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Anruhen. Teuerung und Kursschwankungen

Karlsruhe, 23. Juni.

London, 23. Juni.

vor. Es sind lediglich folgende Tatsachen *n re­gistrieren: Der deutsche Botschafter war gestern bei Lord Curzon. Sein Besuch hat, der „Times" zuMlge, fast eine Stunde gedauert. Das Kabinett hat wieder zwei Sitzungen abgehalten. Baldwin hat Donnerstag mittag die englischen Bischöfe empfangen, die ihm Bitten hinsichtlich des allgemeinen Bölkerfriedens unter­breiteten. — Bei LloydS stehen die Wetten für Verhandlungen zwischen Deutschland und Frankreich wieder ungünstig, am Freitag wurde gewettet für Verhandlung Zum 1. Juni 13

Verschärfung der Gewalt.

Die Franzosen dehnen dir Besetzung aus. tPrivat-TelegraMM.)

Roch feine Entscheidung in Aussicht. (Eigene Trahtmeldung.)

Wettere KursfchwaakMgm.

Die Wirkung ter Devisenschwaufungen.

lBrivat-Telearamm)

Berlin, 23. Juni.

Die neue Devisenordnung, die den Handel nur mit amtlich notierten aus­ländischen Zahlungsmitteln zulästt und das Devisengeschäft an Börsenruheiagenver- bietet, wurde gestern abend so fpäi bekannt, daß sie eine sichtbare Einwirkung auf den Dal- larstand vom gestrigen Tage noch nicht haben konnte. Die angedrohten Strafen bis zu drei Jahren Gefängnis werden in Börfenkreisen als austerordentlich hoch bezeichnet. Gestern abend zeigte sich im freien Börsenverkehr eine graste Un- icherheit der berufsmäßigen Spekulation. Die hohen Tageskurse der Effekten konnten sich nicht halten. Selbst die begehrten Schwerpapicre zeig­ten im Abendverkehr sprunghafte Schwankungen zwischen Lehn, bis fLnszigtuuseud Prozent.

Aus Ser Jfaiz und dem ©aargebiet.

Ludwigshafen, 23. Juni. (Pcivattelc- 6ramm.) Aus Kaiserslautern wird ge­meldet, datz gestern die Postsperre mit dem un­besetzten Deutschland eingctreten ist. Die Bc- atzung der Ludwigshafen er und Pirma- e n s e r Fabriken ist, nachdem ein Teil der Ma­schinen abtrausportiert worden ist, wieder auf- gegeben worden. lieber die Rheinbrüüe bei Lud­wigshafen sind gestern fünfzehn Deutsche ausgewiesen und aus dem Saarstaat in da§ rechtsrheinische Deutschland abgeschobrrl worden.

Französische 3täub?ref.

Dortmunv,23. Juni. (Privattelegrmnm.) Die Franzosen haben gestern auf dem Haupt­bahnhof wieder sechs Waggon mit Lebens­mitteln beschlagnahmt. Ein Teil von ihnen Mhörte dem internationalen Roten Kreuz. Heber die Freigabe schweben Verhandlungen.

Lwmhen und Teuerung.

Kommunistische Ausschreitungen im Ruhrgebiet. (Pri vat-Telegramm)

Esten, 23. Juni.

Mit Altenessen war gestern abend jede Verbindung unterbrochen. Es verlautet, daß Kommunisten in das Rathaus einge­drungen sind. — In Gelsenkirchen Zeigten sich im Bahnhofsviertel gestern wieder bewaff- nete Kommuniftenbanden, die mit Ausver­käufen in den Läden begannen. Tie Polizei ist zu schwach, um diesen Banden erfolgreichen Widerstand zu leisten. Im ganzen Ruhrgebiet zeigt sich infolge der furchtbaren Erhöhung aller Preise eine neue Nnruhebewegung. Bei Mülheim besetzten die Kommunisten gestern abend wieder zwei Zechen-Anlagen.

in Stettin ausgenommen, um sie n a ch R e v a l zu bringen. Es sind ausschließlich für Reval bestimmte Kinder. Die Ferieneltern müssen ihre. Schützlinge zur bestimmten Stunde im Schwär- zenhäupberhause abholen. Einige Stunden spä­ter am selben Tape wird der Dampfer „Schle- fiett* weitere fünfzig Kinder nach Re­val bringen. Diese Fünfzig sind Mr das grüne Küsteustäd-tlein H a p s a l bestimmt und Mr die umlrünzenden Inseln. Die kleine Gesellschaft kann am gleichen Tage die Weiterfahrt nicht machen, deshalb nehmen Revaler Familien sie als „eintägige" Pflegeltern in treue Hut. Rach! genau ausgearbeitetem Plan müssen die Kinder em Montag den 18, Juni um zwölf Uhr im Tchwarzenhäuvterhaese wieder crbgeliefert wer­den. Dann geht die Fahrt weiter an die Stiften« spitze Hapsal, wo sie am Spätnachmittag eintref­fen werden. Der Vorstand des Verbandes deut­scher Vereine bat alle Gebemunteren, die Kinder mit Naschwerk auf der Durchreise und bei ter.' Ankunft zu erfreuen. Hier ist die Ankunft der Kinder den Familien gemeldet worden. Ein rüh. rendes Hasten, Vorbereiten in vielen Häusern. „Was fetzen wir ihnen zuerst vor? Wodurch fnng man sie am meisten erfreuen?" So fragen die. Erwachsenen, während die Jugend ganz im Stillen eigene Vläne zum Empfang ausavbeitet. Das halbe Städtchen, Groß und Klein, wird ich zur Ankunftszeit einfachen. Auch Neugie- :tge befinden sich darunter. Verbreitet wird, daß der erste Trupp in der NehrZabl Knabe» bringen werde. Diese Zeilen sollen nut' Deutschland hinüber flattern und

den Eltern Beruhigung geben.

DrWsche Frrtenklnöer

Aufenthalt in Estland.

68 ift eilt schSne« Zeichen des Mitgefühls, da» die bcsetfdjen LaudSlevte in den neutralen tSrenzlSoderr» es ermöglicht haben, datz Kinder au« den» bedrängten Deutschland in ruhigeren und gesegnetere« Gegenden für einige Wochen Nch kräftigen kSuncn. Hebe» zwei Transporte »ach Estland schreibt man «nl, Nachfolgende« r

Hapsal in Estland, Mitte Juni.

„Unsere lieben, lang erwarteten Ferienkinder aus Deutschland fomrnen," so jauchzte in diesen Tagen mancher Mund.. Die Kunde trägt sich von Einem zum Anderen und es ist eine fröh­liche Spannung dabei. Endlich darf man hof­fen, hat die schöne Gewißheit, daß aus dem Hilfswerk auch wirklich etwas wird. Es wollten sich fa in letzter Stunde böse Heurmungen und Widevwärti gleiten dazwischen drängen. Und wir hier in unserer stillen Welt hatten um die Aus­führung verborgene Sorgen getragen. Baltische Zeitungen künden die Ankunft Mr den übernäch-. sten Tag in lebhaftem Rahmen an. Damit cs auch nicht übersehen wirb, melden sie es zweimal an auffallender Stelle. Der erste Transport trifft am Sonntag den 17 Juni um zwölf Uhr mit­tags ein. Der hübsche und behagliche estnische Dampfer „Thorsten" hat die

Schar von fünfzig Fericnkindcrn

gen, ohne damit die Mark zu entwerten. Die Versuche beginnen reichlich spät. Bei besserem Kursstand wäre die komplizierte Aufgabe leichter zu lösen gewesen, aber schließlich heißt es auch dabei, „bester spät als niemals". K.F.D.

VerfuchS-KamiM

Das deutsche Problem.

w i e die Anpassung geschehen soll. Man hat als Maßstab die Goldmark, den Friedensnominal­lohn, den Friedensreallohn, den Großhandels­index vorzeichlagen, auch die gteitenoe Lohnskala, d'e man früher schon als undurchMbrbar fallen ließ, taucht wieder auf. Die wirtschaftlichen Or­ganisationen haben sich jetzt mit diesen Fragen be­faßt und wollen auch mit der Regierung über eine gesetzliche Festlegung verhandeln. Der Reichsfinanzminister hat gebeten, die Bespre­chungen noch einige Tage zu verschieben, bis man die Wirkung der Markstützungsaktion sehe. Die Fragen sind von größter Tragweite, denn

Dortmund, 23. Juni.

lieber die Vorgänge in Recklinghausen (siehe zweite Sette) wird noch gemeldet, daß die Fran­zosen eine große Anzahl Verhaftungen vorgenomen haben. ES verlautet, daß bei der Schießerei gestern abend noch zwei Deut­sche erschossen worden sind. Ter gesamte Verkehr in Recklinghausen ruht. Bereits gestern abend zeigte sich großer L e b e n s m i t - telmangel. — Fn Schernebeck entstand zwischen einem deutschen Kriminalbeamten und drei belgischen Soldaten ein Streit, weil der deutsche Beamte in einer Wirtschaft Feierabend geboten hatte. Dix Belgier verfolgten den Beamten und feuerten blindlings hinter ihm her. Hierbei trafen sic den Vorarbeiter einer Zeche. Die Kugel drang dem alten Manne in den Kopf. Der Schwerverletzte wurde in das Kmrppschaftskrankcnhaus zu Recklinghausen ge­bracht, wo er gestern abend gestorben ist.

Stnnlofe Schießest.

Neue Ausschreitungen der Franzosen u. Belgier. lPrivat-Telearamm.)

zupaffen, besteht Iwrichen Arbeitgebern und Ar- Neue Mitteilungen über den Stand der Ver- leitr.climern kein Streit, wohl aber darüber, Handlungen über die deutsche Note liegen nickt

Für bas besetzte Gebtet.

Versorgung mit Lebensmitteln.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 23. Juni.

Beim Reichskanzler sind heute früh eine An­zahl Parlamentarier, besonders aus dem be­setzten Gebiet, wieder versammelt. Die Aussprache mit dem Kanzler betrifft die sehr ernst gewordene Lage der Lebensmittel­versorgung des besetzten Gebietes. Auch der Reichsminister für Ernährung und Landwirt­schaft. Dr. Luther, wohnte den Besprechungen bei. — Tie Reichsbahn-Verwaltung hat, nm den französischen Versiich der Lebensmittel- absperrung im Ruhrgebiet zu begegnen, die Z u - fuhr von Lebensmitteln nach dem Einbruchs- gcbiet neu organisiert. Ein dichtes Sy­stem von ringförmig liegenden Zufuhrbahnhösen im unbesetzten Gebiet an der Grenze des Ein­bruchsgebietes hat die verstärkte ZuMhr von Le­bensrnitteln übernommen, die von diesen Bahn­höfen aus durch Lastautos und andere Be­förderungsmittel weitertransportiert werden.

Belgiens Kabinettskrise.

Roch immer keine neue Regier««-;.

(eigener Druhtbericbt.1

Brüssel, 23. Juni.

Wen 5er Franzosen und Belgier im Ruhr- gewet das noch heute und wer weiß wie lanoe stoch fortgesetzt wird, gehört zum Schlimmsten, was ein Kulturvolk je erleiden mußte. Die tie- riiche,Gewalt und brutale Willkür sollen die Mit- tel lein, den Forderungen der französischen Ra­tionalisten zum Siege zu verhelfen. Obwohl Frankreichs Alliierte zur Mäßigung raten, hält tue französische Regierung an ihren Vernich­tung--aosichten fest. Deutschland soll ausgepreßt und zermürbt werden. Aus welchen krummen Wegen dabei vorgegangen wird, mußten wir ja m den letzten Tagen erst wieder erfahren, als die rxranzo,en den deutschen Markkurs ° V1 . J? ™!t Markbeträgen, die sie im Ruhr­gebiet gestohlen und geraubt haben! Daß da- auch der Franken leidet, kümmert sie zu- uachjt wenig, zumal dieser Rückgang nur gering, nigtg im SSergfeid) zum Marksturz' war. Recht fweiselhast war demgegenüber die Haltung "al"uds und selbst Amerikas, die bei der Morkenttvertung mitbnlfen. Angeblich will ^esen beiden Ländern den Zweck ver- wlgt haben, den Franzosen zu zeigen, wohin die Pari, er Pokittk fuhrt. Poincarö und Ge­nossen sollten warnend darauf hingsviesen wer- dcn, daß bei einem wirtschaftlichen Zusammen- bruch .rcutfchlands keine Reparationen an gezahlt werden könnten. Sollte dies w irklich Englands und Amerikas Absicht gewesen sein, so wäre das Verfahren höchst töricht ge- wesen, da man m London und Washington e$. Frankreich nicht in erster Linie auf die Reparationszahlungen ankommt, sondern daß es die Beseitigung des deutschen Mderstan- bes versucht, worauf im Falle des Gelingens die politische Unterdrückung und wirtschaftliche Aus­beutung automatisch folgen würden.

Diesen Angriffen gegenüber ist Deutsch­land zum Widerstand auf jede mögliche Art gezwungen. Gegenwärtig wird noch ver- .di ar k?u stützen. Regierung und Wirtschaftskreife fuhren taoüto in Bersin Bera- t’.mgen, als deren Ergebnis scharfe Maßnahmen cngehinbtgt worden sind, die sich allerdings nicht Uebels, sondern nur gegen ist erklärlich denn gegen ine ausländischen Börsen kann nichts un- ternommen werden, daher müssen sich Deviftn- bandelskontrolle und etwaige Verbote auf die in- lanDischen Spekulanten beschränken. Die Wirkung bleibt abzuwarten. Eine durchgreifende Besse­rung kann einzig und allein dadurch eintreten.

<w^'Cxe un§ genommen wird.

bie ^anzösische Gewaltpolittk andauert aroße Summen gerar-b- 1er Mark aus den Markt wirft, kann die Stützung an den deutschen Börsen nur vorübergebend ii-irfiatn fein. Gelingt es der deirtfchen Regi-- ™tirr«n .Geldentwertung jetzt {um 5" &r,r,ffcn- f« könnte damit er- relcht werden, daß ar-ch der T eu eru n a Ei n- b a lt getan wrirde. Das wäre schon ein sehr zu begrüßender Fortschritt.

ba- andere Problem, die A.geständig leit der Löhne, erleich- Herrscht darüber noch awße UEarheit. lieber die Notwendigfeit, das Arbeitseinkommen der jeweiligen Neuerung an- zupassen, besteht Zwischen Arbeitgebern und Ar-

Der „Soir" meldet, daß mit der Bildung des Kabinetts vor Anfang nächster Woche nicht zu rechnen ist. In unterrichteten Kreisen wird er­klärt, daß Theunis bereit fei, eine Mehrheit zu­stande ;u bringen. Man denke jetzt auch an die Schaffung zweierUniverfitätenin Gent einer vlämifchen und einer walloni­schen, wogegen man die Militärdienst- zrit auf ein Jahr verkürzen will. Letzteres fei aber, wie erklärt wird, nur dann möglich, wenn die Besetzung des Ruhrgebiets zu einem er fvlgreichcn Abschluß geführt werde.

Das Besatzungsgebiet von Kehl bei Straß­burg ist am Donnerstag erweitert worden. Bodersweier und Kork, letzteres an der Bahn­linie nach Appenweier, sind besetzt worden. Beide Orte lagen bisher außerhalb des Brückenkopfes Kehl. — In Offenburg (Baden) sind gestern aus Srraßburg 650 Zollbeamte an gekom­men. Alle Schulen sind von ihnen belegt. Fran- zbsischr K.rvaklceie ist Mlich <rou Ofsewbu-g bis Nrederfchopft-erm vorgestoßen. — Im Mannheimer Hasen ist eine Weitung sran- zöfisck^r Genietruppen eingetrosfen Die Desatzungsbehörde beschlagnahmte zu ihrer Un­terbringung mehrere Lagerhäuser. Auf dem Neckar sind französifche Polizeiboote ge­stern wieder biö Heidelberg gefahren. Im be­setzten Rheinhafen ist jetzt mit der Errichtung von Zollschranken begonnen worden.

die ihre Kinder zum erftemnale in die große Fremde schicken. Im deutschen Lande sollen es alle wissen, daß hier mitfühlende Men'- chen leben, die mit Deutschlands Rot trauern, , die an unschuldig leidenden Kindern gut machen wollen, was Völkerstreit und Dölkerbaß gefün# digt haben. Still brennt in vielen Herzen die - frohe Zuversicht, daß ihr armes, kleines Hilfs- : werk zur Lawine heranwachsen und Segen and» : streuen ntöae. Beglückt haben es viele auch im ' baltischen Lande ausgenommen, daß nun end- ’ lich Lettland seinen Widerstand aufgegeben hat und die Einreise der reichsdeutschcn Kinder er­lauben wird. Während man in der grünen,, meerumrcmschten heiteren Kleiuftadt feie" liebem Gäste herbeisebrite, schwammen sie noch auf der Ostsee, haben das große Wundern gelernt und sind voll der neuen Eindrücke. Wie werden sie staunen, wenn sie durch das alte, halb mittel­alterliche treue Reval wandern, wo manches seltsame alte Giebelhaus fein runzeliges Gesicht zeigt mit Fensterscheiben, die gleich blinzelnden Aenglein darin sitzen, mit Toren und Türen und. Pforten, die in Großmutters Märchenreich Mh- ren und hundert Geheimniffe verschließen mögen.; Wie werden sie staunen über die leckeren Ans» lagen an Weißbrot. Kuchen, an Wurst und Fleischwaren, die von jetzt an keine Sehenswür­digkeiten sein sollen. Und sie werden

viel Güte und Liebe erfahren.

Die werden die aufmerksamen Ohren dem eigen, artig hart und rudernd klingenden Deutsch der Balten lauschen, in das hinein das muntere Le­ben des Tages die russische^ rollenden, zischen­den, ost etwas polternden Worte der Vorüber­gehenden wirbeln! Oder der leise singenden, ker­nigen. sprudelnden Sprache der Esten! Sie wer­den trenn in hübschen, sauberen, so wundervoll geräumigen Eisenbahnwagen sitzen, die in be­haglicher Gemütlichkeit durch das dörfcrlose. von Birken «mb Weiden und Kiefern bestandene Land rollen. Da lugt bald ein fröhliches Fleckchen aus der EintSnigkeit: Rönnen, der Sommerassfluss- ort Revaler Familien, mit gelb und grau au-

T-uere Kodier,.

Berlin, 23. Juni. (Privattelegramm.) Die gestern den Bergarbeitern bewilligten neu­en Lohnerhöhungen werden eine noch­malige Erhöhung der Kohlenpreise um etwa ein Drittel notwendig machen. Auch diese Erhöhnng wird nur von kurzer Tauer fein und durch eine noch gewaltigere Erhöhung abgelöst werden, weil inzwischen eine neue Lohn­bewegung im Gange ist. Die radikalen Bergar­beiter fordern eine Verzehnfachung aller Löhne.

Llm die Antwortnote.

, vur die politischen Doktoren innerhalb und Uißerhalo der Reichsarenzen ist das kranke veutschland ein interessanter Fall. Es bie- >t Gelegenheit, vielerlei Methoden daran aus- «uprobieren, zu sehen, wieviel der Patient aus- falten kann und wie die angewandten Mittel virken. Die Zahl der operativen Eingriffe, der ilrzneten und Pflästerchen, die seit vierundein-

EN "n dem geschwächten Staats- und w« yromer «.lagroene, nenn

beut1<^n Republik versucht wor- mit der Lohnseftfetzung hängt die Preisgestal- t VtCJe"9r°6 unb eS Mieten sich an- tung und auch die staatliche Finanzpolitik zu- "?ch wettere ungeahnte Möglichkeiten fammen. Es handelt sich letzten Eudes darum, ^L,btn der Pollttk, Wirtschaft und vermehrte Geldmittel in den Umlauf zu brin-

fiultur. Enchrvert wird der Fall leider dadurch — -- - - ' 8 -

die A e rzt c nicht einig in ihren nouchten sind Während die eine Gruppe die geilung und Gesundung erstrebt, geht die andere Gruppe auf langsame Tötung aus. Dabei ist es Amr>er, daß der Patient von Tag zu Lag schwacher wird. Leider hat die zweit- tenannle Gruppe noch die Oberhand, und es wdars der größten Anstrengung der Andern, Zr. ^gegen zu arbeiten. Wird die Heilung schließlich doch gelingen? Die Zähigkeit, der ge- sunde Kern und der Wille des deutschen Volkes zum Weitcrbe stehen als geeintes Reich geben Grund zu der Zuversicht, datz alle Qualen rberstani«n werden, bis die Wiedergene- > Wtta emtntt. Am deutschen Geist werden die ^^''^""llsinethoden zuschanden werden

Was beionders im abgelaufenen halben Jahre w's t-eutschland eingeftürmt ist, die Fülle der tangfahernng und Demütigung durch den lkunercn F'i»d m.- - su für^te^lichste Pernimr-m eines wehr.osett Volles.' »aa 'SÜnüfik»0?#»«

Nrrnrnrer 144

Einzelnummer 200 Mk.

Sonntag, 24. Znnr 1923.

13. Jahrgang

Einzelnummer 200 Mk.

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