nfl
Kasseler Abendzeitung
13. Jahrgang
Fernsprecher 951 und 952
Mittwoch, 21. Februar 1923
Nummer 43
Fernsprecher 951 und 952
Ser Boykott gegen die Unterdriilker
Französische BiebrÄveuie.
nramm.
Lm besetzten Baben
Unsichere Gisendahnsahrten.
meten Betrieb
A
i.
abends durch die Innenstadt geht, wird mit dem Ruse „Hände hoch" zum Stehenbleiben gezwungen und in rücksichtslosester Weise durchsucht. Der Straßenraub wird von den Franzosen tvriter ganz offen betrieben. Wer mit einer Handtasche oder Aktenmappe versehen ist, der mutz gewärtig sein, daß deren Inhalt auf Geld untersucht wird. Große Geldbeträge wurden auf diese Weise erbeutet. - Die Ber- kehrslage ist im allgemeinen unverändert, ebenso die Blockade. Die Lebensmittelzufuhr ist ungehindert. Kohlenzüge nach Italien und der Schweiz werden nur durchgelassen, wenn italienisches oder schweizerisches Begleitpersonal vorhanden ist. — Aus Dortmund wird berichtet: Bei der allgemeinen Beschlagnahme von Geldbeträgen ist auch ein Teil der Ruhrspende, darunter ausländische Devisen, den franzäflschen Soldaten in die Hände gefallen.
$U Kasseler Neuesten Nachrichten erscheinen wöchentlich sechsmal unv zwar ab end«. Der AbonnementSprelS beträgt monatlich 1300.— Mark bei freier Zustellung ins Haus in der Geschäftsstelle abgeholt 1270.- Mark monatlich. Auswärts durch die Post bezogen ISlO.-Mark monatlich einschl Zustellung. Bestellungen werden jederzeit entgegengenommen. Druckerei, «erlag und Redaktion . Schlachthofftraße 2LM. Für unoerlangt eingesandte Beiträge kann die Redaktion eine Berantwortung oder Gewähr in keinem Satte übernehmen. Rückzahlung des Bezugsgeldes oder Ansprüche wegen etwaiger nicht ordnungsmäßiger Lieferung ausgeschlossen.
und Müller nach Gengenbach verlegt worden. Dort hat Oberamtmann Schwörrr die Dienstgeschäfte wieder übernommen. Der Gemeinderat und die Geistlichkeit von Gengenbach aberbrachten dem Oberamtmann Schwörer die Grütze der
tcrzug-ben. Er ist nach Wesel gebracht worden. Die Vorstände der Reichs-, Staats- und Kommu- nal-Behörden haben folgenden Beschluß gefaßt, der General Dcgoutte zugestellt werden soll:
in Offenburg wurde von den Franzosen verhaftet, weil er sich geweiKrt hatte, die ge- roibnWe Zahl Zellen im Gefängnis abzutreten. Dr- Heust wurde auLqewirsen und mittels Auto weggrfchafst. Bei Renchen wurde er abgesetzt.
front lockern wollten, was einem Ber rat am Vaterlands gleichläme.
die jetzt gezahlt wer« erneut erhöht worden,
sich geweigert hatte, eine Bekanntmachung des Besatzungskommandeurs an die Zeitungen wei-
Voll Stolz und Hochachtung sehen roh «ls die Männer die fiit Rockst und Pflicht schwere Opfer bringen. Ihr Unglück ist auch das unsrige. Gleichwohl bleibt es die Pflicht Aller, selbst unter schweren Umständen, auch weiterhin sich nicht zu Ausschreitung— Anreißen zu lassen."
Bevölkerung Tas Amtsgebäude Offenburg wird ilvch immer von den Franzosen besetzt gehalten. Amtsman Pater wurde ebenfalls a u s g e ro i - sen Er befindet sich im nnbesetztne badischen Gebiet. — Ein französischer Befehl verbietet vom Dienstag mittag ab den Kraftwagen Ver- lchr nachts und den Verkehr von Automobilen mit mehr als vier Personen. Damit wird dieser Verkehr unmöglich. — Amtsrichter Dr. Heutz
Frankreichs Abenteuer.
Sie Finauzrerung der Koste«.
(Eigene Drahtmeldung.)
Paris, 20. Februar.
Man erwartet in 8er Kammer einen Antrag
wieder zu senken, als einen steigenden Kurs durch Gegenwirkungen aufzuhaltcn. Die Hauptsache aber ist, daß mit dem nicht gehinderten Sterzen des Dollars doch die T e u e -
Transport. Hatte die Regierung die Absicht, mit der Dollarsenkung das Leben des deutschen
Proteste im Ruhrgebiet.
Sin Beschluß der deutschen Beamte«.
(Eigene Drabttnelduna.l
Düsseldorf, 20. Februar.
Oberbürgermeister Köttgeu ist ver-
Arbeitnehmcrn und Arbeitgebern und deren Organisationen in Verbindung getreten. Eine ganze Anzahl Gewerkschaften, auch Beamten- und Angestellten-Gewerkschaften, haben sich itn Prinzip einverstanden erklärt, Beiträge zu leisten, um die Erwerbslosen produktiv zu unterstützen. Auch die Metall-Industriellen erklärten sich bereit, eine sogenannte Notstands- aktion zu stützen. Nur die positive Antwort des Allgemeinen Arbeitgeber-Verbandes steht noch aus. Der Stadtrat hasst, daß im Interesse der Ruhe und des Friedens in Kassel bald eine zusagende Antwort erfolgt, so daß aus allgemeinen Mitteln der Arbeitgeber und -nehmer, des Staates und der städtischen Körperschaften mit Notstandsarbeiten und produktiver Erwerbs- losenMrsorge begonnen werden kann. Stadtv. Haupt hatte vorher noch bemerkt, daß die R u h r b e s e tz u n g eine gesteigerte Arbeitoloiig- leit befürchten läßt und daß bei der Sorge für die direkt Beteiligten im Ruhrgebiet nicht die Sorge um die indirekt Beteiligten hier in Kassel vergei- ’en werden darf. Nach der Erklärung des Ma- gifttats wurden die angeforderten acht und zwanzig Millionen einstimmig bswilligt.
Gegen die Einbrecher.
Wirksame Ausdehnung des Boykotts.
(Eigene Drahttneldung.)
München, 20. Februar.
Dollar und Vrelst.
Sine schwierige Entwicklung.
Gewiß ist es zu begrüßens wenn die Regierung sich entschloß, den Abwehrkampf noch dadurch zu erhöhen, daß sie vorhandene Devisen benutzte, um die Markwührung zu verbessern. Man wies darauf hin, daß eigentlich der richtige Zeitpuntt verfehlt gewesen wäre, weil die Regierung früher auf den Plan hätte treten müssen und nicht erst abwarten dürste, bis der Dollar auf fast 50000 stand. Die Regierung sucht sich zu rechtfertigen, sie hätte auf andere günstige Momente warten müssen, die ihre Mtton_erleich° terten. So wird darauf hingewicsen, daß augen-
Düsseldorf, 20. Februar. (Privat-Tele- gramm.) Aus Mainz wird gemeldet, daß eine von den Franzosen abgehaltene Holzver-
Unter der seindlichrn Knute.
Weitere Beschlagnahme und Räuberet.
(Eigener Drahtbericht.)
Gelsenkirchen, 20. Februar.
Die Lage ist hier unverändert. Die Franzosen halten die Innenstadt und den Bahnhof 6 e - setzt n»d haben jetzt außerdem die Post, das Amtsgericht, das Oberlyzeum, das Realgymnasium, eine Volksschule und eine Reil>e von Zivilgebäuden beschlagnahmt. Wer nach sieben Uhr
Droitfl ter Studenten.
Iena, 20. Februar. (Privattelegramm.) Ein Gastwirt hatte dieser Tage einige Franzose» beherbergt. Darauf zwangen die Studenten den Wirt, die Franzosen hinauszuweisen.
„Die Ausweisung des Regierungspräsidenten Grützner und die Verhaftung des Oberbürgermeisters Röttgen haben in Stadt- und Landbezirk Düsseldorf ungeheuere Erregung hervorgeru- fcn. Die Vorstände der Reichs-, Staats- und Kommunalbehörden Düsseldorfs legen einmütig und eindringlich V e r w a h r u n g ein. Die Verhaftungen und Ausweisungen mehren sich. Nichts kann deutsche Beamte wankrnd machen in ihrem Festhalten der Treue zmn deutschen Reiche und zum deutschen Volke."
GtrsiunLnadme der Äustizdeamien.
E s s e n, 20. Februar. (Eigene Drahtmeldung.) Die Essener Justizbeamten versammelten sich gestern zu einer Vollsitzung im Justizgebäude, um zu dem Bredeneyer Kriegsgerichts-Urteile Stellung zu nehmen. Es nahmen sämtliche Richter. Staatsanwälte, die Beamten- und Angestelltenschaft »nd Rechtsanwälte des Land- und Amtsgerichts teil. Es wurde einstimmig folgender Protest angenommen: „Das franzö- ische Kriegsgericht in Effen-Bredeney hat in den letzten Tagen deutsche Beamte, Bürger und Arbeiter, darunter den stellvertretenden Bürgermeister, zu harten ®trafen verurteilt. Die Verurteilten haben nichts anderes getan, als daß sie genau die Anweisungen und Beschlüsse ihrer vorgesetzten Behörden befolgten. Wir erblicken in diesem rechtlosen Spruch eine neue Gev»altmatz-
Sttferttonepretfe: a) Einheimische Aufträge: Die einspaltige Anzeigenzetle M. 10ch ,Fami. liennachrichteu,die Zelle M.60 —, die einspalllge Reklamezelle W. 400.-. b)'KttSmarttat'Aufträge: Die einspaltige Anzeigenzetle M. 103.-, die einspaltige Rellainezeile ®-<00-.»W etli schlleftlich Leuermtg«,«schlag und Änz-tg-nft-u-r. ffür Anzeigen mU besonder« schwierigem Satt hundert Prozent Ausschlag. Für die Richtigkeit aller durch gerasprecher ausgegevenen An- ,einen lowie sürAufnahmedaten und Plätze kann eine Bewähr nicht übernommen werden. Packerei: Schlachthosstraße 2H/30. Deschäftrftell-: Kölnische Strafte ä. Telephon Nr. itot und
Wir die Evwerbslosen-Unterstützung waren achtundzwanzig Millionen Mark zu bewilligen. Ob diese Summe ausreicht, so sagte der Stadtv. Hauschildt (Soz.) bei der Begründung der Vorlage, steht noch dahin. Wahrscheinlich nicht. Bekanntlich sind die Sätze, die jetzt gezahlt werden, in der letzten WocA erneut erhöht worden, so daß später noch Nachforderungen kommen müssen. Stadtv. Haupt (Soz.) warf die Frage auf, wie lange noch put derartigen unproduktiven Ausgaben gearbeitet werden kann, wenn die Arbeitslosigkeit weitere Fortschritte macht- Zu bedenken ist, daß nur ein ganz kleiner Teil der Arbeitslosen in den Genuß dieser Unterstützung kommt. Der größte Teil mutz sich kümmerlich durchschlagen und zusehen, wie er ohne Unterstützung sein Leben fristen kann. Die Zahl der Arbeitslosen in Kassel betrug in der letzten Woche 2377; von diesen erhalten nur 693 die Unterstützung; also müssen sich zwei Drittel ohne Un- terstützung.abfinden. Man kann sich leicht ausmalen, welche Entbehrung sich diese Unterstüt- zungslosen auferlegen müssen. Die Frage des Redner, ob die Tätigkeit des Arbeitsamtes sich lediglich auf die Registrierung und Arbeitslosen und die Auszahlung der Unterstützung beschränkt, welche der Maßnahmen, die der Magisttat im Dezember in vertraulicher Sitzung angekündigt hat, verchirMckt !so( den sind, und welche Rot-
Arbeitslosigkeit.
L ie Vorbcrsitur g eiarr Notstand S-Aktion.
Die gestrige Siadtvcrordne'en-Versammlrrmg . fiierte zu einer bemerlenäweiten Betrachtung
der Arveitslostnkrit in staffel und bet vsmMa- gistrat in Duäficht genommenen Maßnahme«.
r u n g überhand nahm. Man ist es in Deutschland gewöhnt, die Preise sprunghaft hiiiaufzu- setzen und richtet sich genau nach den Bewegun- gen des Dollars schoben Nicht nur btt den c{ncr Versammlung der auf der Leipziger Einfuhrartikeln gilt dreies, sondern auch ber, »usstellenden Firmen die in den ohne jede Auslandrohstoffe produzierten Le- MAw t h L „atiu.
bensmitteln. Man durste also nicht überrascht München stattfand, wurde erfiort daß die r.atio- feilt, daß die Preise sich dem Toll ar stände vonInalc Würde jedem deutschen Kaufmann verbie- 50 000 anzupassen versuchten. Jedenfalls wäre [ton müßte, irgend einen Geschäftsverkehr mit
blicklich in Amerika deutsche Mark zur Mfin- .
düng des deutschen Eigentums aufgefa.ift wer- gen. Wer Fehler gemacht hat, das muß sich erst den. Gewiß mag diese Berechnung richtig ge- offenbaren. Jemand in der Regiermtg «ruß doch "wesen fein, aber selbst ein Laie wird empfinden, diese Polittk verantworten, die sich, je länger sie daß mehr dazu gehört, einen Kurs von 50 000, getrieben wird, als schwierig herausstellt. Hg.
Kasseler Neueste Nachrichten
Hessische Abendzeitung
Dolles zu erleichtern, so ist ihr das nicht geglückt, weil sie nicht gründlich durchgegangen ist. Dann hätte sie gleichzeitig rigoros auch den Preisabbau befehlen müssen, aber auch nicht vergessen dürfen, alles aus dem Wege zu räumen, was das Festhalten an den Preisen scheinbar rechtfertigt. Sie hätte von der Erhöhung der Kohlenpreise und der Bahnfrachten absehen müssen. Dann wäre ganz« Arbeit gemacht. Mehr aber hätte die Regierung erreicht, wenn sie sich sofort gegen den Dollaraufstieg gewandt, wenn sie daneben aber auch abgesehen und vielleicht Mittel zur Verfügung gestellt hätte, die Frachten zu verbilligen und die Kohlenpreise herabzusetzen. Das sind die Eindrücke, die sich jetzt joi«
trommen hat, etwlESÜ® L-rädtr»..^ SSr« g (Soz.) im Namen des Magistrats. Er stellte fest, daß die verschiedensten Anregungen vom Arbeits- amt ansgegangen sind, daß mancherlei Pläne an der Finanzfrage gescheitert sind und daß dte Stadt in Verhandlungen mit benachbarten Behörden steht, so bezüglich der Fuldaarbei- t e n. Für den Bau des Kraftwerks -Freienhagen soll zwischen Freienhagen und Waldau eine Straße gebaut werden, aber ... die Vorarbeiten sind abgeschlossen, doch die Biittel noch nicht be- r eite Rollt. Nunmehr ist die Stadt mit
Zugunfälle durch die Franzosen.
Von zuständiger Stelle wird mitgeteilt: Frass« zosen und Belgier versuchen mit allen nur möglichen Mitteln, die Bevölkerung zü bewegen, auf d-m von ihnen in Betrieb genommenen Etfen- bahnstrecken und den von ihrem Personal gesuhlten Zügen Reisen zu unternehmen. Vor solchen Reisen kann nicht ost und nicht eindringlich genug gewarnt werden. Ist es schon Pflicht jedes Deutschen, in die geschlossene Abwehrfront keine Bresche zu legen dadurch, daß den Franzo- sne und Belgiorn solche Versuche gelingen, so be- deuttt eine Fahrt auf solchen militarisierten Strecken für jeden Reisenden eine Gefahr, deren Schwere manchem erst bekannt werden mag, wenn ihm ein Unglücksfall zugestoßen ist. Die Oeffentlichkeit ist ausreichend darüber unterrichtet, daß die Franzosen und Belgier mit den für jeden geordneten Bettieb erforderlichen deutfcken Si-berbeitseinrichttingen nicht vertraut sind. Es ist auch ausgeschlossen, daß sie in absehbarer Zeit einen geordneten Betrieb zu führen imstande fein werden. DaS ist Fran- »ofen und Belgiern inzwischen selbst klar geworden. Um die Bevölkerung glauben zu machen, sie feien in der Laae, den deutschen Eizenbabn- betrieb selbst zu fübren, versuchen sie zwar, Zuge aus militarisierten Strecken zu fahren.
Dieser wilde Betrieb geht jedock ohne Beach t» n g d e r Signale, meist unter Abbm-
- ™ v— -iS). 3 u i a m -
Preise durchzusetzen, wenn die Regierung den |solange die rechtswidrige xserge».uUiuu.;s 6ca Aufstieg des Dollars verhindert hätte,» besetzten Gebietes andaure. — Der in Berlin wei-
1 Heute haben wir das Bild: Durch eine große bayrische Ministerpräsident Dr. Abgabe von Auslanddevisen, wohl auch unter- «nißinn f.flt yor feiner Abrttsc am Sonnabend stützt durch andere günstige Momentt, ist bet hroutkänwfer - Verein „Stahlhelm^
Dollarkurs bis 20 000 Mark herabgedrückt. Das wortti er die
ürint mit anderen Motten der Dollar hat UN Ieine polittschr Ansprache geijairen, morilt er oiv Laufe einer Woche beinahe'Zwei drittel an Frage aufwarf, wo die während des WenkrlegeL Wert verloren. Folgerichtig müßten nun die gegen uns aufgerufene Empörung der Wett jetzt Preise im Inlands automatisch um Zweidrit-1'rcffenüber dem französischen Rechtsbruch bliebe? tel herabgehen. Freilich, sie st e i g e n s ch n c l l, i Bedauern stellte er fest, daß sich schon wieder sie bewegen sich aber nur langsam a"’|(Zemente geltend machen, die die Abwchr- w ä r t s und der Endeflett ist bisher immer noch ~
gewesen, daß im Vergleich mit anderen Zeiten, die ähnliche Markwährung zeigten, sich sttts ein ivesentlich herausgeschraubtes Preisniveau zeigte. Etwas haben die Preise nachgelassen, aber nickt Zweidrittel, wie der Dollar, sondern nach neueren Feststellungen ein Zehntel vorn höchsten Stande, Wenn dis. Regierung die Mit- vv<i mvu „_u._........ . . .
tel in Händen hatte, die Mafkvährung zu ver-!^eigcrun g in der Pfalz keinen Erfolg hatte, bessern, so hätte sie früher einschreiten muffen,|b(t fejn Gebot abgegeben wurde.
nicht erst die Möglichkttt durch den Dollarstand bieten lassen, die Prttse so erorbitant hinauizu- setzen, daß jeder Abbau immer nock letzten Endes einen hohen Stand hinterläßt. Aber die Regierung ist mich verantwortlich für -die Kosten dieser Politik, denn es ist selbstverständlich unmöglich, die Gehälter herabzusetzen, sie wird sich, obwohl sie so viel zur Verbesserung unzerrr Währung getan hat, sogar entschließen müssen, bedeutend größere Ausgaben zu machen. Tenn . _
die Beamten können sich nicht nach dem Dollar- ^xkehrsekuschrSnkung «nd Ausweisungen, stände richten, sondern müssen ihr Einkommen (Eigener Drahtbericht.)
^^E^könnw"man"annehmen, daß in Handel Karlsruhe, ^
urtb Industrie viel Wucher getrieben werde,, Das Bezirksamt Offenburg ist wegen denn^der Laie wird fagen. anders fei diese per Ausweifung des Oberamtmanns Schwo- PrttSpolitik nicht verständlich. Das mag in ein- rer und der Verhaftung der Amtmänner Meier zelneu Fällen zutreflen. Aber im Durchschnitt'"-^ «"«•«»- mnrhtn
ist die Sache ander- zu sehen. Wenn man auch nicht annehmen kann, daß gerade an dem Tage, da der höchste Dollarfimid verzeichnet wurde, die meisten Einkäufe gemacht wurden, fo ist doch unz-wttselhaft, daß auch an den Tagen, da der D o klar stand außerordentlich h ocy war, Rohmaterialien beschafft wurden und der Handel Absatz hatte. Jeder der nun teuer ttugeVauft hat. will selbstverständlich nicht die Kosten einer Dollarsenkung tragen, so, weil viele sich toebren, hält die ganze Front des Handels stand und versucht, nicht zu Schaden zu kommen. Ter Dollar^all kam zu überraschend, er störte jede Kalkufation. Wenn man heute auch nickt gerade davon reden kann, daß noch genau kalkuliert wird, so muß man dieses Moment dennock anziehen. Der Kaufmann rechnet mit der Tatsache, er setze z'i. wenn er unter den Ein« kausspreis gebt. Und das will er vermelden. Entweder hätte demnach die Regierung das An- sckwellen des Dollars vermeiden sollen, oder sie hätte den Abbau langsam vornehmen müssen. Dem Volke gibt sie mit dem schnellen Abbau, wie angeführt, dock herzlich wenig. Es erbeben sich mit Reckt Stimmen gegen die Regierung. die diese Polittk verwerfen. _ _
Schließlick aber kommt noch ein andere- Mo-astet und ausgewiesen worden, weil er ment hinzu, der den Handel für berechtigt hält, den einmal erreichten höchsten Preisstand fest- zuhalten. Meder sind neue Gütertarife, Tarife, die den Transport um hundert Prozer j verteuern, durchgeMhrt. Meder Rnb die K o h- (e n h r "c t f <• erhöht worden. Die Industrie ir-cifftraf beides hin, der Handel auf den teueren
des französifchen Ministeriums zwecks Erlangung von Krediten für die Ruhr-Aktion. Die Kredite fallen in drei Gruppen zerfallen: 1. für die Zivilausgaben. 2. für militärifche Zwecke, 3. für die Eifenbahnen. Zu dem ersten Puntt sollen fünf Millionen Francs bestimmt werden, die man mirch die Einnahmen im Ruhrgebiet zu decken beabsichttgt. Für militärische Zwecke werden für Januar und Februar fünfzig Millionen Francs bezw. nach Abzug der im Budget bereits vorgesehenen sünszehn Millionen noch «eitere fünfunddreißig Millionen gefordert. Diese Ausgaben werden sich monatlich erneuern und eine regelmäßige Position im Staatshaushalt bilden. Für die Eisen bah ne« werden sechzig Millionen verlangt wer- ..............
den. Diese Summ- soll für die ganze Dauer jdung ber, Weichensiratzen, iiffl. der Ruhrbesetzung ausreichend sein- m e n st ö ß e, Entgleisungen,