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Kasseler Neueste Nachrichten

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Nummer 94

Sinzelnummer 130 Mk.

Dienstag, 24. April 1923.

Einzelnummer 130 Mk.

13. Jahrgang.

Ein Schritt zu Verhandlungen.

Englands dringender 3tat.

M Erfüllung

ären soll, wo

B r r l i n, 23. Avril. (Pttvattelegrcnmn.) Rach der „Evening News" hat die englische Regierung abermals, durch den deutschen Botschafter,n Lon­don sowohl wie durch den englischen Botschafter in Berlin der deutfchcn Regierung dringend den R a t erteilen lassen, das? sie sich ~ ------

der Reparationen bereit er_______

bei sie jedoch die Bcrsick>crung nnbedingt' auch durch Garantien decken muffe. Man habe Grund zu der Amrahme, dass Deutschland diesem Rat in den nächsten Tagen folgen werde.

folgen für die ReiHsregierungk

Berlin, 23. April. (Privattelegramm) Halb- amtlich wird mitgeteilt: Wie wir hören, betrach, tet die Reichsregiernng die Rede Lord Cur­zons als eine wichtiae politische Tatsache, dte die bisherige Lage nicht unwesentlich beein- lussen könnte. Die Reichsregierung ist in Erwägungen darüber eingetreten, welche Folgen sich daraus ergebe«.

f Paris, 23. April.

Poincars hat gestern anläßlich einer Denk­malsenthüllung in Boid eine politische Rede ge­halten, in der er unter anderem erklärte: Wir sind ins Ruhrgebiet gezogen, um unsere Schuldforderungen zu sichern, von denen Deutsch­land loszukoulmcn trachtet. Weit davon entfernt, mit feindlichen Absichten und drohenden Mienen cinmarschjert zu sein, (?) hätten wir gewünscht, an Ort und Stelle mit Industriellen und Arbei­tern unS ins Einvernehmen zu setzen. Das von der Reichöregierung ausgegebene Losungswort und der allgemein organisierte Widerfwnd, sowie der systematische Streik der Beamten haben uns gezwungen, den militärischen Charakter unserer Operationen zu verschärfen. Der deutsche Außenminister behanptet, daß wir ohne ernstlichen Grund in das Ruhrgebiet gegangen seien, und daß wir im Januar 1923 ein den ge­sauten Verbündeten gemachtes Angebot von drei­ßig Milliarden Goldmark zurückgewiesen hätten. Dieses nachträglich erfundene Angebot ist nie- mals erfolgt. (?) Es hat Herrn v. Rosenberg ge­fallen, zu erklären, daß Deutschland auf die all­mähliche Räumung des Ruhrgebiets nicht eingehr.

DeuischnaNonale» Mißtrauen «Votum.

Berlin, 22. April. (Privattelegramm.) Im preußischen Landtage ist folgender deutsthnatto» naler Antrag eingeganqen: .Di« von dem M- nister des Innern ans parteipolitischen Grün­den veranlaßte Beseitigung tüchtiger und^ erfah­rener Beamter und deren Ersatz durch mangelhaft vorgebildete oder ganz ungeeignete Kräfte führt mehr und mchr zur Zersetzung deS preußischen Beamtentums und zur' Mißwirt- ischast in der Verwaltung. Die Haltung des

Um dir SHirbpostzei

Paris, 23. April. (Eigener Drahttarichr.) In seiner Sonntagsreta in Boid machte Poin- cars unwahre Angaben über die deutsche Schutzpolizei. Er behauptete, die Truppe« hätten im Ruhrgebiet unter dem trügerischen Namen „Schutzpolizei" eine regelrecht eingestellte Kampstruppe vorgefunden. „Dort, wo wir jetzt stehen, habe« wir sie aufgelöst und ausgewiefen und wo wir nickst find, bestehen fix weiter. Daß ist geradezu eine Herausforderung nicht nur ge­genüber dem Recht der Verbündete» sondern auch gegenüber dem Friede« der Wett. Seit dem Abschluß des Friedens haben wir unauf­hörlich Beweise der Geduld grgeben. Wozu spricht man mit uns von einer Verständigung mit Frankreich, wenn man die Nichtachtung der Verträge und die Verleumdungen der Unter, schritten zmu Grundsatz erhebt? Die wesenai- chen Bedingungen für eine Annäherung sind nach wie vor in den Worten enthatten: Repara- tionen und Sicherungen!"

Blutige Schlägereien.

Castrop, 23. April. (Privattelegramm.) Hier spielen sich täglich Reibereien zwischen

Auch Louchrur redet.

P a r i s, 23. April. (Eigene DraHtmeldung.) Loucheur hat bei einem Essen des Verbandes der französischen Industriellen und Kaufleute eine Rede über die wirtschaftliche Lage Europas ge­halten. Er führte dabei ans, vor allem müsse die Währungskrise gelöst werden. Sobald Deutschland seine Währung stabilisiert habe, werde es jährlich drei bis sechs Milliarden Gold­mark zahlen könne«. (?) Aber das Problem der Reichtumsübertragung von einem Bolk auf ein anderes (!) könne nur durch Zahlungen in der Form von Barlieferungen gelöst werden. Daher müsse Deutschland Anleihen aufnehmen können zur Steigerung feiner Produktion.

Aus dem Ruhrgebiet.

Proteste der Regierung und «ewerkfchaften.

(Wgene Drahtmeldung.)

Berlin, 23. April.

Den Regierungen in Paris und Brüssel ist eine Note der Reichsreqierung übergeben worden, in der gegen die von der Interalliierten Rheinlandkommisston verfügte Ausweisung des Reichskommissars für das befetzte Gebiet, Fürsten Hatzstld-Wildenburg. Verwah­rung eingelegt wird. Die Beseitigung des Reichs­kommissars wird als eine weitere Etappe in dem System völliger Willkür bezeichnet, die nun schon fett Monaten in dem besetzten Gebiet herrscht. — Die Dortmunder Gewerkschaf, t e n aller Richtungen haben an den kommandie­renden General Degoutte in Düsseldorf wegen UnterbindungdeS Paketverkehrs im besetzten Teile des Ruhrgebietes ein Protefi­schreiben gerichtet. Zum Schluß sprechen die Verbände die Erwartung anS, daß die Unterbin­dung des Paketverkehrs baldigst behoben und der normale Zustand wieder hergestellt wird.

Stützung öer Matt?

Die Notverordnung.

Die Maßnahmen zur neuen Stützung der Erk sind in einer Notverordnung festgelegt worden. Man will die Spekulation treffen, ohne den legitimen Handel zu benachteiligen. Es ist mm dre Frage, ob diese Unterscheidung wirklich so getroffen werden kann, daß sie zweckmäßig ist. Tte Angelegenheit dürfte vielleicht in der Aus- .ührung doch wieder Schwierigkeiten bie­ten. Mr müssen die Stützungsaktion der Re­gierung mit offenen Augen betrachten und dür- sen uns nicht von der Stimmungsmache, die ?*rrfn für sie getrieben wird, beeinflussen lassen. Die Dinge aber richtig zu sehen, ist für -An, der fern von der Börse weilt, äußerst schwer, da ber dreser Aktion viele Momente mit» Tbred)en, die em Außenstehender nicht erkennt. E» war von vornherein klar, daß die erste Mark- stabillsierung notwendig wurde, da die Mark £***?*.* 3*ie katastrophale Niederlage von ™,2P0 für den Dollar erreicht hatte Angesichts solcher Entwertung war es rmmöglich, den Ab- wehrMMpf durchzuführen. Die Regierung mußte deshalb erngrerfen. Und sie hatte dabei die Um terftütjunfl aller Volkskreise. Ter damals noch große Devisenvorrat wurde geschickt eingesetzt und es gelang die Mark um mehr als die Hälfte, auf 20 000 für den Dollar zu verbessern. Fall drei Monate konnte dieser Stand gehalten wer- den, biS der letzte Marksturz zeigte, daß die Mittel der Reichsbank zu schwach sind.

Von den neuen Maßnahmen verspricht man sich viel. Selbst unsere Parlamentarier sind Ovtrullsten und glauben, es werde mit der B e- schrankung der Einfuhr und finer Kon­ti ol l e der Devisen das Vaterland gerettet werden können. Wie schwer es ist. die Einfuhr einzuschranken, wissen wir. Schon einmal hat we Regierung dazu einen Anlauf gemacht. Und schließlich wurde verboten leinzig und allein) die Einfuhr von Tabak. Tausende von Tabokarbei- wrn wurden damals brotlos und mußten vom Staate ernährt werden. Nach Beschluß des Reichstages. Freilich diesmal ist die Industrie einstweilen für die Einschränkung der Einfuhr, denn dadurch schasst sie sich zunächst die Konkur­renz vom Halse, andererseits hat sie sich genü­gend eingedeckt. Die Kontrolle der Devisen? Das ist leichter gesagt als getan. Rur so viel kann angedeutet werden: Die Regierung selbst wird fein Interesse daran haben, den deutschen Devisenbesitz kestzufiellen. Es könnte einmal von Frankreich ausgenutzt werden. Es wird ein Damoklesschwert über den Spekulanten sein.

WaS wir vermissen, sind große wäb- rungSpolitischs Maßnahmen. Mit kleinen Misteln ist die kranke Mark nicht zu hei­len, es müssen ganz große und umsassende Be­stimmungen und, wenn es sein muß. tiefgreifende Operationen vorgenommen werden, um den letz­ten Lebensrest der deutschen Mark noch zu retten. Dazu gehört zunächst ein unbedingtes Verbot der Beleihung von Devisen. Rur die Reichsbank dürfte berechtigt fein, volkswirtschaftlich und betriebswirtschastlich notwendige Beleihungen auf Devisen zu gestatten. Dann wäre eine un­mittelbare Kontrolle geschaffen. Auch das Mit­tel der Kredit-Einschränkungen müßte wieder stärker in Anwendung gebracht werden. Haben wir doch erfahren müssen, daß die Lockerung der Kreditschraube teilweise mißbraucht worden ist. Auch hier müssen für berechtigte Anfor- berungen der Industrie und der gesamten Wirtschast bestimmte Ausnahmen, die aber unter unmittelbare Konttolle zu stellen wären, gestattet fein.

Aber das Wichtigste ist eine großzügige Wäh­rungspolitik nach innen. Sie ist nur möglich auf Grund einer Schaffung einer inneren Gold - anleihe, der Einstihrung von Goldmark- konten bei den Banken, der Schaffung von Gold-Handelswechseln und dergleichen. Tenn darüber mutz man sich klar sein: Ohne strenge Beschränkung der Roten-Ausgabe rind ohne syste- mastschen Abbau des Geldumlaufs ist an eine Festigung der Mark und an eine Besserung der Valuta überhaupt niebt zu denken. Mit einer inneren Goldanleihe allein wäre man imstande, die riesige Papier-Menge, in-tar wir zu ersticken drohen, wenigstens in etwas zu mindern. Mit ülledem wäre noch nicht die große Wöchrungs- polittk, die wir treiben müßten, erschöpft. Es müssen artch Maßnechmen ergriffen werden, um weitere Preissteigerungen zu verhindern, wenn die Mark stillstände. Man konnte beobachten, wie jetzt bei dem ersten Anziehen des Dollars so- fort wieder die Preise, teilweise in vollem Ver­hältnis des Ausmaßes der Dollar-Steigerung, heraufgesetzt wurden. Ja. man konnte es er­leben. wie z. B. in Berlin, mit einem ScUage sämtliche Fette itnb andere Lebensmittel von der Btldfläche verschwunden waren. Wenn die Re­gierung nicht Mittel und Wege findet, um die­sem Treiben ein Ende zu machen, dann würde sie eine glatte Niederlage erleiden. Wir wollen

Selbftschutzverbänbe.

Wettere Debatte im Landtage.

Berlin, 23. April.

Im preußischen Landtage wurde am Soun- l abend die Fortsetzung der Beratung des Mini- ■ steriums des Innern und die Besprechung der > kommunistischen und deutschnationalen Inter- i pellationen, insbesondere über das Verbot der [ .Roten Fahne" ans der einen Seite, der Deutsch. völkischen Freiheitspartei auf der anderen Seite durch eine bedeutsame Rede des Abgeordneten der Deutschen Volksipartsi Herrn von Kar- : dorff eröffnet. In ernsten, eindringlichen Worten legte der Mannte Parlamentarier un­ter der Atlfmerksamkeit des ganzen Hauses dar, ; daß die gestrige Rede des deutschnationalen Ab­geordneten Schlange vom Tage vorher einen • Faustschlag bedeute ins Gesicht des Ministers des Innern, Severing, und damit zugleich auch die Bewohner der Ruhr und des Rheinlandes treffe, die der Minister ja auch vertrete. Sie sei wenig geeignet, die Stärkung der Ein­heitsfront, die der Abgeordnete Schlange im Eingang seiner Rede als wichtigste Gegen­wartsfrage bezeichnete, herbeizufiAhren. Ter Redner stellte die Haltung des deutschnationalen > Redners im Gegensatz zu der letzten Rede dessen - Parteigenossen Helfferich im Reichstage, der im ■ Tone, ohne Verschärfung der Gegensätze ans- . gleichend wirkte und zu den Worten feines FraktionskoAegen im Landtage, von der Osten, der unlängst erklärt hatte, seine politischen Freunde würden ihren Weg unbeirtt, still, klar und fest weiter gehen. In der Sache verwarf auch Herr von Kardorsf die Methoden, tote sie im Verbot der Freiheitspartei sich offen­bart haben, sie sei nur geeignet die Geheim­bünde neu zu stärken, sie sei beste Reklame für die verbotene Pattei durch den Innenminister selber. Ter Redner vermißt die Gleichmäßigkeit in der Vehandluna rechtsradikaler und llnksra- rikaler Organisationen. Durch die ganze Rede zog sich jedoch die

Aufforderung zur Einigkeit

und jitm Festhalten an der Einheitsftont dem äußeren' Feinde gegenüber als das dringlichste ©etrot der Stunde. — Minister Severing griff nunmehr in die Aussprache ein, um in weit ausholenden Darlegungen nachzuweifen, daß das Verbot der Freiheitspattei sowohl innen, wie außenpolitisch gerechtfertigt gewesen sei. Die Rechte erhebe immer noch den Vorwurf gegen ihn, er lasse sein ganzes Tun leiten von der Kampfparole: der Feind steht rechts, und doch hätte gerade sein Kampf gegen links 1919, 1920 und 1921 bewiesen, oaß er mit gleicher Energie auch gegen Links vorgehe. ES sei zweifellos festgestellt, daß die Organisationen Ende März ober Anfang April gegen links Höf­ten losschlagen wollen. In Wannsee seien auch höhere Reichswehroffiziere zu einer Roß­bachversammlung geladen gewesen und um wohlwollende Nentralität zugunsten der Rechtsbewegung gebeten worden. Hätte'er da nicht eingeriffen, ,fo würde die Bewegung Zur Bildung immer neuer Arbeiter-Abwehrhundert- fchaften ihren Fortgang genommen haben. Das Vertrauen zur Staatsregierung bei den Kreisen, die den gegenwärtigen Staat verteidigen würde erschüttert worden sein. — Als der Minister ge­endet hatte, sprach der Kommunist Schulz- Reukölkn. Sofort

leerte sich das HauS und Schulz konnte seine Angriffe gegen Herrn Severing nur vor völlig verwaisten Bänken vom Stapel lassen. Zum Schluß des Tages sprach für die Demokraten der Abgeordneten Jan­sen, um die S elbstschutzverbände grund­sätzlich g b z u l e h n e n, da sie den Gegenwarts­staat verneinten nnd seine Beseitigimg berhei- sehnten. Der Vorwurf des Abgeordneten von Kardorff sei aber nicht ganz unberechttgt, daß hinsichtlich der Organisationen rechts und links nicht mit gleichem Matz gemessen werd»; anch die kommunistischen und sozialdemokrati­schen Hundertschaften hätten keine Berech- t i g u n g und müßten aufgelöst werden, habe doch der Minister selbst erklärt, daß der Staat stark genug fei, um feine Angreifer niederzubal- ten. Ein Selbstschutz könne nnr dort Berechtt- gmtg finden, so hob der Redner hervor, wo c8 sich um die Bedrohung Deutschlands durch äußere Feinde Handele, wie an der Oftgrenze durch die Polen. — Am Montag wird die Aus. spräche fottgesetzt.

nur hoffen und wünschen, daß die Versicherun- gen des Reichswittschaftsministers, die Regie­rung sei in dieser Hinsicht gerüstet und tieffe die entsprechenden Vorkehrungen, mit Beschleunig gung in die Tat umgesetzt Weiden.

Am Englands Vermittlung.

Die Auffassung in. Berlin.

(Pttvat-Telegramm.)

Berlin, 23. April.

Es ist damit zu rechnen, daß in diesen Tagen das Reichskabinett sich mit bet Rede des briti­schen Außenministers Cnrzon beschäftigen wird. In politischen und inditstriellen Kreisen wird die Rede lebhaft besprochen. Man weist darauf hin, daß die Ausführungen des englischen Staats­mannes einen Schritt vorwärts betauten und den Ausgangspunkt für eine Wendung in der Ruhrpolttik darstcllen können. Trotzdem läßt man besonders in rechtsstehenden Kreisen keineswegs die Gefahren außer Acht, die Vie Reta für Deutschland in sich berge, besonders, toenn man sich daran eriunett, wie wir mit den berühmten vierzehn Pnnften des Herrn Wilson aufs Glatteis gelockt wurdM. Vorläufig wird die Frage lebhaft erörtert, ob und wie die deutsche Regierung die Rede Curzons be­antworten soll. Daß die Regierung irgendwie dazu Stellung nehmen muß, darüber scheint an maßgebenden Stellen, kaum noch ein ZÄeifcl zu bestehen. Schwiettger ist Vie Frage, w i e das zu geschehen hätte. Die weiteren Beratungen in der Wilhelmstraße hierüber können erst beginnen, wen», der genaue Text tat Reta »erliegt.

französischen Soldaten und franzö­sischen Zivilisten der beiden Artatterba- taillone ab. Dieser Tage kam es wieder zu einer blutigen Messerstecherei, die zur Festnahme einer Reihe Franzosen führte. Rach französifcher Quelle stnd in tan wenigen Tagen ihrer Anwe- senhttt in Castrop bereits 15 von tan rund 300 Mann starken beiden Arbeiterbataillonen ver- hastet worden. — In Hönse fand am Sonn­abend eine Schlägerei zwischen Deutschen und Franzosen statt. Hierbei wurde einem Franzosen das Seitengewehr abgenommen.

Sprengung einer Brücke.

Essen, 23. April. (Privattelegramm.) Auf dem Bahnhof Borhalle i« noch eine Eisen­bahnbrücke von unbekannter Seite g e - sprengt worden. Es handelt stch um eine Uebersührung darunter liegender Gleisanlagen. Die Franzosen haben insolgetaffen die Gleisan- läge gesperrt und tan Verkehr lahmgelegt.

Unter Ruhr - Abwehrkampf.

Rebe des ReichSwirtschaftSministers.

(Eigener Drutttaricht.)

Franffutt a. M., 23. April.

Im Klub für Handel und Industrie sprach Reichswirtschastsminister Dr. Becker über tan Ruhrabwehrkampf. Ausführlich erörterte er die brutale Handlungsweise tat Franzosen, wobei er betonte, daß sich sejt einigen Tagen die Anzeichen mehren, als ob man etliche Erleichterun­gen eintreten lassen wollte. Die kommunistischen Unruhen am Rande des Ruhrgebietes bieten keinen Anlaß zu Befürchtungen, da die Mehrheit der deuffchen Arbeiter über genü­gend Vernunft und polittfche Einsicht verfüge. Sicher sei, daß wir nur bann zu einer Verstän­digung kommen, wenn Einsicht und damit eine wahre Verhandlnrigstareitschaft sich auch in Frankreich Bahn breche. Ob das heute schon tat Fall sei. erscheine zweifelhaft. Wir unserer­seits sind gewiß dazu bereit, olle Wege zu gehen und tan Ruhreinbruch abzubauen. Wer Ohren hat zu hören, der mußte ans der Reta des deut­schen Außenministers v. Rosenberg und ans der des Abgeordneten Stresemann genan entnehmen. auf welcher Grundlage «ns Verhandlungen mög­lich erschein»«. - Wenn Frankreich nicht hören ■JWK so müßten wir tan Abwehrkampf weiter führen. Die Front an der Ruhr stehe fest.

Der Lügner Voincar«.

Er sucht fein Verbreche« zu rechtfertigen.

(Sigtner Trabtbericht.)