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Meter Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Tte Kasseler Neuesten Nachrichten erscheinen wöchentlick, sechsmal und zwar ad end«. Der AdonnemmtSnrels beträgt für di« Zett vom 1. bi»IS. August 35 000 Mark bet tretet Zustellung ins Haus, in der SeschLstsst:?. ' abgeholt 34400 Mark. Bestellungen werden jeberyeit entgegen- genommen. B-rlag und Redattion: Lchlachthosstratze 2e,80, Aernsprecher Nummer 851 und 952. stur unverlangt ein gesandte Beiträge kann die Nedaktion eine Verant­wortung oder Sewühr in leine« Falle übernehmen. Rückzahlung de« Bezugsgeldes ober Ansprüche wegen etwaiger Ni äst ordnungsmäßiger Lieferung ausgeschlossen.

Hessische Abendzeitung

9»ferttonipretfeta> Einheimische Austra ge: Die einspaltige Anzeigenzetle 2500 Mark.Famt. liennachrtchte» ble Zeile 2300 Mark,die «inspaltigeReklamezeile 7000 Mark, b) Auswärtige Aus- träge: Die einspaltige Anzetgenzeile 2500 Mark die «»stspaltige Reklamezeile 7000 Mark, alles ein­schließlich Deuermigs,uschlag und Anzeigensteuer. Für Anzeigen mit besonders schwierigem Sa» hundert Prozent Aufschlag. Für die Richtigkeit aller durch Fernsprecher aufgegebene» An- zeigen, sowie für Aufnahmedaten und Plätze kann eine Gewähr nicht übernommen werden Druckerei: Schlachthofstraße 24/30. Gelchästsstell-: Kölnische Straße 5. Telephon Nr. 951 und 952

Nummer 178.

Einzelnummer 3000 Mk.

Freitaq, 3. August 1923.

Einzelnnmmer 3000 Mk.

13. Iahrgsng.

England immer noch am Scheidewege.

etfmflffttr " oller.

<gln Ottrer des vaste«.

Derflegende KokequeNen.

Berlin. 2. August. (Eigene Drahnneldung. - $u 3w nnterrichteien Kreisen rechnet man damit, baß bei

Notwendig ist ein Verbot der Ausfuhr der- artiaer Erzettqniffe ans dem Bezirk. ans dem btt Milch stammt, also auS dem Kasseler.

Weiter ist die Verbraucherschaft mit­schuldig. In bellen Scharen zieht sie ausS Land, geht von Haus zu Haus und bietet die höchsten Preise. Der Milcherzeuger (auch der von But­ter) wirb dadurch der Mühe der Eiseirbahnfahrt nach der Stadt enthoben und braucht kein« Angst vor dem Wuchergericht zu haben, mildem er, wie die Erfahrung lehrt, nichts zu schaffen haben mag. In das gleich« Kapitel gehören die fast restlosen Bntterlieferungen nach Frankfurt, wo höhere Preise als in Kassel gezahlt werden und Kassel wird regelrecht bohkottiert.

haben Baldwin und Curzon am Dienstag die Botschafter Italiens und Japans empfangen. Di« .Times" gibt eine Aeußerung Curzons zu Sir Greh wieder, wonach Curzon sagte: .Wir werden allein handeln müssen, um das Wirt- schastselend der Welt zu beseitigen. Aber wir müssen handeln*. Nach einer Meldung auS Tokio hat Japan beim Empfang der briti-

der Koksversand aus dcm Ruhrgebiet nach Frankreich mit Ende dieses Monats aushöre.

Der kühle Japaner.

Rotterdam, 2. August. (Privattelegramm.) Wie die gestrige« London« Zeitungen melden,

Paris wird gemeldet: General Rollet «st aus Berlin in Paris eingetroffen, um Bericht über die Entwaffnung in Deutschland zu erstat­ten. Soweit General Rollet sich privat geäußert hat, bewiesen die Feststellungen kom­munistischer und sozialistischer Zei­tungen Wer Wafsenreserven der Rechtsparteien, daß Deutschland noch sehr weit von der wirklichen Entwaffnung entfernt sei. (!)

minderte Interesse Japans an Regelung der europäischen Krise bekundet.

Am Scheideweg.

Tie verlorene Frankmilliarde. Neuer Raub? (Eigener Druhtbericht.i

Gens, L August.

Wir derTempO" meldet, sind die Kosten der Besatzungsarmee Frankreichs für Rhein «nd Ruhr bis 15. Juli auf 970 Millionen Franken angewachsen. Inzwischen dürste die e r st e M i l» liärde Frank« überschritten sein. Da Deutschland auch diese Beträge nicht zahlen wolle, könne man sich nnr durch Besetzungen und toieber Besetzungen schadlos halten. (!!)

Wie am Sonnabend und gestern wieder be­kannt gegeben wurde, ist der Eingang von Milch in Kassel gegen das Vorjahr um 40 bis 50 Prozent zurückgegangen, sodaß nur noch di« Kinder bis zum 3. Lebensjahre beliefert wer. den können. Selbst die Menge für die kleinen Kinder ist um % Liter gekürzt worden. Es sind trfifbc Aussichten. Der Hauptgrund für den so katastrophalen Rückgang der Milchversorgurig man denke mich an unsere Kranken und Al- ten! liegt nach den Mitteilungen in der Rat- hauSbesprechung darin, daß eine große Reihe von sogenannten jungen Molkereien vor­handen sind, die erst nach Aufhebung der Zwangswirtschaft entstanden sind und Butter und Käse Herstellen. Wahllos verkaufen sie ihre Erzeugnisse zu den höchsten Preisen. Sie kau- fen hier die Milch auf und schicken ihre Erzeug­nisse weit weg ins besetzte Gebiet. Es liegen Fälle vor, daß an Firmen mit französi- schn Namen geliefert wurde! So gerät die Warr nach Westfalen, wo wahnsinnige Preise be­zahlt werden, nach Köln, Trier und Gott weiß wohin!

(Eigener Drahtbericht.)

Berlin, 2. August.

nete den Rückgang der Zufahrten mit 30 bis 40 Prozent trotz der jetzigen guten Jahreszeit!

Nach Informationen auS gut unterrichteten Kreise ist mit Sicherheit anpmehme«, bah sich m«ch Italien einer Sonderantwort Englands auf die deutschen ReparationSvorschlä. ne anschließen wird. AuS der gleichen Quelle kommt die Versicherung, daß die beiden Roten inhalMch in weitestem Maße angepatzt sein werden. Nach italienischen Meldungen beklagen die Turiner und Mailänder Handels­kammern in ihren BierteljahrSberic^en den Zusammenbruch des AuSsu hsrhan- dels »ach Deutschland, der seit dem neuen Marksturz nicht einmal mehr dreißig Prozent der vorjährigen italienischen Ausfuhr erreicht.

rung beheben. Diese Goldanleihe hat ohnehin gegen den starken Mderstand der Reichsbank durchgesetzt werden müssen. Mit den Ankün­digungen der Reichsregierung auf eine neue Mnanzreform sind wir noch um keinen Schritt weiter gekommen. Die Schwierigkeiten unserer Lage haben sich noch nicht vermindert. Sie be­stehen in voller Wicht und Schwere weiter. Mer es ist eine Pflicht der Presse, immer wieder diese ungelöste Frage zu berühren und die Verant­wortlichen Kreise auf die Not, aber auch auf die Gefahren und Notwendigkeiten der Stu ave aufmerksam zu machen.

Einsicht in Italien.

Italiens Ausfuhrhandel vor dem Mui«.

Zu beachten sind ferner die hohen Fuhrköhn« und die Stundenlöhne von 4050000 Mark für den Fahrbursche . Das alles hat dazu beigetra­gen, daß der Landwirt feine Gespanne bis zrmr Aeußersten ausnutzt und für die Milchfahrten iu kostbar betrachtet! Er fährt nicht mehr nach m Molkereien. Ein Molkereivertreter errch-

England steht allein.

Die Politik der Geheimnisse. Sonderantwort? (Privat-Telegramm

Rotterdam, 2. August.

DerTelegraf" meldet aus London- Die ge­strige Kabinettsitzung nahm zweieinhalb Stun­den in Anspruch. Nach der Sitzung im Unter­haus am Donnerstag vormittag wird die Kabi­nettsitzung fortgesetzt. Ob Baldwin seine erwar, tete Erklärung über die Reparationsfrage sofort oder erst am Nachmittag abgeben wird, steht noch nicht fest. Auf eine Anfrage Macdonalds erklärte Baldwin gestern im Unterhause, daß eine Berössetztlichung der Dokumente über die schwebenden Verhandlungen mit den Verbündeten vorläufig unmöglich sei, weil dazu die Zustimmung der Alliierten notwendig wäre. In London verhehlt man sich nicht, daß an eine» Umschwung der sronzöstfckrk. Politik kaum zu denken ist. In einer zweiten Sitzung kam daS Kabinett z« der Einsicht, daß gegen­wärtig eine gsmeinsame Antwortnicht erfolgen könne. Sollte sich die fctitifdjc Re- gierung zu einer Sonderantwort entschließen, so würde alles getan, um Frankreich die Möglich­keit zu geben, sich nachträglich der britischen Politik an schließen zu können.

scheu Rote die Uebereinstimmung mit den darin niedergelegten Grundli­nien ausgesprochen, jedoch erneut das v e r - " ' der

Anter dem Drucke der Mot.

Rotterdam, 2. August. /Eigene Drahtmel­dung.) Daß die britische Politik gegenüber Frankreich aus schwerwiegenden tvirtschaftlichen Gründen heraus notwendig wurde, geht aus einer Erklärung des Arbeitsministers im Unter» Hauke hervor. Danach beziffert sich die Zahl der Arbeitslosen in England auf 1185<00. Man hatte gehofft, diese Zahl bald unter bic Millionengrenze zurückzudrängen, aber die Entwicklrmg der Dinge an der Ruhr und ihre Rückwirkung auf di« englische Industrie und den englischen Kandel haben diese Hoffnung zunichte gemacht. Auf eine Anfrage im Oberhause erklärte Lord Curzon u. a.: Wenn Deutschland zusammenbricht, würde das gleiche Elend über die Weststaaten kommen, das noch vor einem Jahre selbst in Deutschland niemand für möglich oehalten hätte. Diese zwangsläufige EntwicLung Vorauszuse­hen, sei weife Voraussicht für England.

Der Krebsschaden der Wettw irisch oft.

Rotterdam,?. August. (Privattelegramm.) Ein Londoner Blatt meldet, daß die von den englischen Handelskammern in daS Rnhrge- biet entsandte Studienkommission zu rückgekehrt ist. Ihr Bericht, der der Londoner Handelskammer vorliege, sei vonerschrek- kender Deutlichkeit". ES sei unmöglich, unter den jetzigen Zuständen im besetzten Ge­biet von einer Wiederbelebung des englischen Handels in diesem Gebiet sm sprechen.

VolltlfcheWetterwarte

Wechselnde Bewölkung.

tot'er Berliner Mitarbeiter schreibt:

Die Regierung Cuno hat in einem Zeit­punkte höchster Not und Gefahr mit einem Flnanzprogramm an das deutsche Volk suh gewandt, das zu jeder vorangegangenen stunde eine Tat gewesen wäre. Wir fürchten sehr, daß der Eindruck dieser Kundgebung nicht allzu starr sein wird. Wir wollen aber doch ein­mal kurz untersuchen, ob das zur Linderung öcr Finanz- und MrtschastSnoi bestimmte Finanz- Programm bet Regierung Cuno noch etwas ret­ten kann.

Die Reichsregierung kündigt verschiedene neue Steuern beziehungsweise Erhöhungen bestehen­der Steuern an, die den Zweck habe» Men, die Finanzen des Reiches zu stärken, um der unge­heuerlichen Geldentwertung Einhalt zu tun. Insbesondere soll ein .Opfer für Rhein und Ruhr auf breitester Grundlage" von allen Lei- swngsfähigen im unbesetzten Deutschland ge­schaffen werden, von dem das Reich sich rasch sehr erhebliche Geldmengen verspricht. Wie steht es mit alldem? Sehen wir uns doch einmal die Flnanzbedürfntffe des Reiches an. Unsere Reichssinanzen stehen gegenwärtig so, daß durch steuerliche und sonstige Einnahmen nur vier Prozent der tatsächlichen Ausgaben des Reiches gedeckt werden. Zeitweise waren es sogar nur 3wei Prozent! Sechsundneunzig Prozent der Ausgaben sind ungedeckt und werden nur durch die rasende Produktion von neuem Geld, durch die Tag und Nacht unermüdlich laufende Ro­tenpresse befriedigt. Wir drucken jetzt täglich rucheM eine Billion n e u e R o r e n. Am 1. August ist die verzehnfachte Zwangsanlethe fal- lrg geworden. Sie dürfte einen Ertrag von etwa zwei Billionen Mark ergeben. Die würde also lediglich den Reichsbedarf für nur zwei Tage decken. Die fii-nfundzwanzigfache Voraus­zahlung der Elnkommensteuer wurde höchstens den Bedarf für vier Tage zu decken geeignet fein. Beide Dteuerergebnisse zusammen würden also die Ausgaben des Reiches für nur eine einzige Woche etwa decken können. Dabei muß man aber beachten, daß die ftinfundzwanzigfache Ein­kommensteuer erst in etwa vier Wochen fällig wird, und was bis dahin währungspolitisch bei uns vorgegangen sein wird, kann man heute noch nick: erkennen.

Im Monat Juli hat der Doillarsiand fick Mehr als versechsfacht. Wir sind jetzt in ein Radium hineingekommen, bei dem die geringste Aenderi'.ng in der Dezimal-Stellen-Notierung in Nowyork den Dollar um viele hunderttausend Mark sich ändern läßt. Haben wir einmal die Millionen » Mark - Grenze für den Dollar über­schritten, so genügen ganz kleine Schwankungen in der Newporter Notierung, um den Dollar alsbald zwei, drei und mehr Millionen Mark verzeichnen zu lassen. Mr müßten also schon ganz gewaltige Eingriffe in Besitz und Einkom­men des Einzelnen unternehmen, wenn wir auch nur in etwa mit dem rasenden Ausgabenhed,irs der ReichSverwaltung Schritt halten wollen. Es liegen doch heute die Dinge schon so, daß wir um vieles mehr an Steuern bezahlen müssen, als unser gesamtes Einkommen im vergangenen Jahre betragen Hat. Das ist auch so eine gro­teske Wirkung der Geldentwertung. Aber ge­rade bei diesen Mimen gilt der Satz, daß eine Ewigkeit nicht zurückbringt, was in der Stunde versäumt worden ist, und noch so viele sinanz- und steuerpolitische Maßnahmen können das nicht Wiederbringen. Wer das behaupten wollte, wurde sich einer großen Täuschung schuldig machen. ES ist notwendig, der Bevölkerung gan» unperHohlen die Dinge zu schildern, wie sie sind. Steuern und Abgaben allein, einmakiae und dauernde Opfer, mögen sie auch noch so umfaT. send und eingreifend sein, können der ungeheu­ren Geldentwertuno nicht wehren. ES ist ein Irrtum mich der Regierungskundgebunä, daß sie der Meinung AriZdruck gibt, die von ihr nun vorgeschlagenen Maßnahmen Hätten eine derar­tige Wirkung. Dazu kommen diese Maßnahmen einmal viel zu spät, zum »weiten würde es vier M lange dauern, bis sie in der Praxis wirksam würden und pmt dritten sind sie aber auch nach ihrem Inhalt selbst absolut nicht dazu angetan, dielen Zweck zu erfüllen.

Man muß immer wieder daran festhalten, daß die gegenwärttg« Mißstimmung gegen daS ReichSkabinett sich keineswegs gegen die Politik in der Rrchrfraae richtet. ES denkt auch nie­mand daran, diesen Ruhrkcrmvf abschwöcken zu wollen. Die Helden der Ruhrgebie- tes dürfen nicht umsonst gekämpft haben. Aber was man als die Ursachen un­serer geenwärtiaen MrtlchastSnot hinstellt, das ist die verfehlte Finanrienmg diese? Kampfes Jetzt. n«b fast sieben Monaten Rubrkampf, geh! man daran, ein eigenes Rhein, und Ruhrcwfer in Gestalt einer Sonderstener tu erheben. Abe- auch die Goldanleihe würde in der von >er Reqieruna geplanten Form nicht int gering- ' m die Schwierigkeiten der Reichsfinanzgebah-

Brüssel, 2. August. (Privattelegramm.) In einer sehr stünnHch verlausenen Sitzung bei Brüsseler Senats, in der der Verteidi­gungsminister lärmend unterbrochen tour, de, sodaß die Ätzung zeitweise ausgehoben wer­den mußte, versicherte der Abgeordnete D e v e - z o, daß von Teutschlarw ngch wie vor Gefahr drohe und niemand die sittlichen Kräfte dieses Landes kenne. Man hat nicht das Recht, so fügte er hinzu, die Lektionen zu vergessen, die der Krieg uns erteilt hat. Deutschland ist für uns ein Meer bei Hasses.

Ueber die Erhöhung der Produktionskosten wurden allerlei Mitteilungen gemacht, die zu Gunsten der Erzeuger sprechen. Dies« führen an, daß die diesiShrige Futterernte zwar guanttta- tib gut, qualitativ aber minderwertig ist. Infolge der Valuta kann der Landwirt nicht, wie im Frieden, daS eiweißhaltige Kraftfutter besorgen, die besten Kühe hat der Feindbund angefor- dert und die Geivichtsqnalität deS Viehes bleibt 30 Prozent hinter dem Friedensftand zurück. ES wurde vorgerechnet, daß eine Kuh im Frieden 2700 Liter pro Jahr ergab, jetzt aber nur 1000 Liter!

Wie BeWen räumen wird.

Rotterdam, 2 August. (Eigene Drcchtmel- dung.f Uebrr die Haltung Belgiens berichtet ein hiesiges Blatt: Der interessanteste Zug in der Halttmg der belgischen Negierung ist ihre Auf­fassung, daß das Ruhrgebiet in UebereinstlM- nrnng mit den -deutschen Zahlungen geräumt Werden solle. Die belgischen Staatsmänner wä­ren der Auffassung, daß die deutsche Zah­lung in Obligationen. Wechseln oder interna­tionalen Anleihen die Zurückziehung ihrer Truppen rechtfertigen würde.

*

England« Handel stark bedroht.

Rotterdam, 2. August. (Privattelegramm.) Der Bericht der Londoner Handelskammer über die wirtschaftlichen Folgen der Ruhrvesetzung stellt den Zusammenbruch de« engli­schen Ausfuhrhandels nach Deutschland fest, der im Juli fechSundftebzig Prozent geringer war als im gleichen Monat des Vorjahres.

Fiasko an der Ruhr.

DaS nervöse Paris. Bruch oder Ausgleich? tBrivat-Telearamm i

Basel, 2. August.

Aus Paris wird gemeldet: BiS gestern abend 7 Uhr war am Quai d'Orsay noch keine Mittei­lung der englischen Regierung cingelausen, was sie nach Empfang der französischen und belgi­schen Rote zu tun gedentt. Eine Sonderantwort Englands an DeutMand würde nach der Auf­fassung hiesiger gut unterrichteter Kreise nicht un­mittelbar einen Bruch der Entente bedeuten. Der Londoner Korrespondent beSTernps" meldet seinem Blatte, daß England unter der Regie­rung Baldwins einer fruchtbaren Reparations­politik entgegengehe. Die Frage wäre, ob noch eine gemeinsame Politik mit England möglich wäre, Jedenfalls wäre man der Ansicht, daß die Ungewißheit nur noch wenige Tage hinausgezögert werden könnte.

Kinder ohne Milch.

Die Gründe für die Kasseler Milchnot.

In »affet bekommen nur noch» »in Ar bi« zu d- ei Iohren t-gliS)/, Liier Sitte.

Erschütternde Klagen hört man in den Milch- laden. Meist unter den Frauen davor. So teuer und wieder ein Abzug! Der Jammer dringt gellend zum Rathaus: Behörde, toaffe du Milch heran! Sie hören dort die Klage und ... kön­nen nicht helfen! Weshalb nicht, das wurde \ in der schon gestern erwähnten Rathausbespre- chung unter dem Vorsitz von Stadtrat Häring den Vertretern der Presse auseinandcrgesetzt. Vertreten waren die Landwirtschaftskammer, der Landbund und die Molkereien. Dabei gab es trotze Vorträge über di« ganze Entwicklung der Milch-, aber auch der Butterversor- gung. Beides hängt allerdings innnig mite einander zusammen.

Zunächst die Preisbildung in Kas« s e l. Obersekretär Striening von der städtischen Milchzentrale gab ein Bild davon. Allwöchent- ich setzt ein Milchpreis-ausfchuß die Preise fest. Diesem Ausschuß gehören an: Ein Vertreter der Landwirtschaft, der Molkereien, der Gewerkschaf­ten. des Hausfrauenvcreins, die Vorsteher Der städtischen Milchzentrale und des UntersuchungS- amtes, der Milchhändler und Vertreter des Ma­gistrats sov/a der Stadtverordneterwersamm- lung. Dieser Ausschuß nun berechnet den Milch- preis auf der Grundlage der amtlichen Butter- Großhandelspreise in Berlin. Ein Zehntel die­ses Großhandelsbutterpreifes der Mittwochno­tierung kommt als Stallpreis fiir die kommende Woche in Anrechnung.- T" ---

Dazu kommen Zuschläge für Fuhrköhne, Frachten, Verdienfispanne der Händler, Mate­rialien, Schwund, Verschütten, Sauerwerden itfto. Der so errechnete Mlckpreis wird dann durch die städtische Uebergangskomnlission geneh­migt. Es ist, wie man sicht, ein komplizierter Apparat in Bewegung.