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Meier Nemste Nachmhtm
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Hessische Abendzeitung
Kasseler Abendzeitung
Nummer 31
13. Jahrgang
Mittwoch, 7. Februar 1923,
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Deutsche Abwehr und Proteste
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tigern Sieg über die fremden Bedrücker!
J. B.
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Die verschärfte OrieMknse.
Bedeuernds Stimmung iu England.
(Eigene Drahrrnrldung.s
London, 6. Februar.
Das Scheitern der Brrhandlungen in Lau- sänne um den Orient bat in England und Frankreich große Erregung bervorgernfen. Die Preffr bedauert einmütig den Abbruch der Konferenz von Lausanne, obwohl der Bruch, wie allgemein erklärt wird, vonauszusehen war und somit fei neswegs überraschte. Tie Schuld an dem Bruch der Konferenz wird zum Teil den Tür- k e n, zmn Teil den Franzosen zugeschrieben. Ueber die Folgen des Abbruches bestehen im allgemeinen feine vessimistischen Stimmungen. Man drückt die Hoffnung aus, daß die Verband lungrn nach einiger Zeit anf der gleichen Bakis wieder ausgenommen werden kSnnen. Die Türken werden aber, wie erklärt wird, mit der Wartezeit nichts gewinnen. England aber auch nichts verlieren. Der britische Vertreter Lord Eurzon ist ans Lausanne gestern in London eingetroffen. Er begab sich sofort zum König.
England droht mir brr Flotte.
Loudon, 6 Februar. (Eigene Drahtmel- dung.) England zieht einen Teil der atlantischen Flotte in Gibraltar zusammen, um die Kriegsschiffe nach dem Nahen Osten entsenden zu können, „wenn die Lage es erfordert". Tie Schlachtschiffe „Resolution" und „Royal Sovereign" sind nach den Dardanellen aügegangen, um die unter Admiral Brock stehende Flotte zu verstärken.
sich die französische Regierung um eine Erweiterung des Brückenkopfes von Kehl aus rein militärischen Gründen und sie benutzt jetzt die allgemeine Verwirrung zur Erreichung dieser Pläne, die weder mit Reparationen, noch mit Sicherheiten oder Pfändern das mindeste -u tun haben. Tiefem Umstande wird $>ic deutsche Regierung Rechnung tragen.
Die öeutfche ASwshr.
Gegen die aUiieetcn Rechtsverletzungen.
(Privat-Telegramm)
Berlin, 6. Februar.
Nach halbamtlicher Mitteilung wurde in Paris, London, Brüffel und Rom eine deutsche Protestnote überreicht, die gleichzeitig der interalliierten Rheinlandfomurifsion in Koblenz übergeben wurde. Sie protestiert gegen die Errichtung von fünf Komitees seitens der Rhein- lcmdkomAfissio«, zwecks Verwaltung der beschlagnahmten Einnahmen. Tie Komitees seien in Wahrheit eigene interalliierte Verwaltungsbehörden. Diese Einrichtung, sowie die Masse nausweisung deutscher Beamten bedeutet den Anfang einer Losreißung der Rlfeinlande vom übrigen Deutschland. Die Note protestiert weiter gegen den Ausbau des Ein- und Ausfuhr-Systems, sowie die Verordnung, die die T r e n n u n g der gesamten K o h - len wirtschaft des besetzten Gebietes von der des übrigen Deutschlands bezweckt. Die deutsche Regierung legt gegen diese Rechtsbrüche ganz entschiedene Verwahrung ein.
das Höchste und das Letzte der Nation geht, keine Rolle. Es wird von Regierungsseite und namentlich durch das Reichsfinanzministerium die großzügigste Finanzaktton eingeleitet, Namentlich handelt es sich um bedeutende Kredi - te fit- die Beschaffung von Speck, Fett, Milch, Kartoffeln, Getreide usw. für das Ruhrgebiet. Dabei laßt aber die Regierung die Interessen des übrigen besetzten Gebietes und die des unbesetzten Deutschland feinen Augenblick aus den Augen. Es sind, wie noch einmal wiederholt sei. die weitesten Maßnahmen getroffen, um den Abwehrkampf zu bestchen. Es liegt außerdem am Volke selb st und zwar an allen Schichten, daß wir den Erfolg erreichen, wenn auch ohne Waffen, den endgül-
Lleberskhichten in Meöer-GWen.
Berlin, 6. Februar. (Privattelegranrm.) Die Bezirkskonferenz des Bergarbeiter- Verbandes für das niederschlesische Steinkohlengebiet hat mit großer Mehrheit beschlossen, zur Abwehr der Folgen der widerrechtlichen Besetzung des Ruhrgebietes das Verfahren von Ueberschichten sofort aufzunchmen.
Münchner FrLuen-Kunbgebnng.
München, 6. Februar. (Privattelegratnm.f Die katholisch en Fr auenorganisatio. nen Münchens veranstalteten am Sonntag eine große Frauenkundgebung gegen die Besetzung des RuhrgebieteS, in der die Frauen der ganzen Welt zum Urteil darüber ausgcrufen werden, daß unter Lügen und Vertragsbruch ein machthungriger, rachedustiger Sieger kerndeutsches Gebiet vom Vaterland abzuschnüren versucht.
Wette?er Dormffrsch in Vaden?
Karlsruhe, tz. Februar. (Prrvcfi-Tele- gramm.) Nach Mitteilungen, die an hiesiger unterrichteter Stelle cingeiaufen sind, ist mit dem weiteren Bormarsch der Franzosen anf badischem Gebiet zu rechnen, so mit der Besetzung von Bruchsal und Lörrach.
GmsprKche Vvm AMZMö.-
Weitere Stimmen der Vernunft.
(Eigene Drahtmeldrmg.s
Berlin, 6. Februar.
Dem preußischen Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung ist aus Chritziania folgendes Telegramm zugegangcn: „Die norwegisch eStudentenschaft hat gestern in außerordentlich stark besuchter Versammlung in Ehristiania einhellig folgende Resolution angenommen: Die norwegische Studentenschaft gibt den Gefühlen zorniger Entrüstung Ausdruck über die französische Gewaltpolitik, die sich in der militärischen Besetzung des Ruhrgebiets offenbart. — Wie aus Prag gemeldet wird, sind seit Donnerstag aus Moravska-Ostrava die regelmäßigen Kokslieferungen nach Frankreich eingestellt worden. Bisher wurden alle zwei Tage sechzig Waggons mit Kohlen abgesandt. Diese Sendrmgen sollen erst wieder ausgenommen werden, sobald die Ruhrexpedition zu Ende ist. — In London veranstalteten dreitausend Mitglieder der Arbeiterpartei eine öffentliche Kundgebung. ES wurde eine Entschließung angenommen, worin die englische Regierung ersucht wird, eiwgültig sich von der srnnzöfischen Politik zu trennen. — Die Basler Nachrichten deuten an, daß. falls der Verkehr über Offenburg eingestellt werde, die Schweiz und Ft allen deswegen bei Frankreich Einspruch erheben müßten. Es sei zu wünschen, daß man die Verhältnisse in Baden genau verfolge.
Aus dem befetzZen Gehler.
Der frauzSsischs Mißerfolg-
■ (Privat-Telegramm.)
Düsseldorf, 6. Februar.
Im Pariser „Figaro" wird ausgeführt: Es ist nur allzu gewiß, daß in den ersten Tagen der Ruhrbesetzung die Zufuhr von Köhlen und Koks und Farbstoffen nach Frankreich aufgehört hat. Man muß dem Publikum die Dinge so darstellen wie sie sind. Seit drei Wochen ist auch nicht ein Zug mit Kohle oder Koks noch Frankreich gekommen. — Im „Eckw de Paris" veröffentlicht General Eastelnau einen Artikel, der mit folgenden Worten schließt: „Wenn Deutschland endlich unsere legitimen Ansprüche anerlcnnen und uns ersuchen wird, unseren Druck an der Ruhr aufzngeben, so wird es wahrscheinlich zunächst Die lakonische Antwort erhalten: „Hier bin ich und Hierbleibei ch."
Deutsche GegeumLßushmeu.
Beratungen im Reichskabinett.
(Eigener Trahwertcht.)
Berlin, 6. Februar.
Das Reichskabinett hat sich während der Abwesenheit des Reichskanzlers unter dem Vorsitz des Vizekanzlers zu einer besonderen Sitzung versammelt, um die Maßnahmen zu beraten. die drrrchchen Einfall der französischen Truppen in das badische Land notwendig geworden sind. Wie der „Tag" meldet, wird der endgültige Beschluß erst nach der Rückkehr des Kanzlers der Oeffcntlichkeit unterbreitet werden. Zunächst kann nur das eine festgestellt werden, daß eS diesmal mit einem Protest fein Bewenden nicht haben wird. Dem deutschen Reiche stehen noch eine Reihe von Mitteln zur Verfügung, die mit Rücksicht auf gewisse Auffassungen in auswärtigen Ländern bis heute nicht angewendet worden find. Die französischeBertrags- verletzung infolge der Besetzung von Offenburg ist jedoch so kraß, daß diese Rücksicht größtenteils fertfiiHL Schon seit zwei Jahren bemüht
Vn den Völkerbund.
Berlin, 6. Februar. (PrivattelegrammO Die deutsche Regierung hat nach halbamtlicher Mitteilung beim Völkerbunde wegen der vertragswidrigen Haltung der französischen Regierung im Saargebiet auf dem Gebiete des Schulwesens Protest erhoben. Die deuffckp: Regierung verlangt vom Völkerbünde die Wiederherstellung der vertragsmäßigen Zustände, besonders die Wiederaufrichtinrg der früheren Grundlage des Schulwesens, die Beschränkung des Besuchs der französischen Schule und die Aufhebung der Beseitigung deutscher Schulen und der Volks- oder technischen Schicken.
Quertreiberei
Schon wieder dunkle Machenschaften«
Ern durchaus ernster französischer Politiker, Philippe Millet, schreibt, Frankreich Hüffe die elfte Partie verloren. Damit ist wohl genugsam bewiesen, daß all die schönen Phrasen, die man sonst in der französischen Presse lieft, nur dazu dienen sollen, das franzö- sische Volk über die Wahrheit zu täuschen und daß Poiucarö bewußt die Unwahrheit sagt, wenn er behauptet, er sei mit den bisherigen Erfolgen zufrieden Mllet meint nun, die zweite Phase beginne und Frankreich werde schließlich länger aushalten als Deutschland. Um die deutsche Widerstandskraft zu lähmen, sind die F r a n- zosen jetzt cnn Werk, durch J-ntriguen das deutsche Volk zu zermürben, innerpolitischen Streit zu entfachen und eine Regierungskrise herbeizuführen. Leider gibt es bei uns Politiker, die M von französischen Zwi- schennmnnern, ohne es zu wissen, beeinflussen lassen. Anzeichen lagen dafür vor, daß in den Kreisen der Kommunisten und wer ehemaligen Unabhängigen Quertreibereien versucht wurden. Sie warfen wie es auch die französische Presse tat, den früheren Reichskanzler Wirth in die Debatte, zeigten Unzufriedenheit mit Cuno. In Paris las man mit Vergnügen von diesen Vorgängen, an die man bei uns nicht recht glauben wollte. Man sagte sich, Deutschland werde, wenn es jetzt schon solchen innerpolitischen Streit beginne, zusammenbrechen müssen. Und die Agenten Frankreichs sind weiter am Werk. Sie iver- ben versuchen, das Feuer zu schüren. Run braucht man nicht anzunehmen, daß die deutschen Linksradikalen so verblendet sind, den Franzosen Vorschub zu leisten, damit wir; noch weiter ins Elend kommen. Sie mußten aber schließlich lernen .daß cs gefährlich und durchaus den französischen Wünschen entsprechend ist, wenn sie heute ihre Parteiinteressen voranstellen und vergessen, daß die breite Masse des Volkes von einem deutschen Versagen am schwersten getros- fen wird.
Erfreulicherweise erfennt man in der Sozialdemokratie, besonders in Süddeutschland, die Gefahr, und der Abgeordnete Braun arbeitet mit der großen Mehrheit dahin, die deutsche Einigkeit aufrecht zu erhalten. Die Süddeutschen . staben sich sogar an die Arbeiter des Ruhrgebiets direkt gewandt und sie aufgesordcrt, ihre Meinung zu sagen. Und die wackeren Männer an der Ruhr, die sich so ehrlich und ausrichtig, so rückgraffest benommen haben, haben denn auch schleunigst ihren Standpunkt erklärt. Sie fordern, daß man auch im unbesetzten Gebiet den Ernst der Stunde erkenne und alle Quertreiberei unterlasse Sie bekennen, sie könnten nur mit einer Regierung gemeinsam d« Kampf führen, die, wie die Regierung Cuno, gewillt sei, gegebene Versprechen zu halten. Man denke an der Ruhr nicht daran, zu verbandeln, sondern wolle den Kampf forifetzen, bis erreich t i st, was erreicht werden muß: derAb- zug der Franzosen' Dieser Stcmbvunkt hat bei den Lauen tote ein kalter Wasserstrahl gewirkt und plötzlich die Vernunft gebracht. Die Regierungsfreunde sind in der Oberhand. Es kann aber kommen, daß nach wenigen Tagen sich die Ovpofitton wieder zeigt, und deshalb ist es klug, man deckt diese Vorgänge rechtzeitig auf. die bedauerlich und beschämend für uns )-4n müssen. Anerkennung denen an der Ruhr, die das Schwerste tränen und dennoch Stand halten wollen, die noch die Kraft aufbringen müssen, dieienigen hinter der Front rum Aushalten zu mahnen. Man wird unwillkürlich erinnert an die Krieasvorqänge. Während an der Front bis zuletzt das Aushalten und Siegen eine beschlossene Sache war, schwankte die Heimfront und mackffe die Kämpfer mürbe. Lassen wir den jetzigen Kampf nicht zu einer Niederlage kommen. Was wir bei einem Fehlschlag zu erwarten hätten, tofitbe auch den Linksradikalen die Augen öffnen. Nach den neuesten Bespielen in Frankreich würden gerade sie von den französischen. Gewalthabern am schlechtesten be- bnnMt iverden. i
Auch die törichten Gerüchte, daß im Reicks- rrrbmet* Meinungsverschiedenheiten über die Maßnahmen gegenüber der Besetzung beständen, sind durchaus hinfällig In einer Besprechung, die die Bührer der Arbeitsgemeinschaff und demnach Mtch die sozialdemokratischen Parlamentarier mit dem Reichskanzler batten, gab dieser die feierliche Erklärung ast. daß das Kabinett bnr<fmts einig sei darin, daß sich nichts ge- ändert habe in seiner Haltung gegenüber dem Ullwellrkampfe. Auch besteben feine Meinungsverschiedenheiten über alle Fragen, die das besetzt Gebiet betreffen. Wir können nach besonderen Informationen aus unmittelbaren Rrgfe- lungskreisen noch bin zu sögen, daß dos Reicks- kcrbrnett mit a9eiw5tt* Energie Nr Organi- fatipn und Durchführung des Ab - toehrkamvfes feitfetzi. Fiskalisch- Interessen spielen in der jetzigen Situation, bo es um
Deutsche Milde.
Als bie Franzosen nicht bezahlen konnten.
Die nachstehende Erzählung bient jx eir.ext Vergleich der VerhSitutffe v-»n Heu«« nnb vor fünfzig Jahren. Sie zeigt, wie schonend Den-.schland da« «»erlegene Frankreich 6e handelt hat. <«u» den „Unterredungen mi - Bismarck", Verlag Ec-Nein Nachfolger.^ Ter französische Finanzminister Pouyer- Quertier kam im Oktober 1871 nach Berlin. Die Versailler Regierung hatte wenige Tage vor dem Termin, an dem die erste halbe Milliarde von der Kriegskontribution fällig war, für die Deckung dieser Summe noch nicht gesorgt. Fünf französische Bankiers hatten sich wohl bereit erklärt, die Summe vorzustrecken, allein gegen eine Provision von 20 Millionen Frank. Thiers war darüber erzürnt, ließ den Finanzminister kommen und richtete an ihn die Forderung, nach Berlin zu gehen. Pouyer- Quertter sträubte sich anfangs, zeigte sich aber schließlich zu der Reise bereit, jedoch unter der Voraussetzung, daß ein nach acht Tagen widerruflicher Vertrag mit den Bankiers abgeschlossen würde un>d er für aste Fälle eine Anweisung auf eine halbe Milliarde erhielte.
Der R e i ch s k a ". z l e r empfing Herrn Pou- ver-Quertier im ersten Augenblick sehr brüsk. Nach kurzer Zeit stellte es sich heraus, daß bie Annahme, von welcher Fürst Bismarck ausge- gangen war, eine irrtümliche gewesen; her Fürst bekannte das selbst mit der entgegenkommendsten Liebenswürdigkeit, und von da ab ging die Verhandlung ziemlich glatt. Von einer Verschiebung der Zahlung wollte der Fürst gar nichts hören. Endlich sagte er dem französischen Bevollmächtigten: „Sprechen Sie darüber mit dem a * .f e t ich werde Ihnen eine Audienz vermitteln und Ihrem Wunsche meinerseits -ficht hinderlich sein."
An demselben Tage empfing Kaiser Wilhelm den französischen Bevollmächtigten mit seltener Auszeichnung Der Kaffer war vollkommen Wer bie Verhandlungen aufgeklärt. Er äußerte wiederholt, die französische Mgierung sei bisher ihren Verbindlichkeiten mit Loyalität nachgekom- men, nnb als er schließlich den französischen Bevollmächtigten entließ, geschah dies in so wohlwollender Art. baß Herr Pouyer-Querffer sofort nach Versailles berichten konnte, er hoffe, bie Negoziationen zu einem guten Abschluß zu bringen. Am nächsten Morgen gegen 7 Uhr befand sich Herr Pouyer-Querffer, feinen Paffser Gewohnheiten entsprechend, noch im tiefrten Schafe, als er plötzlich durch lebhafte Gespräche im Nebenzimmer geweckt wurde Er hatte sich noch kaum den Schlaf aus den Augen gerieben, als die Tür schon geöffnet wurde und Fürst Bismarck in seiner bekannten Kürassieruniform cintTat. Herr Pouyer-Querffer stammelte verlegen Enffchuldigungen.
„Glauben Sie denn," lackte der Reichskanzler, „daß ick nfich vor einem nackten-Mann fürchte?" Ohne Umstände nahm der Reichskanzler Platz und begann die Koiweffation. „Sie haben gewonnen. Der Kaiser steht Ihnen alles zu." — „Wie?" fragte Herr Ponyer. „Sie haben noch gsfiem Se Majestät gesehen?" „gestern," antwortete Füfft Bismarck, „nein, sondern Leute es ist ja schon 7 Uhr morgens." Und mm begann bei Fürst mit der größten Nonchalance die wichtigsten Fragen, um welche es sich handelte, zu besprechen, als säße er mit dem Diplomaten in seinem Kabinett Es wurde Schreibzeug gebracht, und auf einem kleinen Nachttischchen wurden die Entwürfe zu den drei Konven- fionen zwischen Frankreich und Deutschland geschrieben. Das Bild wäre eine« Malers würdig gewesen; Auf b-w ein-n Seite der eiserne Kanzler in seine', vollen Uniform, auf der anderen Seite der ebenfalls sehr robuste französische Bevollmächtigte und zwischen beiden dieses Nachtffschchen. auf welchem Fürst Bismarck schrieb. Er schrieb bie Punktaiionen nach ter Verabredung in deutscher Sprache nieder und bemerkte: „Sie haben ja einen Sekretär, der deutsch versteht. Sie können also verifizieren lassen." Herr Pouyer-Querffer lehnte natürlich ab. In kurzer Zeit waren bie Entwürfe fertig, so daß bie Sekretäre den Rest besorgen konnten.
Rack ben Verhandlungen frühstückte Herr Vouyei-Quertier beim Fürsten. In bei Unterhaltung kam die Rebe auf bie Eisenbahnen, und Fürst Bismarck behauptete, bie deutschen Eisenbahnen befördern wohlfeiler als bie französischen. Herr Pouyer-Querffer bestritt daS und meinte unter anderem: „Ja. ich habe für einen Erttazua von Köln noch Berlin 1500 Mark bezahlt. Ich befrage mich nicht gerade und verlange mein Geld nickt zurück, aber Sie werden zugeben, daß daS anefr feine wohlfeile Beförderung ist." — „Cho." scherzte bei Füfft, „bo ballen Sie gewiß mW Illr Retourbillett bezahlt." Herr Voiiver-Querffer Lestriff bieR eben so Leiter. Aber wie erstaunte er. als er bei seiner Abreise auf dem Babnbof erschien imb fein Sekretär, bei für ein Kuper sorgen wollte, dir Nack-