Hessische Abendzeitung
Nummer 132
Einzelnummer 200 Mk.
Sonntag, 10. Sunt 1923,
13. Jahrgang
Einzelnummer 200 Mk.
Neue Llnmhen in West und Ost
Aussprache der QHiHerttn.
.)
iS
z
kam es nm frühe» Morgen -u einem Zukarn - menstost zwischen Polizei und bewaffneten Kommunifen; vier derselben wurden verletzt.
nng der Franzosen nicht mehr vorhanden, und der Sicherheitsdienst der Kruppwerke erweist sich diesen Banden gegenüber als machtlos.
hat bereits begonnen. Man erwartet hier, daß man bald zu einer allgemeinen Aussprache mit den übrigen Alliierten komme, toe»n nicht eine belgisch französische Separatnvie vorgezogen werde. Die allgemeine Aussprache mit den Alliierten soll sich zunächst mit der Frage des passiven Widerstandes befassen.
Der Streik in Oberschlesien Lohnforderung der Kommunisten. (Privat-Telegrarnm)
Verzögerung der Antwort.
Paris, 9. Juni. (Eigene Drahtmcldung.) Im französischen Auswärtigen Amt erklärt man, noch nickt sagen zu können, in welcher Form aw die deutsche Note reagiert werde. Die Rote werde jedenfalls beantwortet. Man beruft sich aus die bindenden Beschlüsse dr Brüfleler Konferenz und erklärt, daß die Antwortno re, nachdem Deutschland drei Wochen auf sich habe warten lassen, n i ch t s e h r dr i n g e n d sei. DaZ „6Än> de Paris" fdrreiM: Die Regierung möge wenigstens bis zum Hochsommer (!) die deutsche Note beantworten.
Betri ehe stiklgelegt. Die Streikleitung behauptet, daß heute der Generalstreik beginnen soll. Die „Tagespost" erführt, daß eine große Anzahl Berliner Bolfchcwistenführer gestern auf den« Wege nach Oberschlesien durch Breslau gekommen ist. Unter ihnen soll sich auch der russische Agitator Radek befunden haben.
aniertten6pretfe-.*)ß(n6itmlf4s Auftrage: Die einspaltige »nzeisenzetle söo Mark, F«mt. NemmchtichUn di, geil, 282 Wart, die einspaltige ReNam-z-ile !0to Mark b) Au«warttge auf- trage: Tie einspaltige Änzeigenzeile 3,0 Mark die einspaltige Reklamezeile 1000 Mark, alles ein- schließlich LeuerungSjnschlag und Änzeigensteuer. Kür Anreigen mit desonderS schwierigem Satz hundert Prozent «usschlag zur die oitchtigkeli aller durch z«rn!pr,ch-r auf,eg,dunen an. jelgen, sowie für Auftiahmesatm UNS Plätze kann eine Bewahr nicht übernommen werden Drallere«: Tchlachtgyfllraß, 21/30, «efchäftsstelleKölnische Strafte ö, Telephon Nr. 9äl und 352
Lim das deutsche Angebot.
Dio feindliche Besetzung bleibt.
(Eigener Lrahtbericht.)
Tie SeffeU* Neuesten Nachrichten erscheinen wöchentlich techsmal und zwar abend«, Ter Äbonnemenispreis beträgt monatlich «00 Mark bei freier ZuNellnnz ins ft au 3 in der Beschastsstelle abgehalt «500 Mark monatlich. Bestellungen werben jeder,«II entaeaen. genommetu Btrlag un° R.duttion: -chlachil o stigtz- 28/30. Fernsprecher Nummer 361 unb nur unoerlangt eingesandte Beitrage kann die Slebattton eine Gerant- reortun, ober Bewähr »n keinem Falle übernehmen, Auszahlung des Bungsoelde« oder Ansprüche wegen etwaiger nicht ordnungsmäßiger Lieferung ausgeschlossen.
falls nicht auf einen raschen Erfolg rechnen kön- nen, sagt uns schon die Entwicklung an den Börsen aller Länder, wo man für die deutsche Mark schlecht gestimmt ist. Die Devisenkurse sieben auf dem gleichen Stand wie vor einer Woche. Oder mutz mau es schon als günstig msehen, wenn die Mark nicht noch schlechter wird? Die Ungewißheit unsrer Lage lvird vorläufig bestehen bleiben, weil Frankreich die Entcheidung zu verzögern sucht, um unfern Widerstand im Ruhrgebiet zu schwächen. Dieses Ziel muß aber unter allen Umstünden zunichte gemacht werden, denn der passive Widerstand des deut- scken Volkes ist die einzige Waffe, die wir noch haben. Mag kommen, was da will, die Flinte darf nicht wieder inS Korn geworfen werden!
K. F. v.
Nauvgrfindeü.
Duisburg, 9. Juni. (Privattelegramm.) Die Kruppschen Werke am Erns-Kanal. die seit dem Ruhreinbruch ohne jeden Schutz sind, werden seit der Kommunistenzeit von nach Tauenden zählenden Plünderern heimge. ucht. In der Nacht zum Freitag fand ein neuer Fiündcrungtzzug von nach Tausenden zählenden Personen statt. Die großen Träger und Kräne am Kanal wurden fachgemäß abgebaut und fortgeschafst. Der Schaden beträgt Mil-
Ä Anarchie im Westen.
Kaufleute durch Plünderung ruiniert.
(Privat-Telegramm)
Gelsenkirchen, 9. Juni.
In der gestrigen Stadtverordncten-Sitzung teilte der Oberbürgermeister mit, daß durch die Borgänge der Gelsenkirchener Schreckenswoche zwanzig Milliarden Mark Schaden verursacht worden seien. Die Plündernu, gen auf dem Markt und in den Geschäften hätten alles überstiegen, was man sich denken könne. Einige Geschäfte seien bis zum letzten Knopf entblößt worden. Der Oberbürgermeister griff darln heftig die sozialistischen Kontrollaus- s rh ü s s e an, daß sie mehr als zwei- bis dreitausend Kaufleute ruiniert Hüften, indem sie Preise festsetzten, die fast um die Hälfte unter dem Erzeugerpreise lagen. (!)
Paris, 9. Juch. (Eigene Drabtmsldung. Der Meinungsaustausch zwischen Pari und Brüssel über das neue deutsche Memorandum
2n Voknisch-Oberfchirflrn.
G l e i w i tz, y. Juni. (Ptivattclcgramm.) Aus KSnigSHLtte lPolcn) wird gemeldet: .Hier ist es verschiedentlich zu kommiinistifchen Unruhen gekommen. Die polnische Polizei hat daraufhin sämtliche R u f s e n im Industriegebiet festgenommen und sie in der letzten Nacht über die Grenze gebracht. Unter ihnen sollen mehrere hundert Bolschewisten oewe- sen sein. Im sonstigen voluisch-oberfcklcsischen Revier herrscht Ruhe und wird gearbeitet.
Breslau, 9. Juni.
AuS Obcrfchlesien wird gemeldet: Der Streik greift weiter um sich. Etwa elstausend Arbeiter strhen im Ausstande, darunter die gesamte Belegschaft der oberschlcsifchen Eisenbahnbedarfs- Attiengesellschast in Hindenburg. Der Durch- chniftslohn eines ledigen Arbeiters ist von 25 000 auf 29 000 Mark pro Schicht erhöht worden, die
kommunistische Streikleitung verlangt aber eine Verdoppelung, was einem Monatseinkommen von rund zwei Millionen Mark entsprechen würde. Die bergbaulichen Kreise erftä- ren, dazu nicht in der Lage zu fein.
Treu zum Rheinland.
BesPrerlMng im Preußischen Landtag.
Berlin, 9. Juni.
Mn gestrigen Landtag wurde ausführlich die Lage im Rheinlande besprochen. Ministerprä-- fcent Braun weist zunächst auf die schweren Bedrüchmgen und Lasten des Diktats von Versailles hin, die sich zu einer systematischen Quälerei besonders auch des rheinischen Volkes entwickelt haben. Was seil dem Beginn des Ruhreinbruchs, so fährt der Redner fort, vor sich geht, hat mit aller Klarheit die macht- politischen und annexiomstischen Pläne Frankreichs offenbart. Die unerhörten Brutalitäten einem wehrlosen Volk gegenüber finden kaum ihresgleichen in der Geschichte der Kulturvölker. Ter rheinischen Bevölkerung gebührt'der unauslöschliche Dank aller Volksgenossen; für sie einzutreten und Opfer zu bringen, mutz eine Ehrenpflicht des ganzen Volkes fein. Die brutalen Kolonialmethoden der stan- zösischen Gewalthaber werden die Rheinländer in ihrem
Widerstande gegen franz. Eroberungspläne nicht erschüttern. Alle jene Pläne, das Rheinland zu neutralisieren, sind Rechnungen, die ohne den Wirt, d. h. ohne die rheinische Bevölkenmg gemacht werden. Eine blutigere Verhöhnung des Grundsatzes von dem Selbstbestimmungsrecht der Völker ist kaum denkbar! Wie dcr Reichsminister am 16. April im Reichstag treffend ausgeführt hat, so erkläre auch ich heute für die preußische Regierung, daß eine Ausgabe der Rheinlande nie und nimmer in Frage kommt. Auch der Gedanke, daß das Rheinland und seine Bewohner ein Handelsobjekt werden können, kann für die preußische wie für die Reichsregierung nie Gegenstand der Erwäguusten sein. Hände weg vom
tim Sen passiven Widerstand.
Paris, 9. Juni. (Eigene Drahtmeldung.) Die Senatskommission für auswärtige Ange lcgenheiten hat gestern einen Bericht Poin- rares über die Kredite für das Ruhrgebiet entgegengenommen. Poincare sprach dabei über die deutsche Note und erflärte, daß die belgische und die französische Regierung darüber einig wären, die bcutfdjtn Vorschläge nicht zuprü- en, wenn nickt die vollkommen und endgültige Einstellung des passiven Widerstandes im Ruhrgebiet vorausgegangen wäre.
Paris, 8. Juni.
Dcr „Temps" berichtet: Auf Anfrage der itn. lienifchen Regierung ist diese von den französisch-belgischen Entscheidungen offiziell benachrichtigt worden. Danach soll k e i n c P r ü f u n g der deutschen Borsckssägc eintreten, wenn nicht zuerst die Bereitwilligkeit Deutschlands zur Einstellung des passivenWiderstandes vor liegt. Ueber die Garantie sagt dcr offiziZfe „TrrnpS": Die deutsche Regierung kann im u n - besetzten Teil Deutschlands alles tun, um etc Einnahmen zu erzielen, die sie für die Bezahlung der Reparationen aufzuwendeu gedenkt. Tie Alliierten sind verpflichtet, das besetzte Ge» Siet besetzt zu halten und dort die gleichet, Einnahmen zu schäften und einzuziehen.
Belgien wie Frankreich.
Brüssel, 9. Juni. (Eigene Drahtmeldung.) Roch gestern abend bat der englische Bvtfchaw - in Brüssel den Ministerpräsidenten Theunis ausgesucht, der auch gestern abend nach einer raschen Priiftmg des deutschen S >lckes s» damit einverstanden erklärte, daß ein Meß- uungsaustausch beginnt, daß aber Belgien auf seiner Forderung „ach Einstellung des p a s- iven Widersta ndeS an der Ruhr nicht ver. zichten könne. Sollte diese Frage nickst zufriedenstellend gelöst werden, müsse Belgien die neuen deutschen Borfchlagc ablehnrn.
wenn sie guten Willens sind, zur (Grundlage Genommen werden müssen, da sie nicht nur staatliche, sondern auch private Sicherheiten bie'en. Die staatliche Garantie besteht in dem Verpfänden der Reichsbahn, die vom Reichsbudaet losgelöst und unter eigene Verwaltung gcst.-llt werden soll, wodurch sic der innerstaatlichen Schuldenverrechnung entrückt und nach kaufmännischen Grundsätzen betrieben würde. Der Aweck der Umwandlung ist natürlich, einen Ueberschuß berauszuwirtschaften, der zu Reva- rationszwecken als ausreichend in Betracht käme. Wie das erreicht werden soll, wird vermutlich Von der Regierung in Erwägung gezogen worden sein. Eine weitere staatliche Garantie sind gewisse Zölle und Verbrauchssteuern, die fe nach der Freiheit oder der Beschränkung des deutschen Handels höher oder geringer aus-allen werden. Bedeutungsvoll ist daneben die Heranziehung der Privatwirtschaft zur Garan. tieleifinna wo-u Industrie. Handel, Verkehr und Landwirtschaft bereit sind. In alledem liegt die Voraussetzung, daß uns, wenn auch unter der fremden Aufsicht, genügend Freiheit des Handelns bleibt, die eine volle Kraftcntfal- fttna gewährleistet.
Wie aber stellen sich die Alliierten dazu? Würde die Entscheidung allein von Frankreich abbängen, dann wäre das Angebot schon abgelehnt. Frankreich betrachtet das Revara- tionsvroblem von einem ganz anderen Gesichtspunkt Es kommt ihm außer auf Zabluna und Sachlieferung auch auf die Beherrschung Delttschlands an, und zwar in so gewaltsamer Weife, daß wir ein Voll niederer Klasse fein und bleiben sollen. Die fruchte unserer Arbeit will Frankreich ernten. Deshalb wird sich das Kabinett Poincare unter allen möglichen Vorwänden gegen Verhandlungen sträuben. Unser fetzioes Angebot geht ihm. wie «i erwarten war, nicht weit genug. An dem Fehlen einer be-
Kasseler Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung
ürc statt. Den Zügen voran wurden rote Jahnen getragen, die mit dem Sowjetstern geschmückt waren. Auf den HuldkÄi- ner Werken sprachen Redner in einer Betriebsräteversammlung. Bei Hindenburg
arctt ftanzSsischer Unterstützung.
Mannheim, 9. Juni. (Privattelegramm.s In Mannheim und in Heidelberg kam rs gestern nachmittag zu vereinzelten Zusammenstöße» zwischen kommunistischen Demonstranten und der Sicherheitspolizei. Wie festgeftellt wurde, laben die Kommunisten im Hafen Mannheim, der von den Franzosen besetzt ist, ihre Versammlungszentrale, wohin man sie allabendlich wandern sieht.
Sitzung Ausdruck. Keinen Fußbreit deutschen Bodens werden wir jemals ausgebetz. lBeifgll.) lieber diese Frage muß endlich eine Uchewu« stimmung erzielt werden. Frankreich will di- Rheingrcnze rwd alles das, was es darüber hinaus noch bekommen laun. Zu hem Treu- schwur der Rheinländer, deutsch zu sein und zu bleiben, hat sich ein zweiter gesellt:
Wir wollen preußisch fein
und preußisch bleiben! (Lebhafter Bcimll.) — Abg. Dr. Heimann kD. Vv): In von vcr- fchiedenen Seiten gemachten Vorschlägen, die Rheinlande von Preußen zu trennen, sieht die Bevölkerung nichts anderes, al? Versuche, durch eine lebensqecäbhrdende Schwächung Preußens auch die Einheit und den Bestand des Reiches zu zerstören. Wir freuen uns, daß das Bekenntnis zu Preußen in gleicher Klar-
Sin neuer Abschnitt
Die Wirkung des deutsche» Angebots.
Mit der lleberreichnng der deutschen Note an die alliierten Mächte haben toir einen neuen Abschnitt in der Auseinandersetzung mit den Alliierten begonnen. Nach den schweren Mühen, die volle vier Wochen ausgefiillt haben, ist man zunächst zu der Ansicht geneigt, daß das Ergebnis nicht so vollständig ist, wie man hier und da erwartet hatte. Vor allem bemerk man, daß die Note nicht im Einzelnen auf die alliierten Antworten poin Mai erwidert, sondern wie ein selbständiges Dokument von einem ergänzenden Gesichtspunkt ausgeht. Das wird damit begründet, daß die Reichsregierung nickt den einzelnen Gegnern gesondert antworten wollte oder konnte, sondern den Alliierten insgesamt. Tcmzu- .'E "wußten die Sonderfragen vorläufig unbe- rricksichtigt bleiben und das Gemeinsame in den Vordergrund gestellt werden mit dem Zweck, auf jeden Fall eine Grundlage zu Verhandlungen zu geben. Eine der wichtig- sten Fragen, die Höhe der zu zahlenden Sum- tne, ist diesmal nicht berühr! worden, weil bar« 'wer die Alliierten sich selbst nicht einig sind, .utzerdcm ist ja von englischer Regierungsseite angedeutet worden, daß Deutschland vielleicht besser täte, nicht wieder mit einer bestimmten -saht den Widerspruch Frankreichs hervorzu- rlisen. Es ist ja richtig, daß sich darüber noch 'N den Verhandlungen reden läßt, wenn die .•Hüterten das neue Angebot studiert haben und endlich bereit wären, mit deutschen Vertretern zachftch darüber zu beraten. Daß die Reicks- rcgierungi auf solche Verhandlungen hinzielt. sagt sie ja in dem Schlußsatz der Note, worin me m ü n d licke Aussprache als notwen- <ug bezeichnet wird. Darin muß man ihr unbedingt zustimmen, denn der Fragenkomplex der Kriegsentschädigung, durch die unsere jetzige und noch die kommende Generation zum Frondienst gezwungen werden soll, ist so umfangreich und schwerwiegend, daß wir auf unserer Forderung der Gleichberechtigung wenigstens in den Verhondliinaen bestehen müssen
Was nun die Rote betrifft. f0 ist das ganze Gewicht auf die Franc der Garantien ae- lcgt worden, die sämtlichen Alliierten Soroe zu bereiten schien. Um in diesem Punkte das Angebot erschöpfend zu gestalten, wurden vorher alle deutschen Oraanifattonen, die etwa betroffen werden, zu den Beratungen von der Regierung herangezogcn. Daher die lanae Verzögerung, Dementsprechend sind die Vorschläge so weitgehend, daß sie von den Alliierten.
Rheinland! Der Rhein und die Rheinländer waren deutsch und werden deutsch bleiben. — Die Rede des Ministerpräsidenten wird, während die Kommunisten sie durch Zwischenrufe zu stören suchen, immer wieder mit lebhaftem Beifall von den anderen Fraktionen aufgenommen, dcr besonders bei den Schlußworten sick in lebhaften Kundgebungen der Zustimmung äußert. — Al»g. Haas (Sog.): Der brutale Gewaftstreich des französischen Imperialismus crinixtrt an die
Barbareien früherer Jahrhunderte, er spottet feder Zivilisation und jedem Völkerrecht. Es geht um die Erfüllung alter französischer Vläne, um den Besitz des Rheinlandes. Namens meiner Partei erkläre ick: Die Bevölkerung von Rhein und Ruhr wird bis zum Letzten geizen jeden Versuch einer Loslösung der Rheinlande vom Reick und von Preußen kämpfen (lebhafter Beifall), sie wird sich mit derselben Entfcviedenhcit wehren gegen jeden Versuch einer Neutralisierung oder einer Unterstellung unter den Völkerbund. Wir rufen über die Grenze hinüber: Fangt drüben an, zu entmilitarifieren. laßt uns gemeinsam die Milliarden für bk Besatzung zum Wiederaufbau verwenden! lBeifall) Unsere Taktik des passiven Widerstandes wird von immer weiteren Kreisen als die einzig richtige anerkannt. Möge die Regierung alles tun. was im Interesse Deutschlands und der Rheinlande notwendia ist? (Beifall bei den Soz.) — Abg. Dr. Porsch (Ztr.) erklärt: Tie rheinische Zentrumspartei steht den
Treibereien der Vaterlandsverräter auf deutschem Boden mit tiefstem Abscheu gegenüber. Dem deutschen Volle geloben wir eierlichst, daß sein Leid nufer Leid ist, wir chwören ihm Treue nm Treue. Höher al? Gdld und Gut steht unS die Freiheit dcS deutschen Reichs, für diese wird das deut- cke Volk alles opfern. An die Regierung aber richten wir die Forderung, diese Grundsätze auch ihrerseits ohne Wanken und in unbeugsamer Entschlossenheit in die Tat nmzusetzen lBeifall.) — Abg Wallraf (dn.) gibt gleichfalls feiner Freirde über die Rede des Ministervräüdenten und übet den bisherigen erhebenden Verla»- der
k j a r d e n. Polizei ist in Essen auf Beranlas-
stimmten Summe nimmt es Anstoß und die Ga- rantien sind ibm zu locker. Aber statt ”! her* bandeln, verschärft es den militärischen Zwana. Dagegen Werbt noch abzuwarten, ob nickt doch die anderen Alliierten, die titm Ber- banbeft, bereit sind, ihren Einfluß geltend mc- tben können. Allzu große Hofsnunq darf w«" Eeilich nickt beiten, denn auch Belgien ur>- -Berliner Bolschewist?» als Treiber. CHmfartb sähen es lieber, wenn sich Deutschland i Breslau, 9. Juni. (Privattelegramm.) Bis blindungs unterwerfen würde. Daß wir jeden-'Setzern abenb waren siebenundzwanzig
Unter dem Sowjetstern.
Aufruhr und Plünderung.
(Privat-Telegramm.'
Breslau, 9. Juni.
Der kommunisttsche Aufstand im ober- schiefischen Kohlenrevier hat heute früh neue Ausdehnung genommen. Zu der Früh, chicht sind auf weiteren acht Gruben infolge kommunistischen Trucks die Belegschaften nicht eingefahren. Zweiunddreißig Betriebe sind bis jetzt stillgelegt. In Bekrtben, das ohne cleftrische Beleuchtung ist. versuchte man gestern abend ver- chiedcne Lebensmjttekgeschäfte aus- zuplündern. Es gelang ihnen im Schutze dcr Dunkelheit in etwa zehn Fällen. In Glei- witz fanden am Spätnachmittag Massen»m-