Einzelbild herunterladen
 

Kasseler Neueste Nachrichten

Hessische Abendzeitung

Kasseler Abendzeitung

13. Jahrgang

Fernsprecher 951 und 953

Freitag, 2. Februar 1923.

Nummer 27

Fernsprecher 951 und 952

Verschärfung der feindlichen Gemalt

2te Kasseler Neuesten Nachrichten erscheinen wöchentlich sechsmal und zwar abend«. Der LoonnemenUprrls beträal monatlich IMSMarl bet freier Zustellung inä Han« in der GeichüftSstell« abgeholt 1270. Mark monatlich. Auswärts durch die Post bezogen 13J0.-®iart monatlich eiuschl- Zustellung. Bestellungen werden jederzeit entgegengenommen. Druckerei, «erlag und Redaktion. Schlachthofstraße 28/30. Für unverlangt eingesandte Beitrage kann die Redaktion eine Verantwortung oder Gewähr in keinem Falle übernehmen. Rückzahlung des Bezugsgeldes oder Ansprüche wegen etwaiger nicht ordnüngSmätziger Lieferung ausgeschlossen.

Bayerns Stellungnahme.

Bekämpfung der Preistreiberei.

(Privattelegramm.)

München, 1. Februar.

Die bayerische Regierung hat eine Verord­nung über die Bekämpfung des Wuchers und Schiebertums erlassen, in der es u. a. heißt: Der völkerrechtswidrige Einbruch in das Ruhr­gebiet läßt die Rot ins Maßlose wachsen. Ein Verräter an seinem Vaterlandc iss derjenige, der letzt, wo das deutsche Reich um seinen Fortbe- tand kämpft, ihm dadurch das Durchhalten er- chwert, daß er durch Preistreibereien und Zurückhaltung von Waren die all- genieine Rot steigert. Er hat jeden Anspruch aus Rachstcht verwirkt. Die volle Strenge des Ge­setzes muß ihn treffen. Von den Justiz- und Polizeibehörden wird erwartet, daß sie der Be­kämpfung des Wuchers und Schiebertums we­gen seiner besonderen Gefährlichkeit unter den gegenwärtigen Verhältnissen ihre volle Kraft und Ausmerkfamkeit zuwenden. Abschreckend können nur (Strafen wirken, 'die der Tat fofort folgen." *

Warnung vor Llnvrsonnenhrtt.

Wie weit der Gedanke an eine bewaffnete Abwehr und Vertreibung der Feinde in der Ju­gend verbreitet iss, geht schon daraus hervor, daß Tausende von jungen Leuten aus dem Ruhrgebiet, die glaubten, vielleicht von den Franzosen zum Militärdienst gepreßt oder inter­niert zu werden, in das unbesetzte Deutschland gekommen sind, um sich in Münster, Hannover, Berlin oder sonstwo in di-- Reichswehr ein­reihen zu lassen. Der Bescheid, daß die Reichs­wehr keine Mannschaften einsiellen dürfe und könne, hat sie arg enttäuscht, und als sie wieder in ihre Heimat zurückbesördert wurden, trat ein Katzenjammer darüber ein, daß sie sich nicht vorher erkundigt hatten. Sie waren un­wahren Gerüchten zum Opfer gefallen. Aber trotzdem sind noch Viele, die sich scheuen, die Rückreise anzutreten. Run fallen sie allgemeiner oder privater Fürsorge zur Last. Es ist wahr­scheinlich. daß die Feinde im besetzten Gebiet die Gerüchte aufgebracht haben, um die jungen Leute, die ihnen vielleicht noch unbeauem wer­den könnten, unauffällig aus dem Ruhrgebiet zu entfernen und französische, belgische oder italie­nische Arbeiter an ihre Stelle zu setzen. Schon aus dem Grunde muß man alles daran fetzen, mn diese dunkle Absicht zu bintertreiben. Ab- irsefeBen davon, kann die Reichswehr nicht will­kürlich ihre Mannschaftsstärke vermehren, weil sie sich im Rahmen des Reichsbausbalts ballen muß und den Alliierten keinen Vorwand geben darf, womit diefe dann weitere Rechtsbrüche rechtfertigen könnten.

Paris, 1. Februar. (Eigene Drahtmel- dung.j Ministerpräsident P-incar^ hatte gestern eine lange Unterredung mitBarthou, dem Vor- iyenden der Revorationskommission, und einigen an der Rnhrbesetznnq interefsierten Ministern. Der Arbeitsminister emnfing dann den Vor­sitzenden der Saarkommifsion, Raur. mit dem er sich wegen der Frage der Lohnerhöhungen für die Bergarbeiter im Saargebiet unterhielt.

Weitere Truppenverstarkungen.

Mülheim, 1. Februar. (Privattelegramm.) Die Franzosen lassen immer mehr neueTrup- p e n beranrollen. Auf den Anmarschwegen wur­den Motorbatterien fcstgcstellt, die östlich vor­gehen. Zwei Armeekorvs aus dem Elsaß sollen hcrangezogen worden sein, um im Ruhrgebiet eingesetzt zu werden. Es heißt, daß zwei Armee­korps bereits im Ruhrgebiet tätig sind.

Beschränkung der Vreffesreiheit.

Der Hauptpunkt unserer Betrachtung liegt aber darin, daß wir bei noch so großem Kamp- fesmut doch kampfunfähig sind. Mit ju­gendlicher Begeisterung ist es noch nicht erreicht cs gehört vielmehr ein einheitlich organisiertes, wohl diszipliniertes und gut ausgerüstetes Heer dazu. Außerdem viel Geld und Lebensmittel. Alles das f e b l t n n s. .Run stelle man sich vor, wie das deutsche Heer jetzt aussehen würde, das etwa die Franzosen vertreiben sollte. Es hätte nicht genug Waffen und Munition, keine Ge­schütze und keine Flugzeuge. Während das große französische Heer, unterstützt von den Belgiern, ständig tmler Waffen stebt, müßte das unsere erst zusammengestellt, und könnte nur mangelhaft einrnckleidet und ausgerüstet werden. Schon ehe ein dentsches Heer einen Anariff beginnen könnte, wären die Feinde in der Lage, mit ihrer Rie- senmenae von Geschützen und Flugzeugen das ganze Kampfgebiet in Schutt und Asche legen zu können. Und schließlich wäre es Wahnsinn, '--fcen wir das wichtigste deutsche Wirtschastsge- ^!rund und Baden frfriefcen. Ein hHvaff-

drückung unseres Vaterlandes sei, so verwerflich wären Beleidigungen, Belästigungen und Tät­lichkeiten, weil sie nur weitere Bedrückungen zur Folge haben müßten. Wer sich gegen diese Grundsätze versündigt, begehe ein Verbrechen am Baterlande.

Der Voffzrlvrasioent bleibt.

München, 1. Februar. (Privattelegramm.) Im Arbeitsausschuß des Landtages wird heute eine allgemeine polllische Aussprache über dte Frage des Ausnahmezustandes in Bayern stattfinden. Gerüchte, die von einem Rücktritt des Münchener Polizeipräsidenten ver­lauten, entbehren jeder Grundlage.

Ängoldflabt gibt nicht nach.

Ingolstadt, 1. Februar. (Privat - Tele­gramm.) Der Stadtrat von Ingolstadt hat die von der Botschafterkmtferenz verlangte Amtsent­ziehung des Polizeivorstandes unter Protest ge­gen die Zumutung abgelehnt, zumal der Stadtrat von dem Eintreffen der interalliierten Kommission nicht verständigt war und weil das schamlose Vorgehen der Franzosen im Ruhr­gebiet die Savage ohnehin geändert habe.

uetes Vorgehen wäre also unter den fetzigen Um- 'tänden eine so sickere Niederlage, daß nur un- lare Köpfe cm ein solches Abenteuer denlen kon- nen Auch die Hoffnung auf Rußland, von dem manche Leute noch Hilfe zu erwarten scheinen, gehört in das Reich der Phantasie, und zwar vorläufig noch aus politischen, wirtschaftlichen und technischen Gründen.

Es bleibt uns alio nur die moralische Waste des p a f s i v c n W i d e r st a n d e s, der S a b o- tage und des Boykotts. Diese muß aber kräftig und dauernd angewandt werden, so wie ea bisher schon sehr wirksam im Ruhrgebiet ge­schieht. Um damit den Erfolg zu sichern, ist es nötig, daß diefe Waffe durch eine engmaschige Organisation ausgobaut wird. Sie muß zersetzend wirken. Und das ganze deutsche Volk wird dabei mithelfen durch Geld- und Lebensmittel- spenden, damit die Rubrbevölkernng, dre jetzt die Stelle der Fronttruppen einnimmt, durchbalten kann, bis der Feind sein ergebnis­loses Bemühen aufgibt. Außerdem ist es letzt au der Zeit, die gegnerifchen Truppen mit Propa- gandamaterial w bearbeiten Jedes Mittel, das Aussicht auf Erfolg verfpricht, ist reckt, nm die feindlichen Kräfte zu lähmen. K. F. D.

Freiwilligen-Trupps.

Falsche Einstellung.

Nachdem die Münchener Vorgänge ohne nach­haltige Folgen vorübergegangen find, ist cs mög­lich, sie sachlich zu betrachten, übertriebene Ein­schätzung zu mindern und ihre Bedeutung auf ihren wahren Wert zurückzuführen Man war einiqermaßen überrascht, als plötzlich der Aus­nahmezustand Wer Bayern verhängt wurde, womit die bayrische Regierung sich vor Bedrohung zu schützen sucht. Es muß schon ernst gewesen sein, wenn die Regierung zu die­sem Mittel griff. Eigentlich war der Ausnahme­zustand gegen rechtsradikale nattonalfozialistifche Kreise gerichtet und doch beklagten sich die bayri­schen Sozialdemokraten, daß sic gegen sie (die Sozialdemokraten) angewandt würden. Die Sachlage ist in der Tat eigenartig und zeigt, daß auch Bayern noch nicht in geregelten Ver­hältnissen ist. Die verbotenen Ver­sammlungen der Nationalsozialisten. die sich unter ihrem Führer Hittler als die bayrischen Faszisten dünken, wurden zum Teil wieder erlaubt, obwohl er die Regierung in bedenk­licher Weise bedroht hatte. Wenn er wolle, so sagte er, könne er mit seiner Truppe die Regie­rung innerhalb traniger Sttmden absetzen, da er viertausend treue Anhänger hinter sich habe. Sein Programm ist ähnlich den Grundsätzen des italienischen Ministerpräsidenten Mussolini, der auch mit Faszistcngewalt die Regierung in Rom stürzte und sich an die Spitze des Kabinetts setzte. Uebereisriger Nattonalismus ist ihr Stre­ben und Zickl. In Bayern weiß man nicht, ob w? yimtrrmfrnu' herHerfmte crfolat ist. weil die Regierung die Räche der Mfionälsbzialisieu fürchtete oder weil sie der Bewegung nicht zu viel Wichtigkeit beimessen wollte. Wie dem auch sei, es ist ein unhaltbarer Zustand, daß ein Truvv von viertausend Draufgängern es wagt, die öffentliche Ordnung zu stören. Wenn mit an erster Stelle ihres Programms stebt: die Ver­treibung der Franzosen aus dem Laude mit Waffengewalt, fo ist das ein schöner Gedanke, aber mehr nicht, da uns alles fehlt, was zu einem Kriege erforderlich wäre. Phantasten, die die nächstliegenden Dinge verkennen, follten stch hüten, mutwilligerweife Schaden anzurich­ten ,bet dem ganzen Volke neues und größeres Leid zufügen würde.

Schmugglerstreiche.

Ans alter und neuer Zett.

®ie Absicht der Fran,»s«n, da« Ruhrgebiet durch eine Zollgrenze non Deutschland abzu- schnuren. ist «och kein wirksames Mittel, um da« deutsche Volk geffigig zu machen. Gegen Ben feindlichen RechtSbrnch ist jede mögliche Abwehr anznwenden, die noch durchführbar ist.

gnfeittonSp reife: 1) Einheimische Auftrag« Die einfpalttge Anzeigenzeile M. SO., Farni» Iieunachrichten,bie Zeile W.S0, dte einspaltige Reklame,eile M. 300,. b) Auswärtige Aul- träge: Die einspaltige Anzeigenzeile M. 30., di« einspaltige Rellamezeile M. 300, alle» em. schließlich Teuerungszuschlag und Anzeigensteuer. Für Anzeigen mit besonders schwierigem Sah hundert Prozent Ausschlag. Für die Richtigkeit aller durch Fernsprecher au,gegebenen An- zeigen, -owte für Aufnahmedaten und Plätze kann eine Gewähr nicht übernommen werden Druckerei: Schlachthofstraße 23/30. Geschäftsstelle: Kölnische Straße 5. Telephon Sir. »ol und 95-

Dortmund. 1. Februar. (Privattelegramm.) In Recklinghaufen lud der französische Kommandant die Redakteure zu sich und be­schwerte sich- daß sie zu aggressiv schrieben. Er verbot, Worte wiescktudcn",Vertrag brechen" usw zu gebrauchen. Die Redakteure stützten sich auf die bekannte Zusicherung im Plakate des französifchen Kommandanten, die der Presse Freibeit aarantiert. Auch in Bochum wur­den sämtliche politischen Redakteure vor den Kommandanten geladen. Dieser verlangte, daß der NamePoinrarö" überhaupt nicht ge­nannt und im übrigen alles vermieden würde, was aufreizend auf die Bevölkerung wirke. Selbstverständlich denken die Redakteure nicht daran, sich in ihrer politischen Freiheit von den Franzosen irgendwie veeinträchttgen zu lassen.

Llm den Devisenhandel.

Matzuahme« der Regierung.

(Privot-Telegramm.)

Berlin, 1. Februar.

Der Serliner Börsenanzeiger schreibt: Der rapide Verfall der deuffchen Währung iss dieser Tage Gegenfdind von Beratungen gewesen, die auf Veranlassung der deuffchen Reichsregie, tunn zwischen Vertretern der Bankwelt und der Reichsbank in Berlin stattgefunden ha­ben. Es wurden hierbei verschiedene Anrequn- gen gegeben die auf eine weitere Verschärfung

Um das Ruhrgebiet ist die Zollgrenze gezogen. Man nimmt zwar in allen maßgeben­den Kreisen an, daß es den Franzosen mcht ge­lingen werde, die Grenze dicht zu halten und die ZoUmaßnahmeu durchzuführen, aber sie werden es jedenfalls versuchen, den Verkehr zwischen dem Ruhrgebiet und dem unbesetzten Deutschland zu beschränken. Die Hauptaufgabe der Franzo­sen wird darin bestehen, alle zollpflichtigen Wa­ren zu fassen. Und deshalb ist zu erwarten, daß auch hier der Schmuggel wieder emsetzl. -vjejc Aussicht aber weckt lebhafte Erinnerungen an die Zeit der vor einem Jahrhundert von Na­poleon gegen England verhängten Kontinen­talsperre. Auch damals erlebte das Schmug- gelhandwerk eine ungeahnte Blüte, hatte doch die Unterbindung des englischen Handels mit dem Festlanbc, ähnlich wie heute eine neue Zoll­grenze, eine empfindliche Verteuerung der Le­bensmittel in Deutschland und besonders den völligen Mangel an Kolonialwaren zur Folge. Damals war es die seehaudeltreibende deutsche Küssenbevölterung, die. vielfach mit den Englän­dern sympathisierend, durch großzügig orgamsier- tin Schmuggel die Wirkung der Blockade abzu- fchwLcken suchte. Das raffiniert erdachte Konti- nentalsystem Napoleons hatte namluch eine wunde Stelle: Die Bestechlichkeit der französischen Zollbeamten und Gen- Var m eu. Und hier wußte de Volk von der Wusiciaiiie um «st «ch.

Fast immer wurde die Landung utttVRusla- dung von Schmuggelwaren, die während der Nacht in kleinen Fahrzeugen von Helgoland, dem Stapelplatz der enelifdien Schmuggler, an die deutsche Küsse gebracht wurden, direkt oder in­direkt mit Gold erkauft. Durch sinnreicheLicht- iguale verständigten sich die deutschen Schmug^ ler mit den Engländern auf Helgoland, und wenn die Ankunft eines Schmuggelschiffes bevor- stand, pflegten die an der Landung interessierten putschen Kaufleute die französischen Hafenbeam­ten zu einer nächtlichen Spielpartie bei gutem Wein einzuladen. Man spielte um hohe Betrage, und Frankreichs Zöllner gewannen, daß es eine wahre Freude war. Inzwischen lief dann das geheimnisvolle Schmugglerschiff in den Hafen ein und wurde in aller Eile entladen. In länd­lichen Schuppen oder Scheunen verbarg man das kostbare Gut, bis sich eine günstige VerkaufyGc- legenheit sand. Freilich kam es auch damals fchon vor, daß der Schmuggler bisweilengekappt wurde. In solchem Falle pflegte die französische Behörde das beschlagnahmte Schiff samt der La­dung meistbietend zu verkaufen, und nicht fetten waren es die Schmuggler oder deren Hintermän­ner, die durch Abgabe von Höchstgeboten die Ware iweber an sich brachten.

Ueberhaupt fach der gekappte Schmuggler da­mals feine Ebre darin, den Franzofen die im Stich gelassenen begehrenswerten Dinge auf ir­gend eine listenreiche Art uni Weife wieder ab­zujagen. und fei es unter Anweisung von Ge­walt. So wurden nach dem Bericht eines Zeit­genossen im Jahre 1812 bei dem oldenburwschen Orte Hochsiel große Mengen englifcher Waren von beit Franzosen ergriffen und hniwegaeführt. In der Nacht aber überfielen die Schmuggler den Transport auf der Landstraße, knebelten die Be- wachnngsmannfchasten und raubten die Wimen vollständig ans. Als es spater gelang, bieRa- dclsführer des Gewaltstreiches festzunehmen, stellte man sie vor das Auncher Schwurgericht zur Aburteilung. Die aus Kaufleuten und Bauern bestehende Geschworenenbank war rndej- sen den angeflagicu Schmugglern derart zuge­tan, daß sie alle Schuldfragen verneinte, fo daß die Uebeltätcr freigesprochen werden mußten. Diese Gefetzesverletzung durch die Geschworenen hatte allerdings die drakonische Maßregel zur Fo-lae, daß künftighin bei Schinuggler-Verbrechen die Schwurgerichte siberaassgen wittden und lur- zerhand das . Standrecht in Mfffamkctt hat Trotzcilledem aber bewiesen bte Schmuggler in der Kirstenbcvöfferung immer wieder aurs neue, daß sie es meisterhaft verstanden, den Schergen des großen Korsen ein Schnippchen w schlagen, und noch bcute gibt es in der Noichwefttcke Deutschlands Familien, deren Wohlhabend-1. aus jenen Tagen der Not stammt.

der Devisenkontrylle und eine noch stärkere Zen­tralisation des Devisenhandels hinzielen. ES darf damit gerechnet werden, baß die erwähnten Beratungen zu gewissen Maßnahmen führen werden. Die Reichsregierung verfolgt die bc- trübenden Vorgänge auf bett Devisenmärkten mit aller Anfincrkfamkeit unb ist fest entschlossen, Auswüchsen entgegenzutretew

Deutichlanb bleibt fest.

Eine Erklärung des Reichskanzlers. (Privat-Tel-gramm)

Berlin, 1. Februar.

Reichskanzler Dr. Cuno empfing gestern die Vertreter der amerikanifchen Presse, denen er einige aufflärende Mitteilungen über die Stel­lungnahme der Reichsregierung zur Rnhrbefetzung gab. In überzeugender Weife legte Dr. Cuno dar, daß sich die veutfche Regie­rung nicht fcheuen würde, die Karten aufzudek- len, um das wahre französifche Ziel zu zeige». Im übrigen betonte der Reichskanzler auch die­ses mal wieder die unbeugsame Festig -

München, 1. Februar. (Privattelegramm.) Die Polizeidirettion München warnt neuer- bings eindringlich vor Ausschreitungen gegen Vertreter des Feindbundes unv er­klärt: So berechtigt die Erregung Wer die Be-

keit DeuffchlandS, bis zum Ende entschlossen durchzuhalten. Tie Franzosen haben in B o t 1- rop dem deutschen Eisenbahnpersonal fran­zösische Lebensmittel angeboten. Das Anerbieten ist selbstverständlich abgelehiit worden. Die Preisentwicklung und der Lcbcns- mittelbedars im Ruhrevier bedürfen sorgfältige ogchtung. Die Verwirklichung der cingeleiteten .y'« pfcuri i»RC R ist WA notwendig, damit die standhafte Bevölkerung nicht in Ver­suchung geführt wird.

Die Schuinot im Westen.

Aussprache im Reichstag.

Berlin, 1. Februar.

In der Mittwochs-Sitzung des Reichstage? wurde zunächst auf eine kleine Anfrage des Ab- aeordneten Dr. Most erwidert, daß Maßnahmen gegen die Propaganda für die rheinifche Repu­blik im unbefetztcn Rheinland getroffen und. Das Haus fand sich dann zu einer einmütigen

Verschärfung der Gewalt.

Reue Drohung der französische« Reg.erung.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 1. Februar.

Eine offizielle Ankündigung schärfsterG e- waltmatznahmen wird wahrscheinlich noch heute aus Paris in Berlin eintresscn. Der Reichsregierung wird die bevorstehende Auwen- ouitfl einer Rktye MaOmhätS« nach Ansicht Frankreichs gegen Deutschlands wt- dcrspenstiae Haltung notwendig geworden feien. In dicker Ankündigung wird darauf hinge- wiefen, daß noch fchwerwiegendere Maßnahmen vorgcfchen sind, wenn Deutfchland die franzö­sische Regierung baut veranlassen werde. Die gestrigen französischen Abenbblätter teilen mit. daß wieder eine Reihe oberer Beamter aus dem besetzten Gebiet ausgewiesen wird. Ferner soll die gesamte Kohlenzufnhr nach dem unbesetzten Deutschland verhindert werden. Die Zollgrenze wird erst später eingerichtet. Wahrscheinlich wird nock einige Zeit vergehen, che diese Matznahme^in Kraft tritt.

pariser Vrratunaen.