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Sir. 154. 13. Jahrgang.

Kasseler Neueste Nachrichten

Freitag, 6. IM 192a.

Der Stand des Dollars

Mittwoch I Donnerstag amtliche Notierung I sr»ch Newyorker Parität:

161 000 I 162000

Letzte Depesche«

be- der 30- der

t n r i f für Kurz arbciter mit vorübergehen- 3tr Gültigkeit einzuführen, der solchen Angestell­ten und Arbeitern zugute kommen soll, die we­gen der durch die gegenwärtigen Wirtschastsver- dältii-sse notwendig gewordenen Einschränkung des Betriebes ihres Arbeitgebers nur an einzel­nen Tagen der Woche arbeiten. Es werden Kurz- arbeilerwochcnkarten zu ermäßigten Fahrpreisen ausgegeben, die bis zu drei Hin- und Rückfahr­ten in der Woche berechtigen.

die Metallindustrtellen nicht die Städte ange­führt. in denen höhere Löhne als in Staffel be­zahlt werden. So betragen die Mindestlöhne in Fulda 7300 Mark, in Gießen 7800 Mark, in Wetzlar 8700 Mark, in Frankfurt und Offenbach je 9500 Mark. Der ganze Konflikt würde an Schärfe verlieren, wenn die Frage der wcrtbe- ständigen Löhne endlich zur Lösung käme.

Mißachtung der deutschen Dorschiüge.

London, 5. Juli. (Eigene Dxcchtmeldung.) Der wichtigste Satz in der französisch-belgischen Antwort ist, daß beide Staaten die deutschen Vorschläge mit keinem Wort erwähnen. Daraus kann man auf ein endgültiges Scheitern der deutschen Vorschläge schließen. Der englische Botschafter in Paris, Lord Grewe, ist telegra phisch nach London zurügerufen worden.

einen Stundenlohn von 13000 Mark und eine Nachzahlung für letzte Woche von vierzig Pro. zent des Lohnes.

Kasseler Kurse.

Das Geschäft war heute vormittag still Ge- nannt wurden Hohenlohe zu 200000, Baumann u- Lederer zu 190200000, j. Kasseler Faß 190 bis 200 000. Weber 50-51000

Unruhen in Essen.

Essen, 5. Juli (Privattelegramm.) Gestern abend wiederholten sich vor dem Rathaus die Arbeitslosen - Kundgebungen. Die Kommunisten umstellten das Rathaus und besetzten sämtliche Ein- und Ausgänge. Der Ma­gistrat war über eine Stunde belagert, konnte stch

Veriiner Börse.

Berlin, 5. Juli. (Privattelegramm.) Rach Newyorker Parität wurde der Dollar zu 162000 gehandelt. Am Effektenmarkt ist die Tendenz nach wie vor fest. Das Geschäft ist sehr lebhaft in Käufen und Verkäufen, aber die Kaufaufträge überwiegen. Gesucht find vor allem Montan-, Schiffahrts-, chemische und elektrische Werte.

ForderunZen in München.

München, 5. Juli. (Privattelegramm.) Die hiefigen Arbeioer der Metallindustrie find in eine Lohnbewegung eingetreten. Sie verlangen

-r- Dreißig Jahre Kohlengeschäft. Die kannte Kohlenfirma Gebrüder Dohm in Hohenzollernstraßc konnte am Dienstag ihr jähriges Geschäistsjubiläum begehen. Dank ... Tüchtigkeit ihres Inhabers, Eduard Dohm, hat stch die Firma stetig in die Höhe gearbeitet. Wenn stch auch der Jubilar sämtliche Ehrungen verbeten hatte, so wurden ihm trotzdem sehr viele Glückwünsche zuteil.

Die Kasseler Fleisch-Versorgung.

Schlachtungeti auf dem Schlachthof.

Auf dem städtischen Schlachthof wurden im Monat Juni folgende Mengen von Tieren ge- chlachtet, die, abzesehen von der Einfuhr an Markttagen usw. einen Anhalt für die Kasseler Fleischversorgung geben, noch dazu beim Ver­gleich mit den in Klammern angegebenen Schlachtziffern b t Mai: 32 Ochsen (44), 42 Bul­len (74). 104 Kühe (119). 118 Rinder (215), 1169 Schweine (1108). 608 Kälber (786), 226 Schafe (444), 61 Ziegen (95). 16 Ziegenlämmer (54). 4 Spanferkel (5). 22 Pferde (21), 1 Foh­len (1).

Der Königsplatz

Zeigte bei schwacher Beschickung einen ruhigen Mo.rttverlauf. Bezahlt wurden u. a. ,'ir ein Bündelchen neue Zwiebeln, die aber des Andrangs wegen von der Schutzpolizei verkauft wurden, 700 Mark, Karotten das Bündelchen 900 Mark, der Ko Vf Salat durchschnittlich 1000 Marx und ein Bündelchen Radieschen ebenfalls 1000 Mark Das schöne Wetter gestaltete auch die ganze Marttstimmung freundlicher als bisher. Ferner kosteten Kohlrabi 33200 und Wirsing 32003500 Mark. Tie Preise für Sirünkchm und anderes Gemüse lagen gegenüber Dienstag unverändert. Reue Kartoffeln stellten sich auf 4000 Mark das Pfund! Für Kirschen wurde der Preis mit 5500 für Erdbeeren mit 15 000 Mart für das Pfund angegeben.

Lokalnachrkchtm vom Tage.

-z- Tie Kundgebung am Freitag. Ter Rein­ertrag der von der Vereinigung der Rheinlän­der, Saarleute und Pfälzer mit dem Bürgerbund angekündigten großen Kundgebung im Stadt­park am Freitag abend, für die bewährte Redner aus dem besetzten Gebiete gewonnen sind, und der gediegene mufikalische und gesangliche Dar­bietungen einen passenden Rahmen geben, ist für die Flüchtlingsfürsorge in Kassel bestimmt. Eine rege Teilnahme der Bürgerschaft ist deshalb zu erwarten.

Abschiedsstimmung im Staatstheater. In der Vorstellung ,La Traviaia" am Sonnabend (D. 41) tritt Opernsänger Fritz Lang zum letz­ten Male auf. Am Sonntag, A. R., letzte Vor­stellung vor den Fetten, verabschiedet sich das Ehepaar Windgassen-von der Osten als .Pedro" undMartha" in der OperTiefland" Gleich­zeitig tritt auch Lißner-Badriau als .Nando" zum letzten Male auf.

Kaufmännische Fortbildungsschule. Man schreibt uns: Einem Antrag des Zentralvcrban-

Sranzöflfch-velgisthe Gemeinschaft.

Paris, 5. Juli. (Eigene Trahtmeldung.) DerMatin" meldet aus Brüssel: Das neue Ka­binett hat in seiner ersten Sitzung am Dienstag dem französischen Entwurf einer ge m e i n s a - men französisch - belgischen Antwort zugestimmt. Seine Ucberreichung steht bevor.

Deutsche Sporterfolge.

Berlin, 5. Juli. (Privattelegramm.) Bei den gestrigen internationalen Kämpfen in Göte­borg hatten die Deutschen neue große Erfolge aufzuwttsen. Karsten und Troßbach waren im Einhundertzehnmeter-Hürdcnlauf, Hupen und Krüger in den Zweihundertmeter-Zwischenläufen siegreich.

Schwarze Franzosen in Karlsruhe.

Karlsruhe, 5. Juli (P rivattelegramm.) Tie Besetzung des Karlsruher Rheinhafens wurde gestern bis zur äußeren Stadtgrenze vor­geschoben. Marokkaner stehen an der Mühlburg straffe, die zum Hafen führt-

Erklarung der Arbeitgeber.

In einer Zuschrift von Arbeitgeberseite heißt u. a Durch Schiedsspruch des Schlichtungs- au Schusses in Kassel wurde die Entlohnung des Facharbeiters in der Metallindustrie in der Spitze für die letzte Junilohnwoche von 5742 au' 6942 Mark erhöht. Dieser Schiedsspruch wurde seitens des Metallarbeiter--Verbandes als unzu­reichend abgelehnt. Der Metallarbeiter-Verband begründet seinen ablehnenden Standpunkt da- mit, baff die Löhne im Wrtfchaftsa-- - und Hessen-Nassau für die letzte Juni-Lohnwoche erheblich höher feien. Dies trifft nur für die Städte zu, die im besetzten Gebiet und an der Peripherie des besetzten Gebietes liegen, da dorr ?,ie Lebenshaltung wesentlich höher als in Kassel ist- Der Melallindufiriellen-Verband steht aus dem Standpunkt, daß die Löhne, die durch den Schiedsspruch festgelegt worden sind, durchaus nicht niedrig, sondern im Vergleich zu dem ön- lichen Lohnniveau als hoch bezeichnet werden müssen. So verdient z. B. in Kassel der Fachar­beiter der Kleinmetallindusttte in der letzten Ju­ri-Woche in der Spitze 5300. der Tertilarbeiter 4700, der Holzarbeiter (Schreiner) 6075, bei Stockarbeiter 4380 Mark pro geleistete Arbeits­stunde. Die Entlohnung in dem benachbarten Hannover beträgt für den Metallarbeiter in der letzten Juniwoche in der Spitze 6775, in Er­furt 6148, in Bresftiu 5925, in Bremen 702?. in Magdeburg 6450, in Leivzia 6960, in Anhalt 6120,. in München und Nürnberg 6010, in Halle 5910 Mark, und so könnte noch willkürlich eine strotze Anzahl anderer Städte, vie unter der Kas­seler Entlohnung Reffen, angeführt werden. D-e Berliner Metallindustrie hat soeben durch einen Schiedsspruch des Reichsarbeitsministers für die letzte Junilohnwoche einen Svitzenlohn festge­setzt bekommen, der nur etwa zehn Prozent höher ist, als der von den Kasseler Metallindustriellen in den Verhandlungen vor dem Demobilmach pugskommissar angebotene Lohn von 7100 Mark in der Spitze. Die Lebensverhältnisse in Berlin find aber um mehr als zehn Prozent teurer als in Kassel. Für Die Ablehnung dieses Angebotes seitens der Arbeiterschaft liegt aber keine sachlich, begründete Veranlassung vor. Vom

Metallarbeiter-Berffand vird uns dazu erklärt: Tie Metallindustrielle» haben Städte herausgegrifsen. in denen die Löhne niedriger sind als in Kassel, die Lahne für Kassel gemessen am Verdienst ein-^s hör ualisizietten Facharbeiters mit Höchstleistungs- (ulagcn, andererseits aber diesen Kasseler »öchstlöhnen die Mindestlöhne in anse- :en Städten gegenübergestellt. Dadurch ergibt ich ein verwickeltes Bild. Im übrigen haben

Finanzlage und Teuerung.

Weitere Maßnahmen zur Markstützung.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 5. Juli.

Gestern abend fand beim Finanzmini- st er eine neue Besprechung mit den leitenden Persönl'chlesscn der Großbanken statt. Die Zuziel)u..g des Reichsbankpräsidenten läßt dar­auf schließen, daß die Maßnahmen zur Mark­st ü tz u n g wieder einmal zur Beratung standen. In Berliner Banftreisen spricht man seit Tagen davon, daß die Verordnungen zur Hebung des Markkurses noch nicht als abgeschlossen gelten können, so wenig auch die bisherigen Stützungs­maßnahmen einen Erfolg gebracht haben.

KirHditmoibek Volksfest. Solbäder für bedürftige Kinder.

Um weitere Mittel für ihr wohltätiges Wir­ken zu erhalten, hatte die Voltsvereini­gung Kirchditmold zu einem Volksfest aufge- rujen, und alle Kreise des westlichen Stadtteils, voran die Vorstände sämtlicher Vereine, darunt r auch die Sanitätskolonne, leisteten dem Ruf wil­lig und gern Folge. Galt es doch einem guten, edlen Zweck: bedürftige Kinder, die durch die Not und Entbehrungen der Kriegs- und Nach- lriegsjahre in der Entwicklung zurückgeblieben, sollen der Wohltat des Solbades teilhaftig wer­den. In langem Zuge zwei Mandolinenilubs stellten die Marschmusik marschierten die Tess stellten die Marschmusik ging es hinaus zum Waldesrand, wo stch bald trotz der nicht gerad- günstigen Witterung ein frohes Leben und Trei­ben entwickelte. Ta gab es Schlagballspiele der Jugend des T. u. Sp.-V. 86, sowie vorzüglich ausgefühtte Uebrngen der Männerriege genann­ten Vereins an Reck und Barren; die ganz Klei­nen vollsührten einen Wettlauf. Herrlich klangen in dem grünen Waldesdom die vom Aelteren Gesangverein Kirchditmold und dem Gesangver­einLiederfreund" zum Vortrag gebrachten Ehöre von Frühling, Heimat und Hoffnung. Postinipektor Orth sprach im Namen des Fest­ausschusses. Er zeichnete in festen Strichen ein Bild von dem Zweck der Veranstaltung: Wir muffen der darbenden Jugend und dem notlei­denden Mter helfen, und eine Brücke muß ge- .chlagen werden zu gegenseitigem Verständnis, zur Arbeitsgemeinschaft und Einigkeit, damit wir den Noten der Zeit gewappnet gegenüberstehen! Piarrer Maurer dankte im Namen der Votts- vereiuigung allen, die stch um das Zustandekom­men der Veranstaltung verdient gemacht und m-sch Gaben die gute Sache unterstützt. Wenn das Werk gelingen soll, müssen noch große Geld­mittel gespendet werden. Dann gab er seiner Freude über das Zusammenhalten aller Kirchdit- molder Ausdruck und dem Wunsch, daß es auch weiterhin so bleiben möge. Ein Vottibergehen- der, der von dem guten Zweck der Veranstaltung gehört, spendete 100000 Mark und ebenso er­brachte eine von Herrn Lindemeier, dem Diri­genten des Aelteren Gesangvereins, veranstaltete Sammlung den Betrag von rund 100000 Mark.

Der Konflikt in der- Metallindustrie.

Heute Nrabstimmung über den Streik.

Gestern nachmittag fand im Gatten des stadtpatts eine große Wetallarbeiterversamm- lung statt, die vom Metallarbeiterverband einbe­rufen worden war, um den Mitgliedern Berichr über die Lage zu erstatten. Bisher waren stets nur die Vertrauensleute versammelt. Nach rin gehender Information über den Gang der Ver­handlungen wurde beschlossen, daß beute Ur. aostimmung über Arbeitseinstellung- in K a s s e l vorgenommen wird und -war in den Betrieben, die dem Verbände der Metallindu- striellen angehören. In Betracht kommen etw^ 13 bis 14 000 Arbeiter. Inzwischen hat geften» affenff die Regier ung Schritte unternommen um

neue Verhandlungen zwischen den Arbeitgebern unff Arbeitnehmern herbeizuführen mit dem Ersuchen, daß beide Or­ganisationen heute mittaa noch einmal zu- sammenkommen.

Auf dem Wochenmarkt.

Großer Andrang... wenig Butter!

Heute früh 3 Uhr standen schon wieder bte eckten Butter- unff Eicrhungrigen auf dem Ständeplatz. Bald waren es viele Hundette. Die Polizei, die blaue unff die grüne rückten an, immer mehr unff ordneten lange Polonaisen zu den Stellen, an denen die Häusler Aufstellung nehmen sollten, aber... es kamen nur sehr wenig Eier und, als unser Gewährsmann über ffeu Platz ging, war gerade e i n Buttermann mit zwanzig Pfund Butter da!

Was ist das unter so Vielen? Eine Preis- feststelluna verlohnte sich unter diesen Umstän­den nicht. Dafür wurde endlich damit begon­nen, was wir schon vor Verlegung des Butter, und Eiermarktes zum Ständeplatz als unerläß­lich bezeichnet hatten, mit Dem Aufschlagen von Messebuden! Der Verkauf von diesen ans sichert unter dem Schutz der Polizei einen geordneten Vettauf.

Erfahrungsgemäß ist der Sonnabend. Markt der Prüfstein für die Marktlage. An die­sem Sonnabend können also die Häusler uube- orgt fein. Tie letzten Szenen werden sich wohl schwerlich wiederholen!

Heute kam, jedenfalls etwas grotesk ausge- drückt, aber von der Wirklichkeit «nicht ckllzuferu, auf jedes zweite Ei ein Polizeibeantter!

-4- Im goldenen Hochzeitskranz. Unser hei­mischer Komponist und Musiklehrer, Kammervir­tuos Otto Kaletsch, ein Kasseler Kind, be­geht am morgigen Freitag das seltene Fest der goldenen Hochzeit. In geistiger Frische ff ar er mit feiner Gattin diesen Ehrentag feiern. Au herzlichem Mitg wenken weiter Kreise wird bei der Wertschätzung, die der treffliche Künstler ge­nießt, sicher kein Mangel fein!

-T- Allerlei vom Tage. Der beim Baden in ff er Fulda Ertrunkene wurde als der Arbeiter Hermann Orth aus der Wild emanns- gaffe festgestellt Am Friedrichsplatz fiel freute nacht gegen 12.30 Uhr ein aus Arolsen stammender Mann in schwere Herzkrämp- se. Nachdem ihn ein Sanitäter Der Wache Fulffabtticke zur Besinnung gebracht hatte, wurde er aufgeregt und erklärte, er wolle in die Fulda gehen! Die Schutzpolizei nahm iff deshalb in Schutzhast. Erst als er sich voll­kommen beruhigt hatte, konnte er wieder entlas­sen werden. Aus einer Sodawafferverkaufs- sielle in ffer Weserstraße wurde nachts von Unbekannten ein zwei bis drei Meter lan­ges Bleirohr gestohlen. Drei Nachtschwärmer, Die um 1.30 Uhr in der oberen Königstratze ruhe- störende-i Lärm verübten, wurden vurch die Schutzpolizei auf die Wache gebrach:.

-i- Wie wird das Wetter? Der neue Frank­furter Wetterdienst gibt heute folgende Voraus­lage: Die Wetterlage hat nunmehr ausgeprägten sommercharakter angenommen. Bei öst- l-chen Winden steigen die Temperaturen an. Nie­derschläge tret '! int allgemeinen nickt auf. Bis Freitag abend wolkig bis heiter, sehr warm unff trocken!

Veranstaltungen am Freitag. Staats- 16eater:Cavaleria nifticana unffBa­jazzo". 7.30 Uhr. Neues Theater (Te- gernfeer):Der G'wisseuswurm", 7.45 Uhr Stadtpark-Garten: Konzert mit Film- etulage, 8 Uhr. Gewerkschaftsbund ffer Angestellten: Vollversammlung. Bür- gergarten. 8 Uhr. Zkntralverband ffer Ange st eilten: Vortrag, Gewerffchasts- fraus, 7 Uhr. Braustübl: Gattenlonzett, 7 Uhr. Heute Donnerstag: Bund der Wohnnngsuchenden: Mattinsklause 8 Ubr. Park Schön eld: Abend-Konzert, -,-30 Uhr. Stadtpark: Kaffee-Konzett, 4 Uhr.

des der Angestellten entsprechend hat die Fott- bildungsschulkommission beschlossen, den Sch-ul- anfang auch im Sommerhalbjahr von morgens 7 Uhr auf 8 Uhr zu Verlegen. In einer Reihe von Geschäften müssen die Lehrlinge täglich bi abends 7 Uhr arbeiten; daher waren dun den frühen Schulanfang viele derselben zeh Stunden und mehr am Tage beschäftigt.

--- Das teure Sterben. Nunmehr hat auch der Bürgerff czirksverein Hohenzollern- Viertel beit Gedanken der Gründung einer SterhekasseHilfe am Grabe" ausgenom­men uns die Bürgerschaft seines Stadtteils zu einer besonderkn Versammlung aufgeboten.

Jubiläum bei der Eisenbahn. Am 1. Juli feiellts Eisenbakn-iJngenieur Hermann Hen des sein sünsundzwanzigjähriges Dienstjubilä- unt bei der Eisenbahn. Dem Jubilar wurden zahlreiche Ehrungen zuteil.

-r- Die Säim r von Wetter bleiben aus. Wie nach, den letzten Meldungen au8 ff cm Ruhr gebiet nicht anders zu erwarten war, ist es den Säugern aus We.t:r, die für morgen ihren Be stich angekündigt hatten, unmöglich, die schar Grenzsperre zu passieren. Der Besuch in Kasse muß daher auf eine Zeit verschoben werden, in der die Möglichkeit des H-rüberkommens gege­ben ist.

Abendunterhaltung einer Schulklasse. Wi uns mitgeteilt wird, wurde das GedichtHör Du?" von H. M. Echrom von Max Morch vorgetragen.

Der Sikchrnhof in Not.

Ein Appell an die Bürgerschaft.

Infolge der ungeheuren Gnttoertung der Matt ist das Hospital S i e ch e n h o s, das durch seine Vermögensverhältnisse noch bis zum Jahre 1920 in der Sage war, für Zwecke der allgemei­nen Armenpflege alljährlich 5100 Mark an die Stadtkasse abzuführen. in so bittere Rot geraten, daß es ohne Hilfe von außen nicht mehr im­stande ist, seinen Verpflichtungen nachzukommen und den Bettieb aufrecht zu erhalten.

Die altersschwachen, zur Arbeit unfähigen Insassen des Hospitals, die zum Teil noch nicht einmal die Atters- oder Invalidenrente beziehen und daher aus Unterstützungen angewiesen sind können unter den bestehenden Verhältnissen au die tatkräftige Beihilfe von feiten des Siechen- l ofs nicht mehr rechnen. Das ihnen zu zahlende lorngeld (Ersatz für Brotlieferungen) kann nur in ganz unzureichendem Maße gewährt werden. Auch die Angestellten ffer Anstalt sind in einer sehr bedauerlichen Lage, denn sie können nur einen Keinen Teil derjenigen Besoldung erhal­ten, die ihnen nach den heutigen Teuerungs- Verhältnissen zustehen würde. In einem Aufruf erwähnt die Direftion des Siechenhofs ferner die unerhörten Preise für Brennmaterial und die furchtbare Höhe der Kosten für bauliche Herstel­lung an den Gebärrden des Hospitals, die nicht mehr gestatten, die unumgänglichsten Ausbesse- 'ungsarbeiten vornehmen zu lassen.

In dieser großen Notlage ruft die Leitung des Siechenffoss die Mithilfe der begüterten Bürger Kassels unff der mit Gewinn arbeitenden größeren industriellen Unternehmungen an, die ja auch an der Erhaltung des Siechenhauses ein Interesse haben, da es seit Jahrhunderten durch Hergabe gesunder Wohnräume unff Gewährung von Präbenden usw. unzählige Kasseler Bürger vor Verarmung bewahrt hat. Sie bittet drin­gend, einen Betrag zu stiften, ffer mithelfen soll, den Betrieb des Hospitals auch über die neue schwierige Zeit hinaus sicher zu stellen!

dann aber durch Eingreifen der Polizei befreien. Um Mitternacht dauerten die Kundgebungen in Esten noch an, die einen kommunistischen Ein­schlag tragen und Lebensmittelunruhen befürch­ten lassen.

(Strafantrag gegen die WettfHwmdler.

Berlin, 5. Juli. (Privattelegramm.) Im Prozeß gegen den Wettkonzerngründer Köhn beantragte der Staatsanwalt drei Jahre sechs Monate Gefängnis und 200 000 Mark Geldstrafe. Er beantragte ferner, auf die Untersuchungshaft ihm die sechs Monate anzurechnen. Gegen die Mitangeklagten beantragte der Staatsan­walt Gefängnisstrafen von sechs Monaten bi» zu einem Jahr. Das Urteil in dieser Angele, genheit ist heute oder morgen zu erwarten.

Der Dtaub tm besetzten Gebiet.

Berlin, 5. Juli. (Privattelegramm.) Die Reichsbank gibt bekannt, daß durch Gewaltmaß­nahmen her Besatzungsarmee im Monat Juni 46 Milliarden Mark Reichsbankgelder den Reichsbankstellen des besetzten Gebietes entnommen worden sind.

Lohn- und (Streiffragen.

Berliner Metall- und Bauarbeiterschaft.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 5. Juli.

Der Streik in der Metallindustrie war heute früh noch nicht ausgebrochen. Die neue Ur­abstimmung wird vor Nachinittag nicht beende» sein. Ein großer Teil der Arbeiterschaft heißt die Taftik ihrer Führer nicht mehr gut. In der A. E. G. ist ein Teilstteik ausgebrochen, de» trotz aller Bemühungen der Streikleitung fort­dauert. Ebenso wie die Metallindustrie stehl airch das Berliner Baugewerbe vor einem Streik, der seine Urfatffe darin findet, daß die Arbeitgeber den von den Arbeitnehmern ange­nommenen Schiedsspruch abgelehnt haben, de» für die erste Juliwoche einen Spitzenlohn von 9500 Mark vorfah. Die Zimmerer sind be­reits in den Streik getreten. Ter Streik der Holzarbeiter nimmt ebenfalls seinen Fortgang, da die Streikenden ein neues Angebot der Ar­beitgeber als ttnzureichend abgelehnt haben. In einer Streikversannnlung der Holzarbeiter wurde beschlossen, mit den Metallarbeitern eine g e - meinfame Kampffront herzustellen und die Gewerkschastskommissson zu veranlassen, die pcfainfe Arbeiterschaft zur Unterstützung der 9 ämpsenffen aufzurufen.

LLm die (Sntente-SInttDort.

Beratung im britischen Kabinett.

(Eigener Drahtbericht.)

London, 5. IM.

Ucber die Kabinettsratssitzung am Mittwoch liegt ein kurzer Reuterbericht vor, wonach das Kabinett seine Beratungen auf heute Donners­tag vertagte. Das Kabinett hält es für erfor­derlich, daß die französisch-belgische Anwort schriftlich formuliert wird. Der Kabinetts­sitzung wohnte der englische Botschafter aus Ber­lin bei. Die gestrige Abendausgabe derTimes" meldet, das Kabinett zeige keine Neigung, auf die französisch-belgische Stelluvg- nahme zur Ruhrfrage einzugehen. Die nächsten Tage würden konkrete Forderungen Englands an die übrigen Alliierten bringen müssen, wenn England nicht als politische Macht vom europä­ischen Festlande sich zurückziehen und damit eine jahrhundertlange Politik aufgeben wolle.

Sorfcerur.g der Gewerkschaften.

Berlin, 5. Juli. (Privattelegramm.) Tie Gewerkschaftsführer sind Mittwoch früh von» Reichskanzler empfangen worden. Die Aus­sprache war vertraulich. Es verlautet jedoch, daß dem Kanzler eine fast ultimative Forderung der Gewerkschaften nach endlichen durchgreifenden Maßnahmen des Reiches g e g e n die hemmungs­lose Preisentwicklung übermittelt wurde.

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