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Meter Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

Nummer 154.

Einzelnummer 500 Mk.

Freitag, S. Zuli 1923

13. Jahrgang

Einzelnummer 500 Mk.

InsertionSpreifc:«) Ltnhstmilchs Auftrags: Dis einspaltige Anzeizsnzslle 800 Marl,Fami< lisnnachrichten dis Zeile SOS Mark,dis einspaltige Reklame,eil« 2200 Mark, b) Auswärtige Auf. träge: Df- sinfpaltige Antigen,eile SOO Mark, di« einspaltige R-klamsz-tl- 2200 Mark, alles ei», schließlich Teuerungszuschlag und Anzeigsnsteuer. Für Anzeigen mit besonders schwierigen» Satz hundert Prozent Aufschlag. Für die Richtigkeit aller durch Fernsprecher aufgegebenen An. zeigen, iowie für Aufnahmedatsn und Plätze kann eins Gewähr nicht überno nmen werden Druckerei: Dchlachthosüratze 28/30. Geschäftsstelle: Kölnisch- Strobe 5. Telephon Nr. 951 und 962

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Vorbereitung zu weiterer vesetzung.

gefahren.

Französische Vorposten sind vor

dustrie zum Kanzler geladen. Die Beratungen im Kanzlerpalais gelten in erster Linie den Luge­st ä n d n i s f e n, die Deutschland an den zurzeit in Berlin weilenden Nuntius Paccelli machen will, um von neuem den deutschen Ber- Handlungswillen z« bekunden.

Fall der Ablehnung der Zahlungen mit der Bc- setzung weiterer Krupp-Anlagen und der Stil« legung der Werke. Der Direktor der Esse, ner Kreditanstalt ist gestern Nacht von den Franzosen verhaftet und abgeführt werde». In Altenessen wurde ein ahnungsloser Eisen­bahner, weil er nicht sofort stehen blieb, von einem Belgier schwer angeschossen.

Zustimmung zum Ftiedensbrief.

Rom, 5. Juli. (Eigene Drahtmeldung.) Im Vatikan liegen bisher Zustimmungsrund, gedungen zum Schritt des Papstes vor von England, Deutschland mid Amerika. Die freundlichen Worte, die Mussolini dem Schritte des Papstes widmete, werden als Be­reitwilligkeit Italiens gedeutet, an den Be­mühungen des Papstes mitzuwirken. Es ver­lautet, daß in wenigen Tagen eine zweite An­regung des päpstlichen Stuhles den betei­ligten Mächten zugehcn werde.

und Bürstadt an der Bahn nach Bensheim rinZettossen. Di« Bahnlinie Worms-Bensheim

Belgiens SrkiSrung.

B rüffel, 5. Juli. (Eigene Drahtmeldung.) Der Minister des Ae-iücren hat gestern dem Botschafter in London den Auftrag gegeben, die belgische Antwort auf den enAischen Fragebogen zu übergeben. Diese schließt sich eng an die französischen Vorstellungen an, betont jedoch, daß Aach Beendigung des passi­ven Widerstandes und dem Aufhören aller Streikunterstützungen, sowie nach dem Aufhören des Widerstandes der Arbeiterschaft Belgien über die Sicherheiten beraten wM, die es von Deutsch­land verlangt. In diesem Falle könnte die belgi­sche Besetzung eingeschränkt und die Truppen auf eine minimale Stärke zurückgcsetzt werden.

ist gesperrt. Ueber Bensheim verkehren dir Züge Frankfurt-Darmstadt-Mannheim verkehren bis zu dieser Stunde noch ungehindert.

Dle Anregung öes Vapstes.

Verhandlungswille der Regierung.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 2. Juli.

Im Verlauf des gestrigen Abends batte Reichskanzler Dr. Cuno nochmals eine Unter­redung mit dem Nuntius Paccelli. Die heu- tigen Besprechungen zwischen Dr. Cuno und Paccelli, denen auch der Reichsaußenmmi- ster, der Finanzminister und mehrere Reffortchef« beiwohnen worden, sollen entscheidende Bedeu­tung haben. Sie drehen sich um die von Paccelli gewünschte Verurteilung der Sabotage-Akte.

Land eingedrungen, sie vertreiben unsere Volks- genoffen von Haus und Hof, mißhandeln, rauben und töten. Sie haben unser Land feit Jahren aufs ärgste ausgeplündert und mehr erbeutet, als ihnen etwa als Kriegsentschädigung zukom­men dürste. Sie sind so grausam, das dadurch entstandene Elend des deutschen Volkes endlo« zu verlängern. Folglich müffen wir als Deutsche uns wehren. Wären wir in einem formellen Kriege, dann wäre es Pflicht, dem Feinde so- viel wie möglich Schaden zuzufügen, um uns zu schützen. Da wir aber in einem formellen Frieden leben, so darf sich nur der Eroberer und Einbrecher erlauben, dem geschlagenen Volk so- viel wie möglich Schaden zuzufügen, ohne daß dieses sich wehren darf. Macht geht vor Recht'

K. F. D.

Frankfurt a. M. weiter an das Stadtgebiet hrr- angeschoben worden. Auf beiden Seiten des Mains werden die Posten allmählich in der Rich tung des Bahnhofsgebietes vorgeschoben. Der Frankfurter Hafen gilt als bedroht, ebenso die Bahn nach Darmstadt. Niederrod hinter Sachsenhausen ist von den Franzosen besetzt worden, die ein Kommando im Ort errichtet haben. Von Worms aus find gc*»rn kleine französische Truppenabteilnngen in Hofheim

»er französische Druck bleibt.

P a r i s, 5. Juli. (Privattelegramm.)Echo d« Paris" meldet: Ueber die Antwort Frank- re i ch s an England, die Donnerstag in Lon­don veröffentlicht werden soll, wird im Ministe­rium des Aeußern versichert, daß sie keine Ueberraschungen bringen wird. Sie wer­de keinerlei Abweichungen von denjenigen Richt­linien PoinrarSs bringen, die dieser erst am Freitag im Senat zur Ruhrfraae dargelegt habe. Tie R u h r a u s b c Ä t u n g für Reparatjons- zwecke würde «eine Abschwächung erfahren,

Drohungen in Essen.

Effen, 5. Juli. (Ptrivastelegramm.) Die Vor- Handlungen der Kruppschen Verwaltung und des Betriebsrates mit der ftanzösischen Be. ätzung des Werkes haben bisher zu keinem Er- gebnis geführt. Die Franzosen drohen für den

Aus dem Nuhrgeblet.

Schädigung in Milliarden-Snmmen.

(Eigene Drahtmeldring.)

Berlin, 5. Juli.

DieMorningpost" meldet aus Berlin, die deutsche Regierung habe die Gesamtver­luste der deutschen Wirtschaft durst den Ruhr­einbruch auf bisher zwölf Milliarden Goldmark beziffert. Herr von Rosenberg habe dem englischen Botschastssekretär eine Denk­schrift überreicht, deren Inhalt wie die Mor­ningpost schreibt erschütternde Zahlen für den inanziellen Absturz Deutschlands seit Januar >iefes Jahres enthalte. Nach einer Savas Meldung ist wegen der Duisburger Explosion im Einvernehmen mit dem belgischen Kriegsmiuister die Stadt Duisburg mit einer Geldbuße von dreißig Milliarden Mark belegt worden. Havas berichtet aus Aachen, in der Nacht zuu» 3. Juli habe eine aus »wei Mann bestehende Patrouille die Eifenbahnstrecke zwifchen Gre­venbroich und Capellen abgeschnstten. Als einer der beiden Soldaten in der Dunkel- hest einen Schatten bemerkte, gab er nach dem üblichen Anruf einen Schuß ab, durch den der andere Soldat getroffen und getötet wurde.

Eine Enttäuschung

Macht geht immer noch vor Recht.

Die Regierung vrvrieitt die EaSotage.

Berlin, 5. Juli. (P. 'va.!ele,ranun) Gestern waren Vertreter aller »rotzen Parteien beim Reichskanzler. Die Befprcchungen wur­den um 6 Uhr abgeschlossen. Wie verlautet, wird in allerkürzester Zeit, wahrscheinlich noch heute, eine Veröffentlichung der Reichsregierung erfolgen, die sich gegen die Fortsetzung der Sabotageakte im Ruhrgebiet richtet. Die Deutsch nationalen haben dem Kanzler ihn abweichende Stellungnahme bekundet.

Der Flüchtkingskommissar, Regierungsbaurat Hammann, begrüßt die Angekommenen im Namen des Kasseler Reichsbahnpräsidenten. Wenn Sie nicht wären, Sie, die Eisenbahner, sagte er, dann hätte Frankreich erreicht, was es wollte! Dann gelobte er, für sie zu feigen, ihnen zu erleichtern, ihr fchweres Los zu tragen. Schreiben Sie keine Fammerbrrese nachhaufe. Sie befolgen damit nur die Arbeit der Franzo­sen und verringern Ihre Verdienste. Allgemei­nes Bravo war die Zustimmung, und die Musik spielte das von den Vertriebenen lange nicht ge­hörte Lied , Deutschland über alles!" Geradezu onbödrtig wurde das Lied mitgefungen. Frauen sangen es unter Tränen,. Und die Männer reck­ten sich ans. Daun forderten sie eine andere Weise, die von den Franzosen (auch hier ists so) gehaßt wird. Die Musik willfahrte und. mit Be­geisterung stimmte alles ein, sang sich vom Her­zen herunter, was an Groll gegen den Urheber des Elends darin aufgespeichert ...

Draußen warten schon die Autos der Krast- fabrabteilung und der Schutzpolizei, um die Gäste, die in der Riederzwebrener Kaserne Not- auartiere für diese Rächt beziehen, dorthin zu bringen. Sie und ihrGepäck", den Armvoll

Im Speisesaal am entgegengesetzt liegenden Bahnsteig stehen die Kaffeetassen bereit. Und neben jeder duftiger Streuselkuchen. Die Kinder­augen erspähen die süße Beigabe zu allererst. Jetzt erst, nachdem alles sitzt, überkommt das Traurige des Ganzen den Beobachter. Mehr Kinder, mehr Frauen als Männer. Während die Damen vom Roten Kreuz, Beamte und Helstr mit Kaffee und Milch hin und her eilen alle haben ja Durst mitgebracht, ordnen die Frauen ihre Kinder. Nur eilte hat einen Sport­wagen mit, alle anderen Kleinen mußten auf dem Arm fortgetragen werden. Säuglinge von drei, vier Monaten sind viele dabei. Das jüngste Kind ist acht Tage alt ... und schon von der Heimat vertrieben! Es gibt in Deutschland noch immer Leute, sagt einer der Vertriebenen, der mir das arme Würmchen zeigt, die reden noch von Versöhnung ...!

Der erste Durst ist gestillt, Ruhe kommt über die Abgehetzten, die am Montag in ihren Heimat­dörfern hoch oben in der Eifel manche haben seither nie eine Stadt gesehen! im schönen Moseltal um Trier herum und bei Remagen, an­gesichts des Siebengebirges, den Ausweisunas- besehl erhielten. Am Dienstag früh wurden sie verladen", von den Franzosen bis Diez an der Lahn gefahren und dann abaesetzt. So, nun seht zu, wie ihr weiterkommt! Sie kamen weiter durch die scharfe Postensperre bis zu den Sam- melstellen. bt5 Gießen und nun nach Kassel!

Jetzt wird es auch um die Augen so man­cher Frau, so manches Mädchens feucht. Tränen kollern über die Wangen. .Es war zu viel auf einmal, was durchgemacht wurde. Ich mußte mich abweirden ..." Draußen spielt die Musik. Alte Volksweisen und Märsche, alte Armee- märsche. Die Männer treten den Takt auf der Stelle. O, sagte einer, ich habe in Kassel gebient!

Llm die EMenLe-AMwott.

Immer noch Meinungsverschiedenheiten.

(Eigener Drahtberichtä

London, 5. Juli.

Die LondonerTimes" melden: Lord Cur­zon empfing gestern den italienischen Botschafter. Ueber das Ergebnis der gestrigen Kabinettbera­tung wird noch strengstes Stillschweigen be­wahrt. Eine Reutcrnote begründet die Not­wendigkeit der Zurückhaltung damit, daß offenbar noch Meinungsverfchieden- h eit en zwifchen den Alliierten beständen. Von Paris werden weitere Informationen erwartet. Eine weitere Meldung bcfagt, Lord Curzon habe im gestrigen britischen Kabinettsrat das Ergeb­nis feiner Bcfprechungen mit dem französischen Botschafter vorgetragen. Wahrfcheinlich werde die Kabinettsberatung heute fortgefetzt. Lord Curzon wird meiere Unterredungen haben.

Bei dm Vertriebenen.

Ein Empfang von rheinländifchen Eisenbahnern.

Sestern mittag traf auf Bahnhof Oberstadt ein Tran«pc»t von mehreren hundert Elfen- bohnern mit Frauen und Äinterti ein.

Und wieder kamen mal Vertriebene. Wie nun schon so oft! Was uns in der Vorwoche über die Flüchtlingssürsorge auf dem Oberstadt- bahnhos mitgeteilt wurde, sahen wir gestern nach­mittag in der Praxis ... Beamte des Flücht­lingsdienstes, Helfer, schon Vorangekommene warten des Zuges, der vom Sammellager Gie­ßen kommt. Pünktlich fährt er ein. Die Wagen sind mit Grün belaubt. Hochrufe und Winken zu den Fenstern, Winken aus den Fenstern unL Lachen ... Heiterkeit des Unglücks!

Die Kapelle des Reiterregiments 16 (sie hat gestern die Kapelle des Jäger-Bat. unter Musik­direktor Haus Siebold und die Musikvereinigung der Schutzpolizei abgelöst, die sich beide bisher vcidient gemacht haben) spielt schneidig das elektrisierendeÖ Deutschland hoch in Ehren ...! Die Kinder, Ä-ie Mütter, die Männer, alle klet­tern hurtig aus den Wagen und umringen die Musik, ein paar Kinder fangen an und alles singt mit ... Einer der Eifenbahner a-es sind Eisenbahnarbeiter tritt an Musikmeister Ro­senberger heran, flüstert ihm etwas zu, ein be­jahendes Nicken, ein paar Rufe ringsum und das alte Lied, das herrliche,' braust über den rasch bevölkerten Bahnsteig:O du wunderschö­ner, deutscher Rhein". Und dann, in forte, das GelSbuis dazu:Wir halten fest und treu zu- emnnen!"

Alles singt, Katscht in die Hände und ruft ein über - n? andere mal: Brav»! Ein Lalcr- hat feinen Jüngsten auf dem Arm. Ganz dicht trägt er ihn heran: Sieh da, so sehen deutsche Soldaten ans!" Beinahe entschuldigend wendet er sich an die Umstehenden: Der Junge hat ja »och keine gesehen, nur immer Franzmänner!

Erweiterte Besetzung?

Die Franzosen tm Rhein-Main-Gebiet.

(Eigene Drahtmeldung.)

Karlsruhe, 5. Juli.

In den Rheinhäfen von Karlsruhe und Mannheim ist mit der Errichtung von Zoll, schranken begonnen worden. Im Mannheimer Hafen sind gestern m a r o 11 a n ir' » Trup pcn aus der Pfalz in der Stärke von drei Kom­pagnien eingctroffen. Französische Offiziere in Uniform sind im Auto gestern bis Bruchsal

Vormarsch am Main und an der Lahn.

Paris, 5. Juli. (Eigener Drahtbericht.) Der Kabincttsrat hat am Dienstag neben bei Antwort an England auch den Beschluß des LandeÄvertcidigungsrates auf Neusestsetzung der Grenze des Besatzungsgebigtes znr Erledigung gebracht. Man müsse mit eifern neuen Vorrücken der Besatzungsarmee in der Richtung des Mains und der Lahn rechnen.

Mau hatte wieder einmal zu viel gehofft, als man glaubte, der Pap st werde mit feinem jyrtebensbrief in ber Welt nachhaltigen fembrud machen unb vielleicht gar ben Anstoß einer Wendung zum Besseren geben. Es klang Nhr freundlich, was er zugunsten Deutschlands lagte, unb vor allem wurde es von uns warm empfunden, als er auf das französische Unrecht wenn auch in schonender Form, hinwies und die Räumung des Ruhrgebietes empfahl. Es hätte M einmal fein können, daß die Welt aufgehorcht als der Papst2 sprach. War seine mo­ralische Macht tm Kriege und auch noch jahrelang in der Nachkriegszeit von den weltlichen Mäch­ten mißachtet worden, so konnte er doch versuchen ob jetzt die Völker für die Stimme des Ober­hauptes der katholischen Kirche empfänglich wä­ren. Und so hoffte Deutschland schon auf eine, Wenn au^ schwache, Wirkung, da er sich in den Grundgedanken in Uebereinftimmung mit dem Standpunkte der deutschen Regierung befand. Man hofft so gerne, was man wünscht, aber ein t5 ehlschlag macht die Enttäuschung umso größer. Der Papstbrief war leider ein trehlichläg. Zwar stehen außer Deutschland auch England und Italien dem päpstlichen Schritt lympathisch gegenüber, aber Frankreich, das unversöhnliche, lehnt ab. Poiucarä hat die sried- lia^ Anregung zurückgewiesen. Er will keine Ein- >Ni,cyung, damit er in feiner Gewaltpolitik geaen- uaer Deutschland nicht behindert werde. Der franzoniche Vertreter beim Vatikan geht sogar fc teett Sem $at>ft zu sage" daß er itbe1- die Lage *n, insbesondere tm Ruhrgebiet,

iauch unterrichtet sei, und er komme nun zu ihm E 'hn aufzuklären. Die französischeAustlä- ruM kennen wir ja zur Genüge.

War dieses französische Manöver zu ertoat- len, so hatte man nicht geglaubt, daß der Paifft s e Cri.njBussen ließe. Aber leider ist auch das geschehen. Kreise, die dem Vatikan fldh bie gekränkten Franzo- len zu beschwichtigen und geben dem Papstbrie»' e-n-neu- Auslegung. Der Papst habe nicht be­absichtigt, die Besetzung des Ruhrgebiets zu ver- '^etten. Er habe auch nicht beabsichtigt, den Massiven Widerstand zu verurteilen. Er habe nur bu feindliche^ Völker ermuntern wollen, einen Weg ber Verständigung zu suchen. Die edle Ab- ,lcht soll UNuurwlinden anerkannt werden aber Wert hat sie erfahrungsgemäß sl£$'cns»? verständlich, daß der Papst keines der Volker verletzen will, denn ihm stehen die Katholiken ebenso nahe' wie die deutschen, und er mochte dort wie hier nur Svm- das richtig war, muß der Mn r^i5rh9mmb?I^crI3.ufia vergeblich zu suchen o Franzosen nützt kein

gütiges Zureden, denn sie baden die Macht Ä}btfkdd! föafft sich das Reckt, das ihr ? El i eb t. Also gibt es fein wirkliches Recht in bei Seit, alles Recht ist nur relativ , Aber muß sich auch der Papst diesem sckwan- kenden Rechtsbegrisf beugen? Er will keinem errerfennt" ffrtaT>c treten, sondern er erkennt das Recht Beider an: auf der einen SE'te die militärische Besetzung, auf der andern Steden baffteen Widerstand. Und doch müßte von ferner höheren Warte aus sagen, daß nur auf einer Seite das Recht sein kann ^turellen Begriffen fft ein mili- tan .rfurU eher fall auf ein wehrlofeS Volk fck Semetntr Rechtsbruch und

tue dabei von den Truppen und ihren Gerichten begangenen Schandtaten sind Verbrecken

natürlich auch Papst P,us der Elfte fahr gut und er hätte den Fran- s"?en müssen, daß sie ein furchtbares Un- nln»f°rtgefe$ter SBeife begehen, das sie schleu- müßten. Aber er sagt htof+r*' f beugt sich diplomatisch vor der

eni-Mi« M«

,,, im Vattkan scheint größer

zu fein als der deutsche. Jedenfalls bat sich in

ber Wind aedreht. denn jetzt S-a-n Deuffchland geriet ceffi Nuntius in München. Vac-

ffan^w» £ tm Auftrage des Da-

» tLcf>e Regiening zu veranlassen, :

P* _be-f a boiagcefte tm besetzten Ge- c r 5 ö t e n soll. Die Reichsregieruna ver- urtetlt Gewaltakte ebenso sehr Ivie der Papst aber sie wird bedauerkicherweffe nicht in der Lage Lin; verhüten, denn die deutsche Poli.iei der Lw ben Feinden entfernt worden. Mit der Sabotage ist es eine eigene Sache. Die Ver° ffümrn^j^2 fo^ Deuffcher keine Zer- a.iricht-n und insbesondere keine Men- bt5n erstens wird es von *.n»\^k^fr8r33e^6re(^n "usgclegt und zwei- i an? verhangen sie Vergeltungsmaßnahmen über ' eine unschuldige- Bevölkerung. Das Gefühl fegt: die Feinbe-Lnd. rechtswidrig in deutsches

Die Besprechungen beim Reichskanzler werden yeute beendet. Es sind auch SBetiieut W Ja £