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Hessische Abendzeitung

Nummer 157.

Einzelnummer 500 Mk.

Dienstag, 10. Juli 1923

13. Jahrgang

Einzelnummer 500 Mk.

Die euglisch-stmWschev Gegensätze

Der Bericht des Kanzlers.

- IW Berlin, 9. Juli. (Privattelegramm.) Ra»

Zls oo.. Ad.Lstunqsproolem nut FrEib-cVereinbarung mit dem päpstlichen Rmttürs wirs

jnfertton^preifesa) Linbeimilchc Auftrage: Die einspaltige Anzeigenzetle 800 3)1 art, Famt. liennachrtchten diegefl: 800 Mark.ftle einspaltige Reklmnezetle 2203 Wiart b) Auswärtig« Auf. träge: Die einfratttge Anzeigenzetle 800 Mark, die einspaltige Rellamezeile 2200 Mark, allez ein. schliebliL Teurrun zezuschlag und Anzeigenfteuer. ssar Anzeigen mit desonderO schwierigem Satz hundert Prozent Aufschlag. Für die Richtigkeit aller durch ,;ernsprecher au,gegebenen An­zeigen. icrote für Aufnahmedaten und Plätze kann eine Sewihr nicht übernommen werden LruAerei: Schlachthofüratze 28/30. Keschäftssiell:: Kölnische Strafe 5. Telephon Nr. 951 und 952

eine Veröffentlichung der Reichsregie- rung über die Verhandlungen mit dem heiligen Stuhl vorläufig nicht erfolgen. Der Nuntius hat seinen zweiten Besuch in Ber- l'n noch für diesen Monat in Aussicht gestellt, so. bald er aus Rom nach München zurückgekehrt sein wird. Den Führern der bürgerlichen Ar- beitsgemcinfchaft hat der Kanzler über die Besprechungen mit dem Nuntius nur einen ganz kurzcn und summarischen Bericht gege- ben, der auf Einzelheiten der päpstlichen Vor­schläge nicht weiter einging und ausdrücklich den informatorischen Charakter hervorhebt.

«Sin englischer Vorschlag.

Rotterdam, 9. Juki. (Privattelegramm.) Eine hiesige Zeitung meldet aus London: Im Unter- bause fragte Simons den Premierminister, ob Grostdritannien nicht eine gleitende Skala kür die deutschen Reparationszahlun- a e n und ein Vorvfandrecht auf die deutschen Zoll- und Steuereinnahmen für die nächsten zwanzig Jahre den Alliierten als Grundlage einer Lösung der Ruhrkrisis Vorschlägen wolle. Baldwin erwiderte, zu dieser Anregung könne er erst Stellung nehmen, wenn Frankreich überhaupt bereit wäre, über die Ruhrftagc zu verbandeln. Bis jetzt sei ihm von einer Bereit­willigkeit Frankreichs noch nichts bekannt.

einbaren, bar. diese Erträgnisse nicht auch in ent­sprechender Form zum Nutzen des Reiches heran­gezogen werden müssen.

Der Reichstag ist jetzt auseinandergegangen, nachdem er der Reichsregierung eine Vollmacht für die in der Zwischenzeit notwendig werdenden Ausgaben erteilt hat. In den Nachtragsctats sind auch einnndfünfziq Milliarden für kulturelle Zwecke voroeseben, von denen die Halste auf die Kirchen entfällt. Die Finanzierung des Rubr- sonflikts erfordert gegenwärtig täglich etwa eine Viertel-Million, also 250 Milliarden Mark.

Der Schritt des Vapstes

Zufriedenheit im Datikaa.

(Privat-Telegramm.)

3erf$nittene SernfprechbrShte.

Düsseldorf, 9. Juli. (Eigene Drahtmeldung) In der Nacht zum Sonnabend wurden in T ü f. seldorf alle militärischen Telephonlci- tunqen abgeschnitten. Die Stadt ;K deshalb zu einer Buße »«*. hundert Mil Honea Mart verurteilt worden.

Berlin, 9. Juli.

Das Nachrichtenbüro Havas veröffentlichte am Sonntag früh ein römisches Telegramm, wonach der Papst über die deutsche Antwort ehr zufrieden sei, während die franzö. ische von ihm bedauert werde. Der Papst be­absichtige, einige Rückfragen nach Paris zu rich ten, um feine Aktion in das Fahrlvaffcr k o n - krcter Vorschläge zu bringen. Havas »ließt mit dem folgenden redaktionellen Vor­ätz: Ter Papst kann seine Aktion von Erfolg gekrönt sehen, wenn er Mr Frankreich voll, tändjge Bezahlung, Genugtuung und Sicherheit vor neuen deutschen Kriegsvorberef. tungen im Ruhrgebiet errcii^.

Der Vulkan an der Nuhr

Anter der welschen Fron.

(Eigener Drubtbericht.1

politische Hochspannung.

Das große Ringen in London.

tPrivat-Telearamm)

Rotterdam, 9. Juli.

Das Reuter-Bnreau veröffentlichte am Sonn­tag früh eine offizielle Rote, die darauf hinweist, dass die Verhandlungen der Alliierten immer noch fortdauern und daß die allgemeine Auffas­sung der Lage sich noch nicht geklärt habe. Auf Grund der gestrigen Unt-rLandlungen in London sei anzunehmen, daß btt französischen and italienischen Botschafter zunächst ihren Regierungen über das Ergebnis der Unterhal­tungen mit Lord Curzon b e r i ch t e n. Die e n g - lische Regierung soll entschlossen sein, nach wie vor eine schnelle Regelung der Repa- rations- und Ruhrfrage herbeizuführen.

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Keine Nachgiebigkeit.

Der berechtigte Widerstand.

Es gibt in Deutschland Kritiker unseres Ab­wehrkampfes im Westen, die im Hinblick auf die .ungeheuren Verluste" zu einem schleunigen, wenn auch unvorteilhaften Frieden raten. Sie »ÄS1 s^t. der französisch-Lclaiicben Ruhraktton der deutsche Papiergeldumlauf auf mehr als das Zehnfache gestiegen ist, daß die Teuerung sich verachtfacht, der «tand der Devi- senttirse etwa verzehnfacht habe. Sic weisen nach, daß der Leerlauf der deutschen Wirtschaft AE ungeheuerlicher, das Mißverhältnis zwi­schen Erzeugung und Verbrauch immer schärfer und die Rot breiter Volksschichten immer un- ettragllcher wird. Sie meinen oder wenig- behaupten, daß ein Nachgeben Deutschlands gegenüber den französisch-belgischen Forderungen, besonders in der Frage des Pas- stven Widerstandes unsere Leiden mildern und verkürzen werde. Sie sehen die gleiche Lage gekommen, wie im Sommer 1918, als die zunch- '^^beil Versorgungsschwierigkeiten eine deutsche Kapltulation zurNotwendigkeit" machten, und «le.nn Ium 1919, als wir mit unserer Unter- lchrist unter den Versailler Vertrag die Erlösung bpssder mörderischen Blockade erhofften und er- leulsten. Allen diesen schwachen Gemütern und schwachen Rechnern ist das weltpolitisch« Ge­schehen immer noch ein Kranz lose aneinander gereihter Ereignisse. Es ist nämlich nicht Trotz und iuampfbegier. was so viele andere Deutsche vwanlaßt, vor falscher Nachgiebigkeit zu warnen. Es,ist vielmehr das Bewußtsein von der Plan- magigkeit des auf uns heraufbeschworenen Un- yetls, was solchen Männern jede Hoffnung raubt, Lüg urijCte Widersach-r durch eine Selbst- D?mui!fliing Deutschlands und durch seinen frer- willkgen Verzicht auf eine Großmachtstellung in brr^Lelt verlohnt werden können.

Was in den letzten Monaten in Deutschland geschehen ist und auch in den nächsten Wochen tma*en lveiter fortgeführt werden muß, erscheint nach außen als ein Kampf zwi- l*en und Wirtschaft. Unge-

heure wirtschaftliche Werte werden vernichtet oder gefährdet, um die von Reichsregierung am 12. Januar feierlich verkündigte Abwchrpolitik ^/iterzufuhren. In gewissen Kreisen raunt man es sich zu. daß die deutsche Wirtschaft und über« Aupt das deutsche Volk zu schade seien, um den derzeitigen Machthabern als Objekt für die Be­tätigung von Trotz und Unnachgiebigkeit zu die- UlW. -rie Tinge gewinnen allerdings ein anderes Gesicht, wenn man größere Zeiträume unter die Lupe mmmt. Vergleicht man den Stand der deuftchen Wirtschaft und Finanzkraft von Mitte 19.9 mit dem um die Jahreswende 1922/23 'o hnbet mau, daß trotz fast widerstandsloser Nack- g-ebiakeit ein erschreckender Verfall des deutschen Wohlstandes und der deutschen Produttionsftaft elngetreten ist.

Durch Preisgabe von Lebensinteressen können wir das geht aus der Geschichte der letzten Jahre unzweifelhaft hervor höchstens das Tempo verlangsamen, in welchem es mit uns abwärts geht. Dies widerstandslose Absinken **1® über die Gegenwart und die

nacvste Zickunft hinausgebende verheerende Be- deutilng für die Moral des deutschen Volkes.

- KEchluß- und Tatenfreudigkeit und damit wdes Vertrauen auf die Zukunft gehen verloren! Wennwir jetzt in dem Kampf gegen den Vernich- mngswillen unserer westlichen Nachbarn große Teile von dem Rost unserer wirtschaftlichen und finanziellen Kräfte opfern, so ist das keine sinnlose Vergeudung, sondern zweck- voller Einsatz! Der einzelne Mensch wie das einzelne Volk werden in Lagen versetzt, in dencn sie nm höherer Zwecke willen ihre Gegen- WartsInteressen verleugnen, ja geradezu ruinie­ren müssen. So ist es beute in Deutschland. Wir lcswn unsere Wirtschaft, unsere Finanzen und unsere DollkSgesurildheit verfallen, um von der kommenden sslenrration unabsehbares Unheil ab= zuwenden Wir stürzen uns nicht bokfnnngslos und verzweifelt m eine bodenlose Tiefe, sondern wir durchschreiten opferbereit und entschlossen, Eer doch hoffnungsvoll eine tiefe Schlucht die un? beute von besseren Gefilden trennt

Leider ist Deutschland bei den Verhandlun- gen librr das schickfal des Ruhrgebiets noch ans- geichaltet. Das Schwergewicht der Entscheid,n- ff-wSSL1" ?or*l '5rfc Versuche der englischen Diplomatie, von sich aus die Initiative ,n er- greiien. und bis setzt immer wieder durchkreuzt worden. Sonnt ist die ganze Verhandlun.sslagc auf den toten Punkt gekommen. Dies schafft eine Onelle neuer Besorgnisse - für den europäischen -ineben ^ogtal und politisch vor allem bei der gegenwärtigen Wirtschaftslage Deutschlands in wirtichastlicher Hticküdt sind die Dinge zum Zer­reißen gespannt. Die größten Besorgnisse über die demnüchfnge Entwicklung sind unter solchen Umstanden gerechtfertigt Fr, England versucht me.n das Äscherst«, um t* -z-rchtiri.^ mit dem

reich zu lösen. Die Situation hierfür ist aber die ungünstigste, denn wir befinden uns gegenwär­tig in einer Epoche eines nie zuvor erlebten Wettrüstens das das Hauptkampffeld nicht mehr auf die Erde, sondern in die Lust verlegt. Die Katastrophe, die aus all dem erwächst, wird an i h r e n Urhebern sich fürchterlich rächen. Mö­gen sie ihre Tollheit noch so weit treiben, die Zeit arbeitet füruns. k. L.

BcüSwin greift ein?

Rotterdam, 9. Juki. (Eigene Drahtmel- dung.) Gesundheitsministcr Chamberlain sagte gestern in einer Rede in Birmingham, daß S a l d w i n in allernächster Zeit aktiv in bi Ruhrreparcttionsfrage ein greisen werde l'hamberlain erklärte, daß augenblicklich dieselbe Hochspannung sei, wie im Juni 1914, her- oorgerufen durch die Besetzung des RuhrgebictcL, die von den Franzosen gegen die Entschließung der Engländer unternommen wurde und deren Ergebnisse alle engliscken Befürchtunaen wahr- gemacht haben. Die Laae sei auch für Eng­land so ernst, das! die englische Regierung gezwungen sei, baldigst und in endgültiger Form ihre Ansicht zum Ausdruck zu bringen.

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Keine übertriebenen Hoffnungen.

Berlin, 9. Juli. (Privattelegramm.) Am Frei­tag mittag ist eine weitere Rückfrage der eng- lischen Regierung in Berlin erfolgt. Eine erhöhte Aktivität Englands in der Ruhrfrage wird den- ooch in Berlin nicht erwartet. Bezüglich der englischen Anregung an Deutschland, den Eintritt in den Völkerbund nachzusuchen, oll eine bedingte deutsche Zusage schon eit dem 2. Juli in London vorliegen, wie die »Times- am Freitag melden konnte. Eine Bestä­tigung in Berlin war nicht zu erlangen.

Deutschlands Not.

Die große Steuerreform.

Heber bic Steuerte orm. Sie in der verflos­senen Woche im Reichstag besprochen wurde schreibt unser Parlaments - Mitarbeiter:

Es wird immer noch zu wenig erkannt, daß wir mitten in einer der gewaltigsten wirtschaft­lichen Revolutionen stehen. Was wir jetzt na­mentlich finanziell in Staats- und Privatwirt­schaft durchmachen, stellt uns vor unerbittliche Notwendigkeiten. Zu ihnen gehört unter an- : berent die große Steuerreform. Bei der , drängenden Eile, mit der sich dieses Problem uns daMetet, können wir es auf monatclange prin­zipielle Auseinandersetzungen über das System und die Struktur unserer gegenwärtigen Steuer nicht ankommen lassen. Rascher Entschluß ist ge­boten und der Kern des Problems ist nichts an­deres, als die Wertbeständigkeit der Steuern.

In die Verbrauchssteuern haben wir jetzt schon einen gewissen Wertbeständigkeitsfak­tor durch die neuen Beschlüsse des Reichstages hineingebracht. Es ist Vorkehrung getroffen, daß diese Steuern der jeweiligen Geldentwertung in etwas angepaßt werden. Bezüglich der direkten Steuern ist zunächst in der fünfundzwanzigfachen Erhöhung der Einkommensteuer und in der fünf- rnddreißigfachen Erhöhung der Körperschasts- steuer-Dorauszahlung der Anfang gemacht. Aber es werden ganz andere, beute vielleicht von den. meisten noch gar nicht geahnte Eingriffe in dieser Beziehung kommen müssen. Die große Steuer- und Finanzreform hat der Reichsiustizminister für den Herbst angekündigt. Für Einkommen- und Vermögenssteuer werden neue Veranlagun­gen erfolgen müssen, und zwar wird es sich vor allem um eine ganz anders geartete Behandlung der Bewert ungsvorschrtften handeln. Der Sticktag für die Vermögenssteuer-Veran­lagung wird der 31. Dezember 1923 sein. Zu die­sem Termin soll der tatsächliche Vermögensstand sämtlicher Steuerzahler ebne Ausnahme, also auch der bisher nicht zur Vermögenssteuer Ver­anlagten, festgestellt werden.

Das ticbeutet eine radikale Umwälzung un­seres gesamten Steuertarifwesens. Die Form der Anvassung der direkten Steuern an die jeweilige Geldentwertung steht zurzeit noch nickt sest. Die­ser Tage Hüven Korrespondenzen mit sachverstän­digen und wissenschaftlichen Blättern stattgefun- den, die die Grundsätze einer neuen Steuerform festlegten. Der endgültige Beschluß wird dann vom Reichskabinett gefaßt werden. Die übrigen Besitzsteuern werden jetzt schon den veränderten Verhältnissen angevaßt, insbesondere gilt das von der Wechfelstener, die verdovpelt wird, und von der Torfen ft euer, die um ein mehrfaches erhöht und den jeweils veränderten Verhältnissen ganz besonders anaepaßt werden soll. Wenn auch die gegenwärtigen Börsen-Ge- winne, namentlich aus den Effektengeschäften, -nm größten Teil Scheingewinne sind, so läßt es sich doch mit der Not der Gesamtheit nicht ver-

Duisburg, 9. Juli.

Die interalliierte Rheinlandkommisston hat in Abwesenheit des englischen Ver­treters beschlossen, daß die Gemeinde», auf deren Boden der Anschlag auf die Eisen- bahnlinie Duisburg-Krefeld began­gen wurde, verurteilt sind, gemeinschaftlich au das alliierte Eisenbahnregime die Summe von 630 000 Franken zu zahlen. Im Falle bet Weigerung ber Zahlung würde diese Summe aus ben Kassen bes Reiches beschlagnahmt werben.

Die SRiffion des Botschafters.

Rotterbam, 9. Juli. (Eigene Drahtmel- dung.) Rach einer Depefche aus Lonbon reist ber englische Botschafter im Laufe bieser Woche nach Berlin zurück. Das Kabinett käst durch den Botschafter selbständige Vorschläge btt deutschen Regierung überbringen.

Aus der EinzeLberatung der Steuergesetze fei kurz zusmmnengrftißt: Das Kapitalver­kehrssteuergesetz und dos Wechsel­steuergesetz werden unverändert angenom­men, ebenso die Erhöhung der Vorauszahlung auf die Einkommen- und Körper­ich a f t s st e u e r. Die Vorauszahlung beträgt also das sünfundzmanzigsacke bei der Einkom­mensteuer und das fünfunddreißigfache bei der Körvenchastsstener Im Biersteuergesetz wird bei der zweiten Lesung mit den Stimmen der Bayrischen Bolksvartei. der Deiftschoatto- nalen und der Sozialdemokraten die Höhe der Steuer wieder nnck der Regierungsvorlage sest- gesetzt. Danach beträgt die Biersteuer für jeden Hekt oliter von den ersten zwei lausend Hektolitern nicht 14 350, sondern nur 4100 Mark, die anderen Sätze werden entsprechend geändert. Der Rest des Gesetzes wird nach den Ausschuß­beschlüssen angenommen. Angenommen wird das Svielkartensteuergesev. Da«? Mineralwaffersteuer- '-efetz wird mit den Stimm»n der Sszialdemokra- feu, Kommunisten und einzelner Aftoholgeguer sämtlicher bürgerlicher Parteien adgplehnt. Das L euch t m i t t el-Steuergesetz wird a.tgenond- men. Ein sozialdemokratischer Antrag auf frühere Entrichtung, der Steuer wird im HammeH'vninq mit 158 gegen 12? «tinnnon äbgelebni Ange­nommen n-erdei' weiter das Ziindwaren- sieuer-, Sa l-steuer- und das Z u ckersieuer- gesetz. Mi dritter Lesung wurde baS Spiel-

Kasseler Neueste Nachrichtm

Kasseler Abendzeitung

ORätfel der Zukunft.

Wachsende Einsicht bei den Engländern.

(Eigener Drahtbericht.)

Rotterdam, 9. Juli.

Die ergänzende Antwort Frankreichs, die wie­der mündlich gegeben wurde, ha» nach einer Lon­doner BlSttermeibung für die englifche Regierung die Lage nicht geklärt. Die ungünstige, ernste wirtfchaflliche Lage Deutfchlands wird in ben Berichten der englifcheu biplomatifchcn Ver­tretung als birekte Folge ber Fortbauer ber Ruhrbefetzuug bezeichnet. Tas Kabinett will erst nm Montag entscheiden, ob ein weiterer Mei­nungsaustausch mit Frankreick ben Interessen unb Zielen Englands entspricht. DieMor- uingpost" meldet: Die belgischeIntervention" in Pari-s äußert keine Wirkungen, weil Bel­gien mit Fraukreilb einig ist, daß die Rubrinvasion fortgesetzt wirb. Tas einzige Zuge­ständnis Belgiens sind Berlwndlungen zwischen den Alliierten, also ohne Druffchland.

Wird Rom Seifen?

Berlin, g. Juli. (Eigene Drahtmeldung.) Der römische Vertreter des Wolfffchen Telegra­phenbüros teilt mit, daß die Meldungen über das Ergebnis der Besprechungen des Reichskanz­lers miit Nuntius Pacelli und das von oer Reichsregierung herausgegebene Kommuur- yue im Vatikan mit großer Befriedigung ausge­nommen worden ist. Wenn dem so ist, so De» merkt dazu ein Berliner Blatt, so können wir hinzufügen, daß man in Deutschland mit Genugtuung davon Kenntnis genommen hat. Wird die päpstliche Aktion in dem Geiste, in dems sie begonnen wurde fortgesetzt, so steht deutscherseits nichts im Wege.

Druck auf öle örutfche Regierung.

Berlin, 9. Juli. (Privattelegramm.) Gestein -and.eine Besprechung mit dem Reichs­kanzler statt, die sich mit der f r a n z ö s i schen Note über Sicherheiten wegen des Eisenbahnunglücks bei Duisburg beschäftigte (siche die Meldungen auf der zweiten Seite. Redaktion.) Di« Antwort Frankreickis und Best giens auf die ablehnend? Erwiderung de Reichsaußenministcrs Rosenberg wird in Berlin mit Bestimmtheit erwartet unt zwar bis Mitte dieser Woche.