Donnerstag, 3. Mai 1923.
Kasseler Neueste Nachrlchtea
13. Jahrgang. — Nr. 191.
ien war die
Durchschnitt
MfSrtzm Hausputz. WKSLWiL
der Arbeiter - Wohlfahrts-Pflege auSgeübt wird. Nach Bedarf sollen Speisen und Getränke zu billigen Preisen abgegeben werden. Die Verwaltung des Hauses wurde der Stadtverordneten Frau Wündisch übertragen, der sodann der Oberbürgermeister den Schlüssel des Hauses übergab mit dem Wunsche, daß im Gegensatz zu den militärischen Gästen, die zuletzt hier einzogen imb alle etwas „ausge- sressen* hatten, die neuen Gäste mit frohem Herzen einziehen, daß st« gern kommen mit festem Glauben u. frohem Hoffe«, denn ... solange es Menschen gibt, die sich bemühen, den Armen und Arrmsten zu helfen, dürfen wir trotz der Schwere und der Härten dieser Zeit die Hoffnung nicht verlieren!
Im Namen der Arbeiter-WohlfghrtSpflsge übernahm nunmehr Frau Wündisch das Haus und gab der Zuversicht Ausdruck, daß den Invaliden, die sämtlich ein arbeitsreiches Leben hinter sich haben, ein wenig Freude und Sonne darin gegeben werden strnn. Gin freundlicher Wink mit dem ZaunSpfahl begleitete die Mitteilung. daß ein unbekannter Spender SO 000 Mark gestiftet bat. Der Leiter des Jnvaliden- lnndes, Osterroch. zollte allen Dank, die den Invaliden hier geholfen haben, besonders Stadtrat Häring, dem Dezernenten des Sozialen Amtes. Letzterer übergab dann seinerseits das Rentnerheim im Kastell sei-ei" Zweck und erkannte di« uneigennütziae Vorarbeit an. die von den Damen der Arbeiter- WohlfahrtSvflcge geleistet worden ist. Die bekannten Schwestern Lotte und Else K 8 b l e r spielten angenehm weich und träumerisch Geige und Klavier und Hela Petry fang innig und schön Vor allem das wirkungsvolle „®u meine Seele..." Danach wurde von den Gästen des Hauses in froher Stimmung Kaffee und Kuchen zugefprochen.
Die Räum« sind in grünen, gelben und roten Farben gehalten. Steindrnckbilder zieren die Wände. Der Oberbürgermeister hat Recht: Es könnte des Wandschmucks ein wenig mehr sein. Hoffentlich stnden sich Spender, die gerahmte Bilder für diesen Zweck hergeben, denn Bilder ohne Rahmen stich heute ein Danaergeschenk. Alte Vlastikermodell« haben als Wandzier über den Türen eine glückliche Verwendung gefunden. Di« schon vom Stadtoberhaupt erwähnt« K ü ch« weist neben einem Kessel, der 500 Liter faßt, einen kleineren für 250 Liter auf. Dies und das erinnert noch an die alte Volksküche.
So ist ein neues Leben In das alte Kastell eingezogen, dessen Qnergebäude noch nicht dem Umbau unterzooen ist. Bekanntlich soll darin die gewerbliche Fortbildungsschule unterqebracht werden. Auf dem Wall, der den Abschluß zur Straße gibt, können schöne Gärten entstehen. Aus den Fenstern des Heims bietet sich mancher Blick in malerische Winkel. Rur im großen düsteren Torbogen, den die neuen Gäste des HeimS allerdings nicht zu durchschreiten habm, hängt noch groß und kalt die Wachinfttukfion für den ehemaligen „Vater Philippe. R. H.
Handei Md DeiMr.
Die ettmmang an der Bvrse.
Berliner Effektenmarkt am 30. April.
Im Hinblick auf die fortdauernde Inflation und die schwierigen außenpoliltischen Verhältnisse beurteilt die Börse die weitere Entwicklung der Mark recht pessimistisch. Die Spekulation wandle daher am Montag ihr Interesse in erster Linie Substanzwerten, den Aktien chemischer Werte zu. Die Kurssteigerungen waren umso größer, als auch das Publikum um- sangreiche Kaufaufträge hierher gelegt hatte. Gefördert wurde die Haussebewegung durch die Tatfache, daß Geld entgegen der Erwartung reichlich angeboten bleibt und die Konzernkäufe anbalten. Gesucht waren Montan-, Elektrizi- täts-, KE- und chemische Werte.
Die Rachbörs« brachte auf fast allen Gebieten die höchsten Kurse deS Tages. Dollar- noten stieaen auf 31500, Dollarschatzanweifun gen aus 29 500. Stürmisches Geschäft in Montanwerten. von denen Mannesmann den Kurs 100000 Überschritten die auf 102000. Harpener erreichten 270000. später etwas abgeschwächt 260000. Gelsenkirchener stiegen aus 190000, Phönix 124000 biS 122000, Deutsch-Luxemburg 170 000, Rbeinftah! 130000. Rombacher 56000, Rheinmetall 40 000, Laurabütte 63500, Oberbedarf 63500. Hohenlohe 54000, Hirsch Kuvfer 78000, Daimler 18000, A. E. G 40500. Elberfelder Farben 46 500, Deutsch-Atlant. Telegra«
Die stehen die Devisen? Berliner Kurse am 30. April.
phen 52000. Lahmeyer 36 000, Lloyd 40000, Ro- landlinie 45 500, Elbeschiffahrt 42500, Paket fahrt 86500, Hansa 44 500,. Sachsenwerk 20 000, Aschas- fenburger Papier 75 000, Deutsche Petroleum 47500, Schantung 9500, Hochbahn 17000, B. E. W. 39000, Commerzbank 17250, Reichsbanl-An- reile zogen auf 13000 (Einheitskurs) an.
sangverein und Iungfrauenverein mitwirkten und Fahnennagel und Fahnenschleife über- reickften.
* HerS^eld, 2. Mai. (Die Sturmhaube ist wieder da) Am Sonabend wurde dis fetzt fertigge- ftellte Nachbildung der Sturmbaube des Ritters Eberhardt von Engern. der 1378 in der Vitalis« nacht auf der Stadtmauer beim Neber'teigen derselben erschossen wurde, befestigt Das Original, das sich früher am Rathaus befand, ist vor längerer Zeit abgenommen und dem städtischen Museirm überwiesen worden.
Widie Yxxxji
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fiel diesmal für Getreide aller Art, wie auch für Mehl und Futterstoffe erheblich ins Gewicht und trug mit zu der zeitweisen Befestigung des Pro- duktemnarktes bei. Hiervon abgeseh» ■ *'
Unternehmungslust im i. ......
ziemlich vorsichtig, weil die Situation unseres Devisenmarktes noch undurchsichtig bleibt, und die Möglichkeit einer abermaligen Aende- rung unserer Valuta durch ein neues Eingreifen der Reichsbank immerhin vorhanden ist.
Was Roggen beirisst, so hat auch dieser sich von seinem vorwöchigen Rückschlag erholt. Aus der Provinz, ganz besonders aus Pommern, sind nach Hamburg und den besetzten Gebieten ansehnliche Mengen, nach dem ersteren auf dem Wasserwege, nach dem letzteren zum Wassertransport verkauft worden, und man erzielt« dort zum Teil höhere Preis«, als in Berlin. Bemerkenswert ist, daß die Reichsgetreidestelle in letzter Zeit auch größere Ankäufe von Kartoffelmehl gemacht hat. Man erwartet, daß diese Ware zu Lager genommen wird, um gelegentlich als Brolstreckungsmeht zu dienen. Nicht unmöglich ist es, daß hiermit, rote übrigen- auch mit großen Kartoffel- käufen für das Ruhrgebiet und die besetzten Distrikte, die Festigkeit und die gesteigerten Preise des Kartosfeünarttes in letzter Zeit zusammen-
Zmn Rentnerheim int einstmaligen Bosemuseum an der Luisenstratze ist nunmehr daS vorwiegend für die Alt- und Unterneustadt bestimmte Rentnerheim im alten Kastell an der Fulda getreten. Am Montag nachmittag wurde es eröffnet. Magistrat und Stadtverord- netenversammlung hatten Vertreter entsandt, aber auch die Kreise, denen daS neue Heim gehören soll.Da traf ich auch den alten viellbekannten Trefal, der morgen seinen 85. Geburtstag feiert. Alles ringsum war frisch und blank. Blumen standen auf den Tsschen. Die Eröffnung selbst nahm, nachdem ihm Stavtbaumeister Hosfmann, der Leiter des Umbau-, den Schlüssel übergeben hatte, Oberbürgermeister Schein bemann vor.
Nicht nur Bücher, sagte er, mich Häuser haben ihre Schicksale. Ganz besonders in Kassel haben wir eine Anzahl von Häusern, die. unglaubliche Dinge erzählen 'könnten, teils angenehmer. teils unheimlicher Art. Tas Kastell aber verkörpert ein großes Stück hessischer Geschichte. Der Oberbürgermeister entrollte ein kleines Bild davon und ließ erkennen, wie Freud und Leid im ehemaligen Jägerhaus, in dem Kornmagazin, der Trcksabrik, im Gefängnis der Franzosenzeit und während der Revolution von 1848 und 1866 darin ein- und cmSacgangen sind, wie sie mancher von hier aus den Weg zur Richt« stätte antrat, oft wegen geringer Verfehlungen, die heute sehr milde bestraft würden und wie es dann ArresthauS für die Kasseler Garnison wurde.
Man hatte vergessen, daß dar Gebäude, das der Militärfiskus benutzte, der Stadt Kassel gehörte. ES war dem Militär nur bis 1922 unkündbar vermietet worden und zwar für jährlich 1200 Mark! Vorerst ist nun erst der Seitenflügel wieder hrrgestellt worden. Die Kosten waren im vergangenen Herbst mit 800000 Mark veranschlagt und jetzt — ein Oh! deS Erschreckens ging durch die Reihen der versammelten alten Damen und Herren — kostet der Umbau 6% Millionen Mark! Die neuen Rckrme, so sagte der Oberbürgermeister, stnd einfach, bescheiden u. sauber, aber es könnte noch manches Bild auf- geüängt werden, um sie noch freundlicher zu gestalten.
DaS ganze HauS soll fortan sozialen Zwek- ken dienen. Im Erdgeschoß ist eine große Küche untergebracht, die größeren Speisungen dienen soll, im Notfälle sogar Massenspeisungen. Ein weiterer Raum ist für die Mülle r- beratung bcstimml, rn anderer als Geschäftszimmer des Invaliden-Bundcs und im Obergeschoß befindet sich dieses Rentnerheim mit vier Räumen als Taaesaufsntbalt für Rentnerinnen und Rentner. Abends sollen die Räume der Jugendpflege nutzbar gemacht werden. Inr Dachgeschoß ist ein« Wohnung für den Hausmeister untergebracht.
Der Oberbürgermeister setzt« dann auseinander, daß früher die Rentner beneidenswerte Leute waren, jetzt aber bedauernswerte arme Menschen stnd, denen nach MSakickkeit geholfen werden muß. den Sozial- sowohl als den Kleinrentnern. Die Verwaltung dieses zweiten Rentnerheims wird für die Stadt verbilligt dadurch, daß sie durch den hiesigen Ortsausschuß
Rentnerheim Kastell.
Die ErSffrnrrrg deS zweite« Kasseler Rentnerheims am Montag nachmittag
Liebesbriefe.
Wie man sie vor fünfhundert Jahren schrieb.
Die Kunst des Liebesbriefes ist in unserer Zeit des Telephons, des Telegramms und der billigeren Postkarte so ziemlich ausgestorben, und es gibt Griesgrame, die behaupten, die Kunst der Liebe sei es mich. Jedenfalls ist heute die philosophische, erzieherische und ritterliche Verklärung stark verblaßt, mit der vergangene Zeiten die Liebe umgeben haben. Der bekannte Kulturpsychologe Alexander von Gleichen- R u ß w u r m hat soeben im Verlag von Julius Hoffmann in Stuttgart unter dem Titel „Siebe* ein Werk veröffentlicht, das er „eine Kritik der verliebten Liebe* nennt. Er schildert darin in einem Gang durch die Jahrtausende von hoher Warte aus, wie der Mensch den Liebestrieb zu veredeln und höher zu züchten wußte. Von den alten Indern bis zur neuesten Zeit werden uns hier die Anschauungen über Liebe vorgeführt, wir erleben die Freuden und Leiden berühmter Liebespaare mit, von Sapho und Aspasia bis zu Frau von Statzl und George Sand. Wir erfahren, was die großen Männer von diesem Thema zu sagen wußten, von Sokrates bis Nietzsche. Auch der Liebesbrief, in dem sich das erotische 'Empfinden so fein spiegelt, wird herangezogen.
Als Probe für den Liebesbriefstil der deutschen Renaissance sei hier ein Schreiben angeführt, das aus Frankfurt unter dem 3. März 1475 datiert ist. Es zeigt, wie die Melodie der ritterlichen Romantik, die sich im« Minnedienst offenbart hatte, auch in das bürgerliche Leben hinein- klingt. An die Jungfer Jungin von Freihos schreibt ihr Bräutigam: „Zarte Jungfrau! Edle Ehrfurcht, stete Hoffnung und mein einziger Trost! Freundliche Liebe und Begehr! Euer jungfräuliche Gnaden sollen wissen, daß sie ist meines Herzens allerliebste Liebe und einziger Trost. Solche freundliche Liebe und Hoffnung ich Euch lange Zeit auf Euer Begehren kundgetan hätte, es wollte sich aber nicht fügen. Auch hätte ich gern Gw. jungfräulichen Zug und Gütigkeit geredet, hat mich aber immer gehindert, die Furcht der Verschmähung und daß ich von Euch (möchte schmählich empfangen werden. Wenn ich so anfange zu reden, so muß mein Angesicht erröten, und die Furcht hindert mich, und die Stimme stockt, und also kann lch die Betrachtung meines Gemütes nicht wohl ausgießen, da ich Mrchte, ich möchte vor Euch zu Spott werden, weil ich meine Worte nicht so bsscheidentlich und verständlich Vorbringen kann. So habe ich also mir vorgenommen, meine Meinung einem Briefe .zu befehlen, da der Brief sich nicht schämt, nicht erseufzet und sich nicht fürchtet.
Mlerschönste und Allerherzliebste, höre <5to." Gnaden, was ich begehre! Was ich von Euch begehre, das ist gar hoch und groß zu schätzen, und als eine köstliche Gabe anzurechnen. Aber Ew. Gnaden ist eS leicht nnd gering, es zu geben, und meine Begehrung steht dahin, Euer armer Gefangener zu sein. Solche ungemessene freund- liche Liebe und Begier will ich mit freundlicher .Treue und herzlicher Liebe vergelten. Ich verspreche, Euch hold zu sein. Ich bin gefangen in dem schönen Schein Eures Äntfitzes. Nichts an» iberem gedenke ich, weder Tag noch Nacht. Ihr nur allein seid immer in meinem Herzen, wo ich Euch trage; Ihr seid meine Begier, meine Rühe «trd meine schönste Hoffnung.*
- Aus der Heimat.
Landwirtschaftlicher Wochenbericht.
Die Preisberichtstelle des Deutschen Land- wirkschaftsrates berichtet über die Zeit Vom 24. bis 30. April: Da der Weltmarkt für Getreide ziemlich fest lag und feine Forderungen zeitweise wieder steigerte, fo bleiben sie wesentlich höher, als die Preise unseres Jnlandgetreides, was sich ganz besonders für Weizen zum Ausdruck brachte. Bei der schwachen Versorgung unserer Müller waren diese für Weizen regelmäßige Käufer und bei dem ungenügenden Angebot gingen die Preise gegenüber dem ermäßigten Schluhstande der Vorwoche wieder um 4—5000 Mark pro Zentner in die Höhe. Wie der ausländische Weizen, so war auch das amerikanische Mehl, das noch vor kurzem den Berliner Markt beherrscht hatte, vollkommen aus dem "Sattel gehoben, fo daß die Preise des inländischen Mebls im Anschluß an den Weizen sich wieder entsprechend erhöhten. Der große Bedarf des Westens, besonders der besetzten Gebiete,
<81n Rmnstkenner.
Ein Geschicktchen au8 der Kunstausstellung wird in „Reclams Universum* erzählt. Herr Knöppchen besteht sich mit seiner Gattin die Gemälde und Plastiken. AlS er aus einem Saal in den andern tritt, sieht er sich dem Torso einer Frauengestalt gegenüber. Sogleich wendet er sich autzeregt an den Saaldiener und erklärt: „Harns«! Das stn mir aber nich gewesen.*
Am Montag hielt die Zurückhaltung in Erwartung der Veröffentlichung der Devisenordnung an. Die Schwankungen waren geringfügig. Der Dollar bewegte sich zwischen 29 700 und 30000. Von Termindevisen sind englische Pfund per Mai mit 150 000, per Juni mit 165 000, und per Juli mit 181000 von der Industrie begehrt. — Es wurden folgende Kurse rotiert: Holland 11600, London 138000, New- York 29 800 Schweiz 5425, Italien 1465, Spanien 4550, Dänemark 5800, Schweden 7975, Norwegen 5200, Finnland 825, Prag 825, Oesterr. Noten 40, Ungar. Noten 500, Poumnoten 65.
Was Cer proCuftenmarft bringt.
Berliner Notierungen cm 30. April.
Amtliche Preise: 50 Kilogramm Weizen märkischer 62—68000, Roggen märt. 53—53500, Sommeraerste 47—48 000, Hafer märt. 46 bis 47000, Mais loko 56 000, Weizenmehl 100 Kilo 170—180 000, Roggenmehl 100 Kilo 145—150 000 Weizenkleie 25—28500, Roggenklcie 29-30 000, Raps 110—115 000, Leinsaat 110—115000. Vik- tortaerbsen 85—88000, kleine Erbsen 65—72000. Lupinen blau 65—75000, Lupinen gelb 90 bis 100000, Seradella 140—145 000, Rovskuchen 43 bis 45000, Trockenschnjtzel 18—19000.
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hingen. Für Gerste gab sich eine ziemlich vielseifige Kauflust für Braumaterial kund, indem die Mälzereien ihren Restbedarf fllr die zu Ende neigende Kampagne noch eindeckten. Der Haferverkehr war sowohl bezüglich der PreiS- bswegungen wie auch deS Absatzes etwas unregelmäßig. Eine ansehnliche Frage gab sich dauernd nach dem Westen kund, und vom Ruhrgebiet kamen direkte Einkäufer, die hier aus den Prodickfionsgebieten größere Mengen erwarben.
* Gensungen, 2. Mai. (Glockenfeile al/ Diebes, flirt.) AlS der Kirchendiener am Sonntag zur ge- wohnten Stunde die Glocken läuten wollte, entdeckte er, daß die beiden etwa dreizehn Meter langen, starken Glockenseile über Nacht gestohlen worden waren.
* Melsungen, 2. Mai (Gauturufest.) In der hier stattgefundenen Sitzung deS Gauvorstandes deS Fulda-EdergaueS der Deutschen Turnerschaft wurde in Uebereinsfimmung mit dem Vorstande der Melsunger Turngemeinde beschlossen, das diesjährige Gauturnfest vom 16. bis 18. Juni in Melsungen zu feiern.
* Frisier, 2. Mai. (Jubiläum bei der Stadt.) Stadttämmerer Schmiti versah am 1. Mai fünfundzwanzig Jahre lang das Amt des Leiter» der hiesigen Stadtkaste.
* Sachsenhausen, 2. Mai. (Goldene Hochzeit.) Schreinermeister Mlhelm Koch und feine Ehefrau konnten di« gewiß seltene Feier der goldenen Hoheit begehen. Der Jubilar ist Kriegsveteran von 1866 und 1870/71; auch war er lange Jahre Mitglied des Kirchenvorstandes und Kilchenrechner.
* Warburg, 2. Mai. (Eisenbahn-Unfall.) Auf der Bahnstreck von hier ned) Vollmarsen wurde in der Nähe von Welda Sei der Kreuzung von Bahn und Landstraße daS Fuhrwerk deS Guts- briitzers Sage! von einem Güterzug überfahren, wobei die zwei werwollen Tiere getötet wurden. Der Fuhrmann kam mit dem Schrecken davon.
* Wellen, 2. Mai. (Fahnenweihe.) Der hiesige Turnberein hat sich eine Fahne beschafft, die durch den Gauvorsitzenden Schulze aus Corbach In feierlich« Weise geweiht wurde, wobei Ge-
Frankfurter Getreidemarkt.
Amtttche Preise: Weizen 123—128 000, Roggen 112—115 000, Gerste (Sommergerste für Brauzweck» 100—108000, Hafer inl. 85—95 000, do. ausländ. 125—130 000, Mais (La Plata) 135 bis 140000, alles alsbaldige Lieferung uns Parität Ffm, Weizenmehl Südd. Spezial 200 bis 220 000 (bei Waggonbezug ab Mühlenftat.), Roggenmehl. alsbaldige Lieferung 150—156 000, Kleie 50-53000, Erbsen 150—180000
** Börsenausfall am 1. Mak. Infolge der Stillegung der Verkehrsmittel am 1. Mai mußte an diesem Tage der gesamte Börsenverkehr (einschließlich der Devisennotierungen) ausfallen. Am Mittwoch ist gewöhnlicher Börsenruheb i. Devisennotierungen finden statt. Am Donnerstag ist wieder VoMörse.
** Frankfurter Tchlachtviehmarkt vom 30. April. Auftrieb: 152 Ochsen, 40 Bullen, 841 Für. sen und Kühe. 3 Fresser, 326 Kälber, 26 Schafe, 1402 Schweine. Marktverkauf: Bei Rindern und Schiweinen etwas Ueberftand. Bezahlt wurden für je 1 Ztr. Lebendgewicht (in Tausend): Ochsen 800-320, 250-390. 180-240; Bullen 240—270. 200—230. 160-190; Färsen nnd Kühe 29—330. 270-320, 240-280, 180-220, 120—170. 200—260: Kälber 280—320, 220—270, 170—210. Schafe wurden nicht notiert. Schweine 370—390, 360—380, 320-370.
*» Hamburger Warenmarkt. Kaffee: Platz, nnd Jnlandsgeschäst waren am Montag nur klein; doch konnten sich die Preise nicht behaupten. — Kakao: Lokogeschäft ruhig. Neu von drüben anaeboten waren Plantagen Trinitad, Mai-Juni-Abladunq, zu 45 sh. 6 d., Suverior« Bahia, April-Mai, 41 sh., Superior Thomä prompte Verladung 41 sh. 6 d. — R e i S: Geschäft war rubig und ziemlich schleppend, Bruchreis blieb knapp Burma-BruchreiS la. loks kostet» 11 kh. 9 Burma-Bruch Tla. loko 11 1H. 3 d. — Schmalz: Unverändert. Amerikanisch. Steam-Lard notierte 28% Dollar, raffiniertes amerikanisch«? Schmalz, verschieden« Marken, 29%—30% Dollar je 100 Kilo netto
Buntes Allerlei.
Dos Soft Im Ordensfchlotz.
Rach dem Beispiel des Schlosse» Vo« Wilbelmsböbe, über dessen Verwendung als Weltbad-KurhcmS, wie wir wiederholt be- richteten, großzügige Pläne schweben, 'M nunmehr auch mit dem alten OrdenSschlon in Oliva verfahren werden. Der Danziger Senat erläßt dazu folgende Erklärung: „Für die Verwendung des Schlosses Oliva ist eine Lösung gefunden worden. Das baukünWerisch wertvoll« Obergeschoß soll für MnsemnSzweck verwandt werden. DaS Untergeschoß dagegen soll der Auf- nähme eines CaföS oder Restaurants dienen. Eine solche Verwendung wird es ermöglichen, wenigstens einen Teil der Kosten, welche di« Unterhaltung deS ParkeS und d«S Schlosses erfordert, berauSMwirfickMften. Bei der viele Millionen jährlich betragenden Höbe der Unterhaltungskosten läßt sich eine Wirtschaft, liche Ausnutzung nickt umgehen. Da für die Bewirtschaftung nur daS Untergeschoß des Schlosses und der vor dem Schloßeingang gele. gene umschlossene (Startet*of in Anspruch genommen werden, wird der Charakter des Schlosses in keiner Weise beeinträchtigt werden.