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Meier Neueste Nüchrichtm

Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

Eiuzelnumme» 150 Mk.

13. Jahrgang

Ei'-zein,immer 150 Mk.

Frankreich will keinen Frieden

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Eef»lgreich«Wied«raufbauard«itimAusla»d<

Ein Dokument der Verdrehung «nd deS bSsen Willens

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Insertion Spretl»:^ Stnhetmtsch« Auftrage: Die etnspaMg« Anzetgeiqetle »00 Mark, Famt» llrnnachrichtsn, dis 3 eile 169 Mark die einspaltige Retlamezetle 700 Mark b) Auswärtige Aus. trage: Die einspaltig« Anzeigenjeile 20) Mark, di« einspaltige Reklamezeil« 700 Mark, aller «in. schließlich Deuerim^Szuschlag and Anzetgenfteuer. Für Antigen mit besonder» schwierigem Satz hundert Pro,-Nk Ausschlag. Für di« Richtigkeit aller durch -Fernsprecher ausgegevenen An. zeigen, sowie für Aufnahmedaten und Plätze kann eine Bewähr nicht übernommen werden. Drulieret: Schlachthofstraße MM. Veschäft«stell:: Sdln"* Straß« 5. Telephon Nr. »51 und 952

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daß sie bei den erneut erbrachten Beweisen beutfifatt Friedenswillens erklärt hat. bis zur Wiederherstellung des vergewaltigten Rechtes im Widerstande festhÄien zu wollen. Noch nie ward Deutschland überwunden, wenn es einig war."

Regierung bald erklärt, daß nur der bereits fest­gesetzte Betra« von ihr zu bezahlen ist, unter dem Vorwand, daß sic den Gesamtbetrag 'hrer Bcr- pslichtimgen nicht kenne. Außerdem bandelt es sich bei dem Vorschlag nur dem Scheine nach um dreißig Milliarden. Der wirkliche Betrag bc- trägt nur zwanzig Milliarden. (?) Diese Summe würde überdies wesentlich herabgesetzt, wcrrn man die Verzinsung mitrechnet. Rechnet man

Entschlossener Ahwetzrkamp?

A«S «iedersSchfischan Wiv<schaftS»rrbS«»r«.

(Gigene Srahtm-ldung.)

io bis zu den Kommunisten hergestellt, deshalb bringt man die schwersten persönlichen und ma­teriellen Opfer. deshalb tritt zu all dem Gewal- tigen, was die vielen Einzelnen und die ge­samt- Ruhrbevölkerung leistet, auch dieser schwe­re Qpfrr der Stillegung der Kokereien. Auch

hier zeigt sich, daß cs der deutschen Industrie tie­fer Ernst ist mit ihrem Entschluß, alle wirt­schaftlichen Bedenken zursicktreten zu lassen vor dem obersten Gesetz: der Treue zum deutschen Vaterland. Der Kokz von b?r Ruhr und daS Eisenerz von Lothringen . Luxemburg sind aufeinander angewiesen; das ist eine welt­wirtschaftlich? Notwendigkeit. Aber Deutschland wird diesen Koks nicht in Sklavenarbeit produzier ren. Die Zechenbesitzer, die Angestellten und M> Arbeiter stehen dem französischen Imveria- lismus geschlossen wie eine Mauer gegenüber.

nichts wiffen wollen.

Ausdrücklich wurde erklärt, daß ein Zahlungs- ausschub nur durch einstimiges Votum der Gläu­biger-Mächte bedingt werden kann, Frankreich «nd Belgien können demnach nicht aus -brc Ga­rantie-Ansprüche verzichten, die sic ans Grund des Vertrages besitzen. Außerdem hat die deutsche Regierung die Kühnheit (!) zu fordern, daß der stntus guo ante wieder h.-rgestellt werden soll. Die französische und belgische Regierung haben beschlossen, daS zuletzt besetzte Gcbstt nur nach Maßgabe und Verhältnis der geleisteten Zahlnn- grn zu räumen. (!) Außerdem enthält die deutsche Note von Anfang bis zum Ende einen kaum verschleierten Ausdruck einer sykeinntischen Revolte gegen den Versailler Vertrag. Die deutsche Regierung kann sich nicht darüber wun­dern, daß Frankreich und Belgien einen derart!, gen Handel ablehncn."

Rümmer 105

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Konferenz der Alltterien?

Besprechung der RrparationSfrag«.

(Sisene Drahtmeldung.)

Paris, 7. Mai.

Das PariserJournal des Drbats" meldet, die französische Regierung werde, unbeschadet ihrer direkten Antwort nach Berlin, einen Mci- nungsMstausch der Alliierten über die Rc. parationsfrage nicht attehnrn. Die französische Regienrng habe die Bemühungen Roms und Londons, wieder z« einer Gefamtvertre- hing der Allierten gegenüber Deutschland zu kommen, beifällig an'gcnommcn. DerEm- riere della Sera" meldet in einem römischen Te­legramm, daß die italienischen Botschafter in Pa­ris und London und der Gesandte in Brüssel den dortigen Regierungen einen Vorschlag Ita­liens nach gemeinsamer Aussprache üb^r Rc- parationsproblem und Ruhrbe. setzung unterbreitet haben, «ns formalen Gründen enthalte der Vorschlag keine Bezug- nähme auf die deutschen Vorschläge. Die vor- läufige Antwort Londons sei zustimmend, die Antworten aus Paris n. Brüssel ständen noch ih3.

Pyrmont, 7. Mai.

Am gestrigen Sonntag hielten hier drei wich­tige Gruppen des deutschen Wirtfchasts- und Dcrkehrslebens eine gemeinsame Tagung ab und zwar der Verkehrsvcrband Niedersachsen, der Wirtschaftsausschuß Niedersachsen und die Bereinigung niedersächsischer Handelskammern. Bedeutsame Reden hielten der Öberpräsident von Hannover, Noske, und der Neichswirtschastö- minister Dr. Becker. RoSke sagte unter an­derem, eine Kritik im öffentlichen Leben sollte nicht in sinnlos» Räsonnieren ausartcn. Die Rri= tik habe da Halt zu machen, wo der Feind Nutzen daraus zöge. Dr. Becker berichtete über die Lage an Rhein «nd Ruhr und betonte, daß eS dort »m den Abwehrkamvs gut stehe. In einer Ent» schlietzung der Versammlung heißt es:In Bewunderung und Dankbarkeit blicken mit dem gesamten deutschen Volke die WirtschastSver- bände Riedersachstns auf die unbeugsamen Vorkämpfer für deutsches Recht und für die Unverletzlichkeit deutschen Landes am Rhein «nd an der Ruhr. Die bei der heutigen Tagung des Wirtschaftsausschusses Niedersach- ens in Bad Pyrmont versammelten Vertreter der gesamten niedersächsischen Wirtschaft gelo- b c n erneut, mit aller Kraft und mit allen Mit­teln den Brüdern im benachbarten Ruhrgebiet und im Rheinland» im entschlossenen Abwehr- kompf gegen Rechtsbruch und Gewalt zur Seite

Paris, 7. Mai. (Eigener Drahtbericht). Die französische Antwort an Deutschland, die mit der belgischen wörtlich übereinstimnn, wurde gestern abend 6 Uhr dem deutschen Gc- ' fchäststriigcr in Paris überreicht. Die ist ein längeres Schriftstück und in der Form eine Ant- ' wort auf die deutschen Vorschläge. Die Rete ist anSgcsüllt mit einer ausgedehnten Polemik ge­gen die deutschen Vorschläge, die abgelehnt werden. Es heißt darin unter anderem:Am 25. Mai 1921 hat Deutschland ausdrücklich so- ivohl die Festsetzung der Schuld, wie die Zah. lungsbediNMNgen angenommen. Seither hat die Reparationskommission eine Reihe Berfehlnn- gen seststcllen müssen. Die deutsche Regierung behauptet, daß die Bevölkerung durch ihren pas­siven Widerstand auf die Besetzung beS Ruhrge- bietcS geantwortet habe. Nicht die Bevölkerung, sondern die deutsche Regierung (?) hat den Wi. verstand gewollt und organisiert. Dieser Wider­stand ist übrigens ein aktiver.

Deutschland hat kein Recht

irgend eine Sanktion als feindseligen Akt zu betrachten. (!) Die belgische und fran- zösisckfc Regierung müssen hinznfügen, daß die gegenwärtigen Vorschläge Deutschlands durchaus unannehmbau sind. Die angebotcne Summe stellt alles in allem nur ein Viertel des von der Reparationskommission festgesetzten Be­trages dar. Frankreich und Belgien haben wie- verholt erklärt, daß sic eine Herabsetzung ihrer Forderungen nicht vornehmen könne-,. Das Anerbieten von dreißig Milliarden leidet noch unter dem angewandten Ausdruck eines elastischen Teiles. Die Ziffern, die von der deut­schen Regierung genannt werden, sollen ein Maximum darstellen. Es wäre für Deutschland ein Leichtes, diese Smnme wieder in Frage zu stellen, bevor sie zur Verwirklichung gekommen ist. Die deutsche Regierung reduziert heute den feststehenden Teil ihrer Schuldsumme um drei Fünftel, den nickst festgesetzten Teil um drei Ach­tel, aber die llnbestimmtbeit behält sie bei. Die Alliierten müssen daher glauben, daß die deutsche

Dienstag, 8. Mai 1923.

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indem sie dabei ungeheures Getöse machen. In der Mitte steht var einem Tisch der Oberbonze und sortiert ungegerbte Ziegenfelle, indem er die harten Dinger nach verschiedenen Ecken von sich wirst, was riesig schnell vor sich geht. So entstehen um ihn herum drei große Haufen erster, zweiter und drifter Güte, die dann zum Packen w egge schleppt werden. Mir verhaßt ist die Kolonne, die hinten in der Ecke die schon et­was angenehmerur gegerbten Ziegenfelle aus- klcpst und einen Lärm macht, als würden sämt­liche Teppiche des Viertel gereinigt.

Etwas stiller geht es bei einer anderen Gruppe zu, die weiße sibirische Hasenselle ausschüttelt, aber dafür Molken vcn wciße.a Dunst verbreitet aus dem zum Gerben benutzten feinen Pulver. Die betreffenden Kulis bilden den Inbegriff von Schmutzigkeit, fühlen sich aber dem Anschein nach ganz wohl. Schafwolle ist auch so ein schöner Artikel, der erst lange be­arbeitet werden muß, ehe er verschisst werden kann. Den seinen Gobisand, den die Chinesen in Kalgan voll List und Tücke der Wolle beimen­gen, müssen wir hier durch Maschinen wieder heransbringen, wobei sich durchschniftlich dreißig bis vierzig Prozent Gewichtsverlust ergibt. Das Pressen geschieht mit mächtigen hvdraulischen Maschinen, die ganze Berge von Wolle in einen reckst kleinen, aber schweren Ballen zusmmnen- drücken. Die nordchinesische Wolle geht aus­schließlich nach Amerika, wo sie zur Teppichsabri­kation verbraucht wird. Die feine und teuere Kamellwolle wird ähnlich behandelt.

In den großen Räumen des Speichers herrscht gleichfalls emsiges Getriebe. Ta sitzen Hunderte von jungen Bengels, die Borsten, Pferdehaar oder Ziegenbarte sortieren, nach der Farbe owlchl wie nach der Länge. Fein gebündelt und gekämmt, macht die Ware schon einen ganz anderen Eindruck, und sie ist dann auch gleich drei- oder vierfach so teuer; so ist zum Beispiel unser Verkaufspreis von einem Pfund Borsten etwa 2,90 Gold-Dollar. Die Verkaufsbestim-

Für den Franzosen bedeutet der Ruhrkoks die wirtschaftliche, militärische und pzflitische Herr­schaft in Europa. Für Deutschland bedeMet er Sein oder Nichtsein. Mit sehr ungleichen Waffen wird der Koks krieg geführt. Den rücksichtslos gebrauchten Mitteln militärischer Macht kann Deutschland nichts entgegensetzen als passiven Widerstand. Trotzdem sind die Erfolge der Franzosen gering. Ihre Berichte über das Erreichte werden immer bescheidener und immer mehr auf eine bessere Zukunst abgestellt. Nachdem sie die ihnen erreichbaren beladenen Eisenbahn­wagen abgefahren haben, erschöpft sich ihre Tä­tigkeit fetzt in dem Verladen der auf Halde lie­gender. Kohlen- und Koksmengen. Ihr Interesse an der Kohle ist natürlich geringer als der Hunger nach Koks, denn Kohle gibt es in der Welt genug; hier fiegt der Ansporn also nur in der Ueherlegung, daß gestohlene Kohle billiger ist als gekaufte Kohle. Anders beim Koks. Kokz ist nicht in befriedigenden Mengen zu kaufen; Bier handelt eS sich nicht nur um eine Geldfrage, sondern um eine Mengenfrage. Das Fehlen des westfälischen KokS bedeutet Dämpfen und Stillc- fien der Hochöfen Lothringens. Do groß wie der Vorteil der Verfügung über den Ruhrkoks für Frankreich wäre, so empfindlich ist das gänz­liche Ausbleiben des Ruhrkoks für die französi­sche Wirtschaft. An diesem empfindlichsten Punkt muß deshalb der passive Widerstand, mit dem allein wir kämpfe« können, auch am stärksten sein.

Das wüZre Ziel.

Dis Herrschaft «bsr das Kokögebiet.

Die Hochöfen in Frankreich und Lothringen haben den westfälischen Koks uötzg. Das ist eine technisch-wirtschaftliche Tatsache, die von den politischen Grenzen ahängig ist. Der west­fälische Koks kam infolge der von Deutschland übernommenen Reparationsleistungen in solchen Mengen nach Frankreich, daß die französische In­dustrie vor dem Ruhreinbruch mit Koks ebenso >vie mit Kohle, überreichlich versorgt war, wäh­rend in Deutschland die schwerste Kohlen- und Koksnot herrschte. Die Reparationslei­stungen blieben nur um wenige Prozent hin­ter den Forderungen der Entente zurück, ohne daß dieser geringe Ausfall an dm absichtlich über die Leistungsfähigkeit Deutschlands hinausgehen' den Forderungen der französischen Wirtschaft im mindesten geschadet hätten. Trotzdem wurden diese wenigen fehlenden Prozente zum Vorwand für den Einbruch in das Ruhrgebiet genommen. Das wahre französische Ziel ist aber viel wei­ter gesteckt.

Obwohl nach dem »etleeetten Rrtege fast sämt­liche Deutschen an« China durch di, Gewalt der eniiertero vertrieben worden wäre», habe» stch Im laufe de, drei Jahre wieder jaylrrich« EanM- leuie dorthin begebe» und die unterbrochene» GeschüftSd«».«Hungen Wied«, herg«fteNt. Daff tiefer Wagemut von Erfolg ist, zeigt ein Brief- den ein an» staffel gebürtiger Thing, deutscher »em Februar dieses Jahre« schreibt. Unser Hof, umgeben von Speichern und La- gerschuppen, bietet ein Bild intensiver Arbeit. Man merkt auf den ersten Blick:das Ge­schäft mutz gut gehen"'. Kaum ein Futz breit Boden ist frei von Fellen, Wolle und allerhand sonstigen unangenehm riechenden oder aussehenden Dingen. Auf Balken und Trep­pengeländern hängen Fuchsfelle zum Trocknen und das flache Dach des Lagerhauses ist bedeckt mit Pferde- und Ziegenhaar, das gerade gewaschen ist. Wer sich das alles näher ansehen will, muß sich vor Püffen sehr in acht nehmen, denn die Kulis wirtschaften da mächtig herum.

munaen sind sehr scharf, und die Länge der Bor­ten muß bis auf einen Achtel-Zoll stimmen; sie sängt bei zweieinhalb Zoll an.

In einem anderen Stockwerk, wo zwei Euro­päer Mitarbeiten, gibt es endlich saubere Sachen zu sehen, nämlich Felle von Eichhörnchen, Füchsen, Mardern, mongolische und ti­betanische Lämmchenfelle und ähnliche Sachen, die, verarbeitet, später von der ameri­kanischen Damenwelt in der Fisth Avenue zu wahnsinnigen Preisen gekauft werden. Der Be­darf dieses Landes scheint manchmal überhaupt keine Grenzen zu kennen, bestellt werden immer gleich fiinf-, zelm- oder zwanziglaufend Stück. Man stelle sich eine Herde von zehntausend grau­braunen Füchsen vor! Als vorige Woche alles bei uns davon voll hing, mußte ich immer daran denken, wie sich die Tiere in den bitterkalten Bergen von Shansi oder der Mongolei Herum­treiben. Erbarmungslos werden sie bis in die fernsten Gegenden versoltt. Die Jäger sind Wet­terkarte Leute, die in Erdhütten ein kümmerliches Dasein fristen und für ein Fell nur em paar Kupfermünzen bekommen, ein ziemlicher Gegen­ätz zu der späteren Trägerin tn Amerika, die den Pelz für Auto «nd Theater braucht.

In einer große« Anlage, nicht sehr weit vom Kontor, werden die großen Stapelarttkel wie Baumwolle, Oelsaat und Strohbor- ten bearbeitet, die alle in großen Quantitäten verschifft werden. Ans Stroh werden in Schon- hing die wundervollsten Geflechte hergestellt, glatte und sehr verzwickte Formen in allen ge- wünschten Fackben. Interessant ist immer ein Besuch der T e p p i ch s a b r i k, wo die schönen Teppiche für die reichen Amerikaner hergestellt werden. Die durch Handarbeit hergesiellten sind eine ganz andere Ware, als die mit Mafchincn gewirkten in Amerika, so daß erstere im allge- meinen vorgezogen werden. Emsig wie draußen muß auch im Kontor gearbeitet werden. Heut­zutage gebt olles telegraphisch und dazu noch dringen. Die Kosten sind auch nicht gering. So-

scchs Prozent, so beträgt der wirkliche Wert nur 15 Milliarden und 820 Millionen. Die deutsche Regierung garantiert nicht einmal diese zwanzig Milliarden. Es besteht dober keine Sicherheit, daß auch sie wirklich bezahlt werden. Sie sicht im Gegenteil vor, daß der nichtbczahltc Teil mit der lächerlichen Verzinsung von 5 Prozent in Form von Amortifations-Jahreszahlungcn ge­tilgt werden soll. Derartige Angebote machen jede ernsthafte Abschätzung des augenblicklichen Wertes der angebotcncn Summe unmöglich. Uebcrdics haben die französische und die belgische Regiertem, in einem gemeinsamen Abkommen auf der Pariser Konferenz erklärt, daß sic von dem Vorschlag die Neparationskommission durch i n-- ternntionnte Kommissionen oder Schieds­gerichte zu ersetzen,

Als die Franzosen dazu übergingen, nach Mi­litarisierung von Eisenbahnstrecken Zechen zu besetzen und Lagerbestände auszuladen und ab zutransportteren. mußte, wenn die Mengen auch nur unbedeutend sind, doch dafür Sorge ge­tragen werden, daß ihnen dies auf die Dauer unmöglich gemach wird. Der schwerwiegend« Entschluß wurde gefaßt, dieKokereienwur- ben stillgelegt. Rur soweit die Kokspro- duktion unmittelbar in den Verbrauch deutscher Werke übergeht, soweit als nicht Lagermengen entstehen, die dem Zugriff der Franzosen aus­gesetzt sind, sind die Kokereien noch in Betrieb. Die Machtpolitik der Franzosen hat damit wieder eine tiefgreifende Zerstörung wirtschaftlicher Kräfte herbeigefichrt. Wenn die deutschen Industriellen nicht den Raubzug der Franzosen gegen den Ruhrkoks unterstützen woll­ten, blieb ihnen nur dieses einzige passive Mit- tel. Sie legten die Kokereien still, obwohl sie sich nicht verhehlten, paß damit nickst nur sofort di: deutsche Gütcrerzeugnng um ein weiteres ge­waltiges Stück eningeschränft wird, sondern daß auch in einem von der Fremdherrschaft befrei­ten Ruhrgebiet die Wiedcrinbetriebnahrne dieser stillgelegten Kokereien lange Zeit ht Anspruch nimmt, bei vielen der älteren Anlagen über­haupt nicht mehr möglich sein wird. Nickt nur in die Produktion selbst, sondern in die Produk­tionsfähigkeit wird also ein tiefes Loch gerissen.

Das ist typisch für alles, was die Franzosen an der Ruhr erreichen. Unter dem Vorwand, wirtschaftliche Pfänder nehmen zu wollen, sind sic eingebrochen, aber jeder ihrer Schritt - bedeu­tet wirtschaftliche Vernichtung. Uns Deutschen bleibt keine Wahl. Solange Frankreich nicht mit uns auf der Grundlage der Gleichberechtigung verbandelt, sondern mit der Pistole auf unserer Brust unsere Unterwerfung unter sein Diftat verlangt, wissen wir, daß ein solches Dik­tat für uns den Tod als eigenes Volk, die Skla- berei bedeuten würde. Schlimmer kann es un­ter keinen Umständen kommen. Wir können also durch unseren hartnäckigen vassiven Widerstand nichts verlieren und nur gewinnen.

Weil die ganze Bevölkerung an Ruhr und Rhein dies weiß, weil sie die Sklaverei

kennt, in der sie jetzt unter der Herrschaft der Bajonette und der Reitpeitsche lebt, deshalb ksi dort die einheitlich geschlossene Front von zu sichen «nd nicht nachznkgssen in beharrlichem rechts bis links, bis zu den Svzraldemokraten,iWiderstande. Wir danken der ReichSregicrung,

Batzrm hält zur Ruhr.

Sitte «rHäenttg des Ministerpräsident«tt.

(Sificntt Drcchtbericht.)

München, 7. Mai.

Bei Gelegenheit eines Konzertes des Ruhr- oMestcrs hielt der bayerisch: Ministerpräsident v. Knilling eine Siebe, in der er Joer Haltung der deutsche« Reichsreyierung in der Ruhr­frage vollkommen zusttmmtr. Mit Genugtuung erfülle es auch, wenn vom besetzten Ge- biet her der Ruf kommt:Wir halten durch! Mir lassen «ns nicht beugen! Fest sirln und treu die Wacht an Rhein und Ruhr!" Um so mehr müssen aber auch die Volksgenossen im unbesetzten Deutschland ihre Pflicht titn und den bedrückten Brüdern auch Treue und Gefolg­schaft leisten und ihnen ihre Unterstützung leihen. Auch der deutsche Süden fühlt mit den untre dem Joch der Fremdherrschaft seufzenden Brüdern «nd ist mit ihnen unirennber verbunden u. bereit, ihre Lasten mitzMragcn.