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Kasseler Neueste Nachrichten

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Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

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Nummer 129.

-mm

Einzelnummer 200 Mk.

Donnerstag, 7. Jnni 1923.

Einzelnummer 200 Mk.

13. Jahrgang.

Beratung einer neuen Markstützung.

GchllchtungSpIäne.

Wünsche nach einer Verständigung r

Der belgische Plan, der eine Verstün- Digung in der Reparationsfrage herbeiführen soll, kaum bekannt geworben, hat die Gemüter erhitzt und in Paris wenig Verständnis gefun­den, ist noch der Besprechung zwischen Poincars und Theunis Vorbehalten, und schon taucht ein e n g l i s ch e r P l a,n auf, der gleichfalls der Ver- ständigung dienen soll. Er ist zwar nicht in feste ryormen gefügt, wie der belgische, aber es wer­den aus den Vorbereitungen dieses Planes doch schon Mitteilungen von weittragender Bedeutung a<niacht. Wir können jetzt nur noch einen fran­zösischen und italienischen Plan erwarten, dann sind wir just so weit wie damals, als Lloyd George Paris verließ, weil keine Verständigung zu erzielen war, da alle Pläne Poincars nicht behagten und er nur über seinen eigenen, der nicht einmal festgefügt war, sprechen wollte. Es rst mm freilich nicht anzunehmen, daß diesmal wieder alle Pläne einer Konferenz vorgelegt werden, und wie damals ein Beraten und Raten stattfrndet, ohne daß vorher eine Verständigung eriolat ist. Vielmehr wird man annehmen müs­sen, daß zunächst zwischen den einzelnen Regie­rungen eine Verständigung gesucht wird. Und man kann, nach Lage der Sache heute die Tinge so schauen: Es ist möglich daß Italien ganz von seinem Plane absieht und sich nur bemüht, m den englischen Plan einige Aenderungen luuemzichringen. Dann wären bereits zwei Stimmen für den englischen Plan vorhanden. Des werteren aber bemüht sich auch Belgien, mit England zu gehen und mit England zu einer Verständigung zu kommen. Ter belgische Plan hat in England wenig Beifall gefunden. Den Englanoern ist er zu scharf, zu rücksichtslos, bringt dem deutschen Niedergang zu wenig Ver­ständnis entgegen. Und deshalb wird England bemüht fein, Belgien mit seinem eigenen Plane vertraut zu machen.

Drei ständen demnach Frankreich gegenüber, und die Stellung Poincarös wäre nicht an­genehm. Deshalb aber ist nicht anzunehmen, daß Poincars sich dadurch beirren läßt, hat er doch selbst wenig Neigung, um die Gunst des abfallenden Belgiens zu buhlen und läßt er doch Belgien recht lange bitten, bis er sich auf die Dahn setzt, um nach Brüssel zu einer Aussprache zu fahren. Poincars wird seinen eigenen Plan unbeirrt verfechten, das heißt, soweit er über­haupt bisher einen hat. Denn man weiß heute noch nicht, was Frankreich will, was es plantt Man könnte annehmen, daß vor der Beantwor­tung der neuen deutschen Vorschläge bereits eine Verständigung der Alliierten erfolgen müßte. Um England von einem Sondervorgehen und von einem Mitziehen Italiens und Belgiens abzu- halten, ist wahrscheinlich auch die französische Meldung in die Welt gesetzt, Baldwin habe die Absicht, Poincare in Paris aufzusuchcn, um mit ihm eine Verständigung anzustreben. Ob Baldwin diesen Lockungen solch, weiß man nicht. Wie es den Anschein hch, denkt er sich eine Ver­ständigung mit Frankreich anders, als Poincars: er will diplomatisch die Mittellinie suchen, nicht aber mit Poincars feilschen. Es spitzt sich jedenfalls alles daraufhin zu, was in der For­derung Belgiens liech, daß die neuen deutschen Vorschläge nicht abgelehnt werden sollen, sondern ihnen ein Gegenvorschlag entgegenzustellen sei. Demnach ist zwar diesmal nicht mit einer Annahme der deutschen Vorschläa« zu rechnen, aber wenigstens mit Gegenvorschlägen, die für die deutsche Recherung die Grundlage zu eingehender Prüfung und zu der Erklärung fein können, ob sie diese Vorschläge annehmen kann oder nicht. Es ist unzweifelhaft, daß da Belgien sich in dieser Forderung bestärkt sieht, sie auch entgegen den französischen Wünschen durchgesetzt wird.

Die Gegenvorschläge würden das Ergebnis der Verständiguna über den englischen Plan oder über einen französischen sein. Der englische Plan nun kann, soweit er von englischen Blättern ver­raten wird, noch nicht maßgebend sein, da er, wie gesagt, durch die Forderungen Italiens und Belgiens noch manche einschneidende Aenderun­gen erfahren dürste. Wir haben aber alle Ur­sache, ihn näher zu betrachten. Bei oberfläch. sicher Prüfung zeigt sich, daß England be­reit ist, den Frieden auf alle Fälle herzu­stellen und deshalb selbst Opfer zu bringen. Die Bedingungen scheinen, soweit man sie heute übersehen kann, bis auf Einzelheiten für Deutsch­land tragbar. Ob wir die vierzig Milliarden übernehmen können, bleibt der Nachprüfung un­serer Sachverständigen überlassen, aber wir kön­nen erfreut sein, daß England an ein fünfjäh­riges Moratorium denkt und unsere Ver- pflichstrngeu um den Verlust, den die Ruhraktion verurswht hat. vermindern will. England selbst will zurückstehen und Frankreich die Priori­tät von dreißig Milliarden geben, sodann soll Daigicn Wacn, das mit fünf Milliarden ab ge­funden "verden soll, und schließlich, nach etwa sünmnddrcißig Jahren, die es warten will, will

England den Rest von fünf Milliarden von Deutschland einkassieren. England will die fran­zösischen und belgischen Schulden streichen und die Haftung für die französischen Zinsen an Ame­rika übernehmen. Unbedingt klingt aus diesem Plan der Wille, Frankreich soviel Vor­teile einzuräumen, daß es sich einer Verstän­digung gegenüber nicht länger ablehnend ver­halten kann. Wir müssen aber zunächst die fran- zöstschen Rückäußerungen hören. Will Frankreich wirklich nicht das Ruhrgebiet, will es nicht das Rheinland will es nur die deutschen Leistungen, so muß es sich zu stimmend erklären. Lehnt es ab, so ergibt sich, daß nicht die materielle Seite aller Forderungen Frankreichs Vorgehen diktiert hat, sondern die rein politische Seite ausschlaggebend gewesen ist für alles französische Handeln.

Das deutsche Angebot.

Die neue Note vor ihrer Aeberreichung.

sPrivat-Telegrammd.

Berlin, 6. Juni.

Der Lokalanzeiger behauptet heute morgen, daß die deutsche Note bereits unterwegs sei. Im Gegensatz dazu wird aus parlamentarischer Quelle gemeldet, daß die Formulierung der No­te durch das Reichskabinett erst gestern abend be­endet worden ist. Wenn die Note bereits auf dem Wege zu den alliierten Hauptstädten ist, dann könnte sie frühestens um Mitternacht ans Berlin abgegangen sein. Soviel ist bekannt, daß die Note gleichzeitig in Paris, Lon­don, Rom und Brüssel übergeben wird. Auch der amerikanischen und der japa­nischen Regierung soll sie zur Kenntnis ge­bracht werden. In parlamentarischen Kreisen rechnet man bestimmt damit, daß auch dem Reichstag Gelegenheit gegeben wird, zu der Note Stellung nehmen zu können.

Sine Denkschrift Der Landwirtschaft.

Berlin, 6. Juni. (Privsttelegramrn.) Die Bertreter der Landwirtschaft haben gestern ihre Beratungen über die Garantieleistungen fortgesetzt. Sie erklärten stchaußerstande, bis zum Abgang der Note die Zugeständnisse der Landwirtschaft zu formulieren. In einer besonderen Denkschrift sollen diese Zugeständnisse niedergelegt werden. Die Denkschrift betont, daß die crnährungspolitifche Pflickt der Landwirt­schaft und ihre Erfüllnngsmöglichkeit an außen­politische Boraussetzungen geknüpft sei. Die Denkschrift wird heute oder spätestens morgen der Reichsregierung überreicht werden.

Die Fvrmuiierunrz des Textts.

Berlin, s. Juni. (Privattelegrarnrn.) Die Sabineftssitznng am Dienstag vormittag hat die endgültige Formulierung des Textes der deutschen Antwortnote gebracht. Am Diens­tag mittag war der erste englische Botsckmfts- sekretär int Auswärtigen Amt, wo er mit dem aus der Kabinettssttzung abgerufenen Herrn von Rosenberg längere Zeit konferierte.

3m besetzten Gebiet.

Besetzungen,Beschlagnahme und Ausweisung

(Eigene Drahttnelduna.t

Essen, 6. Juni.

Die Bahnstrecke Herne-Alteneffen ist ge­stern von den Franzosen besetzt worden. Die Franzosen haben die Eisenbahner dieser Strecke einzeln vernommen und sie aufgefordert, in fran­zösische Dienste überzutreten. Es hat sich nie­mand dazu bereit gefunden, dieses Anerbieten anzunehmen. Borübergehend wurden auch die Hochöfen in Herne und Gelsenkirchen von französischen Truppen besetzt. In Herne be­schlagnahmten die Franzosen dreißig Mil­lionen. in Buer vierundvierzig Millionen Mark Erwerbslosengelder. Die letzte Woche hat im besetzten Gebiet wieder die Ausweisung von 677 Deutschen gebracht. Borwiegend stnd Zoll- ui'.d Eisenbahnbeamte betroffen worden.

Weiterer französischer Zwang.

Berlin, 6. Juni. lPrivattelegramm.) Gestern vormittag hat eine Reffortbesprechung über dre Lage im Ruhrgebiet stattgefunden. Wie es heißt, stehen noch vor der Beantwortung der deutschen Rote weite re französische Maßnah. men im Rithrrevier bevor. So erschienen ge­stern in den Duisburger Fabriken scanzüssfche Tfftziere und verlangten die Auslieferung der Ramenslisten der Vorstände und Direktoren.

*

<S«n ftlnö erschossen!

Düsseldorf, 6. Juni. (Privattelegramm.) Gestern abend wurde auf den Rhelnmiesen der Schüler Hermes, der mit zwei anderen

Schülern dort spielte, von einem französi­schen Posten aus drei Meter Entfernung (!) durch die Schläfe geschossen. Der Junge war sofort tot. Der Tatbestand am Ort und die Aussagen der Kinder wurden dem fran­zösischen Kommando mitgeteilt, worauf der Mör­der von französischen Gendarmen festgenommen wurde. Er wurde auf dem Wege von der Volks­menge fast gelyncht, so daß deutsche Polizei zu seinem Schutze eingreisen mutzte.

Gefängnisstrafen.

Karlsruhe, 6- Juni. (Eigene Drahttneldung.) Das Kriegsgericht hat gestern drei Deutsche, die sich geweigert haben Marokkaner in ihre Häuser aufzunehmen, zu Gefängnisstrafen von ein bis bis zwei und zweieinhalb Jahren verurteilt. Die Beruteilten wurden sofort verhaftet.

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Eine BadnsprenMng.

Essen, 6. Juni. (Privattelegramm.) Bei Lintors erfolgte abermals eine große Spreng­ung eines Eisenbahndammes. Soweit bis jetzt bekannt, sind seclfzehn Guterwagen und die Lokomtoive eines französischen Zuges z e r. trümmert. Man spricht von 6 bis 8 Toten

Die NwrkfMtzungöfrage.

Besprechung über Maßnahmen.

lPttvat-Telegramm.)

Berlin. 6. Juni.

Die Beratungen Mn Reichsfinanzmüüster über Maßnahmen gegen die Markentwertung sind bis Freitag vertagt worden. Es verlautet zuverlässig, daß der Finanzminister einseiti­ge Verfügungen gegen den Devisenhandel und gegen die Börsenspekulation, wie sie von den Gewerkschaften gefordert worden war, a b - kehnt. Die Vertagung der Konferenzberatun­gen bis Freitag hat den Zweck, zunächst die Aus­wirkung des neuen deutschen Angebots an die Entente auf den internationalen Börsenplätzen abzuwarten. Von anderer Seite wird gemel­det, es sei eine Verordnung beabsichtigt, in der u. a. der Ankauf von ausländischer Währung im Auslande und von ausländischen Effekten in ausländischer Währung int Auslande verboten werden soll. Ferner soll beabsichtigt fein, die Genehmigungspflicht für die Devisen­käufe auch auf den Ankauf von ausländischen Geldsorten von feiten der Bank auszudehnen.

Qlmtrtlanifflw Vrlva kreb»?

Rotterdam, 6. Juni. (Privattelegramm.) Der Courant meldet ans Rotterdam, daß am Montag eine deutf che Bankierkommis- fion von fünf Herren sich in Rotterdam nach R e w y o r k eingeschifst habe. Die Londoner Times" melden ans Rewyork; Hier erwartet man deutfche Finanzvertreter, die die Frage eines privaten Kredits in Amerika erörtern wollen. Die Times glauben, aus den mehrfachen Reisen deutscher Bankiers nach dem Ausland aus bestimmte Pläne Deutschlands hinsichtlich einer neuen Markstabilisierung »bet einer internatio­nalen Anleihe schließen zu müssen.

Französische Kömyspariei.

Neue Kundgebung der Rohaiisten.

((Eigene Drahtmeldung.)

Paris, 6. Juni.

Die Royalisten haben für kommenden Sonn­tag allgemeine Versammlungen in Frankreich einberufen mit der TagesordnungRepublik oder Monarchie". Für das Seine-Departement find diese Versammlungen verboten wor­den. Ob ein gleiches Verbot auch auf das üb­rige Frankreich ergeht, ist noch unbestimmt, aber wohl anzunehmen. Die Blätter wußten von einem Demonstrations-Umzug der Pariser Ro­yalisten gestern zu bmdjtcn, an dem 10 bis 15000 Personen teilnahmen. Einzelheiten lie- gen darüber bis jetzt noch nicht vor.

Segenmaßnadme öer Kammer.

Paris, 6. Juni. (Eigene Drahtmeldung.) Die Sammer hat gestern mit großer Mehrheit den öffentlichen Anschlag der während der letz­ten Sitzung gehaltenen Rede gegen das royalisti­sche Komplott beschlossen. Dann wurde in die Tagesordnung eingetreten und die politische Sage erörtert

Die MMelstanbSnot.

Eine Ausstellung in Berlin.

Sn Berlin ist jetzt eine Ausstellung eingerichtet worden, die von der Mittelstandshilfe nnd den verdiinveten Vereinen der Mittelstands hilf« zu­stande gebrach« wurdr.Man schreib« UNS darüber Die jetzt eröffnete Berliner Mittelstands- Ausstellung ist in mühevoller Arbeit mit viel Sorgfalt zusamengetragen und soll in der jetzi­gen Notzeit dem Mittelstände wertvolle und zu Ieinem Bedarf geeignete Hilfsmittel vor­führen, mit denen er Leben und Gesund­heit schützen und seine Wirtschaftsfiih- rung verbilligen kann. Die Ausstellung gliedert sich in zwei Teile. In der unteren gro­ßen Halle des Sportpalastes haben zahlreiche Firmen Apparate für Küche und Haus, Le­bensmittel, Möbel und Bekleidungsge­genstände ausgestellt, darunter manche feuer» sparende Kocheinrichtung und raumsparende Einrichtungsgegenstände. Im oberen Stockwerk gibt die ,soziale Ausstellnng* ein mit wissenschaftlicher Sorgfalt von ersten Autoritä­ten zusantmengestelltes Bild der Kranken- und Krüppelfürsorge, der Einrichtungen zur Be­kämpfung der Tuberkulose und der Geschlechts­krankheiten, der Blinden- und Taubstummenan­stalten, der Krankenversicherung und der Be­rufsberatung. Hieran schließen sich Ausstellun­gen der Mittelstandsvereine. Der H e i m a r - b e i 131> e r e i n .Werkfreunde" (Charlotten- burg), die schlestscheii und deutschen Spitzen­schulen, die Kunstabteilung bet Mittelstandsfür­sorge, die Heimarbeitsabteilung des Deutschen Ofsiziersbufdes und der Vereinigten Vereine für Mittelstandsfürforge bieten ihre Arbeiten zmn Verkauf an da sind Kleider und Kinder­kittel, Häkelspitzen und kunstvoll gestickte Wäsche, zierlich geschnitzte Puppenmöbel, buntgestickte Kissen und Decken in großer Auswahl sowie künstlerisch wertvolle Gemälde. Eine Bücherstube und eine Abteilung für Siedlunaswesen mit reichem Tabellenmaterial schließen sich an. Die soziale Ausstellung bedarf eines eingehenden Studiums, um ihrem Inhalt nach gewürdigt zu werden.

Die Mittelstands- und soziale Ausstellung soll denen, die sich noch in normalen Verhält­nissen befinden, als Wegweiser zu sparsamer Lebensführung dienen. Die soziale Ausstellung aber soll ihnen ein großer Ratgeber in kör­perlichen und wirtschaftlichen Nöten sein. Ober­bürgermeister Dr. Böß. der Ehrenvorsitzende des Ausschusses, betonte bei der Eröffnung, daß der M i 11 e l st a n d, der heute hungert und sich doch krast der ihm innewohnenden Kultur täg­lich wieder aufrichtet, auf jeden Fall erhalten bleiben müsse. Die staatlichen Mittel ver­sagen, daher sollten die privaten Mittelstands­vereine von Kommunen und Behörden gestützt werden. Die Stadt Berlin z. B. verdanke dem Mittelstände einen großen Teil ihrer Bedeutung. Er habe viele ihrer sozialen Einrichtungen ge­schaffen. Darum verfolge sie mit besonderem Interesse die Unternehmungen, die ihn stützen wollen. In seiner Erwiderung sagte Professor Ludwig Stein, daß die Ausstellung versuchen wolle, der Mittelstandsnot zu steuern, indem sie die Verbindung zwischen den neuen Armen so­wie den neuen Reichen und hilfsbereiten Aus­ländern herstelle ...

Mitglieder dcS Vereins zum Schutze der Kleinrentner Groß-Berlins umgaben das Rund der großen Empore des Sportpalastes, an klei­nen Tischen sitzend, vor sich ausgebreitet die Habe, die fle verkaufen wollten. Alte Männer, junge und alte Frauen ein ersMt-, terndes Bild! Vor ihnen silberne Löffel und Kannen. Tischwäsche, Glas, Porzellan, Sesden- tücher, Schtlhe, Fächer, Perlenketten. Bettdecken. Bilder, Spitzen kostbare Einzelstücke, oft auch in Dutzenden aufgc reibt. Man hat bei ihrem Anblick nur den einen Wunsch: Kaufen, kamen, kaufen, um ein frohes Lächeln zu erwecken, um die Sorge für kurze Zeit von ihnen zu nehmen. Käufer fanden sich auch schon in der ersten Sttinde, denn mancher Luxusoegenstand ist hier weit wohlfeiler zu erstehen als im Laden.

Auch die Gruppe der H e i m a r b c i t s v e r, kaufe arbeitet unmittelbar zugunsten des Mittelstandes. Neben weiblichen Handarbeiten aller Art sind Bürsten und Korbwaren aus einer Blindenanstalt ausgestellt. Der Bund zur För­derung der Selbsthilfe der körperlich Behindere ten verkauft Bilder. Stickereien. Holzarbeiten, die Altmännerbilfe der verbündeten Vereine für Mittekstandsfnrsorae Kinderfpielzeua. Besom dere Aufmerksamkeit erregt die Ausstellung des Oskar-Helene-Heims. das seine schönen Wald hallen und SPielvlätze im Bilde vorführt und an Wachs- und Gipsmodellen. Prothesen und otthovädischen Apparaten die Behandlung von Krüvpelkindern dartttt. Arbeiten "an Olmhändem und Krüppeln liegen vor. -n.-e Ta. belle zeigt 93 ErwerbSmöglichkeiten. die die deut ichen Krüvvelheime ihren Schühliuaen bieten, 52 für Knaben 41 für Mädchen. Es ist außer­ordentlich anerkennenswert, daß für d!c Notsei