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Meier Neueste Nachrichten

Drelzeb« wettere Stabte zerstört.

Paris, S. September. Nach einer Havasmel- dung aus Newport find 13 weitere Städte, dar­

unter Odawara, Hatschiodfchi, Tschiba, Kawasati,

festgestellt werde«.

Humor in ernster M

Kosh, Goternba, Warnt, Mito, Jolosuka und Schinmdsu vollkommen zerstört«

Osaka wurden drei neue Erdstöße verspürt und dir Vulkane sind überall in Tätigkeit, als ob die furchtbare Katastrophe kein Ende finden kann!

grauenhafte Einzelheiten von der ungeheueren Katastrophe. In Iwaki sind zehntausend Menschen in einem Barackenlager umgekommen. Der Polizcipräfett von Tokio schätzt die Zahl der Toten in seiner Stadt Mein auf zweihunderttau- cnd. 'Zwei Inseln, die Insel Egoshima und die Insel Boni», von denen kürzlich auf der Washingtoner Konferenz viel die Rede war, find vollkommen verschwunden, Auch in

Nr. 208.

Dreizehnter Jahrgang

fahr vollkommen zu räumen und die gesamte noch überlebende Bevölkerung abzutranSportie- ren. In Yokohama sollen nicht mehr als vier- zigtausend Menschen am Leben geblieben sein. Die Geflüchteten kampieren vorläufig noch im Freien, da man sie nirgends unterbringen konnte. Ter Hilfsdienst ist im Zentralbahnhof untergebracht. Die Verpflegung ist sehr erschwert, weil mehr als sieben Millionen Tonnen Reis durch die Feuersbrunst vernichtet wurden. Die

war er ein ----- .

er mit gemieteten Privatantos vor. So gab et täglich im Durchschnitt, wie nachträglich er­mittelt wurde, 150 Millionen aus. Fetzt suckp die Kriminialpolizei nach dem Schwindler.

beschäftigen würde. Nach einer Reuter-Depesches sind in Tokio und Yokohama etwa fünfhun­dert Europäer ums Leben gekommen. Wie wir erfahren, ist das Berliner Auswärtige Amt noch immer ohne Nachricht von dem deut, schen Botschafter Dr. Sols. Die deutsche Regierung hat sich an die Regierung der Ver­einigten Staaten gewandt mit der DUte, dre hilfeleistenden amerikanischen Truppen zu beauf­tragen, nach dem Botschafter zu forschen. Zu t>en Toten in Yokohama gehören der amerr- kanische und der englische Konsul mit ihren Fa­milien. Auch der amerikanische Gesandte soll ums Leben gekommen fein. Entsetzliche Szenen sollen sich in einem Park von Tokio abgespielt haben, wo viele Tausende von Mensch«« Zuflucht gesucht haften, die Mötzlich von der Panik er-

Iapaus Industrie zerstört.

London, 5. September. Die gewaltige Erd- Hebenkcttastroiphe in Japan zeigt ihre Auswirkun­gen auch in den Operattonen der englischen Ge­schäfts- und Handelswelt. Obwohl man das Wirkliche Aus-matz der Katastrophe noch nichi kennt, nimmt man in diesen Kreisen doch an, daß auch die japanische Industrie zum größten Teile zugrundegegaugeu

ist. Eine ganze Anzahl der als völlig zerstört gemeldeten Städte waren japanische Jndustrie- zenfteen, und insbesondere Yokohama ist der Hauptprodukttons- und Stapelplatz der japani­schen Handgeflechtindustrie. Man geht woHl sicher in der Annahme, daß diese Industrie zum mindesten auf längere Zett hinaus außer« stände sein wird, bestehende Verträge auszufnh- ren, geschweige denn neue Aufträge anzuneh­men. Infolgedessen furb von England aus alle Handelsgeschäfte mit Japan suspen­diert und Me Frachten Mit der Bestimmung nach irgend einem japanischen Hafen, soweit es noch möglich war, zurückgehalten worden, bis man ein klareres Bild über die Folgen der Ka- tastrophe gewonnen haben wird.

Beilage.

Freitag, 7. September 1923.

Die Verluste des japanischen Kaiserdauses.

London, 5. September. Rach einer Blätter- meldunq aus Tokio ist die Prinzessin Kaya, die einem entfern.en Zweig- der kaiser­licher Familie angehörte, unter den Toten in Tokio gefunden worden, ferner wird der -rod des Prinzen Yvmostiua gemeldet, der Wenfalls der kaiserlichen Familie angehorte Der Kaiser Yofhihito, der seit dem -vsagre 19-1 durch den Prinz rezenten Hirohito vertreten wird, ohne indeffen abgedaukt zu haben, ist in Nikko, ICO Kilometer von Tokio entfernt, unver­sehrt geblieben. Nach weiteren Meldungen aus Tokio sind die Prinzessin en Y o 1 - hiko und Kaninomina in ihre Villa vea« vara durch den Einsturz des Gebäudes getö­tet worden. Zwei andere Prinzessinnen erlit­ten dasselbe Schicksal in Kamapura. Der neue Ministerpräsident Yamamoto ist schwer verletzt. Mehrere Regierungsmitglieder werden vermitzi.

Wahnflnnsopser der Seit.

Die ungeheure Entwertung der Mark, die den Millionenschein zum Kleingeld gemacht hat, hat eine neuartige Psychose hervorgerusen. In eine sächsische Irrenanstalt wurden in den letzten Ta­gen einige Frauen eingeliefert, die unter der Inflation seelisch und geistig zusam­men geb rochen sind. Meist handelt es sich um alte alleinstehende Frauen des kleinen Mit­telstandes, Witwen mit einer kärglichen Rente, die einen aufreibenden täglichen Kampf um ihr bißchen Brot führen und sich in den Millionen- zahlen der Teuerung nicht mehr zurechtfinden. Bei Einer der Frauen äußerte sich die geistige Störung in dauerndem Rechnen mit Nullen.

An demselben Tage, an dem stwftrwtt über ihre Zukunft entschied, erhielt ihr «ch-ckscchmi- geahnt von ihr. eine neue Senbinta. Die betoen Menschen, an die sie ständm. dachft der verlo­rene Geliebte und die Freundin, sprachen an dt«- sem Tage lange von ihr.

Lothar weilte seit einigen Tagen nut feiner Gattin in St. Blafirn im Schwarzwald in ei­nem wunderbar schön, hart am Walde g^lege nen Sanatorium. Hierher hafte er Jutta au' drinmndes Anraten des Sckntatsrates georacht. da die Luft im eigenen Heim der jungen «rau

Sin entlarvter Sträfling.

Bor ungefähr einer Woche wurde im komnm- uistischen Parteisekretariat in Wien ein Ein­bruch verübt, und zwar von Leuten, die mit den Verhältnissen vertraut schienen Bei den Nach sorschungen wurde ein Mann als verdächtig an- gehalten, der sich Helmut von Wiedecki nannte. Er hatte sich im kommunistischen Par- teisekretariat als politischer Flüchtling namens Dr. Helmut ausgegeben und hatte von der Partei aus derRoten Hilfe" fünfzehn Dollar erhalten, die er angeblich am Tage feiner Anhal­tung zurückzuzahlen gehabt hätte. Nach einge­henden Verhören gab der Verhaftete zu. nut dem zwanzigjährigen Flugzeugführer .zritz Bergholz aus Angermünde in Preußen identisch zu sein. Für die Zeit des Einbruchs bei der Roten Fahne vermochte er ein Alibi nachznweisen. Er war einen Tag vorher nach Budapest abgereist und hafte sich an Bord eines Dampfers einem Firmenvertreter als ,.M ili- tärattachee der preußischen Gesandt­schaft in Wien" vorgestellt. Der Firmenver­treter verdächtigte den angehaltenen Kommuni­sten, ihm eine Aktentasche und fünf Paar Sei­denstrümpfe tm Gesamtwert von sechshundert­tausend Kronen gestohlen zu haben. Von den deutschen Behörden wird übrigens ein Willy Berkholz steckbrieflich verfolgt. Ihm Ml zur Last, polnische Urkunden gefälscht M haben. Willy Berkholz ist aus dem Gefäng­nis Osterode, wo er eineinhalb Jahre Gef fängms abzusitzen gehabt hätte, entwichen. Bet der Flucht über die polnische Grenze hat er ei­nen deutschen Beamten angeschosieu und schwer verletzt. Mt einer Verletzung am linken Arm ist Willy Berkholz damals über die

von zwei neuen Erdbeben stützen heim­gesucht und einige h undert Gebäude, die noch standen, stürzten zusammen. Die Regierustg hat jetzt beschlossen, die Städte T o - lio und Yokohama wegen der ständigen Ge­

ren. nichts unversucht zu kaffen, um Rotttcmts Aufenthalt zu erforschen und ihr den Brief des toten Claus zuzustellen, den sie ja nun.^haften durfte, da Jutta vermahlt uiid glücklich.war. Dieses Versprechen der Mutter hatte die junge Frau beruhigt und geostet. Und sie gab sich dem Glück ihrer jungen Ehe hin, diesem Gluck um das sie Jahre und Jähre gerungen, aus das ie gewartet, eine unendlich lange Zeit gewar­tet. und für das ein Verbrechen begangen wor-

Jnteresse abgewann uudsie hElt dies mlch für unmöglich, fo fehr erfüllte sie die Liebe für Lotbar und würde sie stets ersullm Aer A ganzes Dasein war doch eingestellt auf Verzicht. Verzicht selbst auf die leichten und kleinen Fre­den nur um Männer und Werbungen abzuweh ren von sich, um nicht immer wieder neue Ent­täuschungen spenden zu muffen. __

Sie seufzte tief. Würde dies alles besser wer­den wem, sie Mister Knox' Angebot annahm? Auch dort wurden Manner ihren Weg kreuzen, auch don mochten ihr vielleicht Wunsche und Werbungen nahen, aber war ste irgendwo in der Welt sicher davor? Und sie war doch jung und cs lagen zuviel Kräfte in ihr, um M einzuspinnen in völlige Einsamkeit We.W sie noch nicht volle drelundzwanzig Jahre zahlte. Fbre schöne Stimme war ein Gnadengeschenk des Schicksals, sollte sie sie ungenutztverkummem lassen, keinem zur Freude, wo sie doch Unzählige beglücken konnte durch ihre Kunst, wie der AM- ftkaner ihr immer wieder vorgestellt hatte? wünschte sich fo fehr eine Lebensaufgabe, ein Pel, einen Inhalt ihrer Tage, bot das alles

, sich jetzt nicht durch diesen Mann?

Noch war die Entscheidung u^gefaL-n, ' »och war sie frei. Aber wahrend Rottraw sich auf ihr Lager streckte, fühlte sie. d^ß sie Mister . Knor kein Nein entgegenrufen wurde, wenn er im Herbst wiederum mit seiner rftage vor sie hintrat, und daß der Weg, den er ihr wies und ' ber in das Wunderland der Kunst fühfte, der ; beste war. den sie beschreiten,.konitte, da der an- , bete, seligere der in. das l-eilige LMd der Liebe ' führte, ihr ja für immer verschlossen war.

Aus aller Well.

»er NNlltardenpump des Schuikcrmeraden.

ausgeblieben.

Nur in der allerersten Zeit nach der Hochzeit, auf" bet Mittelmeerreise, di« das junge Paar un­ternahm und dem sich anschließenden längeren AusntMt in der reinen Höhenluft der LMweiz, schienen neue Kräfte Juttas Körper zu durch- strömen. schien sie auszuleben, eiE neuen hol­den Blüte cntgegenzuwandeln. Schoner, als zuvor in ihren Mädchentagen. war Jutta in die­sen. ersten Monaten ihrer Ehe. Ueberall. wohin sie auch kam. We sie Bewunderung und A.'f- seben errregt, und wäre Lotbars Herz srei ge­wesen und unbeschwert, er hatte stolz> feint ton­nen auf sein junges Weib und sehr glücklich tn ihrer leidenschaMchen Liebe So aber kmte^e «s ihm schwere und immerwahrende Ueberwin- duno Jutta ein freundliches Gesich zu zeigen, ein heiteres Wesen zur.Schau zu tragen iind nicht immer gelang es lbm ste wußte.WM' wohin seine Gedanken M undoftvenrrlen wenn ein Ausdruck tiefster Sckßvernmt M iSer seine kühnen Züge legte, wenn ferne Amgen ver­loren ins Weite, ins Ferne starrten ohne die Umwelt zu sehen. Me fühlte sein Leidemsie litt selbst imbeschreiblich tn sol^n StUichm. Aber ste ichwöcg und Mhrte vM* an alten Wunden die ja dock einmal vernarben muß en.

Ne selbst war nicht rubm und mcht Vor­kommen glücklich, wie sie Men. .ffie konnte den Brief nickt veraessen. den ste ihrem zeitsmorgen im Schreibtisch d-r Mttftr genm- ben, ni»i do? Verbrechen, das an

sangen worden war. 9bjr beim «?«** : ihrem Hochzeitstage batte ste n-ck wenige Minu- . ten allein mit her Mutter vrrbE mA toMmc- : ftn hafte Frau Gertrud ihrem K nd geickwo-

Grenze entkommen. In Begleitung des Ver­brechers befand sich die neunzehniahnge Mar- got Schollenbruch, em junges Mädchen aus einer bekannten Münchener Kommunisten, familie. Ihr Vater, der Arzt Dr. Schollen- bruch. besitzt in Münchner kommuntstflchAt Krn seit bedeutenden Einfluß. Dre mitFritz BerKiolz verhaftete Margot Schollettbruch trug einen Per­sonalausweis mit sich auf den Namen war» got von Widecki lautend.

* Fassadenkletterer in der Falle. Ist Der- l i n ist man eines Fassadenkletterers habhaft ge­worden. dem kürzlich bei einem Raubzug Sachen im Werte von fünfzig Milliarden Mark in die 5,ände gefallen sind. Der junge Mann, em An- k ä n o er der Zunft, wurde von Kriminalisten überrascht, als er bei einem Hehler die MiMar- bestbeute nnterzubringen suchte.

* Blutiger Jahrmarkts,zauber. Aus dem Jabrmartt zu Abensberd (Donau) kam es ä Ken Raufereien zwischen Kommu­nisten und Marktverkäusern. Die Polizei wurde mit Steinen beworfen, jo daß sie von der ~xnne Gebrauch machen mußte, wobei mehrere Pcfto- t.en schwer verletzt wurden. Abends 9 Uhr brach infolge Brandstiftung in einem Anwesen Feuer aus, das riesigen Schaden annchtete.

* Die Reisebekanntscha't der Modistin. Die fünfundzwanzig Jahre alte aus Athen Seour- tige Modistin Helene Papulia lernte auf oer Fahrt nach Wildbad zwei Landsleute kennei-., die erzählten, daß sie Kokain und Morphmm aufzukaufen beabsichtigten. In einem erstzn Waldbäder Hotel, wo ffe sich unter salichenr Namen eintrugen, betäubten die beiden ihre Landsmännin und Reisegefährtin, fesselten sie an Händen und Füßen, raubten ihr eine be­deutende Summe in ausländischen Noten und verschwanden. Bald darauf wurden die Räuber in Dresden festgenommen.

* Ein tödliches Pilzgerickft. In Wolfen­büttel erkrankte die ganze Familie des Arbei­ters De necke von dem Genuß giftiger Pilze, irrotz aller Gegenmittel starb ein neuuiahrlger Knabe und kurz darauf auch die zwanzigjährige Trichter' Ein weiteres Kind liegt hoffnungslos

darnieder.

* Eine Epidemie unter den Franzosen. Die unter der Versailler Garnison wütende Dyken- terie-EPidemie hat jetzt auch anx die Pa­riser Garnison übergegriffen. Die P"derme scheint auch jetzt bei oen französischen S^^bcn imRheinlandu.au der Ruhr zu herrschen.

* Opfer der Zugspitze. Im Zuofvi^ngebiet sind zwei Rheinländerinnen in einen Schnee- sturm geraten und erfroren. Trotz Warnung hatten sie mit ungenügender Ausrüstung d.e Besteigung vorgenommen,

* Leipzig in Front. In Leipzig ist ter Straßenbahn-Fahrpreis auf 40000 Mark erhöht W°=Mt6u6cr im Unterrock. In der Gegend von V r a n o n in der Slowakei, wo Räuberbanden zur Tagesordnung gehören, treibt jetzt eme sol­che in Frauenkleidern ihr Unwesen. Man kann sich wohl das Erstaunen der Gendar­merie vorstellsn, als sie bei ihrem ersten Zusam­menstoß mit den Räubern vonFrauen be­schossen wurde. Bisher ist es den Räubern im Unterrock noch immer gelnngen, den ste ver­folgenden Polizeiorganen zu entwischsn.

* Ein ehrlicher Dieb. In der Gemarkung Heddesheim an der Bergstraße holte sich ein Unbekannter für eine Mahlzeit Kartoffeln ans einem Acker. Der Diebstahl wurde gemerkt, weil der Dieb unter der Scholle einen Hun­derttausender zurückgelaffen hcttte, den der Feldhüteft dem Bestohlenen aushandigte.

* Eine Bluttat auf den Stoppeln.Auf dem Stoppelfelde des Rittergutes München- r euth bei Planen i. V. wurde nach vormifge- gangchiem Streite der Sohn deS Barons p Feilitzsch mitsamt dem Verwalter durch den Schäfer des Großwehtzandlers Wo^r getö tet. Ob die beiden erschlagen ober erstochen worden sind, konnte bisher noch nicht

Knor." - _

Nein, nein," sagte er,es ist schon bester, ich komme selbst. Ich habe im Herbst sowieso wieder in Europa zu tun. Und bei Signora Ma- vflio erfahre ich dann, wo ich Sie finde. ,

Rottraut erhob sich und reichte ihrem zukun,- ftgen Direktor die Hand.Ja, dort finden Sie mich. Gute Nacht, Mister Knox,"

Er sah der schlanken lichten Gestalt nach, bis sie seinen Blicken entschw.rnd und grübelte wie­der über das Geheimnis in Rottraut IMshau- scns Loden, das sie so ernst und so nrube ge­rn «ht das sie einen sehr'langen Kontrcckt und eine hohe Konventionaistrase wie etwas ganz Nebensächliches behandeln ließ. ....

Roftraut war indes in ihre Sabine ftcftont- ten. Auf dem Tisch lag ein Strcmtz roter Ro- fen Si- nahm ihn in die Hand und preßte ihr heißes Antlitz hinein. Er war ohne Karte, aber sie erriet sogleich, Wr der Spender Mir. Die Blumen kamen von dem jungen Dr. Holz.

Es war doch schwer, unsäglich schwer, so al­lein durch das Leben zu gehen, allen Verlok- kungen, allen Bewerbungen gegenüber fest imd imbeugsam zu bleiben. Noch zwar war ihr mcht wieder <' Mann genaht, t rr ihr ein tieferes

den war.

Als aber bi«! Zeit verrann und in kemem Schreiben der Mutter jener Zeilen des toten Clans an seine Brant Erwähnung getair wnr- ve, da wußte Jutta, daß es noch immer nicht ge­lungen sei, Rottrauts Aufenthaltsort zu erkun­den. Nicht eher s"llte Lothar von jenem borgenen Briese erfahren, bis /r Rottraut auch zuqestellt werden konnte, das hatten die beiden Frauen beschlossen. Denn sie fürchteten, ihn nur in neue Erregungen zu stürzen, ihn wiederum von Jutta zu entfernen, wenn er früher von dem Geheimnis erfichr. Er würde dann sogleich selbst die Nachforschungen in die Hand nehmen wollen und nicht rasten und ruhen, vis er Jtot- iraut gefunden Tas glaubteiiftta hestmmit. Daß Lothar seit langem sich bemüht, der v.rlo- tenen Geliebten Spur zu entdecken, und schließ­lich müve seine vergeblichen Bem-chnngen auf­gegeben, ahnten die beiden Frauen ja nicht.

Im Frühherbst kehrte das iunge Paar heim. Lothar mußte nun endllch seine« unterbrochene Täftgkeit wieder auf nehmen. Frau G.rtriid schloß c-lückselig, in tiefer Bewegung, ihr wie- dererblühtes schönes Kind in die Arme. A _ bei dem ersten Alleinsein muifte sie Jutta ge­stehen, was die junge Fran schon geahnt: chft alles vergeblich gewesen, daß man kein^ Spur von Rottraut entdeckt. Daß pe verschollen schien, wie verschwunden vom Erdenrund.

Sremötntolonien verschwunden.

London, 5. September. Die ersten direkten Meldungen Über die Katastrophe in Japan sind in London eingetroffen. Sie stellen die Folgen des Erdbebens und der darauf folgenden Brände womöglich noch s ch w e r e r dar, als die ftähnen Berichte. Insbesondere sollen die europäischen Fremdenkolonien sehr große Ver­luste erlitten haben. Die Gesandtschaften von Amerika, Frankreich, Italien und China find vollkommen zerstört. Bei Yokohama sind zwei Inseln, die den Europäern als Sommeraufent- yalt dienten, verschwunden. Drei weitere Frem- denlolonien an der Süftt wurden vom Meer forrgesäMernrnt. In dem europäischen Quartier von Yokohaum ist nicht ein einziges Haus fteheu geblieben. Man beftirchjet, datz die Bewohner säuftlich umgekommen sind. Unter all den ein« toufenbeu Bieldungen sucht man vergeblich auch nur ein Wort, das sich mit dem

Schicksal der deutschen Vertreter

In der Rächt zum 5. September wurde Tokio griffen wurden. Auf der Flucht wurden Tau- - - - - --- - sende zu Boden getreten. In der Umgebung des

Bahnhofs von Tokio, der ebenfalls eingeMrzt ist sollen große Haufen von Leichen auf- gc'stapelt feto. Die Berichte wiederholen, daß die Ereignisse jeder Beschreibung spotten.

Das Schicksal Japans.

Weitere Erdstöße wurden verspürt. - Ganze Znselnverschwunde».Wenige Aeberlebende im Erdbebengebiet. Viele Ausländer find umgekommen.

Almtz MH

PS) Roman von Lola Stein.

Well. Miß Welshausen, wenn Sie dies so befiiuMft wissen, so werden Sie ja auch gegen täte Konventionalstrafe nichts einzuwenden ha­ben für den Fall, daß Sie Ihren Konttaki ^a^toütielte den Kops.Dagegen hätte ich auch nichts, Mister Knox, setzen Sie ruhig eine Konvenftoualstrafe in den Konttaki, rneineryal- ben fo hoch wie Sie Wollenft

Äe könnte dem stemden Manne doch nicht sagen, daß ein Gelöbnis sie zur ewigen Einssm- kett verpflichtete und daß sie darum eine solche Strafllausel tot Vertrag ganz unberührt ließ.

Der Amerikaner aber schien sehr zustteden.

.Ich hole mir Ihre Antwort also tut Herbst, Miß Welshaufen?" ,

.Ich kann sie Ihnen doch fchretben, Mister

Unttr dem Eindruck des Schreckens.

In Kamakura ist der Teich des Parkes Akasaka mtt den Leichen von Frauen und Kinder« gefüllt, die sich ins Wasser stürzten, um den Flammen zu entgehen. Die Tore des Gefängnisses mm Jschigaga, das vom Feuer be­droht wurde, wurden g»4^ffnet und 1500 In. fassen freigelassen: darunter befindet sich auch der Soummniftenftihrer Sakay und mehrere Mitglie­der feiner Partei, die erst kürzlich feftgenomm-n wtrrden.____________________

chödlich war. Jutta hatte sich immer wieder ge- sträirbt ihr Haus zu verlassen, da es ihrem Manne nicht möglich sein würde, den ganzen Sommer mit ihr im SchwarzwaÜ» zu verbrin­gen und ste eine neue Trennung fnrchete. Hatte cs doch in ihrer kurzen, noch kein Jahr wäh­renden Ehe mehr Zeiten der Trenmmg als des Zusammenlebens gegeben. .

Die von ihr selbst und der Mutter inbrünstig erhoffte und geglaubte HeAung, die ihr die Ehe bringen sollte, das Glück, den geliebten Mmin zu besitzen, die Ruhe des erreichten Zieles war

* Die moderne Perle. Madame:Dagen Sie mal, Marie, Sie haben wohl jetzt ««« - einen neuen Bräutigam?".Marte. ^>4v»l, Madame. Ich bin wie ^.eiiftchland. ich mache jetzt in S ch a tzwechseln.

Nach Bankbetrügereien in Höhe von vier Mil­liarden ist der fünfund-wanzigjährige Ber.mcr Kaufmann Alfted Meinhardt fluchtig geworden. Als Reichswehrleutnant gefleidet, traf d^ aben­teuernde Gmmer einen früheren ^Schulkamera­den, der jetzt Bankbeamter ist. Er spisgette ihm vor, er sei Offizier und Ritterguts be­sitz e r und verfüge über 140000 englftche Pfu«p und auch noch übe- andere ausländisch« Noten. Der geblendete Schulkamerad stellte den v-r- meintlichen reichen Mann auch dem Vorsteher seiner Bankanstalt vor. Eines Tages kam Mein. Hardt mit der Erklärung, er sei gezwungen, einen Teil seiner Devisen zu Geld zu machen. Die T-ankbeamien waren bereit, sic zu kaufen und zahlten einige Millionen im voraus. Das Paket mit den Devisen, das vom Rittergut kom­men sollte, blieb aber immer Wieder aus. und so wurden aus den Millionen schließlich vier Milliarden Vor sch, weil der Schul­kamerad immer wieder Geld hergab. Von dem o___________ ___________

Geliae, das der Schwindler von den unvorsichri- rruwen arbeiten gegenwärtig daran, die Leichen gen Bankbeamten erhielt, lebte er auf größtem Bcn stro6en wegzuräumen, da man den ftuK In dm B«s und 8uS6rud) c.on Epidemien verhüten will. - Die

eiet en Prdvatauto s vor. Sv gab et neuesten Meldungen berichten immer neue