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Nr. 100. 13. Jahrgang.

Raffelet Neueste Nachrichte»

DienSlag. 1. Mai 1923«.,

Der Stand des Dollars

Letzte Depesche«

1

Einreiseverbot für Abgeordnete«

auf eine Million Mark?

-In­

der

Schiffahrtsgesellsch.

läget. 44900.

WeMns ItemttH.

fc

Preis daher germilst 420

für Vollmilch 740 Mark, für Ma- Mark.

hr.

Montag

1 Uhr rra<hmittag«

29775:30000

Kasseler Kurse.

Von Kasseler Werten wurden heute bekoch- dcrs gehandelt: Hohenlohe Nährm-nelfabriken zu 80000 biS 32000, junge Aktien Kasseler Fatz- iabriken 16000, höher gesucht: Baumann und Lederer 13000 und höher.

Rüttgers W- . 53500

Accum.Berlin.

F.LG.<Karlsw.)S7000.

Gchlachtviedmattl.

Kassel, 30. April. Auftrieb: 8 Ochsen, 10 Bullen, 33 Kühe. 8 Rinder, zusammen 54 Stück Großvieh; ferner 132 Schweine, 57 Kälber und 19 Schafe-Hämmel. Schlachtviehpreise (in Mark per Pfund Lebendgewicht): Bullen 2600 bis 2800, solche zweiter Sorte 24002600, Färsen höchsten Schlachtwerts 27002800, Kühe höchsten Schlachtwerts 27002800, ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen 2200- 2600, mäßig genährte Kühe und Färsen 12002000.

Kälber: Mittlere Mast- und beste Saugkäl­ber 25002600, geringere Mast- und gute Äug­kälber 24002500, geringere Saugkälber 2300 bis 2400. Schafe 1800-2000. Schweine: Fettschwein« über 3 Zentner 38003900, von 240 bis 300 Pfund 37003800, von 200 bis 240 Pfund 36003700, von 160 bis 200 Pfund 3500 bis 3600, unter 160 Pfund 32003500. Ten­denz: Zuerst lebhaft, später schleppend.

Ausgesuchte Ware Wer Notiz. In den Prei­sen sind Handelsgewinn, Versicherung, Spesen usw. enthalten.

Englands Kabinettskrise.

Die Reise des Ministerpräsidenten.

(Eigene Drahtmeldung.)

London, 30. April.

Amtlich wird mitgeteilt: Den genauen Tag der Abreise Bonar Laws und das Reiseziel so­wie die voraussichtliche Dauer lassen sich im Augenblick noch nicht bestimmen, da die Reise- pläne noch studiert werden. Während der Ab­wesenheit Bonar Laws wird Schatzkanzler Bard- Win Leiter des Unterhauses sein. In weiten Kreisen besteht die Ansicht, dass Schatzkanzler Baldwin den Posten des Ministerpräsidenten erhalten wird, falls Bonar Law von seiner Er­holungsreise nicht völlig wieder hergestellt zurüa- kehren sollte. Indessen scheint es, daß vorläufig Lord Curzon das Amt des Ministerpräsidea- Baldwin Führer der Regierungspartei im Un­ten vertretungsweise übernehmen wird und daß terhanse bleibt. Die Aufgabe, die Opposition zu bekämpfen, hat er in der letzten Zeit gut erfüllt.

Aus dem besetzten Gebiet.

Aus dem Reiche des Ulms

Die Fledermaus".

Sonnabend amtliche Notierung l 29800

Lokalnachrichten vom Lage.

-4- An unsere Leser. Infolge des Be­schlusses des Eewerkschastskartells, am 1. Mai zu feiern, muß auch unser technischer Betrieb am morgigen Tage ruhen. Infolgedessen erscheint dix nächste Ausgabe der Kasseler Neuesten Nach­richten cm Mittwoch zur gewohnten Stunde. Un. sere Bureaus find am morgigen Tage geöffnet.

-T- Erhöhung der Milchpreise. Vom Rat- Haus wird un sgeschrieben: Nachdem die um« liegenden Städte und Provinzen den Milchpreis bereits Mite April erheblich heraufgesetzt hat­ten, war es im Interesse der Sicherstellung der Versorgung erforderlich, gleichfalls den Preis anzupassen. Vom 1. Mai ab beträgt der Milch-

sich. die Musik spielt die Ouvertüre und dann ent' rollt sich die Handlung, erweitert, verfeinert sogar und in Einzelszenen gegliedert, für die aus der Bühn- keine Möglichkeit besteht. Geradezu pracht­voll sind die Balder im Kerker, wenn der alkoho­lisierte Büttel im Delirium tremens spinnt'. Der Prinz Orlowski, ist hier wirklich ein Mann. Eva Mar, ist eine glänzende Rosalinde. Lya de Putti eine freche Kammerkatze und dann . . . Harrh Siebt?? als Eisenstein, Paul Heidemann als Fal- Mebr zu. sagen ist unnötig. Ein Großballett

23erllntr BSrfr.

Berlin. 30. April. (Privattelegramm.) Die Devisenkurse waren heute vormittag unverän­dert. Am Esfekteumarkt ist die Tendenz s e h r f e st. Bevorzugt sind Montan-, Stolt« und Anilinwerte.

Mr die IrWrhiM

Wohltätigkeitsveranstaltung im Stadtpark.

Musik, Gesang, Ballett und Tanz . . .! In diesem Zeichen stand die Wohltätigkeits­veranstaltung, die am Sonnabend im gro' ßen Saal des Stadtparks vor sich ging. Frack und Smoking, frühlingslichte Damenkleider, froh­bewegles Treiben und ein Sitzen Kopf an Kopf! Es ging eine große Erwartung durch den dicht- gefüllten Festsaal.

Robert Bartram sang. Er ist nach wie vor der liebwerte Barde, der Künstler, wie wir ihn so aern in unserer Mitte haben. E Lißner- B a d r i a n, der kleine Buffo, besang Lenz und Liebe und schmeichelt.- sich in alle Frauenherzen, als er lind und weich und schmelzend sang, daß er den Frühling gesehen. Gut, sehr gut sogar m. ck'e sich der Tenor Hans Vaupel und dann ...Ballett. Fran Gustel Wagner-Eberle, die allen Wohlbekannte, selbst schulend und leh­rend, ließ in Gemeinschaft mit der graziösen Else H o s f m c y e r die vom Staatstheater gepflegte Musik der Beine und der Schmiegsamkeit des Frauenkörpers erklingen. Flott, frisch lebensprm delnd holen ihre .Indischen Gaukler* wieder stärksten Beifall heraus. Alle Sympathien flie­gen der jungen^Trude Sittauer zu, der Lieb­lingsschülerin unserer leider schon wieder ans Abwandern denkenden Ballettmeisterin Ritta Roist. Wirklich, eine tanzende Puppe. Sie ist blendend in der Groteske, entzückend in Tüll und Seide.

Zwischendurch spielte die Henkelsche Kapelle und immer wieder, unermüdlich, sang das Kasse- irr Solo-Gesangsguartett. Wer kenn es nicht, freute sich nicht schon an der wohlklingen­den Viereinigkeit von Frendenberäer, Murmann Bartholomäus und Hartung! Bis bann die Türen zum Parkettsaal aufgingen und auch dort die Muflk anhob ... da begannen Walzer und Fortrott, alte und neue Tänze zu herrschen und endlich erfüllt <sich auch die Hoffnung auf einen Gewinn aus der reichhaltigen Tombola. Ein wunderbarer Jumper war wohl der Hauptpreis . .. einHerr Bolt ihn *

Georg Wagner, der die künstlerische und geschäftliche Leitung des Ganzen in jeder Weise 'richtig angesaßt hatte, machte sich unzweifelhaft verdient: Man schätzte am Sonnabend den Ge­winn der an die Ruhrkinderhilfe geht,

(Eigene Drahtmeldung.)

Essen, 30. April.

Das Einreiseverbot in das besetzte deritsche Gebiet ist auf diejenigen Abgeordneten des deutschen Reichstages und des preußischen Land­tags ausgedehnt worden, die ihren Wohnsitz nicht im besetzten Gebiet haben. Die Ueber- wachungsstellen sind angewiesen, einreisende Abgeordnete an der Grenze des besetzten Ge­biets zurückzuweisen oder, wenn sie schon im besetzten Gebiet find fie an die Einreisestelle zurückzuschaffen. Die Zustimmung der Rhein- land-Kommisfion ist nachgesucht worden.

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Französische TüuschungvmonSvrr.

Mainz, 30. April. (Eigene Drahtmeldung.) Die Güterzüge mit Kohlen aus hier entladene» Rheinkähnen werden neuerdings von den Fran­zosen mit breiten blau-weiß-roten Zetteln be­klebt, auf denen als Abgangsfdttio« gedruckt zu lesen ist: Essen. Der Zweck der Maßnahme ist die Bortäuschung eines umfangreicheren Güter­zugverkehrs aus dem Ruhrbezirk. Einem Ar­tikel imMatin" über die Ruhrlage ist zu ent- nehmen, daß das Systems der militärischen Be­etzungen der Zechen keine Steigerung der Kohlentransporte nach Frankreich gefiradjt hat.

Das teuere Sterben.

Die Friedhofs-Inspektion schreibt uns: Der Verfasser der Erwiderung in Nr. 98 dieses Blat­tes erneuert die schon mehrfach widerlegte Be­hauptung, für Ausschachten eines Grabes Wür­den 75000 Mark erhoben. Er hat wohl über« sehen, daß in der Entgegnung in Nr. 95 ein­gehend auseinandergesetzt wurde, daß der Fried­hof sich selbst erhalten muß und daj alle Ge­bühren, auch die von 75000 Mark, dazu dienen müssen. Von was soll die Friedhofskasse die vielen und großen Ausgaben allein für Ar­beiterlöhne. trotz erfolgter Einschränkung der Zahl des Personals, sind zurzeft wöchentlich ungefähr eineinfünftel Millionen Mark erforder­lich bestreiten? Die ebenfalls als sehr teuer bezeichneten Familienplätze decken die Ausgaben für die. Arbeiterlöhne noch nicht zur Hälfte. Die hiesige Friedhofs-Verwaltung braucht den Erlaß der Regierung betr. Nachprüfung der Gebühren- ,tarife nicht zu fürchten. Weitere Entgegnungen sind hoffentHch nicht nötig.

letzung zu. Die Sanitätswache Orleansstraße Holle en Verletzten nach Kassel und überführte ihn ins Krankenhaus. Ein von der Kriminal­polizei gesuchter, vielfach Betätigter Ein­brecher wurde gestern durch die Schutzpolizei ststgenommeu und in das Polizeigefängnis ein­geliefert. In der Wilhelmstraße glitt ge­stern ein Manu aus und erlitt dabei eine Schä- delwunde. Ein Arzt leistete die erste Hilfe.

-4- Veranstaltungen am Dienstag. Mai­feier der nichtsozialdemokratischen Arbeiter: Zum Ritter", 8 Uhr. Metropol-Thea- tcr:Die Geliebte des Königs". Hassia» Bull Arigona". - C h a s s a 11 a: .Äe Fleder­maus". Neues Theater : Wiederbeginn der Spezialitäten, 74l Uhr. Zirkus Straß­burger: 3^2 und 1% Uhr. Winzer­stuben: Kleinkunst, 8 Uhr. Braustübl: Streichkonzert, 7 Uhr. Bauernschänke: Maifeier, 111 und 6 Uhr. Kurhessische G-es ellschaft: Vorlesung über Einsteins Re­lativitätstheorie, Landesbibliothek, 8 Uhr.

Siemens LS« .

Holzfabr.Fulda Gummi Peter ,

Bebbern!). K. ,

irsch,K.U.M.

Adlerw. .... 15000.- BeckL Henkel.

Daimler Mot..

Franks. M.Pok.

.veiligenst.Gieß. Rh.Met.(V.-A.) Hind.»Aufferm. Rückforth Nchf.

I. Sichel & Co. 23000. Hammers.^Osb. 49000 Verzinker. Lila-

Wmn eine Dichtung der Sprache oder Musik im Film erfaßt wird, geht man nicht selten mit gewissem Zagen hin. Roch dazu jetzt, da im Eh ass allo" die unsterblicheFledermaus" . von Johann Strauß als Film gegeben wird, und ' die Enttäuschung ist in der Tat groß, aber .. es :ft eine sehr angenehm.'! Das Theater verdunkelt

Anschlag auf einen französischen Äug.

Koblenz, 30. April. (Eigene Trahtmel- dnng.) "Bei Wininge« wurde aus einen fran­zösischen Personenzug ein Dtztmmiianschlag ver­übt. Bon dem sranzöfischen Dienstpersonal wur­den drei Manngetötet, Der Materialscha­den ist sehr bedeutend. Einzelheiten fehlen noch.

Sein Volksbegehren zum Siediungsgefetz.

Berlin, 30. April. (Privattelegramm.) Die gegen die Mängel des Gesetzentwurfs aus den ei­genen Reihen des Reichsbundes für Siedelung und Pachtung erhobene« Einwände hichen den Bund jetzt veranlaßt, von der Durchführung ei­nes Volksbegehrens Abstand zu neh­men, das heißt, die Okmeinben nicht mit Eintra- gunaslisten zu versehen, vielmehr für einen neuen abgeänderten Gesetzentwurf Stimmung zu ma­tten. Gegen eine derartige Handhabung der ober, ien Bolksrechte muß entschieden Bern» ah - u n g eingelegt werden. Der große wahltechni- che Apparat der staatlichen und der gemeindN- chen Wahlbehörden ist nutzlos inGang g e - fe tz t worden, wodurch dem Reiche und den Ge­meinden nicht unbeträchtliche Kosten erwachsen sind. Das Vorgehen des Bundes für Siedlung und Pachtung ermangelt des politischen Verant­wortungsgefühls.

Lohnforderungen der Slsendahnee.

B e r 11 n, 30. April. (Privattelegramm.) Bier Werkstättenversammlungen der Berliner Eisen- bahner am Sonnabend abend haben angesichts der fortschreitende« Steuerung eine Berdop.

alles Schöne und Gute . . . allerdings wird es herzlich sauer gemacht, in diesem Matchen zu be­harren i «ec

Heutige Frankfurter Börse.

Lebhafte AustvärtSbewegung.

(Eigener telegraphischer Bericht.)

Frankfurt a. M., 30. April, 1 Uhr.

Während der Devisenmarkt zu Wochenbeginn zwar etwas fester, aber doch wenig verändert war: Dollar 30 500 bis 29775 (30(XX)), wurde der Effektenmarkt beherrscht von einer neuen hausseartigen Welle, die sich auf nahezu alle Ge­biete erstreckte. Kaufaufträge für die Rhein-Elbe- Union-Werte, die ganz bedeutende Steigerungen erfuhren, gaben Anlaß zu einer recht lebhaften Kaufbewegung auch auf den anderen Gebieten. Der flüssiger gewordene Geldmarkt brachte auch das Privatpublikum in erhöhtem Matze mit Kaufaufträgen an den Markt, wo die Umsatz- lättgkeit ganz beträchtlich war. Vereinzelt waren Kurssteigerungen bis dreitzigtausend Prozent zu verzeichnen.

Wie wird d«S Wetter?

Die Wetterdienststelle Weilburg gibt für die ersten beide« Maitage folgende Bor. ausfage: Vorwiegend wolkig und bedeckt, vieler­orts Regenfalle, doch meist leichte; Lustwärrne wenig geändert. Barometerstand heute Mon-

beim Orlowskhsch (n Fest gibt dem bunten Trei- ben starke Striche Und dazu immer wieder aus der Tiefe des Orchesters fommenb, die süßen Weisen Johann Sttauß's: Es wird nicht ge­sungen. Und das ist gut! So ist der Genuß ein reiner und ein schöner. Diese Filmoperette ist ein Wurf, der beispiellos, ein: tadellose Sache, die Freude bereitet. Die Kapelle desEhassalla- ist ganz auf der Höhe! =ey»

Die Frau mit den Millionen".

Der dritte Teil des großen Hans Drey>r-Filmz mtt den prächtigen Bildern aus dem Mittelmeer, am Goldenen Horn und von der blauen Donau ist nun im U. T. erschienen. Die Spannung löst sich, waS aus derFrau mit den Millionen" wird. Nein, sie wird nicht erschossen, sie kommt davon, sie findet sogar das Glück ihres Herzens und in humorvollster Weise löst sich auch der große Petroleumschwindel in der Pariser Oper, wo das ganze begann, hört es auf. Aus alle Fälle spannend bis zum letzten Ausflimmern! Von besonderer Bedeutung ist ein Ruhr-Film, der bildlich, technisch und volkswirtschaftlich zu­gleich. Er muß unbedingt von jedem Zeitge­nossen gesehen werden! -o-

Dle 23uttermänner bleiben!

Unser Artikel in der SonntagsausgabeDas Ende der Buttermänner" hat, wie wir hören, die beabsichtigte Wirkung erzielt. Allem Anschein nach war man an den zuständigen Stel­len nicht mit den einschlägigen Verhältnissen bertraut imd glaubte nicht, daß das erwähnte Verbot auch auf die typischen Erscheinungen, die Vuttermänner vorn Kasseler Königsplatz, ausgedehnt werden könnte. Sicherem Verneh­men nach werden die in Betracht kommenden Händler, bereit Zuverlässigkeit verbürgt ist, durch einen morgen zu fassenden Beschluß wieder zu- gelassen. Sie erhalten in den nächsten Tagen ihre Genehmigung.

Höhere Seweebslosenunleestützuno.

, Die seit Wochen erwartete Erhöhung der Er- werbslosenunterstützung ist nunmehr von der Reichsregierung beschlossen worden. In den Orten der Ortsklasse A, zu denen auch Kassel gehört, erhalten männliche Personen über ein­undzwanzig Jahren mit eigenem Haushalt 2400 Mark, in fremdem Haushalt 2100 Mark und un­ter 21 Jahren 1450 Mark tägliche Unterstützung, weibliche Personen desselben Familienstandes 2100, 1750 und 1300 Mark täglich und als Fa­milienzuschüsse für den Ehegatten täglich 850 Mark, für Kinder und sonstige Unterstützungsbe- reckttgte je 700 Mark. Demnach bekommt ein verheirateter Erwerbsloser mit Frau und zwei Kindern wöchentlich 28 200 Mark, monatlich also rund 112000 Mark. Diese Unterstützungs­sätze sind steuer- und abgabenfrei. Außerdem wird die Fürsorge im Krankheitsfälle vollkom­men von der Erwerbslosenfürsorge übernom­men. Die neuen Unterstützungssätze traten am 16. April in Kraft. Die sofortige Auszahlung der höheren Sätze im Stadtgebiet Kassel ist ver­anlaßt worden. Die Erhöhung der Unterstül- zungssatze bedingt auch Aenderung in der Be­rechnung der Kurzarbeiterunterstüt­zung. Die Gewerbetteibeuden von Kassel wer­den gebeten, vor Aufstellung der Liften über die Zahlung der Kurzarbeiterunterstützungen ab 16. Avril die neuen Mitteilungen des Arbeitsamtes, Abt. Erwerbslosenfürsorge, abzuwarten.

Vank-Aktie«

Darmst. S.«..22500. DeutscheB. . . 31900 Disk.-Ges. . . . 24000. Dresdner B.. . 18500 Met.«B.u.m.G.

Bergwerks-Aktien

BuderuS-Eisen. 59000. D-»Luxemb. . 145000 Gelsenkirch. . 175000 Harpener. .. 197000 Kali Aschersl.. 55000. Mannm.-Rh- .88000 Phönir Berg 101000 STSthl DSbg. 97500.-

3«duftrie-Aktien

PH. Holzmann. 14500. WayßLFreyt.. 19500. Hess. Herkules. Anglo.>Gnan..

Bad. Anilin . . 48000.- D.G.m.S.-Sch. 46000 Th.Goldschmidt 55000

4- Jubilare des Dienstes und der Ehe. Ober­landmesser August Rudolph vorn Siadtvau- amt und Vollziehunqsbeamter Wilhelm Möl­ler 1 von der Stadthauptkasse feiern am 1. Mai ihr 25jähriges Dienstiubiläum In Aner­kennung ihrer treuen Dienste wurde den Jnbi- laren ein Dankschreiben des Magistrats über- reickft. Ein getreuer Leser der Kasseler Neue­ste Nachrichten. Bildhauer Adam Reisin- g e r, Wilhelmshöher Allee 80, feiert heute, Montag, mit seiner Gemahlin Lina, geb. Stra- ßenmever, das Fest der silbernen Hochzeit.

Pakete nach dem Ruhrgebiet. Nach den im Ruhreinbruchsgebiet gelegenen Orten Lennep, Bergisch Born (Kreis Lennep) und Hückeswagen sind gewöhnliche Pakete aus dem unbesetzten Deutschland wieder zugelassen.

Nach Berlin versetzt. Regierungsrat Dr, La h rn e v e r ist nach Berlin versetzt worden. Mit ihm verliert das Jugendherbergswesen in nn= sc rem Bezirk und damit auch der Hessische Ge­birgsverein einen allzeit rührigen Förderer.

-t- Neue Meisterinnen. Die Damen Frau Selma Grabe und Fräulein Eleonore H e i t» feld haben vor der Meisterprüfungskommission in der Handwerkskammer für das Damettschnei­derinnengewerbe, und Fräulein Lin? Ditt - m ar für das Putzmacherinnengewerbe die Prü­fung mitsehr gut* bestanden.

Hundegefchschten" aus der Aue. Von einem Freund der Karls« ue Wird uns ge­schrieben, daß die Aue jetzt das reinste Paradies für Hunde, weniger für Menschen ist. Bei einer einzigen Stelle zählte er gestern vierzig Hunde, die sich dort tummelten. Ein Mann bebte sogar seinen Hund in das Wasser und ließ ihn dort eine Jagd auf die Schwäne veranstalten! Die Frage, ob nicht wie früher die Polizei jeden Be­sitzer von Hunden, die frei herumlaufen, zur An­zeige bringen darf, scheint wieder einmal sehr brennend geworden zu sein!

-r- Schüsse in der Nacht. In der vergange­nen Nacht wurden im Westen der Stadt rasch aufeinander folgend sechs Schüsse vernommen. Wie sich ergab, batte ein Beamter der Schutz­polizei in der Nähe der Christusftrche in Wehl­heiden drei Einbrecher gestellt. Auf An­ruf des Beamten flüchteten sie. Daraufhin gab Letzterer die Schüsse ab. Leider entkamen die Drei ließen aber köstliche Dinge zurück, wie hundert Eier. Schinken, Wurst, Fleisch, Schmalz usw. Die Flüchtigen hatten kurz zuvor eine Vorratskammer auSgeplündert. Der Bestohlene kam dank der Schutzpolizei '«nieder in den Besitz eines Gutes.

-7- Ein grauenhafter Selbstmord. Gestern mittag gegen 3 twr warf sich auf der Waldkap­peler Bahn zwischen Waldau und Niederzweh­ren und zwar zwischen der Flutbrücke und der eigentlichen Eisenbahnbrücke über die Fulda eine etwa 28 bis 30 Jahre alte Frau vor den von Kassel kommenden Zug 268. Der Körper der Unglücklichen wurde durch die Maschine regelrecht auseinandergetrennt. Die Personalien der gut gekleideten Frau sind noch nicht bekannt, doch ist Selbstmord bereits einwandfrei fest­gestellt worden.

-e- Falsche Ruhrflüchtlinge als Bettler. In der Prinzenstraße wurden zwei verdäch- tige Gesellen durch die Schutzpolizei festgcnom- men, als sie die .Klinken putzten-. Sie bettclte.i unter der Angabe, hilflose.Flüchtlinge von her Ruhr zu fein. In der Tat hatten sie entsprechen­de Papiere, aber ... diese lauteten auf einen anderen Namen!

-z- Allerlei vorn Tage. Ein hiesiger Motor­radfahrer nahm gestern in der Nähe von Holzhaufen bei Gudensberg eine Kurve zu kurz und stürzte. Er zog sich dabei ein» Schäpelver-

pelung der Stundenlöhne als korporattve Forderung an de« Eiseubahndirekttonspräsiden- trn beschlossen. Die Betriebsräte wurden mit der Einleitung einer gemeinsamen Attion der deut­schen Eisenbahner beauftragt. In der Werkstatt tcuDetfamutiung in Berlin-Rummelsburg teilte der Vorsitzende Raub mit, daß die beim letzten Eisenbahnerstreik gemaßregelten Kollegen am 15. April begnadigt worden seien«

tim Die Schutzpolizei.

Berlin, 30. April. (Privattelegramm.) Die Reffortbesprechungen beim Reichskanzler über die neue Polizeinote der Entente waren bei Abgang dieses Berichtes noch nicht abgeschlossen. Die bisherigen Besprechungen haben ergeben, daß für eine sofortige Annahme der neuen E n - tenieforberung int Reichtzkabinett eine Mehrheit nicht vorhanden ist, wohl aber für Verhandlungen mit der Entente. Eine Ablehnung der Ententeforderung, rhne den vor­herigen Versuch einer Abschwächung bet Bedin­gungen, kommt aber nicht in Frage.

Broteft gegen Marschall Foch.

Wien, 3Q. April. (Eigene Drahtmeldung.) Marschall Foch trifft am 2. Mai auf der Seife von Paris nach Warschau in Wien ein. Die internationalen sozialistischen und die monarchi­stischen Verbände planen während des Aufent­haltes des französische« Marschalls auf dem Wiener Westbahnhof eine LLrotestkundge- bung. Die Staatspolizetwird deshalb, wie dasNeue Wiener Journal" meldet, umfassen­de Maßnahmen treffen, um bett Marschall, der in einem besonderen Eilzuge fährt, zu beschützen.

Entsendung eines Geschwaders.

Lausanne, 30. Avril. (Eigene Drahtmcl- dung.) Es gehen Gerüchte um, wonach die Türken an der syrischen Grenze starke Trup­penkräfte konzentriert haben. Diese bereits feit längerer Zeit umgehenden Gerüchte hätten sich derart verstärkt und ihre Bestätigung in Nachrichten gefunden, wonach die Parif er Regierung in Toulon ein Geschwader von Kriegsschiffen versammelte, da§ zur Aus­fahrt nach den türkischen Gewässern bereit stehe.

Kardinal SauihaSer bei Harding.

Rewyork, 30. April. (Eigene Drahtmett düng.) Nach einer Meldung ans Washington hat Präsident Harding den Kardinal Dr. von Faulhaber a,rs München empfange«. Der Kar­dinal verweilte einige Zeit bei dem Präsidenten und sprach ntit ihm über die Lage in Dentschkand.

BelglsGe Truppenverfiarkungen.

Paris, 30. Llpril. (Eigene Drahtmeldung.) Die belgische Armee im Ruhrgebiet soll in der nächsten Zeit verstärkt werden. Gegen­wärtig befindet fick, an der Ruhr die 7. Divi­sion mit sechstausend Man«. Diese sollen nm dreitausend Mann verstärkt werden.

Der gestrande e vortugieflsche Dampfer.

Paris, 30. April. (Eigene Drahtm-sduug.), Ans Kapstadt wird berichtet, daß von den 258 Fahrgästen des gestrandeten portugiesischen Dampfers 227 gerettet worden find.