Verdröngmg der Eisenbahner im Ruhrgebiet.
J. B.
erfahren.
tclscknlcn die cnnüf^e
an t
5n anyaftiskven und dayrlfchrn Schulen.
Wie im Staate Anhalt in den höheren Tcbnlen daS Französisch durch Englisch ersetzt wird, so wird auch in diesen Tagen vom bayerischen Kultusministerium eine Berord. nung erlassen werden, durch welck)e in allen Mtt-
zur Vorsicht und Zurückhaltung ist darum auch angebracht für alle Börsengeschäfte, die durch die jetzt zu beobachtende Kreditknappheit und die damit in Verbindung stehende Geldknappheit ohnehin eine recht empfindliche Beeinträchftgung
ÄurSSzkehung der Truppm.
Gelsenkirchen, 14. Februar. (Privat- telegramm.) Am gestrigen Nachmittag gegen 3 Uhr wurde Gelsenkirchen von den Franzosen wieder geräumt und ist fetzt völlig frei. Die Station Reußen bei Dortmund ist von Truppen besetzt worden.
Stadtverordnctensttzung statt, in der eine energische P r o t e st e n t s ch l i e tz u n g gegen diesen französischen Willkürakt angenommen wurde. In der Entschließung kommt ebenfalls zum Aus- dntck, daß die Verpflichtung der Stadt zur Zahlung dieser Kontribution nicht anerkannt werden könne, da den deutschen Schutzpolizisten eine Schuld an den vorgestrigen Zwischenfällen nicht beigemeffen werden könne. Heute werden sich die Fraktionsvorstek^r nach Düsseldorf zum General Degoutte begeben, um ihm eine entsprechende Erflärung vorzulegen und ihn zu veranlassen, den Kontributionsbcschlnß zurüö- zuziehen. Die Erregung der B ev ölkerung über das Vorgehen der Franzosen ist ungeheuer.
FranzMOe Volizri für das Ruhrgebiet.
Paris, 14. Februar. (Eigene Drahtmeldung.) Dem „Matin" wird aus Straßburg gemeldet, daß gestern abend eine größere Anzahl französischer Polzeibeamter aus verschiedenen Städten Lothringens nach dem neubesetzten Ruhrgebiet abgegangen ist.
Strafe für Gelsenkirchen.
Die Franzosen verlange« hundert Millionen, (Privat-Telegramm.)
Gelsenkirchen, 14. Februar.
Für die Vorfälle bei Gelsenkirchen, bei denen zwei französische Gendarmeriesoldaten in der Notwehr von deutschen Schuhpolizeibeamten verwundet wurden, ist der Stadt Gelsen- kirchen eine Strafzahlnng von hun- dert Millionen Papiermark auferlegt worden, die heute z« zahlen sind. Der Bekanntgabe dieser Gewaltmaßnahme ging eine zweistündige Unterredung der beiden Bürgermeister mit der Besatzungsbehörde voraus. Die beiden deutschen Herren wurden verhaftet und zwar, wie man annimmt, weil sie sich weigerten, diese Kontribution anzuerkennen. Gestern nachmittag fand daraufhin eine a:rßerordr?Mche
Das schwache England.
Ziehen sie ihre Truppe» zurück?
(Privat-Telegramm.)
Köln, 14. Februar.
Hiesigen Einwohner« ist * von Angehörigen der englischen Bcsatzungstrnppen vertraulich mit- gctcilt worden, daß die Engländer schon in den nächsten Tgaen nachEnglandzurück- kchren würden. Die Nachricht hat unter der Bevölkerung große Bestürzung Hervorgernfen, da man ein Einrücken französischer Truppen befürchtet. — Auch in Londoner politischen Kreisen verlautet mit großer Bestinnncheit» daß die Regierung innerhalb der nächsten 24 Stunden den englischen Besatzimgstruppen in Köln Befehl zum Rückzug und zum baldmöglichen Abtransport vom Festlande erteflen wird.
Aus dem MWrgedret.
Die Frauzvfe« übernehmen die Tisssbahrr. (Privat-Telegramm.)
Essen, 14. Februar.
Heute soll den Bahnbeamten im Ruhrgebiet durch Anschlag bekanntgegeben werden, daß die deutscl-cn Eifcnbahnangcstcll.cn nicht mehr zur deutschen Eisenbahnverwaltung gehören, daß sie verabschiedet sind und die rcotwendigen Eisenbahudienstc durch die alliierten Behörden flchcrgestcllt werde«. Gleichzeitig wird den deutschen EifenöahnangestrLtcn an- tzeimgesteWA, sich bei den alliierten Behörden zur Wiedcreinstellung in den Dienst zu melden, doch würdet» sie in diesem Falle nichts mehr mit der deutsche« Direktion zu tun haben. (1) — Was aus dieser Gewaltmatznahme werden wird, ersehen wir aus folgendem Bericht: Eine Hrrvas- dcpesche aus London besagt, der Sonderkorrespondent des „Evening Standard", der die Lage im Ruhrgebiet im Hinblick auf die bevorstehende Unterhansdebattc in einem wahren Lichte zu zeigen bestrebt ist, meldet, daß die Eisenbahnschienen im Ruhrgebiet in der Länge von mehr als hundertundftlnszig Meilen verrostet ftüd und die SSefSrVrrü^-L« ZivflbcvWrrunü aus den Landstraßen vor sich geht; ferner, daß die Bahnhöfe geschlossen sind und auch der Verkehr auf dem Rhein abgcnommen hat.
Die Bursuhrsperre.
Paris, 14. Februar. (Eigene Drahtmeldung.) Aus Mainz berichtet der „Pet-t Puristen": Die Beschlüsse der Interalliierten Rheinlandkommis- fion, die die Ausfuhr von Waren in das m« besetzte Gebiet Verbieten, sind auch auf daS Gebiet des Kölner Brückenkopfes anwendbar.
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Um die Kvdlrntransporle.
Paris, 14. Februar. (Eigene Drcchtmeldung) Das französische Ersuchen an England, Kohlenzüge durch das englische Drsatzungs- gcbiet fahren zu lassen oder einen Teil diese? Gebietes an Frankreich abzutreten, ist gestern »nm Londoner Kabinett geprüft worden. Eine Entscheidung wurde biSber nicht getroffen. Die E«Ächeidrmg wird vom Parlament gefällt.
Deutscher Vrotefl.
Berlin, 14. Februar. (Privattelegramm.) Die Besetzung von Wesel und Emmerich ist dem deutschen Kommissar für die besetzten Gebiete in Koblenz bereits vorgestern abend durch die Rbeinlandkommisfion angekündigt worden. Der Reich kommissar hat jedoch die Entgegennahme der Ankündigung abgewiesen unter dem Hinweis, daß er dafür nicht zuständig sei, da die genannten Orte nicht zum altbesetzten Gebiete gehören. Die deutsche Regierung wird gegen die gesetzwidrige Besetzung Protest erheben.
Sin SisendaDn-LngWS.
Düsseldorf, 14. Februar. (Privattele- aramm.) Die Pariser „Humanittz" meldet, daß auf der Strecke Düsseldorf-Duisburg einMili- tärzu g, der von freiwilligen französischen Eisenbahnern geführt war. infolge unrichtiger Bedienung entgleist ist. Sechsimdzwanzig französische Soldaten sollen dabei ums Leben gekommen sein. Die französischen Behörden sollen die Berbreiftrng der Mitteilung über die Zugentgleisung verboten haben.
In WM unft Emmerich.
Die Gründe für die Desetzung.
(Privat-Telegramm.)
Essen, 14. Februar.
Die Besetzung von Wesel und Emmerich hält man in wirtschaftlich unterrichteten Kreisen des Rrchrgrbietes als eine Folge des mitzlun- genen französischen Versuches, Koh- l e n über die südliche Linie aus dem Ruhrgebret hinauszubringen. Man hnite in den letzten Ta- -«n schon Anzeichen betiir. daß die Franzosen mit den von ihnen besetzten Bahnstrecken Ober- bausen - Gelsenkirchen, insbesondere mit dem schwierigen Gleisvahnhof Oberhausen nicht fertig werden und daher gezwungen würde«, sich auf die nördlichen Bahnlinien Reckling- Haufen-Duer Gladbach zu werfen. Tie Kohlengruben, die an dieser Bahnstrecke liegen, sind die jüngsten deS ganzen RuhrgebicteS und ihre Er- ! fassung mag daher den französischen Offizieren und Ingenieuren als die leichtere Aufgabe er- : Menen fein. Die jetzt erfolgte Besetzung von : Wesel und Emmerich würde bedeuten, daß die । Franzosen über die nördlichen Linien Kohlen i hinauSLringen wollen. Man ist in den Kreisen, i die mit den technischen und wirtschaftlichen ■ Schwierigkeiten im Ruhrgebiet bekannt sind, der Ansicht, daß auch dieser Versuch der Franzosen letzten Endes mißlingen wird.
Mark-EntwlÄrmg.
Staun die Mark gebessert werden?
Wir haben in den letzten Tagen einen eigentümlichen Vorgang beobachten können. Während bis dahin, fteilich in spekulativer Uebertreibung. die M ark einer. Fall erlebt hat, der die schlimmsten Befürchtungen, die man an die wirtschaftlichen Itückwirkungen der Rnhrbesetzung knüpfen mußte, noch weit hinter sich ließ, ist es mit einem Male zu einer nicht unbedeutenden Wendung gekommen. Daß der Dollar, der am 31. Januar einen traurigen Rekord von 49 000 Mark bei amtlicher Notierung verzeichnete — im Freiverkehr wurde der Dollar sckwn mit über 52000 Mark gehandelt —, am Montag an der Rowyorker Börse mit knapp 27 000 Mark verzeichnet wurde, also in der Zwischenzeit 20000 Mark verloren hat, gibt der gegenwärtigen Situation ihre charakteristische Rote. Wenn wir von der „Mark" sprechen, so müssen wir uns freilich immer wieder vor Augen halten, das; diese Bezeichnung nur noch formalen Charakter hat. Die Reichsmark im alten Sinne besteht schon längst nicht mehr. Was wir heute mit „Mark bezeichnen, ist nur noch eine Berechnungsformel. Tue heutige Mark Olt nur etwa ein Siebentausendstel ihres früheren Wertes. So kommt es, daß der Eintausendmarkscheiu von heute noch nicht em» Mal die Bedeutung und die Kauflrast einer einzigen früheren Reichsmark hat. Man muß schon sieben Eintausendmarkscheine hinlegen, um eine ehemalige, gute, alte Mark austviegen zu können.
Vor sechs Wochen noch wäre eine Stabilisierung der Mark, von der damals so viel die Rede war, trotz allem möglich gewesen. Stach dem Einbruch der Franzosen MtzrEtMgsHret ".mißten alle Hoffnungen nach dieser Richtung mn aufgegeben werden. Allein im Monat Januar hat'sich der Dollar-Stand versiebenfacht. Er stieg von 7000 in den ersten Tagen des Januar auf 49000 am letzten Januartage an. und dementsprechend war dann auch die Verschlechterung der llilark. Nun war es aber notwendig, daß der Kampf gegen die Devisenspekulation und damit gegen die Nutznießer der deutschen Wirtschastsnot ein Stück des großen Ringens darstellt, das im Ruhrgebiet zu bestehen ist. Denn die Markcntwertnng beeinflußt die Vreisge - st all t u n g für alle Lebensmittel und Bedarfsgegenstände in einer so nmnrttelbaren Art. daß unbedingt der ANwehrkamvf gegen diese Erscheinungen genau so organisiert werden müßte, wie bei Widerstand im Ruhrgebiet selber.
i An diesem Punkte sind wir jetzt angelangt. Die R e i ch s b a n k ist es, die auf Veranlassung der Reichsregierung eine arundsäßliche Mehr ihrer bisherigen Goldpolitik vor-renommen hat. Schon die Ankündigung der Reichsbank, daß sie allen denjenigen Banken die Kredite sperren werde, die künftighin noch die für die allgemeine Volkswirtschaft ungemein schädliche Beleihung von Devisenbeständen vornehmen, hat Wunder gewirkt. Der Devisenmarkt ist ins Wanken gekommen. Die Abbröckelungen verschärften sich auf die Mitteilungen bin. daß die Reicksreaie- rung neue gesetzliche Maßnahmen für die Bekämpfung der Devisenspekulation vorbereite. Was aber den stärksten Einfluß auf den Devisenmarkt hatte, das war doch die planmäßige Abgabe von Devisen aus eigenen Beständen. die von der ReickSbank in den letzten Tagen unternommen worden ist. Auf dies« Weise ist es gelungen recht empfindlich auf den Dollarstand einzu- wirken. Und die Wirkung der Aktton wurde durch den Ankauf deutscher Mark an den ausländischen Börsenplätzen, besonders in Amsterdam und Newhork, noch verstärkt.
Es ist nach innen, wie nach außen ganz gewiß von einer nicht zu unterschätzenden moralischen Bedeutung, wenn in der Zeit des Höhepunktes des Kampfes eine kraftvolle Stützungsaktion unternommen wird und von solchen sichtbaren Erfolgen begleitet ist. Daß das nicht bisher schon durchgeführt wurde, lag an der Goldpolitik der Neichsbank. die aber jetzt offensichtlich auf eine andere Basis gestellt wurde. So richtig es ist. daß die RcichSdank ihren Goldbesitz festbält, ebenso notwendig ist es, daß in der Zeit des Existenzkampfes, der letzten großen Enttchei- dung, die Reserven daran gesetzt werden müssen, um diesen Kampf zu bestehen, und dazu gehört, daß auch ein Teil des Reichsbankgoldes benutzt wird. Die Mark kann also gestützt werden. Nur ist es notwendig, daß die Disposition mit größter Vorsicht sich vollzieht. Es ist auch selbstverständlich daß wir diejenigen Reserven, über die wir noch verfügen, mit Weiser Zurückhaltung und sorgfältig wägend emsctzen. Denn, wie schon gesagt, wir stehen erst ernt Beginn der entscheidenden Phase des Kampfes, der durch die völlige Absperrung der Ruhr-Industrie von dem unbesetzten Deutschland seinen Höhepunkt erreicht hat. MS vorsichtiger Beurteiler der Situation muß man naturgemäß auch damit rechnen, daß Rückschläge eintreten, die den Erfolg der jetzigen Aktion in Frage stellen, jedenfalls biefe Bitten sehr kostspielig macken. Diese Mahnung
Fremde Sprachen.
Diussisch statt Französisch.
ES wird toen verschiedene» Seiten angeregt, da» Kranzösische au« den» Unterricht onSzuschalte». Zn der D. A. Z. hat Studienrat Dr. Heinrich« daS Russische enipsor-irn. »itseAnregung»rnter- sitrtzl Geh. Li>«rreg.-Rat St.Pauly wie folgt: Die Anregung des Studienrats Dr. Heinrichs, den Unten ichl des Französischen alsbald zu beseitigen, mochte ich nachdrücklichst unterstützen, Uiid zwar ganz unabhängig von Ge- fühlsempfiudungen, rein aus Zweckmäßig- reitsgiüllden. Es ist eine Auffassung, bie ich schon lange vertrete; das es überflüssig ist, zwei romanisch-germanische Sprachen nebeneinander treiben zu lassen auf den Schulen, nämlich englisch rind französisch. Stämme, gramma- tikalkjches Shstem, Sprachgeist des FranHösi- schen und des Englischen äHneln einander derart, daß c5 fair den — namentlich den im Lateinischen vorgebiDeten — Deutschen vollauf genügt, ene dieser beiden Sprachen zu lernen, um bei Bedarf die andere oder auch eine sonstige romanische Sprache — spanisch, italienisch — sich dazu anzueiquen. Steht das fest, so ist aber wohl unbestreitbar, daß bann vor dem Franzosi, "cherr den Vorzug verdient das Englische, dessen überragende Weltbedeutung gegenüber jenem wohl von niemand zurzeit bestritten werden kann. Und der Kulturwert des Französischen? Man prüfe doch einmal, ob in der Tat auch nur ein nennenswerter Bruchteil der jetzt Französisch lernenden Stäben und Mädchen durch dielen Unterricht, oder in ihm oder auch nur infolge desselben den Wert der französischen Kultur kennen und sMtzrn lernt. Man darf übrigen/wohl behaupten, daß die Dramen Sha- lespeares oder die Romane eines Dickens, eines Scott, eines Bulwcr, uns Deutschen sehr viel mehr sagen als alle französischen Literaturet- zeugnisse zusaarmengeno-nmeu. Es dürste vollauf genügen, das Französische künftig den Hochschulen zu überlassen und dem privaten Studium der Philosophen, die überhaupt wohl allemal in erster Linie dje Stellen bilden werden, die zwei Kulturkreise einander nahe zu bringen haben. Sie werden auch weiterhin sicherlich das, was von srcmzösischcr Kultur uns nützl:ch ist, uns übermitteln, und wen's sonst besonders reizt, der mag sich damit befassen und hinein vertiefen.
Im übrigen aber follte man überall Englisch an die Stelle des jetzt vornean stehenden Französisch setzen, und an die züvcite Stelle, wo jetzt englisch gelehrt wird, Russisch! Daß Rußland das Land ist, mit dem wir zusammen wieder in die Höhe zu kommen hoffen, dürste eine Anschauung sein, die so ziemlich van der äußersten Neckten bis zur äußersten Linken, wenn auch geiviß von sehr verschiedenen Gesichtspunkten ans, vertreten wird. Wenigstens aber wird, loer nicht so weit geht, gute Beziehungen zu diesem Riesenkande für wünschenswert hauen. Dazu aber kann nichts wirksamer, beitragen als die Kenntnis der -Drache dieses Landes, die uns sein Volk viel nLher bringen wird als das bisher möglich war.
Denen, die im späteren Leden, sei es aus wissenschaftlichen, s« es aus praktischen Gründen, eine slawische Sprache treiben wollen, wirs daS außerordentliche Schwierigkeiten bereiten, die vielleicht mehr noch in den fremden Schrift- zeichcn als in den uns besonders fr enthärt ig cnt- mutenden Lauten und den keinen Anhalt an M- kannteS bietenden Worten liegt Deshalb ist es von unschätzbarem Wette, diese Schriftzeichen it der Jugend gelernt tu Haben, je früher, desto besser. Wer aber gewisse russische Sprachkcnni- niffe erworben bat, der mag ück» «t ihrer richt' gen Bewertung klar machen, daß ihm damit die Erlernnna jeder anderen slawischen Sprache in einer Weise erleichtert ist, die den Meisten unbekannt sein dürfte. So vermittelt Kenntnis ruf» sischer Schrift und Sprache uns den Eintritt in die aesmnte slawische Welt, mit der wir in j^der Weise doch weiterhin stark zu rechnen haben. Vielleicht wäre es von großer Bedeutung gewesen, wenn wir das Verständnis dafür schon frü&er bei uns auf diese Weise verbreitet hätten.
Auch jetzt gilt es gewiß, noch manches Vor- urteil diesem Vorschlag gegenüber zu zerstreuen, namentlich im Westen, dem der Verzicht auf das Französische zunächst gewiß befremdlich ersche:-- nen wird. Ob man es dort als freiwillig er- Tentbäre Sprache 6efteben läßt, oder nicht auch da durch Spanisch — neben dem pfltchtmäßigcn Englisch und Russisch — ersetzen sollte, 'st eine weniger wichttge Frage. Das Vf^^ran /chch ersetze man aber jedenfalls durch Pflichtruftttch.
Die Gewaitmaßnahmen.
Beschlagnahme, Verhaftung, Verbote.
(Privat-Telegramm.)
Mainz, 14. Februar.
Im Zusammenhang mit der Beschlagnahme von Lohngeldern für Eisenbab- ner, die durch französische Beamte in einer Wirtschaft erfolgte, in der die Auszahlung vorgenom- mcn wurde, ist der Direttor der hiesigen Filiale der Diskontogesellschaft, Meyer, in Haft genommen worden, weil er die Auszahlung von Streikgeldern anläßlich beS Eisenbahnerstreiks begünstigt habe. Gegen ibn ist daS Verfahren vor dem Kriegsgericht eröffnet worben. Die französische Behörde hat von heute an Versammlungen wirtschaftlicher, wissenschaftlicher, religiöser und künstlerischer Art wieder gestattet, sofern dabei nicht Besprechungen des FricdenSver- trages erfolgen. Auch behält sie sich vor, ble Versammlungen zu überwachen. Alle politische«, sportliche« und turnerische« Voran- staltunge« bleiben verboten.
Meier Neueste Nachrichten
Hessische Abendzeitung
Kasseler Abendzeitung
Donnerstag, 18. Februar 1923,
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Nummer 38
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13. Jahrgang.