Kasseler Neueste Nachrichten _____ ______ ____ ,
Kasseler Abendzeitung
Hessische Abendzeitung
Nummer 49
Fernsprecher 951 und 952
Mittwoch, 28. Februar 1923.
Fernsprecher 951 und 952
13. Jahrgang
Neue SkrabeurSuberei und Gewalttaten
Satte* ha« Frankreich »e kanntlich Angst vor »er »«Nischen Volksver. Mehrung, »tef« Frage spielte beim Dersalller Vertrag eine Rolle und bildet auch heute wieder einen »rund für die franzöfisch« See. stdruugSwut. Man schreibt NN« darüber die «achsolgenden bezeichnenden Ausführungen r
Aussüsfige fraiizvsische Eisenbahner.
Herne, 27. Februar. (Privattelegramm.) Die Franzosen sehen sich veranlagt ihr Eisen bahnpersonal durch neue Kräfte ablösen zu lassen. Die Zahl der Desertionen vermehrt sich in der lebten Zeit beträchtlich, da sehr viele Eisenbahner, deren „militärische Hebungen" am 28. Februar abläuft sehr unzufrieden und auf ässig 2«worden sind.
Weitere Besetzung.
•le Ausbreitung der Franzosen am Rhein.
(Privat-Telegramm.)
Fraiüfurt a. M„ 27. Februar.
Honnef ist biS jetzt noch nicht besetzt morden, doch wurde die Besetzung für heute angekündigt. Gestern vormittag haben dagegen sranzöfischc Truppen B a ch a r a ch und Lorch besetzt. Die Besetzung zieht sich bis nach Kirchberg. — Eine neue Meldung des „Newhork Herold" aus Paris besagt, datz nach einer amtlichen fran- zöfifchen Mitteilung die Besetzung Mannheims bevorsteht. Die Besetzung würde jedenfalls nicht mehr lange auf fich warten lassen, da die Stadt nach französischer Auffassung einen ge- fährlichen Agitationsmittrlpunkt (?) darstellt.
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Dtuischer vrötest.
Berlin, 27. Februar. (Privattelegramm.) Wie die Telegraphen-Union erfährt, beabsichtigt die Reichsregierung, wegen der Besetzung von Königswinter durch die Franzosen einen P r o t e ft an die französische Regierung zu richten.
2$elogeronp Deutschlands.
Lloyd George über die Ruhrsräge.
Bei der Fortsetzung der Artikelreihe Llovd Georges in der ,D. A. Z." beschäftigt sich der f'übere englische Ministerpräsident mit der Ruhr frage, deren augenblicklichen Stand er foloenldermästen charakterisiert' .Nachdem der voreilige Schlag der französischen Regie- rung offensichtlich fehlgeschlagen ist. der- doppelt sie die Einsätze bei jedem Verlust. Wann wird das enden, und wo wird das enden? wett menschlichen Leidenschaften ist schlecht spielen. Sie wirken sämtlich mit bei diesem wilden Unternehmen — auf beiden Seiten Stolz, Mer, Eitelkeit, Eigensinn, Streitsucht. Naflengegrnsatz. aber auch Patriotismus. Gerechtigkeitsliebe. Haß gegen das Unrecht und bober Mut. Auf beiden Seiten werden feurige Leidenschaften eingesetzt. Ich fürchte, wenn nicht jemand Halt gebietet, wird daS Ergebnis verheerend sein.
Frankreich hat nunmehr alle Hoffnung aufgegeben, die Bergwerke, Eilenbaonen und Industrieanlagen an der Ruhr durch mili-
Dortmund, 27. Februar.
Airs dem Güterbahnhof Dortmund ist eine französische Wach« zur Kontrolle von Kohle n z ü g e n eingerichtet worden. Die Lage im Telephonbetrieb ist ist allgemeinen unverändert. Die Telcgraphenämter in Bochum, Düsseldorf, DuiSburg und Esten liegen nach wie vor still. Für Uebrigen wickelt sich der Verkehr, infolge der Beschlagnahme einzelner Leitungen, unter Eiitschränkungen ab. In Essen besetzten die Franzosen gestern nachmittag das Ar- beitsamt, wo nach französischer Annahme eine Sitzung der Rhein-Ruhrhilfe stattfinden sollte. Dte Franzosen mußten unverrichteter Sache wieder abziehen. In Düren stiest. wie erst jetzt bekannt wird, am vergangenen Sonnabend ein Güterzug mit einem Militär- z u a zusammen. Dabei sollen fünfzig französische Soldaten umgekommen sein.
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Auf der Reife ongrhcften.
Gelsenkirchen, 27. Februar. (Privattele- gramm.) Die Absperrung des Ruhrgebiets hat eine weitere Verschärfung dadurch erfahren, datz deutsche Beamte, die aus dem unbesetzten Deutschland inS Ruhrgebiet einreisen wollen, nur noch dann durchgelaffen werden, wenn ihr Patz rin Visum der Befatzungsbehörde trägt. Auf Grund dieser Bedingung, die im unbesetzten Deutschland noch völlig unbekannt ist, wurde gestern auf dem Gvterbahnhof Aplerbeck ein katholischer Geistlicher, Mitglied der theologischen Fakultät der Universität Münster, von der französischen Kontrolle angehalten und gezwungen, den Zug zu verlassen. Es hat den Anschein, als ob diese neue Vorschrift als Sanktion für die letzte Ministcrreise in das Ruhrgebiet auserlcgt wurde.
Man hört aus allen französischen Reden die Angst vor der deutschen Revanche. Und wenn, so wird gesagt, jetzt Deutschland auch ohmnächtig sei, so zeige das Land doch eine Zunahme der Bevölkerung, die zu bedenken gebe. Sie werde Deutschland so erstarken fafien, daß es einmal wieder die Waffen gegen Frankreich wenden könne. Aus diesem Grunde auch sucht Frankreich Deutschland zu zerstückeln, denn es will nicht den Einheitsstaat und glaubt, ein Einzelstaatliches Deutschland, dessen Glieder vielleicht sogar unter französischer Vormundschaft stehen, biete die Gewähr, daß selbst, wenn die Bevölkerungsziffern in Deutschland weiter steigen, dennoch das übriggebliebene Deutschland niemals die Bevölkerungszahl erreichen kann, wie sie Frankreich besitzt. Frankreich hat durchaus Grund, die starke Zunahme der deutschen Bevölkerung zu fürchten, rrmsomebr, als die Be-- völkerungszahl in Frankreich selbst stets ge- ringer wird. Einige Ziffern mögen das beweisen: Im Jahre 1820 war Frankreich noch bedeutend stärker bevölkert als Deutschland. Frankreich besaß damals fast 30 Millionen Einwohner, Deutschland dagegen nur 26P Millionen. Das
Die franzSflslven Verbrechet.
Gewalttaten und Straßenränbrrei.
(Eigener Trahtbericht.)
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Deutscher Widerstand
Gegen Frankreichs NSuberbanden.
nen Einzelner sind keine Seltenheit und der Mtransvort verschiedener Bataillone »«h Rmi- menter hat seinen Grund darin, daß sie sich i weigerten, zu irgend welcken „Sl-^ftrvedi- tionen" auszumarsch-eren. Militärisch n-'nt man das Meuterei. Den Soldaten ist ein Verkehr mit den Deutschen strengstens nnteriacft, weil die Franzosen eine kommunistische, antinn- litaristische Agitafton beftirchten, die tatsächlich hier und dort festgestellt wurde.
Alles in allem: Die Sieger fitolen sich nicht Wohl in ihrer ßout. zumal der Sieg in weite Ferne gerückt ist. Mißerfolg reibt sich an Mißerfolg. Es ginn nicht mit „Güte und lleber- redung". eS ging nicht und es gebt nicht mit Gewalt. Je härter und brutaler die Gewalt, um so erbitterter und geläbrlicher der Widerstand. Die Franzosen haben nur noch zwei Hoffnungen: erstens, daß das Rubrg-biet in seiner eigenen Produktion ersticken wird, daß einmal die Halden keine Kohlen mehr fassen werden, und daß bald die Lager der Eisenindustrie vollgepfropft fein werden. Mit anderen Worten, daß die Arbeit einmal o"fbö- ren werde, und datz kein Geld zur Bezahlung der Arbeiter mehr da sein wird. Für diesen Fall haben sie den Erportwilligrn Genehmigung zum Ervort bereits in Aussicht gestellt und einen Plan zum Verkauf der Ruhrproduktton un- ter französischer Leitung fertiggestrllt. Die zweite Hoffnung ist, datz die drangsalierte Bevölkerung vom passiven Widerstand zu Gewalt und Aufstand schreiten werde, datz ans Deutschland reguläre imb irreguläre Truppen zum »Krieg' in das Ruhrgebiet ziehen werden. Das wäre die Gelegenheit, zur letzten und äutzersten Gewalt zu schreiten und den Weltkrieg auf deutschem Boden zu seinem „richtt- genEnde" ,u führen. In der französischen Press- wivd bereits von der Bearündunq einer .neuen deutschen Armee" gefabelt und die Welt, vor allem England, auf die drohende »deutsche Ge- fahr" hingewiesen.
Deutschland wird den Franzosen den Gefallen nicht tun. Wir wissen, daß die einzige und wirksamste Waffe die Waffe des passiven Widerstandes ist. Diese Waffe ist de» Franzosen schon sehr unangenehm, denn sie rechnen damit, daß Deutschland auf solche Weise noch lange aushalten kann. Die Par-sei Presse mahnt ihre Leser zur Geduld. U. a. schreibt das »Journal des Debtts": »Der Kon- flift zwischen Paris und Berlin ist nicht der Krieg, aber doch eine Art von Krieg, der noch größere Anstrengungen, weiter ausgedehnte Maßnahmen, die Verwendung größerer Truppenmengen verlangen kann. Es handelt nm für Deutschland darum, dem Frankreich von 1919, dem Frankreich des Siegers und des Vertrages von Versailles eine Niederlage zu bereiten, die die Ansprüche an Deutschland vermindern und die jetzige Stellung Frankreichs in d»r Welt gefährdet. Wenn der Widerstandswille Deutschlands gebrochen ist, kann man die Bestimmungen für eine Regelung der wirtschaftlichen Beziehungen prüfen, von denen der Deputierte Herriot und feine Freunde so gern sprechen. Aber nichts kann und darf geschehen, solange der Wille Berlins nicht besiegt ist. Dies
Xeifiette Drav>„..
alles muffen wir uns klar machen. Wir müssen unsere ganze Kraft zusammennehmen, uns mit Geduld und kaltem Blut wappnen; wir müssen begreifen, daß wir eine schwere Zeit durchleben und vielleicht noch schwerere Zeiten vor uns haben." — Aus diesen französischen Aeußerun- gen spricht keine große Zuversicht. Umso mehr weisen sie uns darauf hin, daß der schließlich- Sieg auf unserer Seite errungen werden muß. Wir wissen ja, daß wir den Widerstand bis zum Ende fuhren müssen, bis zum Ende der fran- zojlschen Gewalt. Uns bleibt keine andere Wahl Frankreich im Besitz des Ruhrgebiets wäre das Ende des deutschen Reiches und der deutschen Freiheit, es bedeutete Sklaverei und Hunger für Generationen.
f, E das Ruhrgebiet wird von ’ rbitterter geführt. Die Bru- t^^at der Franzojen ist hemmungslos gewor- ,®cr iahe, ^rbissene Widerstand der Rnhr- bfm!t,ndie Soldaten unruhig und aus dieser Angst, aus dem Gefühl der Machtlosigkeit erwächst Gereiztheit Wut Grausamkeit. Mit militärischen üstassen werden einzelne S adle' übersal- len. so Gelsenkirchen, Bochum Herne u o' un£ staatliche Gebäude werden „ge- ^urmt, alle Beamten verhaftet mit Peitsche, Kolben und Fußtritten in irgend' einen nbrsr„dluf Menschenansammlungen wird g e ich ofjen und eingeschlagen, in Geschäfte und Wirtschaften werden Raubzüge unternommen, jeder nimmt sich mit dem Revol- ^CVnrLerJT?b- 'hm paßt und ..bezahlt", 'l'Ut Vaßt. oder beza-hlt nicht. Man kann da- Vergehen der Franzosen in den letzten acht Tagen nicht anders als Raub und Plünderung t< '.eichnen. Die Haltung der B e v ö I'£c. 5,'?ug ist ein miihsam niederachaltener Haß. r ^/rraaiosen spuren diesen Haß, sie zeigen sich r.chft mehr einzeln, sondern treten nur noch in .Raffen auf. Allenthalben wird jeglicher Vei-kebr von Anfang der Dunkelheit bis znm Morgen untersagt, aus Furcht vor nächtlichen Ueber-äl len. <te französischen Agenten wegen nickt mehr unter der Bevölkerung zu „arbeiten" Der Diegeszug ms Ruhrgebiet ist für die Fmnzoftn beute alles andere als ein Vergnügen Wo sich ' "teu^ Top.awn ei-Ml 6.:3|>rt,:»>u r.Ü,,'-.. als nwrucn"lÄt/'Ägcven^ wollten. v *itowe
bedeutet für Frankreich ein Plus von 14 Prozent. An Deutschlands dünnLr Bevölkeri-NH und . seiner Armut freilich mar Vok als s.von Frank- ,echc später etnrteiru«»- - - - „ •
Von 1'820 bis 1860 wuchs zwar Frankreichs Bevölkerung, aber der Prozentsatz der deutschen Bevölkerung war doch wesentlich hohn getont, den. Frankreich nahm innerhalb dieses Zelt- raums um über 6% Mllionen zu, Deutschlarck dagegen bereits um 11 Millionen. Me Volkszählung von 1860 ergab daher in beiden Ländern folgendes Ergebnis: Deutschland hatte 87,7 Mn- lionen, Frankreich 36,5 Mllionen Einwohner. Von diesem Jahre ab hat sich das Wachstum der französischen Bevölkerung stets verringert, während das des deutschen Volkes in geradezu flau- nenerregender Weife wuchs. Bis 1870 hat Frankreich sogar eine direkte Abnckhm« zu wr- zeichnen. Die Devölkenmg ging nämlich in der Zeit von 1860 bis 1870 um 400000 Menschen auf 36,1 Millionen zurück, während Deutschlands Dolkszahl um vier Millionen auf 40,8 Millionen stieg. Während Deutschland nun in den nächsten vierzig Jahren jährlich um wehr als 600 000 Einwohner wuchs, wiichs Frankreich jährlich nur um etwas mehr als Einwohner
Rach den letzten Volkszählungen vom Jahre 1920 hat Deutschland trotz der Riesenopser die der Krieg an Menschen forderte, trotz des riesigen Menschenraubes, den der Versailler Betrag an uns beging, immer noch die statMche Bevölkerung von über 60 Millionen 'st heute noch neben Rußland also das dichtbewohnteste Land oder richtiger, da man in Rußland ja nicht von einer dichten Bevölkerung reden kann, das verhältnismäßig volkreichste Land Franke reich aber stellt, trotzdem ihm bet UuglackSfrie den einen weiten Gebietszuwachs brachte» nut seiner Bevölkerungszahl noch auf der Stufe von 1905. Es hat nämlich heute, wie damals gerade 39 Millionen Einwohner. Zwar ist der w «and zwischen Frankreich und Deutschland kleiner geworden. Indessen bleibtFrankreich doch beute noch um fast zwanzig Millionen mittet der deutschen Bevölkerung zuruck Und dock maßt sich dieses Land an. ein 60 Millionen-Dolk bevormunden und drangsalieren zu können.
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vor, die selbst bann zu bedauern find. Wenn fiel
gerechtfertigt sind. Wir ergehen uns in Drohun- JlfijrahPFniPnPIIIIrt »en und erwecken dadurch den Hatz der Bevül- **»z VII 8 llltljs Ully, kernng. Wir sind aber autzerstande, etwas Frankreichs Sorge.
anderes zu tun. Das Schlimmste aber ist, datz PomrarS anerkennen mutz, datz wir nicht einmal imstande find, den Verkehr aufrecht zu erhalten. Vor unsere Bnftinft fuhren täglich zwölfhundert ftüqe durch dnS Ruhrgebiet. Jetzt gelingt es uns mit größter Mühe, siebzig Züge fahren zu lassen. Das bedeutet den Mitzcrfosg des Sank- tisnssystems. Dieser einzige Grund sollte genü- grn. um die Regierung zu bestimmen sich nicht weiter in ein Abenteuer hinrinziehen zu lassen. Aus einem Rundschreiben acht hervor, datz die französische Industrie infolge her Rnbr- besetzung bereits empfindlich an S t a h l mangel leidet In dem Rundfchreiben heißt es, datz die Fabriken ans Koksmangel hie Fabrikation vcrlangfamen müßten und datz fie sich, wenn nicht bald eine Aenhrrunq rintrete, zum Feiern veranlaßt fehen müßten. Infolgedessen müßte die Formel „Höh-re Ofewalt" bei den Lieferungen immer mehr Platz greifen. Jede Betnntwor- lung seitens der Fabriken würde abgelehnt.
alter Herr, der in Begleitung seiner Tochter an den Franzosen vorüberging, wurde von ihnen , niedergeschlagen, eine Frau ange-^ ch o s s e n. Aus dem gesamten Revjer laufen SvHrichten ein, daß die Franzosen jetzt in großem Maße versuchen. Kohlenmengrn zu beschlagnahmen und abzutransportieren. Besonders in Witten, Oberhaufen und Wanne werden große Kohlenlager beschlagnahmt.
Sinrriseverbvi für cKt Deutschen? i
Essen, 27. Februar. (Privattelegtamm.) Tie von den Franzosen verhaftete Gattin des Beigeordneten Bolsdorff ist bislang noch nicht freigelassen worden. In Effen-Fintrop sind Vie von den Franzosen besetzt gewesenen Bahnhofsräumlichkeiten in einem geradezu trostlosen Zustande. Auch hier ist alles, was nicht geraubt worden ist, zerschlagen und vernichtet worden. Ein Waggon mit Mehl, der gleichfalls geplündert würbe,, war für die Bevölkerung bestimmt. Die Mehlsäcke, die die Frnzosen nickt mitstihr-n konnten, wurden mit Bajonetten aufgerissen und das Mehl verstreut. — Hier geht das Gerücht, datz General Degoutte beabsichtigt, ein generelles Einreiseverbot ins Einbruchsgebiet für alle Deutschen zu erlassen. Auch die Ausreise der Einwohner soll von einer besonderen ErlauLmis abhängig gemacht werden.
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3m Äuckftdaus und Gefängnis.
Essen, 27. Februar. (Privattelegramm.) Im Zucksthaufe zu Werden befinden fich zurzeit in zwei grossen Sälen etwa vierzig von den Franzosen festgesetzte Gefangene, darunter zwei Postvirevoren, drei Schupo-Offiziere, verschiedene Schupomannschaften, Gymnasiasten, Arbeiter, Lehrlinge. Die Beheizung der Räume ist ausreichend, ebenso sind Decken und Licht vorhanden. Daoeqen find Vie Bbortverhältniffe völlig unzulänglich. Im Amtsgerichtsgefängnis zu Werden befinden fich achtnudzwanzig Gefangene, darunter: Regierunnsrat Eberhof, Polizeiwachtmeister Kierhos, Polizeimajor WaMer und der Oberfiaatsanwatt Atelbinger.
FrankrelOS Mißerfolg.
Erkenntnis nud scharfe Kritik.
(Eigene Drabtmelbuna.s
Paris, 27. Februar.
Die Pariser Zeiffchrift „ProgreS civique", das Organ des Linksblocks, schreibt mit Bezug auf die Lage an der Ruhr: Jedermann hat von selbst erraten, daß die Lage auderRnhrnicht glänzend ist, obwohl die offiziöse Presse eine künstliche Begeisterung zur Schau trägt. Wenige Leute aber haben einen Begriff von der Ausdehnung unseres Misserfolges Wir haben an der Ruhr eine Armee stehen und find vabei ganz ohnmächtig. Nach anderthalb Monaten Besatzung find wir außerstande, irgendwelchen Gewinn aus der Besetzung zu ziehe". ' Wir hatten die Ordnung nur mit grosser Müh: aufrecht. Wir nehmen zahlreiche Ausweisungen
- Dortmund. 27. Februar.
! Die Franzosen reitzcn hier auf zahlreift;eu Straße» das Pf läster auf. um den Verkehr aufzuhalten und die Wagen durchsuchen zu können. Der in Hengstey geraubte Geld-
, transportder ReichSbnn? von zwölf Milliarden ist von den Franzosen in Lastautos fortge- sckprfft worden. Tas Perfofial wird in Haft behalten. — -Gestern abend Wurden in Herne zahlreiche Passanten von den srauzöfifckjen -okMitrn angehalten durchsucht und ausgeplündert. Den Herren Wurden vornehmlich die Spazierstöcke abgenommen, toä$j= reu*- man ^"^arnrn- -. ie Handtasche" -«uLtz«.- 5fyiter s«fe p-anzöstsÄ Soldarrzi t "
belästigten Eo mitzhanoetten ausserdem am oer Straße alle ihnen begegnenden Personen. Ein