Ar.' 83. — 13. Jahrgans.
Kasseler Neueste Nachrichte«
Mittwoch, 1L April 1923.
eines technischen L 'iters für das Fuldabad etwa dreißig Bewerber gemeldet, die aber nicht in Betracht kamen. Es wurde sodann ein waffer- bantechnischer Beamter des Stadtbauamtes als Leiter des Fuldabad S bestellt und diesem unter, stellt der damals gerade Stadtverordneter gewordene Herr Collet, der nach den Bestätigungen, die der Magistrat gefunden hat, nicht nur selbst in alten wassersportlichen Fragen unterrichtet ist, sondern auch andere darin unterwiesen hat. Die weiteren acht Beamten sind im allgemeinen bereits bestimmt. Sie kommen zumteil vom Wasserdienst. von der Straß mreinigung und vom Gaswerk. Der Stadtverordnete Collet ist lediglich Vertragsangest'llter für diesen Sommer. Im nächsten Jahre wird die Frage der Beset- znng des Postens erneut akut werden
Eonalen-Abend Hoffmann-Nelners.
Mark Hofsmann (Klavier) und Rudolf Reiners (Violine) spielten im Murhardsaale drei Beetboven-Sonaten und zwar Nr. 4 a-moll, Nr. 5 f-dur und Nr. 1 D-dur (nicht wie auf dem Zettel vermerkt war, b-dur). Tie Leistungen gingen über einen guten Durchschnitt nicht hinaus. Man konnte bei Beiden Wohl ein fleißiges .Studium und.saubere Behandlung alles Technischen feststellen; das war aber auch alles. Von einer plastischen Gestaltung, oder einer entwickelten Musikalität war nichts zu bemerken. Beide stehen noch nicht genügend über der Sacke, damit es zum öffentlichen Konzertgeben reicht. — Herbei Mag anerkannt werden, daß es schwierig ist, vor dem verwöhnten, aber auch hochwertigen Kasseler Mustkvnblikum zu spielen; wenn es doch gewagt wurde, so muß das Wagnis als solches unbedingt anerkannt werden. Sonst Wäre über den Abend nichts zu berichten. "Espe.
Der Landesverräter Brüning.
Schuldig der Spionage.
Die polizeilichen Ermittelungen gegen den Kaufmann Hannsheinrich W. Brüning alias g>r. Börner sind nunmehr abgeschlossen. Ter in Nntersuchungshast befindliche Verräter wurde mitsamt seinen Helfern der Staatsanwaltschaft übergeben, in deren Händen nun die Wsiter- fübrung der unsauberen Angelegenheit liegt pnd zwar auf Grund des §1 der Verordnung, die der Reichspräsident am 3. März 1923 wegen Wiederherstellung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung für das Reichsgebiet erlassen hat.
Danach wird mit Zuchthaus nicht unter zehn Jahren oder lebenslänglichem Zuchthaus bestraft, wer während der in Fricdenszeit erfolgten Besetzung deutscher Gebiete durch eine fremde Macht dieser in wirtschaftlicher, politischer oder militärischer Angelegenheit als SRon dient oder Spione dieser Macht auf- uimmt, verbirgt oder ihnen Beistand leistet, bei mildernden Umständen Zuchthaus bis zu zehn Jahren oder Gefängnis nickt unter zwei Jahren. — Reben der Freiheitsstrafe ist ans Geld bis zu 5Y0 Millionen Mark zu erkennen. Reben der Gefängnisstrafe kann auf Verlust der Bekleidung öffentlicher Aemter sowie der aus öffentlicher Wahl hervorgcgangenen Rechte erkannt werden.
Nach dieser Verordnung ist das R e i ch s a e- t i ch 1 zur Aburteilung zuständig. Die Festge- oommenen werden deshalb in aller Kürze nach Leipzig überführt. Zu dem Spion Wander soll Brüning übrigens auch Beziehungen im Sinne des § 175 Str. G. B. unterhalten haben.
Turnen, Gvort und Syiel.
Sportleute bei Berufsboxkämpfen.
Die an den Boxwettkämpsen in der Siadt- dalle betätigt gewesenen Sportleute Beitzwenger, ftlmeroth und Fremder, die der »Freien Sportvereinigung 1894 e. V.* angehören, wurden wegen Teilnahme an Berufskämvfen vom Arbn- fer-Atbleten-Bund Deutschlands auf vorläufig zwei Jahore disqualifiziert.
Wegebezeichnungen im Werragebiet.
Der Werratalverein gibt bekannt: Der Esch- fveaer Zweigverein hat die gesamte Wegebezeichnung im Gelände Schlierbach, Hunsrück. Grabnrg und Heldrastcin von Elchwege aus bis nach Großburschla und Wanfried erneuert. — Bon der Hauptleitung wurde die Wanderstrecke Bahnhof Oberrieden. Habichtsstein, Altes Gericht, Flachsbachtal. Wendershausen neu bezeichnet.
Reitturnier in Hofgeismar.
Am 29. April findet in Hofgeismar ein größeres Reitturnier der Reichswehr statt, für das große Vorbereitungen getroffen weiden.
Stätten der Unterhaltung.
In der Perle.
Das Aprilprogramm der Perl- ist ebenso interessant wie abwechslungsreich. Ein ausgezeichnetes modernes Tanzpaar, Breco-Dövo, beweist stilsicheres Empfinden und beinahe ätherische Aufgelösthett der Linien. Reddy S z e g e t p stickt dagegen in ihren Tänzen etwas ab. immerhin tanzt auch sie u. a. den Tanz der Salome mit viel Temperament und Eigenart. Adolf Glißmann wird als Humorist und Stimungssanger angesagt. Er brachte nichts Sonderliches. Auch seine weibliche Kollegin wirkt wohl mehr durch die ihr nachgerühmten »fabelhaften* Toiletten als durch ihre Vor- tragsknnst. Besser schneidet Sandor von Wersch ab, der u. a. ein erpressionistisches Stimmungsbild (Friedrichstraße) recht lebenswahr und geistvoll vorträgt. Eine hier nicht unbekannte Type ist Adi Brager, dessen urkomische Darbietungen wahre Lachsalven entfesseln. Alle Zurufe des Publikums werden geistvoll erwidert. Emmy Walter, eine Kasselanerin und Schülerin von Frau Tanner-Wünsch steht zum erstenmale auf den Brettl-Brettern. Tie singt die Arie der »Musette* aus der Boheme, einen reizenden »Wiener Walzer* und »La Follctta*. Ihre tadellose Ausbildung sowie ihre hervorragenden stimmlichen Mittel müssen unbedingt anerkannt werden, nur darf sie nicht zu scküch- tern sein. Als Ansager fungierte Sandor von Wersch, am Flügel saß Herr Ribeß. -r.
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Neues Theater.
»Jetzt wird 'n Ding gedreht ...!* Ach ja. und was für eins! Der neue Schwank, den die Kölner im Neuen Theater jetzt vorsehen, beißt nicht nur so, es ist auck ein Ding besonderer Art. Ter himmelschreiendste Blödsinn wird
angerichtet. Man denke sich, einen Seitensprüng- ler, der selbst seiner Familie gegenüber seinen angeblichen Doppelgänger spielt! Run muß man sich aber als die »Helden* des »Dings* Carl Schmitz und Josef W'e i tz w e i l e r vorstellen, diese beiden unübertrefflichen Beherrscher der Situationskomik, und dazu so glänzende Kölner Frauentypen wie Maria Schmitz, Billa Weitz- Weiler und Helene Seiet, und man versteht, daß das stark besetzte Haus alszu von dröhnendem Lachen erschüttert wird. Lacht man doch selbst Tränen! Alle übrigen Mitwirkenden fügen sich sehr hübsch ein. Nur eins, wenn etwas Militärisches dabei ist. so mutz es wenigstens korreft sein! Wie gesagt, ein Ding zum Lachen!
Im unteren Saal
hat Direktor Körber Glück gehabt. Sie Sill- Gesellschaft zeichnet sich durch sauberste Aufmachung aus. Sehr hübsch spielt sie unter anderem eine WiNwrer-Szene „Sei Holzschnitzer von Mittenwald*. Ein Herrenduett — bayrische Landtagsabgeordnete! — macht seine Sache vorzüglich. Still selbst macht Stimmung. Er reißt im Handumdrehen die Herrschaft über das Publikum an sich und was er sagt und singt und tut... man tut mit! Das Ganze: Klein aber fein!
Kaffee-Kabarett Hansa.
Albert Roth, der bekannte Stimmungssän- ger und Humorist, beherrscht auch den Tarbie- tungsplan dieses Monats im Brettl der Unteren Königstraße. Sein geradezu unsterbliches „Dudeln* wird immer und immer wieder verlangt. Allgemein fällt das schöne Organ des eleganten Sängers auf. Stimmbegabt ist auch der mundflotte Komiker Josef Klein, dessen »bunte* Arbeit sehr ulkig wirkt. Ilse R o u b l o n ist in Kassel keine Fremde. Flott und stimmlich gut bringt sie gefällige Vorträge zu Gehör und mit Klein zusammen im Duett zeigt sie auch das »ns von früher her in der Erinnerung tänzerische Können. Unbestrittene Anerkennung findet das Hausorchester, das sowohl klasüscke als auch Zeitmustk in tadelloser Form gewährt.
©toötrat Nehnes Wkeöeklebr.
Teilnahme an den Sitzungen.
Zu Beginn der gestrigen Sitzung der Stadt- verordneten-Versammlung erregte es ein gewisses Aufsehen, daß der durch das Attentat auf seinen Widersacher Rechtsanwalt Brill kompromittierte Stadtrat R'hne zum erstenmale wieder im Stadtverordnetensitzungssaale er» schien. Es verlautete auch, daß er bereits an der Magistratssitzung am Vormittag teilgenommen hat. Eine in rechtsstehenden Kreisen erwartete Erklärung des Präsidiums blieb aus.
Im Lager der Freunde d's schlagferttgen Stadtrats wurde uns erklärt, daß Stadtrat Reh- ne seinerzeit nur einen Urlaub genommen hat. Eine Suspendierung vom Amte erfolgte nicht. Sa das gerichtliche Verfahren gegen ihn schwebt, liege kein Grund vor, daß er fein Amt als ehrenamtlicher Stadtrat nicht weitersühre, umso- m'hr, als er dieser Tage erneut seine Uu« schuld an der Kachelofengeschichte beteuert habe
Lassen Sie nur den alten Mann, er hat ja doch kein Dezernat zu verwalten! So wurde uns von einem bekannten Mehrheitler gesaa* uny er hat Reckt . . . lassen wir dem alten Mann fein Vergnügen!
Deutschlands Trauerstunde.
Alle Gedanken waren in Essen,
Um zehn Uhr früh begannen die Glocken aller Kirchen zu klingen. Weit ausladend gingen die metallenen Klänge über die geschäftige Stadt. Da blieb so mancher stehen und lauschte. Wildfremde Menschen sahen einander an und sprachen bann: Jetzt werden sie in Essen zu Grabe getragen ...!
Grabgejang! Es war ein .dumpfes Weh, das da ausgelöst wurde. Und mehr als einmal hörte man ein trotziges: Nun erst recht! Eine alte Frau, die auf dem Königsplatze einlauste, kramte in dem Marktkörbchen. Sie zog das Tüchlein hervor,'damit sie zwei schwere Tränen abwische, die über ihre welken Wangen tropften. Und eine andere Frau drückte ihr die Hand ...
Sie Glocken von St. Martin und all den Kirchen ringsum in der Stadt ... immer wieder erhoben sie ihre Stimme, und Alle hörten sie, und was dazu gesprochen wurde ... Volksurteil war es, Gericht über den Feind!
Sie Glocken fangen ihren Trauerchoral über die Blutzeugen der Fremdherrschaft in Essen, sie klagten und klagten au ...! ®s
Lokalnachrlchtm vom Tage.
--- Der Kampf gegen den Wucher. Der Polizeipräsident gibt bekannt: Im Monat März sind 47 Strafverfahren wegen Verstoßes gegen die Wucherverordnungen bei der Staatsanwaltschaft anhängig gemacht wordm. Von diesen sind acht und von früher eingeleiteten 23 eingestellt worden, von den früher eingeleiteten haben einer mit Freispruck und zwei mit Verurteilung ge= mbet. Handelsuntersagungen sind weder durch di' Gerichte noch durch das Polizeipräsidium erfolgt. dagegen hat letzteres einem Rohprodutten' bändlet dieAnsübung des Gewerbes betragt. Wegen unterlassen'i Preisbeschilderung sind fünf Statfvetfahten eingeleitet worden, von diesen und von früher eingeleiteten haben 15 mit Verurteilung geendet.
— Viel Eier kamen zum Königsplatz. Der Wochenmarkt wurde heute zum Eiermattt. Es kamen sehr viele Eier zum Verkauf, aber das Angebot überstieg die Nachfrage, so daß der Preis, der ursprünglich 320 Mark betrug, auf 310 und 300 Mark berunterging. Viele Eiet blieben unverkauft. Sie weniger vorhandene stieg wieder im Preise und zwar auf 7000 Mark Sonst bot her Martk nichts Neues.
— Zucket für Säuglinge. Wie aus dem heutigen Anzeigenteil hervorgeht. kann der Abschnitt April der Säuglings-Zucketkatte mit einem halben Pfund Zucker l,um Preise von 250 Mark für das halb > Pfund) int Konsumverein in der Dtuselgasse eingelöft werden.
Im silbernen Kranz. Sas Bauarbeiter Eduard Lmrrenz'sche Ehepaar, Kaufungersttaße 14 B. begebt am morgigen Mittwoch das Fssi der Silberhochzeit.
Jubiläum im Versorgungskrankenhaus. Dieser Tage waren es fünfundzwanzig Iahte, vatz Fräulein Katharina O tt o kd das ehemalig- Garnifmtlazarett als Schneiderin einttat und bis zum heutigen Tage auch der neuen Anstalt treue Dienste geleistet hat. Am Jubiläumstage ver
sammelte sich das Personal des Vetsotgimgs- krcmkenhauses zu einer würdigen Feiet, wobei der Jubilarin für ihre treuen Dienste vom Chefarzt Obet-Reg.-Med.-Rat Sr. v. Würthenau die vollste Anerkennung ausgesprochen und im Auftrage des Personals eine namhafte Geldspende überreicht wurde. Auch die Handwerkskammer ehrte die Jubilarin durch ein Anerken- nungsfchreibeii. Mt den besten Wünschen des Arbefterrates und ssdes Einzelnen schloß die erhebende Feier
-T- Vom Staatstheater. Heute Dienstag — B 29 — findet die Erstaufführung des am Staatstbeater Wiesbaden erfolgreich aufgenommenen Schwankes ,§§ Koller* von Arthur Hoffmann statt. In den Hauptrollen sind befchäf- tigt die Samen Tebicke. Hermann, Hops und Weinert. sowi' die Herren Ebhardt, Hellbach, Janke, Jürgensen, Pape, Pickeri und Seidler. Mit der Inszenierung wurde Regisseur Betend beauftragt.
Aus dem Reiche der Volkshochschule. Heute Steru^'g abend spricht im Saale der Landes- bibliv'hek am Friedrichsplatz St. Hägermann über „Grundrechte und Grundpftichten der Deutschen*. Es soll der zweite Teil der Reichs- Verfassung in seiner geschichtlichen Entwicklung von den allgemeinen Menschenrechten der ame- tikanischen Verfassung an dargestellt werden. Am Freitag abend hält Bibliotheksdirektor Sr. Hopf einen LichtbildervottrE über den ersten Teil der Reichsverfassung, der durch seine graphischen Sarstellungen außerordentlich lehrreich sein wird. Beide Vorträge können auch von Nichtmitgliedern besucht werden. Karten auf der Geschäftsstelle Mauerstraße lA und an der Abendkasse. — Der Vorttag von Pfarrer Schafft in der Jugendvolkshochschule über „Jugend und Religion* mutz liegen Krankheit verschoben werden. Am Montag abend beginnt im Lesemuseum da? neue Viertelfahr der Ju- gendvolksbochschule mit »der Aufführung des Spieles „Die Heimkehr d.es verlorenen Sohnes* von Mitgliedern der Jugend- volksbochschule. — Sie Arbeitsgemeinschaften beginnen in der nächsten Woche. Alles Nähere kann man aus dem neuen Arbeitsplan der Jimendvolksbochfchule ersehen. Alle Jugendlichen von etwa 16—22 Jahren kommen für die Teilnahme, an den Arbeitsgemeinschasten der Jugendvolkshochschule in Betracht.
Der Autounfall auf der Landstraße. Zu dem dieser Tage gemeldeten Krastwagenunfall an bet Pavierfabrik, bei dem ein Kind verl'tzt wurde, teilen uns M1 Augenzeugen mit daß das Kind nickt in das Auto gerannt ist. daß bet Kraftwagen vielmehr das Kind und dessen Mutter sowie eine and're Frau, die einen Handwagen hatten, überholte.
-r- Allerlei vom Tage. Gestern abend überraschten Bewohner eines Hauses der Wilhelm shöh er Allee, als sie nach Lause kamen, einen Einbrecher. Sem Gestörten gelang die Flucht, doch ließ er einen Nachschlüssel zurück. — Sie Schutzpolizei nahm einen älteren Arbeiter fest, der in dem dringenden Verdacht steht. Bretter und Bohlen gestohlen zu haben. — Zur Anzeige kam ein Bewohner der Wolfsangerstraße, der fein Gelände nicht ein» gefriedigt und dadurch einen Unfall verschuldet hatte, ferner wurden zwei funge Leute angezeigt. die in der Bernhardistraße, die mit Rücksicht auf den Schulbetrieb sogar für Fuhrwerk gesperrt ist, mit lautem Lärmen F u sitz a l l gespielt hatten. Ein nächtlicher Ruhestörer wurde in das Polizeigefängnis ein» geliefert — Von den Bewohnern der K a i f e t- sttatze wird wieder Klage über tuhestötenden Lärm geführt. In der vergangenen Nacht fchrien wieder eine Anzahl Leute die Straße entlang.
-z- Wie wird das Wetter? Ser Weilburger Wetterdienst besagt für Mittwoch und Don- nerstag: Zeitweise noch wolkig, doch meist trocken; abends Wärme stärker ansteigend. — Barometerstand heute Dienstag früh 761,5
Veranstaltungen am Mittwoch. Staats- theater: Geschlossene Vorstellung.— Neues Theater: „Jetzt wird ’n Dina gedreht*. 734 Uhr. (Unterer Saal: Sill: 71/ Uhr.) — W i n , erstuben: Kleinkunst. 8 Ubr. — U. T.: „Ein Glas Wasser*. — K. d. SS.: Die Abenteuer des Kapitän Lincoln*.
Atzte BOeschM»
Folgen der Ruhrbesetzung.
Gefährdete Gasversorgung. Belagerungszustand.
DrrStanddesDollartz
Montag I Dienstag
amtliche Notierung; I 1 Uhr nachmittag«
21130 I 21000
Berliner Börse.
Berlin, 10. April. (Privattelegramm.) Heute vormittag waren die Devisen wieder unverändert. Am Effektenmarkt ist die Tendenz freundlich. besonders Schiffahrts-, Elektrizitats- und Montanwerte wurden als günstig bezeichnet.
sollen. Die Regierung wird dem Reichstage eine Gesetzesvorlage unterbreiten, in der vorgeschia- gen wird, den Beamten am 15. April drei Viertel eines Monatsgehaltes und am 15. Mai ein weiteres Viertel eines Monatsgehaltes auszay- len zu lassen. Auf die Reichsarbeiter finbet die Regelung ähnliche Anwendung. Danach wür. den sich die Bezüge der Staatsbeamten vom Stand des Februar aus gerechnet, um 25 Pro- zent erhöhen.
Die Liebergriffe der Franzosen.
Mainz, 10. April. (Eigene Drahtmeldung.) Bei der hiesigen Städtischen Sparkasse nahmen französische Ktiminalpolizisten eine Haussuchung vor, in deren Verlauf sie Attien und etwa vierzehn Millionen Mark in bar beschlagnahmten, alles Gelder, die an E r w e r b s l o s e auf Grund der gesetzlichen Fürsorgebestimmungen auszu- zahlen waren. Unter den Erwerbslosen herrscht deshalb eine außerordentliche Erregung. Die Stadtverwaltung hat energisch bei dem Delegier, ten Protest erhoben, der bisher aber erfolglos geblieben ist.
Wahnsinnige Ansprüche.
R e w y o r k, 10. Avril: (Eigene Drahtmeldung.) Nach einer Meldung aus Washington ist der von den amerikanischen Agenten zue Regelung der Kriegsansprüche eingesetzten gemischten Kommission die Zahl von 12300 Ansprüchen gegen Deutschland vorgelegt worden- Der Gesamtbetrag wird mit mehr als einer Milliarde Dollar angegeben. (!) Der Agent Morris erklärte, daß der angegebene Gesamtbetrag nicht als bindend für die Partei angegeben werde, da eine Prüfung der einzelnen Ansprüche möglicherweise zu einer Heraufsetzung oder Herabsetzung der Summe führen könne.
Wieder ein Zugunglück.
Ludwigshafen, 10. April. (Eigene Dtahtmeldung.) Gestern abend, als der Mainzer Schnellzug den Uebergang in der Rohlapstraße in Ludwigshafen durchfuhr, ohne daß die Schranke geschlossen war. kam ein Lastauto des bayerischen Kraftverkehrs und wurde vom Zuge ersaßt und zertrümmert. Der Chauffeur erlitt schwere Verletzungen.
Arbriisruhe im airsesetzien Gebiet.
Köln, 10. April. (Privattelegramm.) Die Arbeitgeber- und Atdeitnehmerorganisationen des altbesetzten Gebietes haben einmütig beschlossen, daß zur Stunde der Beerdigung der beim Zwischenfall in der Kruppschen Fabrik in Essen Getöteten am Dienstag, dem 10. April zwischen neun und zehn Ubr vormittags auch im altbesetzten Gebiet jede Arbeit ruht.
Düsseldorfs Oberbürgermeister ausgewiesen
Düsseldorf, 10. April. (Privattelegramm.) Oberbürgermeister Dr. Hartes aus Düffel- dvrf, der in Aachen seine Gefängnis st rase absitzen sollte, ist von der Besatzungsbehörde entlassen, aus gewiesen und ins unbesetzte Gebiet gebracht worden.
Heutige Frankfurter Börse.
Befestigte Tendenz.
(Eigener telegtaphischer Bericht.)
Frankfurt a. M., 10. April, i Uhr. .
Die Befestigung, die gestern abend für Devisen eintrat, setzte sich heute nicht fort. Der Dollar steht um ein Uhr mittags auf 21000. Das Interesse wendet sich wieder deut Effektenmarkt zu, der heute festet eröffnete. In Kreisen der Spekulation, die sich namentlich für Bankenwerte, Elektro- und Montanwerte stärker engagierten, übertrug sich die Tendenz auf den ganzen Markt, zumal die Provinz mit Kaufaufttägeu das Geschäft anregle. Sie Börse nahm mittags einen flotten Verlauf.
(Eigener Drahtbericht.1
' Essen, 10. April.
Die Besetzung der Zechen Arenberg. Prosver, Matthias Stinnes 3 und 4 im rheinisch-westfälischen Elektrizitätsne« hat zur Folge, daß auch die Gasversorgung der in diesem Brückenkopf liegenden Engländer schwer beeinträchtigt wird. Betroffen find vor allem die Staat Solingen, ferner Wiesdors, Wald, sowie die Ge. meinde Immigrath. Sie erhalten überhaupt kein Gas mehr. Die einguartjerten englischen Desatzungstruvpen bleiben infolgedessen gleichfalls ohne Gasversorgung. — Die Arbeiter des Bergwerks in Castrop haben die Arbeit eingestellt. Mit der Begründung, daß hierdurch die Sicherheit der stanzösischen Truppen gefähriÄ werde, haben die Franzosen den B e * lagerungszustand verhängt und das Betreten der Straßen von 8.30 Uhr abends bis 5,30 Uhr morgens untersagt.
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Eine Funkstation auf der Kirche.
Emmerich, 10. April. (Eigene Drahtmel- bung.) Die Belgier haben auf der St. Adelgunde - Kirche eine Funkstation eingerichtet trotz des Widerspruches der Geistlichkeit. Tie katholische Bevölkerung ist dadurch in große Erregung geraten.
Dank-Aktien
Datmst.B.. . . 13500— DeutscheB. . . 26950— Disk.-Ges. . . . 15250— Dresdner B-. . 10500.— Met.-B-u.m.G. —
Bergwerks-Aktien
Buderus-Eisen. 36000.— D.-Luxemb. . 78000— Geisenkirch. . . 78000— Harpener. . . 155000— Kali Äscherst.. 42900— Mannm.-Rh- . 61500— Phönix Berg . 70000— RH.Sthl 2)5 bg. 60000—
Zndnstrie-Attien
PH. Holzmann. 10000— WayßLFreyt-. 17250.— Hess. Herkules. ——
Auglo.-Guan. . —
Bad. Anilin . . 35000— T-G.-u.S.-Sch- 35000.— Td.Goldschmidt 31900 — Höchst. Färb. 26700.— Farben Bayer. 27700—
Rüttgers W. .39900.— Aecum.Berlin. —.— F.LG.(Karlsw.)40500.— Lahmeyer . . . 22000— Licht u. Kraft . 22500.— Schuckert . . . 42000.— Siemens & H. . —•—
Holzfabr.Fulda —.— Gummi Peter . — — Heddernh. K. . 15800— Hirsch, K.U.M- 50000— Adlerw..... 11500—
Beck L Henkel. —— Daimler Mot. . 11500.— Franks. M.Pok. —— Heiligenst-Gieß. —— Rh.Met-(B.-A.) 22000- Hind.-Aufferm. —— Ruckforth Nchf. —.— I. Sichel & Co. 15900— Hammers.,Osb. 14000— Berzinker. Hilg. — .— Zellst. (Watdh.) 37000—
Schiffahrtsgesellsch.
Hamb.-A.-Pak. 48500— Nordd. Lloyd . 30000—
Llm Vie Beamtengehälter.
Regelung für April und Mai.
OBriHt-!Eeltat«tt*.)
Berlin, 10. April.
Zu den Gehalts- und Lohnverhandlungen im Reichsfinauzministerium wird noch ergänzend mitgeteilt, daß die Beamten für den Zeitraum der Monate Februar bis Mai fünf Gehälter uns die Reichsardeiter für den gleichen Zeitraum vier weitere Wachenlöhne ausbezahlt bekommen
Sie Hutten nun ton nwMung
und haben immer noch nicht das richtige Mittel dagegengesunden. WirtatenJdnen,aus 50Gramm echtem Fagosol-Extrakt durch Auskochen mit^rjjfd. Zucker und xn 1 Wasser eine preiswerte, prompt wirkende Hustenmedizin selbst herzuftelleu. Echter Fagosot-Extrakt ist sicher erhältlich: Engel- Avorheke am Rathaus, Obere Konigstr. 21.
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