Nummer 184.
Einzelnummer 30G0 Mk.
&ceita$, 10. August 1923
13. Jahrgang
Einzelnummer 3000 Mk.
Verschärfter Zwang im Ruhrgebiet
Der
Die RegienmgKbesprechungen über die fort
Vroieft der Berliner Ladeabefltzer.
Berlin, 9. August. (Privattelegramm.)
aufzuhalten, folgen, da der Reichswirt- schustsminister in seiner gestrigen Besprechung mit den Gewerkschaften „eingreifende Maßnahmen des Reiches gegen den Devisenwucher" in Aussicht stellte. Unabhängig von den offiziellen Regierungserklärungen des Reichskanzlers im Reichstag finden Erörterungen der gesamten politischen Lage zwischen Kanzler und Parteiführern auch in den nächsten Tagen noch statt. Der
Insertionspreise:») Einheimische Auftrage: Die einspalttgeAnzeigenzetle 2500 Mart.Famt- ltennachrichten die geve 2200 Mark.vie einspaüigeRstlamszetle 7000 Mark, b) AuSwärttgk Aufträge: Die einfpalttge «7i,etgsnzeils 2500 Mark die einspaltige Rstlamezeile 7000 Mark, alles ein. schließlich Leuerungszuschlag und Anzeigensteuer. Für Dizeigen mtt besonders schwierigem Satz hundert Vrozeni Aufschlag. Für die Richtigkeit aller durch Fernsprecher aufgegedenen An- zeigen, forote für Ausnahmedaten und Platze kann eine Bewähr nicht übernommen werden Druckerei: Schlachthofstraße 23/30. DeschLftsstelli: Kölnische Straße 5. Telephon Nr. 951 und 952
An der Probefahrt nahTnrn außer der Italien urschen Abnahmekommission auf Einladung der Werst zahlreiche Vertreter staatlicher und städtischer Behörden, soivie der Technik und der Presse teil. Die Gäste wurden mit schnellen Motorbooten, die am Bug ein grünes „$*. das Kennzeichen der Deutsche Werke A.-G., führen, von der Landungsbrücke am Hauptbahnhof abqeholt und zu dem vor der Werft ans dem jenseitigen Ufer vor Anker liegenden Schiffe befördert, das mit seinem schornsteinlosen Ausbau auf den Neuling einen ungewohnten Eindruck macht. Kaum hat der letzte Gast das Deck betreten, als sich der schlank; hohe Schifiskörper, von mehreren Schleppern gezogen, langsam in Bewegung setzt. Nachdem das freie Fahrwasser erreicht ist, fallen die St-Mtrossen der Bugsierdampfer, ein schrilles Klingelzeichen ertönt im Maschinenrmim und der Zeiger an der Schalttafel springt auf .Adagio' (langsam vorwärts). Der Maschinist stellt rum Zeichen, daß er das Kommando verstanden bat, seinen Zeiger auf die gleiche Stelle der Schalttafel. Dann packen zwei kräftige Männer« fäirste einen Hebel und es ist eine Freude, mitanzusehen, wie leicht die Motoren anspringen und erakt arbeiten. Das geht alles ohne die leise st« Erschütterung vor sich, sodaß man sich auf festem Lande glaubt. Ein neues Klingelzeichen ertönt: Tutta Force (volle Krafts zeigt der Maschinentelegraph, die Hebel werden entsprechend eingestellt, und nun geht es bei herrlichem Wetter mit voller Kraft zur Kieler Förde hinaus. Zur Linken bleiht die Marine- akadömie hinter uns liegen, dann passieren wir den mitten im Hafen vor Anker liegenden .General San Marttno', der sein« letzten Vorbereitungen zur Rordlandreise trifft. Weiter gebt die Fahrt an Holtenau mit seiner kühnen Brücke
den Kompressoren gelieferten Druckluft oder mit Hilfe von Dampf, der von einem Hilfskrffel mit Oelfeuerung geliefert wird, in Tättg- keit gesetzt werden, sodaß auf dem ganzen Schiff zum Betrieb der Maschine kein Stück Kohle erforderlich ist. Zur Aufnahme der Ladung ist das Schiff mit acht großen Oeltanks versehen, die vom Kiel bis zum Zwischendeck reichen.
am Montag hatten sich die Banken zeitweilig aus dem freien Verkehr zurückgezogen, aber bald traten sie wieder ein. Der Devisenbedarf stammte insbesondere aus dem Gerreidetzandel und aus der Fettindustrie. Der Umsatz war sehr gering, es lagen keine Angebote vor. Den Bedarf mußte die Reicksbank ans eigenen Beständen befriedigen, und das geschah auch nur unter scharfer Revattierung. Es kann also keine Rede davon sein, daß der Dollarkurs den tatsächlichen Ausdruck des Verhältnisses zwischen Angebot und Nachfrage gäbe. — Sehr auffallend war das Disaaio, das zwischen DollarschaHanweisungcn ' und Dollarkurs herrschte. Der Unterschied betrug mehrere hunderttausend Prozent. Die Reichsbank tat nichts zum Ausgleich. Es wäre schlimm, wenn durch diese Geringerbewertuna etwa die kommende innere Goldanleihe nachteilig beeinflußt würde. Diese Goldanleihe muß in der Tat einen Erfolg haben, oder es ist um den Rest unseres inneren und äußeren Kredits getan. Daran sieht man. wie ungemein wichtig die Sicherungssrage dieser Anleihe ist. Der Reichstag wird darüber noch zu beschließen haben.
Die jetzigen Vorgänge am Deviscnmartt las-
BefiAutz der Berliner Ladeninhaber, heute als Protzest gegen die polizeiliche Ueberwachung und gegen die Erschwerung der Devisenbeschaffung die Läden geschlossen zu halten, wird durchgeführt. Bor morgen ab öffnen die Berliner Geschäfte nur noch auf sechs Stunden am Tage. Die Lage hat sich inzwischen weiter verschärft. Zum 15. August ist ein Generalstreik der Ladeubefitzer angekündigt worden.
schreitend- Markentwertung sind auch am Mittwoch früh fortgesetzt worden, ohne daß sie zu aktiven Handlungen der Regierung geführt haben. Dem fehlgeschlagenen Versuch der Devisenverordnung werden voraussichtlich in den nächsten Tagen weitere Bemühungen und Experimente, den Markstnrz nochmals
lionen, das Verhältnis zwischen Einnahmen und Ausgaben ist wieder 4:1, es stehen also vierzig Mark Ausgaben nur eine Mark Einnahmen gegenüber. Inzwischen hat sich die Reicksschuld weiter erhöht. Sie schwebt gegenwärtig etwa nm cchtziq Billionen herum. Wenn es so weiter aebt, ist am Ende deS Fahres auch die Billionen- svhäre überwunden, und wir kommen in die Trillionen hinein. Man muß diese fürchterliche Entwicklung sich vor Auaen halten, um den Wert dessen abschätzen zu können, was jetzt dem Reichstag an Aufgaben obliegt. Es sind schwere Entschlüsse, die da getroffen werden müssen, aber auch Maßnahmen von außerordentlicher Tragweite. Man darf nur jetzt die Fühlung auf dem Geld- und Wirtschaftsmarkt, sowie mit den da- mtt in Verbindung stehenden innen- und außen- kolittscken Dingen nicht verlieren. Es können jetzt Entwicklungen kommen, die von einem Tag zum ruderen die Existenz ganzer Unternebmunoen infolge falscher oder auch nur unzulänglicher Disvosittonen in Frage stellen.
Vor allem muß man klar erkennen, daß wir uns in einer radikÄen Umwälzung der gan- Preisberechnungsform befinden. Mit dem Tausendmmck-Modus kann man ja scho-n längst nicht mehr rechnen, man sollte nicht sagen, dieser Bettag ma<6t so und so viel tausend Mark üns, sondern er bedeutet so und so viel Psen- oiqe, und den aus diese Weise erhaltenen Bettag müßte man nach dem heutigen Geldentwertungsstande noch einmal durch fünf teilen, dann erst käme man auf eine den Verhältnissen sich an- tleickende Basis. Wir werden demnächst mit Millionen rechnen, wie wir bisher mit Mark gerechnet haben, darauf muß man sich einstellen,
Dl« Safi eiet HieueUen Diaduiditen erscheinen wocüenUi« ied)6mal und zwar a o enb 4. Der AbonnernentSprelS beträgt für die Zeit vom 1. bis 15. August 35 000 Marl bet freier ;-uMunn in* Hau?, In der Geschäftsstelle abgehoU 34400 Mart. Bestellungen werben jederzeit entgegen, genommen. Vertag und M.’baitlou: «chlachttofftratze 28,30. Fernsprecher Stammet 951 und 952. Für unverlangt etngesandte Beiträge kann die Redaktion eine ^erant, »Ortung oder Gewähr in keinem Falle übernehmen. Rückzahlung des Beiugsgeldes oder Ansprüche wegen etwaiger nicht ordnungsmäßiger Siefernng ausgeschlossen.
über den Kaiser-Wilhelm-Kanal vorbei und schon tauckt Friedrichsort mtt seinen geschleiften Forts auf. Rachvem uns zur Rechten das freundficke Seebad Labö gegrüßt hat, steuern wir bei frischem Müde und etwas stärker werdendem Seegang in die offene See.
Inzwischen ist man auf der Komman» d o b r ü ck e tättg gewesen. Mit Hilfe von Stovp- uhren ist die am Ausgang der Förde mit Bojen und Landmarken abg«steckte 2-Seemeilenstrecke mit voller Kraft durchfahren worden, um die Geschwindigkeit zu prüfen. Auch im Maschinenraum hat man die Hände nicht ruhen lassen. Sachverständige Blicke verfolgen genau jede Be-
Levensmlttel aus Holland.
Rotterdam, 9 August. (Eigener Drahtbe- richt.) Wie der Courant meldet, sind die holländischen Leücnsmittellieferiingen an Deutschland bis Ende 1923 verlängert worden. Dir holländischen Gewerkschaften haben eine Milliarde Mark gespendet für di« Lebensmittelversorgung der Erwerbslosen im besetzten Gebiet.
Kanzler hat den Parteiführern ausdrücklich die Zusicherung gegeben, daß er über die in Aussicht stehenden Regierungsnmßnabmen gegen Teuerung und Inflation, sowie über die Entwicklung der Revarationsttage fortlaufend die Parteiführer vertraulich zu unterrichten wünsche.
Ruhe wieder her. Aus dem besetzten Gebiet wird weiter gemeldet: In Gelsenkirchen haben Streikende eine Anzahl Lebensmittelgeschäfte besetzt und die P r e i se um fünfzig Prozent herabgesetzt. In Mülheim haben Erwerbslose in der Broicher Vorstadt geplündert, im Gladbecker Bezirk marschieren die Erwerbslosen in großen Trupps aufs Land, wo sie ii- Ermangelung genügenden Schutzes Lebensmittel durch Drohungen erzwingen.
Am öle MarkeniweMng.
Bemühungen zum Aushalten des MarkfiurzeS. lVrivat-Telegramm >
und die Vorgänge im Lebensmtttelhandel, wie auch in der ganzen Bekleidungsindusttie zeigen »ns ja schon die Ansätze dazu. Da müssen aber alt« Vorurteile überwunden werden. Die A n - gleichung an eine derartige Entwicklung mu rcchtzeitig und von allen Seiten unternommen werden, sonst kommen diejenigen, die infolge alter Anschauungen sich anders einstellen, rettungslos unter bin Schlitten. Es heißt jetzt für Jedermann: die Augen offen halten, um die weitere Entwicklung aufmerksam zu beobachten nutz dann auch entsprechend zu handeln.
UnterfeindlichenVerbreOern
Deutscher Schiffbau.
Das erste Meister-Motorschiff.
®te kürzlich bestandene erfolgreich« Probefahrt des ans der Stielet Werst erbauien Doppel- tchranben-Motorianksihisfs „Uteuo" bildet ein Markstein in der Enttoilk-nug der Kieler Werft. Einer »nferer zur Versuchsfahrt geladener Son- derberichterftacter schreibt folgendes von dort. Mit dem Bau des .Urano' konnte die che- malig« kaiserlich« Werst Zeugnis davon ablegen, in wie kurzer Zeit und in wie hervorragendem Matze es ihr gelungen ist, ihren bis Kriegsende nur für militärische Zwecke arbeitenden Betrieb auf die Friedensproduktion umzustel- len. Nur härteste und angestrengteste Arbeit aller auf ihr Beschäfttgten und der feste Wille, damit zu ihrem Teil am Wiederaufbau des Vaterlandes mitzuwirken, konnten dies neue Meisterwerk deutscher Jngenieurkunst vollbringen. Leider ist der Bau dieses Schiffes für uns keine ungemischte Freude, denn es bleibt nicht in deutschem Besitz, sondern wird aus Reparations- konto an eine italienische Reederei geliefert. Die Werft Kiel hat sich nach ihrer Umstellung den Bau von Schweröl-Antriebsma- fchtnen zur besonderen Aufgabe gemacht. In der vechältnismäßig kurzen Zeit von knapp drei Fahren ist es ihr auch gelungen, eine eigene Konstruktion eines Schiffs - Dieselmotors herauszubringen, hei der sämüiche Erfahrungen über den Bau von Grobdieselmotoren berücksichttgt wurden. Der .Urano', der bei einer Länge von 121.4 Meter und einer Breite von
Der Markschwund.
Rekordkurse au der Börse.
Nachdem der Dollar einmal die Milliouen- Mark-Zone erreicht hatte, war es leider nickt mehr zu verhindern, daß er bald einen Kurs von mehreren Millionen verzeichnete. Die Schlieft ligkeit, mit der die Sprünge von einer Million auf drei, dann auf fünf und vorübergehend sogar sechs Millionen erfolgten, kam allerdings
V-ani «sagens verurtrm.
Ludwigshafen, 9 August. (Privat, telegrmnm.) Der „Matin« meldet au? Kai- ser8lautern, ba# daS Militärgericht sieben Urteile gegen Mitglieder eines Turnverein« gefällt hat wegen »fügen« be« verbotenen DenttchlandliedeS. Die Urteile lauteten auf 3 bi« S Monate und enffprechende Geldstrafen.
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Lstevlflon des «nipp-Vrozeffes.
E f f e n, 9. August (Pttvattekegrainm.) Nach amtlicher Mitteilung wird am 9. und 10. «ngust her Fall Krupp von Bohlen und Halbach in der Rrvifionsinstanz st, Paris verhandelt.
Die Lebensmittelnot.
Unruhen und Plünderungen im besetzten Gebiet. (Eigene Drabttnelduna.)
Düsseldorf, 9. August.
Jtn Main» und Wiesbaden haben fick gestern die Lebensmittelmtrnhen wi»erholt. Jin Mainz machten die Franzosen von der Waffe Gebrauch und verletzten fünf Demonstranten chwer. In Wiesbaden sind über vierzig Kalo, nial- und Fleischwarengeschäste von der Menge geplündert worden. Polizei, und Gewerk-
überraschend und ist ein sehr bedenkliches Zeichen unseres Markschwundes. Bei dem allgemeinen Ansturm der Nachfrage nach Freigabe des De- , visenbandels konnte die Reichsbank den Bedarf „ ~
natürlich ebensowenig befriedigen wie vorher Neve Absperrung. Arbeiter-Ausweisungen Angesichts der wilden Aufwärtsbewegung schon
kAuslandifrhe 2Irbeiter als Ersatz.
Münster, 9. August. (Privattelegramm.) Von besonderer Seite wird ans dem Ruhrgebiet gemeldet: Alle Anzeichen deuten darauf hin, daß die Franzosen versuchen, beit deutschen Widerstund durch eine neue Gewaltpolitik größten StilS zu breck/en. An pen lebten zwei Wochen sind über hunderttausend polnische und andere ausländische Arbeiter im Ruhrgebiet eingetroffen. Die Franzosen haben angeordnet, daß zur Sicherung der Reaie-Rrheiter betrtfd’c Bürger als Geiseln feder Schickt von morgen ab mit einfahren müssen.
Dtr Besetzung Limburgs.
F r a n k f u r t a. M„ 9. August (Privattel-- gramm.) Die erneute Besetzung Limburgs ist mit großem militärischem Aufgebot dnrckgeführt. Ein Jägerregiment, Kavallerie- und Artillerien^-mm, sowie neun Tanks snb in Limburg eingmückt. Die asirke Truvpenkon- zentrierung in Limburg löük c9 nicht ausgeschlossen erscheinen, daß die spmnzown ihre Beset- zungszone weiter an der Lahn ausdehnen.
Ernevler Dttßbelraub.
(fffen, 9. Auaust. (Privattelegramm.) Die Franzosen haben hier gestern wieder 41 Wohnungseinrichtungen ,.bes»l->gnabmt", in
Gelsenkirchen 100 und in Recksinaha-ifen 150, Die meisten Wohnungseinrichtungen wurden einfach aus den Möbelgeschäften berauSgeholt und ohne Bezahlung abgefahren.
(Eigener Drabtbericht.1
Düsseldorf, 9. August.
Die Franzosen treffen alle Vorbereitungen, um den Eintritt in die besetzte Zone weiter zu erschweren. Seit vergangener Rocht 12 Uhr ist eine acht Tage (bis zum 17. Augusts dauernde Berkehrssperre zwischen besetztem und unbesetztem Gebiet als „Sanktion" fiir die Düsseldorfer Vorkommnisse verhängt worden. Vom 17. August ab ist jedes Verlassen der alliierten Zone für eine Dauer von länger als zwei Stunden von der vorherigen Genehmigung des Militärkommandos abhängig gemacht. General De- goutte hat gestern eine Regie-Verordnung erlassen, wonach alle Arbeiter, die sich wsigern, in die alliierte Regie zu treten, ihre Arbeit und Fabrikwohnungen, soweit sie solche haben, inner, halb 45! Stunden verlassen müssen. — Der „Malin" meldet: T.e ersten Auswei- sungsbefehle gegen Arbeiter wegen Verweigerung der Arbeit für die alliierte Regie sind in Dortmund und Bochum am 7. August erfolgt. Die Ausweisungsliste hat 43 Namen. (!)
16,45 Meter eine Tragfähigkeit von achttausend Tonnen besitzt, ist mit den beiden ersten großen Schiffsdieselmotoren von je 950 PS. ausgerüstet, die dem Schiff bei voller Ladung eine Ge- _ A schwiudigkeit von gehn Knoten in der
Berlin, 9. August. Stunde verleihen. Die beiden Maschinen sind
4 Takt-Dieselmotoren mtt je sechs ArbeitSzhlin- dern und laufen mit 130 Umdrehungen in der Minute. Tie zu ihrem Betrieb nötige hochgespannte Einblaseluft wird von zwei Luftkompressen geliefert, die von je einer Hauptmaschine angetrieben werden. Bemerkenswert ist, "daß sämtlich« Schiffshilfsmaschinen, wie Rudermaschine, Pumpen und Winden mittels der von
. ..... ______ einzelne Fraktionen, so die der Deutschen Volks-
schastsbeamte stellten in beiden Städten die panei einem derartigen Plan zugestimmt Haden.
sen erkennen, welch« außerordentliche Bedeuttrng den Reichstaas-Verbandlungen zu- frmmt. Jin Reicksrat ist bereits statt der Ver- fiinfzigsackung der Einkommensteuer eine Vcr- bundertfachung beschlossen worben, anck bi« übrU aen Steuern sind weit über bie Regierungs-Vorschläge hinaus erhöbt worben. Bei ber Körver- sckastssteuer ist beispielsweise das Hnnbertvier- ssgfacke vorgesehen. Danack würbe im August bas Dreihundertfacke ber Einkommensteuer und bas Vierbunbertzwanzigfache ber Körperschasts- steuer erhoben werben. Man erwartet mit anderen Steuern zusammen statt der ursprünglichen zwanzig bis zweiundzwanzia Billionen etwa vierzig Billionen Steuereingang im Monat August. Was will bas aber besagen angesichts der Taffache, baß am 1. August noch zwei Billionen. am 3. Auaust noch vier Billionen, am 4. August noch fünf Billionen gebrückt wurden, tt-ährend vom 7. Auaust ab täglich acht Billionen Papiermaick gedruckt weiden. Neben den bereits int Umlauf befindlichen Ein- und Fünft millionen-Mark-Sckeinen kommen in den nächsten Tagen Zwanzig- und Fünfzigmillionen- Mark-Sckeine in Umlauf. Außerdem sind Hun- dertmillionen-Mark-Sckeine geplant, die in etwa vierzehn Tagen herauskommen sollen.
Aber auch die Reichsfinanzlage selbst bietet etn trostloses Bild. Nack dem neuen amtlichen Ausweis, der nur vis zum 31. CfnH reicht, betrögt die schwebende Schuld fünfzig Bil-
Sranfrei® petjen die EwwanlelHe.
Düsseldorf. 9. August. (Privattelegramm.) Wie der ..Temps" meldet, Habe Frankreich nicht die Absicht, die Aufle-wng her deutschen Gold- anleibe unb ihre PropaMndieruna im besetzten Gebiet zuzulaffen. Dem Blatt« zufolge ist der Antrag Frankreichs bei der interalliierten RHeinlandkomimssio« am 6. August eingegangen.
Gin neuer Gteuerplan.
Eine ©olbmarf al« besondere Steuer.
(Eigene Drahtmelbuna.)
Berlin, 9. August.
Wie der „Tag" berichtet, hat die bürgerliche ArbettSgemeinschtst die «bstcht, di« Steuersätze der Regierungsvorlage noch erheblich zu erhöhen. Dazu Werde« die Beratungen des «euerausschuffes ober ,m Plenum selbst Gele- aenhrit geben. Eine diesbezügliche Maßnahme tst in einem beschleunigten Antrag vorgesehen, den die «rbettsgemeitpschafi einbringt. @§ ist sehr wahrscheinlich, daß sich mich andere Parteien anschließen werden. An diesem Antrag wirb ein Gesetz gefordert werden. Wonach zur Behebung der Finanznok und zur Abwehr des völligen Zusammenbruches der Mark eine brsonderr Steuer gefordert wird, die in HSHe von einer Go Id mark pro Kopf jedes Arbeitnehmers von den Arbeitgebern und gewerblichen Unternehmern zu zahle» ist. Tiefer Antrag ist noch nicht genau fcflgelegt, es verlautet ober, daß
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Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung