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Meier Neueste Nachrichten

Hessische Abendzeitung

Kasseler Abendzeitung

13. Jahrgang.

Nummer 181

Dienstag, 7. August 1923.

Einzelnummer 3000 Mk.

Einzelnummer 3000 Mk.

Vermehrter Widerstand gegen die Teuerung

Verhaftungen haben begonnen.

Die vo» litt-

nie- und

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Wieder höhere Kohirnpreise.

Berlin, 6. August. (Privattelegramm.) Die nächste KohlenPreiserhShung wird noch vor dem 15. August einWm. Am Dienstag be­ginnen wieder Verhandlungen rt&er eine neue zweihondertprorentige Erhöhung des Schicht- lohnes. nachdem dieser erst non drei Tagen um 143 Prozent gesteigert worden ist.

sind, folgendes bemerkt: Rädere Angaben über den Vorfall liegen bisher nicht vor. Die Maß­nahmen der Besatzungsbehörde lassen erkennen, daß die Franzosen eine deutsche TLterfchaft veo» muten. Sollte die Untersuchung, an der Deutsch-

Gewaltsam- btfilße Verkäufe.

Berlin, 6. August. (Privattelegramm.) In Potsdam, RowaweS und Werder erzwangen am Sonnabend dieproletarischen Kontrolltor» missionen" die Herabsetzung der Marrt- preise um 2530 Prozent. Butter mutzte auf dem Rowaweser Wochenmarft mit 210 000 Mar! daS Pfund verkauft werden. Dem Vorgehen der Kontrollkommissionen fügten sich die Verläufer zum größten Teil widerspruchslos, sodaß es zu keinen Unruhen und Plünderungen kam.

wirtschaftlichen Lage. Alsdann entbot der Vor« sitzende des Reichsverbandes der Deutschen.K o * lonial- und LebenSmittekhandk fh; Körner, den zahlreichen Vertretern der Behörden

sonders auch die Veröffentlichung des alliierten amtlichen Schriftwechsels.

Sonnabend sand in Gegenwart von Verttetern der Behörden, von Handel, Industrie und Ge- werde die Eröffnung der Ausstellung statt. Banrat Fraustadt von der Technischen Messe, der die Durchführung des Unterneh­mens übernommen hat, wies in seiner Ansprache auf die wichttgen Bedenken hin, die seinerzeit int Hinblick auf unsere allgemeine ungünstige wirt­schaftliche Lage und insbesondere des Kolonial­waren und Lebensmittelmarttes von den ver­schiedensten Seiten erhoben wurden. Der gesunde

Optimismus des deutschen Kaufmanns

Köln, 6. August. (Privattelegramm.) Stadt Düsseldorf ist seit acht Uhr abends jedem Verkehr nach außerhalb abgesch te n. Auch mit dem übrigen von den Fran­zosen besetzten Gebiet ist keine Verbindung mög­lich. Wie verlautet, ist in Düsseldorf eine voll­kommene Verkehrssperre angeordnet. Massen-

stets widersprechen. Folglich muß England sich beugen, muß es nachgeben. wenn es wenigstens eine Teillösung der europäischen Schwierigkeiten erreichen will. Und dadurch, daß es die Ausgabe des passiven Widörstandes von Deutschland fordern wollte, daß es selbst die Garantien nicht für weit genug hicttt unv schlietzlich eine Kontrolle der deutschen Finanzen als berechtigt ansah. hat es sich ja schon aus den Weg Frankreichs begeben. Wenn man ge­nauer hinsieht, findet man gar nicht mebr so große Unterschiede zwischen den französischen Forderungen und den Forderungen, die Eng­land in dem Antworteritwurf ausgestellt. Das Programm, das PoincarS veröffentlicht, wird die künsttge PolitikDeutschlands zu be­stimmen staben Widerstand bis zum Aeußorsten und wird seinen Einfluß auf die fortgehende politische Aussprache auSüben, die noch lange hingezögert werden kann. Der Anstatt der englischen Nolittk ist begrabctu wor­den durch Voinoares neue Abwehr, durch diese Veröffentlichung, die das darf man nicht ver­kennen doch geeignet ist. die Welt über di- wahren Gründe der europäischen Not zu täuschen.

Das Finanzelend.

Ab 1, Oktober unter alliierter Kontrolle?

(Eigene Drahtmeldung.)

Berlin, 6. August.

land mitzuwirken bereit ist, eine solche Täterschaft beweisen, so würde die ReichSregicrung dies auf das Tiefste bedauern. Gewaltatte bringen -1- mand Nutzen, schädigen die deutsche Sache

haben nur Bedrückungen^ur Folge.

Verkehrssperre und Verhaftungen.

Sin Vorfall in Düffeldorf

Explofion bei einer Parade.

(Eigene Drahtmelduna.)

Dauerns unter Zwang.

Was Belgien von Deutschland verlangt.

(Eigene Drahtmeldung.)

»rüffel, 6. August.

DerSoire" meldet: Das belgische Kabinett wird voraussichtlich am Sonnabend das Grau­buch veröffentlichen, das die Mindestforde. r n n g enthält, die Belgien von Deutschland bei­behalten will. Uebrr den Hauptinhalt des Bu­ches meldet das Blatt, datz mehr als drei Milliarden Goldmark jährlich gefor­dert werden und datz Belgien dis zur Bezahlung die Verpachtung der unrentablen detktschen Eisenbahn verlangt, um diese »« einer nutz­bringenden Kapitalsanloge auch für das deutsche Reich selbst zu macken. Die Minister kennen, so heißt es darin weiter, heute nur noch Tartt- und Lohnerhöhungen als einzige Staatsweis­heit. ohne an da« Hcrau^olen von Gewinnen durch vermehrte Arbeitszeit und Einschränkung des Beamtenapparates zu denken. Wie der Soir" weiter schreibt, verlangt Belgien für die Dauer der ReparattonSzahlungen den neun bezw. Hehu-Stunden-Arbeitstag, der in ganz Deutschland durchgesetzt und stabilisiert werden müsse. DerSoir" versteigt sich bei der Beurteilung deS GrarrbuckS z» der sehr eigeit. artigen Bemerkung, die belgische Regierung habe keinerlei Interesse an irgend einer deutschen Re­gierung oder StaatSform, es sei Belgien völlig gleichgültig, ob Deutschland Republik oder Mo­narchie sei. (?) ES würde jede Regierung un- terWtzen, die die Reparationen nach den Ver­einbarungen des Versailler Vertrags ausführt.

Düsseldorf, 6. August.

Die Lage im besetzten Gebiet hat eine neue Verschärfung dadurch erfahren, daß gestern nachmittag während der französischen Wachtpa- rade eine Handgranate explodierte. Bier französische Soldaten und drei Zivilisten wurden mehr oder weniger schwer verletzt. Nach neuerer Meldung sind insgesamt sieben Personen schwer verletzt. Aus diesem Anlatz hat die Be­satzungsbehörde den Ebes der kommunalen Po­lizei und einen weiteren deutschen Beamten der Stadt Düsseldorf verhaftet. Außerdem wurde über Düsseldorf der verschärfte Äklagerungszu- stand verhängt. Weitere Zwangsmaßnahmen gegen die Stadt sollen bevorpehen.

Sine yaldamNicve Ausiaflung.

Berlin. 6. August. (Prtvattelegramm.) Von halbamtlicher deutscher Seite wird zu dem Vor- fall in Düsseldorf, dessen Ursachen noch ungeklärt

aimierte Wirtschostsbeteillgung.

Brüssel. 6. August. (Eigene Drahtmeldung.) Aus dem belgischen Graubuch wird noch mitge- teilt, gatz die Monopole, die die Alliierten für Deutschland auf Tabak, Zucker, Bier uni» Holz in Aussicht genommen haben, insgesamt anderthalb Milliarde Goldmark erbringen sollen. Ferner ist beabsichtigt, Anteilscheine an deutschen Industrien» ternehmungen auszugeben. Die deutsche Industrie habe darauf­hin W Prozent des Reingewinns auszuzahlen. Diese Maßnahme soll unter der Voraussetzung erfolgen, datz eine Stabilisierung der Mark herbeigeführt wird. Man nimmt an, daß diese Teilnahme der Alliierten an beit deutschen Jnduftrieaktien 250 Mllionen Goldmark ergibt.

Kolonialwaren.

Bemühungen des deutschen Kaufmannes.

Angesicht« der fchwierigen Beschaffung derNotontaiwaren findet die Leipziger Ausstellung besonder»« Interesse. Sie zeigt, wie der deutsche Kaufmann mit den Hindernissen unsere, Zeit rümpft.

Leipzig, 6. AiMrst.

Der Reichsverband Deutscher KoloniaLwaren- und Lebensmittel-Händler (Sitz Berlin), der in leinen Prstinz- und Landesorganisationen, Vcr- cinen und Ortsgruppen den größten Teil des Deutschen Reiches berufsständisch zusammenge­schlossen und vor einigen Monaten die Zentral- kauf-A.-G. in Berlin gegründet hat, deren Zweck die Heranschaffung billiger Lebens­mittel für die Verbraucherschast ist, hält in diesen Tagen in Leipzig feine diesjährige Ta­gung oib, mit der eine bedeutsame Ausstellung auf dem Ausstellnngsgelände verbunden ist. Am

habe aber alle Schwierigkeiten überwunden und das Meßamt habe gern den Plan, aus Anlaß der Tagung eine Ausstellung zu veranstalten, unterstützt. Der Redner schloß seine Ansprache mit dem Wunsch^ daß sich die Erwartung, die der Verband an die Ausstellung geknüpft hat, voll erfüllen und diese beitragen möge zur Neber-

KkinGntgegenkommen

Poinearöt Aswrhr gegen England.

Man versteht nicht, weshalb die französisch- englischen Unterhaltungen und Unterhandlun­gen so streng verttaulich qeführt worden sind. Denn jetzt erfahren wir doch, was hinter den Kulissen vorging. Und wir können durchaus nicht überrascht sein. Dem englischen Beschluß ist P o i n c a r 6 schleunigst zuvorgekommeU. Er hat selbst die Veröffentlichung der Jn- struktionen und Noten angeordnet. Er scheut sich also nicht, einzugestehen, was er geantwortet habe. Weshalb auch? Er bleibt sich doch gleich, ist mich in diesen Verhandlungen konsequent ge- ivesen. England hat das von ihm erfahren, was es wußte, was wir wußten, was die ganze Welt wußte: daß Frankreich kein Ent­gegenkommen kennt, nicht daran denkt, das Ruhrgebiet aufzugeben, nicht daran, die deut­schen Verpflichtungen zu verringern. Eigent­lich hat PoinearS rächt, toenn er sagt, er ver­stünde nicht, weshalb England über Dinge Aus­kunft habet: wolle, die doch hinlänglich bekannt feien. Es war aber ein diplo.natischer Schachzug der Engländer. Sie glaubten, Poincars ein­mal festlegen zu können. Bisher hat er immer röcht zweideutig gesprochen. Jetzt wollte man seine Ansichten unverrückbar schwarz auf weiß haben und sehen, ob sie die Basis zu Ver­handlungen böten. Poineors sieht sich jetzt, da er die Gegenüberstellung der englischen Fragen mit seinen Antworten abdämpfen möchte, vor die Notwendigkeit gestellt, für alle Zette!» deut­lich zu sein. Und er ist deutlich, indem er die bisherigen Andeutungen als feststehende Tatsache binstellt: Keine Räumung des Ruhrgebiets, keine Ermäßigung der deutschen Zah­lungen!

Eine interessante Wendung nur finden wir in den Poinearsfchen Veröffentlichungen, näm­lich daß Frankreich ia von vornherein wußte, wie wenig im Ruhrgebiet zu holen sei. Frankreich wollte durch die Besetzung keine sofortigen Repa­ration szahlunaen suchen. .Mr wußten sehr wobl," sagt PoinearS,baf; die Besetzung des Ruhrgebietes durch die Alliierten an sich nicht die notwendigen Summen ergeben würdet, setzst wenn die deutsche Regierung sich gemäß dem Friedensvertrag Verhalten und unS die Kohle und die Steuchn einzieben lassen wür­de. Was wir wollten, war vor allem, besonders Vilich die Pfandnabme in Deutschland den Wil­len zum Zahlen zu schaffen, d. b. wir wollten den wirtschaftlichen und volitischeU Organisationen des Deutschen Reiches eine solche Verlegenheit bereiten, daß sie die Ausführung des Vertraaes schließlich den Behinderungen Vorlieben wür­den." Früher klang es anders. Dem franzö- siischen Volle wurde versprochen, es würde durch die Ausbeute des Rubrgebietes auf seine Rechnung kommen. Jetzt, nach den bösen Erfahrungen des passiven Widerstandes, den Voinoars nicht in feine Berechnung eingezogen batte, will er sich als den Weitsichtigen geben. Er kann aber niemand mit seiner Erklärung täu­schet. Sie sagt vielmehr, daß Frankreich nach und nach sich ein anderes Programm gemacht hat. Der französifchen Behausung, die Rnhr- . attion werbe Ergebnisse brinaen. stand die eng­lische Auffassung gegenüber, sie werde ein Feblschlaa sein. Der Frontwechsel Poinea- res soll nun England den Wind aus den Segeln nehmen, soll dem englischen Einwand, es sei zw-Wos, die Besetzung fortzusetzen, weil ste nicht zum Ziele führe, begegnen.

Wir haben fteilich noch die englischen Veröf­fentlichungen abtuwarten, vielleicht lassen sie doch erkennen, daß Poincare selbst in dieser voreiligen Bekanntgabe der Verhandll'ngen Fäl- schungen vorgenominen hat. Vielleicht hat er sich in seinen Jnstrukttonen doch weiter vorgewagt und noch aitbe're Zugeständnisse gemacht. Aber man gewinnt beute, da dieser eigenartige Krieg zwilchen Frankreich und England eingesetzt Hut, doch den Eindruck, sie werden wieder zusammen­finden. Heißt es doch ans Londoner Meldun­gen bereits, die englische Regierung denke daran, keine Sonderaktion zu unterneh­men. keine Beantwortung der deutschen Note allein vorzuncchmen. Und man werde bemüht sein mit Frankreich wieder in Verhandlungen zu kommen. So wird letzten Eudes darüber muß man sich klar werden und dafür muß man sich eir ffrtfen kommen: England wird wieder, wie oft schon, den Weg der Verständigung be­schreiten. Und dieser muß fetzt umso schwerer sein, als P o i n c a r s seine Gedanken, gewisser­maßen durch englischen Zwang ansveckän mußte. Er mußte sich zu bestimmten Plänen bekennen. Uv-b diese Vläne. die er nun zu betreten hat, wird er sesthalten. Sie werden von den Eng­ländern entweder gebilligt weU>en müssen oder es käme der endgülttge Bruch.

-Jetzt schon weist Poincars darauf hin. keine alliierte Macht könne allein die Zahlungen Deutschlands hetabsetzen. Es müßte Einstim­migkeit erzielt werden. Frankreich aber werde

DieTimes" melden, daß der erfische Bot- schifter in dieser Woche nach Bersin zurückreist, um Deutschland auf die Fin anzkontrolle vorzitbereiten. (!) Jh Beginn sei für den Oktober vorgesehen, ihre Annahme durch Deutschland sei Boransfe. mg für eine Erörte­rung der deutschen Borschlä, '. Zur englischen Regierungserklärung werden amtliche Mittei- fitngcn übe die Stellungnahme der deutschen Regierung nicht ansgegcben. Auch die angckün- Mnisigte Aussprache des Reichskanzlers mit Mir Parteiführern findet zunächst nicht statt. Die Ressortbesprechrmgen in der Reichskanzlei am-----,------------,------------------ ..

Sonnabend hatten das Ergebnis gebeMtt dstzjwindung unserer gegenwärtigen _ schwierigen die deutsche Regierung vorläufig die dircktrn Mitteilungen aus London abwarten will, b:-

usw. herzlichen Willkommengruß. Die Ausstel­lung solle zeigen, was Handel und Industrie trotz aller Drangsalierungen noch zu leisten vermögen Deutscher Geist, deutsche Arbeitskraft und Ener­gie, diese Eigenschaften unseres Volkes, um des­willen uns untere Feinde bekämpfen, werden nicht nntergehen. Wenn Regierung und Behör­den den Einzelhandel in Deutschland fördern, dann werde dieser in die Lage versetzt,

die Belieferung der Bevölkerung

mit Lebensmitteln auch in schwerer Zeit durchzusetzen. Der Redner ersuchte die Presse, auch dem Einzelhandel Gerechtigkeit widerfahren zu lassen und ihn nicht verantwortlich zu machen für die hohen Preise, die wir jetzt haben. Der Einzelhandel kämpfe schwer mn seine Existenz und auch er wolle mithelfen ernt Wiederaufbau unserer Wirtschaft. Namens der sächsischen Ne­gierung und der Kreishaupttnannjchaft erwi­derte Geh. Regierungsrat Dr. Dittrich, betonte den guten Willen der Regierung. Je schwieriger sich unsere wirtschaftliche und politische Lage ge­statte, umso eifriger sei sie bemüht, auf dem Ge­biete der Lebensmittelversorgung einen Weg zu finden, der der richttge ist. Im weiteren zollte der Redner dem Vorstande Worte der Anerken­nung nnd des Dankes für das Zustandekommen der Ausstellung. Auch die Leipziger Handels­kammer war durch ihren Präsidenten Geheim­rat Bankier Schmidt vertreten, der auf die Be­deutung des Kolonial- irnb LebenSmittelbandels hinwies und den aufrichtigen Wunsch aussprach, daß die Tagung nnd Ausstellung dazu beitragen möchte, alle die Erschwernisse, mit denen der Handel jetzt zn kämpfe» habe, zu lindern. In. warmempfundenen Worten gedachte Geheimrat Schmidt auch der Brüder am Rhein und an der Ruhr und forderte zu ihrer einmütigen Unter­stützung in ibrent Kämpfe auf. Möchte das be­nachbarte VöKerschlachttnak in uns die Hoffnung auf eine glücklichere deutsche Zukunft stärken, so schloß der Redner feine gehaltvolle Ansprache, Es folgte ein Rundgang durch die Ausstel­lung. auf der die bedeutendsten Firmen der Le­bens- urtb Genu ßmitteli ndnstrie mit ihren Spe- zialitäten vertreten sind. Die Aufmachung der einzelnen Asstellungsstände ist geschmackvoll und glänzend. Eine Hamburger Schokoladen^ f i rma hat eine riesige Kugel aus Pralinen aus- gestellt nnd die Likörfirmen usw. wetteifern in der glänzenden Anfmachung ihrer Erzeugnisse^ Man findet ko ziemlich alle berühmten Marken von Destillation, alte Spezialitäten von feinem, Gebäck, von Schokoladen, feinste Fruchte konfferven, Oele, Delikateffen, dann! Kaffees nnd KakaoS, sowie viele Ersatz^ mittel, ferner Würzen, Dörrgemüse, Salze usw. Die gesamte Ledens- und Genußmittelindustrie! will auf dieser Ausstellung den hohen Stand ihre« Leistungsfähigkeit zeigen. Sehr vielseittg hat auch der Hefeverband ausgestellt..Doch auch all» Sorten Waschmittel, Chemikalien uM Waren, die im allgemeinen vom Kolonialwaren^

Die Gefahren her Teuerung.

Unzufriedenheit in der Arbeiterschaft.

(Privat-Telegrammz

Berlin. 6. Ang'.rst

Die Preisentwicklung zeigt in Berlin von Tag zu Tag überraschendere W'rlnngen. B u t - ter das Pftrnd in einem Tage von 300000 Mark auf 400 000 Mark und 450 C00 Mark im Preis geftegen: die annebglich bessere Versor­gung der Großstädte mit Kartoffeln besteht darin, baß. wo überhaupt Kartoffeln vorhanden sind, diese feit 48 Stunden statt mit 8000 Mark mit 20 und 25 000 Mark das Pfund bezahlt wer­den. Die gestrige Abendsitzung der G werk'chaf- ien verlief außerordentlich stürmisch. Alle Redner sprachen sick für den Beitritt der Ge- »oerkschaften zur k o m mu n i ft i s ch c n Kontroll- bctntiflunfl bei den Lebensmittel-reifen aus, sowie für die Entfernung des jetzigen Kabinetts. Die nächsten Tage werden unverkennbaren Sturm bringen und den radikalen Tendcnzjen in -er Sozialdemokratie gegen die Par­teileitung vielleicht zum Siege verhelfen, da bei einem täglichen Notendruck von neun Billionen Mark und bei fast avwöcheMlichrr Steigerung aller Tarife nientanb mehr an einen Erfolg der nngefünbigten Regiernngsmaßn-Hmen glaubt. Die Aussichten für das Kabinett Cuno ftc en bei einem Umfall der sozialdemokratischen Reichs­tagsfraktion unverkennbar schlecht.

Die BiMonen-Fehlbeträge.

Berlin. 6. August. (Perivattelegramm) Wie wir erfahren, schließt der Reickshaushalt fi;t das zweite Vierteljahr 1923 mit einem Fehlbetrag von rund 95 Billionen Mark, derpreutzische Staatsetat für die gleiche Zeit mit einem Fehlbetrag von 48 Billionen Mk. ab.