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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

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Der feindliche Druck im Ruhrgebiet.

Der Feind im Lande.

WaS wird die Regierung tun?

Nachdem seit Donnerstag die französischen Truppen, begleitet von den Belgiern, das Ruhr­gebiet besetzt und Ingenieure zur Weiterführung der Bergbauarbeiten mitgebracht haben, ist die Frage entstanden: Was wird die deutsche Reichs- rcgierung tun? Ihre Richtlinien sind in der Formel umschrieben: Es wird nicht mit Frankreich allein verhandelt, auch wenn Druck und Drohungen sich noch so sehr verstärken! Die Reichsregierung hält unausge­setzt Besprechungen ab, und ist seit der fremden Bedrohung in ständiger Verbindung mit den Führern des Parlaments. Tas Reichskabinett selbst hat im Hinblick aus die Lage, die durch die Besetzung Essens ^schaffen wird, entscheidende Beschlüsse über ganz bestimmte Maßnahmen gefaßt. Es verbietet sich aber aus begreiflichen Gründen, darüber jetzt nähere Mitteilungen zu machen. Festgehalten muß werden, daß der Essener Bezirk nicht von Reichswehrtrnppen be­setzt war, so daß also eine Zurückziehung sol­cher Truppen nicht in Frage kommen konnte. Essen gehört noch zur neutralen Zone. Verhand­lungen mit der Sozialdemokratie über einen Eintritt in eine Regierung der sogenannten na­tionalen Verteidigung haben noch nicht stattge­sunden. Wie die Dmge liegen, würde es sich überhaupt verbieten, dem politisch-parlamentari­schen Zusammenschluß, der nun vonnöten ist, irgend einen parteipolitischen Charakter zu ge­ben. Die kommende Epoche, über deren Ernst und Schwere in politischer wie wirtschaftlicher Hinsicht wir uns nicht täuschen b-ttfen, verlangt die Zusammenfassung aller Kräfte, die nicht nur durch Reden, sondern auch durch Taten gewillt sind, eine lückenlose Einheits­front zu schaffen, um die gegnerischen Plane zum Scheitern zu bringen. Bei den bisherigen Besprechungen mit den Führern der Parteien hat sich übrigens mich die erfreuliche Tatsache er­geben, daß Ne Politik der Regierung sowohl bezüglich der nicht gehörten deutschen Vorschläge, wie auch bezüglich der Maßnahmen zur Abwehr des Rechtsbruches und seiner Folgen, e i n h e l - lig gebilligt und vertreten wird. Soweit sich noch irgend welche Bedenken aus der einen oder anderen Seite erheben, werden sie zurückgestellt.

Die Gegenmaßnahmen, die die Reichs­regierung in Abwehr der französischen Gewalt­tat in die Wege leiten und durchführen will, hän­gen zunächst einmal davon ab, in welchem Um­fange die französische Aktion zur Ausführung kommt. Die deutschen Botschafter in Paris und Brüssel sind ja bereits abberufen. Ob die Ar­beiterschaft des Ruhrreviers zum Streik oder, was wahrscheinlicher wäre, zum passiven Wider­stand übergeht, ist bis jetzt noch nicht zu erken­nen. An der Börse hat der Einmarsch der Franzosen feinen Einfluß auf den Dol­lar gehabt, der einen Kurs von elftausend er­reichte. Jedoch fällt es allgemein auf, daß die Erhöhung in Anbetracht der furchtbar kritischen Lag«, wie sie noch nie bestanden hat, nicht noch stürmischer sich gestaltete. Das darf man als ein Zeichen dafür betrachten, daß man die Dinge ohne Nervosität beobachtet. Die wahren Folgen aber wirken sich heute noch nicht aus, werden sich erst zeigen, wenn Frankreich im Ruhrgebiet die Herrschaft übernommen hat. Sie werden nicht nur auf die deutsche Wirtschaft, auf den Einzel- ren schwer drücken, sondern sich bemerkbar machen in ganz Europa, das von der Lage Deutschlands beeinflußt ist. Aber sie werden wohl ihren Rückschlag am schwersten in Frank­reich selbst zeigen. FreMch wird die Welt wenig von dem Schaden, den Frankreich durch seine Politik erleidet, erscchren. Die Aufgabe der französischen Politiker wird es sein, die Oeffent- lichkeit zu blenden und durch neue Druckmit­tel, die wahrscheinlich unter anderen Gesichts­punkten gesucht werden, die Unkosten hereinzu­bringen, die das Ruhreiperimen: verursacht.

Gewalt und Rechtsbruch bringen dem deutschen Volke eine neue Leidenszeit, deren Ausgang sich nicht übersehen läßt. Möglich und wahrscheinlich, daß die deutsche Markent­wickelung nun soweit schreitet, daß unsere Mark dem österreichischen Vorbilde folgend nicht lange mehr im AuAande notiert wird und wir deshalb jede Kauflrast verlieren, augewiesen sind auf die eigene Produktion, abgeschlossen von der 23rft, schärfer blockiert, als im Kriege. Wer will angesichts solcher Aussichten sagen, was die Re­gierung zu tun hatte? Sie bat schwere Auf­gaben, muß in Ruh« di« Entwicklung a b w a r - ten und wird in der Hauptsache ihre Tätigkeit dahin einstellen müssen, das Gewissen der Welt zu schärfen und die Welt wissen zu lassest, wie das deutsche Volk, von Willkür und Machtdünkel beherrscht, Stufe um Stufe sinkt, unrettbar ver­loren ist, wenn nicht der Menschheitswille Retter wird, sich gegen die Militärmacht des europäischen Konttnents, gegen Frankreich, zu- se.mmenschließt und es zwingt, abzurüsten, Europa den Frieden und Deutschland die Frei­

heit zu geben. Man sprach früher einmal, als der Ver,ailler Vertrag zustande kommen sollte, von dem Weltgewissen. Vor allem waren es unsere Pazifisten, die vereint mit Wilson in dieses Horn bliesen. Die Welt aber hat bisher ihr Gewissen noch nicht schlagen hören. Sie wird auch diesmal lange untätig bleiben, keinen Finger rühren, sondern dem Niedergang Deutsch­lands so lange zusehen, bis dieser Zusammen­bruch seine Wirkungen auf alle Länder der Erde fühlbar werden läßt, Dann aber wird nicht Welt- gewissen, sondern Vernunft, wirtschaftliche Notwendigkeit sich zusammenfinden und auf Ab­hilfe sinnen. Wir hoffen einstweilen auf keine Hilfe von außen. Sie muß zunächst von innen kommen, indem das Volk mutig und in gerech­tem Selbstvertrauen sich zusammenfcndet.

Im desetzLen Kuhmedrel.

DrAa SSgel als Hauptquartier.

lVrivat-TelegrLMM.)

Essen, 12. Januar.

Der französische General, der die Besetzungs­aktion leitet, hat in der Villa Hügel Wohnung genommen. Die Büros befinden sich im Rat­haus von Bredeuey. In Ausführung der von der b e l g i f ch e n Regierung gefaßten Beschlüsse find große Militärtransporte ins Ruhrgebiet ab­gegangen. Der erste Zug bestand aus dreißig Wagen und führte schon Feldküchen, Automobile, drahtlose Stationen usw. mit sich. Weitere Züge folgten in kurzen Abständen. Ein Transport bestand ans zehn Tanks und zehn Militär­flugzeugen. Der Kriegsminister Bevrze'wür bei der Abfahrt der Züge auf dem Bahnhof.

* *

Ilm das Koyiensyndikat.

Essen, 12. Januar. (Privattelegramm.) Gerüchtweise verlautet, daß der Befehlshaber der Besatzungstruppen die Herren des Kohlen- syndikatS, die bekanntlich nach Hamburg ver­zogen find, zu einer Besprechung nach dem Esse­ner Rathaus eingeladen hat. Arts Anfrage beim Magistrat wird mitgeteilt, daß dort noch nichts von einer solchen Einladung bekannt sei, doch hält man das Gerücht für Tatsache. August Thyssen bestätigt, daß die Gegenmaßregeln des Kohlensyndikats in vollem Einver­nehmen mit der Reichsregierung erfolgt sind, und daß die Industrie von der Regierung die Mitteilung erhalten HM, daß die Regierung ihre bisherige Politik weiterführe. Thyssen hat mit einem vollständigen, regelrechten Paß durch die Franzosen hindurch die Stadt Essen verlassen.

Die Reparationskovikn.

Berlin, 12. Januar. (Privattelegramm.) Me verlautet, ist die Lieferung der Reparations­kohle gestern eingestellt worden. Die Fran­zosen sorgen jetzt selbst für ihre Forderungen.

DieEffenerSSaöwerorDtteren

Unter dem Belagerungszustand.

(Eigener Druhtbericht.)

Essen (Ruhr). 12. Januar.

Gestern Nachmittag fand im Essener Rathaus eine autzerordenttiche Sitzung der Stadtver­ordneten patt. Ms einziger Punkt stand aus der Tagesordnung:Die Besetzung der Stadt Essen durch französische Truppen". Sofort nach der Eröffnung der Sitzung durch bett Stadtvrr- ordnetenvorsteher erhob sich Oberbürgermeister Dr. Luther und gab eine feierliche Erklä- r « n g ab, worin er daraus hinwies, daß inztvi- schen der Bclagerunaszustand von den Franzosen verhängt worden ist. Das Nähere er­gibt sich auS den öffenttichen Anschläge». Er teilte weiter mit:Der Befehlshaber der französischen Truppen hat mich mit seinem Stabe nachmittags in meinem Amtszimmer auf dem Essener Rathaus aufgesucht «nd mir erklärt, daß er im Auftrage seiner Regierung die Reichs- uud staatlichen Einrichtungen innerhalb der Stadt Esset: besetzt habe. Der General hat dann be­sonders den französischen Obersten vorgestellt, der für die polizeiliche Aufsicht innerhalb der Stadt, besonders für die grüne Polizei zu- stättdig sei und darauf aufmerksam gemacht, daß alle Dinge, die stch in dem vo« ihm gewünschten Einvernehmen mit dem Obersten vollziehen, gut, dagegen die sich nicht im Einvernehmen voll­ziehenden schlimm sein werde«. Ich erwiderte ihm, daß die Lrdnuugspolizei der der Stadt Esse«, insbesondere die grüne Polizei nicht dem Oberbürgermeister, sonder» dem staatlichen Po­lizeipräsidenten unterstehe. Grundsätzlch habe ich dann erwidert, daß ich nur

«Mer militärischem Zwange handele und habe gegen diese militärische ZwangSausübung im Namen der Stadt Essen naMtrücklich Einspruch eingelegt. Ich bitte die Stadtverordneten-BersamMlunL diese

meine Erklärung gutzuheißen und vor der Zu- stirntnung Kenntnis davon zn nehmen, daß die Essener Stadtbeamten ihre Tätigkeit fortsetzen und im Rahmen des Möglichen sich nach Kräften bemühen werden, die ihnen an­vertrauten Interessen der Essener Bürgerschaft weiter zu wahren." Die bürgerlichen Parteien und die vereinigte S. P. gaben Erklärungen ab, in denen sie gegen die jeder rechtlichen Grund­lage entbehrende Besetzung Einspruch erheben und in denen die Erklärung des Oberbürger­meisters gutgeheitzen wird. Daraushi« wurde die Sitzung geschloffen.

AMer dem fremden Beseh?. Die französischen Anordnungen.

(Eigener Trahtbericht.)

Berlin, 12. Januar.

In der französischen Note an die deutsche Re­gierung betonen die Franzosen, daß das Per­sonal der deutschen Verwaltung im Ruhrgebiet sich der KoMrollkommission völlig zur Versügungstellen müsse, andernfalls schwere Strafen erfolgen würden Der Ehef der Kommission nimmt sich das Recht, jede belie­bige Aenderung hinsichtlich der Verteilung der Brennstoffe und jegliche Umleitung der mit Brennmaterial beladenen Eisenbahnwagen und Kähne anzuordnen. Die Ingenieure und Beamten der Mission sind mit einer ihnen von den Militärbehörden besonders ausgestellten Ge- schästsanweisung versehen, die ihnen als Perso­nalausweis dienen soll. Ab 11. Januar unter­liegen die vom Kohlensyndikat ausgestellten oder rusgeM-rten Verteil,»ngspläne Mr Koh­len und Koks der Genehmigung der industriellen Ruhrkommission, die sie, wenn sie eS für notwen­dig erachtet, abändern kann. Diese Pläne haben insbesondere die vollständige Lieferung der vorgesehenen Mengen für die Länder der En­te n t e und für dje besetzten linsrheinischen Ge­biete zu umfassen und müssen ausreichend fein, nm die Bedürfnisse der neubefctzten Gebiete zn befriedigen. Isnter diesem Vorbehalt ändert sich im Grunde nichts an der allgemein ietzt in Kraft befindlichen Verteilung der Brennstoffe. Falls Uebertretungen obiger Vorschriften sei­tens des Kvhlcnsyndikats oder der Zechen festge­stellt werden oder falls die gelieferte Quali­tät zu wünschen übrig läßt, würben schwere Strafmaßnahmen ergriffen werden.

Oegm dm LlevskfM.

Erklärung des Rrichrats.

(Eigener Berichts

Berlttt, 12. Januar.

Gestern wurde vom Reichsrat ein Protest gegen den französischen militärischen Ueberfall benrndet. worin es heißt: Der Reichsrat als ver­fassungsmäßige Vertretung der deutschen Länder erhebt in Uebereinstimmung mit der Reichsregierung einmütig Protest gegen die von der französischen und belgffchen Regierung durch die Besetzung eines Teiles des Ruhegebie- jrs an dem deutschen Volke unter Bruch des Ver­trages von Versailles begangene Vergewalti­gung. Der Reichsrat bezeugt vor aller SSelt, daß das deutsche Volk bemüht gewesen ist, die ihm anferlegten, nach dem Urteil erster wirt­schaftlicher Autoritäten der Erde uuttagbareu Lasten biS zur äußersten Grenze seiner Leistuugs- sähigkeit zu erfüllen und daß es daz« auch in Zukunft bereit gewefen wäre. Wenn nunmehr durch einen derartigen Ueberfall auf das wehr - lose deutsche Volk die Wiedergutmachung unmöglich gemacht, der Frieden Europas erneut gefährdet und daS Zusammenleben der Stationen abermalS vergiftet wird, so trägt die Schuld daran ausschließlich bk GewnttpiMir Frank­reichs. Gegen eine Politik mit solch unheil­vollen Folgen ruft der Reichsrat das Urteil der rechtlich Denkenden aller Länder au. Die be­drohten Volksgenossen an Rhein imb Ruhr aber versichert er seiner tätigen Hjhfe.

Sirr Verräter verhaftet.

Der Sonderbündler Graf v. d. Schnleulmeg« (Privat-Telegramm.)

Berlin, 12. Januar.

Der Vorwärts meldet: Einer der Hauptgehil- fen des Sonderbündlers Smeets, Graf Günter von der Schulenburg, ist gelegent­lich eines Besuches auf seinem im unbesetzten Gebiet liegenden Schloß HauS Orste bei Kettwig von der Polizei überrascht und verhaftet worden, v. b. Schulenburg hat früher gemein­sam mit Smeets und Dr. Dorten die rheinische Separatistenbewegung eingeleitet und ist dann bei der Trennung zwischen Dorten und Smeets unter französischen Schutz gegangen, um hie Rheinlande für Frankreich zu gewinnen. Mit ihm ist einer der fähigsten Köpfe des Lagers der rheinische« Hochverräter verhaftet worden.

Ein Einheiiötag!

TraueriundgsLung in ganz Deutschland.

Wie em Sonnabend in den Schule«, so io« am Sonntag eine gemeinsame Kundgebung i$i ganz Deutschland veranstaltet werde« als Protest gegen den sranzSstsche« Ueberfall.

Am Sonntag soll als Antwort auf den fran- zösischeu Einmarsch eine ernste Kundgebung ver­anstaltet werden. Alle heiteren Aufführungen, Varieteevorführurrgen und Tanzvergnüaungcn werden verboten sein. Wie am Totenson n- taa. Aber der 14. Januar darf nicht ein Tag der passiven Trauer sein, sondern er mutz ein Tag der tiefen und tatbereiten nationalen Selbstbesinnung werden! Ein Tag der Sammlung im doppelten Sinne; der knirschen­den Erinnerung an alle Deutschland angetane Schmach sowie des Entschlusses, nun zusammen mit allen Volksgenossen die stählerne Abwehr- frcmt zu bilden. So soll dieser Sonntag ein deutscher Einheitsiag sein? Der Amtliche Preußische Pressedienst veröffentlicht folgende * Bekanntmachung der Regierung: Am Sonntag, dem nationalen Trauertag, haben alle staatli­chen und rommunalenDienftgebäude in den Reichs, und Landesfarben

Halbmast $# flaggen.

Theaieraufsührungen sowie Vorführungen von Lichtbildern und Lichtspielen haben zu unter» bleihen, sofern nicht der ernste Charakter der Veranstattuug gewahrt ist. Derbsten sind aKe öffentlichen Tanzveranstaltungen, Bälle und Lustbarkeiten. Die Verlängerung der Polizei­stunde am genannten Tage ist ausgeschlossen.

Der sozialdemokratisch« St ah trat von Nürnberg protestierte gegen die franzö- sische Gewalttat. In der Sitzung der Ham­burger Bürgerschaft legte Präsident Rotz entschieden Protest gegen die Besetzung des Ruhrgebietes durch Frankreich ein. Wie im Le­ben des einzelnen Staates müsse auch zwischen den Völkern Recht Recht bleiben.

Im Rahmen des von der RoichSretzierung angeordneten Deutschen Einheitstages ist von den kirchlichen Behörden für Sonntag, den 14. Januar eine

Kundgebung in den evangelische« Kirchen Deutschlands in die Wege geleitel worden. Der Deutsche Evangelische Kirchenausschuß hat die Landeskirchenregierungen gebeten, datz im Got­tesdienst und durch Geläut zwischen 12 und 1 Uhr mittags die evangelischen Gemeinden zum Ge­lenken und brüderlichen Mitempfinden ausgeru­fen werden. Die durch die bevorstehende Be­setzung des Rnhrqebietes besonders betroffene attpreutzischr Landeskirche hat an die schwerge­prüften Gemeinden eine Kanzelansprache gerich­tet, di« sie zur Wahrung deutscher Treue und wirklichem und tapferem Glauben aufruft.

Der Gewerkschaftsbsnd der Ange­stellten faßte in einer Verfammlnng eine Ent­schließung. in der darauf hinaewiefen wird, daß jetzt all« Gegensätze zurücktreten müssen vor der großen Aufgabe, der ganzen Wett zu zeigen, daß alle Teile des deutschen Volkes einig sind in der Abwehr militärisch-imperialiMscher Gewalttaten. Der deutschnationale Hondlvngs» gehttfenverband versichert seinen Brüdern am Rhein, daß die Treue zu einem einheitlichen Vaterland, einem einheitlichen Volke, keine Macht der Wett zu lösen vermöge. In Grweickschafts- kreisen plant man ein« großzügige Demonftta- tionsaküon im ganzen Reich. Wahrscheinlich wird man. wie eine Korrespondenz mitteitt, in allen deutschen Städten auf der Eisenbahn, in den Fabriken, in den Reichs- und Staatsbetrie­ben und Behörden in

einen kurzen Proteststreik

eintretett. Die Reichskonferenz de? Alten Bergarbeiterverbandes befaßte sich mit der Besetzung des Ruhrgebietes d-ttch die Franzosen. Di« vom Jnternattonalen Gewerk- fchaftsbund verkündete ParoleNie wieder Krieg!" erstreckt sich auch auf solche kriegerischen Handlungen, die gegen ein wehrloses Volk be­gangen werden. Die demnächst in Amsterdam zus amnrentteten.de Internationale wird sich mit dieser Frage eingehender beschäftigen. Die Fran­zofen dürleu nicht barüber in Zweifel fein, mit welchen Gefühlen die Bergarbetter den geplan­ten Mionen undemokraiischtt Gewattpolittk ge- aenüberfiehen. Die Fraktion her Deutschen BolkSp artei des Preußischen Land­tages sandte an den Obeipräüdenten der Rhemprovinz und ben Regierungspräsidenten in Wiesbaden Telegramme, in denen eS beißt: Die Fraktion wird alles, was in ihrer Macht liegt, dazu tun, seitens Preußens und des Reichs die durch Gewalttat und Rechtsbruch bedrohten Gebiete zu schützen

*

9fu5 allen Teilen des Reichs laufen Meldun­gen über Kundgebungen ein. Entrüstung