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Hessische Abendzeitung

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KaWr Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Nummer 114

Sonnabend, IS. Mai 1923

Einzelnummer 150 Mk.

13. Jahrgang

Einzelnummer 150 Mk.

Das deutsche Angebot wirb erweitert.

Barver Entscheidung.

Am Deutschlands zweites Angebot.

Me Stunde erfordert Taten! Der Worte sind genug gewechselt! Jetzt steht die Partie so: Frei­heit oder Untergang! Und wer wäre nicht be­reit, um der Freiheit seines Volkes willen auch das letzte Entbehrliche herzugeben und zu opfern? Aber jetzt muß gehandelt werden. Wir kommen jetzt nicht vorwärts, wenn wir nicht die ernstesten und aller Welt sichtbaren Anstren­gungen machen, um der Lösung des Reparations- Problems von der materiellen Seite, also der Frage der Garantien her beizukommen. Mrd das jetzt nicht geschehen, dann wird man uns und vor dieser Gefahr stehen wir unmittelbar! auf dem Wege des Diktats und des UI. trmatums andere Lösungen aufzwingen, die den Tod der deutschen Nation bedeuten würden. Wir müssen offen sprechen: Es geht um das Rheinland! Bei allem, was sich im Ruhr­gebiet ereignet: Das Rheinland ist die entschei- deitde Basis! Zur Rettung unseres Volkes, zur Rettung der Rheinlande, zur ReMing der Reichseinheit müssen wir nicht mit Worten, son­dern mit Taten jedes mögliche Opfer bringen! Der Abgeordnete Stresemann hat dieser Tag­ausgesprochen, daß wir vor der Frage stehen, was wir höher schätzen: Politische Freiheit oder Materialismus. Wir müssen bereit sein alles, was wir übrig haben, hinzugeben, um der Frei­heit des deutschen Volkes willen! Wenn wir dazu nicht kommen, wenn wir uns dazu nicht c ufraffen, dann werden wir rettungslos zu Grunde gehen.

___ SelMMsÄndlich müssen auch innere.Ledin- gungen und Voraussetzungen gegeben werden Wir nttissen mit dem Rest unserer Kräfte die größtmöglichen produktiven Leistungen heraus« holen. Mit anderen Worten: Wir müssen mehr produzieren, wir müssen mehr arbei­ten, kurz, wir müssen dazu übergeben, uns groß zu hungern und dabei unsere Arbeitskraft nicht erlahmen zu lassen. Aber wenn der Besitz sichtbare große Opfer bringt, wenn die Vermö­genden dem Vaterland wirtlich geben, was ihrkt gebührt, wenn sie geben, was zur Rettung der Freiheit dient, dann werden auch die erwerben­den und arbeitenden Schichten sich nicht, schon um ihrer eigenen Freiheit willen, den nötigen Folgerungen entziehen. Durch Opfer zur Frei- l/eit oder durch Eigennutz zur Sklaverei und zum Untergang! Das ist die Frage, über die die deutsche Ration in ihrer Gesamtheit sich zu ent­scheiden hat!

Die Lage ist allerdings verzweifelt, weil wir Nichtwissen, ob wir mit weiterem Entgegen­kommen mehr erreichen. Haben wir'denn eme Bürgschaft dafür, daß ein neuer Vorschlag, so wie es die englische Rote fordert, ein Vor­schlag, der in der Zahlen- und Garantiefrage .ernster und bestimmter" wäre, nun auf Erfolg rechnen dürfte! Mit Nichten! Es ist auffallend, daß d-e englische und auch die italienische Rote aus den Pariser Plan der englischen Regierung, der von Sonar Law vertreten wurde, zurück­kommt. Es könnte scheinen, als würden die bei­den Machte zur Grundlage für weitere Erörte­rungen diesen Plan nehmen wollen. Dieser Plan sah eine Summe von fünfzig Goldmilliarden als Gesamt-Verpflichtungssumme Deutschlands vor. Es ist berechnet worden, daß diese Summe einen Gegenwartswert von etwa zweiunddreißig bis fünfunddreißig Milliarden Mark dargestellt hätte, tt-ährcnd wir dreißig Milliarden angeboten ha­ben. Run muß man sich aber daran erinnern, dag dieser Donar Lawsche Vorschlag von Frankreich sehr schroff zurückgewiesen wurde. Aber auch Italien hatte sich mit die­sem Vorschlag nicht einverstanden erklärt. Wenn wir nun aber diesen Donar Lawscb-n Plan was wir nach Lage der Dinge für unmöglich hat ten wirklich zur Basis von neuen Vorschlägen machen würden, wie sollen wir, da von unseren Anregungen ni<6t eine einzige einer ernsthaften Behandlung und gerechten Deurteilung gewür­digt worden ist, dann glauben können, daß eine derartige Aktion ein Ergebnis hätte? Sollen wir nicht tatsächlich in eine so verzweifelte Stim­mung kommen, daß wir in Betrachtung aller Er­fahrungen, die wir in diesen Dingen gesammelt haben, sagen müssen: Es hat doch alles keinen Zweck!

Und doch müssen jetzt, so bitter das für uns ist, Gefühle schweigen. Rur der Verstand allein darf jetzt sprechen. Und da müssen wir mit den .Realitäten" uns auseinander setzen. Die englische Rote wies uns in einem geradezu schulmeisterlichen Tone darauf hin. daß wir die -Realität der Fragen" nicht beachten. Damit ist in einer diplomatisch sein wollenden Form nichts anderes als der brutale Hinweis zu sehen, daß wir uns für besiegt erklären und alle Konsequen­zen aus dieser Lage auf uns nehmen sollen. Das Kapitulations-Verlangen Frankreicks wird durch diese Haltung Englands nur unterstützt, und die­jenigen behalten recht, die immer gesagt haben, daß man Englands Ratschlägen nicht trauen sollel

und daß England dieselbe brutale Politik gegenüber Deutschland, nur in raffi­nierterer Form, betreibe, wie das seitens Frank­reichs geschieht. Mr können diese bitteren Ge­fühle verstehen, aber auch sie dürfen nicht maß­gebend für unsere Einstellung sein, die in der Tat so realpolitisch wie möglich sein muß und die wirklich einzig und allein darauf abgestimmt sein muß, den tatsächlichen, weil lebensnotwen­digen Bedürfnissen unseres Landes und unseres Volkes und namentlich unterer Rhein- und Ruhrkämpser gerecht zu werden. es.

Am die neuen Vorschläge. Das Angebot wird erweitert.

(Eigener Drahtbericht.1

Berlin, 18. Mai.

Die Beratungen im Reichskabinett über dir Stellungnahme der deutschen Reichsregierung zu den Noten der Entente find fortgesetzt im Gange. Eine Strömung im ReichAkabinctt, die unterstützt wird von verschiedenen Reichs-Res­sorts befürwortet die e i n z e l n e Beantwortung der Roten. Man macht von dieser Seite geltend, daß die von den verschiedensten Seiten aufge­worfenen Fragen nicht einheitlich beantwortet werden könnten. Ob man zu einer Einzel- oder zu einer Gesamt-Beantwortung kommen wird, ist zur Stunde noch nicht entschieden. Es frfsein: ober doch, daß die Rcichsrxgierung sich für einen Schritt, der an die gesamte Entente zu richten wäre, entscheidet. Die Rate wird das frühere Angebot erweitern und vertiefen, und die Regierung kann sich dabei auf die Stellungnahme des Reichstages berufen, der vor seinem Aus. einandergehen der ReichSregierung zu erkennen gegeben hat, daß der überwiegende Teil der deusschen Volksvertretung gewillt und bereit ist. für die Erkämpfunq und Sicherung der deutschen Freiheit die größten Opfer zu bringen. Die Beantwortung der Rote wird aber auf keinen Fall vor Pfingsten erfolgen können.

Stellungnahme der Industrie.

Berlin, 18. Mai. (Privattelegramm.) Die am Mittwoch und Donnerstag stattgcfundcne Besprechuna des Gesamtverbandcs der F n d u. st r i e hat sich eingehend mit der in den Eutente- noten gewünschten Erweiterung der deut­schen Angebote befaßt. Die Sitzungen verliefen ohne daß Beschlüsse gefaßt wurden, da man zu­nächst die Aussprache mit dem Kanzler äbwc-rten will. Es zeigte sich fedock Nebereinstimmung da­rin, daß die Industrie bei allen prinzipiellen Be­denken gegen eine Erweiterung des deuttchen An­gebots sich vor neuen Opfern njchtver. chließen will, wenn düse im nationalen Interesse notwendig sein sollten.

lNntrag der Eewerkschufie«.

Berlin, 18. Mai. (Privattelegramm.) Die gestrige Ab-ndfltzung der Gewerkschaften hat die Forderungen festgelegt, die dem Kanzler am Sonnabend für die Beantwortung der Rote übergehen werden sollen. Wie wir erfahren, ist der wichtigste Punkt der Forderungen die B c r. öfsentlichung der Garantien und die Nennung eines höheren Betrages der Repara- tionssummc als in der letzten deutschen Rote.

Sine stanzöflsche Falle.

Waffenstillstand für das Ruhrgebiet?

(Eigene Drahimeldung.)

Paris, 18. Mm.

Rach englischen, über Paris kommenden Mii- teilunMn rechnet man in Frankreich, falls die Verhandlungen mit Deutschland zustaude- kommen, auf monatelange Dauer dieser Verhandlungen. Frankreich sei bereit, für diese Zeit eine Art Waffen st ill st and im Ruhr­gebiet einzugehen in der Weise, daß während der Verhandlungsfrist kein militärischer Eingriff in das Wirtschaftsleben und die öffentliche Ver­waltung von feiten der Franzosen vorgenommen wird. Wir können nur davor warnen, eine der- arttge Mitteilung kritiklos hinzimebmen. Es prichi vielmehr alles dafür, daß auch diese Taktik, die in der Tat gegenwärtig von einer1 gewissen politischen französischen Gruppe geübt wird, dazu bestimmt ist, den Deutschen die ein- zige Waffe, die sie im passiven Widerstand haben, aus der Hand zu schlagen. Ist erst dieser passive Widerstand außgegehen, dann wird er nicht mehr zu errichten sein, während die Franzosen vollständig freies Spiel hätten.

Deutschlands innere Lage. Was die Franzosen aus Berlin melde«.

(Eigener Drahtbericht.)

Paris, 18. Mai.

Die Berliner Korresvondenten der f r a n- zösischen Presse beschäftigen stch eingehend

mit der durch den Plan der neuen deutschen Vor­schläge geschaffenen inneren Lage in Deutschland. Sie suchen für einen Kadi- nettwcchsel Stimmung zu machen, denn ein anderes Kabinett würde eher in der Lage fein, befriedigendere Vorschläge zu machen, als das Kabinett Cuno. Der Korrespondent desPetit Pariflen" meint, das Kabinett Cuno bleibe nur am Ruder, weil niemand es zu stürzen toage. Die Sozialisten hätten große Angst vor der Auf­forderung, den Zusammenbruch des passiven Wi­derstandes zu liquidieren. Innerhalb des Kabi­netts wisse man überhaupt nicht mehr, welchen Heiligen man zu opfern habe. Herr von Rosen- berg habe am Montag abend seinen Rücktritt an- geboten, den Cuno nicht gebilligt habe. Ersterer war wirklich krank. Die einstimmige Ansicht der alliierten diplomatischen Kreise sei, das Kabinett Cuno, Rosenberg, Becker könne unmöglich zu einer befriedigenden Lösung der Kri kommen, da es mit der Politik des passiven Wi- derstandes zu eng verwachsen sei.

Meinungen in der Entente.

Ablehnende Haltung in Frankreich.

lEigene Drahtmeldung.)

Paris, 18. Mai.

Die Pariser Presse beschäftigt sich eingehend mit der bevorstehenden deutschen Antwort. Das BlattL'Oeuvre" macht hierzu folgende bezeich­nenden Bemerkungen: In den amtlichen Kreisen wie in halbamtlichen Blättern Frankreichs zeigt man einen gewissen Humor und ist nicht bereit, sich nm Vorschläge zu streiten, die man überhaupt noch nicht kennt. Wir btirfen nicht vergessen, da Lord Curzon und Mussolini in ihren Roten an Deutschland sich um bl? Ehre gestritten haben, die Rote des Herrn Cuno herbeigeführt zu ha­ben und daß sie den Deutschen inzwischen vorge­schlagen haben, neue Vorschläge zu machen. Deutschland gibt also einer Einladung der Al­liierten nach, wenn cs uns eine neue Note sen­det. Wir werden diese Note znrückweisen (!)

Ein angeblicher Vorschlag.

Loudon, 18. Mai. (Eigene Drahtmel- dung.) Der politische Mitarbeiter desDaily Telegraf" schreibt in seinem Blatte, er glaube zu wissen, daß sich unter den Rcparationsplänen, die von den verschiedenen bcutfdjen Sackverstän- digen-Gruppen der deutschen Regierung unter­breitet wurden, ein Vorschlag beftndet der die Zahlung von einer Gesamtsumme von fünf­zig Milliarden Goldmark in 25 Jah­ren vorsieht. Während der ersten fünf Jahre soll eine Milliarde Goldmark pro Jahr, in der zwei­ten Periode von fünf Jahren anderthalb Milliar­den, in der dritten zwei Milliarden, in der vier­ten zwei Milliarden*nnd in der letzten Periode drei Milliarden jährlich bezahlt werden.

Osanber und etappenweise Räumung.

Paris» 18. Mai. (Eigene Drahtmeldung.) DasPetit Journal" führt heute aus: Herr Cuno scheint nicht daran zu denken, Frankreich und Belgien wirkliche Pfänder für die Si- checheit zu geben und auch nicht die Entschei­dung der Alliierten über die etappenweise Räumung des Ruhrgebiets nach Maßgabe der deutschen Zahlungen cmzunehmen. Er wird im Gegenteil die Forderung aufrecht erhalten, daß die Gesamtschuld Deutschlands von einem internattonalen SachvsrstSndiyen-KonÄtee fest­gesetzt wird. Das neue deutsche Angebot ist ein Manöver, das hoffentlich dasselbe Schicksal ha­ben wird wie das erste. Tie (Situation, in der sich Deutschland befindet, könne nur durch neue Vor- chlage von neuen Männern geändert werden.

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Widersprechende Meldungen.

Paris, 18. Mai. (Eigene Drahtmeldung.) Der Londoner Korrespondent des .Petit Parisien" berichtet, daß er an amtlicher Stelle erfahren habe, daß die englische Regie­rung dem deutschen Botschafter Dr. Sthamrr in förmlicher Weise zu erkennen gegeben habe, daß sie sich weigere, mit Berlin Vorbe- sprechungcn des neuen deutschen Angebots cinzuleiten. Am Gegensatz hierzu will der B e r- liner Korrespondent des »Echo de Paris" er- fahren haben, die englische Regierung habe dem Kabinett Cuno mitgeteilt, sie wünsche die deutsche Antwort zu kennen, bevor sie an die alliierten Regierungen abgesandt würde. .

Ein Jahrestag.

®ie erste Verfassung vou 1848.

Sn «krinnernng an dl» erste deutsche Ratlonalver- fantmlung im Jahre 1848, das nach der Revo­lution dein deutschen Volke die Versagung brachte, wird heute in Frankfurt eine Feier veranstaltet. Am 18. Mai jährt sich zum fünsundsisbmgsten Malo der Tag,an dem im Jähre 1848 in der Pauls- kirche die erste deutsche Rattonalversammlung zusammentrat. Zur Erinnerung an dieses Ge­schehen veranstaltet die Stadt Frankfurt eine dem Ernst der Zeit angemessene Feier an historischer Statte. Der Reichspräsident sowie Vertreter der deutschen Länder haben ihr Erscheinen zngesagt. In der allgemeinen Er­öffnungsfeier auf dem Römerberg wird der Reichspräsident sprechen: hieraus begeben sich die Teilnehmer in feierlichem Zuge zum Festakt in die Paulstttche, am Abend nimmt der Reichspräsident den geplanten Fackelzug am; Opernhaus entgegen.

Dastolle'Jahr" hatte stch für Frankfurt wahrlich toll genug gestaltet. Endlich am 18. Mai trat die langersehnte Nationalversammlung zusammen: über 300 Abgeordnete versammelten sich des Nachmittags im Kaisersaal des Römers, zogen von dort ans zur Paulskirche. Die Stadt, wehr bildete Spalier, Böllerschüsse krachten, Glockengeläut von allen Kirchtürmen der Stadt, schwarzrotgoldene Fahnen wehten, und viel Volk war hcrbeigeeilt, um diesen großen Augenblick Mitzuerleben. Die Bürger hatten Häuser und Straßen geschmückt, die Stadt im Feierkleid grüßte die Erschienenen, von deren Entschluß sie alles erhoffte. Tie Männer, die nun in der wür- digernsten PLülskirche zusammentraten, hielten ja ihr Schicksal in den Händen: die große»« Dichter und Denker jener Zeit waren unter ihnen. Ernst Moritz Arndt, dessen flammende Freiheitslicder in aller Herzen brannten; Nhland, der Dichter desWirtes wundermild", der den Apfelbaum, den Spender des beliebten Rattonalgetränkes, verherrlicht hafte, dem Frank- furter Bürger aus Begeisterung und Dankbarkeit Tannenbäume vor die Haustüre pflanzten; Dahlmann, Jakob Grimm, Wilhelm Jordan, Drovsen, Haym.

Aber auch der überaus volkstümliche und allbcliebte Turnvater Jahn fehlte nicht: wer auch immer sich eingefunden hafte in der Pauls- kirche, ob Dichter, oder Denker, ob Volksmann oder Aristokrat; der langgehegte Wunsch, das Vaterland frei, einig und groß zu sehen, einte sie zu fester Gemeinschaft. Der Ruf nach Frei­heit durchflog ja die ganze Welt, fand starken Widerhall in der alten sreiheittiebenden Main- städt und verklang doch schließlich, ohne daß die großen Hoffnungen sich verwirklicht hätten. Dem Volk, das sein Geschick selbst bestimmen wollte, wurde die erträumte Freiheit, Einiakeit und Größe nicht zuteil; so sehr der gute Wille, das unerschütterliche Vertrauen zur gerechten Sache die erste Rattonalversammlung beherrschte, was sie in denGrundrechten de? deutschen Volkes" (die im Dezember 1848 als Gesetz verkündet wurden) niedergelegt, erfüllte stch nicht. Der schwerste Schlag war, daß König Friedrich Mlhclm IV. die ihm angctraaene deutsche Kai- erfrone nicht annahm und somit die neue Reichsverfassung nicht zustande kam. Angesichts dieser Tatsachen wandelte sich die himmelstür- mende Hoffnungssreude in Niedergeschla­genheit. Und doch gab Arndt, der Feuergeist, die große heilige Sache nicht verloren, er schrieb:

.Wir sind gesMagen, nicht besiegt, In solcher Schlacht erliegt man nicht!" und Wilhelm Jordan träumte von dem König, umgeben vom endlich geeinten Deutschland, der nach siegreicher Schlacht im Dome zum Kaiser gekrönt wird. Acker trotz der lichten Zukunfts­bilder war die Gegenwart schwer und sorgenvoll.

In diese ersten Maitage fällt auch das 75jäh- rtge Jubiläum des einst so bedeutungsvollen Frankfurter Bürgervereins. Seit 1839 war in derfreien* Stadt Frankfurt die Bildung von politischen Vereinen verboten. In den vierziger Jahren wurde dann dosMon- tagskranzchen* gegründet, aus dem sich später der demokratische Verein entwickelte. Als Ge­gengewicht gcaen dieses Montagskränzchen und dem ans seinen Mitgliedern entstandenenDeut­schen Verein" gründete der bekannte Frankfurter Arzt Heinrich Hofmann, der Verfasser des un­verwüstlichen, ctoigiungenStruwwelpeter" den Bürgerverein, in den jeder .ohne Unterschied des Standes, Berufes und Glaubens eintreten konnte Lange Jahre bat dieser Verein im ös- entlichen Loben Frankfurts eine bedeutende Rolle gespielt und bat für das Wohl seiner Va­terstadt und ihrer Bürger segensreich gewirkt.

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Sie Studenten beteiligen sich nicht.

Frankfurt, a. M., 18. Mai. Der Vorstand bet Frankfurter Stud entenschaft gibt be­kannt: Die Kammer der Frankfurter Studen­tenschaft hat in ihrer Sitzung vom 14. Mai be-