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Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

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Nnmrner 189.

Einzelnummer 15000 Mk.

Donnerstag, 16. August 1923.

Einzelnummer 15VVOMk.

13. Jahrgang.

Aufruhr, Plünderungen und Streiks.

Die große Koalition.

Das Kabinett Etresemann.

Man Hai es bisher nicht für möglich gehal­ten, daß so schnell in Deutschland eine neue Re­gierung gebildet werden könnte. Lange zwar spukt der Gedanke der K o a l i t i o n in den Köpfen einiger Politiker, besonders Stresemann hat unablässig für sie gearbeitet, weil er der Auf- fasfung war, in Deutschland könne nur mit der Sozialdemokratie regiert Werden. Die plötzlich hereinbrechende Währungskaiastrophe erst hat den entschiedenen Anstotz gegeben, den Rücktritt der Regierung Euno zu wünschen, und da innen« und außenpolitisch die Lage eine schnelle Ent­scheidung forderte, kamen auch die Sozialdemo­kraten zu dem Entschluß, Stresemann als Kanz­ler Trorzuschlagen. Damit aber war gleichzeitig die Frage der großen Koalition gelöst; denn als deren hauptsächlicher Träger war von vornherein anzunehmen, Stresemanns Bemühen werde auf die Schaffung einer Regierung hinauslausen, die sich von der Deutschen Votkspartei bis zu den Sozialdemokraten erstreckt. Er hat sich frei­lich lange auf das Amt des Koalitions-Kanzlers vorbereitet. Das stand schon lange fest, sobald die Koalition ersteben würde, werde Stresemann Reichskanzler. SHt seiner letzten Rede, die außerordentlich geschickt war, hat er auch den Widerstand der Sozialdemokraten gebrochen. So war es ihm möglich, in vierund-wanzig Stun­den eine Regierung zu bilden, die von manchen stark angefeindet wird, weil man glaubt, auch sie weise nicht die Männer auf, die jetzt das Staatsschiff zu leiten vermögen, von anderen aber wieder mit dem größtem Vertrauen auf« genommen wird. Als n e u e Männer dieser Neuen Regierung haben zu gelten der Kanzler Stresemann selbst, der Sozialdemokrat Sollmann, der das Ministerium des Acußern erhielt, der frühere Unabhängige, jetzige Sozial­demokrat Dr. Hilfer^ing, der Hermes' Nachfolger ist, und der Zentrumsmann Ober- bröüdent Dr. Fuchs, für den ein neues Mini- s eriuirt der besetzten Gebiete geschaffen wurde. Sie werden zu beweisen haben, ob sie mit Recht an die Stelle der alten Männer getreten sind.

Jedenfalls aber bangt auch diese Regierung vom Kanzler ab. S1 r e s e m a n n ist eine Stre­bernatur. Das zu sagen darf nicht übel gedeu­tet werden. Er hat feit Fahren den Kanzlersitz im Auge rind ihn jetzt erklommen in einer Zeit, da er wirklich Fähigkeiten ausweisen muß, um zunächst zwar nichts zu beffern, aber wenigstens den weiteren Absturz aufzuholten. Die Ansichten darüber, ob Stresemann die Fähigkeiten hat, die Situation zu meistern, gehen auseinander. Tat­sächlich kann man ia auch angesichts unserer Lage beute nichts Voraussagen. Auch der Beste kann machtlos werden und zur Tatenlosückeit durch Verhältnisse verdammt sein. Indessen ist Strese- mann eine lebhafte Initiative nicht abzusprechen. Man könnte ibn mit Llovd George vergleichen. Er ist der Mann der Kompromisse, der nicht den Bruch, sondern die Verständigung sucht, der lieber etwas opfert, um manches zu erreichen, cckS starr an einer Forderung festhält, um alles zu verlieren. Er ist elastisch und wen­det sich leicht, klebt nicht an alten Anschauungen, wenn er sieht, daß die Zeit einen anderen Kurs fordert. Vielleicht können wir jetzt einen Mann dieser Art brauchen. Aber wir haben uns daran zu erinnern, daß auch Erzberger ähnliche Veran­lagungen hatte. Immerhin muß man Strese- warm nachsagen, daß er eine grundsätzlich ra­tionale Politik vertritt. Und so sehen wir denn auch in seinem Programm, das allenthal­ben mit Beifall ausgenommen wurde, die natio­nalen Gesichtspunkte oben vorangestellt.

Fortsetzung des passiven Widerstän­de s ist der Grundzug der Polisik, die die neue Regierung verfolgen will. Fortsetzung des pas­siven Widerstandes bis zur Erlangung der vollen wirtschaftlichen und politischen Verfügungs­gewalt im Einbruchsgebiet. Unbedingte Auf­rechterhaltung der absoluten deutschen Souveränität im gesamten besetzten Gebiet. Durchführung aller erforderlichen wirtschaft­lichen und finanzpolitischen Maßnah­men mit äußerster Energie. Schließlich: Auf­rechterhaltung der Rübe und Ordnung mit allen Mitteln der Staatsautorität. Dieses Pro­gramm kann, so kurz es ist und so zeitgemäß es anmutet, doch noch verschiedene Erweiterungen erfahren. Und Stresemann wird mit feinem be­tt eglichen Geist es sicherlich verstehen, unter Be­achtung der Grundzüge des Programms die Positik der Verständigvna i*n inneren und nach außen zu befolgen. ES ist falsch, wenn die fran­zösische Presse sag', er wolle die Abkehr von Eng- tond und die Verständigung mit Frankreich. Im (Segenteil wird Stresemann bemüht fein, die Vorteile dort zu holen, wo sie zu liegen scheinen und sich heute Wohl schwerlich schon klar darüber fein, ob er das eine tut und das andere läßt.

Auch diese Regierung sieht links und rechts Oppositionsparteien. Sie steht also von bernfeerein in Kampfstellung. Indessen haben die Deutfcknationalen nicht die Ätbsicht, der Reaic-

rung die Arbeit zu erschweren. Sie wollen an­gesichts unserer schwierigen Lage im Gegenteil dazu beitragen, der Regierung den Weg zur Ruhe und Ordnung zu erleichtern. Wenn man auch persönlich die Wandelbarkeit des neuen Kanz­lers in den Kreisen der Rechten zu einer ausge­sprochenen Antipathie gesteigert sieht, so wird man doch wiederum den Fähigkeiten Strese­manns gerecht und ist der Ueberzeugung, er werde mit seinen Fähigkeiten doch besser über Klippen kommen, ÄS der bedächtig arbeitende bisherige Reichskanzler Cuno.

Qlufrufcr und Plünderung.

Viele Tote und Verwundete in Aachen- (Eigene Drahtmeldung.)

Aachen, 15. August.

Im Lause des gestrigen Tages kam es zu blutigen Revolten. Die Unruhen nah­men ihren Ausgang vom Polizeipräsidium, wo eine Abordnung der Erwerbslosen vom Polizei­präsidenten die sofortige Herausgabe ter Ge­fangenen verlangte, die in den letzten Tagen we­gen Plünderungen von der Polizei festgenom- men waren. Die Auslieferung wurde verweb fiert Als die Menge mit Steinen uns Eifenleilen gegen das PoliMpräsidium vorging, machte die Polizei von der Waffe Ge­brauch. Nach Meldungen von gestern Abend gab es zehn Tode und über achtzig Ver­wundete. Auch in der Umgegend von Saiten ereigneten sich schwere Unruhen infolge der Teuerung. Bergarbeiter und andere Arbei­ter sind überall in den Streik getreten. In den Aachener Vororten wurden die Hotels von der Menge gestürmt. Die Polizei mutzte sim dort vor der Uebermacht der Menc>e zurückziche-.i.

Beim rriLnökrn erschossen.

Köln, 15. August. (Privattelegramm.) Bei Plünderungsvxrsuchen in Jülich wurden drei Personen erschossen und ebensoviel verletzt. In Krefeld ist d'e Ruße wieder feerfieftettt ließet zweihuntertsünfzig Personen, die an Plünderungen teilnahmen, wurden verhaftet. Die Kriminalpolizei hat bis­her für über 5 Milliarden Mark geraubte Ware« wieder herbeischaffen können.

Zusammenstöße In MMeldeutsHland.

Halle, 15. August. (Privattelegramm.) Im Senftenberger Draunkofelengebiet ist der Ausstand allgemein. Die Polizei wird von der Menge tätlich angegriffen. Gestern wurden vier Personen getötet und vier verwundet Um 9 Uhr abends hatte die Sckmtzvolizei alle Ein­gänge der Stadt besetzt. Alle Passanten werte» auf Schußwaffen untersucht. Die Stimmung ist erregt, reute vormittag haben in Senftenberg große Plünderungen begonnen. Militär aus Leipzig und Dessau ist unterwegs. In Leip ziger Vorstädten kam es in der Nacht verein-eir zu Plünderungen. Auch aus Chemnitz werden Plünderungen gemeldet, die organisiert sind.

Don der Arbeit vertrieben.

Hamburg, 15. August. (Privattelegramm?) Heute früh ist die gestern niedergelegte Arbeit in den Großbetrieben noch nicht wieder aus­genommen worden. Kommunistische Stoßtrupps holen die Arbeiter mit Gewalt aus den Betrie­ben. In der Stadt selbst herrscht Ruhe. Auch aus Wilhelmsburg werden weitere Un­ruhen gemeldet.

Kundgebungen In Berlin.

Berlin, 15. August. (Privattelegramm.) Die Kommunisten kündigen in den Betrieben neue große Massenspaziergänge an. Gestern abend kam es zu zahlreichen Ansammlungen, die von der Polizei zerstreut wurden.

Das neue Kabinett.

Dr. Stresemann äußert sich zu Pressevertretern. (Eigene Drahtmelduna.»

Berlin, 15. August.

Beim Empfang der deutschen Pressevertreter bekannte sich der neue Reichskanzler Dr. Strese­mann als ein Politiken, der von jeher der Presse nahe gestanden bat und die ernsteste Auffassung von Wesen und Bedeutung der öffentlichen Mei­nung besitzt. Sein Kabinett möge wohl gewisse Schwächen haben, so sagte er, aber ein Plus bringe es zur Arbeit mit Die Schwierigkeiten zwischen dem Reiche und den größten Bundes- staatün, die sich öfter geltend gemacht hätten, könnten jetzt als beseitigt gelten. (?) Reichswehr und Polizei-Exekutive mürben Hand in Hand gehen, und alle Bestrebungen, die sich gegen den Staat und gegen die Verfassung richten, mit allen Machtmitteln von Anfana an rücksichtslos bekämpfen Die neuen Steuern würden keintzs- kalls den Bedarf des Reiches decken, aber er kön­

ne schon heute sagen, daß die Aussicht auf Besse­rung heute beträchtlich Vesser fei a!S vorher.

Die jüchflschkn Radikalen.

Seigner gegen Stresemann.

(Eigener Drahtbericht.)

Dresden, 15. August.

Der sächsische Ministerpräsident Z ei g- ner hat Äne neue Red« gegen die Reichs­regierung gehalten. Er nannte den Reichs­wehrminister einen ganz traurigen Menschen, der nicht begreife, daß es sich um die Existenz der deutschen Republik handele und der die monar­chistische Propaganda im Heere dulde. Der Mi­nisterpräsident sagtv:Wir verlangen die Ent­fernung des Reichswehrminifters Geßler. Schon nach dem Rathenau-Mord Hai mein Vorgänger die Abberufung Getzlcrs verlangt. Die schriftli­che Eingabe meines Vorgängers an die Rcicks- regierung wurde nickt einmal von Herrn Josef Wirth beantwortet. Es bleibt uns gleich, wel­che Regierung in Berlin herrscht, sie herrschen alle nur für das Kapital und das Bürgertum, von Josef Wirth angefangen bis zu Herrn Stre­semann." Diese neueste Rede des sächsischen Mi­nisterpräsidenten wird natürlich zu lebhaften politischen Auseinandersetzungen führen.

Bayerische Sonderstellung.

DieMfttelpartei" gegen die Reichsrooierung. (Privat-Telearamm)

München, 15. August.

Zu der Neubildung der Reichsregierung fd-reifei heute dieMünchener Zeitung" (bäue­rische MittelpartÄ), man brauche keine Seher­gabe zu besitzen, um vorauszusehen, daß eS bald wieder zu schweren Konflikten zwischen Baqern und dem Reiche kommen wird, wie sie daS Republik-Dchutzgefetz seinerzeit heraufbe­schworen hat. In der Aera Euno sei es gelun- gen, diesen Dingen die Spitze abznbreck>en. Wenn Dr. Stresemann die Ministerpräsidenten der Länder nm sich versammeln werde, um ihnen die Grundlinien seiner Politik darznlegen, wer­de wohl der bäuerische Ministerpräsident nicht verfehlen, den neuen Reichskanzler über die Notwendigkeiten zu unterrichten, durch die ein gutes Verhältnis zwischen dem Reiche und zwischen Bayern bedingt sei.

Die Feindschaft zwlsmen links und rechts.

München, 15. August. (Privattelegramm.) Die sozialdemokratischeMünchener Post" ist heute, naditem das Verbot durch die Polizei- direkiion auf drei Tage verkürzt worden war, zum erstenmal wieder erschienen. Die deutsch- nationaleMünchsn-Augsburger Abendzeitung war dagegen durch einen Streik ihres Drucker­personals am Erscheinen verhindert. DieMün­chener $oft" teilt in ihrer gestrigen Nummer mit, daß dieZentrale für Heimatdienst" sämt­liche deittscken Ministerpräsidenten aufgefordert hotte, für ihre Nummer vom 11. August einen Artiktt über die Verfassung zu schreiben. Sämtliche Ministerpräsidenten seien dem nachge­kommen. nur der bäuerische Ministerpräsident Dr. v. K n i l l i n g habe die Antwort gegeben, für ihn bestehe keine Veranlassung, einen Beitrag über die Weimarer Verfassung zu liefern.

Die Ausstände in Sachsen.

Weitere Lohnstretks tu Sachsen. (PrivabLelearaunm)

Leipzig, 1& August.

Obwohl mit dem Betriesrat de» städtischen Gaswerke ein Einvernehmen erzielt worden war, daß der Betrieb der Gaswerke in der übli. chen Weise aufrecht erhalten werden sollte, hat die Belegschaft heute die Arbeit erneut nie dergelegt. Auch die Arbettcr des städtischen Elektrizitätswerkes streiftn; Leipzig ist daher ohne GaS und eleftrisches Licht. Am Dienstag früh sind auch die Straßenbay- ner nicht zur Arbeit erschienen, sodaß auch die Straßenbahn nicht verkehrt. Diese Streiks haben ihre Ursache in Lohudifferenzen. Außer­dem streiken noch die Bau- und Metallarbeiter.

Umzüge In Dresden.

Dresden, 15. August. (Privattelegramm.) Seit Dienstag morgen haben die Geschäfte ge schlossen, namentlich die Lebenstnittrlge- schäfte. Große Demonstrationszüge bewegen sich durch die Stadt, aber die Demon­strationen tragen seitlichen Charafter. Eine ganz neue Erscheinung bilden die von Arbeitern gebildeten Radfahrerabteilungen, die in Stärke bis zu tausend Mau» den Zügen vorausfahren. Augenblicklich wird im Justizministerium zwi- scheu dem Ministerium itnh den Großindustriel­ten verhandelt. Die Polizei befindet sich in erhöhter Al armbqreitschaft.

Weitere Xeilstreiks.

Bedrohliche Lage in Mitteldeutschland.

Halle a. d. S., 15. August.

In einer Reihe von Betrieben in Hall« wird noch immer nicht gearbeitet. Rach der Haltung der Streikenden ist jedoch anzunehmen, daß die Arbeit demnächst wieder an^-nommen wird. Zur Wiederherstellung der Ruhe in Staßfurt ist eine Hundertschaft Schupo aus Biühlhausen (Thüringens eingetroffen. Pa­trouillen durchziehen die Stadt. Eine Kompag. nie Reichswehr wird erwartet. Riesige Streikversammlungen auf den öffentlichen Plät­zen lassen vermuten, daß der Streik noch einige Zeit dauern wird. Sämtliche Betriebe der Stadt liegen still- In Teutschental Bei Halle wurden 20 bis 25 Führer der Streikbe­wegung van der Schupo verhaftet und nach dem Gerichtsgefängnis in Eisenach überführt. In Helmstedt stretken 12 Betriebe. In den Stra­ßen ist es sehr unruhig. Zahlreiche Zusammen­stöße zwischen den Bürgerlichen und den Ar­beitern vermehren die Unruhe- Die Schupo wurde von den Arbeitern entwaffnet. (!) Proletarische Hundertschaften stehen an bet Spitze der Streikenden. In Arnstadt ist es zu blutigen Zusammenstößen zwischen Mitglie. bem des Iungteutschen Ordens und Kontmu- niften gekommen. Auf beiden Seiten gab es zahl, teilte Verwundete. Ein Mitglied des Jung- deutschen Ordens wurde totgeschlage«.

Unruhen im Norden.

Harburg, 14. August. Die Hoffnung, dass eS iit Harb «r g ruhig bleiben werde, hat getro­gen. Schon Montag nachmittag fanden einzelne Teilstreiks statt, benen Dienstag morgen der Generalstreik gefolgt ist. Die Gewerkschaf. t e n waren gegen den Streik. Den kommuni- stischen Führern ist es aber gelungen, fast die gesamte Arbeiterschaft der Großbetriebe zue Arbeitsniederlegung, teilweise unter Drohungen zu veranlassen. Große Unruhe herrscht nt Wilhelsburg. Die Landjäger wurden ent. möffnet, als sie di- Straße fäutern wollten. Es kam zu Zusammenstößen zwischen der von Har­burg herangeholten Sickierheitspolizei und den Arbeitermaffen. Dabei sind, wie Augenzeugen berichten, zwei Schutzpolizeibeamte und ein Zi- vilist getötet und mehrere Personen teils schwer, teils leichter verwundet worden.

Wanderungen In Burgdorf.

Hannover, 14. August. Die Lage in bet Stadt Hannover hat sich mehr und mehr ve- ruhigt. In Burgdorf, nordöstlich von Han­nover. kam es im Laufe des Dienstag zu Plün­derungen durch umherziehende Kommunisten und streikend: Arbeiter, die teilweise bewaffnet waren. Auf Aufforderung des zuständigen Landrates wurden am späten Nachmittag Teile Stadt-Hannoverscher Schutzpolizei mittels Kraft­wagen in der Burgdorfer Gegend eingssetzt. Es wurden so sott zahlreiche Verhaftungen vvrge- nommen und Streifen durch die benachbarren Dörfer geschickt, um die Plünderer festzunehmen. In der gleichen Weise wurden im Laufe des Dienstag in der Gehrden-Barsinghau­sener Gegend SänbernngSattionen vorgenom. men, die zu zahlreichen Verhaftungen führten.

Die Lage Im Industriegebiet.

Gelsenkirchen, 14. August. In Mülheim wurden die Arbeiter der Thtzsscnwerke, die sich im Streik befanden, von her Verwaltung entlas- lassen. Arbeitswillige können weiter arbeiten, auch werden neue Arbeiter eingestellt. Die Rute wurde in Mülheim bisher nicht gestört.

Die neuen Postgebühren.

Inkrafttreten noch im August?

Der Poftgebührenausfschutz des Reichstages sttmmte der Aenderung der gesetzlichen Post-, Postscheck-, Telegraphen- und Fernsprechgebühren zu. Die neuen Gebühren stellen sich danach wie folgt: Postkarten im Ortsverkehr 4000 Mark, im Fernverkehr 8000 Mark. Briefe im Ortsverkehr bis 20 Gramm 8000 Mark, bis 100 Gramm 12000 Mark, bis 250 Gramm 20000 Mark, bis 500 Gramm 25000 Mark: int Fern- verkehr bis 20 Gramm 20000 Mark, bis 100 Gramm 25 000 Mark, bis 250 Gramm 30000 Mark, bis 500 Gramm 35000 Mark. Druck­sachen bis 25 Gramm 4000 Mark, bis 50 Gr. 8000 Mark, bis 109 Gramm 12 000 Mark, bis 250 Gramm 20000 Mark, bis 500 Gramm 25000 Mark, bis ein Kilogramm 30000 Mark. Ge- schästsvapiere bis 250 Gramm 20000 Mk., bis 500 Gramm 25 OOO Mark, bis ein Kilogramm 30000 Mark. Warenproben bis 100 Gr. 12000 Mark, bis 250 Gramm 20000 Mark, bis 500 Gramm 25000 Mark. Mischsendungen bis 250 Gramm 20000 Mark, bis 500 Gramm 25000 Mark, bis ein Kilogramm 30000 Mark. .Päckchen bis ein Kilogramm 40000 Mark.