommt und soweit Pläne zur Ueberwin- dung der zu erwartenden Arbeitslosig­keit und Steigerung der Produktion vorliegen, noch nicht abgeschlossen. Dagegen hat sich das Kabinett durch die Vorgänge am gestri­gen Devisenmarkt veranlaßt gesehen, aus dem Rahmen der verschiedenen Pläne einen einzelnen heranszugreifen und dessen sofortige Durchfüh­rung einzuleiten. Im Laufe des heutigen Tages wird eine Verordnung des Reichspräsidenten auf Grund des Artikels 48 der Reichsvcrfassung er­scheinen, der besondere Maßnahmen zur Er­fassung von Devisen, ausländischen Banknoten und ausländischen Wertpa­pieren verkündet. Das Amt eines Kommis­sars für die Ablieferung des Devisenbesitzes wird wahrscheinlich' dem früheren Entwaffnungs- kommiffar Dr. Peters übertragen, der schon einmal bewiesen hat, daß er in der Lage ist, in kurzer Zeit eine eigene Verwaltung mit wenig Personal und mit verhältnismäßig wenigen Mitteln einzusühren und zu leiten.

Erfassung der Devise».

Berlin, 7. September. (Privattelegramm.) Tas Kabinett wird heute gleichzeitig mit der Verordnung des Reichspräsidenten umfangreiche Ausführungsbe ft immungen für die Erfassung der Devisen, ausländischen Banknoten und ausländischen Wertpapiere veröffentlichen. Bon der Zwangsverwaltung ausgeschlossen wer­ben die Devisen, die zu wirklich produktiven Zwecken verwendet werben. Im übrigen wirb zunächst eine öffentliche Aufforderung des Ersas- sungskommissars zur Ablieferung erfolgen.

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Um bie Welibefiandigfeit.

Berlin, 7. September. (Privattelegramm.) Die Konferenz der maßgebenden deutschen Wirt­schaftskreise beim Reichsfinanzminister hat, wie uns gemeldet wird, keine einheitliche Zustim­mung zum Hilferdingfchen Projekt der Schaffung eines neuen wertbeständigen Zahlungsmittels gebracht. Fast zwei Drittel der Erschienenen sprachen sich gegen jede Doppelwährung aus, die volkswirtschaftlich keine Besserung der jetzigen Lage bringe. Einmütig war jedoch die Auffas­sung der Erschienenen, die jetzige Währung so auszubauen, und mit den erforderlichen M e - tall. oder Devisendeckungen zu versehen, daß eine Stabilität und die Annäherung an den Friedenswert erreicht würde. (S. 2. Seite.)

Deutschlands Firranznot.

Schwebende Schuld in tausend Billionen.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 7. September.

Nach einer im Reichsanzeiger veröffentlichten Ueberficht belänst sich am 31. August die schwe bcnde Schuld deS Reiches auf 1235 Billionen Mark. Sie hat sich frnntt innerhalb des letzten Drittels des verflossenen Monats verdreifacht. Da sich in der schwebenden Schuld des deutfchen Reiches 1196 Billionen Schadanweisungen be­finden, fo ist anzunehmen, daß die bisher noch nicht veröffenttichten Ausweise der Rcichsban! für bie letzte Auguftwoche ein ähnlich tieftrau­riges Bild aufweisen werden.

Billionen Mark von der Besatzungs-ehördere­quiriert" worden, wieEcho du Rhin" meldet. In diesen Beschlagnahmungen kann man wieder eine der Mitursachen an dem neuen Mark, stürz sehen. DerManchester Guardian" hatte schon am Montag geschrieben, daß die Massenab­gaben von deutschen Markwerten an der Lon­doner Börse sich wieder in verstärktem Matze geltend machten.

Golbsknbung nach London.

Berlin, 7. September. (Privattelearamm.) Wie an der Börse bekannt wurde, find am 1. September weitere 35 Millionen Gold- m a rk der Reichsbank an die B a n k v o n E n g. landverp fändet worden. Nach einer Lon­doner Timesmeldung vom Dienstag ist das Gold bereits am Montag in London eingetroffeu.

Bettkebs-GinfchrSnrungen.

Zunehmende Arbeitsloflgkett in Sachsen.

(Privat-Telegramm)

Leipzig, 7. September.

Wie von amtlicher Seite mitgeteilt wird, find im Laufe des Monats August mehr als zwei- tausend Anzeigen über geplante Be- triebsstillegunge« beim sächfischen Ar- beitsminifterirtm eingegangen. Diese Zahl gibt einen Begriff von dem Umfange, den die Arbeits­losigkeit im September annehmen wird, so­bald die für Betriebsstillegungen und -Abbrüche vorgeschriebene Frist abgelaufen sein wird. Rach dem letzten Arbeitsmarktbericht find auch in der letzten Woche wieder starke Betriebseinschränkun­gen und Entlassungen vorgenommen worden. Sogar in der Landwirtschaft läßt die Nach­frage nach Arbeitskrästen weiter nach, da die Erntearbeiten größtenteils beendet find. Offene Stellen hat nur noch die H a u s w i r t s ch a f t zu vergeben, doch scheitert die Stellenbesetzung hier meist an der Lohnfrage und Verpflegung.

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EnNaffdugen in Berlin.

Berlin, 7. September. (Privattelegramm.) In der gestrigen HaUdelskammerfitzung wurde auf Grund vorgelegter Steuerzustellungen errech­net. daß die Steuerbelastung der Be­triebe zurzeit fchou bis 65 Prozent des gesam­ten Reinertrags erreicht hat. Der Verband Berliner Metallindustriellen hat wegen zu ge­ringen Eingangs neuer Aufträge ins­gesamt 34 000 Arbeitern zum 15. September g e - kündigt und stellt bei Fortdauer der schlech­ten wirtschaftlichen Lage weitere Entlassungen für die zweite Septembcrhälste in Ausficht.

Berliner Lohnforderungen.

Berlin, 7. September. (Privattelegramm.) Ter neue Marksturz hat zu dem gestrigen Be­schluß der Betriebsräte GroßberlinS ge. führt, einen Stundenlohn von zweieinhalb Millionen Mark ab Montag zu fordern.

Das Gifenbahn-Llnglück.

Die. Untersuchung der Schuldfrage.

($ii»at-$eleflr«mm.)

Hannover. 7. September.

Die Schuldfrage an der Eisenbahnkata­strophe von Lohnde konnte b'sher noch nicht geklärt werden. Der Prästdent der Reichs bahndircktton Hannover hat sich gestern nachmit­tag an die Unfallftelle begeben, um die weitere Untersuchung zu leiten. Rach den bisheri­gen Feststellungen mußte der Amsterdamer Zug vor der Station Lohnde halten, weil er keine Einfahrt hatte. Der Lokomottvführer von D 10 war, nachdem er die Brücke über den Leine­kanal passiert hatte, auf dem leicht abfallenden Gelände mit verminderter Geschwindigkeit ge­fahren. Als er im Morgengrauen ^ie Umrisse des vor ihm haltenden Zuges bemerkte, htm- 8t et sofort, sodaß der Zusammenstoß in nickt voller Fahrt erfolgtt. Wahrscheinlich ist daS Unglück durch ein Versage« oder durch eine fal­sche Bedienung der Signale herbeigeführt wor­den. Bon den achtzehn tifölicb Verletzten tonn­ten bisher die Personalien von sechs weiblichen Leichen noch nicht ermittelt werden. Die Toten wurden nach der Leichenhalle drS Friedhofs von Hannover überführt. Da noch fünf Schwervcr- iebte mit dem Tode ringen, so ist zu befürchten.

Schätze im Meere.

Die Hebung versenkter Schiffe.

In den Rachkrirgsjahren find die EngUindO- daran gegangen, aus de» eerfentten Schiffen die in der Näh« der «Ufte liegen, wenig, ften 3 das Metallgeld ,« retten. Man schreibe uns darüb« da» Nachfolgende» Der englischen Regierung ist es, toi* bereits kurz gemeldet, gelungen, den Gold- und Silber­schatz, der mit der im Januar 1917 tut der tri« schon Küste torpediertenSäurende* versunken war, dem Meere wieder abzugewimien. Die Einzelheiten dieses aufsehenerregenden Hebe­werks, das noch vor wenigen Jahren als Vhan- tastffches Unternehmen belächelt worden wäre, weisen auf weitere Möglichkeiten hin. An Bord derSäurende", die auf der Reise nach Amerika begriffen war, befand sich, in Kisten verpackt, die kostbare Sabnng von sechs Millionen Pfund Sterling in Goldbarren; außerdem waren mehree Fässer mit einer weiteren Million Pfund Sterling in silbernen Ztoeischil- lingstücken an Bord. Di« enorme Menge Edelmetall war für Amerika, unb Zwar zur teil­weisen Metalldeckung einer der Kriegsanlieihrn ber Entente bestimmt. Etwa 20 Kilometer von Lough Swilly wurde daS Schiff mit seiner kost­baren Ladung von einem deutschen Untersee­boot versenkt. Gleich nach der Beendigung deS Krieges schritt die britische Admiralität dazu, das in geringer Tiefe liegende Wrack zu unter­suchen. um

die HebungSarbeittn in Angriff zu nehmen. ES gelang auch int Jahre 1918, 600 Goldbarren heraufzubringen, deren jeder ein Gewicht von 14 biS 28 Pfund unb einen Wert von 14002000 Pfund Ster­ling hatte. Aber die unterseeische« Strömungen hatten schließlich das Wrack in seiner Sage so verändert, daß es den Tauchern immer schwerer wurde, mit der üblichen Technik die Goldbar- ren ,n heben. Dazu kam, baß die vom Wasser zerstörten Kisten ihren Inhalt im Schlamm zer­streut hatten, der allmählich daS ganz« Schiff bedeckte. Schließlich hatten auch auf geheimnis­volle Art erfolgte Erplosiouen bei an Borb be­findlichen Explosivstoffe dazu beigetragen, bie Gestalt bes Wracks unb feine Lage zu verändern. Im Jahre 1919 beschränkte sich Me Arbeit auf bie Hercmfschaffung von acht Goldbarren, und bas ganze Jahr 1920 wurde darauf verwandt, burch Taucher bie Sage des Schiffes feststelleu zu lassen, wodurck es möglich wurde, int Jahre 1921 weitere 300 Barren an bie Oberfläche zu bringen. Erst int vorigen Jahre erzielte man einen vollständigen Sieg über die dem Werk ent» gcgenfiehenden Sckwierigkeiien. Dieser Sieg war dem elektrischen Verfahren

eines englifchen Professors zu danken, der sich anheischig gemacht hatte, mit einem von ihm er­fundenen Apparat ben gesamten, noch am Mee­resboden befindlichen Schatz an Bord des mit ber Hebung betrauten TaucherschiffesRacer" zu bergen. Die Admiralität entschloß sich, diesen Appartt zu erwerben. Der Taucher wurde ba- uack mit einer besonbers konstruierten Sanz« ausgerüstet, mit der er ben Sand unb ben Schlamm, von dem bas Schiff bebeckt war, ab- fuebt Auf betn Deck besRacer* befand sich ein Galvanometer, das durch Drähte mit ber Sanze des Tauchers verbunden war. Das Gal­vanometer besitzt eine eigentümliche Konstruk­tion. durck die es die Richtung anzeigt, in der sich das Metall befindet, mit dem bie Spitze ber Sant» in Berührung kommt. Auf diese Weise wurde

die Lage 5er Goldbarren festgestellt, und der Taucher erhielt vom Schiff die telephonische Weisung der Taucherhelm war zu diesem Zweck mit einem Telepbonappa» rat ausgerüstet die Barren aufzufischcn unb in einem Eimer an die Oberfläche zu befördern. Ms bie Narren, die sieben Jahre auf dem Meeresgrund geruht hatten, heraufkamen, Bicken sie verrosteten Eisenstlicken, imb kein Mensch hat. te sich auf ber Straße gebückt, wenn er ein folchez verrostetes Sttick hätte liegen sehen. Nachdem bie Barren von darin geübten Seuten gerei­nigt und poliert waren, wurden fte unter Auffickt eines Offiziers in numerierte Kisten verpackt Zwischen 5 unb 6 Uhr nachmittags kehrte derRacer* alltäglich nach Lough Swilly zurück, um die herausbefödrerien Kisten an Bord ber in der Nähe anlernben Torpedoboote zu überführen. War eine Menge im Wert von ei­net Million Pfimb zusammen, so dampfte eine« bei Torpeboboote in aller Heimlichkeit nach dem Hafen von Chatam, wo baS Gcssb dbenfo beim» sich gelöscht mti> noch heimlicher nach London in bie Keller ber Bank von England wefterbeföt- bert wurde Auf diese Weise wurden im Jahre 1920 999 Goldbarren unb im Juli 1923 wei­tere 1050

in die Bank von England überführt. Auf ähnliche Weise wurde die Ml- lion silberner Zweischillingsstücke von ben Tau­chern aus dem Schlamm geholt unb in Eimer

daß sich bie Zahl der Toten noch erhöht (Siehe

In der letzten Woche sind im besetzten Gebiet 71 ben ausführlichen Bericht in ber Beilage.)

Geraubte Billionen.

Berlin, 7. Sevtember. (Privattelegramm.)