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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzettung Hessische Abendzeitung

Nummer 96.Einzelnummer IZV Mk. Donnerstag, 26. April 1923. Einzelnummer 130 Mk. 13. Jahrgang.

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Neue Kmwalle im Nuhrgebiet.

kommen wieder hergestellt und damit dem. Woh-

Verbündeten geregelt werden müßte.

Auf ver Suche nach Megrr.

Sln TRaroftaner Getötet.

m ^Aen' April. (Privattelegramm.) Gestern früh bei Tagesanbruch sollte in Miesbach der Redakteur Weg er vomMiesbacher An­zeiger" tmrch vier Kriminalbeamte aus München Berlin für den Staatsgerichtshof verhaftet werden, war aber nicht auszufinden. Die Frm» verweigerte jede Auskunft über den Auf- cnthaltsort ihres Mannes. Eine gründlich durch- gcführte Haussuchung blieb ohne Erkolg.

Paris, 25. April. (Eigene Drahtmeldunz.) Die Pariser Abentchlätter veröffentlichen eine Nachricht aus Lüttich. Nach einer dort erschiene

Bayrlfche Vorgänge.

Verhandlung gegen Nationalsozialisten lPrivat-Telegramm.)

der Hut des Küsters, den dieser in der Kirche zu- rückgelossen hatte, war beschädigt. Der Kirchen- frevel kann nur durch die Belgier gesehen fern. Der Besatzungsbehörde wurde Anzeige erstuttet.

»ie Bochumer Sperre aufgehoben.

Esten, 25. April. (PrivattÄrgnumn.) Der französische Kommandant von B o ch u m hat die von abends 11 Uhr bis 7 Uhr morgens dauernde Bcrkehrssperre wieder aufgehoben. Der Bahnhof Bochum ist wieder freigegeben. Es wird noch mehrere Tage dauern bis der Betrieb wieder aufgenouunen werden kann.

SteNimgnahmr der Ireicheregirrung.

Berlin, 25. April. (Privqftelegramm.) Die Besprechungen der Rcichsregierung über die Ant­wort auf die Rede Lord Curzons sind im Laufe des gestrigen Tages fortgesetzt worden. Rebe Beratungen der zuständigen Ressortmini­ster fand die angekündigte Aussprache zwischen Dr. Cuno und drn Vertretern des Reichsver- bandes der deutschen Industrie statt. Die Führer der Fraktionen werden heute, viel­leicht erst morgen, vom Reichskanzler empfangen werden. Es ist bestimmt damit zn rechnen, daß die Reichsregierung die Rede Lord Cur­zons aus diplomatischem Wege beantwortet.

Neue ernste Unruhen.

Wiede» eine Schießerei im Ruhegebiet.

(Eigene Drahtmeldung.)

Benmten-BauprogrammS

wird unter günstigeren Schlüsselzahlen für die Stadt in größerem Ausmaße erfolgen. Gegen­liebe hat weiter ein Antrag auf Gelvahrung er­höhter Vorschüfle auf die Wohnungsbauabgabe durch den Staat gefunden. Dazu bemerkte der Oberbürgermeister: Der Zeitpunkt der Erfüllung aller berechtigten Wünsche und Forderungen ist nicht abzusehen! Täglich werden neue Anforde­rungen gestellt, so die Räumung von Ka­sernen der Reichswehr von Familien rüherer Unteroffiziere usw., sowie die Räumung der Polizeikaserne in der Hohenzollern- straße nach gleichen Gesichtspunkten. Diese beiden an die Stadt gestellten Ersuchen wurden, voll er- üllt, allein zurzeit hundert Wohnungen bean. spruchen. Wenn mir. bemerkte der Oberbürger­meister, uns angesichts des riesengroßen Woh­nungselends weigern, die Kasernen zu räumen, so darf doch niemand, besonders nicht in der Reichswehr oder Schutzpolizei, an unserem guten Willen zweifeln. Gerade von uns aus gingen früher schon genauere Vorschläge, die den Sie- delungsbau für die Reichswehr und für die Schutzpolizei betrafen. Das Wohnungsamt steht auf dem Standpunkt, daß für die Angehörigen der Reichswehr und der Schutzpolizei

die Wohnung ein Teil der Besoldung

schen Zone ein marokkanischer Sol- da t, der einer französischen Schildwache Lebens­mittel brachte, durch einen Messerstich in die Brust verwundet worden. Er hatte noch die Kraft sich bis zur Schildwache zu schleppe» und ist dann sterbend zusammengebrochen mit den Worten Zivil-Boche! Die Meldung besagt wei­ter, daß drei Deutsche verhaftet wur­den, die Zeugen der Mordtat gewesen sein müs­sen, aber jede Aussage verweigern. Kall ist ein Jnduftriedorf im Kreise Schleiwen an der Luxenburgifchen Grenze. Eine amtliche Bestä­tigung dez Ereignisses ist noch nicht eingetroffen.

lamentarische Partei der Deutschvölkrschen ver« bieten zu müssen, so hätte er die Pflicht, jetzt ebenso gegen die Kommunisten vorzugehen. Ihr Unternehmen ist ein Anschlag gegen die Repu­blik, richtet sich gegen die Regierung, läßt sich mit dem Gesetz zum Schutz der Republik nicht mehr vereinbaren. Schließlich ist es republi­kanische Politik, die den Widerstand an der Ruhr betreibt, sind es in der Hauptsache die sozialdemokratischen Arbeiter, die der Regierung im Adwehrkampf die Hand leihen. Unzweifelhaft also muß es Auf- gäbe sein, daraufhin zu arbeiten, daß der Le­benskampf der deutschen Republik nicht noch mehr erschwert wird. Wie soll denn Deutschland wieder hoch kommen, wenn dem Aufstieg immer neue Hindernisse in den Weg gelegt werden? Die Ruhestöter sind der Meinung, daß ihnen Deutschland gleichgültig sein könne, da sie per­sönlich ja doch nichts zu verlieren hätten. Sie bedenken aber nicht, daß sie, wenn sie wirklich unter französischer Gewalt ständen, ihre ganze Freiheit verlieren würoen. Dio französische Re­gierung bekämpft die französischen Kommunisten mit Waffengewalt. Dasselbe würde sie auch» de» deutschen Kommunisten gegenüber tun, wenn sie deren Hilfe nicht mehr brauchte. Hg.

KSternberg, 25. April.

Als Nachspiel zu den Mülheimer Kommuui- stenunruhen kam eS vorletzten Abend zu ähn­lichen Zwischenfällen in Katernberg. Abends sammelte sich vor dem Rathause eine ungefähr fünfzigköpfi^ Menge. Die Bande war durch­weg mit Revolvern und Handgranaten bewaffnet. Die Aufständischen drangen in das Rathaus ein. Sie hielten die Beamten mit Revolvern in Schach und unterzogen die Räum­lichkeiten des Rathauses einer gründlichen Durch-, fuchung. Sie fanden aber anscheinend nicht das Gewünschte. Die Bewohner der anliegenden Häuser wurden aufgesordert, sofort das Licht auszulöschen. AlS dies nicht gleich geschah begann eine Schießerei, in deren Verlauf der mit seinem Sohn und anderen Bewohnern vor seiner Tür stehende Josef Kimper durry Schüsse in den Arm, die Brust und in den Rücken schwer verletzt, während fein Sohn sofort tot niedergestreckt wurde. Der sofott alarmierte Selbstschutz nahm die Verteidigung auf. Es ge­lang die Bande in der Richtung Stoppenberg zu verdrängen. Hierbei wurde der Führer der Aufständischen von seinen eigenen Leuten schwer verletzt und ist seinen Verletzungen erle­gen. Im Laufe der Rächt wurden nach fünf weitere Verhaftungen vorgenommen.

in den einzelnen Abteilungen des, Wohnungs­amtes geleistet. So wurden in hch Vertrags- abteilung nicht weniger als 4672 Verträge zur Prüfung und Genehmigung vorgelegt. Die

Wohnungsaussicht und Wohnungspflege

hatte in 6700 Fällen die Nachprüfung von Bau- und Wohnungsmängeln vorzunehmen, sowie 6300 Dringlichkeitsfeststellungen von Wohnungs­suchenden zu erledigen. Welter wurden 1055 Wohnungen der Altstadt planmäßig besichtigt. 168 Familien konnten aus erbärmlichen Wohnhöhlen berausgenommen und in gesunden städtischen Neubauwohnungen untergebracht werden. Die freigewordenen Wohnungen sind zum größten Teil von der Stadt instandgesetzt und mit Fa­milien mit geringer Kinderzahl wieder besetzt worden. Außer dem zahlenmäßig festliegenden Ergebnis der Arbeit des Wohnungsamtes nannte der Oberbürgermeister einige der wichtig­sten Anregungen und Vorschläge und erllärte weiter, es sei Bresche geschlagen in die bisherige Auffassung von Staat und Reich, ihre wohnungs- losen Beamten und Angestellten durch bevorzugte Eintragung in den Listen des Wohnungsamtes von sich abznschieben. Wir sieben heute, hob Scheidemann hervor, im Wohnungsneu- baufürDcamte unter stärkster Unterstützung der in betracht kommenden staatlichen Stellen. Das durchzusetzen, ist nicht leicht gewesen. Die Weitersührung des im vorigen Jahre milgeteilten

Die <S8rung in ^Mülheim

Esten, 26. Avril. tPrivattelegramm.) Aus Mülheim werden wieder Anzeichen von grö­ßeren Unruhen berichtet. Die Stadtverwaltung trifft bereits Abwehrmatznahmen.

Raustrei im Münchener «tabtrat.

München, 25. April. (Privattelegramm) Am Schluß der gestrigen Münchener Stadtrats- sttznng entstand eine regelrechte Rauferei. In einer Geschäfts«rdnungsdebatte nannte Stadtrat Maurer den kommunistischen Stadtrat Weibel einen Schafskopf. Run warf Weibel einen Tintenwischer auf Maurer. Das war das Sichtal zu einer allgemeinen Rauferei bei der auf den Stadtrat Weibel mit Aktentaschen nnd Fäusten loSgeschlagen wurde Zwi­schenrufe wie "Lausbub".Lump" usw. b^gleite- tcten diese des Stadttats unwürdige Szene.

bildet. Das nicht rechtzeitige Bauen solcher ganisationen oder das völlige Unterlassen von Wohnungsbauten hat zu schweren Schädigungen bereits mehrfach gcfühtt, besonders in finanziel­ler Hinsicht, denn die Wohnungen, die, wenn auch überteuert, in den Jahren 1919/20 und 21 erbaut wurden, sind heute als billige zu bezeichnen. Be­weis: Die städtischen Nenwohnungen im Fasa- . iienhos, an der Nsenburgstraße, im Aktienpark, am

Finkenherd, in der Reitbahn und am Pserdemarkt

hört der Berliner Korrespondent, daß ein von Berlin nach London geschicktes Angebot zurück­gesandt würde mit der Aufforderung, es gerade­wegs nach Paris zu senden. Es sei ein Irrtum, anzunehmen, daß England femals eine bestimmte

Und dieses Treiben an der Ruhr hat unbe­dingt die Unterstützung der Kommunisten in Berlin. Die starken Thüringer Kommunisten, die militärisch gedrillt werden und in. geschlosse­nen Verbänden auf die große Entscheidungs­schlacht warten, hoffen, es werde den Ruhr- Kommunisten gelingen, sich durchzusetzen. So ist der Plan: Haben sie an der Ruhr die Macht, so werden sie sich mit den Franzosen ver- ständigen und dann von der Ruhr aus, unter« stützt durch Sturmtrupps in allen Teilen des Reiches, den Vorstoß gegen Berlin uns die Berliner Regierung machen. Vergleichen wir diese Krawalle mit den DeutschvöMschen Unter- nehmungen, io finden wir, objektiv gesehen, daß den wirklichen Ruhestörern die größere Beach- tuna gehört. Und so kommen wir zu dem Er- cui,, Oöri Er,mtene-

gebnls: Wenn Herr Severing glaubte, die Par- nen Zeitungsnachriäst ist in Kall tu der belgi -

Summe, die annehmbar fei, gesagt habe. Rdch siünWffartt erhalten. Eine Riesenarbeii wurde

Anffaffung der Engländer sei das eine Ange- ' ' ---

legenheit, die zwischen Deutschland und allen

3m besetzten Gebiet.

Kirchenfrevel von belgischen Soldaten.

(eigene Drahtmeldung.)

Sterfrabe, 25. April.

In Sterkrade-Rord erschienen am Sonntag in der evangelischen Kirche sechs Belgier. Der Küster war der Meinnung, die Soldaten wollten am Gottesdienste teilnehmen. Er achtett des­halb nicht auf sie, bereitete den Gottesdienst in der Kirche vor, ging auf den Friedhof und teNrtc erst später zurück. Er fand dann die Kirche leer, die Altardecke nnd ihren Behang be- chmutzt in einer Ecke, die Altarbibel war in eine andere Ecke geworfen, daß Altar- lesepult fand sich ans dem Söller wieder nnd

Die sichtbare Gefahr.

Kampf zwischen links und rechts.

Im preußischen Abgeordnetenhause beschäf­tigte man sich noch tagelang mit dem Vorgehen des Innenministers Severing gegen die Deutsch- völkischen, ganz besonders, nachdem sich die Kommunisten im Ruhrgebiet zusammenrotteten, um die Herrschaft an sich zu reißen. Me man auch den DeutschvöMschen gegenüber steht, un­bedingt hat der Innenminister die Gefahr von diaser Seite überschätzt und etwas zu weit ge­griffen, wenn er eine parlamentarische Partei einfach aufzulösen sich entschloß. Dagegen schein» er sich über die »Kindereien« der Kommunisten noch heute zu täuschen Er ertlärte wiederholt, die Spielereien der Linksradikalen seien nicht ganz ernst zu nehmen. Indessen zeigt sich an der Ruhr, daß aus diesen Kindereien und Spie­lereien großer Ernst werden kann. Wir haben, so lange die französische Besetzung an der Ruhr dauerte, recht wenig von dem Treiben der Stern.

Llm das deutsche Angebot.

England will nicht vermitteln.

(Eigene Drahtmeldung.),

London, 25. April.

In englischen diplomatischen Kreisen ist man sehr überrascht über die Wirkung der Rede Lord Curzons sowohl in Berlin als auch kn Paris. Besonders überraschte der Berliner Eindruck, wo man die Rede so auffatzte, als ob der englische Außenminister tatsächlich seine Intervention zu­gunsten einer Regelung der Reparationsfrage angeboten hatte. Es kann nicht genug betont werden, daß Lord Curzon nicht vermitteln will. Er wiederholte lediglich, daß die Eng­länder einstweilen nicht vermitteln könnten und brachte zum Ausdruck, daß. wenn Deutschland eine Regelung wünsche, es besser daran täte, sich direkt an Frankreich zu wenden. Weiter

munisten gehört. Nur soviel wußten wir, daß sie wiederholt die Köpfe mit den Franzo­sen zusamensteckten und aus ihre Zeit warteten. Nun scheint sie ihnen gekommen. Die Zahl der Arbeitslosen nimmt zu, den mehr und mehr Betriebe im Ruhrgebiet müssen zwangsweise feiern. Die Arbeitslosen aber erhalten entwe­der sofort Notstandsbeschästiguna oder Unter» srützungen, sodaß sie zu klagen keinen Grund Ha­den. Gewiß ist der Gedanke, außerordentliche Zulagen zu fordern und um diese zu erzwingen, zu demonstrieren, nicht aus ihren Reihen ent­standen. Es unterliegt keinem Zweifel, daß die treibenden Kräfte die Kommunisten waren.

Schon immer haben sich die Kommunisten hinter Arbeitslose zu stecken gewußt, weil diese ihnen die besten Objekte waren, wie man aus Berliner Erfahrungen weig. Nach der gleichen Methode haben sie die Arbeitlosen an der Ruhr bestimmt, Krawalle zu schlaaen. Es ist ja in­zwischen festgestellt, daß herzlich wenig Arbeits- lose an den Ausschreiftmgen teilnahmen. Es ist feslqestellt, daß Verwundete und sogar Tote, die bei den Kämpfen vor dem Mülheimer Rat­haus fielen, in französischen Lazaret- ten untergebracht wurden, daß' die bewaff­neten Kommunisten frei umhergehen dürfen, während deutsche Kriminalbeamte festgenommen werden, wenn sie Waffen bei sich führen. Deui- luher braucht eigentlich der Zusammenhang zwi­schen den Kommunisten und den Franzosen nicht gezeichnet werden. Die Kommunisten glau­ben ihre Zeit für gekommen, weil sie die deut­schen Behörden entwaffnet und schutzlos wis­sen. Die Position der deutschen Behörden an der Ruhr ist den Kommunisten gegenüber nach wie vor schwach. Uno wenn die Unruhen nie­dergeschlagen sind, so können sie doch jeden Tag von neuem ausflackern. Die Kommunisten wer» den, da sie durch die ersten Vorstöße die Schwäche der Behörden fesigestellt haben, nicht so bald ihre Pläne vergessen. Man weiß, oaß alles planmäßig vorgegangen ist.

Am wenigsten kann es die Regierung über­sehen, die gewiß sehr überrascht gewesen sein wirb, nach den Feststellungen des preußischen Innenministers Severing nun doch zu sehen, was die .Kinder", die harmlosen .Schwärmer' bedeuten. Um f» ernster ist dieses Treiben, als auch die Regierung machtlos bleibt, weil für sie das Ruhrgebiet mit einem Gürtel umgeben ist, in dem sich die vorhandenen Kräfte allein zu­recht finden müssen. Wenn bisher auch die große Zahl der Arbeiter die Kommunisten ab gewehrt haben, so ist doch nicht ausge­schlossen, daß eines Tages der alte und geübte Terror es versteht, alle Fabriken und Bergwerke lahm zu legen und Tausende von Arbeiter aus die Straße zu treiben. Auf diesen Augenblick warten die Franzosen, die ja, wie behauptet wird, neben den Kommunisten unter den Ar­beitslosen arbeiten und sie anfeuern, tote De­monstrationen fortzirfetzen. Die Ruhrab- w e h r ist in ernster Gefahr. Das müssen wir erkennen. Die Kommunisten treiben eine shste- mattfche Zerstörungspolitik. So suchen sie auch im Ruhrgebiet zu zerstören, gehen sogar mit den Franzoien, um sich eines deutschen Teiles der j Herrschaft zu bemächtigen, um irgendwo die Gewalt zu erlangen.

München, 25. April.

DerVölkische Beobachter" teilt mit, daß neuerdings gegen drei Nationalsozialisten vor dem Staatsgerichtshos verhandelt werden soll. Es wird ihnen zur Last gelegt, sie hätten beim Besuch des Reichspräsidenten in München au1 Schlüsseln gepfiffen. Das Organ der National­sozialisten spricht in diesem Zusammenhänge von einer Provokation und fordert eine bündige Er­klärung, daß jetzt endlich Schluß gemacht werde Das Blatt schreibt dann weiter:Letzten Endes laufen die Berhaftungen in Bayern auf nichts anderes als auf Geiselfanq hinaus. Ehr­bar d sitzt schon Monate, Roßbach isteradr fetzt »ach Leipzig gebracht worden, E ck a r t und W e g e r sollen dort eingesperrt werden, wenn man ihrer habhaft wird." Die ..München-Augs- bnrger Abendzeitung" dementtert ausdrücklich das Gerücht, wonach zahlreiche Haftbefehle gegen derttfchvölkische Führer eingelaufen seien.

ohnungs-VolM.

Der Etatsbericht des Kasseler Magistrats. eber6Crgermeirter Sdieibemann behandelte in feinecCiaiftefec am Montag daSWohnung«. amt, feine Arbeit und feine Erfolge in der- art nutzererdentiith ausführlicher Weife, das, heute nach eefonber« darauf hinzuweisen ist.

Nach alledem, was der Kasseler Oberbürger­meister vom Kasseler Wohnungsamt sagte, muß dem zugestimmt werden, was später Stadwer- ordneter Dr. von Wild, der Demokrat, direkt erklärte: .Das, was in Kassel erreicht wurde, steh: beispiellos da!" Wenn auch Dies und Jenes nicht den Beifall der Bürgerschaft fand und findet, an der Tatsache selbst läßt sich nichts ändern, daß hier in Kassel der Wohnungsnot außerordentlich zielbewußt und auch erfolgreich zu Leibe gegan­gen wurde. Der Oberbürgermeister bestättgte, was wir bei der Vorbesprechung des Etats des Wohnungsamtes bereits feststellen konnten:

Sechstausend Wohnungssuckzende

stehen auf der Driuglichkeitsliste! Wieviel Fami­lien schon untergebracht wurden, ist gestern be­kannt gegeben. Bemerkenswert waren die Mit­teilungen des Oberbürgermeisters über die Bauausführung. Im Bau begriffen und im laufenden Jahre beziehbar ist der erste Teil der Siedlung an der Körnerstr atze mit 96 Wohnungen. Weiter werden mit städttscher Un­terstützung zurzeit gebaut 52 Neuwohnungen für Eisenbahner und Beamte und 40 Wohnungen für Beamte der Schutzpolizei: 54 Wohnungne der Kali-Industrie und des Landesfinauzmntes gehen ihrer Fertigstellung entgegen. 289 Woh­nungen wurden in der Altstadt durch die Jn- staNdsetzungsabteilnng des Wohnungsamtes voll-