tntaeaen. Nummer
Regierung und wachsende Not
1.
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nickt erfüllt. Der erste Schritt der getan werden müsse, um die Desorganisation d»r ausländischen Märkte zu bekämpfen, sei die Regelung der Reparationsfrage mit den Deutschen. Eine Besetzung in der Art, wie sie gegenwärtig im Ruhr geb lei in Kraft sei, habe dieselbe Wirkung guf den internationalen Handel, wie wenn man die Klinge eines Taschenmessers in ein Uhrwerk hineinstecke. — Bei einem Besuch im Vatikan ersuchte der deutsche Botschafter den Kardinalstaatssekretär Gaspari an- geslckits der immer ernsteren Lage Deutschlands die Berständigungs- und Friedensaktion des Heiligen Stuhles fortzusetzen.
ten bezw. der Hilfsstelle unverzüglich anzuzeigen sind, um der letzgeimnnten Stelle Gelegen^ heit zur Auswahl der für ihre Flüchtlinge geeigneten Wohnungen zu verschaffen.
EMksche Friedensfreunde.
Daldwi« über die Weltkatastrophe. lPrivat-Telegramm^
London, 98. Juli.
Premierminister Baldwin ging gestern abend in einer Rede in Glasgow auf die Abhängigkeit Englands von seinem industriellen S"st.-tn ein und sagte, die Hoffnung, die man sich bei Beendigung des Krieges gemacht habe, hätte sich
<8in englisches ilitimatum.
Rotterdam, 28. Juli. (Eigene Drahtmel- dung.s Die Rcuteragentur meldete gestern abend.- ■Sie britische Regierung hat den allierten Mach, ten am Mittwoch eine Mitteilung zustellen lassen, wonach sie, bei Ausbleiben der Antworten bis 3. August, selbständig artü. August dieNotenachBerlln gehen lassen wird.
gäbe zu erfüllen hat, die darin beruht, baß er soweit es nur im Bereiche des Möglichen liegt, an seiner Zeitung festhält und sich nicht beirren lässt, durch nolwendia werdende Preisauffchläge, die (gemessen an den Erhöhungen auf allen anderen Gebieten) nur als außerordentlich gering angesehen werden können. Aber auch die Geschäftswelt hat eine Verpflichtung mitzuwitten an der Erhaltung des Zeitungsgewerbes, denn nur durch dieses ist ja, zum großen Teil wenigstens, der deutsche Handel in einer zurückliegenden Zeit groß und stark geworden. Wer soll zukünftig dem deutschen Geschäftsmann behilflich fein, seine Ware bekannt zu machen und anzupreisen, wenn sich ihm nicht eine starke, über eine große Loiergemeinde gebietende Presse zur Verfügung stellt?
Segen Staat nnv Düraertum.
Berlin, 28. Juli. (Eigene Drahtmeldung.t Me der Berliner »Tag* in feiner heutigen Morgenausgabe berichtet, stieß der Vorsitzende der Betriebsrätezentrale, Stubbe, tn einer Versammlung die Drohung aus, daß die Massen der Großstadt am Sonntag gegen Regie- ning und Bürgertum aufgeboten mürben. Ein gewaltiger Menschenstrom soll über Berlin hinfluten. Sie würden auch im Falle Des Nicht- gesingens ihres Planes an ihren Zielen weiterarbeiten, solange bis unsere Minister nicht mehr im Monat haben als den Höchstsatz eines gut besoldeten Arbeiters.
berliner Stimmungen.
Festhalten am Sonntagsprogramm. Drohungen.
(Eigene Drahtmelwng.)
Berlin, 28. Juli.
Wie der Berliner „Lokalanzriger" in seiner heutigen Morgenausgabe meldet, haben die geftera abend stattgefundenen siebzehn kommunistischen Massenversammlungen in Berlin auf Antrag der Betriebsräte zentrale glelchlautende Entschließungen angenommen, wonach entgegen dem polizeilichen Verbot, die k o m m u n i • stische Demonstration des morgigen Sonntag programmäßig stattfinden wird. Die proletarischen Hundertschaften zum «amtze de» Demonstrierenden werden aufgeboten. Ferner heißt es in den Entschließungen, daß die Hotels der Dalutakremden und die Schlemmerlokale von den Massen der erwerbslosen Arbeiter aufgeräumt werden sollen. Die heutigen Morgenblätter sprechen die Erwartung a»S, daß die vernünftige Arbeiterschaft den Kommunisten keine Gefolgschaft leisten wird. Die Redner der gestrigen Versammlungen führten übereinstimmend aus, man werde dem Herrn Genossen Severing einmal zeigen, wo politische NeberzenNma sei. Dem Genossen, Minister Se- verinq, soll bewiesen werden, daß er den Willen der Arbeiterschaft nicht brechen kann.
Bezüglich der Ruhrflüchtlinge wurde verfügt, daß alle freiwervenven Wohnungen innerhalb drei Tagen dem Regierungs Präsiden«
Die Tage, die für Deutschlands Zeitungen nunmehr Heraufziehen, sind von einer ungeheuren S ch toere. Möge diese Tatsache von denen, die es augeht, also von den 8 e s er n und von der Geschäftswelt tidftig gewürdigt und danach gehandelt werden!...
, So hegen die Dinge am heutigen Tage. Man kann mit vollem Recht von einer bevorstehenden ungeheurenKatastroph e für die deutsche Zettungswelt sprechen. Man könnte selbst von einem drohenden Zusammenbruch reden, wenn der letzige Höchstpreis für den Monat A u g u st b e st e h e n bliebe. Davon ist aber in keiner Weise die Rede. Im Gegenteil! Schon heute sickern Nachrichten durch, die besagen, daß im August ein Pa''iervreis von mindestens zwei hundert Millionen (!) für den Wagen Druckpapier in Frage kommt... Ange- st-vts einer solchen Sachlage erscheinen alle die Sorgen, die bisher das Zeitungsgewerbe bedruckten, verschwindend. Riesengroß steht bie wrage vor der deutschen Presse: Was nun® Niemand vermag sich ba’-ttber klar zu werb»» wie der furchtbare Vadiervreis neben den itbri- gen enormen Unkosten and* nur annähernd aufgebracht werden kann. Bezugspreis- erb Übungen in einem für den deutschen Zettungsleser bisher nicht gewohnten Ausmaße Anzeigenpreiserhöhungen, an die bisher der Geschäftsmann und der Private nich, gebackt babeii. werden die erste Folge her schweren Belastung des Zeitungsgewerb'es fein müssen. Daneben taucht aber die Erwägung auf inwieweit das deutzfche Volk gewillt und in bei Lage ist, den Weg auf den die Presse gedrängt wurde, mitzugehen. Darin liegt ine Frage, die ra« Schicksal der deutschen Presse itmüWefs* dennrn erster Linie baut sich logisch die Zeitung am dem. L e s er k r e i s auf. Sie hat ihn sich in langiahriger mühevoller Arbeit, unter Ausbie- htna einer Fülle kaufmännischer und ioumafi fttfdKT Kräfte erwerben, sie muß, wenn dieser Besitzstand stark erfdfüttert wird, ebenso zugrunde geben wie wenn ber Anzeigenteil noch Weitere Einschränkungen gegen den bisherigen Stand erfahren sollte.
Die Regiernna bat, wie ihr bestätigt werden muß, alles Mögliche getan um dem drohenden Zusammenbruch entgegen zu wirken. Sie unter nahm ihre Schritte aus der Erkenntnis heraus, daß eine starke unbeeinflußte Presse als Le bensnotwendiakeit jedes Staatsgefüges aufzufassen sei. Sie war davon überzeugt, daß ein Land mit ungesunden Zeitungsverhältnissen undenkbar sei und daß es eine schwere Kust turschädignna bedeute, wenn die Tages-»!- tungen in erheblichem Umfange auz den Familien verdrängt würden. All- Schritte aber die von der Reicksregieruna ein gefettet wurden, konnten eine praktische Hilf; nicht deuten. Was man tat und was man mtck nur tun konnte, war dem Tropfen vergleichbar, bei auf dem heißen Stein verpufft und die Er- sabrung der simasten Tage bat gezeigt, daß ber feste Wille der Regierung fcheitern muß. wenn es den Vapierprobuzemen an der nötigen Einsicht fehlt. Deutschland durchlebt ieft i?"ie schwerste,i Sckickfals'tttnben und mit ihm die Presse. Möge sich der ZeitunaZlefer darüber klar werden, daß auch, er -'n- Kult-rauf,-
Aufruf an öle LunSwirtr.
Berlin, 28. Juli. (Privattelegramm.) Reichskanzler Dr. Cuno hat mit Rücksicht dar au’, daß seit Anfang Juli in Berlin keine Kartoffeln mehr aufzutreiben und die neuen Kartoffeln nicht mehr zu bezahlen find, ein Telegramm an die Führer der Landwirtschaft gerichtet in der er sic ansfordert, die ErnährungS- sckwierigketten der Städte umgehend zu beheb ». und die Frühkartoffelernte sofort den Verbrauchern zuzuführen sowie auch sonst d-c Lage in den Städten zu erl--ichtern. Der Retchs- anzler, und der Reichsernährnngsminister haben ferner für de» Montag Besprechungen m>r den Führen ber Landwirtschaft angesetzt, um mit ihnen auch mündlich wegen der Behebung der Ernährungsschwierigkeiten inS Benehmen zu treten.
Der Wucher b«wt.
Berlin, 28- Juli. (Privattelegramm.) Nach weiteren Meldungen aus Berlin setzte der Wucher nicht der Landwirtschaft, sondern wie festgestellt wurde, einer gewissen Händlerschaft tn unverschämtester Weise ein. Butter, die gestern nach Berlin gekommen ist, stieg tm Laufe eines Tages von 86 000 Mark auf 140000 Mark das Pfund. Als die vor den Läden sich stauenden Massen die Ladeninbaber bedrohte, schritt bk Schutzpolizei ein. Plünderungen fanden nicht t a 11. Im allgemeinen kletterten die Preise gegenüber gestern um achtzig bis hundert Prozent Die Gewerkschaften entfalten eine starke Tätigkeit, ihre Vertreter waren noch am Spätabend beim Reichsernährungsminister. 1
DasWohnungöelenb.
Wohnungen nicht mehr zuzuwrise«!
Dngestiht» »leier Stiegen über ungenügend« Berücksichtigung dringender WoynnngSgesuch« beim Raffelet Wohnuiigs-Mmt ichUdert da» 6täfctif<f>e Rachriedtenamt in folgenden Dar. I egungen d-nAufgav-nk» ets,desienDefrl edigung »ur Seit den deut «Yen Wohnungsämtern — als» auch den, Naffeier — gesetzlich zurPfltcht gemacht w,rd. Bom Wohnungsamt mtig-n jetzt im ei». l«ln«n folgendeBejtimmun en beachtet io erden,
Die sterbende Mark.
Morgan über ihren Stnrz «nd Aufstieg. tBrivat-Telegramm)
Rotterdam, 28. Juli.
Die englischen Blätter haben durch ihren Rew- tzorkcr Korrespondenten Morgan befragen lassen, ob er noch eine Sanierung der deutschen Mark für möglich und für durchuhrbar hafte, angestchts des Tiefstandes der Marknotierungen an den intcrnationalen Börsen. Morgan erwi. bette, daß die Ruhrbesetzuna eine neue Lage geschaffen habe und daß die Mark erst bann wieder ein feststehendes internattonales Zahlungs- mittel werden könnte wenn die Ruhr geräumt, Deutschland ein Moratorium und eine Anleihe erhalten und das Generalpfandrecht auf! Deutschland beseitigt sein würde. 1
Lloyd George in Front.
Rotterdam, 28. Juli. (Privattelegramm) Dailh Mail schreiben zu den letzten großen Reden Lloyd Georges in Birmingham und Bristol, daß diese Reden nur die E i n le i t u n g weiterer Mitteilungen Lloyd Georges über das Bunbes- verhältnis zu Frankreich seien. Setze PoincarL seine Angriffe gegen die englische Politik in der bisherigen herabsetzenden We ise fort, so würde Lloyd George nicht länger zögern, die Selbstlosigkeit ber englischen Politik dem P o i n c a r 4- schen Eingreffen in die F t i edensalt i o n 1917 klar und deutlich gegenüberstellen.
2. Mietsverträae von hiesigen Wohnungssuchenden können oemzufolge nur für solche Wohnungen noch angenommen und genehmigt ' werden, die von der Hilfsstelle für Vertriebene : ausdrücklich freigegeben worden sind.
3. Weitgehende Beftignisse find den Gemein- . den zur zwangsweisen, auch möblierten Unter« : btinguna von Ruhrvertriebenen gegeben. So kann die Gemeindebehörde, sobald das Bedürfnis besteht. Räume teder Art, soweit sie sich zu Wohnzwecken eignen, auch im möblierten Zustand in Anspruch nehmen.
Die Gemeindebehörde kann ferner die Inan, spruchnahme entbehrlicher Einrichtungsgegenstände von dem jeweiligen Inhaber einer für Flüchtlinge beschlagnahmten Wohnung, die zur wohnlichen Unterbringung Ausgewiesener unbedingt erforderlich find, anordnen. Dasselbe gilt, sofern am Orte der Unterbringung eine Verpflegung der ausgewiesenen Personen zu angemessenen Preisen nicht zu erlangen ist, für die Verpflegung Vertriebener! Die Entschädigung für Hergabe von Räumen oder Einrichtungs- gegenstänben oder für etwa gewährte Verpflegung ist auf Antrag von der Gemeindebehörde sestzustellen. Gegen die Inanspruchnahme von Räumen ober Einrichtungsgegenständen ufto. ist B ef chwerd e ohne aufschiebende Wir. tung zulässig. Niemans vermag heute zu sagen, in welchem Umfange zu Gunsten unserer von der Ruhr und dem Rhein Vertriebenen die Yorsteheud in den Hauptzügen geschilderten! Maßnahmen praktische Durchführung finden werden. Der Kasseler Bevölkerung soll aber doch, mitgeteilt werben, daß bereits am 5. Mai 192.3 dem Reichsfinanzminister von hier ein genau formulierter Antrag überreicht wurde, demzufolge Bauzuschüsse zu Ausbauwohnmiaen als Ersatz M an Vertriebene zugewiesene Wohnungen verlangt wurde. Bei praktischer Durchführung dieses Antrages wäre zum mindesten, abgesehen von der Qualität, fein» Verminderung der Zahl ber zur Verteilung an hiesige Wohnungssuchende bereit zu stellende Wohnungen eingetteten. Diese Anregung, deren Gninbzügen von vertriebenen Beamten, die in der Fürsor- gcstelle tätia find, voll zugestimmt wurde, totrrbc bis heute von Berlin aus überhaupt nicht offiziell beantwortet. Unter der Hand allerdings wurde die Erfüllung unserer Forderung al3 „unmöglich" bezeichnet. Die Eingabe vom 5. Mai 1923 schließt mit folgenden WortenNickt verfehlen möchte ich aus die politische Seite der Angelegenheit hinzuweisen. Heute sinh die Ruhrflüchtkinge erbittert über die schwere Ent- täitfxfntng, die ihnen von Wohnunasirmtern im unbesetzten Deutschland bereitet wird. Umgekehrt sind diese Aemter ohne bestimmt begrenzte Ersatzleistung, die sie zur eigenen Sickerung ihrer jahrelang vorgemerften Wohnungssuchen- aen gegenüber verlangen müssen, nicht In der Lage, entscheidende rasche Hilfe zu brinaen.*,
DaS Wohnungsamt hofft immer noch, bei Fortdauer ber Ruhraktton, auf Gntndla»» ferne? Vorschlages Ersatz und Ausgleich zu Gunsten der benachteiligten, bringend vorgemerften heimischen Wohnungssuchenden zu erhalten. Hin- sicktlich ber Beamtenunterbringung t't neuer« dings bestimmt, baß im Gegensatz zur bisherigen Uetnmg nunmehr nicht nur der Dienst nächtiger, sondern sofern ein solcher nicht vvrban- den ist, jeder andere Beamte, b-" Amtsbereichs von ber zu stäub i gen Behörde in die frei- wettvenbe Wohnung etna»toief»n werbe» kann. Auch die bei Tobestall ober Ausscheiden eines Beamten aus bem Reicks- und Staatsdienst freiwerbenden Wohnungen unterliegen nickt mehr dem Zugriffe des Wohnungsamtes. Hin. sichtlich ber He-mkebrer aus Flüchtlingslager» haben es bie beteiligten AnffichtS"cllen für rief»« tia gehalten, setzt die Auflösung bief»r Laaer zu versuchen und bevorzugt» Nnterbringiing ber betr. Familien durch die Aumabmegemeinde zu "erlangen. Was mbfith verheiratete ReichSlfeer- angehSriae nntangt, fo sollen diese in dir WoH» nnngslifie» ausgenommen werden, sofern (was üb»rall her Fall ist) »angewiesen wird, hast bie Möglichkeit ber Unterbriucmng solcher Familien m den Kglorn-n nickt besteht.
AuaesichftS der vielen Verordniinger,, Verfügungen, Bestiminunaen und Gesetze, durch die Sie-WohnungAfroge geregelt werben soll, wäre
21m S-aKwstmer.
Gesetze und Werke zur Linderrmg der Rot. (Eigener Drahtberickt.l
Berlin, 28. Juli.
Die Regierung verbreitet eine Erklärung, di» für den morgigen Sonntag beruhigend wirken soll. Danach habe ste alles getan, die Lebens- wittelnot der Städte zu beheben und gleichzeitig die Inflation zu hemmen. Die Regierung versichert, sie tue alles was in ihrer Macht steht, nm die Not zu linder» und teilt mit. daß solaende Gesetzentwürfe fertiagefteflt feien: Erhebung eines Opfers für Rhein und Ruhr, ein Gesek zur Aenderung der Verbrauchsstetter- gcsetze und ein Steucrzinsgesctz. Alle diese G». setze seien dazu bestimmt, die Inflation z n hemmen. Fetner sei der Entwurf eines Gesetzes fertiggestellt zur Aenderung der B e r m ö . gensbeste ncrung «nd der Umsatzstcu- c rgesetzgebung durch Anpassung an die Geldentwertung. In einem Telegramm an die Ministervräfidenten der Länder hat Reichskanzler Dr. Cuno darauf hingewiesen, daß diese Gesetze dem Reichsrat so beschleunigt zugchcn werden, daß sie dem Reichstag bereits am 8. oder 9. August vorliegen. Neber die Ausgabe wertbeständiger Anleihen werde weiter verhandelt Nähere Mitteilungen darüber sollen i» den nächsten Tagen veröffentlicht werden, lieber weitere Maßnahmen der ReichShank besonders zur Lösung der Goldkreditfrage werden ebenfalls in den nächsten Tagen Mitteilungen erfolgen.
Die deutsche Tragödie.
Der Leidensweg der Presse.
Seit einer langen Reihe von Monaten kämpft die deutsche Presse, gleichgültig ob sie in der Weltstadt oder in der Kreisstadt erscheint, um ihre Existenz. Seit der Ruhrbesetzung durch A?""?reich haben sich die wirtschaftlichen Verhältnisse des Landes in phantastischer Weise toet terverschlechtert und daß hiervon die Zeittingen '"cht unberührt bleiben konnten, bedarf keiner besonderen Betonung. Was aber die letzten vierzehn Tage unserer Zeitungswelt gebracht haben, bedeutet, wenn nicht eine schleunige We i- bitng zum Bessern eintritt, nicht Mehr und Nicht Weniger, als die Besiegelung des Unterganges der meisten Blätter und zwar werden in erster Linie tue mittleren uns kleinen Zeitungen von bem Schicksal des Erliegens betoffen werden. Sprunghaft sind vor allen anderen Roburodukten während der letzten acht Wochen die Preise für das Druckpapier gestiegen. Sie schmiegten sich sofort jedem nach oben gerichteten Dollarstaude an und sie haben heute ebenso wie die Markentwertung fortgeschritten.ist, eine Höhe er- reicht, bie als arotesk erscheinen müßte, wenn sie nicht der Sterbestunde für Hunderte und Taufende von Zeitungsuniernehmungen gleichkäme E. Monat I u li wurde bereits in her ersten Hälfte der Druckpahierpreis um Millionen erhöht. Er betrug schließlich etwa achtzig Mift Iivnen Mark für den Eisenbahnwagen. Die volle Erkentnis, was dieser Betrag bedeutet, wird jedem aufgehen, wenn erwähnt wird, daß der Friesenswaggonpreis zweitausend (!) Markberrug In der z w e i t en Julihälste beabsichtigten die Papierfabriken ihn Preise aber mafä um mehrere Millionen zu erhöben. Das Reich sw i rffcha stsrnitt istett um bemächtigte sich neser Ange'egnbeit insofern, als es einen Höchstpreis von 76 Millionen seflsetzte. Die an und für Tub begrüßenswerte Maßnahme dez Mini- nerinms begegnete aber bei den Produzenten schärfster Ablehnung und die Papierfabriken traten tn einen Lief er ungs streik em.
Kasseler Neueste Nachrichtm
Kasseler Abendzeitung
Hesstsche Abendzeitung
Nummer 174
Einzelnummer 800 Mk.
Sonntag, 29. Juli 1923
13. Jahrgang
Einzelnummer 800 Mk.
;$nfertionäpreife:a) Einheimische Auftrage: Tte etnspalligeÄnzeigenzelle 1200 iDlart Samt- llemlachvichtc» die Zell: 1000 Mark.die elnspaitizeNeiiamezeUe 3300 Mark b) AuSmartlae Auf. träge: Tie einfpalNge Anzeigenzeile 1200 Mark die einspaltig- R-Uam-z-ll- 3300 Mark, alles -in. schlisklich TsusrimzSzuschiag und Anzetgenfteuer. Für Anzeigen mit besonders schwierigem SoB hundert Prozent Ausschlag. Für die Richtigkeit aller durch Fernsprecher aufgegebenen An. iritzen, owi- für Auftmhmedatm und Plätze kann eine Eewrhr nicht Übernommen werden Truleret: Schlachthofüraße 20/30. »efchäftSüell:: Kilntsche Stratze ä, Telephon Nr. 951 und 952
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