Kasseler Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung
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Hessische Abendzeitung
Nummer 36
Dienstag, 13. Februar 1923,
13. Jahrgang
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Set Send her französischen Mcherrschafi.
tim unsere Kohl?.
Mann erfährt Frankreich dis Wahrheit?
In Frankreich beginnt man zu rechnen. Man überlegt, wieviel Wagen täglich nach Frankreich kommen müßten, um die Kohlen zu bringAN, die Deutschland früher geliefert har, wieviel Eisenbahner und Bergleute in Frankreich für das Ruhrgebiet mobil gemacht werden müßten, um den Kohlenbctrieb in Gang ,u bringen, wieviel Eisenbahnwagen Frankreich stellen müßte. Und bei diesem Rechnen erkennen erst die Franzosen, daß M P o i n c a r e v e r r e ch » e.1 haben muß; denn sie kommen stets zu dem Ergebnis, Frankreich kann weder die nötigen Eisenbahnwagen, noch die nötigen Eisenbahner, weder die nötigen Bergleute, noch die notwendigen Lokomotiven aufbringen, wenn in Frankreich nicht alles stille stehen sollte. Und weil man daraus nicht das Bald znrechtzimmert, das die Pariser Presse immer noch Vorenthält, so kvachst die A b n e i g u n g gegen die Ruhraktion, wächst in allen Kreisen, und die Stimmung ist durchaus nicht mehr so glücklich. Selbst die zwei kleinen Eisenbahnzüge, die — in drei Wochen — über die Grenze kamen, lvurden nicht mit dem Jubel begrüßt, den mau sonst in Frankreich kennt. Es gab nicht die üblichen Ansprachen, Paraden und Auszüge vor den Zwei kleinen Zügen, sondern man wurde aufmcrch sam, daß früher einmal alle zwanzig Minuten etwa ein Zug mit Kohle» über die Grenze kam. Jetzt aber in zwanzig Tagen der erste. Es muß schlecht stehen um die sran zösi - schen.Plane, sagt mau. Und man beginnt die tzeitungsmeldungen anzuzweiseln. Wenn nun srst aber die französische Bevölkerung wirklich rfährt, was ihr Poincars für eine Schuld auf sich geladen hat, dann kann Man auf den Sturm ger Entrüstung gespannt sein. Das französische Militär, die französischen Ingenieur.'. Eisenbahner und Bergleute haben die Aufgabe, die Fehlmenge hcreiiizuholen. Die Unkosten der Aktion werden nicht mitgeteilt und die wahre Zahl der Fehltonnen bleibt ein Geheimnis. Der Schein oes Rechtes soll gewahrt werden, dem französischen Bolt soll im Bewußtsein liegen, was die Regierung tue, ist notwendig und wohlgetan.
Kein Wunder, wenn sich die Pariser Press: ,nit allen Kräften sträubt, die Wahrheit zu ofenbaren. Die halbamtlichen „Havas" verbreiteten gestern die Meldung, daß die Tonnen- zahl der im Dezember 1922 an Frankreich Drillich gelieferten Reparationskoh- ,e auf 1515 373 Tonnen sich belaufe, gegen 1 600000 Tonnen, die geliefert werden sollten. Zunächst: toie Havas zu dieser Meldung kam. Richt die französische Regierung hat sie gegeben, sondern Havas ist im Austauschverhältnis mit dem halbamtlichen Wolfschen Telegraphenbüro, dem ja bereits genug Kuckvckseier ins Rest gelegt hat. Diesmal hat Wolf an Havas eine Meldung gegeben, die aus amtlichem Berliner Material herrührte und wahrscheinlich aus Versehen nicht mit U.-Verlegung von Havas an die Zeitungen weitergegc-ben wurde. Indessen: die Pariser Zeitungen achteten besser darauf. daß ihre Spalten von jeder Wahrheit freibleiben. Sie druckten diese wcrwolle Meldung nicht ab. Havas hat sich vergeblich, wenn auch versehentlich, Mühe gegeben, die Wahrheit zu sagen. Es wäre ja auch eine Katastrophe für das ganze französische Lügengewebe gewesen, wenn diese Nachricht bekannt geworden wäre. Hätte sich nicht Jeder sagen müssen, wegen 85000 Tonnen Kohlen diese Aktion, dieser Rechts' bruch, diese Anspannung aller Kräfte, diese Belastung des eigenen Landes, diese Beunruhigung Europas. Wegen 85 000 Tonnen, ja, w.'gen dieser geringen Zahl hat Poincarä es für nötig gehalten, gegen Deutschland eine Straiaktion zu unternehmen. Und er denkt heute noch nicht daran, sein Unrecht einzuseh.n. heute, da es den Franzosen in vier Wochen noch nicht gelungen ist, nicht einmal diese kleine Menge von 85000 Tonnen nach Frankreich zu bringen. Die Januar-Lieferung fehlt demnach fall vollständig. Frankreich ist in größerer Kohlennot, als wir. Selbst der einfachste Franzose wird sich sagen müssen, es sei ein Verbrechen, wegen 85000 Tonnen das Land so ungeheuer zu schädigen. Wir erwarten, daß wenigstens diese Erkenntnis einmal laut und deutlich in Frankreich umgeht. Daß Frankreich sich auch zu der Ansicht bekennt, der Ministerpräsident habe einen beispiellosen Rocht*, bruch begangen, erwarten wir nW.
Die Dinge reifen mit der Zeit. Die unerschütterliche deutsche Einheitsfront mutz und wird halten, bis die Kngel ihren Lauf getan bat. Bis Poincars entweder, wie diele seiner Vorgänger, von der Bildfläche verschwindet, oder den Rückzug bestehlt. Die neue Opposition in Frankreich wird ein anderes Gesicht zeigen als die. die bisher stets Ministerpräsidenten abtreten ließen. Briand kam mit dem Auftrage, flirr« ker als Clcmencean zu sein, Poincars setzte stck> sozusagen selbst mit dem Versprechen in den Sattel. er kenne keine Rücksicht. Nämlich: die französische Politik jage dem Phantom nach, gegen
Deutschland müsse anders eingeschr'itten werden, damit die Millionen endlich über Frankreich rollen. Man sieht jetzt, daß das starke Einschreiten eine zweifelhafte Sache sei, und wenn Poincars jetzt fällt, weil er zu rücksichtssos nach Gold und Land gejagt hat, dann ist das doch ein Systemwechsel, den Frankreich lange schon haben müßte. So könnte diese Ruhrakttou endlich in Frankreich eine Strömung ans Ruder bringen, die dem Frieden zugänglicher ist und die realen Dinge sieht, wie sie gesehen werden müssen: Ein Friede kann nur kommen, wenn Frankreich das ganze Reparationsproblem von wirtschaftlichen Gesichtspunkten siebt und wenn künftig auf die deutschen Verhältnisse die weitestgehend- Rücksicht genommen wird. Mg.
Hüter der Gabklherrschaft.
Neue Truppe«, Diebstahl, Verbote.
(@igene Drahimeldung.)
Essen, 12. Februar.
Es werden neue Truppenverstär- kungen für das Ruhrgebiet gemeldet. Im Bezirk Köln find Züge mit schwerer Artillerie und aus der Strecke Euskirchen-Köln sind ebenfalls zwei mit allem Kriegsbedarf ausgerüstete Bataillone im Anrollen. — Der sranzüflsche Divisions-Kommandeur hat den Oberbürgermeister von Essen benachrichtigt, daß er Befehl habe, mit Rücksicht darauf, daß die Kohlen- und Materiallieferungen seitens der Stadt an die Besatzungs- brhörde stch verzöget. Hütte«, sich selbst - bedienen, wenn auch daraus Schäden für die Beamten, die öffetitliche Ordnung und die Stadt erwachsen könnten. (Das ist organisierter französischer Diebstahl.) — Die Zeitungs- Verbote gehen weiter. Die Rheinlandkommission hat das Erscheinen der „Duisburger Zeitung" und des „Lahnsteiner Tageblattes" während vierzehn Tagen verboten. Die „Emdener Zeitung" ist für einen Monat, die „B. Z. am Mittag" und die „Bossische Zeitung" sind für drei Monate im Nheinlande verboten worden.
® * *
«in Tumult in Herne.
Herne, 12. Februar. (Privattelegramm.) Während der vorgestrigen Aocndfiunden sammelte sich eine große Menge vor dem „Cafs Korso" an, dessen Besitzer mehrere Tage lang sein Lokal über die Polizeistunde hinaus für französische Offiziere offengehalten hatte. Als die Mcnge das Cafsstürmen wollte, drangen französische Soldaten aus den Nebenstraßen vor das CafS und vertrieben die erregte Menschenmenge. Eine Anzahl junger Letzte wurde bei dem Borgeh-n festgenommen und nntcr fchweren Mißhandlungen abgeführt.
DeuZWe Verräter.
Von der Menge verprügelt, da«« verhaftet. (Privat-Telegramm.)
Berlin, 12. Februar.
Auf Veranlassung der Passagiere eines D-Zuges Hannover-Berlin wurden gestern zwei Mitreifende, der 39 Jahre alte Schlosser Bruno Peter aus Fürstenwalde und der 42 Jahrs alte Ingeieur Reinhard Brandt aus Ma- ricndors aus dem Bahnhof Halenfee festge. n o m m c n, weil sie während der Fahrt Pro- pagandareden für das franzöfifchc Unternehmen im Ruhrgebiet gehalten hatten. Sie hatten dabei bcrtntf hingewiesen, daß sie >m Ruhrgebiet Vcrsammlnugen abgehalten hätten, die dem gleichen Zwecke dienten. Die Beiden wurden der politischen Polizei in Berlin übergeben. — Aus Essen wird gemeldet: Am Sonntag gegen 7y2 Uhr wurde auf einem Platz ein Arbeiter, der btt Menge anffvrderte, für die Franzosen tätig z« fein, von der Menge verprügelt und nach der Polizeiwache gebracht.
* Sm besetzten Baden.
Die Störung des öffentlichen LebcnS.
(Eisens Drahtmeldung.)
Offenburg, 12. Februar.
Ter Straßenverkehr ist jetzt wieder Tag und Rächt fteigegeben worden. Die Wirtfchasten können bis 10 Uhr geöffnet bleiben. Rur drei Wirtschaften haben die Weifung erhalten, Sonntag abends fchon um 8 Uhr zu fchließen. Der Verkehr von außerhalb nach Offenburg ist frei, aber die Leute, die Offenburg betreten, können angchalten werden. Sie müssen im Besitz eines Ausweifes über ihre Person fein. Der Bürgermeister hat die Bestrafung der Wirt- schaften-Inhaber, die sich hinsichtlich des Wirt- schaften-Berkehrs nicht an die Anordnungen der Besntzungsbehörde gehalten haben, abgelehnt. Tas Verkehrsleben der Stadt leidet unter der
BerkehrSsperre immer mehr. Der Postverkehr nach den nächsten Orten des unbcfetzten Gebiets wird notdürftig anftechtcrhalten. Nach Offenburg fclbst ist bisher aus den weiteren Landcstcilen keine Post gekommen. * Die „Offen- burgex Zeitung", die vor zwei Tagen verboten wurde, durste am zweiten Tage wieder erfcheinen.
Der NeichSprSflSent in Karlsruhe.'
Karlsruhe, 12. Februar. (Poivattelegramm.) Heute vormittag ist Reichspräftdent Ebert in Karlsruhe eiugetrossen, um mit den maßgebenden Steifen der badischen Regierung, den Ge- rneindevertrtungen und bet Berufsstände über die Lage in den nenüefetztcn Gebieten von Ap- penwriler und Offenburg zu beraten.
Drilelö für Negienrngödlreflor ©tamminger.
Berlin, 11. Februar. (Privattelegramm.) Der Reichspräsident hat anläßlich des Todes des ausgewiefenen Regicrungsdirektors Stamminger folgendes Beileidtelegramm an den Oberbürgermeister in Heidelberg gerichtet: „Die Nachricht, daß der in brutaler Weise trotz schweren Leidens ans der Heimat verjagte Regiermigsdireftsr Stamminger dort verstorben ist, hat mich tief bewegt.. Ich bitte Sie, die Familie diefes im treuen Dunste fürs Vaterland gebliebenen verdienten Beamten meiner cmfrich tigsten Teilnahme zu versichern. Ebert."
Für Mmisier vekbotm.
. t ^,Trie or»n7f vor See Wahrheit.
(Eigener Bericht.)
Berlin, 12. Februar.
Die feindlichen Regierungen haben der beut- scheu Regierung Folgendes mitgeteilt: „Die belgische und die französische Regierung haben fest- gestellt, das? der Befnch des Reichskanzlers Cuno im Ruhrgebiet und seine dort ausgeübte Aktion einzig und allein den Zweck gehabt hat, gefährliche Erregungen, besonders unter den Großindustriellen, RngesteMen und Staatsbeamten hcrvorzurusen. (?) Unter diesen Umstünden sehen sich die sranzöfische nnd belgische Regierung, welche im Interesse der Bevölkerung stets bestrebt sind, Wirten zu vermeiden, (?) die einen blutigen Verlauf habe» könnten, genötigt, bet Ncichsregicrung und den Regierungen der Länder mitzuteileu, daß Vic N e i ch s m i n i st e r und die Minister der Lander nicht mehr ermächtigt weroen, daS Ruhrgebiet zu betreten."
Gegen die LiZMLSung.
Berlin, 12. Februar. (Poivattelcgramm.) Die Berliner Sonntaasbküttet wenden sich scharf gegen die neueste Anmaßung der Franzofen uud Belgier, die den deutschen Ministern das Betreten des Ruhrgebietes verwehten wollen. 1t. a. schreibt der „Tag": Die Regierung wird schon jetzt nach den auS parlameutarifchen Krci- fen vorliegenden Stimmen nur noch den einen Weg wähle» können, die R o t e der französischen Regierung zurüüzuschiüen und durch eine Maffeneinreike von Ministern des Reiches und der Lander den Versuch zu machen, ob die fron- zösisüie Regierung es wirklich wagen wird, Verhaftungen vorzunehmen. — Ter -Vorwärts" erklärt: Das Verbot zeigt der Welt lediglich^ daß die Franzosen m-d 25cZcier das Ruhrgebiet als „Departement de la Ruhr" betrachten. — Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" spricht von einem ungeheuerlichen Bölkerrechtsbruch. — Der „Lokal-Anzeiger" spricht vom Gipsel französischer Heuchelei, und die „Deutsche Zeitung" erblickt in der Note FraukroichS Angst vor der Abwehr.
Ein ernfterWittschaftskamps
Entschluß der Arbeitgeberverbände.
(Privat-Telegramm.)
Berlin, 12. Februar.
Die Vereinigung der Berliner Arbeitgeberver- tiänbe veröffentlicht folgenden Ausruf, in dem eS heißt: „Namens des Vorstandes der Bereinigung deutfcher Arbeitgeberverbände rufen wir die ßefamte deutfche Arbeitgederfchaft auf, in jeder nur möglichen Weife und in jedem Falle sich den unrechtmäßigen Forderungen und den auf Rechtsbrüchen sich gründenden An- ordivmgen derFrauzofen und B e l g i e r im alt- und neubefetzten Gebiet zu widerfetzen und ihnen nicht zu folgen. Der Wittfchastskampf, an dessen Anfang wir stehen, wirb ftbarf werden. Die Lage ist ungeheuer ernst, dessen find wir «ns bewußt. Trotzdem nnd gerade darum wollen wir zufammenstehen und bkfett Kampf, unferer Verantwortung bm Vaterland und unferen Arbeitern gegenüber bewußt, durchführen. Dann werden und müssen wir endlich in gemeinfamet Arbeit und in gemeinfamet Abwehr den Sieg unferer gerechten Sache erringen."
Volksnot und Opfer.
Dardildliche Haltung.
Die testiere ««»dancr der CcböHerung, die Beet feindlichen Druck ftandhält, sowie die all . gemeine Kilfsbercitsehaft des bentschen 93o!?cd ermutigen sum erfolgreichen Durch halten- Da, za wird nn« bas Nachfolgen»« geschrieben r Wer feinem Volk dient, bient sich selbst. Die Wahrheit dieses klassischen Wortes mag man. cheni in diesen Tagen bewußt geworden sein, dem bisher die leidige Selbstsucht und das liebe „Ich" allem vorangingen und der jetzt einficht, wie die Not und die Leiden des gesamten Volkes letzten Endes doch auch die seiner höchsteigenen winzigen Person sind. Wenn wir das Spiel an der Ruhr jetzt verlieren, so ist es aus mit dem sogenannten „guten Geschäft", mit dem Wohlleben und dem Schmarotzen, — das merken auch die guten Leutchen, die Herren Schieber, die nur zu oft Riemen aus der mageren Haut des deutschen Dolles schnitten. Sie sind sichtlich kleinlaut goworden in diesen Tagen, da wieder — endlich wieder
ber gesunde Geist des Volkes sich regt, da endlich wieder Stärke und Selbst- bewußtsein angesichts der seindlichen Bajonette an Rhein und Ruhr wach geworden sind und in gemeinsamer Mwehr über Klaffe-llamps und Partei-Partikularismus hinaus Front gemacht wird von Arm und Reich, vom Mann ver Arbeit, wie vom Mann des Geistes welscher Tücke und welscher Raubgier gegenüber. — Die große Not unserer deutschen Brüder an der Ruhr, dem Herzen unseres deutschen Vaterlandes, hat end- l'ch wieder den gu-cir deutschen Opfer» willen pezeitPi, bei u ^c ! aeZchwc w mesjahre in und unteruns gewohnt hat. Roch weit härter, noch weit fchwerer kommt uns jedes Opfer heute an. Wir sind arm geworden — und doch fließen die Gabe» zum herrlichsten aller Vollsopfer reichlich, nicht nur von denen, die in den Augen der Umwett vielleicht mehr denn genug haben. Mel Weniges gibt ein Viel. Aus Bächen werden mächtig dahinrollende Flüsse, und alle nehmen ihren Lauf nach Westen, wo d«r Feind mit „Sicger"-Geste unter Aufgebot von Soldatenmassen weißer und schwärzer Farbe eine „friedliche" Eroberung durchzusetzen sich anscheinend stark genug fühlt. „Deutfchlandhatdie e r ft e P a r t i e an der Ruhr gewonnen," gestand unlängst Philippe Millet, einer der befanus testen französischen Publizisten. In der TaSH deutsche Zähigkeit und deutscher Opfersinn habM einen vor aller Welt offensichtlichen Erfolg esc- rungen. Nun aber heißt e§,
nicht müde werden.
Es gcht um alles. Mr müssen standhalten. Bezeichnend für den Geist, der heute in der trübsten Zeit der Demütigung unser gesamtes Voll üelzerrscht, darf eine Mitteilung genannt werden, die nach einer Vortragsreise jüngst ein bekannter Abgeordneter und Montanfachmann int Kreise seiner Freunde gab. In verschiedenen Landkreisen, in denen er über den zähen und er- ftlgreichcn Abwehrkampf unserer deutschen Volksgenossen an der Ruhr berichtete, erhielt er unmittelbar nach Schluß seiner Ausführungen, die ergriffen und teilnehmend nicht ohne tiefe innere Empörung gegen die „Kulturträger" Po- incarcs angehört touroen, von zahlreichen schlichten Landarbeitern das Angebot, so und so viel ihres im Hinblick auf die letzte mittelmäßige Ernte doch gewiß nicht überreichlichen Deputats
zugunsten bei gefährdeten Ruhtbevölkerunz entgegen^ nehmen. — Was will es dagegen aus- mackcn. daß auch in dieser Zeit heftigen Opfer- willcns jener Geist nicht schweigt, der stets verneint. Was will es gegenüber wirklicher Groß- taten deutscher Männer aus allen Schichten unseres Volles im neubesetzten Gebiet bedeuten, daß man von sogenannter radikaler Seite diese Vorkämpfer für Deutschlands Rettung mit Schmutz bewirft. So bat man den von den Sranz-osen vor das Kriegsgericht gestellten echenleitern den Vorwurf gemacht, daß sie mit „nur" einer Geldstrafe davongekommen feien, und diese Tatsache in teilweise recht unwürdiger Weise propagandistisch ausyewertet. Demgegenüber hielt es der bekannte Anwalt und Verteidiger der widerrechtlich Verhafteten und wegen ihrer deutschen Treue vor das Gericht der „Sieger" Gezerrten für feine Pflicht, auf eine Tatsache hinzuweifrn, die in der breiten Oeffentlich- keit nicht bekannt geworden ist. Dr. Grimm schrieb: „Nach dem SMußantrage des Staats-' anwattes, bei dem dieser, für uuS alle überraschend, nur Gekdstto.se beantragte, trat man von franzöftfcker Seit« an mich heran mit der Frage, p6 die Herren das Urteil annehmen würben. Wenn sie es annahmen, würden sie noch heute nach Hause fahren können: wenn sie es nickst annähmen, sondern Revision cinleaten, müßten sie noch länger in Untersuchungshaft bleiben. Diese Rechtslage würde auch den deutschen Gesetzen entsprochen haben. Ich babe danach jedem der einzelnen Herren Vorstebende^ mitgeteilt und ihnen die Frage gestellt, ob sie da?