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Meier Neueste Nachrichten

Hessische Abendzeitung

Kasseler Abendzeitung

13. Jahrgang

Nummer 106.

Mittwoch, 9. Mai 1923.

Sinzelnnmmer 150 Mk.

Einzelnummer 150 Mk.

Das Streben nach Verhandlungen

ii

nrcns Martha Böhmer von französischen Soldaten in ihrer Wohnung vergewaltigt.

Regierung um deswillen einer Fortführung der Diskussion bedarf, weil sie Von Auffassungen ausgrht, die nur auf offenbaren Mißverständ­nissen beruhen können. Auch in diplomatischen Kreisen herrscht durchweg die Auffassung vor, daß die französische Antwort nicht als eine unbe dingte Ablehnung Frankreichs anzusehen ist und daß es insbesondere noch auf die Haltung der übrigen Alliierten, die der französischen Note »nicht in allem zustimmen können, ankommt.

Am na-

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JnferttonLp reise:») Sinhsiurtsch« Aufträge: Die einspaltig« Stiyetgen^tle 200 Mark, Kami- iieunachrichten, die 3etk 160 Mark die einspaltige Retlamezelle 7(X) Mark b) Autwartige Aus trage: Die einspaltige Ayzeigenzeile 200 Mark die einspaltige Reklamezeile 700 Mark, alles ein. schlieklich TeuerunzSzuschlag und Lnzetgensteuer. Mr Anzeigen mit besonders schwierigem Satz hundert Prozent Aufschlag. Für dir SitchUgkeU aller durch ieruwrechsr aufgezebeaen An­zeigen. sowie für Aufnahmedaten und Plätze kann ein« Dewähr nicht übernommen werden. $ ruderet: Schlachthosliratze 2X/30. «sschäslS'telle: Kölnisch- Straße Telephon Nr. 951 und 952

Die Siellungnadme in London.

London, 8. Mai. (Eigene Drahtmeldung.) Rach der Ucbcrrcichung der selbständigen fran­zösisch-belgischen Antwort an Deutschland tonnte man in London eine leichte Derstimmung gegen Frankreich feststcllen. In den politischen Kreisen wird der Besuch viel besprochen, den Baldwin rem französischen Botschafter abstattete. Der Ber- nch Lord Grewes in PariS, die gemeinsame Antwort . aller Alliierten herbeizuführen, war, lautWestminster Gazette" auf einen Beschluss des englischen Kabinetts zurückzuführen.

Der engttfch-fronzdffstve Gegensatz.

Paris, 8. Mai. (Eigene Dr-chtmekdung.) Die Verzögerung in der Ueberreichung der fran­zösischen Rote in Berlin war auf einen Schritt Englands zurüSzuführen, das um Bekannt­gabe des Textes der französischen Rote vor ihrer Weitergabe an Deutschland ersucht habe. Der PariserTemps" schrieb, dass Frankreich Verhandlungen über die Rote nicht habe zngestehen können, dass es aber aus bundes- ffeundlichen Rücksichten Entgegenkommen in der ivotm habe zeigen müssen, und dass man in Pa­ris den englischen Standpunkt, mit Deutschland in Verhandlungen einzutrcten. immer weniger begreife. Frankreich verhandle nicht. (?)

amtlich Stellung zu nehmen, da es sich mit sei­nem Angebot an die alliierten und asso­ziierten Mächte gewendet hat, womit aus­drücklich gesagt wurde, daß man nicht mit den einzelnen Alliierten verhandeln wolle. Die deut- sche Regierung hat umsomehr Veranlassung, die Antworten Italiens und vor allem En g - lands abzuwarten, da sie ja durch die Aufforderung Lord Curzons zu ihrem Vorgehen veranlaßt worden ist. Die Begründung, welche der französische Ministerpräsident für die Ablch- ; nung des englischen Wunsches, eine Kollektivnote abzusenden, gibt, ist nicht nur höchst fadenschei­nig, sondern in der Form sehr schroff; denn die Begründung, daß die französisch? Oeffentlichkeit und die Deputterttnkammer eine sofortige Ab­lehnung verlangten, bedeutet eine Herausforde­rung Englands. Sie wird auch von der briti­schen Presse sichtlich so ausgefaßt.

Das britische Kabinett vettritt denn auch den Standpunkt, daß das deutsche Angebot, obwohl es in seiner gegenwärttgen Form keine geeignete Verhandlungsgrundlage darstelle, doch als Ausgangspunkt einer Erörteruna zur Schaffung einer geeigneten Verhand­lungsbasis dienen könne, wobei daraus hin- g.iwicscn wird, daß das Kabinett Cuno bereit war, seine Antwort durch eine Denkschrift zu er­gänzen. Das ist, wie wir feftstellen können, zu­treffend; es lag und liegt ein? finanzielle Denkschrift zur Begründung des deutschen Angebotes tatsächlich bereit. Vielleicht könnten auch die zweifellosen mannigfaltigen Irrtü- mer der französisch-belgischen Antwortnote eine Möglichkeit zu weiteren Erörterungen nach dem Eintreffen der englischen und italienischen Ant Wort bieten. &o bedeutet es einen schwerwie­genden Rechenfehler, wenn die angebotenen drei' ßig Milliarden auf einen Effektivbetrag von zwanzig oder gar einem Ietztwerr von 5V Mil­liarden reduziert werden; denn die Vorwegnah­me der Zinsen stellt keine Verminderung der Summe, sondern nur eine Sicherung für die pünktliche Zahlungsleistung dar. Eine Stelle zum Einhaken könnte auch die Andeutung bieten, daß die eigenen Mindestforderungen Frankreichs und Belgiens einunddreißiq Milliarden Gegen­wert haben, und daß weitere Schuldenstreichung von den Alliierten abhängig sei.

Was dir entrüstete Ablehnung eines inter­nationalen RepaeuttonÄschätzungskomitees betrifft, so braucht nur darauf verwiesen zu wer­den, daß die hieran geübte Kritik sich nicht so sehr gegen die deutsch« Regierung als vielmehr gegen den amerakanischeu Staatssekretär Hughes rich­tet. ebenso wie die Ablehnung d?s Fnedens- vaktts nur den anderen alliierten und assoziierten Regierungen mitgeteilt zu werden braucht, di.' hier ja auch mitzureden haben. Endlich muß auch um von weiterer, zur Zeit zweckloser Pole­mik abzusehen mit aller Entschiedenheit betont werden, daß für das Verlangen, wonach vor der Einleitung von Verhandlungen der passive Widerstand im Ruhrrevier abzubauen sei. weder das Kabinett Cuno noch irgend eine deutsche Regierung zu haben ist. Rach all dielen Ettvä-

Die Verhanölungsverfuche.

Ein deutsches Ergänzungs-Angebot.

(Eigene Drahtmeldung.)

Berlin, 8. Mat.

Wie aus amtlichen Kreisen verlautet, wird daS Reichskabinett auf die französische Rote mit einem Ergänzungsangebot erwidern. Doch lagen Besckstüffe des Kabinetts bis zum Abgang dieses Berichts noch nicht vor. Ob die diplomatische Aktion bei den übrigen Alliierten zur Beilegung des Ruhrkonflikts fortgesetzt wird, kann sich erst nach dem Eingang aller Antwor­ten entscheiden. DieTimes" melden: Die englische Rote wird Dienstag oder Mitt­woch in Berlin überreicht werden. Sie wird an dem ersten deutschen Angebot eine Reihe Bean­standungen vornehmen und wird eine Fort­setzung des Meinungsaustausches mit der deutschen Regierung nicht ablehnen, softrn Deutschland auch feine weiteren Mitteilungen an die Gesamtheit der Alliierten richtet. Der sachliche Inhalt der Antwort unterlag gestern noch der Prüfung durch das Kabinett.

S>te Kafltter gleuefien Nachricht« erscheinen wöchentlich fechSmal uns zwar abend«. Der Ldönnementspreir beträgt monatlich 3200 Mark bet freier Zustellung in« Hau', in der SeschüftSstelle abgeholk 3120 Mark monatlich. Auswärts durch di« Post bezogen 32)0 Mark monatlich etnfchl- Zustellung. Bestellungen werden jebergelt entgegengenommen. Druckerei, «erlag und Redaktion -. Schlachthofstratze 28/30, Für unverlangt etnzesandt« Beiträge kann die Redaktton eine Verantwortung oder Gewahr in keinem Halle übernehmen. Rückzahlung de« Be,ug«gelde« oder Ansprüche wegen etwaiger nicht ordnungsmäßiger Lieferung ausgeschlossen.

Gegen polnische Aufrührer

Schlägerei an der Gronz.Iollflatto«.

(Eigene Drahtmeldung.)

Hindenburg, 8 Mai.

Amerikas Haltung.

Washington, 8. Mai. (Eigene Drahtmel­dung.) Gegen die Zurückhaltung des Präsiden­ten Harding in der Ruhrfrage richtet sich der An­trag des Senators B o r a h im Senatsausschuss, der die Uebermitttung des bekannten Hughes- scheu Vorschlags der ReparationStilgung an die Alliierten als Vorschlag Amerikas wünscht. Der SenatSausschuss tritt am kommenden Freitag zu­sammen. Staatssekretär Hughes soll zum Senator Johnson gesagt haben: Wir werden un­sere Teilnahme an Besprechungen Über Re­parationen und Ruhrfrage erklären, sofern sich die enroväischen Mächte über den Beginn von Verhandlungen geeinigt haben. Die Anregung in europäischen Angelegenheiten kann nicht von den Vereinigten Staaten ausgehen.

Anter der fremden Gewalt.

Reue Verhaftungen, Räubereien, Arteile.

(Eigene Drahtmeldung.)

Essen, 8. Mm.

Von den Franzosen wurden verhaftet: Der Bürgermeister und Platzkomman­dant von Langenberg, weil sie es abgelehnt hat­ten, gemäss einer Verordnung einen Deutschen den Franzosen vorzuführen; der Bergmann Bavilles aus Solingen und der Bergmann Ben- holt aus Dortmund, der Gemeindevor­steher Tewes ans Bühringhofen; in Castrop der Polizeikommissar Wegener und in Bottrop der Polizeibetriebsassiftent Beunker. --- In diesen Tagen beschlagnahm­te n die Franzosen auf der Zeche Westhausen bei Bodelschwing 25 beladene Kohlenwagen, darunter 15 für Italien bestimmte. Bürger­meister Fischer und Baurat Mrich aus Dottmund find wegen Verübung angeblicher Sabotageakte an der französischen Telegraphen­leitung zu einer Geldstrafe von hundert Millionen Mark verurteilt worden. Im Falle der Nichtzahlung soll die Summe aus dem Vermögen der Stadt beigetrieben werden.

6ine englische Note.

Lnbefeiedigend, aber Weitere Verhandlung.

(Eigene Drahtmelduna.l

London, 8. Mai.

Das englische Kabinett hat gestern unter dem Vorsitz Lord Curzons in mehrstündiger Beratung den Konflitt mit Russland und die deutsche Re- parationSnote eingehend besprochen. Der Schatz- kanzler hat einige Anfragen über die Sttllung der englischen Regierung zu den deut­schen Vorschlägen mit der Mitteilung be­antwortet, daß er im Unterhause eine Erklä­rung über die Stellimgnahme der Regierung ab­geben werde. Diese Erklärung des Schatzkanzlers wird bereits für den heutigen Dienstag erwartet. Das Telegraphenbüro Reuter verbreitet eine halbamtliche Meldung, in der eS heisst: Die eng lische Regierung werde dem Beispiel Frankreichs folgen und die deutsche Rote in einer eigenen Rote beantworten. Diese Rote sei dazu be­stimmt, klarzulegen, dass das deutsche Angebot unbefriedigend und ungenügend sei. Sie werde trotzdem nicht aus einer Ablehnung bestehen, sondern versuchen, Verhandlungen zwischen Deutschland und den Alliierten herbeiznführen.

Folgen führte. In der Rächt kam es zwischen deutschen Zivilisten und polnischen Zollbeamten auf dem Bahnhof in Hinden­burg. auf dem bekanntlich auch die polnische Zoll­revision und Grenzkontrolle vorgcnommen wer­den, zu Zwistigkeiten, in deren Verlaus die bei­den polnischen Beamten tätlich angegrif­fen wurden. Der Streit wurde dadurch ver- sMrft, dass einer der polnischen Zollbeamten als ehemaliger Aufrührer erkannt wurde, unter dem einer der Zivilisten persönlich zu leiden batte. Im Laufe des gestrigen Vormittags hatte die polnische Regierung durch die Wojewodschaft von der Grenze in Hindenburg sämtliche Zoll­beamten und auch Grenzpolizeibeamten zu­rückgezogen, ohne das Ergebnis der Unter­suchung und der l^strafung der Töter abzuwar­ten. Die gesamte polnische Grenzkontrolle wir­kest sich jetzt in Ruda, also auf polnischem Ge­biet. die deutsche weiter in Hindenburg ab.

Stallen neigt zur Vermittlung

Berlin, 8. Mai. (Privattelegramm.) Die hier über Zürich eingeganqenen Meldungen anS Rom können als Bestätigung einer interven - tions-freundl'ichen Haltung Italiens ge­deutet werden. Auch die römische und die Mai­länder Presse ist auf den gleichen Grundton ge­stimmt. Sonntag vormittag vor Eingang der fran- zöfischen Note, war der ftalienische Botschafter zu einem Besuch im Berliner Auswärtigen Amt.

Selbftschutz-Abtettungen.

Dio Münchener Sozialdemokraten.

(Privai-Telegramm.)

München, 8. Mai.

Im Rahmen eines Maifestes veranstalteten die Münchener Sozialdemokraten die erste öffent­liche Versammlung ihrer Sicherheits-Ab- teilungeu mit Musik und zahlreichen roten und schwarz-rot-goldenen Fahnen. Im Bolks- park Hellerbrunn fand die Standartenweihe der Sicherheitsabteilmrgen statt, wobei der Gründer, Landtagsabgeordneter Auer, erklärte, dass diese Abteilungen keine Stosstrupps seien, sondern nur eine Ubwehreiurichtung gegen Unruhestif­ter, Rebellen und Verbrecher. Ter Kommandeur der Sicherheitsabteilungen ließ die versammelte Mannschaft ein Gelöbnis ablegen aus die Inschrift der Standarte:Keine Gewalt der Willkür! Alle Gewalt dem Recht! Alles Recht dem Bv»ke!" Dann fand ein Vorbeimarsch statt.

Die Grundsätze, die für die Berechnung der Miete für Untermieter

gelten, sind am 18. März veröffentlicht tootben. Danach setzt sich der Mietpreis für möblierte Zimmer zusammen:

1. aus dem Mietpreise -er leeren Zimmer, der in einem angemessenen Verhältnis zum Mietpreise der Gesamtwohnung stehen muß, und

2. aus der Entschädigung für die Reberckei- stungen, Ueberlassung von Einrichtungsgegen- tänden (Möbel, Teppiche, Gardinen usw.), Be­dienung, Hergabe der Bettwäsche, Reinigung der Zimmer trstv.

Wie aus dem in der damaligen DerSffent- lichung angeführten Beispiel ersichtlich ist, waren damals an Miete sür ein Wohn- und ein Schlaf­zimmer, entsprechend möbliert, einschließlich der angegebenen besonderen Leistungen monatlich etwa 6690 Mark zu zahlen. Vom 1. April ab mb die Zuschläge zu den Grerndmieten für lau- ende Instandsetzungen von 200 auf 1600 Pro­zent erhöht. Auch die Betriebskosten der Wohn­häuser werden vom 1. April ab eine erhebliche Steigerung erfahren, so daß eine nicht unwesent­liche Erhöhung der Wohnungsmieten eintritt. Die Erhöhung der GesaurtwohnungAMte führt naturgemäß in assen Fällen mich zurWrhöhung der Unermiete. Demgegenüber, so stellt der Ma­gistrat fest, muß täglich festgestellt werden, daß Untermieter für ein gut möbliertes Zimmer ein­schließlich der oben angegebenen Leistungen Mie­ten in Höhe von 800 bis 1000 Mark monatlich zahlen, und daß diese Untermieter zumeist _aat keine, zum Teil eine viel zu geringe ErttschAü- gung für Benutzung von Gas- oder elektrischem Licht zahlen. Es ist daher notwendig, daß die

Vermieter von Zimmern den Mietzins ihrer Untermieter nach den un­teren 18. März veröffentlichten Grundsätzen und in Berücksichtigung der vom 1. April ab einge- tretenen Erhöhungen der Wohnungsmiete einer Prüfung und entsprechenden Derichttgung unter­ziehen. Die Bewilligung von Beihilfen zur Be­zahlung von Gas- und Sttomgeld-Rückständen kommt nur in Frage für solche Bedürftige, de­nen die Zahlung der Rückstände in voller Höhe tatsächlich unmöglich ist und auch nur bann, wenn etwa vorhandene Untermieter einen ihrem Verbrauch angemessenen Beittag zum Gesamt- veröauch an Gas-- und Sttomgeld ttagen.

Möblierte Zimmer.

Erhöhte Mieten, Gas und Elektrizität.

eintr 6aI6«mtH<6e# Verlautbarung des Maat, ftrats der!S>tadt Kassel ist e»t»evm»u,datz Mie­te» mSdtierte» Zimmer«ietfaetz zu billig wohnet».

Der Untermieter ist heute vielfach der glück­lichste Mensch, weil er die fortwährenden Verän­derungen in den WohnungSforgen der »etats- mäßigen" Mieter, also seiner Herbergsgeber, nicht mitmacht. Er hat eine runde Summe aus­gemacht und bezahlt sie und kümmert sich sonst um nichts. In vielen Fällen ergibt sich daß die Vermieter selbst keine Ahnung haben, was sie an Miete zahlen, weil zu den Anforderungen, die der Hausbesitzer stellt, noch weitere Unkosten kom­men und außerdem weiß der wenigste Teil aller Mieter heute, ivas seit dem 1. April an Miete zu bezahlen ist. Jest»er Untermieter muß also damit rechnen, daß er über kurz oder lang eine Nachforderung seiner Wirtsleute zu gewär­tigen hat, wenn diese nicht unfreiwillig zu Wohl- tätigkeitsanstalten werden wollen für ihre Un­termieter, die nicht selten wett besser gestellt sind, als sie selbst. Wenn sich nun jetzt

die Stadtverwaltung

mit dieser Angelegenheit beschäftigt, so geschieht dies aus folgendem Grunde: Beim städtischen Wohlfahrtsamt sind in letzter Zett zahlreiche An­träge auf Gewährung von Beihilfen zur Zah­lung von Gas- und Sttomgeldrückständen durch Hilfsbedürftige gestellt worden. Bei Prüfung die­ser Anträge ergab sich, daß beim Vorhandensein von Untermietern in vielen Fällen von diesen Miete in einer Höhe gezahlt wurde, die gegen­über dem Mietwert des Zimmers und dem Wert der sonstigen Leistungen in einem für die Ver­mieter sehr ungünstigen Verhältnis standen, und daß ferner die Untermieter oft gar keine, zum Teil Uber nur sehr geringe Entschädigungen für Gas und elektrischen Strom zaWeu.

Wettere Erörterung.

Deutsche Ergänzungen.

Die französisch-b.'lgische Antwort auf das deutsche Reparationsangebot hat an den Berliner amtlichen Stellen keinerlei Uoberra- schung hervorgerusen. Man war darauf gefaßt, daß Poinearö schweres Geschütz auffahren wür­de, wenn auch in der Rote, die von belgischer Seite bewirkten Abschwächungen und Einschränkungen deutlich zu erkennen sind, ebenso wie es ja be­kannt war, daß die französische Regierung ihre Antwort über den Kopf des Kabinetts Sonar Law absenden würde, obwohl es sich doch um eine gemeinsame Angelegenheit der Alliierten handelt, was auch die Kommentare der Londo­ner Press«, die ihre ursprüngliche Entrüstung über die »unzureichenden deutschen Vorschläge" jetzt durch eine Kritik an dem französischen Vor­gehen ergänzt, betonen. Bedeutet nur die fran­zösisch-belgische Rote einen Abbruch der ange­bahnten Verhandlungen? Auf den ersten Buck könnte das so scheinen; aber in den Berliner po­litischen Kreisen weist man darauf hin, daß die deutschen Vorschläge als »teils unannehmbar, teils nicht ausreichend" bezeichnet werden, und mau meint, daß dieses »teils teils" immerhin gewisse, wenn auch sehr schwache Verhand­lungsmöglichkeiten biete. Auch die Pa­riser Presse vertritt diesen Standpunkt. So wenn der nattonalistischeEclair" befürchtet, daß jene Wendung den Eindruck erwecken könne, als ob Frankreich die Unterredung mit dem Ka­binett Cunos fortzusetzen wünsche, auch »Ere Rvuvelle" bezeichnet Poincares Anrwoit als eine Vorrede" und wirft die Frage auf, wann das eigentliche Werk konrmen werde.

Was das Kabinett Cuno betrifft, so hat es zweiselos kein.' Veranlassung, zu den Aus­führungen der Herren Poincare und Theunis

Glkrwmmensteuer-Dorauszavlung.

Eine Rate am 15. Mai.

Am 15. Mai dieses Jahres ist eine Voraus­zahlung auf die Einkommensteuer fällig Sie bettägt ein Viertel der für das Jahr 1921 tm Steuerbescheid festgesetzten Steuern. Seitdem hat sich das Einkommen der Steuerpflichtigen au- ßerordentlich stark erhöht. Für diesen Fall ist mt Gesetz eine Erhöhung der Vorauszahlungen durch die Finanzämter vorgesehen. Die Finanz­ämter sind angewiesen, von dieser Ermächttgung in geeigneten Fällen insb.-sondere dann Ge- brmich zu madren. wenn die tatsächlich geleiste­ten Vorauszahlungen in einem auffälligen Miß­verhältnis zum gegenwärtigen Einkommen ste-

_______ ______________... _____ Zu einem deutsch-polnischen Zwischenfall ist

fittngen ist man bei den deutsch«» LenhsstrittnjeS vorgestern in Hindenburg gekommen, der be- fcer Auffassung, daß die Rott der fcasBöiüäe« rett» nach wenigen Stunden zu weittragenden

Französische

Essen, 8. Mai. (Prwattelegramm.) Sonntag wurde in Welper ein Mädchen