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Armzosen toben gegen die Ruhrbevölkerung

ganzen Mion zusamuMtarbeittu.

J. B.

an, und in

ritte Witwe, wurden mit der Waffe bedroht und mißhandelt. Auch sonstige UrbrrfSlie sind am Niederrhein- wieder zahlreich. Miß­handlungen harmloser Passanten, auf die geschossen wird, sind an der Tagesordnung.

ältere städtische Kultur

sein Stadtbild, in Handel und Wan»

Vor dem Kriegsgericht. Neue Dreurteilunsen zu GefSuguis,

für di« dann einzuleitenden Maßnahmen vor­handen sind. Daß schon die jetzige Mtion, wie überhaupt die Sanierung unserer Wirtschaft auch sehr erheblich« Schwierigkeiten mit sich bringen, ist ganz selbstverständlich. Aber auch diese Epoche mutz überwunden werden, denn über allem und über dem Interesse Einzel­ner steht das Intereffe von Volk und Wirtschaft. Gegenüber Gerüchten, die in diesen Tagen aufge. treten sind, wird betont, daß Reichsbank und Reichsrezicrung vollkommen cinmitrig bei dieser

die Sanierung der Wirtschaft und Finanz ge»Obcrtelcgraphcnjnfpektor Hamel, kommen ist, sofort die notwendigen E:unolae.e".jTic Anklage lautete aus Spionage begangen

durch Weitergabe eines MilftärtelegrammS an die vorgesetzte deutsche Behörde. Das Urteil lautete gegen ersteren auf drei Monate Ge­fängnis und gegen Hamel auf vierzehn Ta­ge Gefängnis. Bei beiden wird die Untersu­chungshaft angrrechnet. Die Strafe muß ahne Aufschub angetreten werden. Gegen Frosch war lebenslängliches Zuchthaus beantragt gewesen. — Das französische Kriegsgericht in Bredencq bei Esten verurteilte den Geschäftsführer des Essener Verbandes dies Einzelhandels, Dr. Guyenz, zu zwei Jahren Gefängnis und acht Millionen Mark Geldstrafe, weil er ein Rundschreiben unterzeichnet hatte, in welchem die Kaufmannschaft der Stadt anfgefor- dert wurde, im Interesse der öffentlichen Ernäh­rung an die Bcfatzungötruppcn nichts abzugeben.

LebrrfSfle auf Frauen und MüSOen.

Düsseldorf, 19. Februar. (Privat-Tele- gramm.t Bom linken Niederrhein werden erneut Ueberfälle auf deutsche Frauen und Mädchen gemeldet. Nachdem es seit langem von sranzösischen Aebersällen still geworden war.

VauisuÄung und FessuaHm».

Gelsenkirchen. 19. Februar. (Eigene Drabtmeldung.l Im Laufe des SotiMags haben die Franzosen sich an die politischen Par­teien herangemacht. Nachdem am Vormsttag l>eim Vorsitzenden der Deutschen VoWpmtei, Rektor Weber, eine Haussuchung vorgenom- men worden war, totirbe der Vorsitzende der Zentrnmspartei, Awtsgerichtsrat Günther, v e r - haftet und am Sonntag nachmittag erfolgte eine mit starken Kräften inszenierte Haus­suchung beim Geschäftsführer der Deutschen Bokkspartek, Renz. Die Haussuchung erstreckte sich auch auf das gesamte vorliegende schriftliche Ma­terial, von dem einige Bücher bezw. Flugblätter mitaenommen wurden. Auch ein Seitengewehr und ein Dolch, Eigentum und Crinnerrmgen aus der KrieMeit, wurden mitgenommen.

Als Geiseln verhaftet.

Dslseurircheu soll hundert Millionen zahle» - (Eigene Drahtmeldung.)

(Eigene Drahtmeldiing.l

Düsseldorf, 19. Februar.

Das französische Kriegsgericht in Mainz verhandelte in nichtoffizieller Sitzung gegen den Oberpostdirektor Frosch und gegen den

lam Wsfrl schon im 13. Jahrhundert an di« Grafen vcm Kleve, die es im Jahre 1241 zur Stadt erhoben. 1368 fiel Wefel vorübergehend an' den Grasen Engelbert III. von der Mark und nach dessen Tod 1391 wieder an Kleve zu­rück. Aber auf Grund alter Privilegien galt Wesel trotzdem noch im 16. Jahrhundert als Reichsstadt; es gehörte auch der Hansa an und genoß damals als Handelsstadt große Bedeu­tung. Berühmt waren seine Tuchwebereien, die von eingewanderten Wallonen begründet waren; es war auch ein wichtiger Stapelplatz für die Den Rhein herunterkommenden Holz- und Stein- srachten. Wefel war zu jener Zeit reicher und größer als die Laude Am utztstadt Kleve selbst. Aber im Laufe des 17. Jahrhunderts geriet c5 in die KriegAvirüen, und im Jülich Klroischo::

Schaffe auf Frauen und Kinder.

Bochum, 19. Februar. (Privattelegramm.) Auf der zur Deutsch-Luxemburgischen Bergwerks- und Hütten-A.-G. gehörenden Zeche Prinzregent erschienen fünf Franzosen, um Holz zu be­schlagnahmen. Sic beluden einen Waggon, der aber von der Belegschaft nicht hcrauSgekasten wurde. Die Bergleute verhinderten die Ausfahrt, indem sie das Tor des Zechen- platzes Messen. Die Franzosen entfernten sich, kehrten aber bald darauf mit Verstärkung zurück und feuerten blindlings durch das verschlossene Tor. Dabei wurde ein sünfzehnjäh- üger Junge namens Sieghart so schwer ver­letzt, daß er kurz nach seiner Einlieferung in das Krankenhaus starb. Der Arbeiter Schulz erhielt einen Streifschuß am Hals.

Essen, 19. Februar. Ans Sprockhövel wird gemeldet, daß ein Franzose auf eine Frau schoß irnd sie schwer verletzte. Die Bedau­ernswerte wurde ins Krankenhaus gebracht.

RritpriNGe und Qistvie.

Krefeld, 19. Februar. (Privattelegramm.) In Krefeld haben fünf Fliegeroffiziere nach Feierabend die Tür eines Weinrestau- rants ei «geschlagen und verlangten un­ter Hinweis auf ihre Rertpettschen, daß das Lokal wieder beleuchtet und ihnen Getränke verabreicht würden. Sie beleidigten und belästigten alsdann in ordinärster Weise die Kassiererin, so daß sie auS dem Lokal flüchtete. Hierauf m i si h a n d e l - t e n die Offiziere den W i r t mit der Reitpeitsche. Einer der Offiziere zog einen Revolver, setzte einen neuen Streifen ein und nahm sich die elek­trischen Birnen zum Ziel. Als der Wirt nun­mehr eine Bemerkung machte, sich beim Komman­danten zu b^chweren, erhielt er eine Ohrfeige.

KölG, 19. Februar. Dieser Tage wurde ge­gen 10% Uhr abends auf dem Gymnicher Weg in Aachen der Schaffner Filles erschossen.

werden fetzt gleich vier Fälle aus einmal aus [ reiner einzigen Bürgermeisterei gemeldet. Die Ueberfaüencn, darunter eine zweiundfünfzigjäh-

Das besetzte Wesel.

Ei« Bild vom sriedervtzei«.

®ef«l hat in de» alten nah neuen Ge'chicht« al« «renzfestnng eine Stoße gef#ielt. 3m Ätiege teat es nailitärtfiie» Stapelplatz, vtach ÄriegS- enbe mürben dorr die au« tea «uäicnSc per» triedenen Cent «hen in Empfang genommen. Sn» jetzt machen sich die F:«nz»sen »ort »reit.

Die stille uiederrhciniscke Stadt Wesel am Einfluß der Lippe in den Mein, die die Fran, zcsen in ihrem Bestreben, den gesamten Strom von der schweizerischen bis an die holländisch« Grenze zu beiden Seiten in ihre Hand zu be- komMN, besetzt haben, trägt noch heute den Charakter, den sie hat. War doch Wesel bis z«m Ende des Krieges ein wichtiger Waffen- Platz, wenngleich die alten Festungswälle schon im Jahre 1890 gefallen und neben der Zitadelle nur einige Außenforts übrig geblieben waren. Wie anders mutet das Stadtbild von Wesel an, wenn man aus den nur wenig südwärts gele­genen Städten des Ruhrbezirks kommt. Keine Älkbeiterschareu, wie sie in den rheinisch-westfä­lischen Industriestädten dem Straßenbild ihren Stempel aufdrücken; keine qualmenden Schorn­steine; keine dröhnenden Fabriken; nicht das Gewirr der Eisenbahnschienen wie im Jndu- striebczirk. Auf den ersten Mick sieht mau Weset seine viel

Reue Geldgrunölage.

«er Stabilisiernngsversuch.

Das Eingreifen der Reichsbank auf dem Deoisenmarft hatte eine starke Wirkung. Mit größter Energie, um nicht zu sagen rücksichtslos geht die Reichsregierung im Einverneh­men mit der Reichsbank vor, um die große Di- cherungsaktion, die einmal die Dollar« und De- visenkurse, andererseits die Preise für LcbenS- u.nd Bedarfsartikel umschließt, weiter durchzu­führen. Diese Aktion ist noch nicht am Ende. Aber sie muß sich naturgemäß im Einklang mit den Bedürfnissen der dentfchen Wirtschaft halten. Sie ist zu betrachten als ein wirtschaftlicher Teil des Abwehrkampfes, den wir im Ruhrrevier und anderwärts in deutschen Gebieten zu führen ha­ben. So ist das Wohl der Gesamtheit das lei­tende Mottv bei dem ganzen Vorgang. Die Reichsregierung ist nun dabei im Einvernehmen mit den Bank- und Wirtfchastsgruppen, wie ab.r auch mit den wirtschaftlichen Organisationen und Berufsgruppen durch neue Maßnahmen die Aktion zu sichern. Diese neuen Maßnahmen werden gegenwärtig vorbereitet und in aller Kürz« bekannt gegeben und in Wirksamkeit tre ten. Es handelt sich dabei vor allem darum, ein« Stabilisierung unserer wirtschaftli­chen Verhältnisse auf mäßiger Basis zu erzielen. Als die erste Etappe des großen Planes zugun­sten der Reichsmark sind diese Vorgänge zwar nicht zu bewerten. Doch handelt es sich um ein sehr wichtiges Üebergangsstadium, aus dem heraus die Grundlagen zu gewinnen sind.

Im Vordergründe der netten Maßnahmen de: Reichsregierung steht eine großzügige und vor allem systematische Regelung der K r e d i t p v l i- tik. Das Verbot bet Tcvisenbcleihima seitens der Reichsbauk hat auf diesem Gebiete schon außerordentlich sanierend gcwirtt. Das berech­tigte Kreditbedürfnis von Jndt'.strie und Wirt­schaft soll selbstverständlich nicht im geringsten angetastet werden. Es handelt sich aber darum, den Bestand an Devisen in Industrie- und Spe- kulationskreiftn zu lockern und ihn für die Zwecke der Gesamtheit und der Gesamtwirtschast nutzbar zu machen. Damit in Verbindung steht dir Schaffung eines wertbeständigen Pa­piers. Daraus wiederum muß die wertbeftän- dige Anleihe erwachsen. Alles das hat zum Ziel, Devisen zn ersparen und die vorhandenen Devisen der Gesamtheit dienlich zu machen. Die erste Etappe auf diesem Wege der Schaffung wertbeständiger Papiere und Anleihen ist dir Einführung des Gold-Giro-VerkehrS bei den Banken. Die Vorbereitungen nach die­ser Richtung hm sind getroffen. Es sollen Gold- markguthaben, wie überhaupt Gold-Konten ein­gerichtet werden, denen Gold wechsel zur Basis dienen. Den Rückhalt würden den einzelnen Banken btt vorhanbeuen oder noch eingehenden Devisenbestände als wertbeständige Sicherungs- basiS bienen. Tie N o rm für diese Konten und den gesamten Giroverkehr ist noch nicht gefun­den. Man denkt als Werteinheit entweder ein Zehntel Dollar oder ein Hundertstel englisches PfuüV Sterling zu bestimmen.

Die Reichsregierung hofft, daß die Durchfüh­rung dieser geplanten neuen Maßnahmen dazu beitragen wird, da? Wirtschastsproblem, wie überhaupt die Verhältnisse unserer Gesamtwirt­schast auf eine nette Basis zu stellen. Hinsichtlich der Durchführungsmöglichkeit dieser neuen Maß­nahmen ist man in Kreisen der Reichsregierung ztwersichtlich Wie lange die Jnterventionstä- tigkeit der Reichsbank nun noch auhält, um den Devisenkurs zu senken, läßt sich nickt im Augen­blick sagen. Das wichtigste ist jetzt, das Preis­niveau an den gesenkten Dollarkurs wieder anzualeichen und man hat in den beteiligten Kreisen gar keinen Zweifel darüber, daß dieses Ziel, wenngleich sich auch viele widerstrebend^ Momente hemmend in den Weg stellen, erreicht werden wird. Die Senkung der Preise ist bei Felten und Deien, wie überhaupt bei allen Pro­dukten, die aus dem Ausland stammen, schon in erheblichem Maße eingetreten. Die A' gleichung der übrigen Preise wird ganz zwangsläufig sich durck-setzen.

Do ist die ganz« Aktion, wie wir bereits oben mtsgesprochen haben, als ein Heber» qangsstabium zu betrachten, als der Ver­such, bie wirtschaftlichen Verhältn^- derart vor­zubereiten, baß, wenn wirklich ber Zeitpunkt fr-

LlMer SerFranzofenwiMür.

RegwrungsprLstdsnt Srütznrr verhaftet.

(Privat-Telegramm.)

Düsseldorf, 19 Februar.

Regierungspräsident Grützner wurde ge­stern nachmittag in feiner Wohnung im Streife feinet Familie und in Anwesenheit zweier schwe- discher ReichStagsabgeordneler, die sich über die Lage im besetzten Gebiet informieren wollten, von französischen Gendarmen verhaftet und dem General Siemon, dem Kommandierenden VeS Brückenkopfes, zugeführt. Siemon eröffnete ihm, daß er auf Befehl des General Deqoutte seine Ausweisung vollziehen müsse. Der Grund deS Befehls ist der Protest des Regierungspräsi­denten Grützner gegen die erneute Verhaftung des Bürgermeisters JarreS von Duisburg, als diefer trotz Bnsweisung wieder nach Duis­burg zurückgekehrt war. Regierungspräsident Grützner wurde von französischen Gendarmen und einem Soldaten nach Wefel gebracht.

Gelsenkirchen, 19. Februar.

Während des gestrigen Sonntags gingen die Versuck-e weiter, hundert Millionen Mark zwangsweise beizutreiben. An den Stra­ßenkreuzungen stehen Posten und kontrollieren alle Passanten auf Geld, Die Franzosen gelten mit rücksichtsloser Schärfe und Schikane gegen dir Bevölkerung vor. Der Oberkommandic- reätte erklärte, daß er bisher siebzig Millionen durch Beschlagnahme erhalten habe. Außer­dem beschlagnahmten die Franzosen di- Ge- s-r-ä.'i?hückier der Stadt, worin BciHsbouk- und ^>SWDA«kte« biö zu einundzwanzig Mlkft ine.-: Mark verzeichnet sind. Sie verlangten, daß der stellvertretende Lberbürgrrmeister bi;te Summe überweisen und außerdem noch sür die reMcheti neun Millionen sorgen solle. Die Stadtver­ordnetenversammlung hat mit völliger Einmütigkeit baS französische Ersuchen abge­lehnt. Die Franzosen haben den Vorsitzenden des Arbeitgeberverbandes von Gelsenkirchen, Stern, und den bekannten Inhaber der großen Eifenhnndluag Derr als Geiseln verhaf. tet bis zur restlosen Eintreibung der der Stadt auftrlegien hundert Millionen Mark.

del trägt bie Kaufmannschaft, das Bürgertum, bie bestimmende Rote. Früher allerdings spielte darin bas zweifarbige Tuch eine große Rolle; denn Wesel hatte stets eine starke Garnison s ftb sie zeigt noch heute viele Erinnerungen an FrstungStid*. Urakt ist das Rathen? von Wefel, bas schon gegen Ende des 14. Jahr­hunderts erbaut ist, ttnb dessen zierliche Vorder­seite sieben erneuerte StandbAdcr schmücken. TaZ bedeutendste Barrwerk von Wesel ist bie Willibrordi - Kirche, deren bauliche An­fänge bis in das Jahr 1424 znrückaehen, bie nächst dem Tom zu Lauten bas schönste spät­gotische Bauwerk am Niederrhein und in fünft» leritscher Beziehung überhaupt die bedeutendste evangelische Kirche im Rheinland, ja ganz Nord- Westdeutschland ist. Unter den bemerkenswerten Bauwerken von Wesel fällt dem Besucher gleich nach dem Verlassen des Bahnhofes bas Ber­liner Tor in bie Augen, bas bekanntest Wahrzeichen ber Stabt. ES ist ein Rest der alten Befestigung und galt bereinft nicht nur als Meisterwerk ber Baukunst, sondern als der schönste Torüau Deutschlands. 'Das Tor ist jetzt gerade zweihundert Jahre alt; es ist mit Ziegeln und Hausteinen in jonischem Stil errichtet, mit zahlreichen Figuren, Inschriften und Ornamen­ten verziert, bie den branbenburgifchvreußischen Geist verherrlichen. Seit ber Waffenstillstand Deutschland zwang, rechts des Rheines eine breite militärfreie Zone zu schassen, har bie Stadt nur noch steinerne Erinnerungen an ihre militärische Vergangenheit; aber auch geschicht­lich ist Wekel jedem Deutschen aus Herz gc- wachsen. War es doch in Wefel, wo auf Na­poleons Befehl bie elf preußischen

Offiziere deS Schillschen Freikorps

erschaffen wurden. In einem vergitterten Raum der alten Zitadelle, einem langgestreckten, nur kümmerlich vom Tageslicht erhellten Gewölbe, wurden die Schillsch-en Offiziere gefangen ge­halten, und hier wurde auch ihr DoveSurterl verkündet, das auf dem weiten Ererzierplatz, der gleich hinter dem Babnhof beginnt, vollstreckt wurde. Seit dem Jahre 1835 erinnert ein hier errichtetes Denkmal an die elf Helden, bie für ihre Vaterlandsliebe in den Tod geben mußten. Das Monument, ein von Schinkel stammendes Bronzedcnkmal, stellt auf bei einen Seite Borus­sia bar, bie sich trauernd auf den Richtbkock stützt und den Schleier ausbreitet; auf ber an­deren Seite hält eine Victoria über dem Richt­beil den Lovbrern. Darunter steht mit den Na­men ber Elf, dir auf diesem Platze sielen, bie Inschrift: »Sie starben als Preußen und Helden am 16. September 1809.“ Nun sind, wie da­mals, wiederum die Franzosen Herren der Stadt, die in ihrer alten Geschichte so oft de» Besitzer gewechselt hat. Al-

altes deutsches Reichsgui

FmezZosiWkS RtmdekpE Kinder werde« barfuß hinauSg^agt!

(Privat-Telegramm.)

Gelsenkirchen, 19. Februar.

SlS wieder französische Truppen in Gelsenkir­chen einrückten, schlossen alle Geschäfte. Während des starken Schneefalls liefen die Fran­zosen schimpfend in dcn Straßen umher und such­ten ein Unterkommen. Die H.otelS mußten ivieder öffnen; ein Teil der Räume wurde beschlagnahmt. Der Straßenbahnverkehr wurde von den Franzosen verboten. Durch das rechtswidrige Vorgehen der Franzosen, die auch die Gepäckstücke von Straßenpassantrn be­schlagnahmten, ist der gesamte Handel und Wandel der Stadt lalchrgelegt. Wie brutal die Franzose» vorgrtzen, beweisen die Vorgänge am Waisenhause. Dieses wurde frühmorgens um acht Uhr vollständig geräumt Tic Schwestern und die Kinder wurden sämtlich) auf die Straße gejagt, viele davon bar. fuß und nur notdürftig bekleidet. Die armen, weinenden und frierenden Kinder standen im fnßticfen Schnee herum; sie wurden von mitlei­digen Bewohnern in ihre Wohnungen mitgenom­men. Die Sage ist derartig gespannt, daß man mit Zusammenstößen rechnet, rrmso mehr, als die Schutzpolizei von Gelsenkirchen in der Ka­serne ein geschlossen ist und sich dort ver­barrikadierte, um der Entwaffnung zu entgehen.

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13. Jahrgang

lummer 42

Dienstag, 20. Februar 1923

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