Kasseler Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung
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Nummer 161
Einzelnummer 500 ML
Sonnabend, 14. Zuli 1923.
13. Jahrgang
Einzelnummer 500 Mk.
ite »afieler 'Jieueiien Siadjrtftten erscheinen wochenttta, iechSmal uns zwnr »»end«. Der Ävonnement«pre>s betragt monatlich 11000 Marl bei freier -Zustellung ins Sau4 in der SeschäftMelle abgehott l07.0 Mark monatlich. Bett-llungen werden' eder-eir entaeaen. genommen. »erlag uno Redaitioa: Schlachtboistrotz- 28/30 F-rnsvrecher Kamme- 951 und 951 rur unverlangt eingekandte Beitrage kann die Redaktion eme erant. roortung oder Bewahr in keinem ffatte übernehmen. Rückzahlung des Bezuasaeldes "°br Bnfvruche wegen etwaiger nicht ordnungimätztger Lieferung ausgeschloss.'ii.
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Die englische Negiemngs-EMmng.
®£Ä8KÄr- Baldwins Gedanken über Frankreich. ZmLanseserGowM
Von unserem variamentorUci-.kn _ -* Mvmentbilder aus Detersbura.
Momentbilder aus Petersburg.
Aber einen großen, und wie unS düntt n-ck wieder gutznmachenden Fehler, den in genau der weichen Größe und mit derselben unheilvollen Wirkung wir im Kriege selber mackten, babeu Wir jetzt wiederholt: Wir meinen die Finan - t l e r u n g dieses Krieges. Wenn wir uns von Anfang an auf eine lange Dauer dieses großen Ringens, das in Wahrheit ein Krieg mit an« tejen. aber mit nicht weniger peinigenden und tödlichen Methoden ist, einstellen mußten (und wir mutzten das in der Tat) dann durste vuktts verabsäumt werden, um dielen Krieg so- wrt auf eine breite finanzielle Basis zu stellen Das ist nicht geschehen. und unter den furchtbaren und unsere ganze Wirtschaft zersetzenden Folgen leiden wir jetzt. Man kann dem Reichstag den Vorhalt nicht ersparen, daß er. der für bte Bebandlung dieser Dinge mit die erste Ver- autwortung trägt, sich in allen diesen Fragen tiel zu za gib ast. ia teilweise völlig passiv verbalten bat. Gewiß ist eS kein Vergnügen, in sol chen Notzeiten der Devölkernna a-'ch noch mit steuerlicken Forderungen, mit Notovfern und dergleichen zu kommen Aber es gebt doch auch wr eine parlamentarische Körperschaft, der da- Geschick des ganzen Volkes anvertrant ist. nicht an alle diese Fragen als „ein Kräutchen rüfir mich nicht an“ zu betrachten.
Die Stimme des Gewissens Was Vaidwin *m U.terhause sagte. kPrioat Telegramm)
London, 13. Juli.
Die verstimmten Franzosen.
DaldwinS Rede peinlich empfuadea.
(Privat-Telesramm 4
Basel, 13. Juli.
Die Baseler Nachrichten melden auS PariS: Neber bi« gestrige Erklärung Baldwins im Un kerbaus wird, soweit diese nach Baris gelangt ind, in amtlichen Kreisen strengste Zurückhaltung an den Tag gelegt. Die Erklärung bat aber immerhin einen sehr peinlichen Eindruck gemacht, trotz der srenndlichrn Worte, dir Baldwin für Frankreich hatte. Man erwartet in Paris zunächst einen englischen Ent wnrf zur Antwort an Deutschland. Als sehr wichtig und für die beiderseitigen Beziehungen immerhin bedenklich wird angesehen, daß die englische Regierung fest entschlossen ist. eine Antwort auf das deustche Memorandum zu geben. Oh die non Baldwin ausgesprochene Er. Wartung der Einigung herbeigeführt werden könue, wird in Paris nickt mitgeteilt.
.D"r WarL'v Kanal mit den Lösch- und Ladeeinrichtungen, alles leidlich modern, ein schöner Getreideelevator, der angeblich voll von Er- vvrtgetreide liegt (aber die Bauern Haben demonstriert: die Ernte wird schlecht, und das Renommiergetreide muß hier bleiben). Kolon-
Von unserem parlamentarischen Mitarbeiter erbte te nur die to-gendeBetrachtern zur g genw rttgen Sage.
Rolle spielen im Kam' s um den freien Ausgang zur See, vielleicht im Kampf um die Seeherr- fchaft in der Ostsee? Wird sie kamsfbrauch- bar sein? Aber da füllt der Blick auf einen gekenterten Kreuzer, der da. wie der Lotse gleichmütig sagt, seit drei Jahren so liegt. Einfach über Nacht vollgelausen und gekentert. Und da, der Schuppen in Trümmern, die Kaimauern ein-
Mit lauter Zustimmung wurde bie 9$»^. kl'mdigung begrüßt, daß, falls Frankreich und Belgien noch weiter auf ihrem ab/ - lehnenden Standpunkt verharren, England sich zu einer direkten Antwort an Deutschland entschließen würde.
Starken Eindruck machte auch die Erklärung Baldwins, daß er überzeugt sei. daß die Fortdauer des Standes der Dinge große Gefahren für alle Staaten in sich schließe.
Auf der Nikolaibrücke. Im regen Verkehr- von der Jtti'el Wassili Ostrow herüber und hinüber nach der Stadt, inmitten der Straßenbahnen, die mit neuen Wagen regelmäßig fahren, eine winzia kleine Kapelle deS Heiligen Nikolai, von drei Seiten mit gläsernen Fenstern versehen. Drinnen ein Pope, amtierend vor dem Altar, draußen davon eine rüstige Bauersfrau, sick tief verbeugend (aus den Hüsten, wie die Orthodoren tun, nicht kniebeugend wie die römischen Katholiken) und bekreuzigend. Niemand blickt auf. Noch vor zwei Jahren unmöglich. Die Kirchen sind wievvr voll.
Ein Bestetweib, in die Ecke eines Geländer« vfeilers gedrückt, in entsetzlichen Lumpen, einen Säugling im Arm, mitleiderreaend. Was gibt man? Unter einer Million Rubel hat es keinen Zwecks Fleisch kostet 24 Millionen das Pfund. Ein Straßenhändler bietet Schnürsenkel feil, das Vaar 40 Millionen.. Wir rechnen schnell um: 20 000 Mark! Es ist Auslandsware, und das Staatshandelsmonopol arbe stet nicht billig.
Tie Ji'aakkatbevrale. davor ein freier Plan, den sie soeben nach dem ermordeten Worowski "maefait't haben. Tie wunderbare, k-t-wer ver. ooldete Kuppel leuchtet in de« bleichen Früh- linaslust — noch vor drei Wochen hatte die Newa Eis. Wir wollen hinein: alles mit Gerüsten verbaut. Das große Gebäude sinkt, der morastische Grund iwfrt Petersburg mit dem Untergang, wenn nicht Staats- oder Privat« sinanzen Vie Gebäude retten. Die Paläste und Regiernngsgebäude zwar stellen unerschütterr mit ihren meterdicken Mauern aber drinnen stehe es böle aus: Ka''ernenmuff vom feuchten Wasthen. die Fenster blind, die Ritzen mit Ledm verstrichen Zwischen den Rahmen Peterstlie gesät. Das Parkett stumpf. Spicke Herausgehrochen s>ir bie Feuerung Die Möbel der Beamten- antike, schwere Mahagonitische, ober auf drei Beinen das biente „Remont" lEp'otz. Davor Ja« eobiner «Gesstalten, in Lederjacke und Marine- Ballonhose. in Feldmütze und Soldatenmantel, immerzu schreibend
Der Kommissar schließt sein Protokoll über unsere Vaßkalamität. Er ist gut gekleidet und siebenswürdig. Das Protokoll muß et dem
gestürzt, unendliches Gerümvel auf wirrem Hau, Fen. — Hier war cs, hören wir, wo die Meuterer von Kronstadt 1921 gegen die Weißhemden Trotzkvs sich wehrten, die über das Eis stürmten und die großen Schiffsoeschütze in den Kampf einariffen. Seitdem scheint nickt viel hier geschehen zu sein, was die Zustände ändern würde.
Die gestrige Sitzung des englischen Unterhauses. Baldwin verliest seine Erklärung. Zustimmung bei der Oppositionspartei. Die wirksamsten Methode-. Im Sinne mit Frankreich einig, in der Methode uneinig. Die Rnhrbesetzung für ganz Europa verhängnisvoll: Eine Wirtschaftskatastrophe für den Kontinent. Festhalten am Gedanken der Allianz. Gefahr des völligen Zusammenbruchs des Wirtschaftslebens. England und Italien. Die französische Politik verurteilt.
DaS Unterhaus war in Erwartung der wich- igen Erklärung Baldwins glänzend besetzt. In !>er Diplomatenloge sah man alle Botschafter und Gesandten, darunter auch die von Deutschland, Frankreim und den Ä«ei»igi.« Ter Premierminister verlas seine Erklärung in Erwiderung auf eine Anfrage des Führers der Opposition Mae Donald. Seine Ausführungen wurden häufig durch lebhafte Aeußerun- gen der Zustimmung, besonders von feiten der Oppositionsparteien, unterbrochen. Baldwin schickte seinen Bemerkungen über die Antwort auf die deutsche Rote eine Erklärt ng voraus, in der er die Tatsache hervorhob, daß der einzige Gegenstand einer Meinungsverschiedenheit unter den Alliierten die Fraae der wirksamsten Methode zur Erreichung der Endziele sei, die für alle Alliierten von vitaler Bedeutung feien. Dieses Endziel bestehe in den Reparationen und in der Wiederherstellung der Sickerheit Europas. Nachdem Baldwin auf die Gemeinschaftlichfeit im Denken und im Handeln der Alliierten in ihrer gegenwärtigen Notlage hinaewiesen hafte, fuhr er fort: Mit Frankreich sind wir im Sinne eins, aber in der Methode uneinig.
Wir sind überzeugt, daß die Ruhrbefet- zung nur zum Ruin Deutsch- l a n d s führen kann, was für England sowohl wie für seine Alliierten itnb ganz Europa verhängnisvoll sein wird.
Nach Baldwins Nebe.
London, 13. Juli. (Telegra'chiscke Meldung.) Nachdem Baldwin seine Rede beendet hafte, sprach Ramsav Maedonald die Hoffnung aus, daß die Bemühungen des Premierministers von Erfolggek,rönt fein möchten. Im An. schluß darn stellte er verfchiedene Anlagen, die der Premierminister wie folgt beantwoftete: Die Angelegenheit der Antwort auf die deutsche No'r wird sofort in Angriff genommen werden. Eine weitere Anfrage Maedonalds, ob die Regierung beabsichtige, ihre Antwort den Bereinigten Starn ten zu überfenden. auf jeden Fall zu Jnformu- tionszwecken, bat Baldwin zu vertagen.
Englands ßuiwapoliti!.
Eine Aeusierung i n Oberhaus.
(Privat-Telegramm.)
London, 13. Juli.
Aus eine Anfrage Gregs im Oberhaufe über die englische Europa-Politik verlas Curzon die gleiche Erklär'mg,, pft Baldwin im Unter- Haufe abgegeben hafte. Die Mitglieder des Ober. Hanfes nahmen sie mit großem Beifall auf. Hierauf ergriff Greg das Wort zu längeren «us- tührungen, in denen er u. a. zur Frage der Sicherheit Frankreichs bemerkte, die von Frant- reich gebrauchte Methode der Befetzung des Rnhrgebietes fei nickt geeignet, das erstrebte Fiel zu erreichen, fondern geeignet, das gerade Gegenteil zustande zu bringen.
Erst am letzten Tage vor feinem Auseinan- dergehen in die vorläufigen Ferien bat der Reichstag einer gewissen Auswertung der in« dEen Steuern zugestimmt. Der finanzielle Grreft dieser Beschlüsse ist aber heute schon ver- pum. Wir haben schon seit langem Verbrauchssteuern, die im Monat knapp einige Millionen Mark einbringen, die die Verwaltungskosten. die Alftwendung für die bez. Beamten um ein Viel- foateS überschreiten. Die ebenfalls vom Reichstag beschlossene zwanzigfache Evböbimg der Einkommen- und die fün'unddreißiafache Erhöhung der Körperschafts-Steuer wird kaum eine nennenswerte Einwirkung auf die Reichsfinan-en na'äen. Das Bild der Finanzaebarung des Reiches ist neuerdings derart geworden, daß die Einnahmen an Steuern nur etwa ein S.tertel der Ausgaben decken. Bei dieser Situation kann das Reich aar nichts anderes tun, als seine Aufweichungen mit selber aedruck- tem_®elt>e zu begleichen. Das ist aber ein unerträglicher Zustand, denn die Kauffraft der deutschen Mark muß bei dieser Lage ins Bodenlose unten. Und wenn gegenwärtig die deutsche Mark im Auslande mit dem Siebzig- bis Achtzigtau- sendsten Ten ihrer Friedensaeltung „bewertet" wird, so müssen wir uns darüber noch wundern denn von einer Währung kann gar keine Red- mehr fein, und die jetzt auf den Markt aeto-r fenen Milliarden an deutschem Gelde werden nur kursnmßig notiert, um in etwas noch einen Haft zu baden. Aber wir sind nickt mehr weit da- ven entfernt, daß man im Ausland die deutsche Mark uberhauvr nicht mehr in Zahlung nimmt, und regftche Notierung verweigert.
Unsere gesamte Lage wird ausschließlich be- °^!^r.Pm der sttuafton vom Geldmaickt her. Es ist sehr bedauerlich, daß der Reickstag aus- cinanderging, ohne mit dem Problem der Ft« bCJ Währungspolitik sich noch mit >.llem Nachdruck auseinander zusetzen. Diese )um Herbst vertagt, und was kein eigner kann, vermag heute
rein Prophet zu sagen. Kr
Wir haben schon von Anfang an erklärt, baf eine Besetzung des Ruhrgebietes nicht ge-ig- n e t ist, den früheren Höchststand von Reparationen für die Alliierten einzuziehen. Im Janua« haben wir durch unser Angebot in Paris vorhin dein wollen, daß eine Wirtschafts-Kato strophe für Europa anbreche. Dieses Angebot wurde von unseren Alliierte» verworfen und seitdem haben wir beiseite gestanden. Wir sind beseelt von dem Geiste aufrichtiger Lo- "ttität für die Alliierten und sind davon überzeugt daß triefe Allianz bie Hauplvorausfetzung für den Frieden Europas ist. Was wir damals vowusfahen, ist inzwifchen in die Erfcheinung gefteten. Die Reparationen werden den Regierungen weniger zugeführt als früher, und was sie erhalten, wird eingetrieben
um den Preis einer zunehmenden E r - fchütterungdesdeutschenWirt- fchastsfystems mit der Aussicht auf einen völligen Zusammenbruch dieses Systems in der nächsten Zukunft.
Die Einwohner des besetzten Landes find schweren Leiden unterworfen, und es bestehen ernste Sorgen einer LebenSmittelknapp- heit. In dem Maße, wie die produktiven Kräfte Deutschlands erschöpft werden, schstvindet die Wiederherstellung seines Kredits und die Zahlung seiner Schulden in eine »ngewisseZu- fünft Ten Preis für biefen Stand der Tinge bezahlen alle europäifchen Länder. Das eine Land mit den Zinsen feiner Wechfel- kurse, das andere mit der Abnahme feines Handels, das dritte mit zunehmender Arbeitslosigkeit.
Es ist keine Uebertreibung, wenn ich fage. daß die Wiederherstellung der Welt in Gefahr ist und der Frieden, für den wir so große Opfer gebracht haben, auf dem Spiele steht.
Baldwin sagte zum Schluß feiner Rede: Wir werden TeutMand antworten und hoffen auf
nglands über seine Stellungnahme zu der iuhrsrage und seine Beurteilung der sranzösi- l'eu Verbreäien ist am geftriaen Donnerstag im nglnchen Unterhause erfolgt. Man darf nach age der Sache auch In Deutschland mit cn Worten die an der Themse gesp''ochen wur- >en, zufrieden sein, stellen sie doch einen Hofs- iingsschimmer für die Errettung unseres un- iicklichen Landes aus schwersten Gefahren dar.
Kronstadt, die starke Seefestung, die den Zugang zur Newabucht mit 28 Forts bewacht, nie Hauptinsel Kotlin mit Stadt und Kriegshafen auf den Schären davor ältere Festungsanlagen, schwimmenden runden Türmen gleich Ueber der Stadt die schöne Kuppel der Andreaskirche, davor der Kriegshafen. In der Ecke versiaubt und überdeckt liegen die beiden kaiserlichen Dampfjachten „Standard" und „Polarstern", im Hauptbassin zwei große Linienschiffe „Pariser Komune" und „Marat", jeder Name ein Progi amm? Aber es ist 5 Uhr morgens und
Ziel als die Beftiedung Europas und bie Wie- brrherstellung der erschöpften Welt. Tie Rebe erntete stürmischen Beifall. Das Unterhaus zeigte eine selbst im Frieden nicht an« uähernb so gekannte Einigkeit. Der Premierminister erhielt Beifallsbezeugungen, bie über eine Biertelstunbe andauerten, sowohl von den Bänken der Arbeiterpartei wie von denen der Rechten. Während der aan.ien Dauer der Rede wurde kein einziges Zeichen' des Mißfallens laut. Die Erklärung des Premierministers, daß Italien den britischen Standpunkt teile, wurde mit demselben Sturm der Beaei- sftrung ausgenommen, Me seinerzeit die Avkün- viaung des EinftMs ' Italiens in den Kriea. Starken ■ »Ry.fi die I-ststellm- saß
nislosrskE^rurteilt ist.
neu von Hafenarbeitern bei der Arbeit, meist Finnen. Mit ihren Stahlhaken werfen sie Sack und Kiste auf den Rücken, fleißig und unermüdlich, immer im Trabe. Trockene Brotfladen wer, den als Frühstück verteilt, Getränk gibt die Pumpe. Die Hafenkai fläche ein belebtes Bild, mehrere deutsche Dampfer beim Laden, ein Däne ein kleiner Norweger, kein einziger Engländer. Aber die Ladungen werden knapp. Vor allem scheut der ausländische Reeder die harten Bedingungen des Sowjet-Frachtbüros. Entweder Bilduna einer gemischten Gesellschaft, in der ruf«' b schon Vertretung 52 Prozent, der fremden 48. Prozent Anteil zugehörten, oder Schikane über Schikane, Negistrierzwang für die Agenten und Vertreter, Einreiseverweigerung, Aufenthaltser« schwernng, Steuern über Steuern, Schlepper- u. Staner-wang für die Schiffe und schließlich unbedingtes Vorrecht der russischen Tonnage.
b,er ganzen Welt erwartete Erklärung«bie Mitarbeit Frankreichs; wir Höften besonders - - - ----- ------
ala.tbä über ferne ... k—laUf bie Mitarbeit Italien, und wir bab n man W<ift noch, nur ein Vesten geht gähnend
Grund zu der Annal, me daß die SlbädiJL,t>eI^ect-. Wir sehens nachdenklich auf die gro« ttn der italienischen Regierung sich in Ueber - [;en Dreadnoughts, Kreuzer und Torpedoboote, einftimmung mit den unsrigen befinden, d-e kein Friedensvettrag Rutzland rauben Die britischen VorsckMge verfolgen kein anderes konnte Wtrd diese Flotte noch einmal eine
Ein volles halbes Jahr Ruhrlampf liegt nunmehr hinter uns. Trotz alle: Mahnungen ruhiger, leben uberschäumenden Pathos ablehnender, »afur aber in die Tiefe der Proble.ne gemessen eindringender Kreise, haben wir so Mannigfache Erscheinungen sich wiederholen sehen, unter denen wir in der Kriegszeit zu unserem Unsegen leider nur zu ost gestanden haben. Wir rechnen dazu in erster Linie die auch jetzt wieder als so sehr gefährlich erwiesene Unterschätzung der gegnerischen Kraft. Die Zähigkeit und Hartnäckigkeit. Ober auch den brutalen Willen zim Obliegen müssen wir beim Gegner immer tr Rechnung stellen, wenn wir uns nicht enttä scheu lassen wollen. Wir sind in diesen letzte" 'ochs Wochen bis in die letzten Tage und Stnn den hinein Zeuge dieses Willens zur Unter lochung, dieser nerven zerreibenden und fee'cm peinigenden Taktik mit dem Ziel der Kapit> lation des deiitschen Volkes gewesen. Andce - seits können wir heute mit Genugttmng festste'- len, daß die Pessimisten unter uns die in bir durch haltende Kraft und in die seelisch" Behar" hchkeit der Bevölkerung, der von dem grenzen losen Unglück betroffenen Gebiete. Zweiftl setze- zu müssen glaubten, nicht Recht behalten haben Was trotz aller Not, Pein und Soraen dort ge leistet worden ist, wird für alle Zeiten den glän zcndsten Kriegstaten unseres Volkes aus den- Schlacktfelde gleichwertig zur Seite gestellt wer den können.