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Vettere VerhaMugeu WÄ ZeschlaMtzmeN
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FkLnz0si!chr <5o!-'aten berprflßtit.
Düsseldorf, 27. Jaintar. (Eigenes Trie
stern Franzosen aus der elektrischen @tra- tzenbahn gerissen und ihnen die Seitengewehre, Litzen usw. abgenommen. Sie wurden verprügelt und konnten sodann ihren Weg fortsetzen. Die abgcnommeneu Waffen wurden in den Abslutzkamrl geworfen.
Möerfiaud gegen DersOlepPung.
Boppard, 27. Januar. (Privattelegramm.) Bus Anlaß der Demonstration für Thyssen wurden drei angefeheuc Bürger verhaftet, weil fie sich geweigert hatten, die Namen der Demonstranten bekannt zu geben. Dir Verhafteten sollten mit dem Zuge nach Kreuznach geschafft werden. Die Einwohner setzten sich aber zur Wehr und eS gelang ihnen, den Zug mi drrAbsahrtz« verhindern. Nach wiederholten Versuchen mutzten die Franzosen es auf- geben »nd die Verhafteten wieder aus dem Zuge schaffen. Sic sollen jetzt, wie es heisst, mit einem Automobil fvrtgeschafft werden.
Ein Pressevertreter, der eine Unterredung mit den au§ Mainz zurückgekehrten Zcchenvrrtre- tern hatte, hat von den Herren effahren, daß sie eine absichtlich gr?äl»nde Behandlung erdulden mutzten. Bei ihrer Einlieferung in das Mi'itär- gefängnis verkündete ihnen der Gefängnisdirektor, daß er auf Grund der ihm erteilten Befehle in der Lage sei, zwei Vergünstigungen (!) zuzu- gestchen. lyir eine bestände darin, daß man ihnen nicht die Haare abschneide und die zweite, daß man ihnen die Taschenuhr lasse. Darauf wurde jeder der Herren einzeln in eine Zelle eingesperrt. Diese wies mtt dir gering, ste» primitiven EinrichtungSgegenständr auf, dir anS einer Pritsche und einem Strvhsack bestanden. Die Benutzung drS Klosetts wurde ihnen verboten. Erst später wurde die Behandlung durch Gestattung eigener Beköst'gung etwas ge-
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zur Bewachung der Franzosen, damit Ihnen ja kein Leides geschieht, herumchromeniert.
«kinr Franzssen-Konferenz.
Düsseldorf, 27. Januar. (Privat-Tele- granmn.) Dir Zeitungen bringen keinerlei Meldungen über die ungehmrre Volksbewegung, die nicht nur im nrubesetzten Ruhrgebiet, sondern auch im ganzen Rheinland loszubrechen beginnt und begnügen fich damit, über den Fortgang der franzSftschen Organisation der Rnhrbesctznng zu berichten. Minister le Troanenr habe gestern in Düsseldorf eine bedeutsame Konferenz mtt dem General Degontte und dem Obcrkom- miffar Tirard gehabt. Unter den dabei beschlossenen Maßnahmen sollen sich solche befinden, dre den Zweck haben, jeden Transport von Kohle nach dem nnbesetztrn Dcuffchland endgültig zu unterbinden.
ließen den Zug stehen.
Da- gsscmrte reffende BubliTmn bMgtr da» Borgehen und verschwand ebenfalls Der Zug blisb auf der Strecke stehen, die Franzosen blie- ben hartnäckig in den Ltaasn sitzen, den ganzen Abend und die ganze Nacht hindurch, bis sie am anderen Morgen in nicht sehr gemütlicher Slim, mung das Feld räumten! Dem Obcrkomman- dierenden General im Ruhrgebiet, Herrn Cofte, vaWerte auch dieser Tage ein merkwürvi- ges Mißgeschick! 'r verlangte für eine Fahrt nach Düsseldorf di« Stellung einer eigenen Salonwagens. Die Eisenbahn-Beamten gaben sich .selbstverständlich" alle Mühe, irgendwo einen anszutreiben, man sand aber keinen! Wenn Herr Coste fahren wollte, mutzte er. da auch ein Abteil erster Klaffe nicht zur Verfügung stand, wohl oder übel mit einem Abterl zweiter Klaffe, in dem sich auch andere Reisende befanden, vorlieb nehmen. Brummend fügte sich der General. Und über die Gesichter der wackeren Westfalen zuckte es schalkhaft. Man sieht aus diesen Vorgänger!, daß eine noch so starke und eine noch so brutal austretende Heeresmachr ebenso wenig die Zuneigung eines wetterharten, ^idgeprüswn und in seinen heiligsten Rechten
Immer mm Bechaftlmgm.
Acbcrgrtffe in Düsseldorf und Duisburg.
(Eigene Drahtmelduns ) •
Düsseldorf, 27. Januar.
Bürgermeister Schmidt, der stellvertretende Oberbürgermeister, ist gestern von der franzöfifchen BesatzungsbehZrde verhaftet worden. Die Verkftfftrmg erfolgte im Rathaufe, als eine Besprechung der Fraktionsführcr mit der Stadtverwaltung statffand. Der Stadtverordnete Adam erhob namens der Stadtverwaltung Pro. t e st gegen die Verhaftung. Arff di« Frage, aus welchen Gründen die Verhaftung erfolge, wurde keine Antwort gegeben. Der Bürgermeister wurde mit Kraftwagen weggcbracht. — Der Gc- sll»äftsführer de8 Duisburger sozialdemoikrati- schrn Parteiblattes, Wilhelm Müller, Mitglied der B. S. P. D., ist nach einem längeren Verhör durch belgische Kriminalbeamte ohne jede An- gcrbe von Gründen für verhaftet erklärt rmd in das Lcmdgcrichtsgrbäude abgeführt worden.
Qäitööefcmg ö§r Besetzung.
Die EtSruug dos Verkehr«.
(Privat-Telegremm.)
Essen, 27. Januar.
Der Bahnhof Gladbeck ist von den Franzosen besetzt worden. Die deutschen Eisenbahner wurden nachhause geschickt. Besetzt wurden außerdem die Bahnhöfe Recklin'ghausen- Ost, Werden und Esscn-Stadtwald Die Bahnhöfe Heinesingrn und Ku Pferdreh sind stillgelegt. Der Bahnhof von Steele ficht vor der Besetzung. Der Verkehr nach Osten ist damit eingestellt. Gestern nachmittag find zwei Personenziige mit T r u p p e n, von französischen Eisenbahner» geführt, bis Essen-Stadtwald gelaufen. Bei der Post herrsche nur geringe Be- sörderungsmöglichkrit. Bon heule ab erfolgt voraussichtlich die Pofibefördrnrng nach dem ^Besten durch AntoS über Köln und Düsseldorf. Don da an scheint der Verkehr normal zu fein. Eine Reibung eutpeht dadurch, daß daS Düsseldorfer Personal zum Teil auswärts liegt und keine BerkehrSmSglichkeit besitzt, zum Teil von tagrlangem Dienst znrl-ckge^hrt, unfähig zur Weiterarbeit ist. Der Nmfchaltcranm des Fernsprechamtes in Effcn ist noch nicht sreigegrben. StSrrmoe« können daher noch nicht beseitigt werden. Mtencflen liegt zur Zeit ohne Besatz mg. Roch Aussage sranzöfffchrr Offiziere soll ?krte.-cffen keine Besatzung erhalt«,. — Infolge der Eingriffe srauzöffcher Eisenbahner ist ein nach Neuß abgclassener Sonderzug entgleist und hat ben Bahnverkehr g e - sperrt. Auch ein nach Mülheim unterwegs befindlicher Zug soll entgleist sein.
Franzöfiscvr SSdelattacke.
T r i e r, 27. Januar. (Eigen« Drahtmelduna.) Gestern ist es zu ernsten Zwischenfällen getont= mcn, wobei zahlreiche Personen, darunter auch Frauen und Kinder, verwundet worden sind. Die Zahl der Verletzten KSt sich nicht fcfifiellcn. da «in Betreten bet Strafe mtt Le. bensgefahr verbunden t* tzcrant Phis durchrasen die Stadt und hmicn mit Säbeln nnf friehfitfte Passanten ein. Der tücffiche Verkehre uht. Die „Trierer Land-Szeiv'n-'" ist auf drei Tage verboten worden. Der Direktor der „Tr-erer Landes,zeitiwg" wurde von Marokkanern (!) überfallen und verprügelt.
StSrrmgen Im InfiSklriev.
Essen, 27. Januar. (Privattelrgrammp Gestern abend wurde die Prsifungsstege im Hauptpostamt durch di« Franzosen be s ch l a g - nahmt. StSrungeu im Televhonverkehr können durch deittfche Beamte nicht mehr beseitigt werden. Bon 9 Uhr ab wurde der Postbetrieb aus dem Amte in Witten an der Ruhr stillgelegt. Außer Betrieb sind z. B. die Postämter in Bochum, HSrds, Bottrvp und Hattingen.
Lufgmmmsiöß? Sm Westm.
Die Belgier mit blankes Waffe.
(Privat-Telearomm.)
Duisburg, 27. Januar.
Gestern versammelten sich die Eisenbahn-, Post- und Telegruphenbcamten, um gegen bic Verhaftung des Postbeamten Bcrgcr zu protestieren. Vom Königsplatz aus bildete sich ein Demonstrationszug, der sich zum Land geeicht bewegte, wo die Versuche des Bürgermeisters, sowie verschiedener Abgeordneter der Stadt- verordneten-Fraktionen, den Verhafteten frei zu bekommen, mißlangen. Der Demonstrationszug, der auS mehreren tausend Teilnehmern bestand, bewegte sich daun wetter durch die Straßen der Stadt, unter Abfingen vaterländischer Lieder. Bor dem Theater wurden die Demonstranten durch belgische Kavallerie auseinander getrieben. Mehrere Personen, die wahllos aus der Menge gegriffen wurden, wurden verhaftet. Die Belgier find mit blanker Waffe vorgegangcn. Ob es Tote gegeben hat, fieht noch nicht fest. Eine Anzahl Personen wurde verletzt.
Die Kosten ver Rzchrdesetz-'NY.
Paris, 27. Januar. (Eigene Drvhtmrk- düng.) Nach offiziellen Mitteilungen werden die Kosten der Ruhrbesetzung für die Monate Ja- n u a r und Februar 45 Mill. Franken betragen.
SWmNMHe BehmMrmg
Im Mainzev MUitärgefLngniS.
(Privst-Telezramm.)
Essen, 27. Januar.
Deiagervngsrusiand In Koblenz.
Koblenz, 27. Januar. (Privattekegramm.) Neber die Stadt Koblenz ist der Bclagv-ungS- zustand verhängt worden wegen der Menschen- Ansammlungen, zu denen eS anläßlich bc~ Durchfahrt der Ruhrindnstriellen gckomnwn ist, obwohl dabei keine Ausschreitungen vorgekw.imen find.
die DoWempöNlng manchmal in Ausschreitungen gegen die gewalttätigen Feinde Lust macht, so ist daF an sich außerordentlich zu bedauern. Aber verstehen kann man solche Ausbrüche unter : dem seelischen Druck der jahrelangen Leiden. Mö- 1 gen die Herren Franzosen daraus ihr« Schluss« ziehen und sich daran erinnern, daß sie einst dem deutschen Michel vorgespiegelt haben, sie wollten ihm die Freiheit bringen. Mögen sie beachten, daß heute nicht nur eine deutsche Regierung protestiert, sondern daß sich ein verzweifeltes Volk gegen fremde Peiniger auf- bäumt. »Fest bleiben!' ist heute das Leib- wort für ganz Deutschland! K. F. D.
bis dreißig Mann, und es sieht zu komisch au wenn neben diesem militärischen Austvand ei s-omütlich schmunzelnder de utscher Polizi
3m besetzten Gebiet.
Humor in ernster Ze st.
Sie die wackere-, S,straien.<die die sranzSstschen Mastnahme» tue» Aebeitet-rrweizerun« »in. wirksam machen, auch tu« Humor gegen lt, Der.«Äcker kämpfen, zeig« folgend« MitteUnng
Der witzige Bahnhofsvorsteher in Sterkrade, der die „Besetzung" seines Bahnhoss durch die französischen Truppen zwar nicht hindern konnte, aber verlangte, daß jeder einzelne, bis an die Zähne bewaffnete Soldat nur mit einer Bahnsteigkarte die Bahnhofsanlagen betreten durste, Hai Schule gemacht. Auf Schritt und Trist begegnet man Mtuationen, die zum Lachen geiabcgu herausPordern. Schon das ganze Gefahren der Franzosen zeigt ihre Unsicherheit, ihre Angst und ihre Nervosität. Ein einzelner Offizier läßt sich von mindestens zwei Mann mit aufgepflanztem Bajonett ^begleiten. Tas wirst so lächerlich, daß sich kein Mensch zurÄckhalten kann. Die Schuljugend treibt ihren Spost damit. Vielfach haben die französischen Wachen den Befehl, jedes Patrouillieren zu unterlassen und nur mit dem Rücken an die Wand Posten zu stehen. Auch das wirkt sehr uMg. Dabei bestehen solche Wachen meist aus ein bis zwei Offizieren und KvanM
Denn diesen Schutz haben die Franzosen eigen« gefordert! Jin übrigen verdichtet sich der Ring täglich um die französische HeereSmachi herum. Immer neue Transportzüge lausen ein, und nun sind neben Ingenieuren awr» rcchlreich« f---.-»fische Zollbeamte angekom. men, was wohl darauf beuten läßt, daß Poin- carö wirklich seinen Plan der volHtäudigen Abschnürung deS Ruhrgpbietes von dem übrigen Deutschland in die Tat mnsetzen will. Inzwischen ist die Front des moralischen Widerstandes lückenlos geschlossen. Rach echter Weftstcken-Ärr werden
nicht viele Worte gemacht
es wird gehandelt. Einig« nette Stückchen seien hier festgehalten: Die Franzosen haben dutzendweise Telcphonleitungen beschlagnahmt und glaubten nun Herren der Situation zu sein. Die Leitungen waren aber plötzlich alle durchschnitten, und das führte zu einigen sehr spasshaften Zwischenfällen. In Essen, wo immer sehr viel Verkehr auf den Straßen ist, häufte sich vor dem »Kafferhoff, in welchem die militärischem Oberbefehlshaber sitzen, eine gewaltige Menschenmenge an, die zwar nicht übermäßige FreundschaftSbezeugun-- gen von sich gab, aber absolut keine gefährlichen Absichten an den Tay legte. Di« militärisch« Besatzung drs Kaiserhofs versuchte nach allen Himmelsrichtungen zu telephonieren, aber es blisb alles stumm und still. Den Franzosen passierte auch so nichts. Eine von ihnen in der Eile eigens hergerichtete Kabellinie nach Paris ist ebenfalls durchschnitten worden. In den Gasthöfen und in den Geschäften geht man fetzt auch mehr rmd mehr dazu Mer, den Franzosen und Belgiern nichts mehr zu verabfolgen. Selbst die Friseure" weigern sich, einen belgischen oder französischen Bart sy schneiden. Ein Vorgang, der sehr viel Heiterkeit auZlSste, ereignete sich auf der Eisenbahn. In Essen waren, ohne daß es der Lokomotivführer oder ein anderer Beainter merkten, beimlich von der rückwärtigen Seit« etwa dreißig Soldaten in den Zug gestiegen. Ms die Beamten darauf aufmerksam gemacht wurden, ließen sie den Zug halten und forderten die Franzosen zum Verlassen der Abteile auf. Ms fich bi« Franzosen weigerten, löschten die Beamten kurzerhand das Feuer und
.. ___ mildert und cs wurden auch Mctratzen und
yiaunn.) In der Unteren- Nordfiraße wurde» gr- Wolldecken zur Verfügung gestellt.
Die Ruhrbesetzung.
Fremder Zwang erzeugt Widerstand.
Es ist eine wahre Freude, wenn man beobachtet, wie sich das deutsche Boll in der größten Not aufgerafft hat und den fremden Eindringlingen nun zeigt, daß auch militärische &e* walt eine Grenze hat. Der deutsche Michel läßt sich viel gefallen, aber wenn die französische Dreistigkeit. gar zu arg wird, dann wehrt er sich. Die Anhänger einer gewissen Partei sagen, es habe erst so weit kommen müssen, wir hätten bis jetzt Erfüllungspolitik treiben Missen, um unser» guten Willen zu zeigen. Man kann darüber auch anderer Meinung sein. Das feindliche und neutrale Ausland, dem wir unfern guten Willen feit vier Jahren durch die Tat bewiesen haben, hat sich schon lange gewundert, daß wir nicht eher uns energisch geweigert haben. Die Feinde glauben doch immer noch, daß nach alter Gewohnheit das deutsche Volk schließlich auch in diesem Kampfe dem äußeren Druck nachgeben werde. Aber bei den Neutralen haben wir jetzt durch unser entschiedenes Auftreten an Achtung gewonnen. J-n allen Ländern der Welt — mit Ausnahme von Frankreich nnd Belgien natürlich — scheut man sich nicht mehr, Frankreichs Vorgehen als das zu bezeichnen, was es ist, als einen gemeinen Rechtsbruch. Lassen Frankreichs Alliierte trotzdem die Schandtat ruhig geschehen, so wollen wir sehen, wie lange sie sich durch die Duldung mitschuldig machen werden. Die kürzlich ip« Po- littk der alliierten Regierungen böweist jedenfalls ihre krasse staatsmännische Unfähigkeit.
ES wird mit jedem Tage klarer, waS Frankreich mit dem Einmarsch bezweckte. Wenn man cs bisher noch nicht recht glauben Mochte, so erkennen wir doch jetzt durch angcdeutrte Pläne, Anordnungen und bereit Durchführung, ast das Ruhrgebiet und Rheinland vom deutschen Reiche abgetrennt werden sollen. Französische Finanzs«Hverstänbige sind tatsächlich schon tm Ruhrgebiet, um zu beraten, wie sich eine neue Goldwährung am besten ein führen ließe. Soweit bisher bekannt geworden ist, halten diese Sachverständigen den Plan nur dann für praktisch, wenn das ganze Gebiet unter Einschluß des Saargebietes zu dem Zwecke zusammen- gefaßt wird. In politischen Kreisen in Paris scheint man aber noch nicht im Klaren darüber zu sein, wie man rechtlich di« zwangsweise Ein- sührung einer fremden Währung rechtfertigen kann. Es ist deshalb möglich, daß man in Paris schließlich dem Vorschlag der Sachverständigen znstimmt, der dahin geht, ähnlich wie im Saar- oebiet vorläufig die Frankwährung neben der Markwäbrung einzuführeu. Nm die deutsche Industrie für diesen frrbnten Plan zu gewinnen, locken die Franzosen mit dem Austausch von Erz gegen Kohle. Diese Pläne sind also tm Stadium der Beratungen. Was daraus werden wird, ist eine andere Frag«. Inzwischen werden Vorbereitungen getroffen, durch Verteilung der Truppen und Zollbeamten, die Zollsperre zu errichten, um durch wirtschaftkichen Druck das deuffche Doll mürbe zu machen.
Was geschieht über gegen diese brutale Vergewaltigung des wehrlosen Deutschland? Von außen, wie wir wahrnehmen, nichts. Zwar werden int Auslande in verschiedenen Volks- kreisen warnende Stimmen laut, die zum Bei- jpicl die britische und die amerikanische Regierung darauf Hinweisen, daß sie als angebliche Harter des internationalen Rechts die Pflicht hätten, den Franzosen in ben Arm zu fallen. Die Untätigkeit dieser Regierungen wird ver".rteilt, ja verhöhnt, aber das alles kann die Herren, die nur an ben augenblicklichen Profit benfen, nicht bewegen, etwas z» tun. Sie erklären, daß sie zu.näichfi neutral bleiben. England hat nur zur Bedingung gemacht, daß die Franzosen sich auS dem von den britischen Truppen besetzten Gebiet fernhalten. Eine solche „Neutralität" ist tm höchsten Mahr verachtenswert. Sorgen wir dafür, daß in ttnferem Volke diese Erfahrung nicht vergessen wird
Je meniger toir uns mtf Andere verlassen desto besser für uns. Und je mehr uns Zwang angetan wird, desto schärfer iff der W t b e r ft a n b. Es ist für einen wahr empfindenden Deutschen eine «"-hebende Freude, zu wissen, wie das ganze Voll jetzt zusammenböli in der Abwebr gegen die Versuch« der Versklavung. Wie lange ist es her, daß wir Verichir über eine solche Begeisterung gelesen haben wie si« am Rhein und im Ruhrgebiet sich des Volkes bemächtigte, als die von den Franzoseo verurteilten Zechen-Vertreter nachhause zurückkehrten. Die Blicmen. die Hochrufe die vaterländfichen Lieder — in Anwesenheit der fremden Bekatzimg — waren der Ausdruck de? Mücksgefühss über deuffche Gesinmmg. Feh bleiben! rief man den wackeren Männern zu die ihre Person für ihr Vaterland einfevten. Und irie wunderbar sind die Entschlüsse io vieler Handels- und Gewerbezweige, die Franzose!« und Belgier und ihre Waren zu boykottic- r c n Es sind Taten der R o tto ehr. Wenn sich ।
Kasseler Abendzeitung
Hessische Abendzeitung
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Nummer 23
Sonntag, 28. Zannar 1923,
13. Jahrgang
Fernsprecher 951 und 953
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Die »afleier tieueften viachrtchtr» erftDtinnt roödwtttd) feftimol und zwar a t> «nd s. D-r il crmementCpTtt# betrügt monatlich 750.— Mart bet freier ZuNellunz tn6 Haut, in der Geschäftsstelle abgeholt 7«.— Mark monaMch. LuSwärtS durch die Poft bezogen 750.— Mark monatRch etnschl. Zustellung. Bestellungen werden jederzeit entgegengennm.men. Druckerei, tierlag tmb IHebattton, Sehlachthofstrabe 28/S0, Für unverlangt eingesandte Beiträge kann die Redaktion eine Verantwortung oder Gewähr in keinem Falle üdernehmsn. Rückzahlung des BezugSgeldeS oder RnfxrSch- wegen etwaiger nicht ordnungsmäßiger Lieferung auSgeschlogcn.
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