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Kasseler Abendzeitung

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Nummer 203. Einzelnummer 80000 Mk. (Sonntags 100000). Sonnabend, 1. September 1923. Einzelnummer 80000 Mr. (Sonntags 100000). 13. Jahrgang.

Weitere Marknot. Teuerung und Steuern.

Verhandlungen?

Bemühungen durch die Diplomaten.

In Berliner politischen Kreisen pflegt man in ien letzten Tagen die Lage so zu beurteilen: Es könne gesagt werden, daß gewissermaßen be­reits Verhandlungen stattfänden. Wenn diese auch nicht offiziell geführt würden, so be­deute die gegenwärtig gepflogene Diskussion doch soviel, als wenn Männer an einem Tische säßen und den Weg zu einer Verständigung zu finden suchen. Und diese Ueberzeugung wird vertreten, obwohl die deutsche Währung weiter abwärts geht, obwohl das Ausland immer weniger In­teresse für die deutsche Mark, immer geringeres Vertrauen zu den deutschen Finanzen hat. Diese Auffassung wird vertreten, obwohl Poincars eine neue Rede hielt, die durchaus nichts von einem Entgegenkommen merken ließ. Man weist aber auf die Pariser Preffe hin, die jetzt eifriger als früher über Einzelheiten schreibt, mehr darauf eingeht und immer wieder ausspricht, es könne Stresemann möglich werden, zu einer Verstän­digung zu kommen. Auch die englische Presse wird zum Beweise hcrangezogen. Sie schreibt, die Berliner Regierung habe die nötigen Schritte zur Beilegung des Ruhrkon­fliktes eingeleitet, sei moralisch gefestigt und befähigt, Deutschland zu retten. Allein: dieses Vertrauen, das die deutsche Regierung im Aus­lands genießt, scheint denn doch die Ansichten in Berlin nicht in der Hauptsache zu wecken. Man will in Berlin vielmehr diese Wendung als Zwischenspiel ansehen und achtet mehr auf die internen Fragen, die daneben aufgeworfen werden. So zeigt sich zum Beispiel, daß bereits der Anfang gemacht zu sein scheint, die Differenz zwischen Frankreich und England zu überbrücken. Die Zusammenkunft zwischen Baldwin und Po- inears soll den Schlußstein auf diese Derstän- digung setzen. Da man aber überzeuat ist, daß England an seinem Programm festhalten werde, könne nur ein Entaegenkommen Frankreichs die -enz beseitigen.

In französischen Blättern liest man heute frei­lich, der diplomatische Meinungsaustausch der Sllliierten gebe um die Entscheidung über lokale Garantien oder zentrale Sicherheiten. Jeden­falls haben die Berliner Kreise nicht unrecht, die von einer Entspannung sprechen. Man toirb ibnen aber nicht ohne toeitAcS beipflichten kön­nen, wenn sie meinen, dir inoffiziellen Verhand­lungen nehmen einen guten Fortgang und schei­nen einem guten Ende zuzvstrcben. Ein wenig Ovtimisrmts war in Deutschland immer vorhan­den. Fetz' schießt er wieder ins Kraut, lind das ist bei der Lag« Deutschlands bedauerlich, denn solche falschen Hoffnungen müssen auf die inneren Verhältnisse einwirken, die nach schär­feren Wendunaeu, noch neuen 'Beweisen, daß man fich getäuscht habe, nur noch trostloser wer­den können. Soweit man unterrichtet ist. teilt die Berliner Repieruna diese Meinung in keiner Weise. Sie bat zwar schon verschiedene Versuche unternommen, die außenpolitische Lage zu klä­ren, aber sie ist leider noch keinen Schritt weiter gekommen. Stresemann kann ebensowenig wie Cuno über die schwierige Frage der R u h r be­setz un g fort. Er muß den v assive n Wi­derstand als ein unabänderliches Faktum in Rechnung stellen. Aber in der Diskussion zwi­schen England vnd Frankreich scheint es, <sss ob diese Hauptfrage oft zur Nebenfrage herabfinkt und zwar wohl, weil auch in England die Mei­nung vorhanden ist, die neue Berliner Regierung werde schließlich den Ausweg finden, wie der Streit um die Ruhr am besten beigelem werden könne. Gewiß find jetzt die Pariser Mütter ehr- l-cher, denn fie geben zu, daß allein die Hal­tung Poincarös ein Hinderungs­grund der Verständigung sei, fie schreiben offe­ner als je, wekbe Enttäuschungen Frankreich er­lebt habe, jetzt zum Beispiel- die. daß die Ein­führung der eigenen Währun» in den besetzten Gebieten aufoegeben werden mußte.

Die Dinge liegen hewe jedenfalls so, daß man sagen kann, es bemühen fich Männer in allen Ländern, dem Konflikt ein Ende zu machen. Aber es ist eben nur bei diesen Bemühungen :-blieben Unb wenn man solche Bemühungen fls Verhandlungen werten kann, so haben die unverbesserlichen Berliner Optimisten recht. Sie befinden fich indessen in einem großen Irrtum, denn so lange die Fäden noch nicht deutlicher ge- toüpft find, darf man keinerlei Hoffnungen hegen. Sie lassen fi-b. allein van dem aroßen Vertrauen das fie der Initiative Stresemann« ent- aegenbringen. die ober so rührig fie auch sein mag. allein doch nicht hinreichen kann, eine ver­worren- Laae mit wenigen Reden zu klären, einen Knoten zu lösen, der von Poincars noch mit aller Kraft zupezoqen wird und an dem die Engländer tvtf) hilflos berumbasteln. Zwar scheint noch einige Hoffnung auf Belgien zu fein, das eine Lösung der Ruhrfraoe mit größ­ter Beschleunigung wünscht. Das Parlament hat Regierung dringlich beauftragt, auf eine end­liche Regelung hinzuarbeiten. So crflärt es fich. daß fich Belgien jetzt versöhnlicher zeigt als

und Frankreich drängen wird.

N. P.

Vroitsi brr Dotfchafkrkvnserrnz.

Paris, 31. August. kEigene Drablmeldung.) Die Pariser Botschafterkonferenz hat

grstaltung waren gestern die Träger der Ge­werkschaften beim Rcichsfinanzmini- er. Im Anschluß daran fand eine Ressort­besprechung statt. Dr. Hilferding gab die Erklä­rung ab:Die Steuergesetze sind noch nicht erschöpft. Wir werden mit Beschleu­nigung weitere Stcuervorlagen ein­bringen, die alles erfassen sollen, was der Staat braucht, um die Noteninflation still zu legen. Bis dahin muß leider die Anpassung an die Weltparität und auch die Teuerung fortschreiten, aber sie werden zu unserer Gesun­dung führen." Wie ein Berliner Blatt bemerkt, wird die Felge dieser Markentwicklung schon in diesen Tagen eine Verzehnfachung aller Preise sein. Bon irgend welchen praktischen Maßnahmen der Regierung aber verlautet nichts.

SrsseSnisiofr Torffvrrkwndlungen.

Berlin, 31. August. (Privattelegramm.) Die gestern im Reichsarbeitsministerimn geführ­ten Tarisv»Handlungen für die Bankbeam- t e n sind ergebnislos geblieben. Es soll nunmehr der Schlichtungsausschuß angerufen werden.

gestern zum itfienisch griechischen Streit Stellung genommen. Es wurde beschlossen, im Namen der französischen und italienischen Regierung einen energischen Protest an die griechische Regierung zu richten. Es wird gefordert, daß die griechische Regierung sofort eine eingehende Untersuchung einleitet. Die Erregung in Ita­lien wird durchaus gewürdigt. In der Sitzung wurde übrigens der Meinung Ausdruck gegeben, daß jede voreilige gewaltsame Attion der strei­tenden Mächte zu vermeiden sei.

Der rasende Marksturz.

Englische Beurteilung seiner Ursachen.

(Eigener Druhtbericht.)

London, 31. August.

Der Börsenmitarbeiter desManchester Guar­dian" schreibt:Zweierlei Ursachen kommen für die neue Markentwertung in Betracht: die eine ist die Massenabgabe von bcutfdjet Mark im mutmaßlich französischen Auftrag, die andere und Hauptursache ist die ungünstige Beurteilung der angekündigten Regie- rungsmaßnahmcn durch den neuen deut­schen Finanzminister. Herr Hilferding ist ein hochbegabter Mann, aber er ist von Beruf Medi­ziner und hot sich bisher nur als autotidaktischcr Theoretiker in Finanzsachen bewährt. Die ins Unermeßliche gehende deutsche Inflation kann nicht durch Devisenbeschlagnahme und nicht durch die sich fast Überschlagende Steigerung der deut­schen Löhne und Gehälter, die Herr Hilferding vertritt, um Weltrnarktonpassung zu erreichen, be­seitigt werden, sondern durch ganz andere Maß­nahmen. durch Abbau des Beamtenkörvers, Er­höhung der Arbeitsleistung und alle jene Anord- nnnaen, die ein tüchtiger Praktiker ohne weiteres ergreifen würde. Die von den Sozialisten drohenden neuen Eingriffe in die Substanz des deutschen Nationalvermögens wirken ungünstig in der Beurteilung der Zukunft Deutschlands."

Die große Koalition.

Der Endkampf «m Deutschlands Dasein.

Dl« Deutsche D- l-spartet, Ortsgruppe Nagel, beranftaltete am Donnerstag Abend einen üffentuthen TSoi.ra3, um dl« kritische Lage der Gegenwart eingehend zu beleuchten Die Absicht der hiesigen Ortsgruppe der Deut­schen Volkspartei, die politische und wirtschaft­liche Lage der Gegenwart klarzulegen, wurde am Donnerstag abend in einer Versammlung im Evangelischen Vereinshaus in sachlicher Weise durchgeführt. Als berufener Sprecher war der Vizepräsident des Reichstags, Geheimer Justiz- rat Professor Dr. R i e ß e r gekommen, der einen Ueberblick über die Lage gab, woran fich eine Aussprache anschloß. Der Vorsitzende der hiesigen Ortsgruppe, Dr. Becker, wies einleitend auf, die stumme Schlacht um das Ruhrgebiet hin, die seit Anfang dieses Jahres gekänchft wird. Dieser Kampf bedeutet mehr als es äußerlich scheint, er ist ein Kampf um die Frage, ob Gesittung und Wohlfahrt in Europa aufrecht erhalten werden soll, oder oh das Ehaos kommen soll. Wie der

Belgiens Letzter Versuch".

Brüssel, 31. August. (Eigene Drahtmeldung.) Der belgische Minister Jasper sagte in einer Rede in Lüttich, das belgische Angebot an Eng­land fei ein ernster, aber letzter Versuch Belgiens, die Ruhrfrage schnell zu lösen. Wenn das flunmende deutsche Garantieanaebot nicht den nach London mitgeteilten belgischen Mindestforderungen entspräche, dann würde es Belgien nicht möglich fein, an Verhandlungen darüber teilzunehmen.

Dor der letzten Station.

Zürich, 31. August. (Privattelegramm.) An den Börsen in Mailand und Turin wurde gestern der KurS der deutschen Mark g e- st eichen. DerEorriere della Sera" schreibt, nach allgemeiner Auffassung stehe die deutsche Mark unmittelbar vor ihrer letzten Station.

Anrufung des Dvikerbundes.

Zürich, 31. August. (Eigene Trahimeldung.) DerKarriere della Sera" meldet aus Athen: Die griechische Regierung hat sich an den Völkerbund für Wiederherbeiführung einer Einigung mit I-nlien gewandt. Das B att be­merkt. saß keine Kriegsgefahr mit Griechenland vorliege. Griechenland werde schon mit Rücksicht auf seine isolierte Lage kei­nen Widerstand leisten. Das sei die Auffassung der amtlichen römischen Kreise.

«Segen di? Finanzcxperimentk!

London, 31. August. (Eigener Drahtbericht.) Wie die Londoner Blätter melden, halten die Abgaben von großen Markbeständen an der Londoner Börse un.verm-ndert an. WieDaily Mail" behauptet, beteiligt sich besonders die Pa­riser Morganbauk an den Abgaben, die noch nichtamEnde-n sein schienen. DerRotter- darnsche Courant" meldet aus London, daß das vernichtende Urteil der Londoner Banken über die neuen Finanzexperimente in Deutschland in allen Börsenberichten zum Aus­druck kommt. Die Theorie des neuen deutschen Finanzministers, dis Roteninflation durch eine alles überbietende Steigerung an Tarifen, Löh­nen und Preisen zu bekämpfen, werde in London nicht begriffen, da die österreichische Sanierung auf die Finanzhilfe des Völkerbundes, aber nicht auf andere Ursachen aufgebaut fei. Nach Auf­fassung aller Londoner Zeitungen werde das neue deutsche Finanrerperiment den Absturz der deutschen Mark katastrophal beschleunigen.

Fortdauer der Teuerung.

Besprechung der Gewerkschaften mit Hilferding. tPrivai-Telegramml

.Berlin, 31. August.

Die Krise am Battan.

Italiens Vorbereitungen gegen Griechenland (Eigene Drahtmeldung.)

Wien, 31. August.

AuS Rom wird berichtet: In Regierungs kreisen wird erfiärt, daß, wenn di: griechisch' Regierung nicht die umtimat-ven Forderungen Italiens annehme, die Contolta sich die Ge­nugtuung auf anderem Wege sichern werde. Der italienische Kriegsminister und der Marine- ministcr hatten gestern e ne lange Unterredung mit Mussolini. Die römischen Blätter berichten über eine fieberhafte Tätigkeit im Kr cg s- Ministerium. Rach Meldungen aus Tarent und Neapel ist beinahe die ganze italieni­sche Flotte in .Kriegsbereischoft ver­setzt worden. Mehrere Geschwader sind, mit versiegelten Orders und in voller Kriegsbereit­schaft, nach dem Piräus und der griechischen 'ste in See geaan^en. Der restliche Teil der itokienischen Flotte ist in den .Heimatstädten ab­fahrtbereit. Rach einer Meldung derEpoca" soll auch schon mit der Verschiffung von Infanterie- und San'tätstruvpen begon­nen worden fein Die italienisch: Regierung hat die Presse aufacf* rbrrt, feine Nachrichten über Heeres- und Schiffsbewea-mgen zu veröffentli­chen. Im Falle der Mcktbefolaung dieser Auf­forderung würden d'e Blätter verboten werden. Wer verlautet, hat He italienische Regierung in Paris erklären lassen, daß sie vor keinem Mittel zurückschrecken werde, um von Griechenland volle Genugtuung zu erhalten.

tim öle Reparationen.

Hoffnung des Reichskabinetts auf Verhandlungen.

(Privat-Telegrmnm.)

Berlin, 31. August.

Wie wir erfahren, hat gestern nachmittag eine Reffortbesprechung beim Reickskanzler stattgefunden, die sich mit den Vorschlägen und Forderungen der belgischen Antwort­note an England informatorisch befaßt hat. Die allgemeine Auffassung im Reichskabinett geht dahin, daß der Hauptwert der belgischen Ant­wort in dem Schlußpassus liegt, der dem Wunsche Ausdruck gibt, inLondonzuverhandeln. Das Reichskabinett sieht in dem Zustandekommen von Verhandlungen der Alliierten in Lon­don einen wichtigen Schritt auf dem Wege, auch die deutfchen Vorschläge vom Juli d. I. zu einer Aussprache zwischen England und sei­nen Verbündeten zu bringen.

so sagte er, wir lebe der man sagen kann, Unter dem Druck der katastrophalen Mark-sdas Lachen verlernt

Stolknifcße Rache.

Zürich, 31. August. (Eigener Drahtbericht.) Aus Mailand wird gemeldet: Die grie­chenfeindlichen Unruhen h^ben sich auch gestern fortgesetzt. Es wurde wieder e ne gro­ße Anzahl griechischer Läden geplündert. Die Polizei hat alle Griechen in Mailand in Sckutzhaft genommen und ihre Wohnungen versiegelt, um Schlimmeres zu verhüten.

würde mit Händeklatschen begrüßt. SS ist wahr, '0 sagte er, wir leben in einer ernsten Zeit, von re«. Hiwi (uytii luiui,es ist die Generation, die .-as Lachen verlernt hat". Heber die französische Politik im Ruhr gebiet sagt er, daß es den Franzosen um mehr geht als um die Repa­ration oder um das Ruhrgebiet; sie verfolgen ihr altes Ziel, die Zerstückelung Deutschlands. Was sie im Ruhrgebiet tun, wie sie die Bevöl­kerung quälen und das Wirtschaftsleben lahm legen, das geht auf die Zerstörung des deutschen Staates hinaus. Dieser Politik werden wir uns entgegensetzen, solange unsere Kraft reicht. Leider ist ober auch festzustellen, daß im deutschen Reiche die Autorität g e s ch w u n d e n ist. Es herrscht Kampf in den Industriebetrieben, Kmnvf gegen die Regierung, oeeen die Richter, Willkürherrschaft der Straße und dergleichen. Das Elend ist begründet in der entsetzlichen Entwertung der deutschen Mark. Es ist ein

Volkspartei, sagte der Redner, hat jetzt ein gro- ßes Opfer gebracht, als sie ihren Führer Dr. Stresemann die Leitung der neuen Regie­rung hat Wernehmen lassen. Mr wissen, und Sttesemann hat es selbst gesagt, wenn eS dieser Regierung nicht gelingt, die Lage zu bessern, dann Wirb sie wohl die letzte bürgerliche Regierung gewesen sein. Der Vorsitzende gab seiner Freude Ausdruck, daß Geheimrat Professor Dr. R i e tz e r, ein Führer der alten Garde- hier spreche.

Geheimrat Dr. Meß«

Frankreich und sekue Antwort an England ge­wildert gegeben hat. Es fragt sich nur, ob sie soviel Einfluß hat, Poinearö umzustimmen. Ta die belgische Regierung davon abhängig ist, ob sie den Auftrag des Parlaments ausführen tonn, oder nicht, so ist anzunehmen, daß sie im eigenen Interesse zu Verhandlungen zwischen England

Tanz um die goldene Devise.

Unsere Rechnung geht schon im Alltag in die Mil­lionen, in den Betrieben in die Milliarden und in die Billionen und bald wird sie in die Tril­lionen gehen. Im Volke macht sich eine furcht­bare Not breit. In dieser Lage ist das Ka­binett Stresemann entstanden. Wer in solcher Zeit es unternimmt, das Steuer in die Hand zu nehmen, der sollte freudig be­grüßt und nicht parteipolifisch bekämpft wer­den. Die große Koalition, wie sie jetzt durch das Kabinett dargestellt wird, hätte schon viel ftüher gebildet werden müssen. Die schnelle Bil­dung dieser Koalitionsregierung bat auf jeden Fall schon bei ihrem Anttitt die Herrschaft der Straße und den kommunistischen ßleneralstteik verhindert. Es ist die Forderung des Tages, das Kabinett Stresemann mit allen zur Ver- fügung stehenden Mitteln zu unterstützen. Was

seine Politik

angeht, so steht in erster Linie die Befreiung d e s R n b r g e b i e t s mit allen Mitteln und im Einverständnis mit der Ruhrbevölkerung. Eine wichtige Aufgabe ist die Stillegung der No- t e n p r e fs e, also die Eindämmung der Papier- aeldflut, weiter die Verminderung der Ein­fuhr und die Vermehrung der Ausfuhr, nm so die Wirtschaftslage zu bessern. Damit muß Hand in Hand gehen, die Einnahmen und Ausgaben des Reiches in Einklang zu brinaen und die Währung wiederherzu- stellen. Das kann aber alles nur gelingen, wenn durchbrutale Besteuerung" und An­leihen dem Reiche so viele Mittel beschafft wer­den können, daß die Finanzverwaltunq ohne die Notenpresse auskommt. Gewiß sind Fehler im Steuergesetz. besonders die rascke Aufeinander­folge der Steuertermine bringt Härten mit sich Aber es liegt die harte Notwendigkeit vor,

durch harte Maßnahmen zum Ziele

zu kommen. Es handelt sich hier darum, daß Wik weiter leben wollen, cs handelt sich um den Be­stand des Reiches. Im Ein »einen hat niemand das Reckt, besser zu leben als im Frieden. (Zu­rufe: Sehr richtig!) Eine wichtige Ausgabe ist ferner die Verbilligung der Kohlen, die Verein­fachung der Besteuerung und Einziehung der Steuern. Es muß aber darauf Bedacht genom­men werden, daß die Besteuerung nickt di- ffiHtt-