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Nummer 45

Fernsprecher 951 und 952

Freitag, 23. Februar 1923.

13. Jahrgang

Fernsprecher 951 und 952

Weitere Verwirrung im Ruhrgebiet

verständlich, daß diese Zumutungen abge

w i es c n

noch in später Stunde die zuständigen Polizeibe

Mei

irgend eine Konzession zu machen und sich unter die Befehle junger französischer Offiziere zu stel­len. Es ist selbstverständlich, daß die Polizeibe- amten ihre Ehre darin suchen müssen, an der

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hiesige Schupo-Abteilung mit vier Last­wagen und drei Personenautos über Aplerbeck nach Soest zu fahren. Sie wurde aber von den Franzosen eingeholt und die Wagen be­schlagnahmt. Der Führer der Gruppe, ein Hauptmann, wurde mit 15 Begleitmannschaften festgen »mmen. Der Hauptmann wurde ins Gefängnis, die Leute in eine Scheune gesteckt. Ein Schupo-Polizeioberst und ein Hauptmann begaben sich nach Aplerbeck, um die Freilassung der Gefangenen zu fordern. Beide wurden ebenfalls fe st genommen.

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dadurch, daß dir französischen Pläne der Aus­beutung von Ruhrgebiet unb Rheinland zu Reparationszwecken heute fast allgemein als ge­scheitert s»nd unausführbar gehalten werden. Vom 1. bis 15. Februar sind 850 E-isenbahnwagen mit Kohle und KokS au dem Mege nach Frankreich über die Grenze be Montzen und 500 Waggons nach Belgien gegan­gen. Ein Zug mit dreißig Kokswagen für die belgischen Hochöfen ist in Belgien eingetroffen. Tie Eisenbahnstrecke Köln-Herbesthal wird von belgischen Eisenbahnern bedient, deren Gesamt­zahl achthundert beträgt. Der Bürgermei­ster von Dorsten ist ausgewiesen wor­den. Die städtischen Beamten sind hierauf sofort in einen Protest st reik eingetreten.

Hörden Weisungen bekommen haben, unter leinen

*'"'1 den französtstyen Gewalthabern

Sie deutsche Abwehr.

Die Pottzeideamten an der Spitze« (Privat-Telegramm)

Berlin, 22. Februar.

Auf dem Berbandstage Der beiden preutzi- scheu Polizeibeamtenverbände in Berlin führte Minister Severtag aus: Man hat versucht,- gerade die Schutzpolizei in den letzten Ta­gen an der Ruhr zur Kapttulation zu bewegen. General Fournier in Essen hat mit Vertretern der Stadt und den übrigen Spitzen der Schutz­polizei verhandelt und die Schutzpolizei zu Nacht­wächtern herabzudrücken versucht. Es ist selbst-'

Srnadkungtz-Fürsorge.

Berlin, 22. Februar. (Privattelegramm.) Der ReichsernährungSminister teilt mit: Für daS alt- und neubesetzte Gebiet, mit Ausnahme des Saargebiets, sind von Preußen fünftausend Dop­pelzentner Zucker freigegeben worden. Tie Menge fall zur besseren Ernährung für Säuglinge, werdende und stillende Müt­ter und Kranke Dienen, um einen gewissen Ausgleich für die Mängel in der Milchversor­gung im besetzten Gebiet zu geben.

Durch die britische «Zone.

Am die französische Dahnfordernng.

(Eigene Drahtm-ldung.)

Köln, 22. Februar.

Aus London wird gemeldet: Bonar Law hat gestern im Unterhause erklärt. Die britische Re­gierung habe mit Der französischen Regierung eine Neuregelung der Grenzen im besetz­ten Gebiet getroffen. Die britische Regierung habe einfach an Frankreich einen Teil des Gebie­tes übertragen, der zwar England unterstand, in dem sich jedoch niemals britische Truppen beftrn- den hätten. Nach der Auffassung Bonar Laws enthält Der Versailler Vertrag keinerlei Ein­schränkungen über die Besetzung. Die Ver- hantckungen über Die Benutzung Der über Köln gehenden Eisenbahnlinien für französische Truppentransporte haben bisher zu kei­nem Ergebnis geführt. Wie man aus London erfährt, soll eine unbeschränkte Benutzung der Bahnlinien für Die genannten Strecken von Eng­land nicht zugestanden werden. Es könne sich nur um einen Zugverkehr handeln, der dem vor Be­ginn Der Besetzung herrschenden Bahnverkehr über Köln an Wichtigkeit nicht übertreffe.

Ein DtsOiuß 6er Eisenbahner.

Köln, 22. Februar. (Eigene Drahtmeldung.) Sine Versammlung Der Gewerkschaft deutscher Eisenbahner und Der Gewerkschaft Der technischen Eisenbahnbeamten faßte eine Entschließung, in der erklärt wurde:Aller Gewalt, allen Verhaf­tungen, Bestrasungen und Ausweisungen zum Trotz werden Die Eisenbahnangestellten ni e - mals unter fremder Militärgewalt Dienste tun. Die Eisenbahnbeamtenschast wird nicht die Abwehr einstellen, biS die fremden Truppen das Einbruchsgebiet geräumt haben. Die Fremden werden eine eiserne Abwehr finden.

Beamten und Kaufleute.

Herne. 22. Februar. (Privattelegramm.z Der Post- und T e l e g r a p h e n b e t r i e b in Dorsten ruht heute als Protest gegen die Aus­weisung des Bürgernleisters. In Herne sind gestern die französischen Plakate aus- gehängt worden, in denen allen Beamten, die sich in den Dienst der Franzosen stellen besonders gute Bezahluna versprochen, allen denen aber, die deutsche Beamte daran hindern, Bestrafung angcdroht wird. Bon den Geschäftsleuten war verlangt worden, diese Plakate auszuhängen, sonst würden die Geschäfte geschloffen werden. Heute sind in Herne alle Geschäfte geschlossen.

Heute sind wir wieder auf dem gleichen Standpunkt. Wieder hören wir von der Stimmung in Frankreich mancherlei Dinge wieder wird uns berichtet, daß sich im franzö­sischen Volke eine große Gegnerschaft gegen die Regierung und deren Ruhraktion zeigt. Sollen wirklüb auneb-nen. Me anderen werden früher mürbe als wir? Nein, wir haben ans der Vergangenheit zu lernen nnd uns ins Ge­dächtnis zll rufen, wie die Gegner, entkleidet von der Stimmimgsmache, während des Weltkrieges, sich tatsächlich verhielten. Eine rücksichts­lose Regierung hielt in Frankreich z. B. das Volk zusammen. Wo sich Gegnerschaft zeigte, wo sich Opposition breit machte, schritt die fran­zösische Regierung hart ein. Niemand wagte mehr, zu mucksen. Aber es mag auch in Frankreich die flaue Stimmung gegeben haben im Grunde wurde das französische Volk bis z« Ende von dem Willen beherrscht: Wir muffen siegen. Selbst Gegner der Regierung opponier­ten nur aus anderen Gründen, nicht weil sie die Front zermürben wollten. Nnd so wird es beute auch sein. Denken wir doch nicht, daß der Kam­merausschuß für Auswärtige Angelegenheiten Poincarö Schwierigkeiten bereiten werde. Lesen wir doch die französischen Stimmen der Oppo­sition. Gewiß, sie sagen dem Ministerpräsiden­ten die Wahrheit, halten ihm vor, daß er Frank­reich aufs Glatteis nnd in ein Abenteuer oefühtt habe, aber schließlich ist der Refrain aller Artikel doch: Mr müssen nun aber hinter der Regierung stehen und versuchen, aus Der Aktion etwas Gu-

dankbar begrüßt worden. Aber die besten Erlasse nützen nichts, wenn wir Frauen nicht sowohl in den Familien wie auch in allen andern Kreisen, in denen wir Einfluß Haden, mit größtem Nachdruck auf eine einfache, schlichte, sittlich einwandfreie Lebensweise halten, die dem inneren Wert unteres Volkes und dem schweren Ernst unseres Schicksal? angemessen ist. In jedem Einzelnen von uns muß das Bewußt- ein lebendig fein, daß wir in großen Zeiten, vast neuen Weltaestaltens leben und daß wir Alle gleicherweise verpflichtet sind, diesem Neuen, Werdenden Kern und Inhalt zu gehen.

Spitze der Abwehrbewegung zn ben und sich nicht degradieren zu lassen.

DieKriegsstimmung.

Etwas vom Dnrchhalte».

Im Weltkriege wurde uns immer wieder die Stimmung in den feindlichen Län­dern geschildert. Wir hörten von der Kriegs­müdigkeit, erfuhren, wie sehr sich die Völker, die uns Feind waren, nach dem Frieden sehnten, ließen uns berichten, welche Not auch in den Ländern, die mit uns im Kriege lagen, herrschte und wie schwierig es war, Ruhe und Ordnung aufrechtzuerhalten. Und wir zogen, gläubig, aus diesen Meldungen die Lehre: die Zeit arbei­tet für uns. Mr werden durchhalten, dann wer­den wir diesen Krieg gewinnen. Die Stimmung in den Ländern der Entente könne unmöglich noch einen langen Krieg tragen. Es kam anders, als wir uns es dachten: die Stimmung in den Ländern unfern Gegner mag schlecht gewesen sein, die Sehnsucht nach Frieden lebte überall, aber das Nationalbewußtsein ließ es denn doch nicht zu, daß sich die Pessimisten und Regio- rungs- wie Kriegsgegner durchsetztest. Man wußte auch in den feindlichen Ländern, daß Durchhalten ihre Rettung fei. Und sie hielten durch, derweil wir zusammenbrachen. Der Krieg wurde nicht mit der Waffe gegen uns entschie­den, sondern die Zeit hat für unsere Gegner ge­arbeitet.

tes zu machen, das Frankreich noch Vorteile bringen kann.

So denken auch die Gegner der Regierung in Frankreich und werden niemals eine Stimmung aufkommen lassen, die Frankreich zu einem sang- :md klanglosen Rückzug zwingen könnte, der böse Folgen für Frankreich hätte. Frankreich iveiß, daß sein Prestige erhalten wer­den muß, selbst der kleinste Rentner und Müßig­gänger glaubt an die Größe Frankreichs und Mat sich unter den Notwendigkeiten, ist national, stolz und zu Opfern bereit. Moder wird die Zeit angerufen. Von der einen Sekte, alfo von uns, und von der anderen Seite, also den Franzosen. Wer am längsten ausbält Wirb Sieger sein. Verlassen wir uns nicht auf die Schilderungen der französischen Opposition, die flaue Stimmung in Frankreich, sondern denken wir daran, daß wir lieber bei uns diese Stimmung nicht auffommen lassen, daß wir uns nicht zu große Hoffnungen auf das Ver­sagen des anderen machen Dürfen, Denn ent« täuschte Hoffnungen haben uns int Weltkriege mürbe gemacht. Sie können es jetzt wieder. Wir müssen uns auf einen langen und mühseligen Abwehrkamvf bereit machen, dürfen weder an die Einmischung anderer Länder denken, fondern müssen warten, bi? tatsächlich in Frankreich die Dinge sich fo entwickelt haben, bis die Regie­rung sieht: sie könne nicht weiter. Einmal, weil sie in der Welt jeden Kredit verloren hat, dann weil sie im Lande jede Unterstützung verlor, schließlich, weil sich die ganze Aktion als ein Fehlschlag herausstellte, der nach keiner Seite be­mäntelt worden kann.

Die Stimmung in Frankreich kann unS auch anders geschildert werden als sie tatsächlich ist. Weshalb sollten die Franzosen nicht zu dieser List greifen, um dem deutschen Volke Ent­täuschungen zu bereiten. Den Franzosen ist jedes Mittel heilig. Sie werden rücksichtslos alles wie im Kriege daran setzen, ihr Ziel zu erreichen. Richtiger vielleicht. Poincarö wird versuchen, sich aus der gefährlichen Klemme z» ziehen und des­halb vor keinem Mittel zurückschrecken. das ibm dienen kann. Er wird auch gegen die Opposition

An die Frauen.

Ihre Etellttug im Ernst der jetzigen Seit«

E« liegt nicht zuletzt in de» Land der de««-, scheu Frauen, da» ste den Widerstand ge gen fremde Unterdrückung durch ihre eie" r<> tische Kraft stärken. Wir geben daher folgenden «ppelk von Ilse La««l wieder«

Zu jeder Stunde sind unsere Herzen und Ge­danken jetzt bei unseren Brüdern und Schwestern in Rheinland und Westfalen. Der Feind im Land, im Lebenszentrum des Deutschen Reiches! Diesmal nicht auf Grund eines, wenn auch er­preßten und betrügerischen Frickrensvertrages, nein, nur auf Grund seiner mit den fadenschei­nigsten Vorwänden bemäntelten Raub- und

in Frankreich, wenn sie nur so gering ist, wie augenblicklich, rücksichtslos vorgehen und immer wieder an das Nationalbewußtsein seines Volkes appellieren. Keine Gelegenheit läßt Poincars heute vorübergehen, wo er nicht seine Stimme erhebt, um seinem Volke von bet deutschen Lüge und dem französischen Recht zu erzählen. Und schließlich ist dock noch Tatsache, daß weite Kreise in Frankreich immer noch glauben, die Politik der Regierung müsse Unter­stützung finden, weil fie in ihrer letzten Konse- guenz Frankreich mit einem aus Deutschland ge- holtm Milliardensegen überschütten wird. Umso mehr müssen wir uns dessen be­wußt werden, als die Franzosen ja die Stim­mung in Deutschland just ebenso sorgsam regi­strieren und wie im Weltkriege glauben, aus dieser, nach ihrer Meinung, sehr flauen Stim­mung, schließen zu können, daß Deutschland auf kurz oder lang zusammenbrechen müsse. Einmal hat die Zeit für sie gearbeitet, forgen wir jetzt dafür, daß die Zeit u n f e r Helfer wird.

Äm besetzten Gebiet.

Nutzlose französisch «belgische Bemühungen.

(Eigene Drabtmeldung.l

Düsseldorf, 22. Februar.

Aus Paris kommt sollende Nachricht: Bezetch- nend für die hier herrfchende Stimmung ist die Gleichgültigkeit, mit der jetzt Die Besprechungen des belgischen Ministerpräsidenten Thennis mit Poincars und den anderen ftanzösischen Leitern Der Ruhraktion erwartet werden.

DLmme gegen die Gefahr.

Dr. Luther im Lstastatischezi Verein.

Hamburg, 22. Februar. Im Curio-Hause fand am Dienstag übend ein vom Ostasiatischen Ver­ein veranstalteter, außerordentlich zahlreich be­suchter Ostasiatenabend statt, ans dem Reichs- ernährungsminister Dr. Lutber einen Vortrag über das Ruhrgeb.iet hielt. Dr. Sucher er- närte darin: Zur Bekämpfung von Sturmfluten

Der Stimmungsumschwung, Der durch DiefelL ... ... Gleichgültigkeit zum Ausdruck kommt, etkläre fuiu lMWndrn

Meter Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

Herrschgier. Man kann Wohl sagen, daß damit für Deutschland das neunte Kriegsjahr ange­brochen ist. Täglich kommen Nachrichten von den hautalsten Bedrückungen unseres wehrlosen Volkes durch die Franzosen Ausweisungen von Beamten ohne Abschied von Men Familien, Entziehung der wichtigsten Nah­rungsmittel, zum Beispiel der Milch. zugunsten der Besatzung, Räumung von Hunderten von Schulklassen, ja ganzer Krankenhäuser für Kaser-, nenzwecke, Erdrosselung des gefmnten Babnver- Mrs und dadurch schlimmste Hungersnot. Beam- iinnen wurden durch Franzosen mit der-, Reit­peitsche aus ihren Amtsräumen getrieben, An­griffe unerhörtester Art auf eine wehrlose Bevöl- U), mij, v-A-fc U ui UIU ny t u u u H «enmg müssen wir knirschend erleben. Daneben f;ns'nh aber sehen wir mit heißem Dank und bewegten

worden find und daß gestern abeul, We bewundernswerte, heldenhafte Hal- Jung der dortigen deutschen Bevölkerung. Ein in geschlossener Abwehr stehendes, zu zähem, un­erschütterlichem Widerstand entschlösse, n e s Volk! Zurückgestellt sind alle Gegensätze zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Ein Volk der Arbeit, einig vom Zechenbesitzer bis zum jüngsten und letzten Arbeiter führt, ohne Waffen, aber beseelt von Eisernem Willen, den Kampf um feine Freiheit!

Es ist, als sei der Bann stumpfen Geschehen« lassens auch von uns andern allen genommen. Ein Aufrauschen geht durch das ganze deutsche Volk, sein so lange gelähmter Mlle erwacht, sein Glauben an Befreiungsmöglichkeit, Zukunft und Aufstieg. Und nur, einzig und allein aufdie - sen Willen kommt es an! Wenn immer deutscher Wille in der Weltgeschichte seine wirk­liche, volle Macht entfaltete, konnte ihm nichts widerstehen! Diesen jungen Mllen unseres Vol­kes zu stärken, ihn zur Erhebung werden zu las­sen, dazu können und müssen wir Frauen das Beste tun! Heilige Flammen zu hüten und zu schüren, war von altersher Amt und Auf­gabe Der Frau. Einen Feind aber. Den wir mit­ten int Land haben, gilt es vor allem zu bekämp­fen: das sind alle die Kleinmütigen, Flaumachen­den. jedes Heldentum Verdächtigenden und vor ollem auch die, welche nm ein schnell errungenes Wobfleben zu bangen haben.

Da gilt es besonders auch für uns Frauen, die Lage klar und ernst und ohne Furcht vor der Wahrheit zw erfassen. Wir sind nur zu ge­neigt zu einem weichmütigen, auf nichts begrün­deten Versöhnunosglauben. Was haben uns denn unsere zahllosen Demütigungen, unser micheldmmner Verlaß auf die Gerechtigkeit des Auslandes geholfen? Wo blieb denn die Hilfe der .Internationale"? Andererseits kann man in der ausländischen Presse verfolgen, wie schon dieses erste Aufbäumen unseres deutschen Ab­wehrwillens uns Sympathien und Achtung, zum Beispiel auch bei den Eng­ländern, verschafft. Aber natürlich müssen wir uns auch ganz Har darüber sein, daß für die nächsten Monate die Sorgen, ja Not und Elend in jeder Gestalt bei uns immer noch zunehmen »erben. Die Befreiung eines Volkes aus so iirchtbarer Sklaverei, wie wir sie erbulden, kann eben mtr durch größte Opferwilligkeit gc- chehen. Deshalb ist der Erlaß des Reichskanz­lers gegen Schlemmerei, Lurus und öffentliche Lustbarkeiten auch gerade in Frauenkreifen so

Sn einer engen Zelle.

Essen, 22. Februar. (Privattelegramm.) Die vom französischen Militärgericht verurteil­ten Bürgermeister Dr. Schäfer und Syndikus Dr. G u y e n z find in Vcedency in einer engen Zelle untergebracht, die nur achtzehn Kubik­meter groß ist. Das Mindestmaß bei Zellen für Zuchthäuser beträgt in Deutschland fünfund­zwanzig Kubikmeter. Eine Delegation des deut­schen Roten Kreuzes wurde, trotz mehrmaliger Vorstellungen bei Dem Gemeral Fournier, nicht zu einem Besuch bei der^Gefangenen vorgelassen.

Der geftvrle Verkehr.

Effen, 22. Februar. (Privattelegramm.) Die BerkehrSlage ist im allgemeinen unverän- dort. An Den Kontrollposten müssen Die Lok o motiven ausgewechselt werDen. In Hengstey verkehrt ietzt ein Postzug in beiDcn Milchkannen. Die Verkehrslage im Kölner- Milchzug, umgekehrt ein Zug mit leeren Melchkannen. Die BerkehrSlage im Kölner itnb Elberfelder Bezirk wird allmäwich flüssiger. Die Sperre für Köln-Kalk gestern zum Teil nufqeTiobcn. Der Personenverkehr mit Köln Meerlahnstein geht jetzt bis Riidesheim.

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DiryefSvrNcht" Tell-Aufführung.

Bochum, 22. Februar. (Privattelegramm.) Die für gestern angefetzte erstmalige Aufführung von SchillersTell" wurde von Den Franzo­sen dadurch verhindert, daß unmittelbar vor Beginn der Borstcllmm Truppen in Das Theater Drangen unD Das Publikum zum Verlas, fen deS Hauses zwangen. Das Publikum räumte Das Haus unter dem Gesang patriotischer LieDer.

25er5afhing von Voffreidenmlen.

Dortmund, 22. Februar. (Privat-Tele- gramm.) In der vergangenen Nacht versuchte eine