Meier Neueste Nachrichten
Hessische Abendzeitung
Kasseler Abendzeitung
13. Jahrgang.
Freitag, 16. Februar 1923
Fernsprecher 951 und 952
Nummer 39
Fernsprecher 951 und 952
$u Kasseler Neues!«» Nachrichten erschelue» wöchentlich sechsmal und zwar abend«. Der DbonnementSpreis betragt monatlich 1300Marl bei freier Zustellung inS HauS tn der SeschäftSstellc abgeholt 1370.— Mark monatlich. Auswärts durch die Post bezogen 1330.- Mark monaMch einschl. Zustellung. Bestellungen werden jederzeit entgegengenommen. Druckerei, -i!erlag und Redaktion. Schlachthofstratze 28/30, Für unoerlangt etngesandte Beiträge kann di- Reaktion eine Verantwortung oder Gewähr tn feinem Falls übernehmen. Rückzahlung des Bezugsgeldes oder Ansprüche wegen etwaiger nicht ordnüngSmätzigerLieferung ausgeschlossen.
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Verschärfter Zwang im Ruhrgebiet.
könnt
Liste aus Aachen zu jeder Vernehmung
im» men
Die Erregung in Essen.
Eutschltetzung der Stadtverordnete«.
Kaufleute, Angehörige der alliierten Armee ;u bedienen, folgende Maßnahme getroffen habe: !. Das Hotel Handelshof wird requiriert. 2. den alliierten Militär -und Zivilperfo nen wird das Recht eingeräumt, stch in allen dem Publikum geöffneten Lokalen bedienen zu lassen. Im Weigerungsfälle wird das Lokal geräumt, erforderlichen Falles mit Gewalt. 3. Den alliierten Militär- und Zivil Personen wird das Recht eingerämnt in allen dem Publrjum geöffneten Geschäften zu kau -
ZKr die RAhrbevdlkerung. Die Hilfe aus drr Landwirtschaft.
<Prwat-Telegramm.l
Berlin, 15- FeSntar.
'S: An der Ruhr glaubt kaum noch einer uu- serer Landsleute an die vielgepriesene rnterna- I tionale Verbrüderung. Auf Zeche drosbcr 2 ar- ! beitet einer der bekanntesten Räuberhmiptllnge 'der „Roten Armee- von 19M. der HE ein
nur die Antwort, daß die deutschen Beamten . . .einen Kopf wie Eism hätten, das noch härter als
(Eigene Drahimeldnng.s Marmor wäre. Mit etwa dreißig anderen Be-
Esten, 15. Februar. | ,imten wurde auch der Landbriefträger HaSber Der Beiaeordnete Cunz hatte gestern d>ent> in Wülsradt verhaftet, nur weil er in einer bie Stadtverordneten zu einer außerordentlichen Versammlung, in der über den Abwehrstreik ab- Versammlung aus Anlaß der Verhaftung des g-stimmt wurde, ein lautes „Bravo- hatte ertö- Bürgermeistcrs zusammenbernfen. Eine von „en lassen. Als der französische Untersuchungs- ämtliclren Fraktionen, mit Ausnahme der Kom- osfizi.-r auf eine Frage die Antwort erhielt, daß nunisten, gefaßte Entschließung legte euer-1CI die Verstümmelung feiner linken Hand sich aiscküm E i u s p r » ch gegen diese neue G e w a l t- jm Kriege zugezogen habe, sagte der Franzose: i at ein. Es wird die sofortige Freilassung! Nun sehen Sie mal an, so treu haben Sie
daß ich es Wirklich jedem Deutschen wünschen milchte es selbst schauen w können. Die riest- aen von den Franzosen angebrachten Stra- ßenschilder mit den Richtungen M den Äutomobilv.'rkehr werden Rächt sur ber Bevölkerung umgeschra itb i, wd..ß kein einziges französisches Auw ohm taM-mr^ Ilmberirren an seinem Dechmmiugsort g kommen sein soll. Tie Fenst.w einer Du^hand-
Httfe de« Hessischen Bourrndunde«.
Friedberg, 15. Februar. Zrivattelegr«nm.s au» Ruhrhilie würben von achtzig Ortsgruppen L ÄsAn Banernbundts. m der Provinz
F« Ser gestrigen Sitzung der 4. Hauptversammlung der preußischen Lanwmrtsch«^^.' mer sagte der preußische LandwirtschsttSminister. Die Notwendigkeit der Steigerung der lendwirt- kchaftlichen Erzeuguna zeige sich besonders m den Tagen der Bedrängnis. Bor allen Dingen muffe die Ernährung unserer BevAkerunst durch die eigene Produktion des -ande-- -chergeftellt werden. Zu diesem Zweö! ha^ dw -renstische Negierung bereits erhebliche Mitten ■ereit gestellt, die allerdings infolge^r fort- jchreitcnden Geldentwertung heute nicht meM ausreichen. Der Landwirtschaftsmmtster sprach dann den Bertretern der Landwirtf^istse,nen Dank aus für ihre werktätige Hilfe für das R u h r g e b i e t. Er forderte auf tn d'esemBe, streben fortzufahren «nd dadurch zrtm Struck zu bringen, daß alle Unterschiede des Br.me» und des WohnsttreS zu verschwinden haben.
Vroirststreik in Esten. |fcer «iKOien nx.uiw'c- VV<1/-*,wvrr,*v
«ebruar. (Privattelegramm.)Lltter Pat'ri ot geworden ist und seine va- « ? Verhaftung des Oberbürgermer- Verranntheit offen bedauert. Er äußert .
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drei Liter Milch verlangt, kein Hinweis auf dre
Das letzte Mittel?
Sie Speers im Weste«.
Zwar behaupten die Franzosen, die neue Maßnahme, die getroffen worden sei: die vollständige Absperrung der Ruhrindustrie vom unbesetzten Deutschland, gehöre zu den lange vorgesehenen Maßnahmen, die in Aussicht genommen seien, Deutschland zum Nach- geben zu zwingen. Indessen: Auch in Frankreich Weitz jeder, datz diese neue Maßnahme erst sehr viel später beschlossen worden ist, als stch Frankreich klar darüber war, daß es mit seinen bisherigen Maßnahmen einen beispiellosen Mißerfolg erlitten hatte. Man hat wohl lange nach neuen Zwangsmaßnahmen gesucht und schließlich diese gesunden, von der nun ebenso gute Wirkungen erwartet werden, wie damals von der Richrbesetzung und schließlich von der Schaffung der Zollgrenze. Wie aber diese Maßnahmen, so wird stch auch die neue als unwirksam erweisen. Frankreich zeigt immer deutlicher, wie fremd ihm die deutschen Verhältnisse sein müssen und daß es den Abivehrkmnpf der deutschen Industrie, der deutschen Arbeiter und der deutschen Regierung falsch einschätzt. Es wird nichts erreichen, denn das Druckmittel der Warensperre kann die deuffche Industrie und das deutsche Dost vielleicht leichter tragen, als die Absperrung der Kohlen. Es sieht wieder nach einer Verzweiflungstat ans, deren Rückwirkung sich nicht in Deutschland, sondern in Frankreich selbst zei-
tödlich zu verwunden. So sind wir in diejenige Epoche des großen Ringens eingetreten, in welcher sich das große Ziel der Gegenseite deutlich herausschält. An diesem Ziel sollen wir erleid nen, um was es sich für uns handelt, datz e8 einfach um alles, in Wahrheit um alles fui' bandelt, was wir für unsere nationale und Wirt, schaftliche Existenz noch zu verteidigen habem Aber solche Druckmittel müssen versagen, nachdem das deuffche Losik und Bit deuffche Regierung, getragen von ihrem guten Recht, das zweckmäßige Mittel gefunden häbciff alle Uebergriffe erfolgreich abzuwehren.
Willkür und «SewaN.
Zwang gegen Gastwirte und Kaufleute.
(Eigene Drahtmeldung.)
Esten, lö. Februar.
Der Divisionsgeneral Fournier hat dein Oberbürgermeister der 'Stadt Esten in einem Schreiben mitgeteilt, daß er auf Grund der Weigerung der Hotelbefitzer und
als Bofflüender des Reichsaussch^es der dmtt- fcken Landwirffchast, datz samtttck^ schaffenden «ifinbe in Deutschland sich darüber cintflftnD, haft bet Wiederaufbau unseres Vaterlandes nur möglich ist, wenn die Landwirffchast dahmiw' St wirt» viel mehr als bisher zu froiuwc ST &ri’Ä die Bitte an die preußische Siäatsregierilng, diesen Entwuff so schvellwic möE zurü ck zu ziehen. Der erste Ernäh- rungsminister des Kabinetts Cuno, Dr. M u ler betonte datz die Landwirffchast der besetz- teV Gebiete siicht in der Lage sei, den in ihrem Gebiet benötigten Stickstoff zu bezahlen. Land ml^schaMminister Dr. W e n d o r f lehnte es av, im gegenwärtigen Augenblick auf Einzelheiten der Regiemngs-Borlage einzugehen.
Sä
Schritt und Tritt in der d^atzung^E ttmuen muß, sieht man aber auch inet Erfreuliches an der deutschen Haltung,
s-r- PUrcht werter erf«H^n^onbtnt ^ß man z. B. den OberregrerungKrat
xn R?ch^?gen d^Gewalt stellen." ‘nM« Aacken m jeder Vernehmung
mit angelegten Handschellen
Au-sianö auf drv 2eOen. I.efüi.rt ( ot während auch seine Familie mit (fff en 15 Februar. (Privattelegrmnm.) « r,^^r Frist ausgewiesen W“rt»e. — S"
Die Franzosen haben die Zeche „Prosper s ^' Bottrop bei Esten wurden fünfzig Beamte ietzt weil ihnen die verlangten Kohlen Arbeiter, die nach zehn Uhr abends von der
liefert wurden. Daraufhin hat die Belegs^st Arbeit kam.'n, in eine Schule emges^errt und sfrMrTeit niedergelegt. Dem Protest- u.roerr ran>E. fÜT bu ganze französische str-ik haben sich die Zechen „Rheinbaben un | .«romvuanie die Stiefel putzen. — Gin @>Ute3 Vereiniate Mülheim" angeschloffen. Seit vor- > att diese unerhörten VergeWalttgun-
'örtern übend 5 Uhr ist dir Lichtabgaüe on M ‘ Ander Ruhr glaubt kaum noch einer un- «tadt Bottrop vollkommen eingestellt worden. I sien. An derinterna- Tie Läden sind ebenfalls geschloffen.
t-sifireik ein.C n?luS dem gleichen Grunde habeff l- Aüfte in Esten heute mittag eine!
' sind nach kurzer Ansprache zu entlasten.
ZK« nsrWö.MNe frtmöen Räuber.
Ä&WÄML ■»' .««*.
SW und gelt, 13 »ftm. SSu» 1 MtaKu.
• I . siehentzen Schilderung cüarakteristifch Wieder,
ÄuWrifuna von 3Iuftrflgen. I Ewige Tage, die ich soeben in dem vom Berlin, 15. Februar. (Privattelegramm.) I französisch.m u,ld belgischen Feinde besetzten !Um die wirtschaftlichen Wechselbeziehungen zwi-I Ruhrgebiete zubringen konnte, gaben mir die 'chen de« besetzten Gebiet und dem unbesetzten frohe Zuversicht, datz sich hier der Uebennut und mL.tL h •„ jjp. iEt,;ßen »eit aufrecht tl! Mutio-llle seiibst eines Poincars brechen mutz an Oeölet gerade m l«r jetzlgm Zett austecht zu ^ttgen Haltung unserer rheinisch-West- ierhalten, und um d,e Induftite und das G«. Brüder. In unserem Hotel in Bar-
p>erbe «n besetzten Gebiet nach w^ vor 1 n hafen bl, ersten ausgewiese-
in ausreichendem Maße mtt Aufträgen zu|n e n eu11 d)en Beamten. Sie erzählten oerfehen, hat der Reichsverkehrsminister tue I un§ ^on hxr erlittenen Unbill. Nur einige ihrer stcichsbahndirektivnen beauftragt, dieser Frage Schilderungen seien hier wiedergegeben. Dem hre besondere Aufmerffamkeit zuzuwenden und Postmeister Grotepa, in Wülfradt eröffnet: mBafidtit Entaeaenkommen bei der Vergebung Un:r französische Kommandant, er solle fein Per- ttü„ AAfträaen nach dem besetzten Gebiete fonal, das nach der Besetzung des Postamtes in n «inen den Mwehrstreik getreten War, zur Wlederauf-
Deutschlands zu nähme der Arbeit bewegen; denn „er habe einen
Kopf wie Marmor und Würde feine Befehle unter allen Umstünden durchsetzen. Doch erhielt er
hungernden deutschen Kinder
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Llmdwirtschafts-Sragm. S
Um die «eleeidevermehrung. E aud'^nicht zu freffm.- Di: Worte einer
> (Privat-Telegramm.) IA „ zösin, die in einem Laden in Dsistel-
Berlin. 15. Februar. f einer deuffchen Mutter, die kem $tin- nieiteren Verlaufe der gestrigen SitzungU ^rmehr mehr bekommen konnte, da die stan- der^Hauptlandwirtschaftskammer rese«erte Vor-l Madame den siezen Vorrat ausgckattt S.Ä oÄTSÄ» ---
ßisd>en 'Staatsregierung ausgearbeiteten G^eß h^n Bauern einfach den ungedrofchenen We z -ntwuri der eine Steigerung der ®ea mibt unt ihn als Streu ffir die sranzostfd^n treide'erzeugnifse durch »blisatornchen ^ert!C ,tt verwenden. Fn VohWinkel, w^ Austausch von Getreide gegen Stickstoff-!^ e;nett ygq nach her Besetzung hinkam, Berrf. > künger v7rswht. Der Lerichterstatter kam mlbcsrndrer Erbitten'.ng ®a «• seinem eintzehendcn Resnat zu «ntt entM ! nmsan'greichen Reciuisittnnen n ?ej
«bl-bnuna dieses Gesetzentwurfes, nr oe ,., crwohk die Stadt selbst Mang i brüte* eine Verschärfung der ZwangsW1 rt -1 -' ., Keine Vorstellungen basifen. Die ffircht- chast' die außer auf d-n i-'rändischen Beda 53^ Clemenceans: „Es leben ff'-mmag
an Getreide letzt auch auf den Gefamlbedarf an Unionen Zeutsch« zuviel auf der Welt M--N Stickstoff auögc^hnt^werden solle. Freiherr von nseren ^Brüdern im' Wosifalenlando f:tzt ^chr«ff W« n g en he im Atonie m seiner Emensch^^ «chinden Ohren, sie suhlen snh selbst
gen muß.
Was Frankreich sich von dieser Abfperrung wohl veffpricht? Wahffcheinlich die Stillegung der deutschen metallurgischen Jndustne und als
Lbie/mlt MetaÜsLäM geschiosscn, erfordern trf* f e^voll^ ein gedeckt haben wird, denn dies- Gewalt angewendet.
'ual Die richtige deutsche Antwort.
Sfc LS' « «F
te iS ÄÄMÄitfÄ
Metallen aus de^k Auslande offen ffe^H^rfen berechtigt fei. Eine Verantwortung der ML! Ä»Ä5fc
Frankreich aber Sin Derdünb-syndiktt- verhafiet.
immer fchwerer Ward, irgend Welche - 15 «ebrnar. (Privattelegramm.j
öffentliche Meinung gegen die ErPerimente lö FMruar. (Eigene Drahtmeldung.)
Regierung aufntfen. VefTn® en.®er 2ot'OmatiUuüer Franz ^eltgen vomB -
honfen in Frankreich über diesen "ene i , wurde gestern beim Uebcr-
Schritt Sie werde» lauter werden, Wenn ^ L^S^rt Mnwrra^ wpna n
N MtzeNa anch dieser Maßnahme Ä er ©artentonb bartL in der Röhe des
stellt. Je mehr Frankreich zu unbedEten L^l Bahichosis von einem französischen Posten ohne
Ruhr---biet selbst berichtet werden und kann von wr R^ierung und der Dolksstimmimg in rr>ontfchrch,v bestätigt werden. Die Abwehrsront ?t n?Ä Ln?r Richtung hin ^bröckelt Sw Wird halten, bis Frankreich einsieht, daß: es, sich durch alle neuen Erperimente nur affeln fö<^9t- Es ist verbrecherisch, daß fUMternoch^^ungetru von jeder Sachkenntnis, in Pans DeMusiez - stände kommen, die das Zeichen der Berw>e s' lvng auf her Stirn tragen. Wann wird 'rtam •, reF endlich klug und einsehen daß der Rechts ■ t-nof, e:n Fehler war, der sich hurch neitc Fehler nicht gutmachen und Wetttnachen faßt Frankreich hält es heute nicht wehr fü nötig,»feine neuen Maßnahmm in rechffertimn ÄÄ M ÄÄ widerstand ohne Vrund erfolgt und nicht ver^ an lackt worben wäre durch Heu franzom chen Rl-chtSbruch, von dem cntS oll d'.e .srrungen j . Wirrungen der französischen dosidk auspehem an;<> sich di» Dinae jetzt entwickeln, tritt kia
hervor: zu zerstören! Was hat die g«^ Ausfuhr-Sverre für einen anderen 3We«, «« hie Ruhr-Industrie zu ruinieren? Diese^^en- bem der Zerrüttung und VerniMung nmcht si* in-mer mehr geltend M d einer Brntatttat obne- pleichen geben die Franzofen hn all ihren Ein- griffen in das wirtschaftliche Le^n vor. Alles rrnd iedes. was sie tun, qe'chiebt au? A.rger über den bisherigen Mifierfolg. Es ist ohnmach- tige Wut. die sich hier an stobt und die fetzt iy pn crfji bi? wirtschaftliche Herz Deutschlands