Mseler Neueste Nach
Hessische Abendzeitung
Kaffeler Abendzeitung
13. Jahrgang
Nurnmer 168
Sonntag, 22. Juli 1923
Einzelnummer 800 Mk
Einzelnummer 800 Mk.
Die Antwortnote unterwegs
Im eine
sich mit den mrsgesperrten Metallarbeitern soli. darisch zu erklären. In München hat sich gestern abend eine Vertretung der Lebensmittel. Händler zum Minister des Innern begeben, uns von ihm polizeilichen Schutz für die zu Montag von den radikalen Betriebsräten angedrohte Kontrollaufnahme der Ladenbestande zu erbit ieiL In München ist die letzte Woche die Teue- rungsziffer um 180 Prozent gestiegen. Die bayerischen Zeitungen fordern, da das Reich in der Teuerungsfrage vollkommen versage und die Zügel schießen lasse, eine Separataktion ver b ayerischen Regierung gegen die täglich immer toller vetternden Preise, evtl, auch durch Absperrung der Grenze gegen das übrige Reich.
Jnf er tiongp reife:») Einheimische Auftrage: Tie einspaltigeAnzeigenzeile 1200 Äark,Familiennachrichten di« Zelle 1000 Mark,di- einspaltigeReklamezeile 3300 Mark b) Auswärtige Auf. träge: Die emfyaltige Anzeigenzeile 1200 Mark die einspaltige Reklamezetle 33'00 Mark, alles ein- schlietzlich Teuerunzszuschlag und Anzeigensteuer. Für Anzeigen mit besonders schwierigem Satz hundert Prozent Aufschlag. Für die Nichtigkeit aller durch i-rnsprecher ausgegebenen An. zeigen, »rote für Aufnahmedaten und Plätze kann sine Gewähr ni cht übernommen iverden 'ratteret: Schlachthofstrabe 2H/30. Geschäftsstelle • Kölnische Strafte >. Telephon Nr. 951 und 952
Dei Auswirkung des Rapallo-Vertra- g e's wird nun jetzt erst sich geltend machen. Seit
Bus der GchiSjatswage.
Deutschlands Los in der Schwede.
(Eigener Drahtbericht.)
London. 2L Juli.
Nach dem Abschluß des Antwortentwurfs ist nach einer Reutermeldung für die allgemeine Lage die Tatsache kennzeichnend, daß das Gerücht verbreitet wird, innerhalb der Regierung herrsche jetzt eine günstigere Beurteilung der weiteren Entwicklung. Diese Mutmaßung stelle eine Verkennung der Sachlage dar. Die Frage der interalliierten Schulden, so meldet Reuter, wäre nicht in der Antwort an Deutschland behandelt worden, da diese Gegenstand einer Konferenz sein müßte. — Den Baseler Nachrichten zufolge rechnet man im Auslände bei einer günstigen englischen Antwort mit einem Steigender Mark. Diese Ausfaffung teilt wohl auch die schweizerische Großfinanz.
Gründe der Verzögerung.
Rotterdam. 21. Juli. (Privattelegramm.) Unterhause erwiderte Baldwin gestern auf
Anfrage der Liberalen: Hebet die einzuleitenden Schritte Englands bestehen keine Meinungsverschiedenheiten im Kabinett. Die Verzögerung des Abgangs der Note ist durch technisch-formale Gründe notwendig geworden. Wir haben uns sowohl mit neuen Annagen wie auch mit neuen Anregungen aus den Kreisen unserer Freunde zu befassen gehabt. Ich hoffe, am Montag weitere Mitteilungen machen zu können — An den deutschen Botschafter in London sind, wie bestimmt verlautet, neue Mitteilungen über die Garantien de§ letzten deutschen Angebots gegangen. Die Mitteilungen bezwecken lediglich die Informierung des Botschafters. Eine besondere Ueberreichung ist v o r der englischen Antwort an Deutschland in London nicht in Aussicht genommen.
kann man eine Erväruna nur darin finden, daß man den „kranken Mann" an den Meerengen. der zum Erstaunen der ganzen Welt plötzlich in einer na tonalen Wallung vom Krankenbe^ missprang, um gegen d e Griechen zu kämvsen, wieder höher einichätzt, und daß man Wert darauf legt, mit ihm in freundliche Beziehungen zu kommen. Und darin liegt eine symptomatische Bedeutung der Lausanner Besprechungen.
tAuSgefprrrtr TRetcRarOeittr.
Breslau, 21. Juli. (Privattelegramm.) Die Aussperung der schlesischen Metallarbeiter hat gestern Abend eingesetzt. Rur die begonnenen Arbeiten und Notstandsarbeiten wurden noch verrichtet. In Breslau sind bis jetzt an sechzigtausend, in Ratibor etwa toter- zehntausend Metallarbeiter ausgesperrt.
Da« strittige Istuvrprobiem.
Rotterdam, 21. Juli. (Eigene Drahtmeldung.) Ein englisches Blatt meldet von seinem politi- schen Mitarbeiter: Der englische Antwortentwurs an Deuschland ist ein Schriftstück von vier eng- bcschriebenen Seiten. Am aussührlichsten werden die Garantien behandelt, um deren Preis die Ruhr wieder geräumt wird. Die Garantie- ftage war am Freitag noch nicht zur übereinstimmenden Auffassung im Kabinett geführt und wird voraussichtlich eine Erweiterung der bri- ttschen Antwort notwendig machen. Die Anwesenheit des Königs in London ist zweifellos durch die politische Krise bedingt.
Die fertige Antwort.
Die Kuriere unterwegs. Eine harte Nuß.
(Eigener Druhtbericht.l
Rotterdam. 21. Juli.
Londoner Blätter melden, daß der britische
Krise Aufgabe des Widerstande«!
Rotterdam, 21. Juli. (Privattelegramm.) Der Amsterdamer Telegraaf meldet aus London, daß dort ein offizielles Telegramm aus Berlin eingetroffen sei, in dem wiederholt erklärt würde, daß keine deutsche Regierung vom passiven Widerstande ohne gewisse Garantien ab fielen könne. Deutschland sei jedoch bereit, an einer Wnigungsformel mitzuwirken, und unter gewissen Bedingungen die Frage des passiven Widerstandes zu regeln.
Die Kaffeler Neuesten Nachrächten erscheinen roachentlich sechsmal unl> zwar ad end«. Der LbonnementSpreis beträgt monatlich 11000 Mark bet freier Zustellung ins HauS in der DeschästSftelle abgeholt 10700 Mark monatlich. Bestellungen roerben ’eberjett entgegen, genommen. Bcrlag uno R.-daltton: Lchlachthofftraft: 28/30. Fernsprecher Nummer 951 und 952. Für unverlangt etngesandte Beiträge kann die Redaktion eine - erant. roortung ober Gewähr in keinem Falle übernehmen. Nüchzahlung deS BerugSgeldeS oder Ansprüche wegen etwaiger nicht ordnungsmäßiger Lieferung ausgeschlossen.
AmWebftuhIderÄeit.
Betrachtungen zu erwarteter englischer Antwort. Die phantastischen wirtschaftlichen Verhältnisse als Folge der riesigen Markentwertung. Deutschland und Rußland. Der Rapallo-Vertrag.
Auf den Wunsch Frankreichs hin hat die eng. lische Regierung sich bereit erklärt, den Inhalt des englischen Enttvurfs einer gemeinsameil Antwort der Alliierten an Deutschland zunächst geheim zu halten, bis zum mindesten eine grundsätzliche Einigung über die aufgeworfenen Fragen erzielt sei. Trotzdem kann über den haupt- sächkichen Inhalt dieser Antwort nach englischen . Informationen folgendes gesagt werden: Die englische Regierung wird die deutsche Anregung aufnehmen, die dahin geht, eine Kommission von Sachverständigen zu berufen, die Detttschlands Zahlungsfähigkeit prüfen sollen. Um Frankreich entgegen zu kommen, soll dieser Ausschuß als ein Unterausschuß der Reparationskommission konstituiert werden. England wird weiter in Anregung bringen, diejenigen Fragen, über die iran sich jetzt nicht einigen könne, entweder dem Völkerbund oder dem Haager Schieds- gerichtshof zu unterbreiten. Die englischen Dominialregiernngen haben sich gerade für das letztere Verfahren besonders eingesetzt. England beabsichtigt offiziell die Frage des passiven Widerstandes jetzt nicht anzutchneiden, hat aber Frankreich und Belgien seine Vermittlung an- geboten, in dieser Beziehung unter Zusicherung der Gegenseitigkeit auf die deutsche Regierung einzuwirken. Dos soll geschehen, sobald eine Prinzipielle Einigmrg Frankreichs Belgiens bezüglich der Prüfttng der deutschen Zahlungs- . Wigkeit zirstande gekommen ist. IM übrigen be- ^absichtigtEngliand, auch die neutralen Möchte von seinem Schreiben zu unterrichten. Insbesondere erhalten die Londoner diplomatischen Vertreter von Holland und Schweden sichere Aufllärnng über die englischen Pläne. Das ist darauf znrückzufnhren, daß diese beiden Länder sich bereit erklärt haben, an einer unparteiischem Prüfung der deutschen Zahlungsfähigkeit sich zu beteiligen. In der englischen Presse werden bestimmte auswärtige Mitteilungen, die Meinungs- Verschiedenheiten im englischen Kabinett wegen dieser Frage feststellen zu können glaubten, auf das entschiedenste bestritten. Wenn auch über bestimmte Einzelheiten die Auffassungen auseinan- dcrginaen, fo dock niemals über die grundsätzliche Frage, daß die Reparationsfrage alsbald und endgültig gelöst würde. Weitere englische Mitteilungen besagen, daß der englische'Ant- wottsentwurs so gehalten fei. dast er absolute Ablehnung von keiner Seite zu befürchten braucht. Man erwartet vielmehr, daß durch diesen englischen Schritt die Diskuksion über die Reparationsfrage erfolgreich in Fluß komme.
Die troffen Preissteigerungen der letzten Tage, die, wie bei der Kohle und dem BrM, sosott, bei den Post- und Eifeubahntattfen am 1. August mit durchschnittlich dreihundert Prozent in Wirksamkeit treten, zeigen uns den erschütternden Verfall unseres jetzigen Zahlungsmittelsystems an. Wir nähern uns in den Eisenbahn-Tarifen jetzt fast vollständig dem Entwertungsstande, wie er durch die Kaufkraft der Mark im Auslände gekennzeichnet wird. Mit anderen Worten: die Eisenbahn- und Posttarife richten sich immer mehr nach dem Dollarkurs. Bei der Kohle sehen wir bereits eine gewaltige Steige, rung über den Weltmarktpreis hinaus. Für rbei- nische Kohle muß heute das 115 WO fache des Friedenswettes für die Tonne bezahlt werden, etwa 1,4 Millionen Mark, für zwölf Goldmatt. Die durch den Dollarstand angezeigte Entwertung ist aber „erst" das etwa 55000 fache, so daß also bi er eine glatte Verdoppelung der Entwer- tung stattgefunden hat. Die Rückwirkungen dieser ungeheuren Erhöhungen für Koble, ebenso wie die der Eisend abntarise, werden sich aber erst allmählich in den Preisen für Waren und Produkten umsetzen. Wir werden zu Preisen für alles das kommen, die uns beute noch phantastisch erscheinen, die uns aber immerhin mehr in die Millionenrechnung für die einfachsten Gegen, stände des täglichen Bedarfs, insbesondere für Kleidung, bringen werden. Die Angleichung der Kosten und Ausgaben für die Betriebsverwaltung des Reiches an die tatsächliche Geldentwertung geschieht jetzt viel zu stürmisch. Man hätte viel früher und svstematisch unter jeireiTiger Anpassung die Erhöhungen vornehmen müssen. Durch die jetzige Methode aber wird unser ganzes wirtschaftliche Leben geradezu revolutioniett. Es ist selbstverständlich ein durcha".s richtiger Grundsatz, daß die Bettiebsverwaltungen des Reiches aus eigenen Mitteln sich erhalten müssen. Man kann nur bedauern, daß der Reichstag mis- cinanbergina, ohne alle die für die Finanzwirt- chast des Reiches entscheidenden Fragen vorher grundsätzlich geregelt zu haben.
ÄaiF'anner FnedensmusK.
Bor der Unterzeichnung. — Die Wirkung.
Lausanne, 21. Juli.
Ismet Pascha hat gestern abend vom Rai der Volkskommissare von Angora die Ermächtigung erhalten, den Friedensverttag in der Form zu unterzeichnen, in der er in den letzten Verhandlungen abgeschlossen worden ist. — Der Schweizer Bundesrat hat in seiner gestrigen Sitzung von der am Dienstag bevorstehenden Unterzeichnung des Lausanner Friedensvertrags Kenntnis genommen und feinem Präsiden- t e n den Auftrag erteilt, den Vorsitz bei der Zeremonie der Unterzeichnung zu übernehmen.
Lausanner Nachklang
Kaum gegrüßt — gemieden ...
Kaum gegrüßt, gemieden, und vorbei wie Traumes Flug schwand der Orientfrieden. So kann man die Lenauschen Worte variieren. In die hochtönenden Reden, mit denen der „erfolgreiche Abschluß" der Lausanner Konferenz gefeiert wurde, fällt die Weigerung Sow- jetrußlands, das Meerengen-Abtommen zu unterzeichnen, als weichin vernehmlicher Disalkord, und wenn am Dienstag das Orientabkommen unterzeichnet wird, fehlt mithin das Tüpferl auf dem i. Dabei ist das nicht der einzige Schönheitsfehler; denn völlig befriedigt sind nicht alle Konferenzteilnehmer mit dem. was sie erreicht haben. Es ist für einige Länder ein Frieden mit Vorbehalten. Fürs erste freilich ballt Frankreich beispielsweise die Faust noch in der Tasche, Rußland hat sie allerdings bereits drohend erhoben.
Die Aufforderung an die Sowjetregierung, dem Lausanner Vettrag beizutreten und das Dardanellen-Abkommen' zu unterzeichnen, ist nur eine Komödie. Die Moskauer Politiker hatten von vornherein gegen den Ausschluß von der Konferenz Einspruch erhoben, und die Regelung der Meerengenfrage ist in der Tat für Rußland »annehmbar. Das Statut, dem die Türkei, die hier ihre russischen Alliierten, jetzt Exalliietten, im Stich ließ, wohl oder übel zustimmen mußte,
nähme der nach Washington gerichteten Abschrift, die gestern abend dem amerikauischeu Botschaf- ler eingehändigt wurde. Jeder Abschrift der Ant- lrort liegt ein Begleitschreiben des britischen Außenministers bet, in dem um eine Zustimmung zu dem Entwurf bis kommenden Freitag ersucht wird. An diesem Tage soll die Antwort an Deutschland abgehen und gleichzeitig veröfsenUicht werden.
Sturm auf die Lüben.
Breslau, 2f. Juli. (Eigene Drahtmeldung.) Die Lebensmittelunruhen und Plünderungen nahmen ihren Ausgang in der Friedrich Wü- helmstraße und verbreiteten sich von hort über bie ganze innere Stadt. Etwa zwanzig Schuh- und Kleiderläden sind ausgeplündett worden. Die Polizei mußte schließlich von der Waffe Gebrauch machen. Die Unruhen wurden von jungen unreifen Burschen angezettelt, die Plimderungsnmzüae beunruhigten Braslau bis gegen Mitternacht Abends mußte» ae'tn Hundertschaften der Schutzpolizei die gefährdeten Straßen und den Ring räumen. Gegen Mitternacht trat lauasam and Ordnung ein. Einige Straßen sind von dem Pöbel völlig ausgeraubt. Etwa vierzig Personen konnten von der Schutzpolizei beim Plündern ergriffen und verhaftet werden.
Da« Schwert Marschall Noch«.
Rotterdam, 21. Juli. (Eigene Drahtmeldung.) Ter französische Botschafter in London ist gestern nachmittag nach Paris abgereist. Marschall F o ch, der im besetzten Gebiet weilte, ist nach einer Pariser Zeitungs-Meldung gleichfalls nach Paris zurückgerufen worden.
den englischen Schiffsgeschützen liegen. Daß Rußland diese Lösung nicht hinnehmen kann, ist selbstverständlich, und man hat von vornherein mit seinem Protest gerechnet. Er ist fürs erste noch, wird aber nicht für immer platonisch bleiben. Rußland baut im Schwarzen Meer und an der Ostsee neue Kriegsschiffe, und Trotzki hat einen flammenden Aufruf zum Eintritt in die neue russische Flotte erlassen. Es muß sich früher oder später rächen, daß man ein Land von der Größe Rußlands nur als Objekt der Politik behandelt hat, tote das auf die Tauer keinem Volke gegenüber gelingen wird. Buch nicht dem deutschen, das man bei dem Orientfrieden völlig ausaeschaltet hat.
Wenn die Türkei auf bitte Meerengenregelung einging, fo hat sie es, unter Aufopferung der bis dahin sehr engen Beziehungen zwischen Angora und Moskau, getan, weil der Vertrag ihr sonst große Votteile bietet: die Zurückgewinnung der Souveränität, die Sicherung der Stellung auf dem europäischen Festland/ die Pttvatisie- rung der Konzessionen, die Streichung der Goldzinsfrage für die türkische Staatsschuld und die Abschaffung der Kapitulationen. Neben der Türkei schneidet, wie schon an dieser Stelle ausge- ffihtt, am besten England ab, das sich durch Eeheimverttag den Löwenanteil an den Konzessionen gesichert und dessen maritime Machtstellung im Mittelmeer wie im Schwarzen Meer eine wesentliche Verstärkung erfahren hat; denn es beherrscht jetzt den Seeweg über das Schwarze Meer und damit diesen Teil seiner Etappenstraße nach Indien. Der Leidtragende ist bei dem Lausanner Vettrag vor allem Frankreich, für das einmal der Fortfall der Goldzinszahlung (die Franzosen sind zu fast drei Dietteln an der türkischen Staatsschuld beteiligt) einen schweren Verlust bedeutet während es zugleich durch das Dardanellen-Abkommen im Mfttelmeer von dem meerbeherrschenden England völlig an die Wand aedttickt wird. Die französische Politik verdankt ihren Mißerfolg vor allem dem Bestreben, die Verhandlungen in Lausanne in die Länge zu ziehen, damit England durch die Orientfrage verhindert werde, in Europa, will sagen in her Ruhrfrage, freie Hand zu bekommen. So hat Poincarss Taktik eine doppelte Riete zu verzeichnen; denn der Abschluß in Lausanne. fällt zusammen mit der aktiven Politik des Kabinetts Baldwin in der Reparattonskrage. Ein Pariser Matt macht die treffende Bemerkung, daß die Türken in Lausanne etwas durchgeführt hätten, was dem passiven Widerstand im Ruhrgebiet ähnlich sei. lind so bedeutet das Ergebnis von Lausanne eine dringende Mahnung, in diesem passiven Widerstand an der Ruhr nicht zu erlahmen, bedeutet in grauer Ge- aenwatt eine wenn auch nur schwache Hoffnung auf eine bessere Zukunft.
Bei einer Würdigung des Ausgangs der Lausanner Besprechungen, soweit die Türkei dabei in Frage kommt, haben wir vor einigen Tagen an dieser Stelle dargelegt, wie groß die Erfolge der Tütten sind. Berücksichttgt man die Lage der Türkei unmittelbar nach dem verlorenen Kttege, berücksichtigt man, tote ein zügelloser Gegner mit dem schwachen und kleinen Volke zunächst verftchr und bewachtet man das, was in Lausanne von den tüttischm Unter Händlern, gestützt auf siegreiche kriegerische Hand lungen aus neuer Zeit, erreicht wurde, dann
Teuerung und Not.
Schwere Tumulte in Breslau.
(Pttvat-Telegramm^
Berlin. 21. Juli.
Eine neue Welle von Teuerungsunruhen geht durch das Reich. Heute früh liefen ®kl= düngen über Lebensmittelunruhen ein aus Offenburg, Breslau und Aachen. In den beiden letzten Städten ist es zu Plünderungen gekommen. In Gleiwitz und Beuthen beschloß gestern Abend die Jndustriearbciterschaft
gestattet allen fremdflaggigen Kriegsschiffen, im Frieden in beschränkter Zahl, im Kriege, sofern die Türkei neutral ist, in unbeschränkter Zahl den Zutritt zum Schivarzen Meer. Das bedeutet für die Praxis, daß die Sowjetrepublik und die an- » deren Uieifiuaicit bt- Schwärzen Meeres mtttt