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Nr. 205. 13. Jahrgang.

. Kasseler Neueste Nachrichte»

Dienstag, 24. September 11)23.

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Bei Schluß der Redaktion waren die BerlinerKurse noch nicht eingettoffeu.

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Sedan und Tannenberg.

Die deiitschnationale Feier.

Am Sonnabend nachmittag gedacht«

von 1870 und 1914 hervorgehoben und dann deutsche Uneinigkeit in nationalen Dingen klagt. Es gab, wie auch später, Seitenhiebe dos Judentum, das an der Entnationalific UnserÄ Belkes arbeite. Aber, das brachte

Redner zum Ausdruck, die nationale Welle im deutschen Volke sei im Wachsen. Besonders ge­dacht wurde der Kämpfer an Rhein und Ruhr. Abgeordneter von L i n d e i n e r-W i l d a u bs- lcuchtete die höchste Notlage und zollte u. a. Dr. Cuno Tank. Abgeordneter Schlange-Pom­mern verwies auf die Jugend, die Deutschlands Hoffnung sei. Der Grundgedanke dieser und einiger anderer Ansprachen war, daß die Lage ernst, daß aber kein Grund zur Verzweiflung vorhanden sei. Es gelte zu arbeiten bis zu dem Zeitpunkt, an dem, früher oder spätckr, die na- rionalc Bewegung die Reichsgeschicke in die Hand nehme. Während vor der Bühne die Fahnen der nationalen Jugendorganisationen, Jung- deutscher Ordern, Bismarck'uqend, Jungsturm ufw. aufgerichtet wurden, nahm Dr. SclMidt das Gelöbnis ab, alle Kräfte einrusetzen, damit die alte ruhmreiche Geschichte Deutschlands, die mit Bismarck angefangen hat, wieder fortgesetzt werden könne und bald wieder die schwarz- imsiß-roten Fahnen wehen Musik umrahmte diese Feier, die ausklang mit dem Gesang des Deutschlandslieds und dessen neuem Vers: Und

Münster lWestfaleni, 3. September. (Pri- vattclcgramm.) Rach Meldungen aus dem ve- setzten Gebiet sind gestern in Torsten zwölf Milliarden, in Wattenscheid zehn Milliar­den, in G o ch zehn Milliarden, in Mainz und Wiesbaden je zehn Milliarden und in Es - f r n weitere sieben Milliarden deutsches Geld geraubt. Ter größte Teil dieser Gelder war kür die ErwerbSlssenunterstützung bezw. für die tädtischen Notgelder bestimm».

Montag

Im Vormittags Freiverkehr

IUM

Rom, 2. September. Nach hier unkontrollier« baren Meldungen aus Bukarest soll die r u m ä - nische Regierungangefichts der Sympathie der Bevölkerung für Italien nicht in der Lage sein, in dem griechisch-italienischen Konflikt zu in­tervenieren. Ein Kabinettsrat beschloß bereits die Neutralität der rumänischen Regierung gegenüber Griechenland und Italien. In B e l - g r ad hatte der griechische Geschäftsträger eine lange Unterredung mit dem zeitweiligen Leiter deS Außenministeriums Savitrovitsch. Man ist überzeugt, daß Südslavicn nicht in den griechisch-italienischen Konflitt verwickelt wird.

Das Arttu ngssterben.

Berlin, S. September. (Privattelegramm.) Lauf der Zeitungspreisliste (Nachtrag 16)) er. cheinen im Reichspostgebiet insgesamt 186 deutsche Zeitungen und Zeitschriften weniger als am 1. August dieses Jahrs.

Bekämpfung der Teuerung.

Berlin. .3. September. (Privattelegramm.) Das Reichskabinett hat auch in Abwesenheit des Kanzlers seine Beratungen über die allgemeine Lage fortgesetzt. Die gestrige Sitzung galt wie­der die Bekämpfung der Teuerung und der Noteninflation. Wie verlautet, hat da? Kabinett den bekannten Grundlagen des Reichs- wirtschaftsminifters von Raumer seine Zustim­mung erteilt, auch der Finanzminifier Dr. Hil- erding.

wagen zweiter Klasse eine Blenderung erfahren. Danach sind Sieger 1. Rosenberger-Frankfurt (Mercedes), 2. Kleher-Frankfurt (Adler), 3. Zis- senies auf Presto.

zwar: 1. weil die Besetzung und die Be> schietzung von Korfu eine Verletzung des Vertrages von 1864 darstelle, worin die Neu­tralität von Korfu festgelegt worden sei; 2. weil die italienischen Offiziere, die in Janina ermor- det worden sind, ein Mandat ausübten, das ihnen die Botschafter-Konferenz ver­liehen habe und 3. weil die griechische Regierung den Völkerbund angeruftn habe.

Besorgnis In London.

London, 3. September. (Eigene Drahtmel­dung.) Seit Sonnabend wird hier die allgemeine Lage nickst ohne Besorgnis betrachtet. Der K 8 - nig fährt Dienstag früh nach London zurück. Baldwin und Curzon sind telegraphisch zu­rückgerufen worden. Gestern fand eine längere Altssprache zwischen dem französischen und ita­lienischen Botschafter in London statt. Bald­win und Curzon werden an der Sitzung des Kronrates teilnehmen, die für Dienstag abend anberaumt worden ist.

Minen im MMelmeer!

Berlin, 3. September. (Privattelegramm.) Tie hiesige italienische Botschaft hat gestern amt­lich der Reichsregierung mitgeteilt, daß in den Oktoäffern um die Insel Leros in e:it:m Umkreise von drei Meilen Minen ausgelegt worden seien.

Kommunistischer Aufruhr im Rnhrgeblel.

Essen, 2. September. Gestern vormittag zogen kommunistische Hundertschaften zur Zeche Gustav in Effcn-Altstadt und versuchten die Belegschaft zur Arbeitsniederlegung zu zwingen. Als zwei Wage,, mit Lebens­mitteln die Straße passierten, wurden die Wagen angehalten. Ein großes Polizeiaufgebot versuchte Ordnung zu schaffen, wurde aber von den Aus­rührern tätlich angegriffen. Die Polizei ging mit der bl a n k e n W a f f e gegen die Menge vor: als diese nickst weichen wollte, gab die Polizei einige Schreckschüsse ab, worauf sie die Straße räumen konnte. Die Arbeitslosen be­lagerten gleichzeitig in unübersehbarer Menge das Essener Rathaus, nm die öffentliche Ge- toati zu stürzen und die Diktaur des Prole­tariats aufzurichten. Die weitere Entwicklung der Dinge nmtz man noch abwarten.

Erneute Vutzfchreilunpen.

Münster (Westfalen), 3. September. (Pri- vattelegramm.) Im Ruhrrevier ist es gestern zu neuen kommunistischen Ausschreitun­gen gekommen. Oherhausen war der Schauplatz von Plünderungen. In A l t e n e s > en dauern die Zusammenstöße zwischen Selbst- cbutz und Polizei einerseits und bewaffneten Kommunisten andererseits fort. Letzte Nacht wurde von neuem durch kommunistische Hundert- chaften der Versuch unternommen, das Alien effener Rathaus zu erstürmen.

Neutralität der kleinen Entente.

Deutschnationale Volkspartei im gut besuchten Festsaal des Stadlparks der Tage von Sedan und Tannenberg. Ursprünglich sollte die Feier im Garten stattfinden, aber entgegen sonstiger Gepflogenheit nahm das Polizeipräsidium an, daß es sich -ich um eineVersammlung unter freiem Himmel" handele. In einer Begrüßungs­ansprache von Landgerichtsrat Dr. Schmidt wurde die Bedeutung der beiden großen Tage

Gchlachtvlebmarlt.

" Kassel, 3. September. Austrieb: 9 Och­sen, 8 Bullen, 13 Kühe, 20 Rinder, zusammen 50 Stück Großvieh, ferner 91 Schweine. 40 Sil­ber und 5 Schasee-Hämmel. Schlachtvieh­preise (in Tausenden Mark pro Pfund Le­bendgewicht): Ochsen höchsten Schlachtwerts 11001250, vollflischige ausgemästete. im Alter von 47 Jahren 11001250, Bullen höchsten Schlachtwerts 900-1000, Vllsleischige junge 800 bis 900, Färsen höchsten Schlachtwerts 1100 b.s 1250, Kühe höchsten Schlachtwerts 11001250, ältere ausgemästetc Kühe und wenig gut ent­wickelte jüngere Kühe und Färsen 8001100, gering genährte Kühe und Färsen 700800; Kälber: mittlere Mast- und beste Saugkälber 13001500, geringere Mast und gute Saugkäl­ber 12001300. geringere Saugkälber 1100 bis 1200 Mark.

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Sckafe nickst notiert. Schweine, \x# bend, über drei Zentner 2 700 0002 800 OfiO, 240-300 Pfund 2600 000-2 700 000; 200-246 Pfund 2500 000-2 600000, 160 200 Pfund 2 400 000-2 500 000, unter 160 Pfund 2000 000 bis 2 400 000 Mark. Tendenz: Lebhaft. Ausge­suchte Ware über Notiz. In den Preisen sind Handelsgewinn, Versicherung, Spesen usw. em- halten.

Eine Aenderung in der Siegerlisic.

Rach Mitteilung der Rennleitung hat Ergebnis des Rennens in der Klasse für Touren

Metropol:Kriminalzolizei, Abteilung Mord". Hassia:Tas dritte Auge-.

Sie Balkankrise.

EnMnd wünscht eine friedliche Lösung.

(Eigener Drabtbericht.l

London, 3. September.

Die Reuter-Agentur gab gestern abend eine siziöse englische Rote über Englands Jn- ereffe am griechisch-italienischen Kon- li?t ans. In der Note heißt es, daß das bri­tische Kabinett in Abwesenheit Baldwins und Lord Curzons beschlossen habe, aus dreierlei Gründen an einer friedlichen Lösung des ita­lienisch-griechischen Konflifts zu arbeiten, und

WodNStigkeltskonzert.

Zum Besten der Bürgerschule 8.

Das am Freitag im Finkenherd veranstaltete Wohltätigkeitskonzert war reckt erfolgreich. Das ausgewählte Programm enthielt Werke von Krieg. Gounod, Verdi, Offenbach und Strauß. Der Knabenchor der Klassen la u:ad 1b unter Leitung des Herrn Lchrers Kleim erntete wohl­verdienten Beifall, besonders mit dem Müller­liede. Das von Herrn Scheidemann zusammen­gestellte und einstudierte Polkslieder-Potpourie lvurdc von der Knabenmusikgruppe der Bürger» schule 5 unter Leitung des Schülers Hans Suchard schneidig vorgetragen. Auch das von Herrn Lehrer Kleim unter Begleitung von Herrn Lehrer Klähn gesungene Gebet Valenttns aus Margarete" soll nicht unerwähnt bleiben. Herr Lehrer Kranz entfesselte mit seinen Gedichten in Schwälmer Mundart sowohl durch Vortrags­weise als auch durch Inhalt andauernde Heiier- ettt und stürmischen Beifall. Hermann Jordan, erst 13 Jahre alt, der ein Violinsolo ausCa- vollcrie rusticana" vortrug, beherrschte sein Jn- trumem und gibt zu guten Hoffnungen Anlaß. Den Abschluß des gelungenen Abends bildete der schneidige MarschFridericus Rex". R.

geleitet wurde. Die PolizeiwacheHauptpost" verdankt dem Banner die Kenntnis einer milde­ren Auslegung des Ministerialerlasses über ete Veranstaltung von öffentlichen Umzügen und die Benachrichtigung von der wirklich erteilten Er­laubnis zur Heimführung des Banners der Stadt Kassel durch Schüler der siegenden Schule.

Weitere Sonntagsergebniffc in Kassel:

Spielverein Kaffel-R. (mit Ersatz) Hers- scld 4:2 (3:1); Sport A. H. Göttingen 05 A. H. 2:1.; Wilhelms höhe 1 SjMverein 2 0:1; Wilhclms.böhe 2 Spielverein 3 0:7.

Stockball: Kurhesscn 1 Hannover 961 5:4, .(4:1); Kurhessen Damen Hannover 96 Damen 3:0? Sport Damen Göttingen 06 Da­men 0:2.

amtltcheNotierung

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Reue Grbftvöe.

Berlin, 3. September. (Privattelegramm.) Wie die Erdbebenwarte in Potsdam mitieilt, sind von der dortigen Erdbebenwarte gestern einige neue Erderschütterungen ausgezeichnet worden, die sich ebenso nach Osten wie die vor- geftrigen bewegten, diesen jedoch etwas an Hef­tigkeit nachstanden.

Das Banner in Hast

Erklärung über den letzten Zwischenfall.

Nach einer Erklärung der Polizei über den gemeldeten Zwischenfall bei der Heimführung des erkämpften Tausendjahrfeier-Banners der Stadt Kassel haben sich die Vcranstaltor nlckn- polttischer Umzüge vorher mit dem Oberpräsi­denten bezw. Polizeipräsidenten zwecks Geneh­migung ins Benehmen zu setzen. Dies ist nun im Fall der Oberrcalschule 2 vorder geschehen, leider ging die Benachrichtigung über die er­folgte Genehmigung nicht rechtzeitig an alle Außenwachen durch, so daß sich das Mißver­ständnis am Mittwoch abend ereignete. Daß die Schüler oas Lied fangenSiegreich wollen rott Frankreich schlagen", sei im gegenwärtigen Mo­ment nicht angebracht. Die Exekutivbeamten wurden dadurch. besonders da auch Stimmen aus dem Publikum sich gegen die Wahl dieses Liedes wandten, jedenfalls in eine schwierige Lage gebracht. Dazu schreibt uns der »crarit- wortliche Begleiter des Zuges, Dtudienrar Sie­bert: Ter in Betracht kommende Oberwachtmei­ster Rabe hat den Zug aufgelöst, weil er die nur mündlich erteilte Erlaubnis zur Heimfüh­rung des Banners in offenem Zuge für ungenü­gend hielt. Ter Gesang des LiedesSieg­reich wotfn wir Frankreich schlagen war n ich, der Grund für die Auflösung. Daß dies Lied tatsächlich von einigen Schülern angestimmr worden ist sie drangen damit nicht durch haben die führenden Polizeibeamten, ebenso rote ich, gewiß erst später erfahren, denn erwähnt haben sie es mir gegenüber nicht ein einziges Mal. Ties zur Richtigstellung! Gesagt sein mag bei dieser Gelegenheit noch, daß das Ban­ner nach etwa halbstündigerHaft" von einer sehr viel kleineren Schülerschar nach der O. R. 2

Lus dem Reiche: Dp.-Va. Fürth M. T. W. Fürth (erstes Verbandsspiel) 1:1; Hol­ste ' Siel 1. F. C. Nürnberg 0:6: Mona 93 - F. E. Nürnberg 0:0.

Das Grdbeben in Japan.

Städte in Flammen. Tausende von Toten.

(Eigene Drabttneldung.)

Rotterdam, 3. September.

Reuter meldet aus Japan: Tokio steht in Flammen. Das Erdbeben ist das verhee­rendste seit Jahrzehnten. Der kaiserliche Palast in Tokio brennt. Die zahlreichen Gebäude sind zusammengebrochen. Die Wasserleitung ist zer­stört, Verwundete füllen die Straßen, die g a n z e Stadt ist in ein einziges Flammenmeer gehüllt. Nur der Stadtteil Schiba ist vorläufig von ben Flammen verschont geblieben. In Uokohama liegen die Toten zu Tausenden auf den Straßen. Die Holzhäuser von Uokohama nd zum größten Teil eingeäschert. Zahlreiche lüge, die aus Tokio kamen, sind von den Schienen gestürzt und zertrümmert. Alle Eisenbahnlinien, die nach Tokio führen, sind in einem Umkreise von hundert Meilen zerstört. (Siehe die Meldungen in der Beilage unter der RubrikAus aller Welt".).

turnen, Svorr und Spie!.

Fußball.

Süddeutsche Exttaklasse war zum gestrigen Spiel zwischen den ersten Mannschaften des Turn- und Sportvereins 1848 Kassel und Sport­verein Mannheim-WaldHos angesagt. Der Spiel- ausschuß des Turn- und Sportvereins von 1848 hat auch damit gerechnet, daß die Mannheimer in der angeWndigten Tpielstärke den Kamps be­streiten, hatte die großen Forderungen bewil­ligt, um den Freunden des Fußballsportes eine wirtlich gutes Mannschaft zu bieten und Mann- hcim-Waldhos? Wo blieb die erste Mannschaft? Man sagte, daß Mannheim heute ein Städtespiel bestreiten muß und vier Mann der ersten Mann­schaft in diesent Spiel Mitwirken. Hat man keine Zeit gesunden, diesen wesentlichen Faktor nach Kassel zu berichten? Es ist die allerhöchste Zeit, daß die Kasseler Vereine sich in Zukunft Sicher­heiten verschaffen, damit die auswärtigen Ver­eine die gegebenen Versprechungen halten. Tas Verhalten des Sportvereins Maunheim-Wald- hof muß in diesem Falle aufs schärfste verur- tcUt werden. Den Turn- und Sportverein von 1848 trifft in diesem Falle keine Schuld, in glei­cher Weise sind schon andere Kasseler Vereine betroffen, aber in Zukunft müssen die hiesigen Vereinsleitungen, bövor die Presse orientiert wird, die Gewißheit Haven, daß Ankündigungen eingehalten werden und etwaige Aenderungen rechtzeitig bekannt gemacht werden können. Tas Spiess selbst gewann Mannheim durch drei grobe Fehler der sonst guten Kasseler Verteidi­gung mit 3:2, dem Spielverlauf nach hatten die wirklich besser spielenden Kasseler den Sieg verdieur.

Veranstaltungen am Dienstag. Staats Heater:Eamoni", 7 Uhr. Neues : () c a t ( r :Anderer Leute K uder", 7,45 Uhr.

Mita fcrsMei Jjfüül'jsu

Deutschland-Schweiz.

Deutschland siegt mit 70'4: 67% Punkten.

Im Lcichtathlefik-Länderkttinpf Deutschland- Schweiz in Basel spielte Deutschland mit Ersatz. Ueber 100, 209 und 400 M.tter siegt Jmbach (Schweiz); 800 Meter Martin (Schweiz); 1500 Meter Scherer (Schweiz). Den 5000 Meter-Lauf gewinnt Walpert-K«sfel in glänzender Manier. Zeit 15:55,1 Min. Ti abhoch Heeg (Deutschland) 3,60 Meter; 110 Meter Hürden Tioßbach (Deutschland) 15,7: Speer Lüdecke (Deutschland): Kugelstoßen Wenninger (Deutsch­land) 13,70 Meter.

Deutschland« Angebote.

Stresemann bietet produktiv: Pfänder an. (Privat-Telegrmnm.)

Stuttgart. 3. September.

Reichskanzler Dr. Stresemann hielt g - stern in Stuttgart eine Rede. Der Kanzler sprach von den produktiven Pfandern, die Frankreich angeboten werden sollen und die von der deutschen Wirtschaft garantiert wer­den müssen. Ebenso sprach er von der bevor­stehenden Einführung der Goldmark. Unter an- Vetem sagte Dr. Stresemann: Die Zeiten, in de­nen wir leben, sind von ungeheurem Ernst. Die tiefsten Kräfte eines Volkes erwachsen aus der Rot des Landes. Wir sind in einer Not, die alles Dagewesene übersteigt. Unser größtes Wirtschaftsgebiet ist unproduftiv geworden. Rhein und Ruhr sind abgetrennt von der deutschen Souveränität. Unser Gruß gilt in er­ster Linie Denen, die unter unaussprechlichen Bedrückungen leiden. Sie sollen sich bewußt sein, dass wir sie nicht vergessen. Die Schaffung des Ministeriums für die besetzten Gebiete ist das äußere Zeichen unserer Verbunden­heit mit ihnen. Es gilt, einen Weg zu finden, der uns in die Freiheit führt. Die Alliierten verlangen garantierte tatsächliche deutsche Lei­stungen. Wir müssen auf den Boden produkti­ver Pfänder treten.

Reichs- und Privatbefitz sind die P f ä n d e r. die wir angeboten haben. Frankreichs Pfänderpolitik bezieht sich auf die Schaffung einer internationalen Bahngesellschaft am Rhein und Uebereignnng deutscher Bergwer­ke an der Ruhr. Unser Angebot d:r produktiven Pfänder muß mindestens gleichwertig fein. In der Antwortnote Belgiens an England liegen im übrigen Gedanken, die sich mit meinen Darle- gttngen decken, dass die Ruhrbesetzung nur bis zu dem Augenblick fortgesetzt zu werden braucht, in dem produktive Pfänder und deren Bezahlung wirksam werden. Die Grundlage der deutschen Leistungsmöglichstiten sind im letzten deutschen Moratorium noch nicht erschöpft Wir. mLCen zu einer wirtschaftlichen Verbundenheit der Völ­ker unb zur Bekämpfung der Teilnahmslofigkeit der Welt gegenüber Deutfchlands Schicksal kom­me». Deutschland braucht ein Moratorium für seine Leistungen. Es kann zunächst seinen Revarationsverpflichtungen nur als Zinsver- pflichtungen nachkommen. Ferner brauchen wir eine internationale Anleihe.

Rottung anzuzweiseln und zu beeinflussen. Dies ging in einzelnen Fällen so Weit, daß sogar die Unterlassung der Bekanntgabe der Besoldungssätze verlangt wurde. Die genannten Verbände müssen im Bewußtsein ihrer Pflicht gegenüber der Allgemeinheit au das Entschiedenste ablehnen, sich auf diese Wei e in der Freiheit der Behandlung öffentlicher An­gelegenheiten irgendwie behindern zu lassen. Bei Fortdauer dieser ungewöhnlichen Zumutungen behalten sie sich vor, Namen und Beschwerdean­laß der Einsender öffeittlich bekanntzugeben. Sie wissen sich in dieser Haltung eins mit ihren Tpitzenorganisationen, dem Verein teuttoer Zeitungsverleger und dem Reichsver- baude der Deutschen Presse sowie der Reichs- regi ernng wie auch der breiten Seffent» lichkeit und der Mehrzahl ihrer Losch."

Frankfurter Börse.

Frankfurt a. M., 3. September. (Privat- tclegramm.) Am heittigen Devisenmarkt war vormittags die Tendenz fest. Man nannte den Dollar vorbörslich gegen mittag mit 11% Millionen Mark. Dementsprechend neigte auch der Effektenmarkt zu weiterer Festigkeit.

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Stoffeier Kurse. >

Im heutigen Vormittagsverkehr wurden u. a. folgende Kurse getrennt: Baumann und Le­derer 6 5 Millionen G-, 7,5 B., Hessenbank 240 000 G., 270000 B., Hohenlohe 5 Millionen G Ad Weder 950000 G., 1,1 Million B-, Gebr. Un­gewitter 1,1 Million U Million B., Groß­almeroder Ton 10 Millionen G-, Rh.-heff. Treib­riemen 550000 G., 600 000 B., Dtsch.--rum. Mine- ralöl 650 000 G., 700000 B., W. Berge 100000 G.

Lokalnachrichten vom Tage.

Der neueste Bierprcis. Von heute ab be­trägt auf Grund neuerlicher Bierpreiserhöhung durch die Brauereien der Ausschankm i n d e st - Preis in den Wirtschaften für die Tulpe 120000 Mark, für Sechs-Zwanzigstel-Glas 200 000 ML, für das gebräuchlichste Sieben Zwanzigstel-Glas 230 000 Mark und für den halben Liter im Lo­kal und über die Straße 320 000 Mark. Dazu lommen noch die bekannten sonstigen Zuschläge.

-4-" Vom Fundamt. Die Eigentümer oder Finder der im Lause der Monate Mai bis ein­schließlich August 1922 gefundenen und beim Fundamt eingelieferten Gegenstände werden heute aufeforbert, dieselben binnen sechs Wochen im Fundamt des Polizeipräsidiums. Königstor 31, an den Wochentagen von vormittags 8 bis nachmittags 3 Uhr in Empfang zu nehmen, wi- driens anderweitig darüber verfügt wird.

Die Schutzpolizei in Borten. Beim Kraft­werk B o r k e n lah es am Wochenende gefährlich aus. Eine unruhige Stimmung war in die Ar­beiterschaft gekommen, sodaß ein Zug Schutzpo­lizei von Kassel entsandt wurde. Es gelang aber die Gemüter zu beruhigen, sodaß ein Einschrei­ten nicht notwendig war. Nock am Sonnabend kehrte das Kommando nach Kassel zurück.

Im goldenen Hochzeitskranz. Die Feier der goldenen Hochzeit konnte Nikolaus Ruhl in der Holländischenstraße in körperlicher und gei­stiger Frische im noch nicht vollendeter 71. Le­bensjahre mit seiner im gleichen Alter stehenden und ihm stets treu zur Seite gestandenen Ehe­frau .begehen. Aus diesem Anlaß wurde dem Jubelpaare u. a. durch den Vorstand des Artil- leristenvereins, dem der Jubilar ein treues Mitglied ist, eine Aufmerksamkeit überreicht.

Wie wird das Wetter? lieber dem Fest­land ist der Luftdruck stark angestiegen, sodaß Bewölkungsabnahme eingetreten ist. Dock ver­ursachen die von der See stammenden Winde kühles Wetter. Die Besserung scheint in der Hauptsache vorläufig anzuhaiten. Vorhersage bis Dienstag abend: Vielfach heiter, trocken, tagsüber wenig wärmer.

Roch immer wildes Boden. Das Poli­zeipräsidium gibt bekannt: Es ist wahrgenommen worden, daß gegen die Bestimmung., wonach das Baden in der offenen Fulda außerhalb der öf- eiitlichen Bade- und Schwimmanstalten. des tädtischen Fuldabades und der durch Pfähle oder Schwimmkörper bestimmten Grenzen ver­botene ist, fast täglich verstoßen wird. Die Poli- ?eibeamten sind erneut angewiesen, bei Zuwider­handlungen gegen die Polizeioerordnung mit al­ler Strenge vorzugehen und nötigenfalls Strafanzeigen vorzulegen.

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