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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

Nummer 113

Einzelnummer 150 Mk<

Freitag, 18. Mai 1923.

Einzelnummer 150 Mk.

13. Jahrgang.

Meliere deutsche Gebiete in Gefahr!

r», welche Hindenburg als uiwermeidlich ansieht.

Unter verschärftem Zwang.

Widerstand in de» Höchster Farbwerke«.

(Privat-TekegrammO

Höchst o. M 17. Mat.

DaS Kommando, das vorgestern die Besct. zung der Höchster Farbwerke vornahm, ließ sich im Laufe des gestrigen Tages den Betriebs, rat kommen. Der militärische Wortführer for­derte den Betriebsrat auf, bei der Abbeför­derung der beschlagnahmten Farben und Produkte behilflich zu fein, damit die Beset­zung mit der Erledigung des Auftrages nach drei Tagen aufgehoben werden könne. Der Betriebs-

dehnt, veröffentlicht derDaily Telegraph« einen neuen Artikel Lloyd Georges zur Rnhrfrage. In ihm sagt der frühere Ministerpräsident, die Schuld an der neuen Kriegsgefahr liege beim fetzigen englischen Ministerpräsidenten Donar L a w. der nicht in Paris die Besetzung des Ruhrgebietes verhindert habe, indem er sich auf einen Rückzug von der Mitwirkung be­schränkt hab«, statt das Prestige EnAands in die Wagschale zu werfen. Tas deutsche Angebot sei allerdings nicht genügend genug, aber statt brüsker Abweisung hätte Bonar Law

bäude habe« die Kommunisten die Ban«, meile nicht beachtet. Sie haben vir Der- cinbarung mit dem Polizeipräsidium, das beim Eintritt in die Bannmeile des aus den deutschen Delegierten bestehenden Trauergefolaes ab.

Sngliftye Warnung an Frankreich.

London, 17. Mai. (Eigener Trahtbettcht.) Der Londoner Korrespondent derTimes« mel­det: Die neuen stanzöfischen Besetzungen ver­stärken in Berlin die Schwierigkeiten, das gesamte deutsche Kabinett zu neuen Zuge­ständnissen an die Alliierten zu bringen. Bis­herige Besprechungen hätten nur die Berhand- lungsbereitschast Deutschlands gebracht. Der Berliner Korrespondent derTimes" warnt, die drohende Besetzung von Mann­heim, Heidelberg und Frankfurt zu- zulaffen, da sie alle Bemühungen Englands n«h verhandlungSfähigen Borschlägen Deutsch- landS zer störe« mfifte.

Die vermehrte Besetzun g.

Llohd Georg- gegen Frankreich.

(Eigener Trabtbericht.s

London, 17. Mai.

schwenken und sich sofort anflösen sollte, nicht ge- halten, sondern sind d e m Z u g e bis an dir Bot- schast gefolgt. Infolgedessen hat die Poli- zei die Linden für den Durchgangsverkehr zwischen der Wilhe mstrahe und Friedrichstraße für drn ganzen Tag gesperrt. Während bei der Uebersührung der Leiche vom Bahnhof nach der Botschaft lediglich die BerkehrSposten verstärkt wurden, waren für nachmittags umfangreiche po­lizeilich- Maßnahmen getrofstn, einmal, um die

Die deutsche Antwort

Entsendung nicht vor Pfingsten.

tBormarfti) in 2Saften.

Karlsruhe, 17. Mai. (Privattekegramm.) Bon Breisach aus hat ein französisches Komman­do Ihringen besetzt, daS an der Bahn Brei. sach-Freiburg liegt. Ueber Karlsruhe, Rastatt, Baden-Baden und wUdbad find gestern fran. zSsischr Militfieflieger erschienen.

Worowskls Leiche In Berlin.

Ei« Zwischenfall durch die Kommunisten. (Brivat-Telegramml

Berlin. N. Mai.

Die Leiche des in Lausanne ermordeten r u s - ischen Gesandten Worowski ist gestern vormittag auf dem Anhalter Bahnhof eingetrof- sen. Tas diplomatisch- Korps war offiziell nicht zur Leichenfeier gebeten. Bei der Uebersührung der Leiche vom Bahnhof nach dem BotschaftStze-

3ör edkmaiiae OffWm verboten.

DMftld»rf-NMai. (Pttvaftelegramm.) DerMaftn" meldet: General Drgoutte hat den frühere» deutschen Offizieren das Betreten des besetzten Gebietes verbo­ten. Dortmund wird am 1. Juni Sitz einer Hauptzollstelle für den GiUerverkchr vom unbesetzten nach dem besetzten Gebiet.

_ Ston Zweifel: In den Parteien gärt «s. Sie hüben den begreiflichen Wunsch, bei der kommen- ^n Gestaltung der Dinge nicht in der gleichen Weise nusgeschaltet zu werden, wie das bisher der Fall war. In der Tat hat sich das jetzige System nicht bewährt. Die mangelnde Verbin­dung zwischen Parlament und Regie­rung hat verhängnisvoll« Folgen gehabt. Die Parteien als die Vertreter des Volkes müssen nun eine stärker« Aktivität entwickeln, und e« kann heifte schon gesagt werben, daß die Reichs- regtentug bei ihren weiteren Schriften das Par- lauwnt in höherem Maße heranziehen wird als b,she^ Ab«r noch etwas anderes ist von außer- ordentlicher Wichtigkeit. Es mutz auch Ernst ge­macht werden mit den Garantien und ihrer Aus­gestaltung und Verbürgung. Mit dem Prinzip der Freiwilligkeit kommen wir nicht vorwärts. Der Egoismus ist noch allemal der Sieger ge- blieben. Und wo es um Sonderintereffen ae&t, da sckeuen bestimmte Grupven, wie das Ergebnis der Dollar-Schatzanleihe deutlich zeigt, auch nicht davor zuruck aus der Not von Land und Volk Kechrtal zu schlagen. Di« Regierung muß jetzt einschen, daß sie mit den bisherigen Methoden wcht durchkommt. Wir werden di« Frage der Garantien auf ganz anderer Basis in Angriff nehmen muffen, akS das bisher der Fall war Nrcht, mehr Freiwilligkeit, fondern gesetzliche Dorichristen und Maßnahmen werden uns in dielen Dingen weiter bringen können. DaS er­fordern die politischen Notwendigkeiten nach in- neu wie nach außen. Ez ist auch sebr bezeich­nend, daß ein Mann, wie S t r e s e m a n n der gegenwärtig sehr stark die Notwendigkeit größ- ter Opfe der deutschen Wirtschaftskreise zum i ..wecke der Erringung der deutschen Freiheit be- ; ♦ont, und der vor allem den Zugriff auf die Suh- ;

stanze« und Sachwerte betont, in einem Teil der ReichSpreffe als zweiter .Erzberger" bezeichnet wird und daß man in der schärfsten Form gegen ihn vorgeht. Die Entscheidung der Frage .Was jetzt?" bringt die Entscheidung über das Schick- sal des ganzen deutschen Volkes, die Entscheidung über die deutsche Freiheit. J. B.

Düsseldorf, 17. Mai. (Eigene Draht- mekdung.) Ueber die Besetzung der Chemischen Fabriken vorm. Weiler ter Mer wird noch gemeldet: Die belgische Besatzung erklärte der Direftion, sic sei gekommen, um die seit dem 11. Januar 1923 eingestellten Sachlieferungen mit Gewalt ab zu holen. Von der Direk­tion wurde erwidert, sic lehne jede Mitwirkung hierbei entsprechend den Weisungen der deutschen Regierung ab. Die Meister haben bereits den Beschluß gefaßt, die Arbeit so lange ruhen zu lassen, bis dir Werke von der Besatzung wie­der befreit sind. Nachdem die Franzosen in der vorigen Woche die Seilbahn zwischen der Zeche Karolinenglück und dem Bochumer Verein lahmgelegt haben, ist jetzt auch die Eisen­bahnverbindung zwischen der genannten Zech« und dem Bochumer Verein von ihnen un­terbunden worden, so daß der Bochumer Benin keinen Koks mehr beziehen kann. Es droht dadurch die Stillegung des zweiundzwan- zigtausend Arbeiter beschäftigenden Werkes.

Werkvrfkvung fturch ftie Beiglc .

Oberhausen, 17. Mai. (Privattele­gramm) Die ZecheProsper 1" und die Ver­waltungsgebäude der Rheinischen Stahl- werke wurden von Belgiern besetzt. Zu­nächst suchte man den Direttor Feller, fand ihn aber nicht vor. Daraufhin nahm man eine zwei, stündige Durchsuchung seiner Vrivmwohnung vor und warf alle Möbelstücke und sonstigen Gegenstände- durcheinander. Hierauf mgab man sich zu den BÜroräumen, wo die Beamten wenig Entgegenkommen zeigten. Der Bürobeamte Koober wurde deshalb f e st g e - nommen. Dem Direktor wurde ein kurzes Ultimatum gestellt; falls er sich bis dahin nicht meld«, solltenSaukttoneu« ergriffen werden.

Wieder hundert Familien aftftachl»«.

LndwigShnfe«, 17. Mai. (Privat-Tele- firantm.) Den Bewohnern eines Einwohner­blocks im nördlichen Stadtteil ging gestern nach, mittag von ben Franzosen die Weisung zu, ihre Wohnungen bis heute nachmittag 4 Uhr zu räumen. Ueber 100 Familien werden von dieser grausamen Maßnahme getroffen. Die Lage in der «nikinfabrik ist unverändert Di« Lohnzahlung au die Arbeiter und Beamten foll heute erfolgen. Bej der gestrigen Absper- nrng der Fabrik durch SpahlS wurde mehrere Personen leicht verletzt, da die Araber rück- sichtslvS in di« Menge hineinrttten.

Di« Regierung ist noch mit der schwierigen Aufgabe beschäftigt, das neue Angebot an die Lllliierten auszuarbeiten. Um diese Vorbereitung nicht zu stören hat die Reichsregierung im Reichstage auf die Anfragen verschiedener Par­teien noch keine Erklärung gegeben. Daß jetzt sehr gewichtige und bei den gegebenen Verhält- Nlffen außerordentlich tief einschneidende Ent­schlüsse auch nach innen gefaßt werden muffen, ist klar. Man wird deshalb annehmen können, daß es vorläufig zu keiner Kabinettskrise, zu keinem Ministerw-chs-l und zu keinem KanzlersturZ kommt. Die Parteien sind durchgängig der Mei­nung, daß das Kabinett Cuno, das das Ruhr-Unternehmen auf sich genommen hat, nicht gehindert werden darf in den Maßnahmen zu dessen Beendigung. Von feiten der Linken spie­len hier auch noch andere Erwägungen mit, der- man geltend macht, die Regierung Cuno sei ja die vom Auslande und von weilen politi- schcn i:nd wirtschaftlittien Kreisen des Inlands gewünschte Sicaientng derDiskontfähigen Män­ner . ,vcrner verweist man von jener Seite dar­auf, daß bestimmte politische Kreise dem Kanzler Cuno nachgcruhmt haben, er sei der erste Kanz­ler der Neuzeit, der endlich einmal nein gesagt nA. Der dentschnationale Abgeordnete Hergt hatte Cuno sogar den National-Heros genannt. Man verweist endlich darauf, daß namentlich in £ außerordentliche Hoffnungen auf

Annas Politik gesetzt worden seien. Unter diesen Umstanden m eine Bresche zu springen, lehnen die Sozialdemokraten ab, weil sie warn, daß man darauf sofort wieder mit dem Wort von dem Rückcnstoß bei der Hand sei. Das aber wolle man iich nicht zum zweitenmale sagen lassen.

Man muß also mit allerlei politischen Fak- toren rechnen. Es ist auch richtig, daß der Reichskanzler Cuno nur eine sehr lose Verbin- dung mit dem Parlament und mit den Parteien unterhalt. Aber die Fehler eines derartigen Sy­stems zeigen sich doch jetzt allzu deutlich. Wir glauben nicht, daß sich die Reichsregierung einem Fiasko ausgesetzt haben würde, wenn sie neben

Mengc von Vertretern, von Gruppen und Grüppchen der verschiedensten Art auch die Stim­men des Parlaments in etwas gehört und bc- achtet haben würde. Die deutsche Note ist den Parteiführern nur zur Kenntnis gegeben wor- dcn. Irgend einen Einfluß bei der Gestaltung baden sie nicht. Dagegen hat man von anderer derartige Einflüsse in Kauf genommen. Es ist eine betrübliche Tatsache, daß keine Re­gierung fett dem Zusammenbruch eine fo schroffe, &emuti0cnbc und barsche Antwort gerade von England erfahren hat. Daß mehr als vier Jahre nach Kriegsende etwas derartiges möalich ist, noch dazu einer Regierung gegenüber die ganz unpmlamentarisch ist, und deren Männer um vieles angenehmere Aemter mit einem dornen- für das Wohl der Gesamtbeit vertauscht haben, das ist von einer unsagbaren Demütigung für das ganze deutsche Volk, denn die Regierung Cuno repräsentiert das deutsche Bo«, und die Behandlung, die ihm zuteil wird, Nl-fst das deutsche Volk in seiner Gesamtheit, samtheit.

rat lehnte entschieden die Hilfe der Arbeiter ab, da er das Eindringen in die Stühe der Ar- writ als «ngesetzlich undi Vertrags - widrig betrachte. Der Zutritt zu den Werken

den dürfen. Dem Artikel soll ein weiterer folgen.

Weflere deutsche Gebiete 1p Gefahr.

$ori§, 17. Mai. (Eigene Drahtmeldung.) DemEcho de Paris" zufolge treten die neuen Besetzungs-Anordnungen für Nord- und Süddeutschland auf Grund der Eini­gung zwischen Frankreich und Belgien am 15. Suni in Kraft. Ueber die Ausdehnung der neuen BcsetzungSzone werde Stillschweigen be­wahrt. DemEcho" zufolge soll Bonar Laws Heimreife nach London mit der Anzeige im Zu­sammenhang steh-n, die PojucarS dem Lord Gre- wen von Frankreichs Entschlüsse gemacht habe, weitere deutsche Gebieteauf Grund d«S Versailler Vertrags" und zur Erzwingung der Reparationsleistungen zu besetzen.

2?eite sccmz0fl?ctze Truppen.

Paris, 17. Mai. (Eigene Drahtmeldung.) In das Ruhrgebiet werden dieser Tag« weite»« bedeutende Truppcnvcrstärkungen entsandt, so zum Beispiel heute das 25. Alpenjäger-Bataillon, morgen das 24., am 18. Mai das 22. Bataillon. Diese Truppen garnisonierten an der Riviera.

wurde daraufhin nicht nur den Arbeitern, son­dern auch den Angestellten verwehrt. Lediglich die Direktoren der Werke dürfen den Betrieb betreten, jedoch nur unter Bewachung.

»

Die Störung der Znftustrie.

ftntliche Meinung in A m e r i k a sich seit dem Kriege wefentlich verändert hat.Die Kriegs- Propaganda und die Kriegspsychose', sagte er, hatten das amerikanische Volk noch zum gro­ßen Teil in ihren Fesseln." Noch einmal wäh­rend der Unterhaltung kam das Gespräch auf die amerikanischen Truvven. von denen Hindenburg sagte, daß st« tüchtig und mutig im Felde wa­ren und sich später als Besatzunqstruphen in Deutschland alsGentlemen" gezeigt hätten. .Sie hatten übrigens Glück," sagte er zu Hmipt- mattn McMahon,in dem Koblenzer Brücken­kopf stationiert zu sein und di« Eifelberge als Manövergelände zn haben, die die Quelle mancher fruchtbaren militärischen Lebren sind. Ich selbst kenne jeden Fuß jenes Gelän­des. Ich war vier Jahre lang dort in Garns- an.' Hindenburg drückte sich lobend auS über das amerikanische Nati oualbewnßt. seinEuch Amerikanern." sagte er,wird der Patriotismus schon von der Wiege aus zmn Selbstverständlichen. Und jeder Bürger fichtt, daß sein Land ebenso sehr ein Teil von ihm ist, als er ein Teil seines Sandes ist." In wehmii- Ha em Ton fügte der Feldmarichall hinzu: Wenn Deutschland nur solch wunderbares Na- lionalgefübl schaffen und erhalten könnte!"- Das Gespräch wandte sich dann der

Frage der Zukunstskriege

Wührcnd Frankreich immer mehr Truppe» _____ .. _________ _____________________...

nach Deutschland schickt und die Befetzuna au6 Bannmeile zu sichern und dann, um jedem weite- - !ren Zwischenfall begegen zu können.

Zukunftsfragen.

Was Hindenburg einem Amerikaner sagte.

®«t teste Kommandant der amerikanischen DesatzuniStrnPpe« machte einen Beinch beim get»mc*f*aa v. Hindenburg, wobei sich dieser Uder mllititrlsihe ZuknnftSfragen iintzerte.

Di« Blätter deS International News Service veröffentlichen eine Pepesche ihres Berliner Korrespondenten ®. D. Weyer, die den Wort­laut einer Unterhaltung zwischen Generalfeld- marschall von Hindenburg und dem ame­rikanischen Hauptmann B. B. Mac M a h o n wiedergibt. Der Korrespondent erklärt in seiner Einleitung, oaß die Unterhaltung ursprünglich rein persönlich gedacht war, daß er aber wegen des groben Interesses, das die Ausführungen des General-Feldmarschalls für die amerikani­sche Oeffcntlichkeit haben, Hindenburg gebeten habe, feine Zustimmung zur Veröffentlichung zu geben. Der Genctal-Feldmarschall gewährte diese Bitte unter der Bedingung, daß an dem ihm unterbreiteten Text nichts geändert würde.. Dieser autorisierteText lautet wie folgt: Captain McMahon, der das allerletzte Kom­mando der amerikanischen Besatzungsarmec nach Amerika zurückfühtt, ist vorige Woche von Bre­men abgefahren und machte Hindenburg in des­sen Wohnung in Hannover einen informellen und inoffiziellen Abfchiedsbefuch. Hindenburg sprach sich in fehl lobender Weise über

die amerikanischen Soldaten aus. In allen seinen Bemerkungen war nicht der geringste Ton von Bitterkeit, außer als Frank r e i <f> erwähnt wurde. Bei diesem Thema schien der mehr als sechs Fuß hohe Riese plötzlich von einem tadellos in Zivil gekleideten countrtz genileman" in die lebende Verkörpe- rtmg eines Mars verwandelt. Seine Augen flammten hell auf, und dieser 76 Jahre alte Feldherr, der kaum wie 60 aussieht, schien noch mehr verjüngt, und er war jeder Zoll ein Sol­

dat.Wir werden Vergeltung haben, und wenn es 100 Jahre dauert, denn die Geschichte wieder­holt sich," sagte Hindenburg.Und was ich mehr als alles in der Welt wünsche, ist, daß ich selbst noch einmal die Waffen gegen Frank­reich ergreifen dürfte. Ihr Amerikaner habt gut gekämpft, und als der Kamps vorüber war, seid Ihr in fachgemäßer Weife an die Aufgabe der Besatzung herangegangen und habt sie sach­gemäß gelöst.--Ohne Gift und Galle, ohne

Rachegefühl, ohne Hatz. Das ist die Art des echten Soldaten mit jeder Faser seines Wesens wirft er sich, begeistert in die Schlacht, doch wenn das Kämpfen vorüber ist, vergißt er den Krieg und versetzt nicht noch dem darniederliegenden Feinde Fußtritte. Aber was sich heute bei uns unten im Ruhrgebiet und Rheinland begibt, ist genau das Gegenteil: dort unten säen die Franzosen

eine Saat des HasseS

der Generationen dauern muß." Hindenburg gab der Meiirung Ausdruck, daß ein Krieg zwischen Japan und Amerika eine starke Wahrscheinlichkeit der Zukunft fei. Er kommen­tierte den ständigen Zufluß japanischer Sttiden- ten und Beobachter in Europa.Die Japa­ner," fügte er hinzu,verdienen Lob dafür, daß sie fortwährend versuchen, ihre Rasse auf immer höhere Stufen zu bringen." Der Feldmar- chall war skeptisch mit Bezug auf irgendwelche Rettung" Deutschlands von außen. Ebenso wie Ludendorff steht er auf dem Standpunkt, daß nur das deutsche Volksich felbst helfen kann, und zwar hauptfächlich durch abfolute Einig­keit. Hindenburg glaubt nicht, daß die ös-

Fraukrcich an den Berhandlungstifch bringen müssen. Die Vorgänge an der Ruhr feien deshalb durch den Vcrfailler Vertrag nur halb (?) Mrochtfcrtigt (sie sind.überhaupt nich^ gerechtfertigt. T. Red.), weil dfc Ruhrbcsetzuna nur durch alle Alliierten hätte durchgcführt wer-