Sie Kasseler Sieueste»Nachrichten erscheinenwochentllch sechsmal unv paar ad endS. Der Avonnementsprels beträgt monatlich 750.— Mart bei freier Zustellung ins Haus, in der Geschäftsstelle abgeholt 740.— Mart monatlich. Auswärts durch die Poft bezogen 750.— Mark monatlich einschl Zustellung. Bestellungen werden jederzeii entgegengenommen. Druckerei, erlog und Redattion. Schlachthosstraße 38/30, ftitr unverlangt eingesandte Beiträge kann die Redattion eine Verantwortung oder Bewähr in keinem Solle übernehmen. Rückzahlung des Bezugsgeldes oder Ansprüche wegen etwaiger nicht ordnungsmäßiger Lieferung ausgeschlossen.
In sei tionSp reise-.») Einheimische Auftrage: Die einspaltige Anzeigenzeile M. 40.—, Kami, liennachrichtsn, die Zelle M.3S.—, die einspaltige Retlamezeile M. 150,—. b) Auswärtige Austräger Die etnfyalttge Anzeigenteile M. 40.—, die einspaltige Retlamezeile M. löO.—, alles ein. schließlich TeuerungSzuschlag und Auzeigenstcuer. Für Anzeigen mit besonders schwierigem Satz hundert Prozent Aufschlag. Für die Richtigkeit aller durch Fernsprecher aufgegebenen Au. zeigen, sowie für Aufnahmedaten und Plätze kann eine Bewähr nicht übernommen werden. Druckerei: Schlachthosstraße 28/30. Geschäftsstelle: Kölnische Straße 5. Telephon Nr- 951 und 952
Kasseler Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung
Nummer 5.
Fernsprecher 951 und 952
Sonntag, 7. Januar 1923.
Fernsprecher 951 und 952
13. Jahrgang.
Unter dem M der französischen Drohung.
FwnkreichsNaubzug.
Blutsauger uud Schmarotzer.
Das neue Jahr hat einen schlechten Anfang genommen. Man wundert sich aber nicht sonderlich darüber, denn das erste Ereignis von Bedeutung war ja die AMierten-Konferenz in Paris, di« sich mit dem Reparationsproblem beschäftigte. Von solchen Konferenzen sind wir schon gewöhnt, daß sie meistens ergeHiislos und immer ungünstig für Deutschland ausgehen. Diesmal war man vorher allerdings zu einiger Hoffnung berechtigt, da sich verschiedene Anzeichen zu unseren Gunsten geltend machten, jedenfalls durfte man die bedingte Hilfsbereitschaft Amerikas, sowie Englands Geneigtheit zur Verständigung mit einem gewissen Optimismus betrachten, zumal die beiden Mächte ebenso wie Deutschland den wirtschaftlichen Beweggrund in den Vordergrurch stellten. Man hatte geglaubt, wirtschaftliche Kräfte seien stärker als politische. Wenn wir uns darin vorläufig noch getäuscht haben, ist es nicht unsere Schuld. England und Amerika haben durch Frankreichs Hartnäckigkeit die gleiche Abfuhr erlitten. Das Entgegenkommen der deutschen Regierung war so weitgehend, daß sich die Engländer, wie es scheint, damit einverstanden erklärt hätten. Aber der Fanatismus der französischen Nationalisten war stärker. Es sollte keine Vereinbarung zustande kommen, die Deutschland irgendwie eine Erleichterung hätte verschaffen können. Die Ablehnung des englischen Vermittlungs-Vorschlags — der zwar tritt) turnvvT die mutsche LeistungsfüHl^tzit überschrttt — und der daraus entstandene Abbruch der Konferenz durch Poincarös Wahnsinn haben di« endgültige Klarheit gebracht, 'daß Frankreich beharrlich Deutschlands Vernichtung erstrebt. Diese Tatsache wird wohl nun endlich der ganzen Welt zum Bewußtsein gekommen sein.
In welcher Weise Frankreich den deutschen Lebensnerv zu treffen denkt, geht aus den bereits eingeleiteten Vorbereitungen deutlich hervor. Kaum hat Poincarö die Konferenz zum Scheitern gebracht, ist er schon in Beratungen mit dem sranzösischen Kriegs-Minister eingetreten, um den Einmarschins Ruhrgebiet in die Wege zu leiten. Die Urlauber der französischen Besatzungstruppen am Rhein haben Befehl erhallen, in ihre Garnisonen zurückzukehren, Ingenieure und Techniker haben zivile Mobilisierungszustellung erhalten. Es besteht die Absicht, wie schon seit einigen Tagen angedeutet, das Ruhrgebiet zu besetzen. Was wir schon immer befürchteten, aber angesichts des Widerstandes der anderen Alliierten nicht glauben mochten, soll nun doch zur Wahrheit werden? Die französische Regierung behauptet, infolge des Scheiterns der Konferenz habe sie jetzt Handlungsfreiheit. Schwarze und weiße Franzosen dringen nun tiefer herein nach Deutschland und nehmen uns das wichtigste Industriegebiet, das man als das Herz der deutschen Wirtschaft bezeichnet. Das ist natürlich ein feindlicher Akt, der durch nichts gerechtfertigt werden kann und felbst den Versailler VGtrag verletzt. Der Einmarsch ist mehr als ein Krieg, weil wir wehrlos sind; er ist ein niederträchtiger Raubüberfall! Kohle und Eisen werden uns gewaltsam genommen, wodurch die Betriebsstillegung von zahlreichen industriellen Werken in Deutschland und Arbeitslosigkeit verursacht werden wird. Im westlichen Industriegebiet werden ernste Betriebsstörungen vorkommen, die wahrscheinlich nicht ohne Z u sa mm e n- st ö ß e zwischen den heimischen Arbeitern und den fremden Truppen vorübergeben werden. Daß die Franzosen mit Unruhen rechnen, ist daraus ersichtlich, daß sie sogar mit Tankgesthützen vorrücken wollen. Für den Fall des Streiks sollen die französischen Techniker eingesetzt werden. Wie uns von zuverlässiger Seite mitgeteilt wird, sind die Bewohner des Ruhrgebiets aufs Aeußcrste erregt.
Und was wird im übrigen Deutschland geschehen? Der Koh len-und Eisenmangel wird nicht nur für die gesamte Industrie und das Gewerbe bedrohlich, sondern auch in den Privathaushalten sehr bald empfunden werden. Weitere Teuerung und wettere Markentwertung ist die unausbleibliche Folge, die die allgemeine Not noch vergrößern wird. An den Börsen, wo in bewegwn Zetten charakteristische Aussprüche die Runde machen, kursiert jetzt ein bitteres Scherzwort: »Wer tat Januar . icht verhungert, im Februar nicht erfriert, im uicht totgeschlagen wird, de- bat dann den
Winter gut überstanden.- Mag es auch nicht so schlimm werden, wie hier angedeutet, so stehen uns doch zweifellos ernste Wochen bevor. Di« Börse, dieses feinfühlige Wirtschastsbarometer, zeigt schon auf schlechtes Wetter. Die Mark ist wieder im Sinken begriffen. Zwar verlautet aus Amerika, daß Präsident Harding eine neue Mion versuchen werde, aber es wäre Torheit, jetzt wieder auf schöne Worte zu bauen. Frankreich wird doch nie den deutschen Erfüllungswillen anerkennen. Wenn es überhaupt eine Rettung für Deutschland gibt, dann ist es der Widerstand, sei es auch nur passiv, gegenüber den Franzosen. Deutschland muß sich endlich wehren dagegen, daß ein zum Ausstieg unfähiges Nachbarvolk als Schmarotzer am deutschen Leibe frißt! K. F. D.
Nach dem Abbruch.
Prüfung der französische« Maßnahme». (Eigene Drahtmeldung.)
Paris, 6. Dezember.
Der Belgier Jasper erklärte: Die drei alliierten Mächte Frankreich, Italien «nd Belgien sind einig darin, Deutschland keinMoratorium ohne Garantten zu geben. Es ist wahrscheinlich, daß wir gemeinsam den stanzösischen Plan studieren werben. Es handelt sich nicht darum, sofort und im gesamten Umfange den Plan Poin- carss auszuführen. Biele Gesichtspunkte bleiben noch zu regeln. Taffächlich werde» die Alliierten ohne England die Maßnahmen.zu prüfen haben, die auf der Grundlage des französischen Planes gegenüber Deutschland zu treffen sind. — Die Führer der belgischen Delegation, Theunis und Jasper, hatten gestern vormittag eine längere Unterredung mit den belgischen Mitgliedern der Reparationskommission. — Po- incars erwiderte gestern vormittag die Besuche Bonar Laws und della Torettas. Der britische Premierminister verließ dann zur Mittagsstunde Paris. Auf dem Nordbahnhof hatten sich Poirr- cor6, der französische Finanzminister, sowie der Direktor der politischen Abteilung des Auswärtigen Amtes eingcstmten. Di« beiden Premierminister unterhielten sich bis jur Abfahrt des Zuges und schüttelten sich sehr lange, die Hände.
* * *
(Sin britischer Kablnettsrat.
London, 6. Januar. (Eigene Drahtmeldung.) Bonar Law wird die erste Gelegenheit nach seiner Rückkehr ergreifen, um einen Kabinettsrat zufammenzuberufen, der sich über die Meinungsverschiedenheiten, die zu dem Abbruche der Konferenz geführt haben, auszusprechen und über die neue Lage zu beraten haben wird. Lord Derby ist von der Riviera zurückberufen worden, um an dieser Kabinettssitmng teilzuneh- men. Bis die ganze Frage dem Kabinett unterbreitet worden ist, besteht bei den Regierungs- mttgliedern eine ausgesprochene Abneigung, sich über die ZukunftSgestalttmg auszusprechen.
*
Amerikas Beurteilung der Lage.
Berlin. 6. Januar. (Eigene Drahttnel- dnng.) In amerikanischen diplomatischen Kreisen hält man sich im allgemeinen mit der Beurteilung der Lage zurück und erklärt, daß erst der von Washington anaekündigte Schritt abgewartet werden müsse ehe die Lage als geklärt betrachtet werden könnt«. Man gibt in diesen Kreisen der Ueberzeugung Ausdruck, daß die Einzelheiten des deutschen Planes, der in Paris zur Vorlage kommen sollte, nicht zur Kenntnis der amerikanischen Regierung aekmnmen sind und diese den festgesetzten Gesichtspuntten durchaus günstig und zustimmend gegenübersteht.
Refthöregierung und Parlament
Berlin, 6. Januar. (Privattelegramm.) Gestern traten die in erster Linie an dem deutschen ReparationSvorsckstage interessiert en Reichs- minifter zu einer Besprechung über die durch das Scheitern der Pariser Konferenz geschaffene Lage zusammen. — Der Auswärtige Ausschuß des Reichstages tritt Anfang nächster Woche unter dem Vorsitz Dr. StresemannS zusammen, um eine Erklärung des Reichskanzlers über die gesamte politische Lag«, insbesondere auch über die durch den Abbruch der Pariser Konferenz geschaffene Situation entgegenzuneh- men. In parlamentarischen Streifen rechnet man mit der Möglichkeit, daß der Reichstag früher als es vorgesehen war. einberufen wirb. Der Reichskanzler wird bereits in den nächsten Tagen di« $ arteif «*»<«.$ yi einer Aussprache
empfangen. Staatssekretär Bergmann wird in kürzester Zeit in Berlin zurückerwartet.
Der Einmarsch-plan.
Frankreich» Raubzug «ach dem 15. Zanuar?
(Eigene Drahtmeldung.)
Paris, 6. Januar.
Der filterte zufolge ist der ursprüngliche Plan, wonach der sofortige Einmarsch in das Ruhrgebiet erfolgen soll, aufgegeten worben. Dafür werbe eine interalliierte UeberWachung bet Kohlenlieferungen für Reparationszwecke eingerichtet werben, worauf vielleicht später bet Einmarsch folge. Falls bi« Grubenarbeiter sich zu ArbettSnieberlegungen entschließen sollten, würde das zu ihrem eigenen Schaden ausfallen. Außer der Erhebung der Zolleinnahmen und der Erhebung der sechsundzwanzigprozentigen Devtsenabgabe von der deutschen Ausfuhr wird die interalliierte Kommission die Kohlensteuer beschlagnahmen und überdies von der Industrie im besetzten Gebiet eine (Steuer nach dem Maße der in ihren Betrieben beschäftigten Arbeiter erheben. Weiterhin wird gemeldet, man habe den Eindruck, daß Poincare nicht mit einem Schlage, sondern in Etappen vorgehen werbe «nd daß zunächst die Pfänder am linken Rhein- ufer ergriffen würden. Erst später Würde er das Ruhrgebiet besetzen lassen. Jedenfalls könne zunächst der Fälligkeitstermin des 15. Ia - nnar abgewartet werden und bann Deutschland eine Versäumnisfrist gestellt werden.
* * *
Vorbereitende Rrasincrhmtn.
Mainz, 6. Januar. (Eigene Drahrmeldung.) Das „Journal" meldet, daß man in Mainzer militärischen Streifen während der Konferenz die in Kriegszeiten üblichen Maßnahmen getroffen habe. Sobald die Nachricht von dem Konferenzabbruch bekannt geworden fei, habe das General- guartier die Truppen in Alarmbereit- fchaft gesetzt und die Urlauber znrückberufen. Die von PoincarS gewünschte juristische Grund läge für die Durchführung von Sanktionen im Ruhrgebiet dürste nach Frankreichs Annahme spätestens M'tte Januar gegeben sein. Poincars wird sich heute bemühen, Belgien und möglicherweise auch Italien für eine Teilnahme an der geplanten Aktion zu gewinnen.
Französische MttttSrsiieger.
Mannheim, 6. Januar. (Privattelegramm.) Im besetzten Gebiet macht sich im Zusammenhang mit der Marschbereitschaft der französischen Besatzungsarmee eine rege Tätigkeit der französischen Militärflieger bemerkbar, die bereits zu Verletzungen der deutschen Hoheitsrechte geführt hat. Um der drohenden Besetzung einen kriegerischen Anstrich zu verleihen, Werden AufklärungsflÄge in das unbesetzte Deutschland unternommen. Trotz des unsichtigen Wetters wurden in den letzten Nächten wiederholt französische Mllitärssieger über der sogenannten neutralen Zone beobachtet. In der vergangenen Rackst kreuzten sranzösische Militärflieger längere Zeit über Mfmnheim.
Am die Kohlenlieferungen.
Beratung in der Reparationskommission.
(Eigene Drahtmeldung.)
Paris, 6. Januar.
Die Reparationskommission trat gestern vormittag zu einer Sitzung zusammen, nachdem Batthou und Elemenceau eine Aussprache mit Poincare gehabt hatten. Aus der Tagesordnung stand die „Verfehlung" in den deutschen Kohlenlieferungen England war, im Gegensatz zu der vorgestern verbreiteten Meldung, zwar nickt durch seinen ersten Delegierten Bradburv, wohl aber durch dessen Bettreter Kttnball Cook vertteten. Es ‘"•rbe einstimm ft beschlossen, heute eine neue Sitzung über di ft Fre;e abzuhalten. Man nimmt an, daß Bradburv dieser Sitzung selbst beiwohnen wird und daß möglicherweise schon in diesen Tagen die Entscheidung fallen oder ein Fälligkeitstermin vor dem 15. Januar bestimmt werten wird, an dem da.n der Richterspruch gegen Deutschland zu erwarten ist.
Deutschland so« ftDßrt Werden.
Patts, 6. Januar. (Eigen- Drahtmeldungst Der diplomatische Mitarbeiter der Agence Havas ist zu der Mittttlung ermächtigt, daß die Repa- rationskomuttfsion im Einklang mit den Vertragsbestimmungen der deutschen Regierung Gelegenheit geben wird, cor der Kommission über die deutschen ..Verfehlungen" in den KöÄenlieferungen für 1922 gehö rt zu werten. Die Kommission wird die teuffcke Regiemuo auffordern, ihre Bemerkungen vor der Kommission an einem nahe bevorstehenden Tage uud zwar am Montag oder Dienstag vorzubringen.
Gefunöhettö-Fürsorge
Verband für Hessen-Nassau «nd Waldeck.
Hm der Fürsorge wegen, da« üderall in Deutsch- land unter der Slot der Seit zu leiden hat, SU unterstützen, ist für Segen.Nassau undWaldeck ein Zweckverband gebildet worden. Don zu- stündiger Stell« wird uns Folgendes geschrieben« Krieg und Frietensschluß mit ihren verheerenden Wirkungen auf allen Gebieten der Volks- wohlfahtt hoben auch in zunehmendem Umfange zu Einschränkungen in der öffentlichen und pttvaten Gesundheitsfürsorge genöttgt. Die Träger der Sozialversicherung mußten ihre Krankenhilfe und Heilfürsorge weitgehend vermindern. Sie ringen mit anderen Trägern der öffentlichen Gesundheitsfürsorge, wie z. B. den öffentlichen Kranken- und Sie - chenanst alten schwer um Erhaltung ihrer Einrichtungen wenigstens im verkleinerten Rahmen. In tetn von den berufenen amtlichen Stellen bisher gegen Tubettulose, Geschlechtskrankheiten und andere tückische Volksfeinde geführten Kampf macht sich mehr und mehr die auch hier von ter Wirtschaft herkommende Lähmung bemerkbar. Nicht minder bedroht erscheinen die früher miteinander wetteifernden Vereine und privaten Einrichtungen ter Krankenpflege, Beratung und Fürsorge. Manche Einrichtung dieser Att ist schon in sich zusammengebrochen, ohne daß die Umwelt viel davon bemerkt hat; andere stehen vor dem Zu- iammenbruch und. wenn ter Niedergang unserer Mrtschaft und die Verminderung ihres der Allgemeinheit zufließenden Ertrages fottschrei- ten. steht zu befürchten, daß diese Denkmäler des Gemeinsinns und-der gegenseitigen Hilfe zum Untergang verutteilt sind. Um dieser Gefahr einen festen Damm entgegen zu stellen, hat die Arbeitsgemeinschaft der Sozialversicherung und Wohlfahrtspflege für Hessen-Nassau und Waldeck
den Zusammenschluß *
aller in ter Provinz und dem Freistaat Waldeck an der öffentlichen Gesundheitsfürsorge interessierten Stellen herbeigefühtt, um zunächst einmal die Einrichtungen der Gesundheitsfürsorge auf dem L a n d e vor dem Ruin zu bewahren. Die Bezttksverbänte, der Freistaat Waldeck, die Lan- desversicherungsanstalt, die landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft, die Verbände der Krankenkassen rind dir Reichsversicherungsanstalt für Angestellte haben einen Zweckverband gebildet, um den Wohlfahrtsämtern zur Erhaltung und zum zweckmäßigen Ausbau der Einrichtungen der Tuberkulosebekämpfung, der Krankenpflegestationen und der Säuglingsfürsorge ihre verfügbaren Geldmittel zusammenaefatzt zukommen zu lassen. In diesem Zweckverband ist auch die Aerzteschäft des Bezittes durch ein Vor- standsmitglied vertteten. Voraussichtlich werden in lööz zweiundzwanzig Millionen Mark für diesen Zweck bereitgestellt werden können. Erwartet wird auch noch eine Beteiligung des Reiches und des Landes Preußen mit angemessenen Summen. Tie in dieser Weise zusammengefaßten Geldmittel sollen nach dem Mllen der Geldgeber nicht bedingungslos an die Wohlfahrtsämter gegeben werden. Sie sollen einen
Anreiz für die Einzeltetätigung ter in den einzelnen Kreisen vorhandenen Kräfte bilden. Deshalb können die Kreise und Wohlfahrtsämter nur bann Zuwendungen aus den von zenttaler Stelle tereitgestellten Mitteln erlangen, wenn sie vorhandene Einrichtungen ter Gesundheitsfürsorge und ihre eigene »eld- tiiye Beteiligung an der Unterhaltung dieser Einrichtungen nackweisen. Sie erhalten bann bis zu einer Höchstarenze etwa das Doppelte ibrer eigenen Geldleistung ar8 Anschuß. — Die Arbeitsgemeinschaft gibt ferner. Richtlinien Mr die praktische Ausgestaltung ter Gesundheitsfürsorge heraus, di« von den ausübenden Stellen der Gesundbettsfürsorae im Kreis« nach Möglichkeit befolgt werten sollen. Tiefe Richtlinien wollen nur den allgemeinen Rahmen für die Betätigung ter Gesundheitsfürsorge vorzeichnen: sie wollen eine Zersplitterung ter Kräfte und Mittel verhüten unb ihre Zistmn- menfassnng und Einstellung auf die wichtigsten Dinge herbei rühren. — Das Unternehmen ist ein Versuch, ter. geboren aus der 9?ot ter Zeit, erstmalig in unserer Provinz gemacht wird. Er ist zurückzuffibren auf eine schon im Jahre 1920 von dem Abgeordneten, Bürgermeister Gräf- Frankfurt, im Vrovinzial-Landtaae -egebene Anregung, durch Gründung eines Zweckverban- des alle für ten Aufbau der Gefundheitssiirsor- ge in Betracht kommenden Stellen und Kräfte znfammenzufassen. Dn-ch organische Verbindung t:9er an einem Zweig der öfentlichen Wobl- fabttspflea« interessierten Stellen soll hier zunächst einmal das Sterben d.efes Zweiges ter» hindert werden Tiefe Stellen waaen den Versuch trän grösster ei eener Not. Sie wagen ibn fir ter NÄerzeusstW, daß eine Gesundheitsfürsorge