Hessische Abendzeitung
Kasseler Abendzeitung
13. Jahrgang
Freitag, 26. Zarmar 1923.
Nummer 21
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Fernsprecher 951 und 952
Neue AMürsälle im Westen.
Dermittlungsversuche.
Seine Verhandlung unter Gewalt.
Nach dem rechtswidrigen Einmarsch der Franzosen und Belgier ins Ruhrgebiet sind von verschiedenen ausländischen Seiten, so wird berichtet, Vermittlungsversuche gemacht worden, die allerdings nur eine Fühlungnahmewa- ren und schon in diesen Anfängen als aussichtslos zu betrachten sind. Von amtlicher Seite sind es nur zwei Stellen, die Fühlung genommen haben, und zwar der neue italienische Ministerpräsident Mussolini und der Papst. Außer Rom ist nur von privaten Versuchen etwas bekannt. Betrachten wir zunächst die Nachrichten aus dem Vatikan, so sehen wir, daß der Pap st angeregt hat, die Dinge in Europa von Grund aus neu zu gestalten, dem heutigen Leben und Wirken der Völker entsprechend. Im Vatikan sähe man es gerne, wenn die Diplomaten die Lage vorurteils- srei prüften und zu einer Vermittlung die Hand bieten würden, wozu der Vatikan, der mit seinen Gesandtschaften im Ausland« in ständiger Verbindung steht, seine Mitwirkung zusagt. Wir wissen dieses Anerbieten sehr wohl zu schätzen und kennen auch den Einfluß des Vatikans in seinem kirchlichen Bereich, finden aber trotzdem die Anregung zu der „Neugestaltung der Dinge* als zu wenig bestimmt. Auch unsere Meinung ist es, daß alles neugestaltet werden muß und zwar so gründlich, daß der ganze Versailler Vertrag als null und nichtig erkkärt wird und die deutschen Grenzen, wie sie vor dem Kriege bestanden, wieder hergestellt werden. Außerdem müßte festgelegt werden, daß wir mit den bisherigen ungeheueren Reparationszahlungen unsere Verpflichtungen erftillt haben und die feindlichen Txttptzsn sich dorthin zurüSzieben. wobin sie gehören Notwendig wäre dazu, daß die Diplomaten schon sehr bald die Lage „vorurteils- fiei prüften*, worauf wir aber vergeblich warten können.
Mussolinis Versuch war ebenso fruchtlos. Auch seine Zwecke und Ziele sind durchaus unklar. Vor allem ist die Planlosigkeit seiner auswärtigen Politik auffallend. Vor und nach der Pariser Konferenz hat er zu Frankreich gehabten, womit er Deutschlands .Verfehlungen* als erwiesen ansah. Erst als Frankreich den Einmarsch verwirklichte, erschien es ibm zu ge- wagt, den Rechtsbruch mitzumachen. Hat er auch keine Soldaten ins Rrchraebiet gesandt, so ist er hoch mitschuldig an der Besetzung. Durch seine mmberlegte Haltung vor der Tat hat er deutlich gezeigt, wie neu und unerfahren er al.? Staatsmann ist. Nach solchem groben Fehler muß man seinen weiteren staatsmännischen Leistungen mit Mißtrauen entaeaenseben. Selbst feine französischen Freunde beachteten sein Anerbieten nicht und zeigten, daß sie nicht viel von ibm halten, wenn er sich nicht mehr für ihre Zwecke mißbrauchen läßt.
Sind so die beiden ernst zu nehmenden Bemühungen um Vermittlung schon in ihrem ersten Anfang zunichte geworden, so haben die anderen unmaßgeblichen Anfragen noch weniger Bedeutung. Eine Meldung der Londoner „Times* wollte wissen, daß eine deutsche Abordnung in vertraulichem Auftrage nach London gefahren sei, um England für ein Eingreifen in der Rubrfrage zu bewegen. In Berlin an amtlicher Stelle weiß man von einer frckchen Reise nichts. Möglich ist vielmehr, daß es ein Wink von englischer Seite ist, diesen Weg z« besSretten. Aber nach den bisherigen Erfahrungen wäre auch von einem Eingreifen der brittschen Regierrrng noch nichts zu erwarten, da sie — obwohl sie das Vorgehen Frankreichs nicht billigt — immer noch aus dem Standpunkt steht, daß Deutschland bezahlen müsse. Enaland steht abwartend beiseite. Gelänge das französische Abenteuer, dann würde England von Frankreich die Bezahlung der Kriegsschulden verlangen und indirekt an der Bente teilnehmen. Gelingt es nicht, dann betont England mit heuchlerischer Geberde, daß es an dem Fehlschlag nicht beteiligt sei. Wie es auch kommen mag,' England stellt stets die Frage in den Vordergrund: Wie ziehe ich daraus einen Profit? Gegenwärtig blüht sein Weizen wieder, denn die Krise im Ruhrgebiet hat Deutschlands Eisenindustrie vom Weltmarkt verdrängt, statt dessen läuft eine Hochflut von Bestellungen in England ein, und englische Kohle geht außerdem nach Deutschland. Derselbe Geschäftsgeist herrscht in Amerika. Mag das deutsche Reich zugrunde gehen, die Menschenmaffe als Verbraucher amerikanischer Waren bleibt doch, aber die industrielle Konkurrenz ist beseifigt. Von diesen beiden Ländern dürfen wir also vorläufig keine Hilke erhoffen. , _
Trotz allem sind Deutschlands Aussichten günstig, wenn wir uns selbst helfen. Unser Vorteil des Rechtes ist jetzt noch durch das wertvolle Zeugnis des britischen Höchsten Gerichtshofes verstärft worden, der Frankreichs Gewaltmaßnahmen als Rechtsüberschrei- tuna und Bruch des Versailler Vertrags bezeichnet hat. Die Loge stellt sich für Deutschland jetzt wie folgt dar: Da der Ver
sailler Vertrag durch Frankreich gebrochen ist, sind seine Bestimmungen ungültig und Deutschlands Verpflichtungen hinfällig. Die Reparationszahlungen und Sachleistungen hören damit auf. Zu einer Neuregelung unseres Verhältnisses zu den Alliierten bedarf es neuer Verhandlungen. Diese Verhandlungen lehnt die deutsche Regierung ab, solange sich noch feindliches Mlitär im deutschen Wirtschaftsgebiet befindet. In dieser Haltung wird die Regierung vom ganzen deutschen Volle unterstützt. Sßir wollen uns nicht mehr wie ein Sklavenvoll behandeln lassen, das ist die Meinung aller Männer und Frauen, die noch wissen, was deutsch ist und die sich ihr vaterländisches Ehrgefühl bewahrt haben. Damit wir unseren Willen zur Freiheit durchsetzen und unser Recht zum Siege fuhren können, ist eins erforderlich: Ei nmüt i g sein im Widerstand! Wenn bei Boykott der Franzosen und Belgier und ihrer Waren weiter fortgesetzt wird, müssen die Feinde im Ruhrgebiet und das französische und belgische Voll schon bald einsehen, daß ihr militärisches Abenteuer ein Fehlschlag ist. K. F. D.
Hilter Gewalt rmö WMM*.
Wieder eine Dankberanbung.
(Privat-Telegramm.)
Berlin, 25. Januar.
Halbamtlich wird erklärt: In die Kategorie des militärischen Raubes von Privat- eigentum gehört auch die Requirierung von fünfzig Mill io nen Mark mtS der Filiate des A. Schaasfhausenschen Bankvereins in Aachen. Dieser Betrag wurde trotz des Einspruchs des Filialleiters der Kaffe in bar entnommen. Der ? - i t er, Dr. Dörner Wurde zur Strafe für seine pflichtgemässe Verteidigung des ihm anvertrauten Privateigentums verhaftet. Die Aachener Banken haben als Protest gegen diese unge- lseuerliche Verletzung des Privateigentums be- schloffen, ihre Kassen nicht mehr zu öffnen bis der verhaftete Bankleiter wieder entlassen sei. Die Befatzungsbehörde hat daraufhin die Entlassung des Verhafteten verfügt.
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SHwlengMrn pr die Feind».
Paris, 25. Januar. (Eigene Drahtmeldung.) Sämtliche Pariser Blätter enthalten Informationen, die augenscheinlich ans gemeinsamer militärischer Quelle in Düsseldorf herrühren und zum erstcnmale das französische Publikum daraitf vorbereiten, dass die nun vierzehntägiae Besetzung der Ruhr nochkeinerlei Ergebnis hatte. Die Zeitungen sprechen von einem Stillstand der Rubrkrise, die vor mindestens drei Wochen nicht beendet sein werde. Die Einsetzung eines Ober, konrmiffars mit zivilen und milftärischen Vollmachten würde nötig sein, da die Besetzung des Ruhrgebietes ebensolange dauern würde wie das Deutschland zu gewähren'^ M o- ratorium, also zwei Jahre. (!) Ms Oürr- kommiffar dürste General Wehgandt in Aussicht genommen werden. Eine sehr schwere Arbeit würde die Sicherung der Eisenbahnen sein, da alle deutschen Eisenbahner nicht gefügig seien.
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Vrüfung des Erfolges.
Pari«, 25. Januar. (Eigene Drahtmeldung.) Durch besonderen Erlaß der Regierung sind der Minister der üffentgichen Arbeiten und General Weygand beauftragt worden, sich sofort in das Rubrgebiet zu begeben, um sich dort über den ersten Erfolg der Besetzung zu informiere«. Weiter sind ins Ruhrgebiet in Begleitung ihrer M'- uisterialdirettoren Regierungsbeauftragte gereist.
Der französische Man.
Wie der Westen a&gefrennt werden soll.
(Sigene Drahtureldung.tz
Paris. 25. Januar.
Die endgültige Organisatto«. die die französische Regier,mg im Ruhrgebiet beabsichtigt, schil- dert die „Chicago Tr.oune" wie folgt: 1. Zwischen dem besetzten Gebiet und Deutschland wird ein Kontrollkordon errichtet. 2. Im Rheinland mw tu Ruhrgebiet wird eine n e u e G e l d. Währung eingeführt, die den Samen „Rheinischer Taler" erhalten würde. Sie würde von den deutschen StaatSeinmchmen im besetzte« Gebiet garanttert werden und durch Aufdruck auf die verschiedenen Markscheine hergestellt werden. 3. Die telegraphischen und telephon,- scheu Verbindungen zwischen dem Ruhrgebiet und Deutschlmrd würden unter französisch« Kontrolle gestellt. 4. Die Besatzungsbebörde würde die Verantwortung Mr die Ernährung der Ruhrbevötterung tragen. 5. Die Eisenbahn- Berbindungen und die Wasserwege würden unter französische Kontrolle gestellt. 6. Es würde ein Generalgouverneur ernannt werden, der sowohl die Zivil- als auch die Militärverwal- tun» des Ruhrbezirks übernimmt. 7. Dir Industrie des Ruhrgebietes würde unter die
Kontrolle der Besatzungsbehörde gestellt. 8. Die Kohlentransporte Deutschlands würden in dem Maße abgeschnitten, als die an Frankreich zn leistenden Reparations-Kohlen- liefernngen nicht etfiillt werden.
WrrWWlW Mö WMh.
Eingriffe auf Bahnhof Obsrtzavse».
(Eigene D-ahtmeldung.)
Essen, 25. Januar.
Auf dem Bahnhof Oberhausen wurden außer dem Oberbahnhofsoorsteher Stephan auch die. jenigrn Beamten von den Belgiern festge- s e m m c n, die sich weigerten, die belgischen Eisenbahntrupprn über die Einrichtung der Stellwerke des Bahnhofes Oberhausen zu unterrichten. Durch weitere Eingriffe der Besatzungstruppen ist di« Telegrammannahme des Telegraphenamts unterbunden worden, da der Haupteingang zur nächflichen Telrgramm- annnahme durch Besatzungstruppen verschloffen gehalten wird. Der Versuch, den Eisenbahnverkehr mit französischen Beamten und Soldaten durchzuführen, ist a u s s i ch t s l o s. Im ganzen Ruhrgebiet gibt es etwa siebenhundert Bahnhöfe, darunter die größten der Welt. Die Gesamtzahl der Beamten und Arbeiter in diesem Gebiet beträgt hunderttausend Mann, während die Franzosen für das Ruhrgebiet nur achtzehnhun- dert bis zum hcuttgen Tage vorgesehen haben.
Cin Erfolg der Eisenbahner.
Essen, 25. Januar. (Privattelegramm,) In Oberharffen sind vier beamtete Personen, darunter der Bahnhofsvorsteher, verhaftet worden. Auf die Vorstellungen der Eisenbahnbeamten und der Arbeiterschaft hin aber ist nunmehr ihre Freilassung wieder erfolgt.
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Getreide- rrnv Kohienftyrsse.
Karlsruhe, 25. Januar. (Privat - Telegramm.) Die Franzosen haben auf dem Rhein weitere Schiffe mit Getreide und Kohlen beschlagnahmt. Ein Kahn mit englischer Kohle ist wieder steigegeben wvrden, ein anderer Kahn wurde nach Straßburg weitergeleitet.
OmmmaßWhmeöesMZchS.
Kein Verkehr mit de» Feinde».
(Privat-Telegramm.)
Berlin, 25. Januar.
Halbamtlich wird gemeldet: Da die durch die widerrechtliche Besetzung des Ruhrgebietes geschaffene Lage ein gedeihliches Zusammenarbeiten zwischen Deutschland und Frankreich sowohl wie zwischen Deutschland und Belgien nicht ge. stattet, hat das Reichsausgleichsamt bis auf weiteres den amtlichen Verkehr mit den in Betracht kommenden französischen und belgi- fchen Behörden eingestellt. — Rach Mitteilung des Reichskohlenkommiffars find seit dem 5. Januar nach Frankreich und Belgien höchstens siebentausend Tonnen Kohlen mit der Bahn über die Grenze gebracht worden.
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Drrvot fi!r Beamte.
Elberfeld, 25. Januar. (Privat-Tele- gramm.) Der Reichsverkehrsminister telegraphierte an die Reichseisenbahndirektionen: Nach mir gewordenen Meldungen der Direktion Frankfurt a. M. sollen die Franzosen am 22. Januar gegen das unbesetzte Deutschland die Zollinie errichtet haben. Alle Bediensteten welchen darauf hingewiesen, daß jede Mitwirkung des Eisenbahnpersonals bei der Errich, ttmg der Zollinie und der Durchführung der Berzollrmg verboten ist. Aenderunaen des Fahrplanes infolge Zollrevisionen dürfen nur aus meine Verordnung hin erfolgen.
Frankreich und Lugland.
Ust dr» Zahlungsaufschub.
(Eigene Drahtmelduug.)
London, 25. Januar.
Der Pariser „TimeS"-Korrespondent berichtet, dass der neue französische Morato. riumsplan sich bereits in London befinde, da Barthou ihn beretts offiziell mehreren Mit- glietwrn der NeparattonSkommission zugängig gemacht habe. Bradbury werde für zwei Tage nach London reisen, um mit seiner Regierung den Plan zu besprechen. Gleichzeitig meldet der politisch, Korrespondent der „Dafly Mail", daß uetzerdingS wieder der Rücktritt Bradburys seitens der englischen Regierung geplant werde, da der neue französische Plan unmöglich mit den Ansichten der englischen Regierung in Einklang iu bringen fei.
Segen fremdes Wesen.
Aufruf der Sihsim und Saarländer.
Wie sehr Vit Deutschen im 0-s«tz««n Gebiet jetzt betitle «»» Verträten, geht au» einem Auf. ruf hrrver, der zur übtottfnua dr« französische« Wesens und französischer Waren aussvrdert.
Die großen landsmannschaftlichen Spitzenverbände des Rheinlandes, der .Reichsverband der Rheinländer* mit 320 Ortsgruppen und rund zweihunderttausend Mitgliedern, und der Bund ,Saarverein* mit achtzig Ortsgruppen, umfaf- 'end sünszehntansend Mitglieder, und außerdem rreitausenoftinfhundert Einzelmitglieder und Vertrauensleute und über fünfhundert körperschaftliche Mitglieder, rufen gemeinsam ihre Mitglieder im Reich und das gesamte deutsche Volk zum entschlossenen Kampfe gegen alles französische Wesen auf. Unter anderem heißt es: „Die französischen Imperialisten und Mili- taristcn holen zum letzten Schlag aus. Der wirtschaftlich und geistig von Frankreich abhängige rheinische Pufferstaat, den selbst der Schmachvertrag von Versailles der französischen Ländergier versagen mußte, er soll jetzt aus dem Leibe des deutschen Reiches geschnitten werden. Deshalb und zu keinem anderen Zweck haben nun die ruhmgekrönten Söhne des edel- mittigen Frankreich mit Tanks und Bajonetten das friedliche Arbeitsgebiet an der Ruhr erobert. Man will die wirtschaftliche Herzkammer Deutsch- land vernichten, weil man gewillt ist, Deutsch- land zu verelenden und zu vernichten.
Deutsche Frauen und Männer!
Wieder wie 1914 stehen wir im Lager und zwar gegen unseren Willen. Wir haben vor fünf Jahren, vertrauend auf die feierlichen Zusicherungen der englischen und amerikanischen Staatsmänner, die Waffen niedergelegt, doch Waffenkosig- keit bedeutet nicht ehrlos werdenl Mit der einzigen unI verbliebenen Waffe, dem entschlos- fenen moralischen Abwehrwillen, müssen und werden wir den ungleichen Smnpf aufnehmen. Im Einzelnen wird Nun unter anderem folgendes ausgeführt: Betont Würdig und schlicht, aber ebenso eindrucksvoll und energisch den deutschen Charakter der alten rheinischen Kultur. Bringt durch vorbildliche gesellige Veranstaltungen rheinischer Art und Lebensauffassung Euren ost- und mitteldeutschen Brüdern gemütsnahe. Für laute Festesfreude ist jetzt nicht die Zeit, laßt an ihre Stelle würdige Feiern treten. Den Ueberschuß stellt Euren bedrängten Brüdern zur Verfügung: Erwählt Euch einen Patenort, der Eurer besonderen. Unter- stützung und Eures stillen MitgedenkenS sicher ist. Sorgt, daß das rheinische Lied, die alten be- wAhrten Weisen und die unter Schmerzen ge- borenen neuen Klänge ihre Zauberkraft wieder wie einst im deutschen Volke entfalten. In allen volkstümlichen Konzerten, Kabaretten, Kaffeehäusern und gastlichen Stätten sollten
rheinische Liedsr angestimmt
und von den Massen gesungen werden. Denffche Männer und Frauen, vergeßt auch bei der Gestaltung Eurer R e i s e p l ä n e Eure Brüder an der Saar, am Rhein und an der Ruhr nicht. Verschafft der deutschen Jugend Möglichkeiten, das Rheinland zu durchwandern und das rheinische Leid mit eigenen Augen zu sehen. Unterstützt die rheinischen Brüder in ihrem ernsthaften Bestreben, deutsche Besucher zu erhalten. Schon jetzt werbt auf den Schulen und Universitäten für die denffchett Wanderungen am Rhein. Tretet dafiir ein, daß Euch fiir die Fahrten in dir Heimat Sonderzüge zu Weihnachten, Ostern, Pfingsten und den Ferien zur Verfügung stehen. Sorgt bei Eurem Besuch für würdige Zurück- Weisung alles Französischen. Meidet grundsätzlich den Bestich aller französischen Schaustellungen. Weist alle französischen Anbiederungen, seien sie auch mit noch so verführerischen Redensarten von Völkerversöhnung um- kleioet, mit ruhiger Würde zurück. Die französischen Zeitunaen und Zeitschriften weist ebenfalls zurück. — Deutsche Brüder Und Schwrsternk Bo-vkott ist ein häßliches Wort und eine noch viel hässlichere Sache. Trotz dieser Bedenken nt« fen wir auf vielfache Aufforderung atis rheinischen Kreisen hin das ganzedeutsche Volk auf, zum enffchlnffenen Boykott alles Französischen. Deshalb weist alle Waren aus Frankreich zurück. Duldet keine französischen oder belgischen Herausforderungen in der Oeffentlich- keit. etwa durch lautes Französischsprechen, jedoch überzeugt Euch zuvor tmd schont die Besucher ent8 den neutralen Ländern.
Wir kft dkr Wohnungsnot zu besettkgen ?
Ein Preisausschreiben.
Eine der Hauvtursachen für den inneren Unfrieden ist das Wobnungselend.- Zur Abhilfe ist bisher Von dritter Seite genügend geschehen. Im Verwirklichen ihres Programms, den Frieden von Volk zu Volk und von Mensch ztt Mensch zu fördern, erläßt die Ortsgruppe Bremen der Deutschen Friedensgesellschast ein Preisausschrei-