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13. Jahrgang

Fernsprecher 951 und 952

Mittwoch, 17. Jannar 1923

Nummer 13

Fernsprecher 951 und 953

gnf erttonSpreif e:a) Ltnhstmrsche «nfträge Die einspaltige «n,etzeazeile M. 50., Fami- ltennachrichten, die Zeüe M. «6., die etnspalNge ReNaurezeile M. A».. b) Luswurtige Aus. träge: Die einspaltige Anzeigenteile M, 50., die einspaltige Itellamezeil« M. 200, alle; ein. schlieblich TenerungSznschlag und Anzeigenstener. Für Anzeigen mtt besonders schwierigem Saö l)undert Prozent Aufschlag. Für die Richtigkeit aller durch Fernsprecher aufgegebenen An. zeigen, sowie für Aufnahmedaien und Platze kann eine Gewähr nicht übernommen werden.

Druckerei: Echlachthofstrabe 28/30. Geschäftsstelle: Kölnische Straße S. Telephon Nr. 951 und S52

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sseler Neueste NuchrW

Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

Weiterer Vormarsch und Zwangsmaßnahmen

Berlin, 16. Januar.

Gestern abend wurde hier die landwirtschast siche Woche eröffnet. Der Führer der deutschen Landwirtschaft. Freiherr von Wangenheim, lvies in einer Ansprache auf die Lage des Rei­ches hin und erörterte die besonderen Aufga­ben, die der Landwirtschaft hinsirisilich der Ernährungsfrage gesteAt werden. Er berichtete, daß durch die Arbeit des ReichSaus- schuffes für Landwirtschaft die -Zusammen­arbeit mit den Organisationen, in den letzten Tagen erfreuliche Fortschritte gemacht habe. Der Redner forderte von der Landwirtschaft in der kritischen -Zeit tret, zur Rejchsregierung zu stehen und volles Vertrauen zu ihren Führern zu haben. Dann wandte er sich au die Adresse der gesamten deutschen Landwirtschaft und forderte sie auf, der schwierigen Ernährungslage durch schleunige Ablieferung der noch ressli- <fc« Getreideumlago Rechnung zu tragen. Die Regierung werde wahrscheinlich noch im Laufe der nächsten Woche das Programm für die ErnSbrunaSwirtschaft für dieses Fahr formulie­ren. Reichsernährungsminister Dr. Luther wer­de voraussichtlich noch in der jetzigen Tagungs- yeriod? des RcickZansschuffes der Landwirtschaft dieses Programm eingehend entwickeln.

i'e Nachfrage Uach ndtz feer Departe-

DkuMLanöS EmSHrimg.

Aufford*r««s an die deutsche LandwirrscHaft. (Pttvat-Telegramm)

2Blrtf<t>oftUOt Maßnahmen.

Essen, 16. Januar. (Privattelegramm.) Die Lage in Essen und in den bisher besetzten Orten ist, abgesehen von den gemeldeten Zwischenfäl­len, im allgemeinen ruhig. An unterrichteter Stelle wurde gestern abend bestätigt, daß die Schaffung eines französisch-belgischen Kohlenshndikats und eines eigenen Zahlungsmittels für das Ruhrgebiet ge­plant wird. Die bisher vorgesehenen Maßnah­men werden vorerst streng geheim gehalten.

gleichlautend und die Berichte aus den Jndu- istriebezirken, die Sesouders für den Export arbeiten. Diese kurze ZNsämmensteMna zeigt den stetigen Fortgang der in der französischen MWver'mdustrie eingetretensn Besserung. Dem entspricht auch di« Wachsendc

Kohlen. Die HüldeiMtrE der Departe­ments Nord und Pas-de-Csskais, sind auf 900 bis 400 (XX) Tonnen gesunken, wahrend sie zur Zeit der wirtschaftlichen Krisis sich auf an­nähernd zwei Millionen Donnen beliefen. Frank­reich kommt es nun, neben seinen politischen An­sprüchen, vor allem darauf au, seiner Industrie

politischer Klassenkamps, sondern innerpolitische Einigkeit mit dem Ziele des Abwehrens der drohenden Lebensgefahr das Gebot der Stunde ist. Die von allen Parteien mit Un­terstützung der Gewerkschaften zeitweise dnrchgc- führte Betriebsstillegung aller Werke, Fabriken und Eisenbahnen am Montag mittag im gesam­ten rheinisch--westfälischen Jndustrie- aebiet ist ein Beweis dafür, daß nunmehr die innerpolitische Abwehrfront alle Erwerbsstände umfaßt. Diese Kundgebung am Montag, die den geschlossenen Protest gegen die Raubpläne Frankreichs aller Welt offen kund tat, wird Frankreich die Hoffnung nehmen, durch die Her- aufbesckfwörung innervolitischer Zwistigkeiten in Deutschland sich das Spiel erleichtern zu können. Allerdings ist es wegen der kommunistischen Agi­tation notwendig, die Empfindung für di« ge- schlossene Mbwehrsront zu stärken, sodaß der schwere Schlag der Besetzung des Rnhrgebietes wcniggstens dazu führt, uns von den inneren Zwistigkeiten zu befreien und uns die geschlos­sene Einheit im vaterländischen Sinne zurnckzu- geben. Sch.

wird gemäß der Verordnung der Rheinland- Kommission bestraft. (!)

Die ersten Zusammenstöße.

6iu Arbeiter tot, -wet Personen verletzt.

(Eigener Trahtdericht.)

Bochum, 16. Januar.

Rach der Besetzung der Stadt kam es zu einer großen Kundgebung der Bevölkerung gegen die Besatzungstruppcn. Tausende von Menschen, darunter besonders viele Arbeiter, zogen zum Bahnhof und vor die anderen von den Truppen besetzten Gebäude unter dem Absingen des Deutschland- Liedes. Vor dem Eisenbahn­betriebsamt kam es zu einem Zusammen­stoß zwischen Demonstranten und den Truppen, Wobei die letzteren von der Waffe Gebrauch mach­ten. Ein siebzehnjähriger Arbeiter wurde getötet, eine Jngenieursfrau durch eine» Bauchschuß schwer verletzt und ein junger Dian« durch Bauchschuß leichter verletzt.

<8lnt franzvsssGs Fahne zerrissen.

Essen, 16. Januar. (Privattelegramm.') Neber den Zwischenfall in Steele wird gemel­det: Etwa eine Stunde nach der Besetzung des Ortes wurde die von den Franzosen gehißte Fahne von der Bevölkerung herabgeris- sen und zerfetzt. Der Bürgermeister batte sich deshalb zu verantworten. In einem Anschlag gibt er dies zur öffentlichen Kenntnis und er mahnt die Bevölkerung, Ruhe und Ordnung zu bewahren und Unbesonnenheiten zu vermeiden.

LZMer dem ftemDm Befehl.

Preisvorschriftrn und Beschlagnahme.

(Privat-Telegramm.)

Essen, 16. Januar.

Der kommandierende General der Besatzungs- armec hat einen Befehl erlassen, wonach auch für die neubrsctztcn Gebiete die Preisschil­der- und Wucherverordnung, genau wie für die alten besetzten Gebiete zu gelten hat. Bei Abgabe von Waren an die Truppen sind Luxus- und Weinstener in Abzug zu bringen. Die Ver­treter des Einzelhandels in Essen hatten gestern noch eine Besprechmig über diese Frage, doch konnte ein Ergebnis nicht erzielt werden. In der belgischen Zone, namentlich in Mörs und in Homberg (Kreis Mörs) find fast alle Schulen beschlagnahmt worden, um Massenquartiere für die Truppen abzugebeu.

Frankreichs Wüne.

Vie Absichten im Ruhrgebiet.

Hinter Dem Vormarsih de»

g»ait$ofeit »»« Rahrgebirt sie St die wir«. N-afUUd- »eiebteaft, tote toi» wiederholt anSführ««». Au» dr» nsrhst-henben »ar- Xegmtßeo geht bao klar und deutlich hervor t Di« französischen RichrMne zielen nicht nur auf eine politischMilitärische Beherrschung Euro­pas hin, sie suchen auch die Grundlagen für eine w irtschaftliche Vor«tüchtstellutzg zu schaffen. Hinter ver Politik PoincarSs sieht als schärfster Einpeitscher die französische In­dustrie. Ein Blick auf die Gestaltung der Wirtschaftslage Frankreichs irr der letzten Zett erklärt ihr Treiben nach i^r Ruhrbefetzung. Nach einer Periode des Stillstandes hat sich in rmmer tärkerüm Maße die industriell« Tätigkeit Frank­reichs etnwickelt. Der franzSsifche Außenhandel ist im Zunehmen begriffen, und ganz besonders lebhaft ist der Aufschwung der stauNöftschen Schwerindustrie. Die Eisen- und Stahlerzeug­ung nimmt mit jedem Monat an Umfang zu. Die Zahl der im Betriebe befindlrchcn Hochoien Hat sich von 103 am 1. Oktober 1928 auf 109 am 1 November erhöht, und seitdem sind wiederum mehrere neue Oefcn in Betrieb genommen wor­den. Die RoheiseNproduktion betrug während der ersten zehn Monate des vergange­nen Jahres über vier Millionen Tonnen. Dr« Roheisenerzeugung hüt allein im Okto­ber um 41610 Tonnen gegenüber dem Septem­ber zu genommen, die R ohstahlerzengUng im gleichen Monat um 23 208 Tonnen gegenüber dem September. Besonders stark ist die fran­zösische Ausfuhr an Schrott nach England und Deutschland. Auch in der Maschinenbau- Industrie ist eine Besserung zu verzeichnen, und dasselbe gilt Von der Automohilindustrie. Lebhafte Tätigkeit herrscht im allgemeinen in der Textilindustrie. Zahlreiche Baumwoll­spinnereien klagen über ÄrbeiterMangek, reich, lbche Bestellungen liegen fast überall vor. Fast

Innere Festigkeit.

®ie Einheitsfront ist notwendig.

Die Protestkundgebungen am Sonntag im ganzen Reiche, sowie die Entschließung, die der Reichstag im Anschluß an die Kanzlerrede und die Erklärungen der Parteien über den franzö­sischen Einbruch in das Ruhrgebiet fast einstim­mig gefaßt hat nur einige wenige Abgeoro- nete der äußersten Linken schlossen sich aus werden ihren Eindruck tm Lande wie aber vor allem in der Welt nicht verfehlen Das gesamte deutsche Volk legt Protest ein gegen die Ver­letzung des Versailler Vertrages und gegen den schnöden Rechtsbruch, erhebt Anklage gegen das Vorgehen der Gegner, verwahrt sich gegen die Zwangsmaßnahmen und bringt offen zum Aus­druck, daß der Einbruch in das Ruhrgebiet nur Mittel zum Zweck ist. Es ist gut, daß z. B. in der Reichstag-Erklärung auch an die Solidari­tät der Entente in dem Versailler Vertrag erin­nert wird. Mt Nachdruck wird von der Ge­samtheit der Entente der Rechtsschutz er­wartet. Wir kommen in dieser Hinsicht nicht als Bittsteller zu der Enente, sondern wir for­dern, daß wir gegenüber dem unerhörten Un­recht, das man uns angetan hat, geschützt wer­den. Die Entente ist verpflichtet, uns zu schützen Die Einheit und Solidarität der Ententemächte im Versailler Vertrag begründet Recht und Pflicht für alle Mächte

Natürlich können wir es dabei nicht bewen­den lassen, umsomehr als wir doch letzten Endes

eine Vormachtstellung in Europa

zu verschaffen. Durch Derwirllichuna seiner Ruhrpläne will es die Verbindung zwischen den französischen Eisenerzen urch der Ruhrkohle Herstellen und damit eine Eisen- großinduftrie sthaffen, di« an Leistungs­fähigkeit von keiner anderen erreicht wird. Schön vor dem Kriege lieferte das Erzbecken von Briey mehr Erz«, als die französische Industrie aus Mangel an geeignetem Hochosenkors verar­beiten konnte. So ist Frankreich in bedeutendem Maße zu einem Eisenerzausfutzrlastde gcworoen. GrKr noch ist heute das Mißverhältnis, wu­schen Erz und Koksversorgung der franzomch-n Industrie infolge des Hinrukommens der lothringisch- luxemburgische» Erze. Daraus er- klärt sich das französische Verlangen nach der deutschen Ruhkkohle, das fieststellen von deutschen »Verfehlungen" um jeden Preis, auch um den der wirrschaftlkcheu Vernunft ^und des Rechts. So erklärt sich über auch auf der ande­ren Seite der heftige Widerstand, der von englischer Seite ge^n die frMZosizchea Sanktchns- und Pfänderplan« geleistet wird, aus bft Einsicht, daß die von Frankreich erstrebte wirtschaftliche Expansion, Neben der Polttftchen, eine schwere Bedrohung der enMchen Ersen- und Stahlindusttie bedeuten würde. Der deutschen Industrie und Wirtschaft, dem deut­schen Volke über droht das Schicksal der Ver- nichtung.

Kurze RrichstQgs-SMung.

Erledigung verschiedener Gesetzes-Vorlagen.

Berlin, 16. Januar.

EingeMmgen ist eine Vorlage zur Aendcrung des Gesetzentwurfes über Maßnahmen gegen die wirtschaftliche Not derDresse Be­schlüsse des AeltestenraM fcllgend, erklärte sich das Haus damit einverstanden, day von letzt an kleine Anfragen nur am Mittwoch sider Wcche behandelt werden sollen. An diesem -oage sollen auch alle Anträge von Abgeordnete« er­ledigt werden. Ein Gesetzentwurf über die Vertrage mit O esterreich und der Tschecho­slowakei zur Ausgleichung der irr- und aus­ländischen Besteuerung und über Rechtsschutz und Rechtshilfe in Steucrsachen über bürgerliche An. gelegeuheiten wird ohne Aussprache xn allen drei Losungen angenommen.- Ohne Aussprache an- genonrmea wird das Uebereinkommen mit der

Trurning und Snduftrlespkonagr.

Düssclaors, 16. Januar. (Eigene Drahtmrl- dung) Im ncubesetzten Gebiet hat der Vor­marsch der Franzosen in bezug auf 61c Preis bildu « g tiefgreifende Wirkungen ansgrübt. Für fast alle täglichen Bedarfsartikel ist eine Steigerung von 50 bis 60 Prozent fefizu- stellen. Sicherem Vornehmen nach hat der DÜff.tdorfer Bürgermeister von der Kontroll­kommission den Befehl erhalten, umfangreiche Erhebungen in eiüer ganzen Anzahl der ihm un­terstellten Stadt- und Landkreise, u. a. auch El- Ocrfefc. Barmen, Solingen und Remscheid über dort befindliche Judustrieunternehmun- ge«. deren Leiter unb Arbeiterzahl und über Konzerne, z» denen sie gehören, anzustellen. Die Erhebmrgen werden der französischen Jndn- ftriespionage dienen.

*

Drfevl »ar Wagenoestessung.

Wiesbaden, 16. Januar. (Privattelegramm.) Die Interalliierte Feldeisenbahn-Kommiffion hat an d«n deutschen Feldeisenbahn-Delegierten in Wiesbaden eine Mitteilung gerichtet, wonach al­le für die Reparations Kohlen bestimm­ten Wagen nach ihrem Bestimmungsort ge­leitet werden müssen. Jeder Beamte, der die nach Frankreich, Belgien und Italien gehenden Wagen etwa auf andere« Woge« ableiten sollte.

Schichten und Ständen des deutsche Volkes, daß sw auch im Innern nach dem Rechten sehen, daß sie sich opferwillig für die schweren und ernsten Tage rüsten, die uns bevorstehen. Es ist sehr bedauerlich, daß sich die Parla­mentarische Einheitsfront nicht bat er­möglichen lassen, die twe Voraussetzung für die Erzielung einer Einheitsfront im Lande gewe­sen wäre. Die Sozialdemokraten glaubten sich einer gemeinsamen. Erklärung dcr Parteien, die vorgeschlagen worden war, nicht anschließen z« können. Sie beriefen sich dabei auf einen Par­lamentarischen Frattionsbeschluß, der aber wie­derum deutlich zeigt, wie sehr die Sozialdemo­kratie agitatorisch eingestellt ist und wie stark die beiden Richtungen, die jetzt ntit einander or­ganisch verbunden sind, selbst in der Fühlung­nahme zu den ernstesten nationalen Problemen in Widerstreit sieben. So kam die gemeinsame Erklärung der gesamten bürgerlichen Parteien, einschließlich der Deutschnationalen, zustande, während die Sozialdemokraten besonders vorge- gangc-n sind. In derselbe^ Weile ist mich in Ber­lin bei den großen VolkSkimdgebungen Verfah­ren worden. Während sich die bürgerlichen Parteien vor dem Reichstag znsammensanden, babert die Sozialdemokraten abgesondert ihre Versammlungen abgchalten.

Was die abschließende Formel der Berhand- kungen des Reichstags angeht, so handelt es sich, was aus politischen Gründen festgestellt werden muß, wiederum nicht um eine Vertrauens-, son­dern lediglich um eine Billig nngsfor- met. In ihr wird durch den ganzen deutschen Reichstag feierlich Verwahrung gegen den Rechtsbruch und die Zwangsmaßnahmen einge­legt. gleichzeitig wird aber auch der Wille zum Ausdruck gebracht, die Regierung bei der Ab­wehr nachdrücklichst zu unterstützen. Dieser For­mel haben auch die Sozialdemokraten zu ge­stimmt. So kann man doch, da die paar kom­munistischen Stimmen ni-vt in Betracht kommen, eine Einmütigkeit des Volkes feststellen. Es wird allgemein erkannt, daß durch de« französi­schen Versuch der völligen wirtschaftlichen Ver­nichtung Deutschlands alle Bevölkerungs­schichten gleichmäßig getroffen werden. Sowohl der Industrielle als auch der Arbeiter, der Kaufmann als mich der Gewerbetreibende, sie alle müssen sich dessen bewußt sein, daß es heute nm ihre nackte Lebensmöglichkeit geht, daß hertte Frankreich fein Ziel zu verwirklichen sucht, uns zu dem europäischen Hunger- und Sklaven- vollke herahzlchrückcn.

Dar in den Tagen vor der Rubrbesetzung die Gefahr einer innerpolitifchsn Erregung imier der Beraarbeiterschaft infolge der Unmöglich­keit, bei den Lohnverbandlungen eine Einigung zu erzielen, gegeben, fo zeigten bereits di' an­läßlich der " Sohnverhandlungen einberusene« Versammlungen des freigewerffchaftfichen Dera- arbeiterverbandeS, daß Lohnsrage und Ueberschichtenab kommen zurück- treten mußten vor der Gefahr Sn Beset- , ung des RuhrgebieteS. Nachdem die unglaub­liche Vergewaltioung des Rrchrgebietes vollzo­gen ist. nachdem die Ärbeiterfchast es dentNch vor Auaen ha^, wo nicht nur der Feind des deutschen Staates, sondern wich ihr Feind steht, der sie dcr drohenden Hungersnot ausliefern will, i-tzt beginnt unter der Bergarbeiterfchaft das Verständnis dafür zu erwachen, daß nicht inner-

Dlr Franzosen vor Hagen. <

Hagen, 16. Januar. (Privattelegramm.) Die Fcanzofen hatten gestern nachmittag einen Vor ork'von Hagen besetzt. Französische Truppen find in Witten emgerückt. Durch Gießelherg kam eia« srm:zds,sch<- Patrouille von sieben Mann, bi« in drr R-chtung nach Haginsshausen wefter« marschierte, um Quartier zu mache».

BushchnuM der Besetzung- Feindliche Durchdringung des RvtzrgedietS. (Eigener Drahtbericht.)

Essen, 16. Januar.

Heute geht brr Vormarsch weiter. In Reck, linghaufen find gestern Transportzüge ein-

daß der Bormarsch sich in der Linie Hamm Bielefeld forffetzen wird. Die französtfchen Trup­pen haben Gladbeck defetzt, wo sich eine staatliche Bergwerksdirektion und fiskalische Schächte befinden. Im Laufe des gestrigen Ta­ges find folgende Orte besetzt worden: Reck­linghausen, Datteln, Gelsenkir­chen, B o chum und Altenbochum. Die Frapzose» stehen gegenwärtig in den westlichen Vororten von Dortmund. Elberfeld und Barmen find noch nicht besetzt Auch nach Norönr hot sich nunmehr die Besetzung weiter ausgc dehnt. Sv ist gestern Friedrick)sfeld bei We­sel von französischer Kavallerie besetzt worden. Tic Mittelbrücke vor Wese! ist mit einem belgi­sch:« Panzerwagen und einem belgischen Brük- kenvofirn versehen worden. Aus Wanne wird gemeldet: Die Franzosen rückten gestern in Stärke von 13C0 Man« mit 30 Offizieren hier ein und besetzten den Ort. Der für das gesamte Industriegebiet wichtige Jndustriehafen ist von den Okkupatlonstruppe« beschlagnahmt worden.

JL