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Kasseler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

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Nummer 206. Einzelnummer 80 000 Mk. (Sonntags 100 000). Mittwoch, 5. September 1923. Einzelnummer 80000 Ml. (Sonntags 100000). 13. Jahrgang«

Frankreich zeigt kein Entgegenkommen.

Lim den Völkerbund.

Soll Deutschland eintreten?

An diesen Tagen finden wieder Sitzungen des Völkerbundes statt. Die Delegierten fn6, Wie es Heißt, bereits sämtlich eingetroffen. Schon werden aus Genf die üblichen Informationen über das Programm, das der Völlerbundrar stellen will, verbrntet. Und man liest, er werde die Frage der ZulassungDeutschlandS zum Völkerbund prüfen, werde nicht umhin kon- nen, sich sogar der Reparations- uno Ruhrfrage anzunehmen. Bekanntlich war immer schon die Rede davon, daß von neutraler Seite dem Völkerbund die Behandlung des Ruhrkonfliktes unterbreitet werden solle. Aber die vorige Tagung des Völkerbundes ist trotz­dem vorübergegangen, und niemand, auch von Seilen der Neutralen, hat den Entschluß aufge­bracht, die Ruhrfrcme anzuschneiden. Damals, im Spätwinter, als die Ruhratiou begann, war die gegebene Zeft dazu. Damals hätte der Völkerbund sich einer'Aufgabe bemächtigen kön­nen, die ihm zustand. Er hat es vorgewgen, zu schweigen und so die französische Rrhr-JnvastOn direkt zu unterstützen. Nach diesen Erfahrungen scheint es auch ausgeschlossen, daß zutreffen könnte, was eifrige Reporter zu melden wissen, jedenfalls haben wir solche Meldungen mit Vorsicht auszunehmen.

Aber der Völkerbund wird dennoch eine wich­tige Aufgabe haben, die ihn aus dem üblichen Kleinkram, den er bisher bewältigte, hinaus­hebt. Der italienisch-griechische Kon­flikt, also ein Konflikt, der zwischen zwei Mit­gliedern des Völkerbundes ausgebrc-chen ist, be­darf der Schlichtung, wenn es nicht zum Kriege kommen soll. Nach den Satzungen ist es Pflicht des Völkerbundes, solche Keime zu einem Kriege zu ersticken. Er kann sich demnach durch die Nc-- 'ichästigung mit dieser Angelegenheit aus dem kleinen Rahmen hinausheben, in dem er steckt, zu einem höheren Niveau. Und dennoch zwei­feln Viele, ob der Völkerbund sich, seinen Satzun­gen getreu, an diesen Streitfall wagt. Griechen­land bat bereits den Antrag zur Behandlung der Angelegenheit beim Völkerbund eingereicht. @ln Prüfstein ist gegeben, der die Existenz des so viel und mif Recht bekämpften Völkerbundes begründen könnte. Vermag er den Krieg zwi­schen Italien und Griechenland zu verhinderu, schafft er sich dadurch: wenigstens etwas Ansehen, so ist nicht unwahrscheinlich, daß ihm auch grö­ßere Probleme unterbreitet werden.

Eines dieser großen Probleme ist das, ob die Haltung Frankreichs in der Ruhr- und Re­parationsfrage geändert wird. Wir glau­ben nicht, daß Neutrale diese Frage anschneiden. Wenn sie zur Debatte kommt, so könnte es nm durch englische Anregung geschehen, denn im­mer noch lebt in England der Wunsch, den Völ­kerbund als Schiedsrichter in dem Konflikt mit Frankreich anzurufen. Um diesen Streitfall nickt einseitig englisch - französische zu gestalten, wirkt ja auch England dahin, daß die Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund erfolgt. Es ist nun interessant zu beobachten, wie wenig ote Engländer konsequent sein können. Sie wagen es nicht, gegen den französischen Stachel zu löten. Frankreich ist gegen die Aufnahme Deutschlands aus begreiflichen Gründen und die englische Beredungskunst hat es bisher nicht vermocht, Frankreich umzustimmen. Selbst die Initiative ergreifen, selbst den Völkerbund Anrufen, ohne Beteiligung Deutschlands, schein: den Engländern nicht richtig zu fein. Deshalb haben sie den deutschen Botschafter in London Dr. Sthamer nach Berlin fahren heißen, mit An­regungen, cie dahin gehen, der deutschen Regie­rung nahe zu legen, wegen des Eintritts m den Völkerbund eine direkte V erständi- gung mit Frankreich herbeizuführen.

Der PariserTemps legt zwar die Reise Sthamers nach Berlin anders aus. Er behaup­tet, England wolle die deutsche Regierung zu einem engerem Zusammengehen mit Britannien bestimmen. Er scheint also falsch unterrichtet zu fein, denn die Aufgabe Sthamers ist anderer Art. Die ^Völkerbundfrage allein führte ihn nach Berlin, die englische Unsicherheit, die kei­nen Ausweg auS dem Streit mit Frankreich sin­net. Aber in der letzten Konsequenz kommt der Temps mit seinen, eine gewisse Kontinentalpo- litik verfolgenden Artikeln den Dingen doch nahe. Er sucht Deukichland unv England zu trennen und Deutschland zu biretten Verhandlungen mif Frankreich zu veranlassen. Tas will auch Eng­land, indem es zu einer Verständigung wegen des Eintritts in den Völkerbund rät. Aus sol­chen Verhandlungen aber müßten sich weitere ergeben. Von der deutschen Regierung wird es abhängen, ob Deutschland den Weg der Der, Handlungen mit Frankreich gehen wird. Wenn auch die große Neigung innerhalb der Regie­rung besteht, den Eintritt in den Völkerbund zu vollziehen, so ist doch unwahrscheinlich, daß diese Absicht durch Verhandlungen errett werden soll, wie sie England für prattisch und ratiam Hält. Immerhin bleibt, wenn man auf die Gen­

fer Stimmen und auf die englischen Wünsche achtet, die Frage in der Schwebe und dräng: der Entscheidung zu, ob Deutschland schließlich dem Völkerbund angehören wird oder nichi. Sollte die Zulassung beschlossen werden, so ist anzunehmen, daß der Völkerbund ermutigt durch die Schlichtung des italienisch-griechischen Kon­fliktes, sich auch an die Schlichtung der Repara­tionsfrage heranwagt.

Kein Entgegenkommen.

Französische Ablehnung der Kanzlerrede,

(Eigene Drahtmeldung.)

Paris, 4. September.

Die weiteren Auslassungen der Pariser Zei­tungen zur Stuttgarter Kanzlerrede lauten nickt mehr so freundlich wie die ersten Aeutzörungen. Im PariserMatin" und im Temps" wird die Kanzlerrede in Parallele ge­stellt mit der Rede Delasteyries in Nancy am letzten Sonntag.Journal des Debats" glaubt, daß Delasteyrie dem Kanzler schon die Antwort gegeben habe, die feine Rede verdiene, weil sie sich aus nichts als Allgemeinheiten zusammen- setze, ohne Frankreich ein greifbares Pfand in die Hand zu geben. DerTemps" bringt von offiziöser Seite einen Kommentar, in dem vor voreiligem Optimismus gewarnt wird. Es müsse abgewartet werden, waS hinter Strese- manns Worte)» stecke. Wenn die Rede die b e- dingunftslose Unterwerfung vorbe­reite (!), dann könne über die Angelegenheit noch werter gesprochen werden.

2lt!kwN; im voraus.

Paris, 4. September. (Eigene Drahtmel­dung.) In Nancy hielt Delasteyrie am Sonntag eine Ansprache in der Handelskammer. Er sagte u. a.: Wir stehen-vor der Anerkennung aller un­serer Bertragsrechte durch Deutschland und wir erwarten das Wiederaufblühen des französi­schen Handels. Wir werden keine anderen deutschen Pfänder annehmen, als solche, die wirin die .Handbekommen, die wir selbst kontrollieren können und die wir so lange behalten werden, bis der letzie Franc bezahlt ist. Nicht Garantien durch Deutsch­land sichern uns, denn ein angeblich bankerotter Staat kann keine anderen produktiven Pfänder uns geben als Besetzungen, Ausliefe­rung von Eisenbahnen, Industrie- Werken und Bodenschätzen. Die nochma­lige Enttäuschung der Rathenauversprechungen machen wir nicht mit. (Die Rede deS franzö­sischen Finanzministers ist vor der Stuttgarter Kanzlerrede Stresemanns gehalten, deren In­halt bereits im voraus Frankreich ablehnt.)

Das Erdbeben in Japan.

Ganze Städte find verschwunden.

(Eigener Druhtbericht.)

London, 4. September.

Reuter meldet airs Tokio: Ganz Javan ist in schwerster Gefahr. Zahlreiche Städte sind vom Erdboden verschwunden. Die Stadt Enoschima ist versunken. Das Gesandt, schastsviertel in Tokio ist zerstört. Biele erloschen geglaubte Vulkane sind in Tätigkeit. Buch die Städte Tokio, Okido, Bokohama, Asakuta und Kakoni sind fad vollkommen zerstört und soweit sie erhalten geblieben waren, durch Feuersbrünste größtenteils eingeäimert. Die letzte Berluftschätztma gibt die Zahl der To­ten allein in Tokio und Bokohama auf zweihun­derttausend an. Tokio brennt' immer. Die Regierung ist nach Osaka übersiedelt. Nach Be­richten eines Augenzeugen stürzten in Tokio die

leichten Holzhäuser wie Kartenhäuser ein. Die Stadt glich einen Flammenmeer. Eine Explo­sion nach der anderen erfolgte. Was Erdbeben und Feuer unzerstört ließen, wurde von der Sturmflut weggeräümt.

Äersivrunorn drr Sturmflut.

London, 4. September. (Eigene Drahtmel- dung.) Die TiemeS melden aus Tokio, daß die Bank von Japan einen wüsten Trümmerhaufen darstellt. Das ka iiserli che P ala is, das nur zum Teil beschädigt ist, wurde für die Flücht­linge geöffnet. An der Küste dauerte am Sonntag die Sturmflut noch an. Ganze Landzungen mit Ortschaften und Wäldern wurden von der Flut verschlungen. Alle Leucht­türme an der Westküste Japans sind un­brauchbar geworden und die Schiffahrt des­halb sehr gefährdet.

Der Kaiser In Osaka.

Paris, 4. September. Wie dem Pariser Journal über Newyork gemeldet wird, sind der Kaiser, die Kaiserin und der Prinzregent in Osaka eingetroffen, das gleichfalls vom Erd­beben schwer mitgenommen ist. Die Stadt Ra- mazu, 130 Kilometer südöstlich von Tokio, ote 130 000 Einwohner zählte, i* ein Trümmerhaufen.

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Wettere Verheerungen.

Paris, 4. Saptember. (Privattclegramm.l Ein HavaStelegramm aus Tokio meldet: In Osaka sind über zweitausend Häuser ringe- stürzt, im Hafen von Aokohama sind achtzehn Sckiffe der Springflut zum Opfer gefallen. Auch in Nagasaki wurde;: Erdstöße mahr^- nommen, die Schisse konnten hier rechtzeitig den Hafen verlassen. Das Erdbeben ist das größte der letzten 100 Jahre.

Paris, 4. September. (Privattelegramm.) DerMatin" meldet aus Schanghai: Der Seis­mograph hat fast 250 Erdstöße au? östlicher Rtck- tung ausgezeichnet. Dokohama soll bis zu drei Viertel, Tokio bis zur Hälfte zerstört fein. Die Zahl der Opfer "et in die Hunderttausende, da das Erdbeben Nachtzeit begann und burdi die eintretenden Brandkatastrophen fSettung nur in beschränktem Umfange möglich war. (Siehe auch den Bericht in der Beilage.)

Aus Dem Ruhrgebret.

Der kommunistische Aufruhr.

(Privat-Telegramm)

Hamm, 4. September.

Die neue kommunistisch« Unruhebewegung im Ruhrgebiet hat sc . Sonntag größere Ausdeh­nung genommen. In Dortmund-Land be­setzten bewaffnete Kommunisten achtSchächte. Pölizeiabteilungen aus Dortmund sind nach dem Unruhegebiet abgegangen. In die Städte Mül- heim und Homberg sind kommunistische Hundertschaften cingedrungen. Eine Reihe voll Plünderungen werden gemeldet. Die Lage in Altenessen ist andauernd bedrohlich. In letzter Nacht erneuerte sich der Angriff der Hundertschaften auf das Rathaus in Alten- effeu, wobei die Hundertschaften durch Gewrhr- scuer Fensterscheiben und Ornamente beschädig­ten; ihr Eindringen wurde abgeschlagen.

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Tie Franzosen verhängen Voflsperre.

Münster, 4. 'September. (Privattelegramm.) Die Franzosen haben seit gestern über das ge­samte Einb""chsgebiet aus unbekannten Gründen eine a ch igePostsperre verhängt. Man erblickt iit^iiefci Post sperre einen neuen fran­zösischen Versuch der Zermürbung.

Ist Sparen wieder möglich?

Zeichne die Wertbeständige Anleihe des Deutschen Reiches.

Zeichn unge« kSaao« bet der Retchsbank und bei de« im Prospekt an­gegebenen Stellen sowie bei diesen durch Vermittlung sämtlicher Banke«, Bankiers, Sparkasse« und Kreditgeuossesschafte« bewirkt werde«.

Kasseler Gorgen. ,

Aus der gestrigen Stadtverordnetenversammlung.

Sei der Des<tzl»ßfak!««g über die neuen Steuern und Gebührenerhöhungen der Stadt Raffel wurden gefiert im Stadt. Parlament bemerkenswerte finanzielle Ausführungen gemacht, die ein Schlag­licht auf die Rot der Zeit werfen.

Das große Steuerbukett der Stadt Kas, fei, dem in der letzten Sonnabend-Ausgabe be­reits ein breiter Raum gewährt wurde, fand ge­stern Annahme durch die Stadtverordneten. In den zuständigen Kommissionen hatte man es schon so gebunden, daß die Bevölkerung sich un« verändert daranerfreuen kann. Hier trifft sicher ein Spruch des heimischen Dichters Fischer- Friesenhaufen zu: Nicht immer sind es duf­tende Blumen, die man dem einen oder dem an­deren Menschen bringt. Sie können auch anstar­ren ... kalt wie Eisblumen! Nur eine Blumen- forte aus diesem Bukett wurde etwas umgestellt, und das war die ... H u n d e st e u e r. Die Sätze, die der Magistrat vorgeschlagen hatte, sind ver­doppelt worden, und zwar aus eigener Initiative der Stadtverordneten heraus. Der erst« Hund kostet jetzt zehn Millionen! Bei der Genehmi­gung der Kraftdroschkenbenutzu'ngs- steuer sagte unter anderem Stadtverordneter Gauler: Wer mit einer Autodroschke fährt, dem kommt es auf ein Paar Lappen mehr oder weniger auch nicht an! Die Anpassung der V e r- g u ü g u n g's st e u e r an die Geldentwertung auf der Grundlage eines Vielfachen des jewei­ligen Fernbriefportos gab Stadtv. H a m m a n n Gelegenheit, wieder einmal gegen den Teufel Al­kohol anzureiten. Was über diesen und über die Hunde getagt luuroe, ist an anderer Stelle nach- zulesen. Angenommen wurde auch die

Neuordnung der Wassergeldbestimmungen, wobei allerdings eine neue Vorlage bis zuuk Ende des Etatsjahres gefordert wurde. Magi- ftratSrat Dr. Theiß (Soz.) bemerkte dabei, daß die jetzt aus der Taufe gehobene Neuregelung eine schwere Geburt gewesen sei. An einer an» derweilen Regelung, di« beabsichtigt gewesen sei, habe die Wöchnerin, das Wasserwerk, Kindes­mord begangen. Eindruck machte die Feststellung, daß das Defizit des Wasserwerks ohne Einrech­nung der Geldentwertung 46 Milliarden beträgt. Stadtv. Hauschild (Soz.) sagte später, daß es jetzt wohl fünfzig oder sechzig Milliarden aus. lnacke. Die Frage der Unterstützung des Evang. Fröbelseminars, das nichts mehr besitzt als Schulden, rief eine groß« Debatte hervor und dcmit den Finanzdezernenten, Bürgermeister Brunner, der betonte, daß die Stadt, obwohl sie keine vertragliche Verpflichtung zur Unterbau tung dieses Seminars habe, immer geholfen habe, soweit sie es konnte. Dem Stadtv. Dr. v. Wild, der die Stadt an früher gemachte Versprechungen ermahnte, rief er zu: Wir sind kaum in der Lage, die Verpflichtungen zu erfüllen, denen wir nach­kommen müssen. Wären Sie an meiner Stelle, Sie würden beim Studieren der Anforderungen an die Stadt verzweifeln, die jeden Tag eingeben.

Unsere gesamten Steuereinnahmen machen tag. lich nur 100 Millionen aus, und die Forderun­gen gehen hoch in die Milliarden, oft betragen sie täglich sechs bis zehn Milliarden Mark! Wir sind, fuhr der Bürgermeister fort, auf di« Zuschüsse des Reiches angewiesen. Kommen sie mal nicht an, so können wir nichts leisten. Wenn die Stadt helfen kann, fo hat sie geholfen, aber es kommt einmal der Tag, wo das nicht möglich ist. Bis jetzt, Gott sei Dank, ist es immer möglich gewesen, sowohl die Beamtengehälter voll aus. zuzahlen, als auch die rückständigen Arbeiter- löhne und die Forderungen der Bauunternehmer für Arbeiten 'an der Körnerstraße ustv. Auf un­sere Steuern können wir uns jedenfalls nicht ver­lassen. Es kann einmal die Stunde kommen, wo derartige Institute wie das Fröbelseminar ein- gehen werden. Einer solchen Katastrophe müs­sen wir entgegensetzen. Von der Lenoirstiftung erhofft der Bürgermeister, daß sie zu hatten ist.

Das Notgeld

kann für solche Zwecke nicht benutzt werden. ES darf nur verwendet werden, wenn die nötige Sicherheit in Reichsschatzanweisungen hinterlegt ist, und wenn die Stadt diese besitzen würde, brauchte sie fein Notgeld auszugeben. Das Not- geld wurde der Stadt von der Industrie a6ge­nommen und diese hat auch die entsprechenden, Sicherheiten geleistet. Was die Nachbewilligun­gen von Uebevschreitungen der einzelnen städti- schon Etats anbetrifft, fo ist die Lage die, daß die Geldentwertung rascher ist als die Nachbewil- ligungen. Der einzige Trost bet solchen Dar­legungen war der, den der Bürgermeister aus- spr«h: Den anderen deutschen Großstädten er« gcht es nicht besser!______ H.

Beschlagnahmt? Vofkpakete.

Vorsicht im Versand nack dem besetzten Gebiet.

In letzter Zeit sind mehrfach Pakete auS dem unbesetzten Deutschland nach den besetzten Gebieten von den Besatzungsmächten be-