Hessische Abendzeitung
Nummer 186.
Einzelnummer ZOOO Mk
Sonntag, 12. August 1923,
13. Jahrgang,
Einzelnummer 3000 Mk.
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Kasseler Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung
Heue Mtznahlimi gegen hen Marksinrz.
duldet.
K. F. D.
erwiesen, daß die Alliierten miteinander durch _______-z __‘
gelt und gezwungen worden, eine rote Fahne zu tragen und mit zum Bolkshaus zu ziehen. Er hat dann den Arbeitern Zusicherungen geben muffen, die Beträge, die den Bergarbeitern be- willigt worden waren, sofort auszuzahlen und obendrein noch etwas mehr. Darauf ift er wieder freigelaffen worden. Auch einige Be t r t e b s beamte deS Braunkoblenwerls Borna sind verprügelt worden. — Im Magdeburg- Helmstedter Revier wird gestreikt. >n Meuselwitz ist eS biS jetzt nur ruhig geblieben, weil verfchredchte größere Werfe de» Arbeitern mehr gezahlt haben, als in den Berliner Lvynverhand- lungen den Arbeitern zugebilligt worden ist.
Vavenstein tritt nicht zurück.
Berlin, 11. August. (Privattelegramm.) Die oziaidrmokratifch» Forderung nach dem Rücktritt
Gewalttaten tn Mitteldeutschland.
Leipzig, 11. August. (Privattelegramm.) Bom Mitteldeutschen Braunkohlensqndikat wird berichtet: Ein Direktor von den Braunkohlen werken Borna ist von Arbeitern, die nicht Werksangehörige! waren, verprü.
Trübe Stimmung in Berlin
Der Warenmangel und Lohnkampf. (Eigener Drubtbericht^
Huudettmllllonen-Scheine.
Berlin. 11. August. (Privattelegramm.) In der Reichsdruckrrei ist mit dem Druck von Hundert- Millionenscheine» begonnen worden, um die Zahlungsmitteluot zu beheben. Auch der Druck von Fünfhundert-Millionenschei- nen wird in den nächsten Tagen beginnen.
Der zur Krise gewordene Geld, und Warenmangel hat in der Arbeiterschaft in verschiedene» Teilen des Reiches Unruhen hervorgerufen, die von verhetzenden Gruppen angestiftet worden sind. Es ist nicht die Schuld der Werke, vonn die Markentwert-mg so schnell eintrat. daß die Zah- lnngsmittel nicht mehr misreichen. Abhilft ist bereits im Gange. Man berichtet unS darüber:
An der Ruhr und am Niederrhein.
Duisburg, 11. August. (Eigener Drahtbericht.) Die Unruhe-Bewegung im Ruhrlande befindet sich in steigender Zunahme. Die Erwerbslosen und Notstandsarbciter unternahmen verschiedene geiwaltsame Vorstöße. In einem Duisbur- ger Borort drangen die Demonstranten in die Polizeiwache ein. Es wurde belgische Polizei eingesetzt. In Ruhrort haben die Erwerbslosen die Kassenschalter des Rathauses gestürmt. Schutzpolizei Vertrieb die Demonstranten, von denen vier ernstlich verletzt worden find. Die städtisch-n Kartoffelvorräte wurden geplündert. An Rheinhausen sind alle Bäckereien und Metzgereien geplündert. Die Polizei von Rheinhausen bat um die Bereitstellung belgischer Po- lizeitruppcn zu ihrer Verstärkung nachgesucht.
Äufammenstvße Im Norden.
Lübeck, 11. August. (Privattelegramm.) Die Belegschaften deS Uenderwerls und des Travewcrks habejn die Arbeit eingestellt. Offen- bar im Zusammenhang mit diesen Arbeitsein- stellungen bildeten sich bereits am Nachmittag an verschiedenen Stelle« der Stadt Ansammlung e n, vor allem vor dem Hause des Arbeit. geberbundeS. Rach Schluß einer sozialdemokratischen Versammlung kam eS zwischen der Poli- zch und den Demonstranten zu Zusammen, stützen; mehrere Persone« wurde« verletzt.
Versuche zur Ntarkstützung
Reue Maßnahmen find geplant.
tPrivat-Telearcnnm)
stand der ReichSbank ans eine Anfrage der Reichsregierung erklärt, daß er zu einem Rücktritt HavrnsteinS nur Stellung nehmen könne, wenn ein Rücktrittsgesuch des Reichsb"»!. Präsidenten vorliege. Ein solches einzureichen, sehe Herr Havenstein keine Veranlassung.
Berlin. 11. August.
Die neue Notverordnung des ReichSpräfiden- ten gegen den Markverkauf ins Ausland hat zu einer Wiederverschärfung der Post- überwachung für Auslandsskndungen geführt. Tie Grcnzübergabestellrn in Freiburg, Dresden «sw. sind noch gestern Abend mit Pen erforderlichen Anweisungen des ReichSpoftmmistrrs verehr» worden. — In der gestrigen GewerkschastS- itzung gab der Vorsitzende Mütter bekannt, daß der Reichskanzler «np der Rrichswirtschasts- minifter sich f ü r den Hanptteil der gewerkschaft- ichen Vorschläge zur Stützung der Mark ausge- prochen hätten, die am letzten Mittwoch der Reichsregierunq überreicht worden waren. Tas Verbot deS Markverkaufs ins Ausland sei nur die Einleituna einer Reihe neuer Verordnungen, die auch das Kapital und das Börsenspicl empfindlich treffen würden.
Berlin, 11. August.
DaS Ausbleiben der bürgerlichen Zeitungen verstärkt in Berlin die fett eiuiqen Tagen so wie so schon vorhanden- Katastrophenstimmung. Dir Geschäfte ganzer Stratzenzüge sind geschlossen. Bielsach sind alle Ladenschaufenstcr aus- qcräumt. teils aus Furcht vor Plünderungen, die aber nach Lage der Dinge unbegründet ist. teils zu pem Zweck, die Waren nicht mit Preise« auszeichnen zu müssen. Die Zuteilung in den einzelnen Geschäft»« wird immer geringer. Bielfnch werden Waren nur noch in dem ganz geringen Maß von hundert Gramm ausgegebrn, — An der gestrige» Abendsitzung der streikenden Buchdrucker kündigte der Vorsitzende die Ausdehnung deS Zeitungsstreiks auf ganz Deutschland an, falls die Berliner Forderungen nicht in den nächsten Tagen erfüllt werde« sollten. Eine Vertreterversammlung der Buchdruk- kerorganisationen soll Ansang der kommende^ Woche i« Berlin statffinde«.
Weise Unrecht und Gewalt begehen. Daraus ergibt sich die Richtsinie für die weitere Politik Deutschlands, das ist die A u S d a u e r im Wi - derstand. Daß dieser Widerstand mm durch daS neue Regierungsprogramm auf eine festere wirtschaftliche Grundlage gestellt wird, ist also die wichtigste Ausgabe, bi<* keinen Aufschub mehr
Ausdehnung der llnruhen im Westen.
Essen, 11. August. (Privattelegramm.) Die Uuruhebewegnng im Ruhrrevier zeigt seit gestern größere Ansdehnung. In Remscheid, Gladbach und Krefeld haben die Erwerbslosen Bäckereien und Schlächtereien geplündert. An Bochum und Dortmund erzwangen die Demonstranten die Herabsetzung der Preise. I« Essen kostet ein Liter Milch 68000 Mark.
ten, ob daS Kabinett Cuno das n du e Steuer- und Anleiheprogramm wird durchfüh- ren können. Die Hauptaufgabe ist jetzt die Beschaffung von großen Summen in Goldwährung oder Devisen, die sofort zum Ankauf von ausländischen Lebens Mitteln zu verwenden sind. Dazu wird mitgeteilt, daß dis Industrie zunächst fünfzig Millionen Goldmark gegen Schatzanweisungen bA Regierung zur Verfügung gestellt hat. Danach kann die Fettversor- gung als gesichert angesehen werden, außerden', sind zwanzigtausend Tonnen Kartoffeln von Holland nach Deutschland unterwegs. Weiter ist von Industriekreisen der Regierung in Aussicht gestellt worden, daß in kürzest Frist etwa noch zweihundert Millionen Golvmark bereit ge1 stellt werden können. Die Erkenntnis hat sich endlich überall durchgefetzt, daß die Lebensmittel-Versorgung das wichtigste ist und daß sie sofort erfolgen muß, um eine Krisis zu verhüten.
Diese schwierige Lage hat auch auf innerpolitischem Gebiete die Parteien veranlaßt, Mm Kabinett Cuno im Reichstag nicht zu arg zu Leibe zu gehen, nachdem die Kommunisten in so ungebührlicher Weffe gegen den Reichskanzler ausgetreten sind. Selbst die Kritik des Sozialdemokraten Müller war sachlich und offenkundig von der Absicht getragen, jchde Schärfe zuvermeiden, zumal feine Partei bereit ist, an den Plänen des Kabinetts mitzuarbeiten. Bemerkenswert sind auch Stresemanns Aeußerungen, besonders dadurch, daß er sagte, unsere Lage sei nicht so hoffnungslos wie man annehme, wobei er daraus hinwies, daß die Wirtschaftskreise die neue Goldanleihe garantieren. Auch die Rede des Außenministers v. Rosenberg gewinnt an Bedeutung dadurch, daß er den Volksvertretern in Erinnerung rief, wer an unserem Elend fchuld ist. Während die deutsche Regierung durch ihre Note vom 2. Mai d. I. ihren Verständigungswillen gezeigt hat, haben die Alliierten überhaupt nicht darauf geantwortet. Der schuldige Teil sind die Alliierten, die keine Verständigung wolle». So verdient auch besonders hervorgehoben zu tver- den, haß jetzt das „Volkswirtschaftliche Institut' in Washington ein Buch herausgegeben hat, worin nach genauen Berechnungen und Vergleichen sestgestellt wird, daß die deutsche Aufrechnung der bisher getätigten ReparationS- leisttmgen richtig, diejenige der alliierten ReparationskommiMo» aber falsch ist. Leider hat die neueste Stellungnahme Englands wieder
Gelb und Ware.
Der Mangel auf alle« Gebiete«.
Di« wirtschaftliche Verwirrung, die tn den letzten Tagen das gesamte Geschästsleben erschüttert und Private nervös gemacht hat, ist so stark, daß sie nicht von heute aus morgen überwunden werden kann, sondern ihre Wirkung noch! für einige Zeit ausüben wird. Es hat sich wieder einmal deutlich gezeigt, wie Deutschlands Wehl und Wehe heut« vom Gelde abhangt. Krin Wunder, daß der krasse Materialismus alle Be- völlerungsschichien Heimsucht. Es ist, als sei das ganze Sinnen und Trachten der Menschen arff Geld, alles Denken auf Preise gerichtet. Beinahe undenkbar ist es, daß in einer Gesellschaft nicht von Preisen gesprochen würde. Und doch läßt es sich nicht umgehen, denn wir sind wieder wirtschaftlich so weit zurückgekommen, daß unser^ Hausfrauen mühsam auf den Märkten und in den Läden nach Nahrung suchen müssen. Die Geschäftsleute im Einzelhandel sind in Sorge, daß sie ihre Ware verkaufen, ohne das erforderliche Kapital zu den Neuanschaffungen zu er- -ielcsti. Großhandel und Industrie sind nur unter Schwierigkeiten in der Lage, Devisen zu beschaffen, die für Käufe vom Ausland erforderlich sind. Mangel herrscht auf allen Gebieten.
Es ist daher zu verstehen, wenn in weiten Kronen die Unzufriedenheit wächst und die Umschau nach einem AuÄveq immer dringlicher wird. Da das Unheil durch die Politik entstan- den ist, sucht man dort nach diuer Besserung AVer über da^MuLMMNch,«icht klar Man macht der ,.g nyormErfe wegen ihrer Untätigkeit, man ruft nach einem Finanzdiktator, man wünscht die Geldrechnung. Gewisse Parteien arbeiten auf den Rücktritt der Regierung hin, und doch ist keine niDerc Regierung zustande zu bringen. Vorläufig bleibt abzuwar-
etöruno des Davnverkehrs.
Berlin, u. August. (Privattelgrwnm.) Auf mehreren Berliner Bahnhöfe« ist geistern ein Teilstreik bei Belegschaften eingetreten. So trat auf dem Bahnhof Pankow das gefamte Personal in den Streik. Auf dem Stettiner und Potsdamer Bahnhof streikt das Personal der Güterbahnhöfe. Auch die Abwickelung dez Personenverkehrs auf den nördliche« Strecken hat durch den Streik bereits eine starke Beeinträchtigung erfahre«. Der Streik erfolgte infolge von Lohnforderungen der Eisenbahnarbeiter. Er ist fcdoch als wilder Streik anzusprechen. da Verhandlungen durch die Gewerkschaften nicht vorhergeangen sind.
Betriebsstörungen In Krefeld.
Krefeld, 11. August. (Privattelegramm.) Gestern wu.ocn ^-....aßig die r,-- „e* ..»dustriel (en Betriebe Krefelds durch junge Arbeiter befeyt und di« Arbeiterschaft gewalt- kam aus den Werke« herausgeholt. Die Mehrzahl der Betriebe befindet sich in btt Hand der Arbeikrschast, die straßenweise vorzugehen scheint. Die Bewegung nimmt ständig an Ausdehnung zu. Jn üerdingen wurde die chemische Fabrik Weiler ter Mer von der Arbeiter- fchast stillgelegt, das VerwaltungSgebäude ge (türmt und bid gesamte Werksanlage in Besitz genommen. nachdem die Direktoren uns Angestellten den Betrieb verlassen hatten. Man fürchtet, daß dasselbe bei den übrige« Industriewerken vor sich gehen wird. Ein Flugplatt der Anarcho- Syndikalisten ruft zum Generalstreik und zur gemeinsamen Besetzung der Betrieb« auf.
Aufhebung der Zwangswirtschaft ein, weil ich eingesehen habe, daß irgend ei«' Kompromiß auf diesem Gebiete nicht mehr mög- lich ist. Man sagt uns nun, die Aufhebung sei nicht möglich, weil alsdann eine Menge Menschen die höher werdenden Mieten nicht mehr bezahlen könnten. Es gibt aber einen Weg, und den hat uns der Verlauf der Beseitigung der Zwangswirtschaft der Brotverforgung gewiesen. Wie dort, so muß auch hier gefordert werden, daß ein gewisser Schutz für die minderbemittelten Mieter bestehen bleibt und daß dessen Kosten von der Allgemeinheit getragen werden. Es ist jedenfalls ein ungeheurer Skandal, daß die vielen reichen Leute in Deutschland viel zu billig wohnen und dabei auch noch des Mieterschutzes teilhaftig sind, statt bei« znsteuern für die notleidenden Volksgenossen. (Sehr richtig!) Es ist ein Skandal ohnegleichen, daß heute noch Mieten gezahlt werden, die zum Beispiel bei einem Satze von 3000 Mark jährlich heute bei Einreihung aller Steuer« und Abgaben
Wohnungszwangswirtschaft hat neben zahlreichen anderen schweren Unzuträglichketten einen derartigen Rückgang der Zahl der Bauarbeiten im Gefolge gehabt, daß wir gar nicht mehr in der Lage sind, dem deutschen Volke aud> nur einen Bruchteil der Wohnungen zu schaffen, die notwendig sind, um ans der gegenwärtigen Misere herauszukommen. (Sebr richtig!) Bor allem müssen wir mehr arbeiten, und es geht daher nicht mehr mit der straffen Arbeitsordnung von acht Stunden. (Allgemeiner Beifall.) Man kann sich jedenfalls sehr wohl vorstellen, daß der Bau-! Arbeiter im Sommer etwas länger arbeiten kann als im Winter mit feinen zahlreichen Arbeits- unterbrechungen infolge der DunkeHeibt, Kälte« nfw., fo daß fchon auf diese Weife ein Ausgleich tn der achtstündigen Arbeitszeit erfolgen tarnt. (Sehr richtig!) Auf alle Fälle ist der achtstündige Arbeitstag in seiner jetzigen Form nicht aufre chtzuerhalten. Diesen Standpunkt" habe tch in der ersten Lesung im Reichswirtschaftsrat auch vertreten, in der zweiten Lesung gelang es jedoch der Arbeitnehmerschaft, die Mehrheit zu erhalten, doch ist die Erkenntnis von der Notwendigkeit einer Aenderung der unhaltbaren Zustande sehr wesentlich vertieft worden. Die große Frage der Bauwirischaft ist
die Wohnungsfrage.
men hat. (Sehr richtig!) Ih keinem Verhältnis zu ihren Leistungen. (Beifall.) Die Rettung kann allein in der Wiederbeschäf- tigung der vor dem Kriege mehr als reichlich vor» hmtden gewesenen Kräfte für den Wohnungsbau erblickt werden und dazu ist die Aufhebung der Wohnungszwangswirtschaft erforderlich. (Lebh. Beifall.) Ich trete jetzt für die unbedingte
Es ist ein vollständiges Fehlfchlagen des ganze« Systems zu konstatieren. (Sehr richtig!) Es ist gar nicht möglich, auf die Art und Weife, wie bisher auf dem Gebiet der Wohnungswirtfchaft gearbeitet wurde, irgend eine Besserung herbei- zuführen. Wir müssen uns vor allem dagegen wenden, daß ein Teil der Bevölkerung zu geradezu lächerlichen Mietssätzen wohnt, während ein anderer Teil, nämlich der Wohnungssuchende, keinerlei Aussicht hat, jemals in einer mansch en- toürbiaen Wohnung unterzukommen. (Lebhafter Beifall.) Es ist außerdem eine offene Tatsache, daß die Korruption in manchen Wohnungsämter« geradezu groteske Formen angenom-
**-*- -^-,x ^re Kosten stehen in
des Reichsbankpräsidenten Havenstein findet
... . . , .... - lkeine Beachtung durch die autonome Reichs
dick und dünn gehen und werter in gewigenlofe: kant Wie wir erfahre«, hat der Zentralvor-
Die Wohnungsnot.
Deutscher Architektentag.
Stuf der Tagung des Bunde» deutsche» Architekten wurde eingehend da« Woy. nung'. und Bauwesen behandel', worüber un« wie olgt berichtet wird r Im Künstlerhause zu Hannover trat der Bund deuffcher Architekten unter Beteiligung von Vertretern der Regierung, der Technischen Hochschulen, des Deutschen Handwerks- und ©etoerbe« kammertages und der Stadt zu feiner diosjähri- gen Hauptversammlung zusammen. Im Mittel- punkt der Verhandlungen stand der Zusammenbruch des Wohnungswesens. Schon in den Begrüßungsansprachen der Regierungsvertreter kam zum Ausdruck, daß wir in der Wohnungsfrage vor einem Zusammenbruch stehen, und der Vorsitzende Geh. Baurat Cor- reliuS Gurkitt- Dresden betonte, daß ohne die Wiedererstarkung des Bauwesens eine Wie- dcraufrichtung des Reiches gar nicht möglich sei. Das Mitglied des Reichswirtschaftsrates Archi- tekt Kröger-Hannover führte bei der Erstattung des Geschäftsberichtes zur Frage des Wohnungsbaues aus, daß die deutschen Architekten unter allen Umständen die Pflicht hätte«, das deutsche Volk auf die kommende Katastrophe aufmerksam zu machen. Wir stehe« vor einem
völlige« Zusammenbruch bc3 Bauwesens ; auf der einen und dem Verfall des deutschen Hausbesitzes auf der anderen Seite. (Sehr richtig !) Gegen die unhaltbar gewordenen Zustände nMen wir nachdrücklichst Protest erbeben, ein.
Ausschreitungen im Reiche
Folgen des Geld- und Warenmangels.