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Hessische Abendzeitung

Nummer 48

Fernsprecher 951 und 952

Dienstag, 27. Februar 1923,

Fernsprecher 951 und 952

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RiUeü drr

SchLchMrzei mitgeteHt, dn

Bochum, 26. Februar.

Die vor einigen Tagen von den Franzosen verhafteten fünfzehn Gymnasiasten sind bis auf sechs, die infolge der französischen Miß­handlungen schwere Verletzungen erlit­ten haben, freigelassen worden. Die Verletzten bleiben solange unter Bewachung, bis die Wun­den geheilt sind. Diese Maßnahme wurde von den Franzosen getroffen, um ein Photographieren zu verhindern. Uebcr die Mißhandlungen werden folgende Einzelheiten bekannt: Die Gymnasiasten

3nfertton3pretfe:a) Einheimisch- Auftrage: Die einsaitige Anzeigenzelle M. 100., Kami, li-nnachricht-n. die Zeile M. 60., tte einspaltig« ReÜamezeile M. 403. b) Auswärtige Auf. träge: Die einspaltige Anzeigenzeile M. 100.-, die einspaltige Reklamezelle M. 400.-, alles ein. schließsich Teuerungszuschlag und Anzeigensteuer, Für Anzeigen mit besonders schwierigem Sag hundert Prozent Aufschlag. Für dje Richtigkeit aller durch Fernsprecher aufgegebenen An. zeigen, sowie für Aufnahmedaten und Platze kann eine Gewähr nicht übernommen werden Druckerei: Schlachttzofstraße 28/30. Geschäftsstelle: Kölnische Stratze S. Telephon Rr. 951 uns 952

einige deutsche Verräter sich von der französischen Militärküchc verpflegen ließen, worauf die Schutz­polizei diese Leute verhaftete. Deshalb stürmten die Franzosen auf die Gymnasiasten und mißhandelten sie in schwerster Weise. Die Schüler wurden auf den Hof geschleppt, mit Fäusten ins Gesicht geschlagen, getreten und mit Schrauben­schlüsseln bearbeitet und dann mit Kolbenstoßen die Treppen hinaufgejagt. Eine Reihe der Miß­handelten brach schwerverletzt bewußtlos zusammen. Die Schüler wurden dann in ein Arrcstlokal gebracht und ohne Wasser und Ver­pflegung in eine Zelle eingesperrt. Wie festgestellt wurde, haben die französischen Offiziere die­sen viehischen Mißhandlungen zugesehen und keine Hand gerührt, um ihre Leute davon abzuhalten.

aesaintpolitischs Lag? erörtert?

. .... Parlamentarier von int.'rna-

rionalem Ruf, ein Weltmann mit ausgedehnten Sprachkenntniffen entsandt? Falls nicht, sollte man nicht zögern, eine derartige Persönlichkeit, noch ehe es zu spät ist, dorthin xu entsenden."

Der Zuschrift eines deutschen Lesers aus R o m an den »Berliner Lokalanzeiger" der von der Ermordung eines Mädchens in Düsseldorf durch ei An Franzosen ausgeht, entnehmen wir: Sic würden Hunderttausenden im Auslände aus dem Herzen sprechen, wenn man im Aus­land überhaupt etwas von jenem Düsseldorfer Mädchen wüßte . . . Damit das Weltgewis­sen sich regen kann, muß es doch vorher ge­weckt werden. Aber das Ausland bat nur gehört, daß einem französischen Korpoial un- glücklichcriveise beim Fall das Gewehr losgegan' gen ist und der Schuß ein Kind getroffen habe. .. Ich stehe seit zehn Jahren in einem aufreibenden Kampfe gegen di? deutschfeinliche Propaganda, aber ick mußte erkennen, daß dieser Kampf nicht ?o aussichtslos ist. wie der. den cs gegen di.' deutsche Schwerfälligkeit gilt, die sich zu einer Auslandsanfklärnng nicht aufraffen kann."

Um ein Bild von der schmutzigen Me­thode zu geben, deren sich die feindliche Propaganda gegen Deutschland bedient, nachste­hend wieder einige Proben aus demNewyork Herald". Di? Ausgabe dieses Blattes vom 15. Januar enthielt folgende Kabelmeldung aus Bochum:Ein Deutscher wurde heute abend ge­tötet und zwei schwer verwundet, als französische Truppen auf eine Menge schossen, um einen Zu­sammenstoß zwischen Nationalisten und Kommu' nisten zu ersticken. Die deutsche Polizei war nickst imstande, den Aufruhr du unterdrücken und

französische Truppen mußten die Ordnung wie­der Herstellen." In Wahrheit handelt es sich um eine nationale Kundgebung vor dem Raibaufe in Bochum, in deren Verlauf die Franzosen blindlings losfenevten. Dabei sie­len die ersten Opfer deS Ruhreinfalls.

13. Jahrgang.

Die französischen Verbrecher

Wie Schüler mißhandelt wurde«.

lPrivat-Telegramm.)

Schwarze Franzosen.

Königswinter, 26. Februar. (Privattcle- gramm.) Gestern nachmittag wurde Königs­winter von den Franzosen besetzt und zwar durch Marokkaner. Von Oberkassel kamen 40 Mann Kavallerie und 60 Mann Infanterie. Gleichzeitg landete der DampferRheinstein" noch etwa hundert Mann. Sie besetzten das Rathaus, daz Zollamt und die Zugänge znm Bahnhof. Der Bürgermeister protestierte gegen die Besetzung des neutralen Ortes. Nach einer halben Stunde zog nur die Kavallerie wieder nach Oberkassel zurück. Montabaur, das bisher zur amerikanischen Zone gehörte, schon seit zwei Jahren obne fremdes Militär mar, ist gestern von 200 Marokkanern besetzt worden.

Die Kasseler Neuesten Nachrichten erscheinen wöchentlich sechsmal und zwar ad endtz. Der b?äß mona,rtdl1300 Mart bei freier Zustellung in» Hau« in der Geschäftsstelle abgeholt 1270. Mark monatlich. Auswärts durch die Poft bezogen 1300.Mark monatlich einschl Zustellung. Bestellungen werden jederzeit cntgegengenommen. Druckerei ^edattion. «chlachthofstratze 28/30. Für unverlangt eingesandte Beiträge kann die Redaktton eme Verantwortung oder Äewähr in keinem Falle übernehmen. Rückzahlung des Bezugsgeldes oder Ansprüche wegen etwaiger nicht ordnungsmäßiger Lieferung ausgeschlossen.

nicht Wisse, in welchem Umfange Deutschland seine. Revarationsverpflichtung zu erfüllen ge­denke. Bekanntlich hat Lloyd George, der den französischen Verbündeten ungleich kritischer ge­genüberstand als Bonar Sato, seinerzeit der Pa­riser Regierung versprochen, der Sanktion?- und PfänderpolitA zuzustimmen, toemt Deutschland abermals bei der Erfüllung der Reparations- Verpflichtungen und zwar der nunmehr zu revidierenden und endgültig festzusetzenden in Rückstand gerate. England richtet nun an Deutschland die Aufforderung, Wer die in den nächsten Monaten tu zahlenden Repara- tionSsummen feste Ziffern zu nennen. Dieses englische Ansinnen an Deutschland ist nichts Anderes als die Aufforderung z-ur Selbst- einfchätzung auf dem Totenbette.

Es bedarf keines Beweises, daß Wir inmit­ten einer toertezerstörenden Mion größten Um­fangs überhaupt kein Angebot machen können. Wir wissen ja nicht einmal, was die Franzosen und Beglier am Ruhr und Rhein noch alles beschlagnahmen und stisiegen werden. Ein positives Anerbieten über Zahlungen und Leistungen kann deutscherseits erst dann erfol­gen, wenn das Ruhrgebiet geräumt und der dort angerichtete Schaden genau ermittelt und den Vertrags- und Friedensbre-

Jrembr Stnikbretver.

München» 26. Februar. (Privattclegramm.) Zum dritten Male in dieser Woche versuchte gestern ein größerer Trupp tschechischer Ar­beiter aus Innsbruck und der Schweiz in das

Strflörung in einem Sanörateomt

Bochum, 26. Februar. (Privattclegramm.) In Bochum Hausen die Franzosen in der fürch tcrlichsteu Weise. Dir französischen Soldaten drangen in das Landratsamt ein, das neben der Handelskammer liegt, erbrachen dort Schränke und Behälter und verübten eine Reihe von Zerstörungen, warfen das Akten- material in dem Zimmer herum und suchten nach Geld und Wertsachen. Den Landrat be­drohte man mit der Pistole, ebenso den Hausmei­ster. Als der Vertreter des Landrats bei dem Vertreter des französischen Zivilkommandanten Beschwerde über die Behandlung des Landrats- irmtes führte, war der Franzose sichtlich über­rascht. daß das Zerstönrngskommando (!) auch in das LaudratSamt eingedrungen war. Er teilte mit, daß der offizielle Befehl gegeben worden sei, die Handelskammer zu zerstören. (!) Er war ver­wundert darüber, zu hören, daß auch das Land- ratSomt von den Soldaten demoliert worden sei. Ausländische Pressevertreter, die die von den Franzosen verwüsteten Räume der Han­delskammer sich ansahen, erklärten, daß ihnen bislang Beispiele einer solchen Verwüstung noch nicht vor Augen gekommen seien. Hoffeut !ich werden die Pressevertreter nun auch Deran- lassung nehmen, in ihren heimischen Organen au? die Daten der französischen Kohorten hinzuweifc».

Vorgänge im RAhmebZet.

Französische Straßenränder.

(Privat-Telegramm.)

Essen, 26. Februar.

Die Frgnzofeu gehen nunmehr auch dazu über, Straßenbahnwagen anzuhal- ten und von den Fahrgästen Ausweise zu ver­langen, bezw. diejenigen zu verhaften, die großes Gepäck mit sich führen. So wurde gestern abend zwischen 10 und 11 Uhr ein Stra­ßenbahnwagen, der zwischen Essen und Reckling­hausen verkehrte, von einem französischen Kom­mando mit autgepflanztem Seitengewehr, das aus einem Offizier, einem Unteroffizier und zwet Mann bestand, augehalten. Tie Fahrgäste mut­ten ihr Gepäck vorzeigen und mehrere Herren und Damen, die großes Gepäck bei sich führten, wurden verhaftet und zur Wache gebracht. An der vorletzten Nackt wurde in Herne ein Arbei­ter, der 250 Mark bek sickpführic, von drei fran­zösischen Soldaten überfallen und ausgeraubt.

ch e r n vom 11. Januar in Rechnung gestellt ist. Die jetzt an Deutschland ergehende englische Au,- forderung zur Selbsteinschätzung scheint übrigens nicht frei von Hintergedanken zu fein, Rehmen wir irgend eine Summe, und bleiben wir dann was leider mehr ais wahrscheinlich ist aus irgend welchem Grunde auch nur um ein wenig hinter dem Maß der übernommenen Verpflichtungen zurück, so erhält England den Vorwand, den Franzosen und Belgiern in Mit- eleuropa vollkommen freie Hand zu lassen und mit dem Vorwand seine eigene Schwäche zu ver­decken. Tas englische Volk aber ist blind, es 'ieht nicht, wie es durch die Entwicklung bedroht wird. Die europäische Atmosphäre ist geladen. Sie wird erhitzt, geschürt durch die Konsequenz, mit der Frankreich seine Weltmacht- st e l l u n g, vor allem seine Stellung im euro­päischen Kontinent zu befestigen versucht. ES fehlt, tote man weiß nicht mehr viel, dann har Frankreich fein Ziel erreicht. Fällt ihm Italien zum Opfer, läßt sich Rußland durch Versprechun­gen verlocken, den Block, den Frankreich anstrebt, zu verstärken, dann wird England macht- l o 5, allein eine Seemacht werden, die in Eu­ropa sich den Wünschen des französischen Macht­hungers unterwerfen muß. N. P. K.

Beamten-unö AebeUerersatz.

Die Franzosen organisieren fich.

(Sigene Drahtmelduna.)

Paris, 26. Februar.

Das Kriegsministerium veröffentlich: heute dir amtliche Mitteilung, daß die Befug­nis erhalten habe, dem Kommandanten der Be­satzungstruppen für den Zweck neuer Organi­sationen der Post- und Trlegraphen- Verwaltung Beamte, HilfSbeamte und Arbeiter zur Verfügung zu stellen und diese Angestellten aus den Reihen der Freiwilligen zu nehmen, die sich zu dem genannten Dienst ver­pflichten. oder sie nach dem Vorschlag der Post- imd Telegraphenverwaltung einzuberufen. Die im besetzten Gebiet angestellten Post- und Tele- gravhenbeamten werden als Angestellte außer der Reihe bezeichnet und so behandelt, wie die zu militärischen Hebungen einberitfenen Soldaten. Ihre Löhnung beläuft fichaufTagesgehäl- t e r (!) von 37 Franken (51 800 Mark nach jetzi­gem Kurs) für die leitenden Direktoren und 16 Franken (22 400 Mark nach jetzigem Kurs) «Sr die übrigen Angestellten der Postverwaltun^.

Ein Leitartikel der .Berliner Börsenzeitung" besagt u. a.:Frankreich hat die Situation vor uns erfaßt, seine Propagandachargier- t c n stehn längst, die Sekundanten der alten englischen Morthelifse-Presse zur Seite anbanda­giert und fertig zum ersten scharfen Gang . . . Zn Essen sitzt Herr Bornaud, der fron» Zöstsche Pressechef, der zur Hülste Beauf­tragter Poinea-rös ist, zur Hülste Angestellter des (Somite des Forges. Er steht in engster Per' bmdung mit den im Ruhrgebiet weilenden Ver­tretern der ausländischen Presse und seine Geschicklichkeit in der Menschenbehandlung ermöglicht es ihm, feine Beziehungen zu inen ausländischen Journalisten kordial zu gestalten. In dem Giftkeffel seiner Propagandaküche dürf­ten auch die plumpen Lügen entstanden sein mit denen der Konunandeur der 47. Apachendivision den amerikanischen Berichterstattern ouftoartete."

Weiter schreibt imBerliner Tageblatt" Ge­neraldirektor Heinrich Brückmann m. a.:Letzten Endes ist das erbitterte Ringen an der Ruhr ein Kampf um die öffentliche Meinung im Aus­lände. Tie, französische Regierung delegierte flugs einen eigenen Pressechef nach Essen, um die Atmosphäre vorsichtig zu korrigieren. Herr Vornaup reimtet*-^ nach mir ^gegangenen Berichten mit Herren an und versuchte in regerer Konversation bei Mokka und Havanna Stim­mung für Frankreich zu machen. Un­sere Reichsregierung schickte erst einen, bann noch einen Vertreter dahin. Zwei Beamte des Aus­wärtigen Amtes oder richtiger der Presseabtei­lung, nm auch ihrerseits für Dufllärung zu sor­gen. Haben wir aber in Essen einen diploma­tischen Verbindungsmann, der ständig mit den fremden Herren auch in gesellschaftlichem Kon­takt steht und mit ihnen über die lokalen Ercig- nisse hinaus die gesmntpolitisckie Lage erörtert? Ist dorthin ein *

Gegen England. Franzostsche Kourinental-Pläne.

Auf der Schaukel der politischen Mochwertei- lung befindet sich gegenwärtig England unten, Frankreich oben. In Paris verlautet sogar, es seien Verhandlungen im Gange, einen Konti- n e nt al block unter Frankreichs Lei­tung gegen England zu schaffen. Und die Bemühungen gingen dahin, Italien zu be­wegen, sich den Wünschen Frankreichs unterzu­ordnen. Man wird auch in England, wo man von diesem französischen Bemühen anscheinend Kennwis erhalten hat, hellhörig, merkt endlich, was eigentlich der Hauptzweck der ganzen fran­zösischen Politik sein soll. Ob Italien auf die Lockungen Frankreichs eingeht, bleibt dahingc stellt. Denn auch ohne Italien hat bereits Frankreich eine Machtstellung, die es wagen kann England zu trotzen. Indessen ist anzunehmen, so wenig Sympathien auch in Italien für Frankreich liegen mögen, daß di< Regierung Mussolinis-sich»bereit erklärt, wenn die Vor­teile groß genug sind, sich in die Gefolgschaft der Franzosen zu begeben. Die politische Seite der Entwicklung deutet schon darauf hin, wie die Gefahr der europäischen Abhängigkeit von Frank reich wächst. Und man sollte in England achten, Frankreich rechtzeitig in die Arme zu fallen. Der Zeitpunkt dürfte nicht mehr weit fein, da sich Frankreich jede englische Einmischung verbitten wird. Und wenn heute noch in England Stim­men laut werden, daß das Herz Englands aus der Seite der Alliierten sei, so werden diese Stimmen doch eine wesentliche Aenderung er- f»»ren,-wenn off große scheu den Kontinentalmächten beginnt. Die wird dann akut, wenn die Ruhraktion ein Ein­greifen Englands fordert. Und dieser Zeitpunkt wird auf kurz oder lang, trotz aller Vorsicht Eng­lands eintreten.

Aber nicht allein die politische Seite ist zu beachten. Frankreich ist bemüht, auch nach wir: schastAchen Gesichtspunkten, England vom Kon­tingent y verdrängen. Es dürste noch bekannt sein, welche Spannung zwischen England und Frankreich auftrat, als nach der Konferenz von Genua, wo Frankreich sich gegen jeoes Paktieren mit Rußland aussprach, plötzlich sein Herz für Rußland entdeckte und PoinearS einen sei­ner untergebenen Mitarbeiter nach Rußland sandte, um dort zu sondieren, in welcher Weise es möglich wäre, einen Wirtschaftsvertrag zwi­schen Frankreich und Rußland zustande zu bringen. Damals schwebten gerade die eng­lisch-russischen Verhandlungen, die durch die Intrigen der Franzosen verschlagen wurden. Alle Bemühungen Englands, mit Rußland tu Handelsbeziehung zu kommen, scheiterten, weil Rußland französische Zusagen ausspielen konnte. Nun heißt es, und diese Meldung ist durchaus glaubwürdig, das im französischen Ministerrat wieder der Beschluß gefaßt wurde, die Ver­handlungen mit Rußland wieder aufzunetz- tnen. Mit anderen Worten, Frankreich will ver­suchen, mit Rußland enge Wirtschaftsbeziehun­gen zu knüpfen, es den Engländern unmöglich machen, sich in Rußland festzusetzen, die Englän­der cfli"o auch von diesem ansbeutungsbedürftl- gen Gebiet zu verdrängen. Und das Endziel ist dabei: Rußland zu bestimmen, mit in den Block einzutreten.

Angesichts dieser Verhältnisse scheint es klar zu fein, daß es nur die Schwäche Eng­lands ist, wenn man in London sich immer noch vor dem franzöUchen gewaltsamen Aufire ten beugt. England fühlt das Bedürfnis, feine höchst zweifelhafte Rolle in der Ruhr­frage dem Ausland verständlich zu machen. In der briti'chen Presse, war zu lesen, England habe sich bisher zur Intervention in der Rubrfragc nur deshalb nicht entschließen können, weil es

Mannheim bedroht?

Paris, 26. Februar. (Eigene Drahtmekdung.) Während man im französischen Krlegsmini - stcrium die bevorstehende Besetzung Mann­heims, von der ein schweizerisches Gerücht handelt, weder bestäfigt noch ableugnet, tritt der ...Jntransigeant" für seine Richtigkeit ein.

FrarrzSflsHr Gespenstergeschichten.

Eindeutscher StHfftanb".

Wie man in Paris mit allen Mitteln vek» sucht, Deutschland als Friedensstörer hinzustcl- len und dem unwissenden Volk eine deutsche Ge­fahr vorzureden, zeigt folgender Bericht: Im Echo de Paris" schreibt Marcel Lutin anläßlich der Rede Millerands, worin dieser von den Re­vancheabsichten Deutschlands spricht, folgendes: Ich muß gestehen, daß man in den französi^ scheu militärischen Kreisen (!) die Möglichkeit der Schaffung einer deutschen militärischen Or­ganisation über den Bestand der Reichswehr hinaus nicht ableugnet und daß man es für mög­lich hält. (!) daß die deutsche Regierung einen Aufstand an der Ruhr organisieren wird, um eine ausländische Intervention hcrbeizuführen.

Ruhrgehiet zu gelangen. Eine große Men. schenmenge verhinderte den Weiter­transport und erzwang die Rückbeförderung nach Salzburg. Auf dem Bahnhof hatten sich Hunderte von Personen eingeftinden, die gegen die Tschechen entschieden Stellung nahmen. Es hatte sich um Streikbrecher gehandelt, uu. ter denen sich zahlreiche polnische Metallar. beiter befanden, welche angaben, daß die fran. zöstsche Regierung ein Werbebüro eingerichtet hat, wo tschechische, slowenische und ungarische Arbeiter angcworben werden. Es sind zwei Transport: von derartigen Streikbrechern ange­worben worden, doch sind die deutsche» Eiscn- bahner sich einig, derartige Transporte anzu­halten und zurückzuleiten.

Weitere Besetzung.

Erweiterung der fvanzöfischcn Zollaufficht.

(Eigener Trahtbcricht.)

Paris, 26. Februar.

Aus Düsseldorf wird Pariser Blättern ge-

linken Rheinufer die Gebiete zwischen dem bis­her besetzte» Brückenköpfe, alfo das Gebiet von Königswinter zwischen Köln und Kolbenz und das Gebiet von Kaub, zwischen Koblenz und Mainz besetzt. Diese Maßnahme -tat den Zweck, die Eisenbahn, die aus dem linken Rheinufer Köln mit Mainz verbindet und die bisher aus besetztes und teilweise un­besetztes Gebiet führte, wodurch die Zollauff sicht schwierig, oder unmöglich wurde. In französische Hände zu bringen.

Propaganda tut net

Cin Teil der Gegenmaßnahme«.

Wir habe« wiederholt darauf hingewiesen, datz d:c «l-ichgiiltigksit im Ausland- gegen, «dec de« Vorgänge-- an der Sinh» auf die franzSsisü». englische ... ropaganda,die Deutsch­land verleumdet, zurUckz .fuhren ist. »aut geben wir folgende Presieftimmen wieder»

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