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Mder Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

92tintmer 40.

Fernsprecher 951 und 952

Sonnabend, 17. Februar 1923. Fernsprecher 951 und 953 13. Jahrgang.

Erfolgreiche Hilfe für Ruhr und Rhein.

französische Mrliüchwlttik England in Europa an. >v die zweite Stelle gedrängt. Und weil England vr

Mitteln zugeführt. Er betonte, daß die im

Dir «SürrrdioSabr.

tion für den

Berlin, 16. Februar.

Am Donnerstag, den 15. Februar fand in der Reichskanzlei die erste Sitzung des Vertrau- ens-Ausschusses des deutschen Volks- opfers statt. Der Reichskanzler schilderte die Entstehung des deutschen Bolksopfers und teilte dabei mit, daß die Geschäftsstelle bisher rund drei Milliarden Mark und außerdem mehrere hundert Millionen in »D e - Visen erhalten habe. Tas Hilfswerk der Land­

böses Zeichen. Früher hätte England sich in einem solchen Falle nicht zurückgezogen, sondern seine Meinung durchgesetzr. Demnach hat die

Herren vorzulaffen. So blieb den Gelsenkirche­nern nichts anderes übriz, als das Protest- schreiben für den General dortzulassen.

sich zurückhält, müssen die übrigen Länder schwei­gen. Und wir wissen, wie sehr Holland auf deutscher Sette steht und doch keine Hand rührt, deutsche Interessen zu vertreten. Die Schweiz hat sich öffentlich sogar mit der Frage der Wahr­nehmung ihrer Interessen beschäftigt und ent­schieden, noch sei nicht die Zeit gekommen, sich

Wirtschaft habe dem Ruhrgebiet bis rum ßjMWp iritat rund vierhundert Waggons mtt Lebens-

Lnterbindung des Mifiesiandfanais.

Hannover, 16. Februar. (Privattelegramm.z Ter Talverkehr auf dem Weserkanal vom Ruhrgebiet ist durch die feindliche Be- setzung gänzlich unterbunden. Bon Hannover, scheu Häfen wurden einige Kähne nrit Kali nach Bremen-Unterweser beladen. Im Bergver­kehr ab Bremen fanden nur einige Kähne La. dnng vor: für die hannoversche Industrie konn­ten mehrere Fahrzeuge mit englischen Kohlen nach Hannover abgescrtigt werden. Für Ende dieser Woche werden in Brake und Bremen je rin größerer Getreidedampfer erwartet. Die Fahrt war am 4. und 5. Februar des Hoch­wassers wegen unterbrochen. DurÄ scharten Ostwind ging das Wasser wieder zurück. Der Talverkehr von der Obrrwesrr zeigte ein etwas lebhafteres Bild. Zur Verladung gelangten Kalksteine und Kali.

Vor dem Staatsgerichrsho?

A»fheb««j) vou Verboten und Auflösungsu.

(Privat-Telegrmum.)

Leipzig, 16. Februar.

Unter dem Vorsitz des Senatspräsidenten Dr. Schmidt verhandelte der Staatsgerichtshof zum Schutze der Republik in feiner Sitzung am Don- nerstag über die Beschwerde des Bundes der Niederdeutschen gegen mehrfach von Landeszen­tralbehörden ergangene Anflösungsver- fügungen. Die Gründe der Verbote liegen in SchieOrbungen, in einem Waffrnfnnde, sowie in der Zurichtung eines Staffettendienstes. Nach längerer Beratung verkündete der StaatSge- richtshof das Urteil, wonach mit Ausnahme des preußischen Verbotes, daS auch für Schleswig- Holstein gilt, die Verbots- und Auflöfungs- Berfiigungen des Bundes der Niederdeutschen aufgehoben werden sollen.

MttrderFrmizosm-WMür

Beseitigung deutscher Behörde«.

(Eigene Drahtmeldung.)

Essen, 16. Februar.

Erfolgreiches Volksopfer Für Rheinland und Ruhrgebiet. (Privat-Telegramm.)

Rahmen des deutschen Hilfswerkes aufkommen­den Beträge unter keinen Umständen zu politi­scher Werbearbeit dienen sollten und sprach die Bitte aus, daß die Gebefreudigkeil erhalten blei­be. Zur weiteren Durchführung des HilfSwerkes werde ein Arbeitsausschuß gebildet. Beschlossen wurde ferner, sofort für das rheinisch-westfälische Gebiet rechts des Rheins fünfhundert Millionen Mark zur Verfügung zn stellen und entsprechende Summen auch für die übrigen Gebiete.

da es Blüte gab und Wohlstand sich zeigte. Gab cs Gerechtigkeit, und Achtung bestehender Gesetze Der Kriegsausgang hat die Bahn einer Macht freigemacht, die nun schaltet nach eigenem Macht- dünkel und Dittator geworden ist, fordernd, alles müsse sich ihm unterordnen. Es wird einmal die Zeit kommen, da aus den Völkern wieder die gerechte Machwerteilung emporwächst, denn die­ser Zustand ist auf die Dauer unerträglich. Aber diese Zeit liegt noch sehr fern. Noch lange wirr Europa unter der französischen Vormundschaft schmachten, just so, wie zurzeit Napoleons. Die Geschichte aber ist Lehrmeister. Napoleons Macht brach zusammen, und auch Poincarss Politik wird nicht am Widerstand der Mächte, sondern an dem wachsenden GerechtigkeitAgesühl der Völ­ker einmal Schiffbruch leiden. N. P. K.

Sagö auf Schutzpolizisten.

Recklinghausen, 16. Februar. (Privat­telegramm.) Hier wurden hundert Schupoleute verhaftet und die Kaserne besetzt. An Dortmund ist die Lage unverändert. In Duisburg und Düsseldorf ruht der Ver­kehr. In Essen sind die Telephonleitungen der französischen Zentrale im Essener Diretttons-Ge- bäude und im Telegraphenamt zerstört worden. Am Hotel Kaiserhof wo Franzofen einguartiert sind, ist der Schaden an der zerstörten Lichtlei­tung noch nicht wieder ausgebeffcrt.

«Sersenkirchen zahlt keine Strafe.

Gelsenkirchen, 16. Februar. (Privattele­gramm.) Di« Stadtverordneten beschlossen, die von der französischen Desatzungsbehörbe der Stadt auferlegte Kontribution von einer Million Mark auf keinen Fall zu zahlen. Die Fraktionsvorsteher, die nach Düsseldorf zu Gene­ral Degoutte gefahren waren, um ihm ihren Pro­test zu überreichen und ihm den deutschen Stand­punkt klarzulegen, wurden von zwei jüngeren Offizieren empfangen, die sich, nachdem sie das WertProtest" gehört hatten, weigerten, die

Essen. 16. Februar. (Privattelegramm.) Die französisch-belgische Besatzung hat in den letzten Tagen Maßnahmen getroffen, um die Güterblockade in verstärktem Um- farrge durchzufiihren. Trotzdem ist ein genau geregeltes Shsteur noch nicht Mr Anwendung gelangt. Die einschränkenden Maßnahmen wer­den bis jetzt noch auf den verschiedenen Kontroll, stationen verschiedenartig durchgeführt. An Dietz bei Duisburg werden z. B. Mter jegli­cher Art, auch Sand- und Baustoffe, angehalten. In Lünen sind für Holland bestimmte Waren und drei für Argentinien bestimmte Waggons festgehalten worden. Bei Dorsten ist eine Fuhrwerks-Kontrolle und bei Vohwinkel eine Perfonenkontrolle eingerichtet worden. Gleichzeitig sind vorbereitende Maßnahmen ftir die Zollerhebung in großem Umfange festzustel­len. Auf einer Reihe von Sperrstationen sind bel­gische und französische Zollbeamte stationiert worden. An einzelnen Stationen hat man be­reits versncht, Zölle zu erheben. Doch haben diese Versuche zu irgendwelchen Erfolgen für dir Franzosen und Belgier nicht geführt.

DerKreiS der MLWe.

Frankreich als Machtzentrum.

Hatte man anfangs noch die Hoffnung, es Werse sich eine Macht finden, die den morali­schen und physischen Mut ausbringen würde, ge­gen Frankreich Stellung zu nehmen, so sicht man heute, wie diese Hoffnungen trügen. Wohl toeis inan, daß in allen Landen die Ansicht herrscht, Frankreich störe das europäische Gleich- gswicht, störe den Frieden in Europa, zertrüm­mere die europäische Wirtschaft und verletzte nicht nur den Vertrag von Versailles, sondern auch die völkerrechtlichen Bestimmungen. Aber mit dieser, niemals offiziell bekannt gegebenen Ansicht kann man selbstverständlich nichts beginnen. Vielleicht haben die einzelnen Länder ihre Fühler ausge- streckt, um in Paris zu hören, wie man der dor­tigen Regierung am besten beikommen könne. Frankreich aber ließ durchblicken, es könne unver­söhnlicher Gegner werden, und das hat alle abgeschreckt, sich um die Rechtsverletzungen Frankreichs zu kümmern. Frankreich ist der -Staat in Europa, das heißt das mächtigste Land, gestützt auf sein Mil'itär und auf seine angeblichen Erfolge seit der Kriegszeit.

England hat sich wieder bei der vorgestri­gen Parlaments-Eröffnung für neutral erklärt. Vielleicht will es nur abwarten, bis der Macht-. dunkel Frankreichs einen Dämpfer erhalten hat. Daß sich aber das große Albion durch Frankreich an die Wand drücken läßt, ist immer schon ein

Nach Erklärungen französischer Offiziere, die einen Teil der Essener Eisenbahndirektion besetzt halten, wird als nächste Maßnahme geplant, den ganzen Betrieb der Essener Eisenbahn- Verwaltung aufzuhcben. Nach der Be­schlagnahme aller Räume des DienstgcbSudcs soll dann dort eine französische Eifenbahndirek- tion für den gesamten Verkehr des Anvustrie-Be- zirks eingerichtet werden. Die Pariser Blätter melden, daß General Tx-goutte beschlossen habe, die Schutzpolizei im R u h r g e bst e 1 staffel­weise abzurüsten und nicht mehr als Schutz­polizei, sondern nur noch als kommunale Schutz­wache bestehen zu lassen. Der frühere Leiter des Emser Ein- und Ausfuhramtes. Regicrungs- rat Bertsch, der nach der Amtsniederlegung seines Vorgängers. Oüerregicrungsrat Meyer, die Geschäfte übernommen hatte, wird von den Franzosen seit tu-m 30. Januar gefangen ge­halten. Er (st gestern durch ein MiliÄrauto abtransportiert worden, vermuttich nach Mainz. Man nimmt an, daß er vor ein Kriegsgericht gestellt werden wird unter der Angabe, er sei an der Stillegung des Amtes schuld.

einzumischen. Spanien ist schon während des Krieges so neutral gewesen, daß niemand ihm eine Parteinahme nachsagen konnte. Es bleibt auch jetzt unbeteiligt an den europäischen Vor­gängen, obwohl wir auch von dort Stimmen hörten, die Frankreich nicht schmeichelhaft in die Ohren klingen können. Die skandinavischen Länder haben sämtlich ihre Sympathie anßer- amtlich für Deutschland bekundet. Ein offizieller schritt indessen ist unterblieben. Wohl hat der schwedische Ministerpräsident Branting die Ab­sicht gehabt, entweder dem Völkerbund die Ruhr- frage zu unterbreiten, oder eine Vermittlung zwischen Frankreich und Deutschland zu überneh­men. Sein Bemühen aber, in Paris Anschluß und Boden für sein Vorhaben zu finden, ist ge­scheitert. Und die Folge ist, daß alle nordischen Länder es vorziehen, sich znrückzuhalten.

Viel ist es schon, wenn sich das aus Frank­reichs Gnaden größenwahnsinnige Polen neu­tral verhält und wenn die Tscheche-Slo­wakei nicht di rett gegen Deutschland Stellung nimmt. Oesterreich scheidet wie Ungarn und Ru­mänien völlig aus. Bleiben Griechenland, Bulgarien und Italien übrig. Diese Län­der haben, bis auf Italien, mit sich zu tun. Ita­lien aber hat eine zweifelhafte Politik getrieben die teilweise mit Schuld ist, wenn Frankreich sich zunächst stark genug fühlte, feine Aktion zu unternehmen, denn Italien hat ja die deutschen Verfehlungen mit feststellen helfen. Wenn Ge­rüchte umlaufen, daß sich Italien und die TsÄe- choslowakei bemühen, eine Vermittlung zustande zu bringen, so mutz man unwillkürlich au die beiden Träger der Politik dieser Länder denken, an Dr. Benesch und Mussolini. Beide haben den Ehrgeiz, eine Rolle zu spielen. Sie wollen das auf billige Weise. Wenn Frankreich sie braucht, werden sie da sein, wenn Frankreich abwinkt, werden sie schweigen. Von ihnen ist ein ehrlicher Ginnriff nicht zu erwarten.

Das einzige euroväische Land, das wirklich sich offen und rücksichtslos gegen den französischen Imperialismus gewandt hat und sich nicht scheute, von französischen RechtsbrüKen zn spre­chen, war Rutz land. Die russische Macht aber ist gering. Sie kann nicht nachhaltig wirken, weil Rußland im Völkerbund ja noch immer keine Stimme erhalten hat. Von den übrigen Klein­staaten im Osten und Norden kann man ganz ab­sehen. So ergibt sich das Bild rDentschland steht beute wie am Anfang deS französischen Rechtsbruches allein. Keine Macht hat den Mut, der Wahrheit und dem Recht zum Siege zu verhelfen. .Frankreich weiß es, und deshalb glaubt cs, sich einen Rechtsbruch nach dem an­deren leisten zu können. War das früher mög­lich? Gewiß nicht? Sämtliche Mächte hätten sich gegen die Macht zufammengefunden. die das Völkerrecht verletzt. Sie hätten nicht lange diplo­matisch sondiert, ob es den Friedensstörern ange- rtchm sei, wenn sie sich einmischten. Tas Mächte- vcrhältnis vor dem Kriege war das richtige. Un­ter dieser Verteilung der Macht gab es in Europa einen langen Frieden, gab es eine Zeit,

Die Absperrung des Westens

Bus der neuen Verordnung.

(Eigener Drahtbericht.1

Berlin, 16. Februar.

In der Sperr-Verordnung der Rheinland- Kommifston heißt eS: Die Ausfuhr aller Art Waren aus dem nach dem Rheinlandabkommen besetzten Gebiet nach dem unbesetzten Deutschland ist untersagt, außer einer be- sonderen Bewilligung. Für Ausl and swa- $ en wird grundsätzlich Bewilligung er­teilt Der leitende Ausschuß für Ein- und Aus suhrhewillMng ist mit der Erteilung von Be­willigungen betraut. Das leitende Zollkomitee überwacht die Ausfuhr und die Unterdrückung des Schmuggels. Die Urheber von Nebertrctun, fiett der vorliegenden Verordnung sind den für Nehertretung der Verordnung 136 der Rhein- landSkommission vorgesehenen Strafen unter morsen. Die Handhabung der Im- und Export- Lizenzen wird durch diese Verordnung nicht be rührt. Die Berorduunq tritt sofort in Kraft. Es folgen dann die Ausführungsbestimmungen. In den Städten Krefeld, Köln, Mainz und Lud. wigShafen werden interalliierte Büros errichtet, die die oben vorgesehene» BewilliMngen eitet- eoi Die Liste der Hrodurte, deren Ausfuhr Wttk'arwt verböte:': ist, umfasst nutet anderem: Kohle, Koks, Braunkohle, Gußeisen, Stahl in Barrrn, Zement usw.

behandelte. Als das Ruhrgebiet am 14. Januar von den Feinden besetzt wurde, da wußte die Bevölkerung, das; ganz Deutschlands Augen dort­hin gerichtet Waren, sie wußte, was man von ihr erwartete und sie hat die Erwartungen nicht ent« rauscht. Bei allen Qualen hatte sie einen Hoff­nungsschimmer: die Einigkeit des deut­sch e'n Volkes. Die Westdeutsche Bevölkerung steht auf dem Standpunkt: Rheinland und Ruhrgebiet sind urdeutsch und müssen deutsch bleiben. (Beifall.) Die Franzosen und Belaier wollen den Krieg gegen eine wehr­lose Bevölkerung weitersiihren. dabei gehen sie vor wie gegen Wilde in Afrika. (Pfi'.i!) Sie suchen ade» auf alle Arten zum Ziel zu kommen, mit Peitsche und Zuckerbrot, mit Gewalt und lockender Propaganda. Der Redner kennzeichnet treffend die Schmach, schwane. halbwilde Ti'w- pen aegen ein entwaffnetes Kulturvolk zu sckük- ken. ~®ie die schwarzen Bestien, so benehmen sich auch di« weißen Besatzunastruppen in viehischer Weise, wovon die Sittlichkeitsverbrechen im Rheinland genngsam Zeugnis ablegen.

Die Besatzungsttuppen sind unerträglich.

Tie ganze Bevölkerung wird ja bettoffen dLtctz die Requisition von Lebensmitteln, Waren und die dadurch entstandene Teuerung. Die Truppen führen ein verschwenderisches Leben, während das deutsche Volk bittere Rot leidet. Ekel und Wut erfüllt uns gegen die Schmach. Die schivar» zen Truppen zeigen, daß die Franzosen zu eige­nen Leistungen unfähig sind, aber es wird noch die Zeit kommen, daß die Neger eine Gefahr für Frankreichwerden. Der Redner schil­derte weiter die verräterische Bewegung der Separatisten, die eine .rheinische Re- Publik" gründen oder das Rheinland vom Re'.ch-e losttenneu wollen. Die Verräter, die im Dienste Frankreichs sichen, sind Haas, Dorten und Smeets. Sie werden von der Bevölkerung ener­gisch abgelehnt, so das: sie feinen Erfolg haben. (Beifall.) Die französische Unfähigkeit ist auch der Anlaß zur Ruhrbefetznng, womit sie das beste Wirtschaftsgebiet Deutschlands rauben wollen. Auch dort leistet die Bevölke­rung hartnäckigen Widerstand. Diesen Wi­derstand zu stärken, ist die Ausgabe des gesamten deutschen Volkes? Diese Ausführungen fanden stürmischen Beifall. Tie Begeisterung der gro­ßen Versammlung erreichte ihren Höhepunkt, als nach einem .Patriotischen Fesimarsch" dis Deutschland-Lied gemeinsam gesungen

Für Rhein und Ruhr

Kundgebung in der Stadthalle.

SS ist ein schöne« Sesiihl de» Sufatnmenge- Hörigkeit, datz der Kasseler Derer« der Rhein­länder eine Kundgebung fi»r die bedrängt:« LandSiente veranstaltete, der alle Ärcl.e der hiesigen Bevölkerung teilnahmen.

Ein Zeichen, daß wir im unbesetzten Deutsch­land mit unseren vom Feinde unterdrückten Volksgenossen am Rhein und an der Ruhr mit« fühlest und ein Protest gegen die widerrechtlich« Besetzung durch die französisch-belgischen Trup­pen war die große Kundgebung am Donnerstag in der Stadthalle. Der große Festsaal war wie immer bei vaterländischen Kundgebungen voll besetzt. Als Veranstalter hatte bet herein bet Rheinländer ein reichhaltiges Programm ausgestellt, durch das dem Ernst der Zeit Rech­nung getragen wurde. Herr H. Plaßmann wies in seiner Begrüßungsansprache auf die Sorge hin, die dem ganzen Deutschland durch das Eindringen der Feinde verursacht wird. Er verglich die Ruhe im unbesetzten Deutschland mit dem schrecklichen Zustand im Wesley. Die Ruhrbevölkerung habe als Waffe leider nur ihre Zähne, aber mögen diese nicht stumpf werden, damit sie krästtg um sich beißen können. Die Be­drückten zeigten durch ihren Widerstand, daß sie das Bismarüwort befolgtenWir Deutsche fürch­ten Gott, sonst nichts in der Welt!" Unter die­sem Zeichen müsse es doch noch Frühling werden. -Beifall.) Im gleichen Sinne sprach Frl. Eva Wil brand einen Vorspruch, dessen warm empfundener Inhalt durch ausdrucksvollen Vor­trag wirksam znr Geltung tarn. Es wechselten die mit hohem Kämm- und Ver- ständnis von der Kapelle des 3. Iager- b a t a i l l o n s, Inf.-Req. 15, unter Obermusiki meister Siebolds Leitung gespielt wurden, mit Chorgesängen des Kasseler Lieder- kranz ab, die gleichfalls Herr Siebold ge­schickt und sicher dirigierte. Lieder von Faßben­der. Ianoske, Weinzierl, Mendelssohn und Breu kamen durch gute Stimmen, gutgeschnlte und erate Wiedergabe zu Gehör. Von den Orchestcr- stticken wurden vor allem zwei Serenaden für Streichinstrumente von Haydn und Dolkmcmn vortrefffich gespielt. Als Solist sang Fritz Windgassen mit bekannter Meisterschaft das Preislied ans .Meistersinger" und .Selig sind, die Verfolgung leiden" aus .Evanqelirnann", später noch einige Lieder heiterer Art und als Zugabe das Rheinlied. Redner des Abends war Hugo Winckel aus Düsseldorf, der das Thema

Rhein und Ruhr in Rot