Kasseler Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung
Hessische Abendzeitung
Nummer 56.
Fernsprecher 951 und 953
Donnerstag, 8. März 1923.
13. Jahrgang
Fernsprecher 951 und 952
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Die Franzosen rücken weiter vor.
Aufschrei der Ration.
Kundgebung im Reichstag.
Die vorzeitige Einberufung des Reichstages kennzeichnet den gewaltigen Ernst der Lage. Der Reichskanzler hat seine schon seit längerem geplante und immer wieder politischer Ereignisse wegen verschobene iüddeutsche Reise aufgeben müssen. In der Reicksregierung müssen fest schwerwiegende Entscheidungen salben. Die gestrige Reichstags-Tagung hat dem deutschen Voile Gelegenheit gegeben, das fürchterliche und un- geheure Unrecht, das ihm zugefügt wird, in alle Welt hinaus zuschreien. Mit den Rechtsprotesten, die im diplomatischen Verkehr üblich sinh, ist es nicht getan. Das V o l k s e l b- st muß seine Stimme erheben! Und das Volk muß auch diejenigen, die für diese furchtbare Lage, für diese unmittelbare Gefahr für den Frieden nicht nur Europas, sondern der ganzen Welt mit verantwortlich sind, an ihre moralische Pflicht erinnern. Das gilt vor allem für Amerika, das durch seinen Eingriff zu unseren Ungunsten ent- schied und das sich nunmehr völlig aus der Regelung der Dinge zurückgezogen hat. Es liegt uns fern, irgendwelche Vermittlungen zu erbit- ten. Aber eS ist nicht nur eine deutsche Angelegenheit, sondern eine Angelegenheit der ganzen Welt und eine Sache der ganzen Menschheit, ob der Triumph der Gewalt ein für alle Mal siegen soll und ob Recht, Gesetz und Menschlichkeit nur noch inhaltsleere Worte bleiben sollen.
Roch haben sie die Beute nicht und schon uns sie an der V e r t e i l u n g des Felles des Bären i Mitteilungen, die aus zuverlässigen Kreisen stammen, wissen zu melden, daß hinter den Kulissen englische und französische Jn- dustriekreise über eine Ausbeutung der Ruhr-Erdschätze verhandeln. Man plant offenbar die Bildung eines englisch-französischen Konzerns zum Zwecke der käuflichen oder fonsti, gen Erwerbung der Ruchrgruben zur gemeinsamen Ausbeutung. Wir wissen schon seit lan- gel, daß gewisse Teile der englischen Industrie sich im Gegensatz zur offiziellen enMchen Politik befinden. Ihnen touret es als Geschäftsleute sehr wohl zusagen, wenn England an dem Beutezug nach dem Ruhrgebiet sich beteiligen würde. Wir haben allen Anlaß, den Dingen, die da in der Entwicklung begriffen sind, mit größter Aufmerksamkeit zu folgen wie überhaupt der Zwiespältigkeit der englischen Politik größere Bemhtung zu schenken als das bisher der Fall war. Andererseits ist es von Interesse zu sehen, daß die französische Industrie die amtliche französische Politik zu einer Beendigung des Ruhrunternehmens drängt. Das Fehlen der Ruhr- kohlen und sonstige wirtschaftliche Folgen machen sich in diesen Kreisen doch in emipfindlicher Weise geltend. Man gibt dort auch ganz offen zu, daß das Unternehmen weit Mer seine ursprünglichen Pläne -inausgewachsen sei, und daß jetzt nickt mehr wirtschaftliche sondern politische Ziele verfolgt werden. Amttiche französische und belgische Kreise sprechen eS jetzt ganz offen aus, daß das Ruhrgebiet dauernd in den Dienst Frankreichs gestellt und die deutsche Einheit zer- fchlagen werden soll.
Der Aufschrei der Ration gegen Unterdrückung, Gewalt u 'd Terror muß in der ganzen Welt gehört werden. Aber die Gegner mö- gen sich ja nicht ei-.bilden, daß der deutsche W- »erstand durch die neuen Bedrückungen gelähmt, zermürbt oder erschüttert würbe. Ganz im Ge- genteil! Je mehr die Politik Frankreichs Ge- walttaten anhäust, je mehr es sich, und zwar gerade durch den prachtvollen, ausdauernden deutschen Widerstand, um seines »Prestiges- Willen genötigt sicht/ eine Gewalttat durch eine noch schroffere zu Mertrumpfen, um so fester wird unser Wille, um so härter unser Sinn und umso stärker unser Widerstand. Wir denken nicht daran zu k.witulieren! Keiner im Volle, keine Partei, keine Gruppe von Interessenten, niemand, der der Gewalt weichen würde! Einig und geschlossen schen wir jetzt das deutsche Volt zusammenstehen. Und die notwendige Folge aus dieser Haltung ist der erbarmungslose Kamps gegen alle diejenigen Elemente, die durch ihr Verhalten gegenüber der Mgemeinheil eine Ge. fahr für die Geschlossenheit und Festigkeit dieser Front bilden. Wucherer, Schieber und Preisttei. brr sind ebenso die schlimmsten Landesverräter wie diejenigen, die den Feind unmittelbar unter, stützen.
Die neue Verordnung des Reichspräsidenten, welche mit Zruhchaus nicht unter zehn Jahr-..
oder mit lebenslänglichem Zuchthaus denjenigen bedroht, der einer fremden Macht in wirtschaftlicher, politischer oder militärrscher Hinsicht als Shion dient, oder Spione dieser Macht aufnimmt, verbirgt ober ihnen Beistand leistet, zeigt, daß die Reichsregierung entschlossen ist, mit größter Entschiedenheit den Kampf aufzunehmen. Auch die sonstigen Maßnahmen der Regierung, die Senkung der Devisen und das Drängen zum Preisabbau, find ein Teil des Abwehr» kamipfes, der nur dann erfolgreich sein kann, wenn alle Gebiete auf das eine Ziel eingestellt werden. 3- B.
Unter feindlichem Zwang.
Dis Zerstörungswut der Franzosen.
(Eigener Druhtbericht.1
Herne, 7. März.
Die französischen Truppen, die seither in einem Gasthof einquartiert waren, wurden aus diesem lmsquartiert und in die Schulen befördert. Die neuesten und modernsten Volksschulen wurden von den Truppen bezogen. Der Unterricht ist dadurch unmöglich gemacht. Auch das Herner Bolkshaus, das den Heiner Gewerkschaften gehört, wurde mit Truppen belegt. Dort wurde durch das Z e r st ö r e n der Räume ein Schaden von zwanzig Millionen angerichtet. Die Franzosen hausten entsetzlich. Die Gasöfen wurden mit den Gewehren zerstört. Cs fehlen allein über fünfhundert Stühle. Die Einrichtung ist fast ganz unbrauchbar gemacht worden. Der Parkettfußboden muß neu belegt werden. Der Urheber dieses ist der Oberst Meyer, der der Kommandeur der in Herne liegenden Truppen ist, der Sohn eines Elsässers und allem Anscheine nach sich zu dem größten Deutschenfreffer entpuppt hat, den es unter den im Ruhrgebiet weilenden französischen Offizieren überhaupt gibt.
Millionensorderung an Bochum.
Bochum, 7. März. (Privattelegramm.) Die französische Besatzungsüehörde hat von der Stadt Bochum die Zahlung von fünunddreitzig Millionen Mark verlangt. Da die Stadtverwaltung infolge der bekannten Verordnung der Reichsregie, rung die Zahlung ablehnen mußte," wird eine weitere Beschlagnahme öffentlicher Kassen- und Bankbestände durch die Franzosen befürchtet. Der verschärfte Belagerungszustand wird mit aller Strenge durchgeführt.
«
Weitere Gelder beschlLLnahmt.
Duisburg, 7. März. (Privattelegramm.) Auf dem hiesigen Postamt wurde von den Franzosen eine von der Reichsbank in Berlin an die Reichsbankstelle Duisburg adressierte Geldsendung beschlagnahmt. Es handelt sich um eine Million Mark, die in dreizehn: Beuteln abgesandt waren. Die Beschlagnahme erfolgte unter der Begründung, daß es staatliches Geld sei und die Fortnahme dieses Geldes seitens der Franzosen aus den gleichen Gründen geschehe, wie bei der Geldbeschlagnahme in Her-gstcy.
LlnrrbSrle« Strafurteil.
Essen, 7. März. (Privattelegramm.) Bon de« französischen Militärgericht ist der deutsche L r z t Dr. L i p s zu einer Million Mark Geldstrafe verurteilt worden. Dr. Lips hatte auf Anruf eine militärische Persönlichkeit ärztlich behandelt. Für diese Behandlung hatte er dem Militärkommando eine Rechnung übersandt, die auf achtzig Franken lautete. DaS französische Militärgericht hat in der Uebersendung der Rechnung eine Verhöhung und Beleidigung der Besatzungsmacht gesehen (!) und daraufhin den Arzt zu der genannten Straft verurteilt.
Wildes Franzofengeflndel.
Die willkürlichen Verhaftungen, (Eigene Drahtmeldung.)
Bochum, 7. März.
In Bohwinkel und Reviges find gestern zwölfBeamre der Schutzpolizei wegen RichtgrützenS verhaft et worden. — Der Oberbürgermeister von Bochum und sein Bureauvorsteher wurden von Herdecke weiter verschleppt. Näheres ist nicht bekannt. — Gestern vormittag wurde in M ü l h e i m das Rathaus besetzt. Die Franzosen schlugen Türfüllungen ein und drangen in die Räume, gleichzeitig wurde die Kaserne umzingelt. — Zu
der Untersuchung des ftanzösischen Kommandos über die Erschießung des Ingenieurs Dirks in H ö r d e wurde für die deutsche Polizeiverwaltung des Bezirkskommandos der P o l i z e i r a t Schwarz zum Verhör zugezogen. Als et in energischer Weise die Recht läge darlegte und das vollkommene Unrecht deS Waffengebrauchs be- tonte, wurde er verhaftet und abgeführt. Am Sonnabend haben die Franzosen am Bahnhof Scharnhorst einen unerhörten Eisenbahnraub verübt. Der D-Zug 9, der die Kontrolle Scharnhorst in Richtung Berlin nm Mitternacht durchfahren mutzte, wurde volle vier Stunden festgehalten. Die Reisenden, die in das unbesetzte Deutschland fuhren, wurden nicht nur auf das Genaueste untersucht, sondern es wurde ihnen auch ihr Geld, soweit es größere Beträge waren, wegqenommen.
Weitere VormLrrschMne.
Besetzung der Bahnlinie bis Hamm?
(Eigener Drahtbericht.)
Dortmund, 7. März.
Gestern waren in Dortmund Gerüchte über eine bevorstehende Besetzung von Hamm verbreitet. In Hamm befindet sich jetzt der Sitz der Eisenbahndirettion Essen. Die F r a n z ö - s c n haben gestern einen neuen Vorstotz gegen die Eisenbahner unternommen. Nachdem alle Versprechungen und Darlegungen nichts genützt hatten, haben sie den Eisenbahnern, auf den militarisierten Linien ein Ultimatum von 24 Stunden gestellt, das heute abend abläust. Falls zu dieser Zeit die Eisenbahner der betrefftnden Linien sich nicht den Anordnungen und Befehlen der französischen Besatzungsbehörde fügen wollen, so heißt es in dem Ultimatum, werden sie aus ihren Wohnungen verjagt. (!)
Dir letzte Lücke gesperrt.
Lennep, 7. März. (Privattelegramm.) Die Franzosen sind von Lennep weiter nach Wipperfürth marschiert und zwar mit den Dragonerregimentern 21 und 23. Sie haben da- mit die einzige freie Zugangsstraße zum englischen Brückenwpf Köln gesperrt. Das Borrücken der Franzosen im Bergischen Lande hat in Mp- perfürth ein vorläufiges (!) Ende gefunden.
Empörende BruLaMSi.
Mißhandlung eines alten treuen Beamte«.
(Eigener Trahtbericht.)
Berlin, 7. März.
Der Zollamtmann B i e n h o l d, vom Haupt- zollamt Bochum, ein 64 Fahre alter Beamter, wurde von den Franzosen verhaftet, weil er nicht angab, wo sich der K a s s e n b e st a n d befindet. Er wurde mit einem Fußtritt in eine fensterlose Zelle gestoßen, a» deren Decke vier Heizrohre entlang gingen, sodaß die Temperatur unerträglich war. Der Kapitän erftärte, er werde ihn nicht eher herauslaffen und ihm keine Nahrung geben, bis er die Angaben gemacht habe. Nach einigen Minuten erschien ein Unteroffizier, der die Frage nach dem Kaffenbestand wiederholft und ihm einen F a u st s ch l a g versetzte, als Bienhold die Aussage verweigerte. Rach wenigen Minuten wiederholte sich der Vorgang. Beim dritten Erscheine« des Unteroffiziers machte Bienhold einige Angaben. Gleich darauf erschien ein Weiterer Franzose, der ibm trotz der gemachten Angaben wieder einen Faustschlag ins Gesicht gab. Rach 24 Stunden wurde er in ein Sammellokal gebracht, wo der Beamte drei Tage und Rächte auf einem Strohsack verbrachte.
Französische Einbrecher. 9ta«b In der deutschen Botschaft i« Rom.
(Eigene Drahtmeldung.)
Rom, 7. März.
Bei der Unterluchung des Einbruches in die deutsche Botschaft in Rom hat sich herauSgestellt, daß d»e Tat, in welche fünfzig Personen vertoik kelt find, von französischen politischen Agenten angeftiftet war. Ein verhafteter früherer ttalienkscker Offizier hat gestanden, daß politische Dokumen te gestohlen werde n sollten. DaS Geld für den Anschlag sei aus NiU« gekommen und bet Auftraggeber fei em Mann gewesen, der italienisch mit franzSsiso,er Aussprache gesprochen habe. Wie die ,,V. Z." meldet, ffnd auch andere Botschaften in Rom in letzter Zeit beständig beobachtet worden. Bon den italienischen Blättern, die fick ebenfalls mit der Angelegenheit beschäftigen, wird auch angt. deutet, daß der Einbruch auf französische Initiative zurück,nführen sei. Man nimmt an, daß gewisse Persönlichkeiten ein Interc^e daran hatten, sich in den BeffN der Dokumente über die deutsch- italienischen Besprechungen zu bringen.
2n der Abwehr.
Aufgabe der Rhein- «ab Ruhrhilfe. - 9m nachstehenden Bericht wird mitaetett, wie die Sltzeri,. imb Ruhrhilfe organisier« ist und welche «ufgaben ffe zu erfüllen ftat. Der militärische Einbruch der Franzosen ins Ruhrgebiet hat in den weitesten Kreisen des deutschen Bottes eine Hilfsbereit- schäft ausgelöst, die bereits in zahlreichen Sammlungen und umfangreichen Spenden in die Erscheinung getreten ist. Man ist sich klar darüber, daß der ungeheuere moralische Kamps, der zurzeit an der Ruhr ausgekämpft wird, nur gewonnen werden kann, werm für die notwendigsten Bedürfnisse der Bevölkerung gesorgt und Not und Elend nach Möglichkeit von den ohnehin schon schwer genug geprüften Bewohnern des Ruhrgebietes fernge- halten wird. Die am 30. Januar in Essen von den Kommunalverbänden, sowie den Arbeitgeber- und den Arbeitnehmer-Organisationen des Ruhreinbruchgebietes geschaffene .HauptVerteilungsstelle Ruhrgebiet" arbeitet unter dem Vorsitz des Regierungspräsidenten von Düsseldorf. Außer diesem gehören auch die Regierungspräsidenten von Münster und Arnsberg, sowie Vertreter der Stadt- und Landkreise, des Bergbaulichen Vereins in Essen, der Handelskammer, des deutschen Roten Kreuzes und der Gewerkschaften dieser Organisation an. Die der HauptverteilurraS stelle Ruhrhilse rn Essen gestellten Aufgaben sind die Zusammenfassung der einzelnen Hilfsguellen und die Weiterverteilung der eingehenden Natural- und Geldspenden an die Stadt- und Landkreise. Als Hilssguellen kommen in Betracht:
1. Die LandeSspende der deutschen Land- wirtschaft, die Geschäftsstelle der LandMrt- schaftstammer der Provinz Westfalen, Abteilung Minden i. W. Von dieser Stelle sind bisher die im ganzen deutschen Reich in Landwirtschafts- kreisen gesammelten Naturalien selbständig an die einzelnen Stadt- und Landkreffe, zum Teil auch Aomter und Gemeinden versandt worden. Es ist nunmehr Vorsorge getroffen, daß in Zukunft der Versand der Spenden nach den Dispositionen der HauptverteflrmgSstelle .Ruhr« Hilfe" in Essen erfolgt.
2. Dft Waren und Geldmittel, die bei den einzelnen Kommunal- und Wirtschasts-Ver- bänden zirsammenfließen und nach dem Wllen der Spender der allgemeinen Bevölkerung zugute kommen sollen.
3. Die Geldmittel und Waren, welche unmittelbar der HauptverteiluugSstelle zufließen.
Die Unterverteilung und Ausgabe im einzelnen ist die Sache der Kommunalverbände, ausgehend von dem Gesichtspunkt, daß in erster Linie die notleidende Bevölkerung berücksichtigt werden soll. Als Verteilungsgebiet gelten zunächst die besetzten Städte und Landkreise der Regierungsbezirke Düsseldorf, Münster und Arnsberg. Neben der Essener Stelle werden Weiche Hauptverteilmiqsstellen in Köln, Frankfurt a. M. und Speyer geschaffen werden. Ferner wird in Berlin ehte Zentralstelle ins Leben gerufen, die sämtliche Geldspenden, Bolksopftr, Ruhrhilse der Industrie, Geldspenden der Landwirtschaft, die Sammlungen der Zentralstellen der Auslandshilfe und des deutschen Roten Kreuzes zusannnenfässen und die Mittel ans die eben erwähnten Verteilungsstellen nach Maßgabe der vorliegenden Bedürfnisse weiter verteilen sollen.
Schon daraus ergibt sich, daß im Augenblick der Hauptverteilungsstelle in Essen noch kein« größeren ^ldmittel und auch noch keine umfang, reichen Lebensmittekvorrüte zur Verfügung stehen, da die Sammlungen noch jetzt im vollen Gange sind. Es ist jeiwch Vorsorge getroffen, daß die im ganzen Reiche gesammelten Spenden möglichst alrichmäßig auf die einzelnen Stadt» und Landkreise verteilt weiden, in denen wiederum besondere Ausschüsse rm Zusammenarbeiten mit den charitetiven und sonstigen Verbänden unter Mitwirkung der Gewerkschaften die Verteilung an die einzelnen notleidenden Personen regeln.
Man kann es mir begrüßen, daß die Fürsorge der Regierung durch diese opferwillige Hilfs- tatigkeit des deutschen Volkes in fo weitreichender Weise ergänzt und dadurch auch nach außen bekannt wird, wie das ganze deutsche Volk mit den Brüdern an Ruhr und Mein leidet und feine Sache als die ihrige empfindet.
Kommt rin Preisabbau?
Vorbereitung gesetzlicher Maßnahme«.
Wie wir vernehmen, ist die Reichsregierung in Fühlung mit den Regierungen der Länder getreten, um die gegenwärtig« Preisgestaltung einer näheren Prüfung zu unterziehen. Bekanntlich war die Stützungsaktion der Reichsbank ein Teil der Regierungspolitik. Die Kardinal-Frage bei dem gegenwärtigen großen Ringen ist die