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Kasseler Neueste Nachrichten

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Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

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Nummer 130.

Einzelnummer 200 Mk.

Freitag, 8. Zrrni 1923.

Einzelnummer 200 Mk.

13. Jahrgang.

Weitere Ausschreitungen im Seiche.

Mark unS Dollar.

Das Schwanken an der Börse.

Nachdem der Dollar Ende der vorigen Woche die 80 000 Mark-Grenze streifte, und nachdem er am Montag amtlich mit 76OÖO Mark notiert wurde, gab es an der Dienstags-Börse außeror­dentliche Schwankungen. Der Dollar setzte mit 66 000, also um 10000 Mark niedriger gegenüber dem Vortag ein und fiel bis auf 58 000. Dann gab es Steigerungen, so daß der amtliche Kurs mit 62500 festgesetzt worden ist. .Der Dollar wurde, um einen Beweis für die Schädlichkeit des Devisenfreiverkehrs zu liefern, in dem der amtlichen Notierung folgenden Freiver­kehr wieder um tausende Mark in die Höhe ge­trieben und erreichte wieder einen Stand von 78000. Die Schwankungen, die gegenwär­tig der Dollarkurs erfährt, sind der beste Beweis für die trüben Machenschaften einer gewissen­losen Spekulation und ihrer Hintermänner. Wie wäre es sonst möglich, Last in dem Zeitraum von Viertelstunden, sa von Minuten, ohne daß ir­gendwelcher Anlaß vorliegt, der Dollar um tau­sende von Mark hinaus,,gesprochen" wird! Und auch der Hinweis auf die Dollarmache der aus­ländischen Börsen kann nicht verfangen. Wir sehen just in diesem Augenblick, daß sich die mnc- rikanischen Markbesitzer zu einem Bunde zusam- mengeschloflen haben, um über die amerikanische Regierung gegen Deutschland Schadenersatz­ansprüche wegen der durch den Marksturz erlit­tenen Verluste geltend zu machen. Diese Ver­luste werden auf sage und schreibe zwanzig Millionen Dollar, in Papiermark allo ungefähr von hundertundfünf Billionen beziffert. Soviel Papiermark hoben wir trotz aller bewunderungs­würdigen Leistungen unterer Notenpreste bisher noch gar nicht fabrizieren können.

Die amerikanischen Markbesitzer sagen zwar, sie hätten die Mark an sich gebracht, um der Wirtschaftskraft Deutschlands zu helfen. Das ist natürlich eine faule Ausrede, denn die ameri­kanischen Spekulanten wollten mit der deutschen Mark ein gutes.Geschäft machen. Aber gerade diese Leute, die an der Newporker Börse den stärksten Einfluß besitzen, haben doch wirklich nicht ein Jntereffe daran, die Mark noch weiter zu stürzen. Sie müssen ganz im Gegenteil eine Besserung des Markkurses dringend wünschen. Ferner ist aber auch festzustellen, daß nicht die Newyorker Notierung, wie das auch vielfach geltend gemacht wird, den Maßstab für die Ber­liner abgebe. Die Dinge liegen vielmehr so, daß die im deutschen Freiverkehr erzielen Dol­larkurse sofort per Kabel nach Newtzork gehen und dort noch zu rechter Zeit vor Schluß der Newyorker Bbenvbörse ankommen. Daraufhin wird in Newport die Notierung vorgenommen, die dann am anderen Nwrgen in Berlin kabel- telegraphisch vortieat. Die Fälle, in denen der Newyorker Kurs höher für den Dollar und niedriger für die Mark war. als die an den deut­schen und namentlich an der Berliner Börse er­zielten Kurse können an den Finaern abgezählt werden.

Alles das zeigt, daß der Dollar in Berlin .gemacht" wird. Wer Einblick in die Berliner Börsensäle hat, der weiß, welche Elemente sich dort breitmachen, denen man noch vor kurzem an der Wiener Börse begegnet ist. Nachdem in Wien nicht mehr viel zu verdienen ist, stürzen sich diese Leute auf den morschen irnd kranken deutschen Wirtschaftskörper. Es macht sich an der Börse heute ein Gelichter breit, das früher nicht im entferntesten an eine Zulassung hätte denken können. Daß man hier nicht einareift, ist un­begreiflich. Aber noch unverständlicher ist es, daß die Regierung entweder selbst oder durch ihren Reichskommissar bei der Börse es gibt nämlich auch eine solche Behörde, von der die weitere Oeffentlichkeit fetzt erst durch die Ver­handlungen des Mark-Schätzungsansschusses des Reichstages etwas erfahren hat, zum min­desten dem Verbot des Freiverkebrs in Devisen, jener Ursache und Quelle der wilden Speku- latton mit der Mark und damit mit der Not und mit dem Elend der breften Masten nicht cm Ende macht.

Wir sehen auch jetzt wieder neue Schauspiele vor uns sich abrollen: Man kündet pomphaft bestimmte Maßnahmen an, im ersten Moment gibt es einen Nervenschock, dann aber Pfeifen die Spekulanten sich und der Regierung was! Denn sie haben es schnell heraus, wie sie sich den neu­erdachten Maschen entziehen, und die Reoientng bringt sich schnell um die Wirkung ihrer Ankün­digung dadurch, daß sie sich wieder mit densel­ben Interessenten, denen sie doch ans Leder will, an einen Tisch setzt und sich mit Bedenklichkeiten überschütten läßt. Statt bei einer solchen Not­lage, wie wir sie jetzt durchmachen müssen, mft entschiedenen Maßnahmen einzugrei­fen und sei es auch mit der Wirkung, daß man bestimmte Interessen für den Augenblick stören und durchkreuzen muß. wird wieder tage- und wochenlang beraten, und inzwischen hat die un- soli-w Spekulation ihr Geschäft längst schon wie­der *m Trockenen. Auch die Verhandlungen des

Untersuchungsausschusses des Reichs­tages über die Ursachen des Marksturzes konn­ten in keiner Weise befriedigen. DenMachern" der Spekulation, solvie ans allen Gebieten der Wirtschaft, den Schiebern, Wucherern und Preis- ireibern, denjenigen, die sich in diese: entsetz­lichen Zeit, die für Hunderttausende die Verur­teilung zttm Hungern bedeutet, bereichern, all diesen Elementen das Handwerk zu legen, das -st heute nicht nur eine wirtfchafüiche, sondern eine hochpolitische Aufgabe. J. B,

Weitere AussHErmgkn.

Blutige Zusammenstöße in Leipzig. lPrivat-Telegramm)

Leipzig, 7. Juni.

Im Lause deS gestrigen Tages erneuerten sich die Menschenansammlungen auf dem Augustusplatz. Der Platz wurde sofort von der Schutzpolizei aügesperrt. An der Ecke der Grimmaischen Straße kam es zu neuen Z u - s a m m e n st ö ß e n. Auf der Seite der Demon­stranten wurden zehn Personen verletzt, wovon drei in das Krankenhaus gebracht wer­den mufften. Buch sonst kam eS zu Nnsschreitun- ficn aller Art. Die Polizei griff mit der Waffe durch. Um Mitternacht wurde die Ge­samtzahl der Opfer der blutigen Krawalle mit 42 Verletzten und fünf Toten angegeben.

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KrrSypridekrschtM ia Schiessen.

Breslau, 7. Juni. (Privatielügramm.i Der scziakdemotrstische Landarbeiterver­band für Schlesien hat für heute den Gene­ralstreik proklamiert. Im Kreise Steinau sind die Streikenden zu unerhörten Terror­akten übergeaangen. Sie haben verschiedene Rittergüter besetzt und die Arbeitswilligen mit Knüppeln in die Felder gejagt. Rach dem Kreise Inner mußten mehrere Polizei-Hundertschaften «bgehen, weil auch dort eine Anzahl Rittergüter von den Streikenden besetzt worden sind.

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LwaugevkrrSufe und Wandlung.

Berlin, 7. Juni. (Privattelegramm.) Aus verschiedenen Städten des Reiches kommen Mel­dungen über Ausschreitungen. In Spandau bei Berlin demonstrierten Arbeitslose vor dem Rathaus und erzwangen später den Ver­kauf in den Geschäften zu herabgesebten Prei­sen. In Mannheim kam cs gestern nach­mittag mehrfach zu Plünderungen in der Neckarvorstadt. In Gumbinnen wieder­holten sich gestern abend die kommunistischen Ausschreitungen. Auch in Königsberg versuchten Tumultanten von neuem, vor dem Ratbmrse die Geschäfte anzugreifen. Dchutzpoli- zei griff ein und zerstreute die Menge.

Dre französische Knute.

Dauernd« Willkür der BsfaHungstrnPprn.

(Sigene Drahttn-ldung.)

Dortmund, 7. Juni.

In Alten esse n haben ftanzöstsckie Abtei­lungen gestern das Rathaus besetzt. In Dortmund wurde gegen sieben Uhr abcndS ein B ü r g e r von einer französischen Wack»e a n - geschossen, weil er den französischen Anruf, stehen zu bleiben, nicht »erstanden hatte. Der Verletzte wurde von hinzuorrufenen Passanten in das Krankenhaus gebracht. In Mülheim sind sechs Gewcrkschaftsbeamte ver­haftet und nach Werden abtransportiert wor­den. Nachdem der kommunistische Terror kaum überwunden ist, beginnt sich der französisch- belgische Druck im Ruhrgebiet von neuem zu verstärken, wie man annimmt, als Folge der Beschlüsse der Brüsseler Ministerkonserenz.

Kein Obdcich für lAusgewiefene!

Paris, 7. Juni. (Eigener Drahtbericht.) DerTemps" meldet: Das Kriegsgericht in Kreuznach verurteilte am Montag sechzehn deutsck>e Einwohner wegen Gewährung von Nachtunterkunft an ausgewjescne deutsche Sisenbahnerfamilien zu Gefängnis- strasen von einhalb bis zwei Jahren. (!) Tie Verurteilung erfolgte auf Grund der Verord­nung 35 der Besatznngsbchörde. Die Verurteil­ten erklärten, di« Verordnung gekannt zu haben.

Stützung der Mark?

Beratung von nochmaligen Maßnahmen.

(Privat-Telegrmnm.)

Berlin, 7. Juni.

Die nächste Sitzung der Vertreter der Banken und der Reichsbank beim Finanzminifftr über

Maßnahmen zur abermaligen Markstabi- lifieiung ist für Sonnabend anberaumt. Im Reichskabinctt selbst soll sich eine starke Strömung für ein nochmaliges Eingreifen der Reichsbanl in der Devisenfrage geltend machen, um zunächst eine Ruhepause in den sich überstürzenden Lohnforderungen herbeizuführen, die auch gleichzeitig der Beruhigung der kommu­nistischen Tcuerungsdemonstranten dienen soll. Zu der Besprechung am Sonnabend sind auch Vertreter des Rcichswirtschastsamtes uni> des Relchsarbeitsamtcs geladen worden.

Das MepmariMe-VrMem. Vor Empfang der deutschen Note in England.

(Eigener Drahtbericht.)

London, 7. Juni.

Der deutsche Kurier mit der deutschen Note für London wurde im besetzten Gebiet a n g e h a l t e n. Er wird deshalb erst im Laufe des heutigen Donnerstag in London erwarte: Baldwin und die übrigen Minister sind von einer Reise in ihre Wahllreise nach London zu­rückgekehrt. Nach in London vorliegenden Brüs­seler Meldungen ist dort die Durchführung w c L teren Sanktionen gegen Dew^nnd dc- schlsffen worden, um .für die bevorstehenden alliierten Verhandlungen für die Ruhrfrage voll­zogene Tatsachen zu schaffen. Im englischen Unterhaus sind drei neue Interpellationen über die Reparationsfrage für kommen- en Montag auf die Taaesgronung gesetzt wor­den. Man nimmt an, daß fine yssentliche Stel­lungnahme der englischen Regierung zur deut­schen Note vor der Unterhausdebatte kaum erfolgt.

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Der französische Vian.

Paris, 7. Juni. (Eigene Drahtmeldung.) DerTrmps" verösfentlichte gestern abend einen angeblich neuen französis chc n Wieder- h e r st c l l u n g s p l a n. der aber nur eine W-e- verholung der bereits beranrtten Stellungnahme Poincarös zur Ruhrsrage darstellt. Er betrisst die Ausbeutung der Einnahmequellen des Ruhrgebiets durch die Alliierten und die For­derung der Aufgabe des passiven Widerstandes als Vorbedinguna für Verhandlungen. Die Auslassung desTemps" betont, daß keine An­nexionen im Ruhegebiet beabsichtigt seien.

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Keine Lbcrjrttvcnen Erwartungen.

Berlin, 7. Juni. iPrivatteiegramm.) Dienstag Abend vor Abgang deutschen Anr- rsortnote nn die Entente war der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses beim Reichskanzler. Wie der Kanzler Herrn Dr. Stresemann mit- teilte, mache man sich keine übcrtriebenen Erwartungen auf den Erfolg der deutschen Note. Die Reichsregierung habe lediglich ihre Pflicht gegen das Volk erfüllt. Einer Antwort der alliierten Kabinete sieht man in Berlin nicht vor Montag kommender Woche entgegen.

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Wettere Garantie.

Berlin, 7. Juni. (Privattelegramm.) Eine Abordnung des Präsidiums des Zentralverban. des des deutschen Großhandels hatte gestern mit RcichswirtfchaftSministcr Dr. Becker eine längere Besprechung, in deren Verlaufe die Be­reitwilligkeit des Großhandels zum Ausdruck gebracht wurde, gleichfalls soweit wie irgend möglich Reparattons-Lasten zu übernehmen.

Verschärfung des Zwangs.

Beschluß der Brüsseler Konferenz.

(Eigener Drahtbericht.)

Brüssel, 7. Juni.

Die erste Sitzung der Ministerpräsidenten von Frankreich und Belgien dauerte nur kurze Zeit. Es wurde sodann ein amtlicher Be­richt ausgegeben, wonach die beiden Regiernn- gen ihre früheren Entscheidungen Hin­sichttick» des Ruhrgebiets vollkommen aufrecht erhalten und wonach sie vor jeder Prüfung der deutschen Vorschläge die Aufgabe des passiven Wied er stände» verlangen. Die beiden Regierungen hätten das Programm der neu zu treffenden Maßnahmen festgefetzt, die dazu bestimmt seien, den Druck stärker $u gestalten um Deutschland zu einer schnelleren Ausführung seiner Verpflichtungen zu zwin- gen. An der Konferenz nahmen alle französi­schen Minister teil, ferner Marschall Fach und General Pegoutte. Poinearä bleibt heute noch in Brüssel. Es ist möglich, daß er hier die deutsche Rote erwartet und sofort von Neuem mit dem belgischen Ministerpräsidenten in Verhandlungen cintreten wird.

Lohn-Ausgleich.

Ein soziales Problem.

SaS Problem des gerechte» Lohnausgleichs für verheiratete und ledige Arbeitnehmer beschäs- tigt die maßgebenden Kreise der deutschen Wirt­schaft in steigendem Mähe. Wegen der Wich­tigkeit dieser Frag« geben wir einer Zuschrift Raum, die uns aus den Kreisen der christlich, nationalen Arbeitnehmer zugegangen ist.

Die erneut eingetretene katastrophale Entwer­tung unserer Mark hat für weite Kreise unseres deutschen Volkes eine geradezu verheerende Wir­kung. Unter ihr leiden vor allem die Arbeit­nehmer und unter ihnen besonders stark die ver­heirateten. Das Problem der sozialen Zulagen rückt deshalb erneut in den Vordergrund. Für die Lohn- und Geh a lt s p ol i tik muß auch noch heute in erster Linie die Leistung deS einzelnen Arbeitnehmers in Frage kom­men. Auch mutz sich die Bezahlung gerechter­weise nach der wirtschaftlichen Tragfähig­keit der Unternehmungen richten. Die Bezahlung des Arbeitnehmers ohne Rücksicht auf seinen Familienstand war eine Forderung, die ziemlich einhellig von allen Gewerkschastsvertre-, tungen vertreten wurde. Die Gründe dafür sind eine Bevorzugung der Ledigen bei der Ein­stellung , einerseits und der V e r h e i r a t et e n bei der Entlassung andererseits. Tatsächlich ist auch aus den Statistiken und den Arbeitsmartt- berichten jederzeit erkennbar, daß die Arbeits­losen in der Hauptsache aus älteren verheirateten Arbeitnehmern bestehen, zumindest aber Nach­frage nach älteren Arbeitskräften nur in beson­deren Ausnahmefällen vorkommt.

Die verheirateten Arbeitnehmer, namentlich solche mit mehreren Kindern, haben ganz besonders fchiver wirtschaftlich zu lampsenr Es werden deshalb Wege gesucht werden müs­sen, die den sozialen Erfordernissen gerecht wer­den, nämlich der grundsätzlichen Höherbezahlung der verheirateten Arbeitnehmer gegenüber den Ledigen, ohne daß die damit verknüpften, bereits geschilderten Gefahren mit in den Kauf genom­men werden müssen. Die sozialen Au s - gleichskaffen, die schon an manchen Orten bestehen, scheinen das gesuchte Mittel zu sein, nm die große Not der Arbeitnehmer mit Fam-- lienstand zu mildern. Diese Kassen werden am besten durch Tarifverträge für deren Gel­tungsbereich vereinbart. Die Aufbringung der Mittel hätte gleichmäßig von allen am Tarifver­trag beteiligten Arbeitgebern gemäß der tarifver- rraglichen Vereinbarung zu gefchehen. Die Ar- beitgeber. die verheiratete Arbeitnehmer beschäf­tigen, mürben ans den Kassen je nach Zahl usw. der beschäftigten Verheirateten Rückzahlungen er­halten. Die Beträge wären den verheirateten Arbeitnehmern zu ihrem regulären Einkommen hinzuzuzablen. Es würden als diejenigen Ar­beitgeber, die nur ledige, oder vorzugsweise nur ledige Arbeitnehmer beschäftigen,

den sozialen Zuschlag

für die verheirateten Arbeitnehmer ande­rer Unternehmungen mit auszubringen haben. Da unter den heutigen Verhältnissen die Arbeit­geberverbände in der Regel straff aufgebaut sind, dürfte eine Angliederung der Ausgleichs­kassen an die Arbeitgeberverbände wohl das zweckmäßigste fein. Den am Tarifvertrag be­teiligten Arbeitnehmer - Oraanifattonen müßte jedoch ein Einfluß auf die Geschäftsfüh­rung der Ausgleichskassen eingeräumt werden. Tie Errichtungsart, sowie der Verteilungsmodus wäre leicht zu finden. Natürlich darf durch die Errichtung der Ausgleichskassen am Ende nicht das herb ei geführt werden, was durch Ablehnung des unmittelbaren Soziallohnes verhindert wer­den soll, nämlich die Entlassung verheirateter An­gestellter in Zeiten niedergehender Konjunktur oder die Bevorzugung der Ledigen bei der Ein­stellung. Auch darf das Gehalt der Ledigen mcht etwa nm die sozialen Zulagen gedrückt werden. Da an eine staatliche Hilfe in Anbetracht der traurigen finanziellen Lage des Reiches weder tn Form wirksamer steuerlicher Erleichterungen staatlicher Beihilfen zu denken ist, so sind d:e Arbeitgeber und Arbeitnehmer auch in dieser Frage tatsächlich noch auf sich selbst angewiesen. Wir glauben, daß es an der Zeit ist, nicht nur das kostbare Gut des deutschen Volkes, die Ar­beitskraft seiner Arbeiter, Angestellten und Be­amten zu erhalten, sondern darüber hinaus auch die unschätzbaren kulturellen und sittlichen Werte eines gesunden deutschen Familienlebens wiederberzustellen, zu erhalten und wenn möglich zu stärken. Heinrich Auerbach, Berlin.

Dke Geldentwertung.

Neue Reichsbanknoten zu 500 000 Mark.

Infolge der neuen Entwertung der Mark er­weisen sich die zurzeit im Umlauf befindlichen Noten von 50 000 und 100 000 Mark für hohe Barzahlungen als durchaus unzureichend, Des­halb hat die Reichsbank neue Noten im Nenn­beträge von fünfhunderttausend Mark in Auftrag gegeben. Die neuen Noten