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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

Nummer 102

13. Jahrgang

Freitag, 4. Mai 1923

Einzelnummer 150 Mk<

Einzelnummer 150 Ml.

Frankreich verwirft den dentschen Vorschlag?

Die Meinung der Batterien.

fahigkeit uegen, das zu beurteilen ist Aufgabe minalbeamten gegen Frau Zimmermann ver-

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ja die Kommissionen da, daß sie prüfen und verhandeln, zumal das Angebot kein Diktat ist, sondern nach gerechtem Ermessen geändert wer­den kann. Es wird ausdrücklich in der Note be­tont, daß die deutsche Regierung zu jeder frie- denstchernden Vereinbarung bereit ist, die auf Gegenseitigkeit beruht- Auch darüber bedarf es keiner Erörterung, daß wir auf Gleichberechtigung und Gegen sei« ti gleit bestehen müssen. Eine Nation von der hohen kulturellen und wirtschaftlichen Bedeu­tung, wie sie das deutsche Volk darstellt, kann und darf sich nicht zu einem Kuli-Staat herab- WÜMgen lassen. Die Reichsregierung hat die Hand zur Versöhnung geboten, ihren Wiedrr. gutmachungAwillcn bekundet und den Weg ji»r Verständigung und zum Frieden geöff- n e t! Scheitert auch dieser Versuch, dann fällt alle Verantwortung auf den Gegner! K. F. D.

der Finanz- und Wirtschaftssachverständigen. anlatzte die Angestelltenvertretung

FranzöftsHe RerYiSdrache.

Ludwigshafen, 3. Mai. (Eigene Trahi- meldimg.) Aus der Pfalz wird berichtet: Seit dem 1. Januar verhängten französische Kriegsgerichte über pfälzische Beamte ins­gesamt 30 Jahre Zwangsarbeit, 293 Mo­nate Gefängnis und 57 750 000 Mark Geld strafe. Die höchste Strafe erhielt Eifeubahnin- fvektor Gottfried in Ludwigshafen mit zwanzig Jahren Zwangsarbeit, weil er einen Befehl über den Verkehr von Schnellzügen nicht weiter, gab. Er soll anf die Insel Martinigue gebracht werden. Aus Dortmund wird berichtet: Die Firmen Bendix und Sternberg, einige der größ­ten Kaufhäuser Dortmunds, sind von den Franzosen geschlossen worden, weil sie sich weigerten, den Franzosen Waren »n verkaufen. Der Besitzer Sternberg wurde verhaftet.

Dr. (Suiros Erklärungen.

Kritik in bte de«tschn»tiona!rn Presse.

(Eigene Drehtmeldnna.i

Berlin. 3. Mai.

Unter der fremden Gewalt,

eine belgische Gemeinheit.

(Eigen, Dpabtineldung.s

Mülheim (Ruhr), 3. Mai.

Belgische Kriminalbeamte, die die Verhaf­tung des Leiters dcS Speditionsbüros der

Austlmmuno vrr Sozialdemokraten.

Berlin, 3. Mai. (Privattekegramm.) Ter Vorwärts" schreibt: Qb der zweite reinvürger- liche Reichskanzler Deutschlands seit der Revo­lution der Staatsmann ist, den das deutsche Volk in seiner schwersten Zeit braucht, darüber wird später einmal die Geschichte urteilen. Immerhin darf dem Auslände gesagt werden, datz dieser Kanzler im Namen eines Volkes svrach, dos sich bis zu seinem letzten Mann und seiner letzten Frau durch die französischen Gewaltftreicke in seinen Rechten schwer verletzt und in sei­ner notdürftigen Existenz bedroht fühlt. Ver- ständiaung zwischen den Rationen kann alles rct ten, Gewalt aber must alles verderben

«

Dr. E«no ans llr'aud.

Berlin, 3. Mai. (Privattelearamm.i Bläi termeldungen zufolge hat Dr. Cuno gestern abend einen kurzen Grholunqsurlaub angetreten, den er in Freudenstadt im Schwarz­wald zu verbringen gedenkt. *

Dle Devisenspekulation.

Deo neue Gesetzentwurf.

(Privat-Telegramm)

Berlin, 3. Mai.

Zur gestrigen Rede des Reichskanzlers (siehe zweite Seite) schreibt dieDeutsche Tageszei­tung": Die Meinung, die Schädigung der deut­schen Wirtschaft durch den französischen Einbruch brauche nicht von vornherein im deutschen Ange­bot ausgesvrockien zu werden, weil der inter­nationale Kapitalmartt dafür sorgen werde, dast der elastische Faftor im Angebot sich in dieser Richtung answirke, scheint uns ein Vertrauen zu enthalten, das sich vielleicht erfüllen kann. Wenn der Reichskanzler annimmt, dast die Er­füllung des deutschen Angebot» ohne Angriff der Substanz der deutschen Wirtschaft möglich sei, so können wir ihm in dieser optimistischen Auf­fassung umso weniger folgen, als das deutsche Volk bei den Reparationszahlungen in den letzten Jahren teilweise von der Substanz des VölksvermögenS gezehrt hat.

Reue Preis-Verordnungen.

Tie herausgegebenen Verordnungen stege« den Wucher sind imMinisterialblatt für die Preußische innere Verwaltung' nebeneinander- gestellt und jede einzelne mit Erläuterungen des Landesvolizeiamtes siir die Polizeiverwaltungen versehen. WaS die Feststellung des a n g e- messenen Preises betrifft, so macht, wir der Amtliche preußische Pressedienst schreibt, der Präsident deS LandeSpolizeiamtes darauf auf« merksam, daß, soweit cs sich nicht um Richt- oder Höchstpreise handelt oder Vcrbandspreise in Frage kommen, die unter Mitwirkung des Reichswirtschaftsministeriums zustande gekommen sind, grundsätzlich die individuellen Gestch- n n g s ko st e n dcS Einzelsallcs bei der Beurtei. lung für die Angemessenheit des Preise» zugrun­de zu legen sind. Wichtig ist auch die Feststellung, wann der Verkäufer die Ware bezahlt fiat. Erst von diesem Zeitpunfte ab darf der Verkäufer die Keldentwertuna bcrücksstbiiacn. Der Unterschied zwischen der äiiß-'rcu und inneren G-ldentwer- tung ist für die Preisbildung von außerordent­licher Bedeutung aus dem Grunde, weil die

Tie Reichsreqierung hat auf Grund des Rot gesetzeS dem Reichsrat die Entwürfe von Bet ordmmqen gegen die Devisenfpcftilation und über Wechselstuben vorgelegt. Der erste Entwurf fleht weitgehende Beschränkungen für Markver­käufe im Ausland, Anmeldepflicht für Deviscn- verkäufe auf Rechnung von Ausländern oder auf eigene Rechnung vor. Reben einer gesetzli­chen Sicherung für das von der RcichSbank schon erlassene Verbot der Dcviscnbeleihung wird der Reichsban? die Befugnis gegeben, von jeder­mann Auskunft über die Devisenbestände und Devisenaesidäfte tu fordern, sowie die Abliefe­rung wirtschaftlich nicht berechtigter Devisenbe­stände zu verlangen. Der zweite Entwurf »erlangt besondere Konzesflonierung der Wech­selstuben und stellt diese unter besondere Aus­sicht. Sobald der Reichswirtschaftsrat zuge­stimmt hat, wird die Reichsbank von der ihr ge­wordenen Befugnis weitgehend Gebrauch machen.

Das beuMr Angebot.

Auch jetzt noch Ablehnung in Frankreich! (Eigener Drahtbericht.)

Paris, 3. Mai.

Kurz nach Bekanntgabe der deutschcn Vor­schläge wurden gestern nachmittag bereits im Pariser Auswärtigen Amte Auskünfte über die Haltung der französischen Regierung zu den Vor­schlägen gegeben. Der Inhalt dieser Auskünfte deckt sich vollständig mit der ablehnenden Kritik der Pariser Abrndpresie. Es wird dar­auf hingewiesen, datz die franzogschen Erklärun­gen sowohl auf den Konferenzen von London und Paris, wie bei späteren Veranlassungen und Aussprachen ein Programm darstellcn, von dem Frankreich nicht abweichen will, deutschen Vorschläge selbst, abgesehen von ihren Einzelheiten und von den in diesen enthaltenen Zistern verlangen eine Wiederherstellung des vor der Ruhrbesetzung beobachteten Zustandes, wo­bei die Erfüllung der deutschen Verpflichtungen vrn Deutschlands Willen (von Deutschlands Fähigkeit. D. Red.) abhüngen. Diesen Zustand, den Frankreich drei Jahre hindurch geduldet habe, will es nach den Erfahrungen, Vie eS hier­bei machte, auf keinen Fall wieder hergestellt sehen. (!) Entsprechend den Brüs­seler Beschlüssen wird Frankreich

das Ruhrgebiet nicht räume« sei denn Zug um Zug gegen die deutschcn Zahlungen, da nur in diesem Falle angenommen werden könne, datz Deutschland ein Interesse daran habe. Zahlungen zu leisten. In diesem entscheidenden Punkte widersprechen sich die An- sichten der französischen und der deutfckten Regie­rung. Die Rote sei auf keinen Fall als Grund­lage zu Verhandlungen brauchbar. (!) Diese Er­klärungen wurden abgegeben, ohne datz mit einem Worte dabei auf die Haltung der ande­ren Mächte, namentlich Englands, Bezug ge­nommen wu»de. Hie Entscheidung der französi­schen Regierung scheint danach festzustehen. Auf die Frage, ob Frankreich anf die deustche Rote eine Antwort geben würde, wurde erwidert, daß darüber zurzeit noch nichts Vekann1 sei.

gen die Gepflogenheiten, wie wir sie in Europa kennen und gegen menschliches Emp­finden verstößt, besonders wir Deutschcn haben vor unseren Frauen eine derartige Hoch­achtung, daß wir es einfach nicht verstehen kön­nen, wie man eine Mutter nachts von ihren Kindern wegholt und sie tagelang von ihnen fernhält. Es ist uns unverständlich, daß die Br- {atzunasbehörde, als Vertreterin eines kulturell ochstehende« Volkes, anderer Austassung ist.

Darüber wird sich reden lassen, denn dazu sindider Thhffenwerke zu einem energischen Ein - ' sprach an General Beaurail in Duisburg, in

dem es u. a. heißt: Wir sehen in der Verhaftung von Frau Zimmermann eine Handlung, die ge-

Beamtenhilfe.

Stellungnahme zum Ruhr- und Rheinkampf. In der letzte» Sltznn« des Sartvtanssetznstr« de« SrtskartrUs Raffel dr« Deutschen Beamte», vnndes" hielt der 1. D»»fitzend», Regierung«, »ar Dietrich, «inen sehr eingehenden «ertrag über die »em Deutschen Beam endund etgant- starte Sils» für dl» Ruhr, und RheinkvUege», die ihre« Sliederfchlag in de» «insetzung eine« Weftausfchnste« fand, den» Redner al« fegen. Derbindnng«mann den -iirsergestrllen angeySrt Es hat sich überzeugend der Segen und die Notwendigkeit der Organksattonstätigkeit neben der amtlichen Fürsorge erwiesen. So legte Re- gierungsrat Dietrich dar, besonders in der Kleinarbeit, in der Gefangenenfürsotge und der Aufklärnngspropaganda. Letztere ist bringend notwendig, einmal gegenüber der großzügigen Lügenpropaganda der Franzosen und zum andern, um Aufklärung über die Not­wendigkeit der Ruhrhilfe und Abwehr bis in den entlegensten, vorgeschobensten Beamtenposten zu tragen. Im Binnenlande muß das Inter­esse und die Opfersreudigkeit, auch durch die deutsche Presse, noch vielmehr wie bisher zum wachsen und erstarken gebracht werben. Erfteu- lich ist es, daß auch die im Ortskartell Kassel vereinigte Beamtenschaft sich zu einer Ruhrssende von zwei Prozent eines Gesamt- monatsgshcflteS im Dierteljoihr entschlossen uns hierdurch bereits neun Millionen gesammelt und an die Spitzenorganisation abgefiiihri hat. Rach dem Beiispiel des letzten Krieges müssen die Be­amten am Rhein, an der Ruhr und in Baden als Kampftruppen von uns als Heimatkämpfern über die Etappe (Organisation) mit Munition (Geld, Kinder- und Vertriebenen-'Unterbringung ufw.) versehen werben, um den Sieg rar das gesamte Vaterland zu erringen. Diese durch Anschauungsmaterial Über die Propaganda des D. B. B. ergänzten Ausführungen wurden wert- voll erto ntert von zwei Ausgewiesenen, fetzt in Kassel tätigen Beamten. Während Heide in Pak» kenden Worten und Beispielen di« fast un- gla übliche

Radelfpitzenpolitik der Feinde im besetzten Gebiet nachwiesen und zeigten, was gerade die Beamten hierunter aushalten und dulden, war interessant, zu hören, aus Wel- chen kleinlichen Gründen ihre und ihrer Fami- lien-Ausweis>mg erefolgt ist. Beide Redner gei- ßelten die Spitzelpotitik und das teilweise un­würdige Wesen der eigenen Volksgenosse«, wenn sic c?iich übereinstimmend fcststellten, daß nennundneiinzig Prozent der Rhein» und Ruhr» vokksaenossen beide und immerdar fest am Deutschtum halten und die Feinde sich mit ihrer Politik einen Haß großziehen, der dermaleinst sie selbst schwer treffen muß. Tie Ausführungen beider Vertriebenen gaben erschütternde Ein­blicke in die Kämpfe, die am Rhein und Ruhr eine durch keine Politik und Religion getrennte Volksgemeinschaft geschaffen bat, di« hoffentlich bis zuletzt aushält und im Abwehrkampfe be­steben kann, wenn Wir im Hinterlande unsere Pflicht so voll und ganz tun, wie diese Helden an der Abwehrsront. In Anschluß an oicse Ausführungen wurde von den erschienenen Per- freiem noch weiter berichtet, über die im Orts- kartell organisierte Hülse zur Stützung der t« Kassel eingeleiteten Mion zur

Abwehr des Erwerbsloscu-ElendeS und dessen Folgen, die auch die Beamten in Mitleidenschaft ziehen. Auch hier war der all­gemeine Wille zur durchgreifenden Mithilfe fejfe zustellcu. Später berichtete Eisenbvhnsckretar Schnoll« u. a. über seine Tätigkeit in Berlin be- treffenb die auch für Kassel angestrebte Er­reichung Mr SonderzEchlägc und wie» narb, daß das Ortskartell Kassel des Deutschen Beam- tenbunbe» in dieser Frage alles getan hab«, Was in dieser Sach« zum Ziele führen konnte und daß. fall» Kassel s. Zt. nichts erreich«, dies sicher nicht dir Schuld be» Ortskartell» sei.

Die Wucheebekümpfung.

L o n b o n, 3. Mai. (Eiaene Drahimcldung.) Die brutsche Rote wurde gestern durch den deut­schen Botschafter in London überreicht. Die Londoner Presse veröffentlicht nur den summa­rischen Inhalt der Rote, wie er von Berlin auS telegraphiert worden ist. Amtliche Kom­mentare dazu liegen noch nicht vor. In ustterrichteten Kreisen bewerft mau, daß daS Kabinett sich in diesen Tagen mit der Rote be­schäftige« wird. Die belgische Regierung erklärte nach der tteberrrichung der deutschen Rote, daß fie n a ch R ü ck s p r a ch c mit der fran- -öflschen Regierung die Rote beantworten werde. In italienischen Reaierungskreisen wird die deutsche Rote trotzgewisser Formenmäuqel" alS geeignete Berhandlungsbasis bezeichnet.

DasdeutscheAngebot.

Dreißig Milliarden Soidmark.

Die in diesen Wochen gesteigerte Spannung über die Frage, ob Deutschland ein Angebot machen wolle und in welcher Höhe, ist nun ge­löst. Gestern ist die Note der R e i ch s r e g i e» rung, nachdem in den letzten Tagen Bespre­chungen zwischen bei Regierung und den maß- gebenben politischen und wirtschaftlichen Persön­lichkeiten stattgefunden hatten, den Alliierten überreicht worden und zwar zugleich in Paris, Brüssel, London, Rom, Washington und sogar in Tokio. Die Regierung handelte damit sehr richtig, denn wenn die Reparationssrage geregelt werden soll, so ist das nicht nur eine Angelegen­heit zwischen Deutschland und Frankreich, son­dern sie geht alle Alliierten an. Und da die englische und die italienische Regierung er­klärt hätten, daß sie auf den gleichzeitigen Emp- fan; .bet Note Wert legen würden, so ist nun allen 'zegenüber die Form gewahrt. Die Rote ist ein klug abgesaßtes Dokument, das Ver­söhnlichkeit zeigt und doch den deutschen Rechts standpunkt offen vertritt. So ist es recht. Die Versöhnlichkeit ist nicht immer ein Ge­bot der Schwäche, sie ist auch ein Akt der Klug­heit. Sv schwach, daß wir das Angebot jetzt unbedingt hätten machen muffen, sind wir nicht. Aber Wir durften auch nicht Warten, bis ein ret­tungsloser Schwächezustand einrreten würbe. Je­denfalls haben Wir genügend wirtschaftliche und mspalische Kraft, nm auch Bedingungen stellen zu können. Diese sind darin klar zum Ausdruck gebracht Worden.

U überhaupt zeichnet sich die Note durch Klar­heit und strenge Sachlichkeit aus, ohne Phrasen und ohne Zweideutigkeit. Sie macht da» Zahlenangebot von dreißig Milliarden Gbldmart, das schon im Januar Staatssekretär Bergmann überbringen sollte, das aber nicht an- gehört Wurde. Es ist in den letzten Tagen über di« Frage gestritten Worden, ob e» ratsam sei, sich auf eine bestimmte Zahl festzulegen. Eine solche Frage War eigentlich überflüssig/, denn wir erachten es als selbstverstänblich, daß eine Zahl und zwar gleich die richtige, die auf zuver­lässiger Berechnung beruht, genannt Wird. Wenn man über eine Schuldsumme verhandeln Will, muß man doch zunächst Wissen, Wie hoch die Schuld beziffert Wirb. Ein Angebot ohne Zahl wäre kein vollgültiges Angebot, sondern Wieder nut ein Tasten und Fühlen, Was von vornherein auf der Gegenseite ein Mißtrauen erwecken müßte. Mrd aber die Summe genannt und auch Kt Zahlungsmodus votgeschlagen, so ist damit eine greifbare Grundlage geschaffen, die von allen Seiten als solche anerkannt Wer­den mutz. Datz die ReichSregierung den guten Willen hat, die versprochene Leistung durchzufüh- ten, ist für uns selbstverständlich, und kann auch von den alliierten Regierungen nicht bezweifelt werden. Wenn sie ernstlich die Regelung der Re- paratirmsftage Wollen. Deshalb ist die angebo­tene Summ« so bemessen, daß die Reichsregie- rung sagen kann, sie Wolle die Zahlung garan­tieren und alle deutschen Wirtschaftskräfte da­für einsetzen, obwohl di« äutzerste Grenze der Leistungsfähigkeit erreicht sei.

Die Wichtigste Frage ist nun, wie die Alliierten, vor allem Frankreich als Hauptgläubiger, die deittschen Vorschläge auf« nehmen Werden. Wollte man aus den französi­schen Ptcsseäutzerungen schließen, so Wäre das Rätsel schnell gelöst, denn danach gingen Frank­reichs Ansprüche Weit übet das deutsche Angebot hinaus. Es hieß, Frankreich Wolle ungesäht vierzig bis fünfzig Milliarden und Wolle außer­dem nicht eher in Verhandlungen eintreten, bis Deutschland den passiven Widerstand aufgegeben habe. Darin schon stoßen die schätsstcn Gegen­sätze auseinander, denn Deutschland verlangt, daß in kürzester Frist die übet den Versailler Vertrag hinaus besetzten Gebiete geräumt, in den Rheinlanden vertragsmäßige Zustände wie- derhergesiellt, die verhafteten Deutschen in Frei­heit gesetzt und den AusgeWicsenen ihre Wohn- statten und Asmier zurückgegeben werden! Dies ist Voraussetzung für den Beginn von Verhand­lungen, und cs sollte keinem Zweifel unterliegen, daß alle VoSskreis«, soweit sie vaterländisches BeWußssein haben, dieseBedingungengut-

August Thyffenhütte, Zimmermann, durchführen wollten und ihn auS dem Betrieb der Hütte nicht hcranszuholcn wagten, verhaftete« in Zim­mermanns Wohnung seine Frau und nah- c- men sie als Geißel mit. Zimmermann selbst

heiße n. strittig kann imr die Hohe der au- B-satzunaßbehörden nach wie vor im

gebotenen Summe ,ein. Ob dreißig Milliarden Verwaltungsgebäude der Hütte zur Verfügung, die richtige Zabl sind, ab sie innerhalb oder @r gewillt, für sein Handeln und seine Tätia- außerhalb der Grenze der deutschen Leistung»- ;eit voll einzustehen. Das Vorgehen der Kri-